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Full text of "Basler Chroniken"

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BASLER  CHRONIKEN 


HERAUSGEGEBEN 

VON  DER  '  t  /       ^  >         '    ' 


HISTORISCHEN  üND  ANHQUABISCHEN  GESELLSCHAFT 

IN  BASEL. 


SECHSTER  BAND. 


BEARBEITET  VON 


AUGUST  BERNOÜLLI. 


LEIPZIG 

VERLAG  VON  S.  HIRZEL 

1902. 


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BASLER  CHRONIKEN 


HERAUSGEGEBEN 


VON  DER  HISTORISCHEN  UND  ANTIQUARISCHEN  GESELLSCHAFT 

IN  BASEL 


SECHSTER  BAND 


BBARBEITBT    VON 


AUGUST  BERNOULLI. 


LEIPZIG 

VERLAG  VON  8.  HIRZEL 
1902. 


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Vorrede. 


JJei  TOili^ende  Band  hat  lange  auf  sich  warten  lassen. 
Doch  will  ich  den  Lesei  nicht  mit  dei  Aufzählung  der  viel- 
fachen Unteibiechungen  eimiiden,  welche  die  Arbeit  zu  er- 
leiden hatte.  Noch  weniger  jedoch  wäre  hiei  der  Trost  des 
Sprüchworts  am  Platze:  *wbs  lange  währt,  wird  gut«.  Denn 
zu  den  unerlässliohen  Vorbedingungen  einer  guten  Quellen- 
ausgabe gehören  vor  allem  gute  Handschriften,  und  diese  fehlen 
hier  leider  zum  grösseren  Theil.  Die  meisten  Stücke  dieses 
Bandes  sind  uns  nämlich  nur  noch  in  Compilationen  oder  in 
Auszügen  erhalten,  so  dass  eine  irgendwie  vollständige  Ueber- 
lieferung  des  ursprünglichen  Textes  vorweg  ausgeschlossen  ist. 
Auch  in  dieser  verstümmelten  Gestalt  jedoch  enthalten  sie  noch 
manches,  was  wir  an  andern  Orten  vergeblich  suchen  würden, 
und  so  lohnt  es  sich  wohl  der  Mühe,  das  noch  Vorhandene 
wenigstens  zu  sammeln,  wiewohl  es  theil  weise  nur  einer 
Scherbensammlung  gleicht. 

Nach  seinem  Hauptinhalt  umfasst  dieser  Band  den  Zeit- 
raum vom  Ausgang  des  XV  bis  gegen  die  Mitte  des  XVI  Jahr- 
hunderts. Er  bildet  somit  die  unmittelbare  Fortsetzung  zum 
vorhergehenden  Bande,  zugleich  aber  eine  Ergänzung  zum 
ersten,  welcher  ebenfalls  die  Reformationszeit  behandelt.  Da 
übrigens  die  im  vorliegenden  Bande  verwertheten  Handschriften 
theilweise  auch  in  die  ältere  Zeit  zurückgreifen,  so  folgen  die 
betreffenden  Stücke  hier  ebenfalls,  und  zu  diesen  gehören  z.  B. 
die  Grössern  Basler  Annalen,  welche  auf  Grund  der  früher  be- 
kannten Handschriften  allerdings  schon  im  vorigen  Bande  ver- 
öffentlicht wurden.  Da  jedoch  diese  wichtige  Quelle  in  der 
früher  unbeachteten  Schnittischen  Handschrift  besser  und  auch 
verhältnissmässig  vollständiger  erhalten  ist  als  in  allen  bisher 
bekannten,  so  erschien  eine  neue  Ausgabe  auf  Grund  dieses 
bessern  Textes  als  eine  nicht  zu  umgehende  Nothwendigkeit. 


IV  Vorrede. 

Da  gerade  die  letztgenannte  Handschrift  eine  umfangreiche, 
aber  grossentheils  aus  alten  Druckwerken  geschöpfte  Compila- 
tion  bildet,  so  war  es  für  die  Bearbeitung  dieses  Bandes  von 
grossem  Werthe,  dass  sowohl  die  Kgl.  Hof-  und  Staatsbiblio- 
thek in  München  als  auch  die  Stadtbibliothek  von  Zürich  mir 
in  liberalster  Weise  die  Benutzung  einei  Reihe  zum  Theil  sehr 
seltener  Inkunabeln  ermöglichten.  Ausser  dem  hiesigen  Staats- 
archiv und  der  Oeffentlichen  Bibliothek,  deren  Vorsteher  Dr. 
Rudolf  Wackernagel  und  Oberbibliothekar  Dr.  Karl  Chr«  Ber- 
noulli  mich  in  gewohnter  Weise  aufs  beste  unterstützten ,  war 
ich  bei  diesem  Bande  auch  öfter  im  Fall,  die  nie  versagende 
Gefälligkeit  des  Vorstehers  der  Vaterländischen  Bibliothek, 
Prof.  Rudolf  Thommen,  in  Anspruch  zu  nehmen.  Ferner  ver- 
danke ich  manche  werthvoUe  Mittheilung  dem  derzeitigen  Präsi- 
denten der  Historischen  Gesellschaft,  Dr.  Karl  Stehlin,  sowie 
auch  den  Herren  Dr.  August  Burckhardt  und  Dr.  August  Huber, 
während  in  sprachlichen  Fragen  ich  guten  Rath  mir  mehrfach 
bei  Prof.  Adolf  Socin  holte.  Auch  wurde  mir  für  den  letzten 
Theil  des  Bandes  die  Arbeit  wesentlich  erleichtert  durch  die 
sorgfältigen,  von  Herrn  Archivschreiber  L.  Säuberlin  gefertigten 
Textcopien.  Das  am  Schluss  beigefügte  Glossar  aber,  das  bei 
diesem  Bande  besondere  Schwierigkeiten  bot,  verdanke  ich  der 
Gefälligkeit  von  Dr.  Wilhelm  Brückner,  Privatdozent  an  hiesiger 
Universität. 

Sofern  nicht  weitere  handschriftliche  Funde  den  bis  jetzt 
gesammelten  Stoff  in  unerwarteter  Weise  vermehren,  so  werden 
mit  dem  VH  Bande  die  Basler  Chroniken  ihren  endgiltigen 
Abschluss  finden.  Neben  einer  Reihe  kleinerer  Schriften  aus 
älterer  Zeit  wird  dieser  Schlussband  als  Hauptstück  das  Tage- 
buch des  Pfarrers  Joh.  Gast  aus  der  Reformationszeit  enthalten, 
das  uns  übrigens  nur  noch  in  Auszügen  erhalten  ist.  Da  je- 
doch zu  diesem  Bande  erst  einige  Vorarbeiten  gemacht  sind, 
so  lässt  sich  der  Zeitpunkt  seines  Erscheinens  noch  nicht  mit 
Bestimmtheit  ankündigen. 

Basel,  im  August  1902. 

AagQgt  BernoaLU. 


Inhaltsyerzeichniss. 


Seite 

Vorrede III 

L  Die  Anonyme  Chronik  des  Schwabenkiieges  1492 — 1&04. 

Einleitang 3 

Text 5 

n.  Die  Anonyme  Clironik  der  Mailftnderkrie{;e  1507 — 1516. 

Einleitung 23 

Text 30 

Beilagen: 

I.   Zum  Zuge  gegen  Dijon  1513 74 

n.  Venmtehte  Nachriehten  1489—1531 78 

HL   Die  Chronik  Konrad  Schnitts   1518 — 1533,  sammt  Fortsetiung 
bia  1537. 

Einleitung 89 

Text HO 

Beilagen : 

I.   Die  Sohnittisohe  Handiehrifl 165 

IL   Die  Aussagen  der  Rathsbücher  Ober  Schnitts  Chronik    .  175 

ni.   Zur  Wassersnoth  und  Theurung  von  1529  und  1530  .    .  176 

IV.   Die  KaiserkrOnung  su  Bologna  1530 179 

IV.   Die  Anonyme  Chronik  bei  Schnitt,  flammt  Fortsetsung  1495 — 1541. 

Einleitung 187 

Text 191 

Beilagen: 

L   Zerstreute  Nachrichten  des  XV  Jahrhunderts  1410—1481  224 

II.   Famsburg 232 

V.  Die  Grossem  Basler  Annalen  nach  Schnitts  Handschrift  238— 1 416. 

Einleitung 239 

Text 245 

Beilagen: 

I.   Schnitts  Aufseiehnungen  aus  Basels  ältester  Zeit    .    .    .  276 

n.   Die  Spätem  Basler  Annalen  1421—1480 278 

III.  Zerstreute  spätere  Einträge  in  Berlin gers  Etterlin      .    .  287 


VI  InhaltSTenaichniss. 

Seit« 

VI.  Die  gpätorn  Aufseichnungen  bei  Schnitt  1400 — 1487. 

Einleitung 293 

Text 296 

Beilage: 
Die  Beschreibung  zweier  alter  Bräuehe 307 

VII.  Die  Anon3rme  Chronik  bei  Cosmas   Ertiberg,   aammt  dessen 
eigenen  Aufseiohnungen  1431^1532. 

Einleitung 313 

Die  Anonyme  Chronik    .    .- 323 

Ertibergs  eigene  Aufs eichnun gen 333 

Beilage : 
Verse  und  spätere  Aufieiehnungen  in  Ertsbergs  Hand- 
schrift    339 

Vill.   Die  Aufseichnungea  Adelberg  Meyers  374 — 1542. 

Einleitung 345 

Text 354 

IX.    Die  Familienchronik  der  Meyer  zum  Pfeil  1533 — 1656. 

Einleitung 381 

Text 391 

Beilagen : 

I.   Der  Meyer  Jahrseit  und  Begr&bniss 408 

II.   Der  Meyer  Wappentafel 413 

X.   Die  Chronik  in  Ludwig  Kilchmanns  Schuldbuch  1468 — 1518. 

Einleitung 425 

Text 443 

XI.   Heinrich  Ryhiners  Chronik  des  Bauernkrieges  1525. 

Einleitung 463 

Text 470 

Allgemeine  Beilage:  Die  Rathsbesatzungen  der  Jahre  1482 —  1532    .  525 

Berichtigungen  und  Nachträge 551 

Personen-  und  Ortsverzeichniss 559 

Glossar 587 


Verzeichniss  einiger  Werke,  welche  meistens 
unter  abgekürztem   Titel  citiert  werden. 

Vgl.  das  Verseiehnist  im  Bd.  I,  S.  XXI  ff. 


Anshelm  —  Die  Bemerchronik  des  Valerius  Anshelm,  herausgeg.  yom 
Historischen  Verein  des  Kantons  Bern.   Bd.  I — VI.   Bern  1884 — 1901. 

Anieiger  —  Anzeiger  ffir  Sohweiserische  Geschichte,  herausgeg.  yon  der 
Allg.  Geschichtsforschenden  Gesellschaft  dar  Schweiz.  Jahrg.  1870 
—1902. 

Beitrftge  —  Beiträge  zur  yaterl&ndischen  Geschichte,  herausgeg.  yon  der 
Historischen  Gesellschaft  lu  Basel.    Bd.  I— XV.    Basel  1839—1901. 

B.  Biogr.  —  Basler  Biographien,  herausgeg.  von  Freunden  yaterl&ndischer 
Geschichte.    Bd.  I.    Basel  1900. 

B.  Jahrb.  —  Basler  Jahrbuch,  herausgeg.  von  Alb.  Burckhardt  u.  R.  Wacker- 
nagel.   Jahrg.  1882—1902. 

B.  Taschenb.  —  Basler  Taschenbuch,  herausgeg.  yon  W.  Th.  Streuber  und 
D.  A.  Fechter.    Jahrg.  1850—1864. 

B.  Urkb.  —  Urkundenbueh  der  Stadt  Basel,  herausgeg.  yon  der  Histor. 
u.  Antiquar.  Gesellschaft  zu  Basel.    Bd.  I— VIII.  Basel  1890—1901. 

Boofl,  Urkb.  —  Urkundenbueh  der  Landschaft  Basel,  herausgeg.  yon 
Heinrich  Boos.    Bd.  I— IIL    Basel  1881—1883. 

Brückner  —  Versuch  einer  Beschreibung  historischer  u.  natürlicher  Merk- 
würdigkeiten der  Landschaft  Basel.  Bd.  I— XXm.  Basel  1748— 1763 
(Verf.:  Daniel  Brückner). 

Bollinger  —  Heinrich  Bullingers  Reformationsgeschiohte ;  s.  B.  Chron.  I, 
8.  XXL 

Dierauer  —  Geschichte  der  Schweizerischen  Eidgenossenschaft  yon  Johannes 
Dierauer.    Bd.  I— U.    Gotha  1887—1892. 

Eidg.  Absch.  —  Amtliche  Sammlung  der  altem  Eidgenössischen  Abschiede; 
s.  B.  Chron.  I,  S.  XXL 

Fechtars  Top.  —  Topographie,  mit  Berücksichtigung  der  Cultur-  und 
Sittengeschichte,  yon  D.  A.  Fechter,  in  »Basel  im  XIV  Jahrhundert«; 
s.  B.  Chron.  I,  8.  XXL 

Feitachrift  1901  —  Festschrift  zum  yierhundertsten  Jahrestage  des  ewigen 
Bundes  swisehen  Basel  und  den  Eidgenossen,  13.  Juli  1901,  im  Auf- 
trage der  Regierung  herausgeg.  yon  der  Histor.  und  Antiquar.  Ge- 
sellschaft zu  Basel. 


Vni  VeneiohniM  der  oitierten  Werke. 

Qeering.  —  Handel  und  Industrie  der  Stadt  Basel  bis  lum  Ende  des 
XVII  Jahrhunderts,  aus  den  Archiven  dargestellt  von  Traugott 
Geering.    Basel  1886. 

Heusler  —  Verfassungsgeschiohte  der  Stadt  Basel  im  Mittelalter,  Ton 
Andreas  Heusler.    Basel  1860. 

Histor.  Festbuch  1892  —  Historisches  Festbuch  zur  Basler  Vereinigungs- 
feier 1892. 

Blittheilungen  —  Mittheilungen  der  Gesellschaft  für  vaterlftndische  Alter- 
thflmer  in  Basel  (später  Antiquar.  Gesellschaft).  Heft  I — X.  Basel 
1843—1867. 

Ochs  --*  Geschichte  der  Stadt  und  Landschaft  Basel;  s.  B.  Ohron.  I, 
S.  XXIII. 

Schönberg  —  Finansyerhftltnisse  der  Stadt  Basel  im  XIV  und  XV  Jahr- 
hundert, Ton  Gustav  Schönberg.    Tübingen  1879. 

Tonjola  —  Basilea  sepulta;  s.  B.  Chron.  I,  S.  XXm. 

Tronillat  —  Monuments  de  Thistoire  de  Tancien  4y6ch6  de  B41e,  reoueillis 
et  publi6s  par  ordre  du  conseil  ex6cutif  de  la  r^publique  de  Beme, 
par  J.  Trouillat.     Bd.  I—V.    Porrentruy  1852—1867. 

Wurstisen  —  Basler  Chroniken,  su  samengetragen  durch  Christian  Wurstisen. 
Basel  1580. 

Wurstisens  Münsterbesohreibung  —  Beschreibung  des  Basler  Münsters  und 
seiner  Umgebung,  yon  Christian  Wurstisen,  herausgeg.  durch  Rudolf 
Wackemagel  in  den  Beiträgen  zur  Vaterland.  Geschichte  Bd.  XII. 

Wurstisens  Analekten,  Handschrift  A  II  14  der  Oeffentl.  Bibliothek. 

Zürcherchron.  —  Chronik  der  Stadt  Zürich,  herausgeg.  von  Joh.  Dierauer. 
Bd.  XVni  der  Quellen  zur  Seh  Weisergeschichte. 

Rathsbücher  im  Basler  Staatsarchiv: 

Decreta  —  Decreta  und  Mandata  l. 

Erkb.  —  Erkanntnissbücher  des  Raths. 

Fertigungsb.  —  Fertigungsbücher  des  Stadtgerichts. 

Lb.  —  Leistungsbücher. 

Missivenb.  —  Missivenbücher. 

Geb.  —  Oeffnungsbücher. 

Rothb.  —  Rothes  Buch. 

Rufb.  —  Rufbüchlein. 

Schwarzb.  —  Schwarzes  Buch. 

Stadt  Urk.  —  Regestensammlung  der  städtischen  Urkunden. 

Urtheilb.  —  Urtheilbücher  des  Stadtgerichts. 

Wochenausgabenb.  —  Wochenausgabenbüoher. 

Zinsb.  —  Zinsbücher. 


■»«<■ 


I. 


Die 


Anonyme  Chronik  des  Schwabenkrieges 

und  der  nächstfolgenden  Ereignisse. 


1492—1504. 


BmIst  Gkrenikm.    YI. 


Einleitung. 


Maben  wir  den  Torigen  Band  mit  einer  Chionik  dei  Bui-  ünToUiUbi. 
gunderkriege  geschlossen,  die  uns  sowohl  in  der  Beinheimischen      '  ^ 
Handschrift  als  auch  in  Berlingers  Etterlin  erhalten  ist,  so  be- 

»ginnen  wir  den  vorli^enden  mit  einer  gleichfalls  anonymen 
Chronik  der  Jahre  1492  bis  1504.  Dieselbe  ist  uns  jedoch 
einsig  in  Berlingers  Etterlin  erhalten  i),  und  auch  hier,  gleich 
der  Chronik  der  Burgunderkriege,  nur  in  Gestalt  von  hand- 
schriftlichen Zusätzen   zum   gedruckten  Texte  Etterlins,    also 

10  jedenfalls  sehr  unvollständig').  * 

Diese  Chronik,  deren  Bruchstücke  über  Etterlins  Bl.  102^  iniiaii 
— 121  zerstreut  sind,  beginnt  mit  einigen  spärlichen  Nachrichten 
von  1492  und  1493,  und  auf  diese  folgt  sofort  der  Schwaben- 
krieg von  1499,  der  etwa  die  Hälfte  des  ganzen  Inhalts  bildet. 

ioAls  zweite  Hälfte  folgen  sodann  die  Ereignisse  von  1500  bis 
1504,  als  deren  Mittelpunkt  die  Aufnahme  Basels  in  die  Eid- 
genossenschaft erscheint  Schon  beim  Schwabenkriege  zeigt 
sich  der  unbekannte  Verfasser  über  die  Begebenheiten  in  unsrer 
G^end  ungleich  besser  unterrichtet   als   über   diejenigen   in 

2oGTaubünden  oder  am  Bodensee,  und  noch  deutlicher  ergibt 
sich  aus  seiner  Erzählung  des  Bundesschwurs  von  1501,  dass 
er  jedenfeJls  in  Basel  schrieb.  Das  Jahr  1504  aber,  womit  er 
schliesst,  darf  wohl  als  das  Entstehungsjahr  dieser  Schrift  be- 
trachtet werden,  die  wir  in  Ermanglung  einer  bessern  Benen- 

&  nung  als  »Anonyme  Chronik  des  Schwabenkrieges«  bezeichnen 
können.  So  mager  nun  im  Ganzen  ihr  Inhalt  auch  sein  mag, 
so  erscheint  sie  doch  einigermaassen  beachtenswerth  schon  da- 
durch, dass  sie  nahezu  die  einzige  Aufzeichnung  dieser  Art  ist, 
welche  speziell  über  diesen  Zeitraum  uns  aus  Basel  erhalten 

1)  Eine  Ausnahme  bildet  einzig  die  kurze  Nachricht  yom  Zuge  von 
1503  nach  Locamo,  welche  wenigstens  theUweise  mit  einer  Randbemerkung 
auf  BL  193^  der  Beinheimischen  Hs.  übereinstimmt;  s.  unten  S.  19 
und  TgL  die  Vermischten  Nachrichten  i.  d.  Beilage  IE  zur  Chron.  der  Mai- 
linderkriege. 

2)  VgL  B.  Chron.  V  458. 

1* 


4  Schwabenkrieg. 

ist.     Veröffentlicht  wurde  aus  ihr  bis  jetst  einxig  der  Bericht 
über  Basels  Eintritt  in  die  Eidgenossenschaft,  und  swar  durch 
R.  Thommen  in  seiner  hierauf  bezüglichen  Festschrift  des  vori- 
gen Jahres^). 
Awgabe.         Da  Bcrlingor  aus  dieser  Chronik  durchweg  nur  dasjenige  ^ 
abschrieb,  was  er  nicht  schon  bei  Etterlin  vorfand,   so  kann 
es  nicht  befremden,  wenn  wir  namentlich  über  den  Schwaben- 
krieg öfter  nur  auf  dürftige  Bruchstücke  stossen,   welche  — 
für  sich  allein  genommen  —  nicht  einmal  einen  Satz  bilden. 
So  wenig  wir  demnach  an  eine  Herstellung  des  ursprünglichen  lo 
Textes  denken  dürfen,  so  sind  wir  immerhin  genöthigt,  diese 
Bruchstücke  wenigstens  insoweit  zu  ergänzen,  dass  sie  in  ihrem 
richtigen  Sinn  und  Zusammenhang  können  au^efasst  werden. 
Diese  Ergänzungen  aber,  bei  denen  wir  nach  möglichster  Kürze 
streben,    unterscheiden  wir  vom  ächten  Texte  durch  Cursiv- 15 
Schrift. 

Der  letzte  Theil  dieser  Chronik,  welcher  Basels  Eintritt 
in    die   Eidgenossenschaft    erzählt   und   verhältnissmässig   am 
besten  erhalten  scheint,   trägt  noch  eine  Ueberschrift,  die  wir 
beibehalten.     Im  übrigen  jedoch  sind  uns  die  Ueberschriften  2« 
nur  noch  bei  zwei  kurzen  Abschnitten  z.  J.   1493  und   1499 
erhalten,    und   da   solche   vereinzelt   stehengebliebene  Ueber- 
schriften   die  Uebersicht  eher  stören  als   erleichtem,   so  ver- 
weisen wir  sie  unter  die  Varianten. 

Wiewohl  wir  uns  hinsichtlich  der  Rechtschreibung  auch  2» 
bei  dieser  Chronik  möglichst  genau  an  die  Handschrift  halten, 
so  ist  immerhin  zu  den  überschriebenen  Vokalen  hier  noch 
einiges  zu  bemerken.  Vom  einfachen  u,  das  in  der  Hand- 
schrift durchweg  ein  halbes  Ringlein  trägt,  unterscheidet  Ber- 
linger wohl  den  Diphthongen  ue,  den  er  mit  A  schreibt.  Zwi-  30 
sehen  u  und  uo  hingegen  macht  er  keinerlei  Unterschied, 
sondern  er  setzt  in  beiden  Fällen  auf  das  u  durchaus  dasselbe 
Zeichen,  nämlich  das  schon  erwähnte  halbe  Ringlein,  und 
deshalb  setzen  wir  auch  im  Druck  dafür  durchweg  ein  ein- 
faches u ,  gleichviel  ob  die  Aussprache  ein  uo  fordern  würde  35 
oder  nicht  Den  Umlaut  von  u  sodann  gibt  die  Handschrift 
bald  durch  ü,  bald  durch  ü,  während  wir  im  Drucke  hiefur 
stets  nur  letzteres  Zeichen  setzen.  Das  gedehnte  a  hingegen, 
welches  Berlinger  mit  ä  schreibt,  das  aber  in  Basel  immer  wie 
o  gesprochen  wurde,  geben  wir  durchweg  durch  ä.  40 

1)  S.  K.  ThommeD,  Der  Basler  Bundesbrief  yon  1501,  S.  2151 


[102^]  ^nno  1492  viel  ein  stein  vom  himel^)  ztüüschen  Ensisz-  14&2 
ieim  und  Battenhein,  noch  by  der  Hart^);  und  was  inwendig, 
als  ob  es  eins  schmits  schlagen  wei  oder  ertz.    Und  yom  fallen 
erbidmeten  zu  Basel  alle  glassfenster,  glych  ob  es  ein  ertbidem 
&wer  gesin. 

Anno  1493    uff  sant  Lux   abent   wart   die   bapstglocken  1^ 
gössen')  uff  Burg  neben  dem  münster. 

[103]  Darnach^),  als  der  R&misch  küng  Maxaemilian  des 
hertsogen  von  Meylands  Schwester  nam^),  uff  sant  Andres  tagNoT.  30 
to  im  93.  jar  ward  sy  zu  Meyland  im  münster  gekrönt,  und  ward 
im  gon  Inszpruck  gesant  mit  yrem  volok,  junckfrowen  und 
le. 


Als  man  zalt  1499  jar  was  der  Grow  Pund  und  die  En-uw 
gendiner^^),   deszglichen  der  biscboff  von  Chur^},  zu  den  Eyd- 
t^  gnoasen  in  büntnüsz  kommen. 

6.  üebenehrift:  Ton  der  bapstglocken  la  Bm«1. 

1)  Hierüber  ygL  unten  Ertzberg,  s.  J.  1492,  und  Wurstisens  Baslei- 
cbronik  S.  475. 

2)  Die  Untere  Hardt,  die  Waldung  in  der  Ebene  des  OberelsasB. 

3)  D.  h.  umgegossen.  Ueber  diese  schon  1442  yon  Papst  Felix  V. 
geschenkte  Glocke  s.  unten  die  Spätem  Basler  Annalen,  ferner  Wurstisens 
MüDsterbeschreibung,  i.  d.  Beiträgen  Xu  425  ff. 

4)  Das  Folgende  schliesst  sich  in  der  Hs.  an  EtterUns  Bericht  über 
den  Vertrag  yon  Senlis,  yom  Mai  1493. 

5)  Bianca  Maria,  Lodoyico  Moro's  Schwester. 

6)  Das  ewige  Bündniss  der  Eidgenossen  mit  dem  Grauen  Bunde 
wurde  schon  am  21.  Juni  1497  geschlossen,  und  dasjenige  mit  den  Enga- 
dinem,  d.  h.  mit  dem  Gotteshausbunde,  am  13.  Dec.  1498;  s.  Eidg.  Ab- 
schiede m  1,  S.  745  ff.  Jedoch  folgte  im  Urtexte  dieser  Chronik  hier  yer- 
muthlich  der  mit  letzterm  Bündniss  zusammenhängende  Ausbruch  der 
Feindseligkeiten  im  Münsterthal,  und  für  diese  ist  1499  allerdings  richtig. 

7)  Ueber  die  zweideutige  Haltung  Heinrichs  yon  Höwen,  des  Bischofs 
yon  Chur,  s.  die  irrthümlich  unter  Tschudis  Namen  herausgegebene  Chro- 
nik Heinrich  Brennwalds,  in  Balthasars  Helyetia  IV  495.  Ueber  diese 
Chronik  s.  O.  yon  Wyss,  GescL  d.  Historiographie  in  der  Schweiz,  S.  155 
L  d.  Anm. 


6  Schwabenkrieg. 

[104^]  DafTioch,  ah  der  Schwebisch  pundt  und  die  Kün- 
gischen  sich  an  die  Steyg^  ouch  gon  Gutenberg,  gon  Fuduiz 
und  gon  Veltkilch  geleyt  hatten^),  do  ward  [105]  die  Steyg 
durch  die  Eydgnossen  gewunnen  und  uff  dei  widerpart  sytten 
vil  erschießend),  ^ 

(Febr.  12)  Uff  den  andem  tag')  zugent  die  Eidgnossen  dem  von 
Brandisz  fiii  sin  schlosz,  Fudutz  genant;  das  gab  sich  uff  und 
ward  von  ynen  verbranf,  und  tiI  guts  im  schlosz  verderpt,  und 
der  von  Brandisz  gon  Zürich  gef&rt^). 

Also  wart  das  selb  angestelt  uff  yedermans  verhörung,  wer  io 
recht  oder  unrecht  hett,  und  solt  jeder  teyl  heim  ziechen^). 

[105^]  Als  nun  die  Eidgnossen  abzugent  wider  über  Ryn, 
do  spotteten  die,  so  uff  dem  schlosz  Gutenberg  waren,  der  Eid- 
gnossen mit  unchristenlichen  werten  und  Schüssen  ynen  ein 
berftmten  man  zu  tod^j.  Do  fieng  der  unwill  wider  an,  mar  is 
denn  vor  gsin  was.  Also  karten  sich  die  Eidgnossen  wider 
umb,  und  zugent  hinder  Veltkilch  in  das  WalgSw,  ist  by 
Pluditz'). 

Damach  zugent  sy  für  Bregentz^),  doLseIhs  sich  ein  merck- 

Z  FaduU  fehlt  i.  d.  Hs.,  weU  der  Band  toh  B1.  104  beschAdigt  ist 

1)  Sie  hatten  schon  Anfang  Febr.  alle  festen  Orte  längs  des  rechten 
Rheinufers  bis  hinab  zum  Bodensee  besetit,  also  namentlich  Ghitenberg 
bei  Baisers,  auch  Vadus  und  Feldkirch,  und  hierauf  am  10.  Febr.  die  von 
den  Bündtnem  besetzte  St  Luziensteig  eingenommen;  s.  Brennwald  a.  a.  O. 
S.  496  u.  497. 

2)  Die  Rückeroberung  der  St  Luziensteig  erfolgte  Montags  den 
11.  Februar;  s.  Brennwald  S.  497. 

3)  Also  am  12.  Febr.;  s.  die  Torige  Anm.  und  ygl.  Anshelms  Bemer- 
Chronik  U  116ff. 

4)  Zürich  steht  in  der  Hs.  als  Correctur  für  > Werdenberge,  wie 
Etterlin  hat  Jedoch  wurde  Ludwig  von  Brandis  nach  der  Uebergabe  von 
Vaduz  zunächst  nach  Rapperswil  geführt,  von  dort  aber  nicht  nach  Zürich, 
sondern  über  Luzern  nach  Bern,  wo  er  Bürger  war;  s.  Anshebn  H  117 
und  134. 

5)  In  der  Hs.  schliesst  sich  diese  Nachricht  an  die  Uebergabe  von 
Vaduz.  Wie  jedoch  das  Folgende  zeigt,  so  ist  hier  der  schon  am  2.  Febr. 
geschlossene  Vertrag  zu  Glurns  gemeint  Ueber  diesen  Vertrag  s.  Dier- 
auer,  Gesch.  d.  Schweizer.  Eidgenossenschaft  II  335,  auch  Brennwald  S.  494. 

6)  Diese  Verhöhnung  durch  die  Besatzung  yon  Gutenberg  geschah 
kurz  nach  dem  2.  Febr.,  als  die  Eidgenossen  gemäss  dem  Vertrage  yon 
Qlums  wieder  heimziehen  wollten;  s.  Dierauer  a.  a.  O.,  und  Brenn wald 
S.  495,  auch  Edlibach  S.  209. 

7)  D.  L  in  das  Thal  der  III,  bis  nach  Bludenz.  Dieser  Zug  erfolgte 
nicht  unmittelbar  auf  die  eben  erwähnte  Verhöhnung,  sondern  auf  die 
Einnahme  von  Vaduz,  also  nicht  ror  Mitte  Febr.;  s.  Brennwald  S.  499fr. 

8]  D.  h.  sie  zogen  gegen  Bregenz;  doch  das  hier  folgende  Treffen» 


1499.  7 

ÜcAer  züg  der  vygenden  gesamlet  hatt  Der  selb  siig  in 
Bregents  aoch  henisz  g^^n  den  Eidgnossen,  und  hatten  ein 
grossen  graben  gemacht,  und  zngent  über  den  graben,  das 
fuszYolck  gegen  den  Eidgnossen  i).  Und  beachach  ein  strenger 
» angriffe  und  wurden  vil  uff  beden  sytten  erschlagen.  Doch  so 
ßukent  die  fygend^  und  harnen  ir  vil  umb  im  graben  2)  und  er- 
(runden  im  see,  oho,  das  sy  uff  3000  erschlagner  gerechnet 
wurden.    Und  ward  da  vü  gute  geunmnen  und  ettlich  schlangen. 

[110^]  Vor  mitvasten^),  als  vil  vom  Schwebschen  pundt^[j^^ 
10  tind  von  den  Osterricheren  im  Hegow  lagent,  zugent  die  Eid- 
gnoseen  usz  von  Zürich,  Bern,  Lutzern  ^),  Friburg  und  Solaturn. 
Aber  es  beschach  kein  gross  schlaohen^).  Doch  so  gewunnent 
ey  vü  schhsZj  und  was  vil  guts  in  den  schlössen,  das  alles  ver- 
brant  wait^}.  Also  sugent  die  Eidgnossen  wider  heim;  dann 
1»  es  wart  vast  kalt,  das  man  nit  mocht  im  veld  blyben  vor 
kelty. 

[105^]  Also  in  mitler  sitt  zugent  die  von  Waldshut  und 

ir  helffer  über  den  Byn  und  verbranten  by  12  d&rfferen  den 

Ton  Bern  und  den  Eidgnossen  7),  und  brauten  bisz  gon  Brugg 

20  an    die  statt   in  einer  nacht,   und  zugent   darmit   widerumb 

heym. 

[106]  Uff  das,  als  die  Waldshuter  über  Ryn  gebraut 
hatten,  zugent  die  von  Solaturn  herab  gon  Dornach  mit  fünff- 

Tom  20.  Febmar,  fand  1  St.  westlich  yon  diesem  Orte  statt,  bei  Hard,  un- 
weit Tom  Bodensee;  s.  Anshelm  n  132  ff. 

1)  D.  h.  die  Hauptmacht  yerliesa  ihre  feste  Stellung  hinter  dem  Gra- 
ben bei  Hard  und  sog  gegen  Höchst,  ihrer  angegriffenen  Vorhut  su  Hilfe; 
s.  Brennwald  S.  504. 

2)  Der  Graben  hielt  die  Fliehenden  auf;  s.  ebend. 

3}  Wie  schon  dieses  Datum  seigt,  bezieht  sich  das  Folgende  auf  den 
ersten  Zug  ins  Hegau,  yom  19.  bis  25.  Februar;  s.  BrennwaJd  S.  501  und 
506ff.y  u.  Tgl.  Anshelm  II 124  ff.  In  der  Hs.  jedoch  steht  diese  Nachricht 
irrigerweise  als  Zusatz  zu  Etterlins  Bericht  über  den  viel  spätem  Zug  ins 
H^pau  und  bis  Stockach,  welcher  erst  im  Mai  erfolgte;  über  diesen  s. 
Anshehn  n  202ff: 

4)  Luxem  wird  hiebei  yon  keinem  andern  Berichte  genannt,  statt 
setner  aber  Schaffhausen;  s.  Brennwald  S.  501. 

5)  Die  feindliche  Hauptmacht  blieb  unthätig  zu  Ueberlingen,  und  bis 
dorthin  zogen  die  Eidgenossen  nicht;  s.  Anshelm  II  127. 

6}  Die  Namen  der  eroberten  Burgen  s.  bei  Brennwald  S.  507. 
7)  D.  h.  im  bemischen  Aargau  und  in  der  Grafschaft  Baden;  s.  ebend. 
S.  508  und  Anshelm  II  132. 


8  Schwabenkrieg. 

zechenhundert  mannen^).  Dkemoln  was  ouoh  der  adel  hie 
im  land  by  einander  su  Altkiroh,  uff  400  pferd  gesohetst,  und 
das  fussYolck  uff  4000  num^)  usz  dem  Suntgäw  und  von  Ryn- 

lUn  22  felden,  Seokingen,  Louffenberg.  Und  uff  frytag  vor  dem  palm- 
tagy  vor  tag,  warent  die  Ei^^ossen')  von  Domach  gesogen  & 
gon  Häsingen  und  Blätehein,  meinten  den  adel  da  ze  finden 
und  etlich  zu  fusz  ouch.  Also  was  der  adel  mit  ettliohen  zu 
fusz  in  der  selben  nacht  gon  Domach  zogen,  und  vermeinten 
die  Eidgnossen  im  läger  ouch  zu  finden.  Uff  das  fiEuid  kein 
teil  den  andern  im  ISger.  Also  verbrant  der  adel  den  Eid-  lo 
gnossen  das  dorff  Dornach,  Grempen  und  ander  dArffer,  so  gon 
Domaoh  gehorten.  Und  als  der  tag  kummen  was  und  die 
Eidgnossen  hindersich  Sachen,  do  Sachen  sy  das  fhär  zu  Dor- 
nach, und  überal  ir  d&rffer  brennen.  Also  karten  sich  bed 
teyl  umb  und  zugent  gemach  gegen  eynander,  das  was  uff  die  i& 
zechende  stund  vor  mittag.  Also  greyff  der  adel  die  Eid- 
gnossen redlichen  an  und  meinten,  die  fuszknecht  selten  ouch 
also  gthon  haben;  aber  die  fuszknecht  gaben  von  stund  an 
die  flucht^).  Also  ward  von  adel  erschlagen')  herr  Conradt 
von  Ampringen  ritter,  wart  geschossen  mit  einer  handtbüchsen;  !2o 

M&n  31  aber  er  starb  erst  uff  den  ostertag  in  der  statt  Ba^el.  Aber 
im  feld  bleyb  junckher  Hans  Ulrich  Meyer,  ein  starcker  man<^), 
und  Juncker  Conradt  von  Hercken^,  und  von  fuszvolck  Hans 
Rosenblat  und  ettlich  mer,  uff  80  man,  [106^]  die  fürt  man 
gon  Sant  Jacob  zur  Birsz  und  vergrub  sy.  25 

[108]  Damach  griffen  die  Eidgnossen  die  Schtoebiechen  an^), 
so  usz  Costantz  waren  kommen,  [108^]  und  gewannen  ob  14 


1)  Von  diesen  unternahmen  300  am  17.  Mfirs  einen  Streifsug  bis 
Kembs,  am  1.  Rheinufer,  unterhalb  Basel;  s.  Brennwald  8.  512  und  Anshelm 
n  150.  Diejenige  Schaar  jedoob,  welche  am  22.  M&n  das  nachfolgend 
ersShlte  Treffen  am  Bruderhola  lieferte,  bestand  aus  800  Mann,  meistens 
Solothumem;  s.  die  Briefe  an  Solothum  yom  22.  M&rs ,  bei  Tatarinoff, 
Festsehrift  s.  Schlaoht  bei  Domach,  Urkunden  S.  52. 

2)  Beim  Treffen  waren  es  im  Qansen  gegen  3000;  s.  ebend. 

3)  N&mlich  jene  800;  s.  oben  Anm.  1. 

4)  Ueber  das  Gefecht  s.  namenüioh  Anshelm  11  154  und  vgl.  Tata- 
rinoff a.  a.  O.,  8.  107  ff.  des  srsählenden  Theils. 

5)  Nach  der  Flucht  des  Fussrolkes  kämpfte  die  Reiterei  noch  fort; 
8.  Anshelm  a.  a.  O. 

6)  Vgl  B.  Chron.  V  322,  Anm.  1. 

7)  Vgl.  ebend.:  Jacob  yon  Heroken. 

8)  Der  Text  Etterlins,  an  welchen  in  der  Hs.  diese  Zusätse  sich  an- 
schliessen,  ersfthlt  das  Treffen  Tom  11.  April  im  Sehwaderloch. 


1499.  9 

grosser  schlangen  und  houptstuok  ^).  Do  ward  erschlagen  herr 
Burekart  von  Bandeck  und  ettliche  sinei  fründen'],  und  der 
Mundbiott  von  Gonstants,  und  sunst  uff  beden  teylen  300  man. 

Damach  zugent  die  Eidgnoseen  gon  Tüngen\  geumnnen  daSj 
s  tmd  nament  gefangen  junckher  Hansen  von  Baldeck,  den  wald- 
Togt  von  Griessen^)  und  ander  edellüt,  uff  10  mann;  wurden 
gon  Obern  Baden  gef&rt  und  in  den  thurn  geleit. 

Also  darnach  zugent  die  Eidgnossen  gon  St&lingen')  und 
gon  Sossneck^^),  gewunnen  sy,  und  schleifiten  sy  mit  brand 
10  und  serst&rten  sy.     Und  Küssenberg  das  schlosE^)  gab  sich  uff, 
uff  gnäd,  gnedigelich. 

[110^].     Damach  zugent  die  Eidgnossen  in  das   Walgöto^ 
brantschatztent  das   umb  8000  rynscher  guldin^)   und  nament 
darumb  ettlich  man,    nämlich   10   die   besten^],  ze  bürgen  ge- 
isfangen mit  inen  heim, 

[111]  üff  mentag  vor  der  uffart  im  99  jar  zugent  die  von  lui  6 
Solatum  herab  mit  dem  baner,  und  zugen  gon  Häsingen  ^<^). 
Do  gab  sich  das  sohlosz  uff;  das  verbranten  sy,  schlosz  und 


1)  Ueber  diese  Beute  ygl.  Brennwald  S.  523  und  Anahelm  II  169. 

2)  Vor  aUen  sein  Bruder  Heinrich ;  Ober  beide  b.  Brennwald  S.  524 
und  Anahelm  II  164  u.  167. 

3)  Thiengen  bei  Waldahut  Ueber  diesen  Zug,  der  Mitte  April  er- 
folgte, vgl.  Anghelm  11  185  ff.  und  Brennwald  S.  532  ff. 

4)  Rudolf  Ton  Grieaen,  östreichischer  Vogt  auf  dem  Bchwanwald. 
TgL  Brennwald  S.  532. 

5)  Btfihlingen  a.  d.  Wutaeh,  3  St.  oberhalb  Thiengen. 

6)  Gemeint  ist  das  dem  Freiherm  Ton  Roseneck  gehörige  St&dtchen 
Blumfelden  (jetxt  Blumegg)  a.  d.  Wutach,  2  St  oberhalb  Stahlingen;  s. 
Anshelm  IL  190. 

7)  Küasenherg,  2  St.  östl.  t.  Waldahut;  a.  Brennwald  S.  533. 

8)  Dieae  Brandaehatsung  dea  Wallgauea  erfolgte  auf  daa  Treffen  yom 
19.  April  bei  Fraatens;  a.  Anahelm  IE  173  ff. 

9)  Laut  Anahelm  11  174  waren  ea  8. 

10)  Das  hier  atehende  Datum  (6.  Mai)  bezieht  aioh  auf  daa  weiter  unten 
erzählte  Gefecht  an  der  Bira  bei  Brüglingen;  a.  unten  S.  10  A.  5.  Der  Aua- 
zug  der  Solothumer  aua  ihrer  Stadt  hingegen  erfolgte  achon  am  18.  April, 
und  die  Uebergabe  dea  Weiherachloaaea  Heaingen  am  21.;  a.  die  Briefe 
Yom  19.  bis  22.  April  an  Baael,  mitgeth.  von  H.  Witte  i.  d.  Zeitachrift  f. 
Geaeh.  d.  Oberrheins,  N.  F.  XIV  S.  m  105  ff.,  femer  den  Brief  yom  22. 
hei  Tatarinoff,  Featachrift,  S.  60  der  Urkunden.  —  Der  Schloaaherr  yon 
Besingen,  Bernhard  se  Rin,  ein  Sohn  Friedricha  und  Neffe  Biaohof  Kaapara, 
hatte  früher  durch  Prahlereien  die  Eidgenoaaen  gereist;  a.  Anahelm  II 197. 


10  Schwabenkrieg. 

dorff^].  und  zugent  wider  gon  Domach  mit  iiem  paner  und 
volcky  und  lagen  da  ettlich  tag.  Also  macht  sich  der  adel  uff 
mit  vil  Tolcks  zu  rosz  und  fuaz,  und  spiszten  das  schlosz 
PfSffingen^),  und  Schüssen  g^en  einander  über  die  Birss;  aber 
es  ward  kein  schlacht').  Und  in  dem  zugen  die  Eidgnossen  & 
USB  dem  Hegow,  und  zugent  Bern  und  Fryburg  herab  zu  denen 
von  Solatum^).  Und  als  sy  zu  der  Birszbrucken  zugent^),  da 
waren  ettliche  reysige  pferd  im  feld,  wol  by  60,  und  schar- 
mützleten  mit  eynander.  Da  wart  graff  Ebins  von  Ortenberg 
erschlagen,  lyt  zu  Basel  by  den  Barfussen  im  chor  begraben,  lo 
und  macht  in  Werlin  Saler  usz*);  und  sunst  bliben  by  10  mann 
uff  beiden  teylen. 

Also  Iflgen  die  Eidgnossen  ^j  die  selbe  nacht  zu  Muttentz, 
und  ein  h&r  lag  in  der  matten  hie  dissit  der  Birszbrucken  am 

lui  7  tych^].  Und  morndes  am  zinstag  zugent  sy  gon  Bl&tzhein,  und  i» 
verbranten  das  schlosz  und  dorff. 

luis         Am   mitwuchen   zugent   sy   hinab,   brauten   Barttenhein, 
Sierentz,   Schlierbach,    und   leytten   sich   gon   Hapsen')   und 

1)  Diess  geschah  gegen  den  Willen  der  Hauptleute,  und  unter  Ver- 
letiung  der  bei  der  Uebergabe  ertheilten  Zusage;  s.  den  in  der  yorigen 
Anm.  erwähnten  Brief  bei  Tatarinoff. 

2)  Diese  Burg  gehörte  den  Brüdern  Oswald  und  Heinrich,  den  letzten 
Grafen  Ton  Tierstein;  über  diese  s.  M.  Birmann  in  B.  Jahrbuch  1883, 
S.  84  ff.,  femer  Tatarinoff,  S.  70  ff.  des  enihlenden  Theils. 

3)  Am  30.  April  fand  ein  Scharmütiel  an  der  Domacher  Brücke  statt 
Doch  schon  am  4.  Mai  sog  der  Feind  sich  aus  dem  Birsthai  wieder  in  den 
Sundgau  zurück;  s.  die  Briefe  vom  30.  April  und  1.,  2.  u.  4.  BCai  bei  Ta- 
tarinoff,  S.  62  u.  67  ff.  der  Urk. 

4)  D.  h.  ausser  denen,  die  im  Hegau  gewesen,  kam  nach  Domach  ein 
neuer  Zusug  von  Bern;  s.  Anshelm  H  194,  femer  die  Briefe  vom  4.  u. 
5.  Mai  bei  Witte,  8.  m  121  u.  122. 

5)  Bei  St  Jakob.  Laut  Wurstisen  8.  486  geschah  das  hier  folgende 
Gefecht  vom  6.  Mai  bei  Brüglingen,  also  oberhalb  dieser  Brücke,  auf  dem 
L  Ufer.  Auch  waren  es  nicht  die  Bemer,  welche  hier  auf  den  Feind 
stiessen,  sondem  nur  eine  Freischaar  von  300  Mann;  s.  Brennwald  8.  535 
und  TgL  den  Brief  der  HaupÜeute  zu  Dornach,  bei  Witte,  S.  m  125. 
lieber  dieses  Gefecht,  das  am  6.  Mai  erfolgte.  Tgl.  noch  Anshelm  H  195, 
ferner  den  Brief  Graf  Heinrichs  von  Fürstenberg,  bei  Tatarinoff  S.  70 
d.  Urk. 

6)  D.  h.  er  sog  ihn  aus.  W.  Saler,  aus  Basel  gebürtig,  jedoeh  Bürger 
Yon  Solothum,  wurde  selber  verwundet;  über  ihn  s.  Brennwdd  S.  513  u.  515, 
Anshelm  II  153  und  Ochs  IV  683 ff.,  femer  Beitr&ge  XII  264  u.  270  ff. 

7)  D.  h.  sowohl  die  Bemer  als  die  aus  dem  Hegau  kommenden  Zu- 
züge; vgl.  oben  Anm.  4. 

8)  Also  auf  der  Wiese  zwischen  der  Birs  und  dem  Mühlteich  von 
St  Jakob. 

9)  Ueber  diesen  Zug  bis  Habsheim  bei  Mülhausen  vgL  Anshelm  11 196. 


1499.  11 

brauten  das  selb  ouch.  Und  zugent  widei  beruff,  und  sugen 
die  panei  alle  heym  in  ii  land,  mit  iiem  züg  und  lütten ;  doch 
besatacten  die  von  Solaturn  ir  schloss  Dornach  mit  lütten. 

[114^]  Im  99  jar,  ungevorlich  by  10  tagen  vor  pfingsten,  ▼^ 
»kam  die  Welsche  gard^),  die  vor  zu  Tann  waren  gelegen,  und 
die  fryen  knecht.    Aber  die  Welsche  gard  namen  den  Bünden 
und  den  fyenden  ettlich  ross^),  und  hielten  sich,  das  man  nit 
▼il  guts  von  ynen  seyt,  von  eim  und  dem  andern. 

Uff  sant  Ulrichs  tag  im  99  jar  engen  die  Welsche  gardJ«U4 
10  und  die  fryen  knecht  mit  ettlichen  uss  dem  Suntgow  in  das 
Münstertal;  das  was  eins  bischoffs  von  Basel,  aber  es  hatt  sich 
an  die  von  Bern  gehenckt  und  ynen  geschworen  3).  Also  wart 
das  Münsterthal  gantz  uszgebrant  uff  den  obgeschribnen  tag, 
und  ein  grosser  roub  mit  vych  und  anderm  uss  dem  Münster- 
IS  thal  gefftrt.  Die  Eidgnossen  von  Solaturn  und  Bern  zugen 
in  der  selben  nacht  hinnäch^),  aber  sy  mochten  nüts  schaffen. 
Der  roub  kam  in  das  Suntgow. 

[115]  Unlang  vor  sant  Marien  Magdalenen  tag  im  99  jar 
nam  der  Schtoebüch  punt  zu  im  die  Wehche  gard  und  die  fryen 

tt  knecht,    das   yro   also  ob   10  000  man  wurden,    mit  yil  guter 

grossen  büchsen,  houptstucken,  carthonen  und  einer  meicklichen 

zal  schlangen,  und  lagen   also    in   guter   hut    bisz   uff    sant 

Marien  Magdalenen  tag.  Ja]i22 

Als  der  tag  anbrach,  hub  sich  der  züg  uff  mit  macht,  zu 

isrosz  und  zu  fusz,  und  zugent  für  Domeck  das  schlosz^)  und 
weiten  das  gewinnen  mit  macht,  und  leyten  die  grosse  büchsen, 
und  tetten  zwen  schütz  darin.  Also  kamen  die  Eidgnossen 
uff  6000  man,  das  was  Zürich,  Bern,  Zug,  Solaturn,  Lutzern, 
die  tetten  den  angriff®).    Do  kam  erst  Fryburg  und  Under- 

9.  üelMndarift:  Ton  b«roQb«ng  ond  Twbranniug  das  MüBstertals. 

1)  Ueber  diese  burgundisehe  Söldnerschaar  s.  Brennwsld  S.  545  und 
Ansbelm  II  226. 

2)  Vgl  Basels  Brief  vom  13.  Mai,  bei  Ochs  IV  588. 

3)  Das  Münsterthal  hatte  mit  Bern  ein  Burgrecht  seit  1486;  8.  Eidg. 
Abseh.  m  1,  S.  235  und  Anshelm  I  290  ff. 

4)  Vgl  den  Brief  Tom  7.  Juli,  bei  Tatarinoff  S.  98  d.  Urk. 

5)  Sie  kamen  aus  dem  Sundgau  und  zogen  neben  Basel  vorbei. 

6)  Diese  5  Orte  z&hlten  wohl  zusammen  6000  Mann.  Jedoch  trafen 
die  Banner  Ton  Lusem  und  Zug  erst  später  ein  und  führten  die  Entschei- 
dung herbei,  nachdem  die  Schlacht  wohl  schon  2  bis  3  Stunden  gewfihrt 
hatte;  s.  Brennwald  S.  562 ff.  und  ygL  unten  S.  12,  A.  3. 


12  Schwabeiücrieg. 

walden,  üry,  Switz^),  das  ir  hindernooher  wol  12000  wart. 
Aber  die  tetten  den  angriff,  wie  obstat,  und  die  überfielen  sy 
by  den  büchsen^),  uff  denselben  sant  Marien  Magdalenen  tag 
uff  die  sechste  stund  noch  mittag,  was  umb  vesperzitt').  Do 
gewunnen  die  Eidgnoaaen  dero  von  Fryburg  und  Enszheim  ^ 
fenly^  und  erachlugent  der  fygenden  vor  nacht  by  1200%  under 
toelchen  was  gräff  Heinrich  von  Fürstenberg,  gräff  Eckrich  von 
Bitsch,  ein  herr  von  Castelwart'^),  herr  Conrät  von  Uetenheim  <^), 
und  einer  von  Kageneck  von  Strfiszburg^),  und  der  schultheisz 
von   Ensiszheim,  und  sunst  vil  guter  lütten.     Und  lagen  die  lo 

Jvii  24  Eidgnoasen  im  veld  bisz  uff  den  mitwochen. 

jidi  25  Damach  am  donstag  zugent  sy  herab  für  Basel  mit  macht, 
und  legerten  sich  gon  Sant  Jacob  an  die  Birsz  und  in  den 
selben  matten  herab  bisz  zu  der  Birszbrucken,  und  lagen  de, 
und  must  man  ynen  zuf&ren  win  und  brott;  und  wolten  in  is 
das  Suntgäw,  oder  in  des  Margrafen  land  über  Ryn  gezogen 
sin.  Also  bäten  die  von  Basel  so  ernstlichen  und  ermanten 
sy  all  der  alten  liebe  und  früntschafit,  das  sy  umb  der  statt 
von  Basel  willen  wider  heim  zügen^}.    Das  tetten  sy,  und  uff 

Juli  27  den  samstag  zu  nacht  noch  sant  Marien  Magdalenen  tag  ward  20 
das  veld  gerumpt  von  den  Eidgnossen,  und  zugen  heym. 

[117]  Damach  ward  ein  tag   angesetzt  gon  Basels  fridens 

1)  Freiburg,  Uri  und  Unterwaiden  kamen  erst  folgenden  Tages,  und 
der  Zuzug  von  Schwyi,  vom  Schwaderloch  her,  erst  am  24.  Juli;  s.  Brenn- 
wald S.  565  und  Ansbeim  II  231. 

2)  Aus  dem  Walde  unterhalb  der  Behartenfluh  gegen  4  Uhr  Nach- 
mittags hervorbrechend,  stiessen  die  Zürcher,  Bemer  imd  Solothumer  zu- 
erst auf  das  gegen  das  Schloss  Dorneok  aufgestellte  Belagerungsgeschütz; 
s.  Anshelm  11  228. 

3)  Nachdem  der  Angriff  schon  gegen  4  Uhr  erfolgt  war,  erschienen 
erst  gegen  Abend  die  Lusemer  und  Zuger,  deren  Eingreifen  die  Schlacht 
entschied;  s.  Anshelm  U  230  und  ygl.  oben  S.  11,  A.  6.  VgL  femer  den  Brief 
der  Bemer  Hauptleute  yom  Abend  nach  der  Schlacht,  wonach  die  Luzemer 
und  Zuger  erst  zwischen  7  und  8  Uhr  erschienen;  s.  diesen  Brief  bei 
GIutz-BIotzheim,  Forts,  zu  Müllers  Schweizergesch.  V  2,  S.  524.  —  Ueber 
die  Schlacht  überhaupt  ygl.  Tatarinoff  S.  166  ff.  des  erzählenden  Theils. 

4)  Diese  Zahl,  als  die  niedrigste  Schätzung,  ergänzen  wir  aus  B. 
Chron.  V  322. 

5)  Mathias  von  Castelwart;  s.  Brennwald  S.  564. 

6)  Vgl.  B.  Chron.  V  322 :  Claus  y.  Utenheim. 

7)  Arbogast  yon  Kageneck,  Fähndrich  der  Strassburger;  s.  Brenn- 
wald S.  565. 

8)  VgL  B.  Chron.  V  323,  A.  3. 


1499.  13 

halb^).  Dahin  kam  des  lUmischen  küniga  hoUschaffl  und 
hetten  ob  100  pfezden,  oiich  aller  Eidgnossen  hotten^  on  Ury 
was  nit  uff  dem  tag;  und  waren  die  usz  dem  Giäwen  Pund 
euch  uff  dem  tag,  desz  glichen  von  Schäffhusen,  Sant  Gallen, 

&  Obern  Baden,  und  usz  anderen  irer  landtsohaffit,  ouoh  uff 
hundert.  Und  des  kiinigs  von  Franckriohs  bottschafft  kam 
ouch  dar. 

[119]  Aho  ward  der  krieg  gericht  zu  BaseP).  Und  was 
uff  die  selbe  zitt  burgermeister  zu  Basel  herr  Hartman  von 

10  Audio,  das  was  der  nüwe;  so  was  herr  Hans  Tmer  von 
Gilgenberg  alt  burgermeister'),  und  wolt  ir  keiner  zu  dem 
loblichen  ampt  des  fridens  kummen.  Darnach  bald  gaben  die 
rädt  der  statt  Basel  herr  Hans  Ymer  urlob  vom  burgermeister- 
ampt^).    So  nam  Herr  Hartman  selber  urlob;  er  sach  wol,  wie 

15  es  gon  wolt. 

[119]  Also  do   man  zalt    1499,  ungevorlichen    umb  s^^t^ 
Verenen  tag^),   wart  küng   Elogius  von    Franckrioh,    der   im 
nechsten  jor  vor  vorgenantem  jor  hertzog  zu  Orlyentz  gewesen 
was^),  bewegt  mit  macht  in  das  hertzogthumb  von  Meyland  ze 

2oziechen.  Und  als  der  hertzog^)  weich,  do  zoch  der  küng  von 
Franckrich  fiirsich  und  gewann  das  gantz  land  von  Meyland, 
stett  und  sohlosz  an  allen  enden  im  land,  necher  denn  in 
6  wuchen^);  und  besatzt  die  stett  und  schlosz  mit  sim  volck, 
mit  Frantzosen  ^),   und  nämlich  das  schlosz  Meyland  und  das 

«  sehlcK»  Nawerri  Als  er  nun  das  gant.  land  gewonnen  und 
besetzt  hatt,  zoch  er  wider  heym^^^). 

1)  Ueber  diesen  Friedenstag,  der  am  18.  Aug.  begann,  b.  Eidg.  Absch. 
m  1,  S.  630,  auch  Wurstisen  8.  493  und  B.  Chron.  V  323  ff. 

2)  Ben  Friedensyertrag,  yom  22.  Sept.  1499,  s.  Eidg.  Absch.  m  1, 
S.  758  ff. 

3)  Ueber  diese  beiden  s.  Heusler  S.  416  ff.,  und  über  Gilgenberg  ins- 
besondere s.  Vischer-Merian,  i.  d.  Beiträgen  XII  251  ff.  Sie  waren  mitein- 
ander verwandt  durch  Gilgenbergs  erste  Gemahlin,  Barbara  von  Andlau. 

4)  Wahrscheinlich  schon  im  Oct.  d.  J.;  s.  Ochs  IV  684  ff.  Er  zog 
hierauf  nach  Ensisheim;  s.  Beiträge  Xu  290. 

5)  Ende  August  sog  Ludwig  XII.  über  die  Alpen;  s.  Anshelm  IL  268ff. 

6)  Bevor  er  1498  König  wurde,  war  er  Henog  von  Orleans.  »Elogius« 
beruht  auf  Verwechslung  Ton  Loys  (Louis)  mit  Eloys. 

7)  Ludwig  Sfona. 

8)  Von  Ende  August  bis  zum  6.  Oet.,  wo  er  in  Mailand  einzog;  s. 
Anshelm  a.  a.  O. 

9)  Er  hatte  in  seinem  Heere  auch  Schotten  und  Eidgenossen;  s. 
Anshehn  n  270  ff. 

10)  Im  Dec.  1499;  s.  ebend. 


14  Schwabenkrieg. 

[119^]  Darnach  bald  bracht  der  herizog  van  Meyland  uff 
ob  10000  Eidgnossen  knecht^);  desz  glichen  zugent  im  alle 
die  fryen  knecht  usz  disen  landen^)  und  die  Welsohe  gard 
noch,  und  gab  er  eim  fuszknecht  5  guldin  den  monat.  Aho 
da  er  ein  grosz  volck  ze  rosz  und  ze  fusz  zewegen  bracht,  & 
zach  er  damit  in  sin  land  und  gewan  die  statt  Meyland'),  euch 
cUe  2  stett  Kum  und  Nawenen^),  und  sunst  ril  ander  statt 
und  Bchlftsser.  Doch  behielten  die  FraiUzoeen  das  achlcsz  zu 
Meyland  und  das  schlosz  zu  Nawerren  dozemalen  und  euch 
nftchhSr  all  zitt.  lo 

Also  in  mitler  zitt,  do  der  käng  von  Franckrich  vemam, 
das  sich  Meyland  wider  umbgeworffen  hatt  und  sich  wider  an 
den  hertzogen  ergeben,  do  macht  sich  der  küng  wider  uff  mit 
grosser  macht  ze  rosz  und  ze  fusz,  und  zoch  wider  gegen 
Meyland;  und  schickt  sin  bottschafft  zu  gemeinen  Eidgnossen  i5 
Von  ort  zu  ort,  und  bracht  eine  grosse  zal  Eidgnossen  uff,  ob 
12000  man  oder  mer,  und  zoch  wider  in  Meylandt  mit  macht. 
Und  in  der  zitt  beschachen  vil  Scharmützel  an  eim  und  am 
andern  ende,  aber  kein  grosse  Schlacht. 

Und  also  ward  der  kling  von  Franckrich  <^)  innen,  das  der  20 
hertzog  zu  Nawerren  in  der  statt  was  mit  grossem  volck,  vil 
fryer   knechten,   vil   Eidgnossen,   die   Welsche  gard   und  vil 
Betzen  %  und  mit  sim  eignen  volck  ein  grosse  zal,  und  hatten 
aber  nit  vil  zu  essen.     Das  wuszt  der  küng;  denn  er  hatte 
das  schlosz  stätigs  innen.    Also  machten  sich  des  küngs  houptlüt  25 
mit  macht  uff,  und  belegerten  die  statt  Nawerren,  und  fiengen 
an  zu  stürmen.  Und  was  des  Frantzosen  züg  in  nott  kommen, 
und  verlurent  vil  guter  lütt;  aber  sy  behielten  dennocht  das 
veld  mit  macht  ^).    Also  musten  sich  die  in  der  statt  ergeben, 
oder  sy  hetten  sunst  all  müssen  sterben;   denn  sy  hatten  nit  30 
spysz  zu  leben,  so  vil  volck  was  in  der  statt.     Und  uff  das 
seytten  die  Frantzosen:  sy  wfilten  die  Eidgenossen  knecht  ab 
lossen  ziechen  mit  irer  hab;  aber  [120]  was  der  fryen  knechten, 
oder  Welschen  garden  oder  Reizen  weren,  oder  ander,   die 


1)  Vgl.  Brennwidd  S.  579:  ob  5000,  und  Anshelm  11  282:  bi  6000. 

2)  Die  Landsknechte. 

3)  Am  5.  Februar  1500. 

4)  Como  und  Noyara. 

5)  Ludwig  Xn  war  nicht  persönlich  bei  diesem  Feldxuge. 

6)  Raizen,  d.  h.  Serben ,  dienten  als  Söldner,  seitdem  ihre  Heimat 
von  den  Türken  erobert  war. 

7)  D.  h.  sie  yertrieben  am  9.  April  die  Vertheidiger  aus  einem  Kloster, 
welches  vor  der  Stadt  lag;  s.  Brennwald  S.  5S7. 


1500.  15 

mftsten  all  aterben.  Also  gaben  die  Eidgenossen  den  Frantsosen 
die  antwoit:  »Das  well  goU  niemeimer,  das  wir  von  den  fryen 
kneehten  wychen;  denn  sy  sind  mit  uns  und  wir  mit  ynen 
in  dise  statt  kummen.     Also  wellen  wir  by  einander  sterben, 

soder  sy  mftssen  mit  uns  hinuss  kummen  mit  irer  hab,  wie 
wir!«  Und  uff  das  seytten  die  Frantiosen  das  selb  ynen  zu^), 
und  also  wart  Nawerren  dem  küng  von  Franckrich  übergeben^). 
Doch  wart  in  disem  abzieohen  vil  von  der  Welschen  gard, 
desK  glichen  von  Retzen  erstochen').     Der  Eidgenossen  knecht 

10  hatten  den  hertzogen  under  sich  gemischlet,  als  ob  er  ein 
ander  fuszknecht  wer,  gaben  im  ein  hallebarten  in  sin  hand. 
Do9k  80  ioart  er  von  den  Frantzosen  erkennt  und  gefangen^ 
gefbrt  gon  Leon^]. 


[119]  Der  anfang,  wie  und  worumb  ein  statt  Basel  ein 
IS  ort  der  Eidgenoschafft  ist  worden. 

Als  man  zalt  1499  jor  und  der  friden  gemacht  ward  zu  i4W 
Basel  zwuschen  dem   Bfimschen  kiing,  den   churfürsten  und 
den  stetten,  so  in  anhiengen  mit  dem  krieg  an  eim  teyl,  desz 
glichen  gemeiner  Eydtgnoschafilb  des  andern  teyls,  und  in  disem 

»fiiden  bestimpt  was  mit  uszgedingten  werten^):  dwyl  ein  statt 
von  Basel  mit  beden  teylen  in  vereyn  und  büntnusz,  und  still 
gesessen  were,  und  keim  teyl  hett  wellen  anhangen,  sunder 
ire  brieff  und  sigel  so  trüwUchen  gehalten  betten,  so  wölte 
kiinglich  majestet  und  churfürsten,  stett,  und  sin  anhang,  desz 

K  glichen  gemein  Eidgnoschafft  wolt,  das  ein  statt  von  Basel 
und  die  iren  in  disem  firiden  euch  begriffen  sin  selten,  und 
kiingliche  majestet  hett  ein  gut  benftgen  an  irem  stillsitzen, 
so  sy  gethon  betten.  Desz  hielt  sich  ein  statt  von  Basel  und 
die  yren;  es  wart  aber  übel  an  ynen  gehalten.    Denn  sobald 

7.  tb«rg»bflB  i.  d.  Hl.  corr.  mu:  wider  geben. 

1)  Auch  der  Welschen  Garde  wurde  freier  Absug  bewilligt,  nicht 
aber  den  Lombarden ;  s.  Brennwald  S.  588. 

2)  Am  10.  April. 

3)  VgL  Brennwald  S.  589,  sowie  auch  den  Brief  vom  15.  April  von 
Geofcey  Carles,  suerst  edirt  bei  Piollet,  Etüde  sur  Geoffirey  Carles,  und 
daraus  abgedr.  im  Anzeiger  f.  Schweia.  Gesch.  1884  S.  279  ff. 

4)  Von  Lyon  wurde  er  nach  Loches  in  der  Touraine  gebracht,  wo  er 
im  Gef&ngnisa  starb;  s.  Anshelm  11  300. 

5)  Vgl.  den  betreffenden  Artikel  des  Friedensvertrages,  Eidg.  Abech. 
m  1,  8.  761. 


16  Sehwabenkrieg. 

Yoibestimptei  &id  angenommen  wart,  do  wären  die  von  Basel 
nienenmer  sicher  usserthalb  der  statt,  und  in  der  Herrsohafft 
land  allenthalb:  [119^]  Man  beroupt  und  erstach  sy;  darnoch, 
wen  es  geschaoh,  so  wolts  nieman  gethon  haben.  Denn  sy 
wären  allenthalben  verhaszt,  und  sang  man  schentliche  lieder  & 
von  ynen,  die  unohristenlichen  und  unmanlichen  waren. 

Es  waren  ouoh  12  knecht  zu  Rynfelden,  die  hatten  ettlich 
▼on  Basel  erstochen  im  friden.  Aber  dennocht  ward  es  noch- 
gelassen von  einer  statt  Basel,  umb  fridens  willen,  und  wart 
betragen  zu  Rynfelden  und  gericht,  und  darumb  brieff  und  lo 
sigel  uffgericht^).  Des  hielt  sich  ein  statt  von  Basel;  es  mocht 
aber  alles  nitt  gehelffen.  über  allen  semlichen  friden  wurden 
die  7on  Basel  von  ettlichen  usz  der  statt  Seckingen  gefangen, 
ynen  das  ir  genommen,  geschetst  und  übel  gehandlet ^).  Also, 
wiewol  man  denen  von  Basel  vil  zuseyt  und  schreib,  man  i» 
wolt  sy  straffen,  dennocht  enthielt  man  sy  zu  Rynfelden  und 
allenthalben  in  der  Herrschajflft  lande,  wo  es  was^').  Solche 
deren  von  Basel  nott  weret  mer  denn  2  gantzer  jären  lang^). 

Febr  [^^^]  ^^^  ™^^  ^^  ^^^^  j^  ^°^^  faszuacht^),  do  wart  ein 

statt  von  Basel  zu  radt;  ir  treffliche  bottschaffb  ze  gemeinen  20 
Eidgnossen  gon  Zürich  uff  den  tag,  so  dozemäl  do  gehalten 
ward,  ze  schicken.  Und  waren  disz  die  hotten  mit  nammen: 
Lienhart  Grieb,  Hans  Hiltbrand,  Walter  Hämischer^);  welchen 
befolhen  wart  an  gemeine  Eidgnossen  ze  bringen:  Dem- 
nach und  ynen  wol  wissen,  ein  statt  von  Basel  in  den  ge-  25 
machten  friden  beschlossen  wer,  würden  sy  nit  destminder 
beroupt,  erstochen  und  erschlagen,  und  wolts  doch  nieman  ge- 
thon haben,  und  begerten  desz  iren  trüwen  rädt 

Uff  semlichs  seytten  gmein  Eydtgnossen:  So  ferr  es  einer 
stat  von  Basel  gelegen  wer,  so  weiten  sy  von  allen  orten  ir  30 
M&n  21  bottschafit  uff  mittfasten  zu  Basel  haben,  und  mit  einer  statt 

1)  Biesen  Vertrag  s.  im  St  Archiv,  St&dt.  Urkunden  1499  Sept.  26. 

2)  N&heres  8.  bei  Ochs  IV  709,  wo  jedoch  statt  Seckingen  Rheinfelden 
genannt  wird. 

3)  Ueber  weitere  Gewaltthaten^  1.  J.  1501,  b.  ebend.  S.  742  ff.,  femer 
Brennwald  S.  597. 

4)  D.  h.  bis  sum  Sommer  1501,  wo  der  Bund  mit  den  Eidgenossen 
geschlossen  wurde. 

5)  Die  eidgenössische  Tagsatsung,  an  welche  diese  Botschaft  abge- 
ordnet wurde,  begann  in  Zürich  am  15.  Febr.;  s.  Eidg.  Absch.  in  2,  S. 99* 

6)  Der  Achtbürger  L.  Orieb  d.  ältere  war  1484  Oberstsunftner  ge- 
wesen; Hans  Hiltbrand  war  Zunftmeister  zum  Bftren,  und  W.  Harnisch 
Rathsherr  der  Metsgersunft. 


1501.  17 

von  Basel  led  haben  und  so  vil  verschaffen,  das  villicht  die 
yren  hinfiir  sicher  wurden  sin.  Das  wart  zugeseit  von  den 
botten,  usz  bevelch  eins  grossen  und  kleinen  rädts  von  Basel. 

Also  uff  mittvasten   kamen  die  Eidgnossen   gon  Basel  ^),  Kiri  21 

5  und  ward  ynen  vil  zucht  und  eer  bewisen,  und  kam  man  in 
red  und  in  geschrift.     Solichs  namen  die  Eidtgnossen  hinder 
sich  zu  bringen;  und  wart  deszhalb  aber  ein  ander  tag  gon 
Lutsern  angesetzt  uff  die  pfingstfürtag^),  von  gemeiner  Eydt-  (Jimi  2) 
gnoechaffty  wytter  mit  einer  statt  von  Basel  red  zu  halten  dber 

to  büntnusz  halben. 

Also  uff  vorgesetzte  zitt  wurden  von  der  statt  Basel  wegen 
gon  Lutzem  geschickt  dise  naohgeschriben  hotten:  junckher 
Peter  Offenburger  oberister  zunfitmeister '),  Niolaus  Bysz  alter 
znnflftTneister^),  Hans  Hiltbrand,  Walther  Uarnischer,  mit  vollem 

IS  gewalt  zu  handien  in  der  verbüntnüsz,  die  artickel  ze  minderen 
und  zu  meeren,  noch  irem  guten  bedunoken  der  statt  Basel 
halb,  doch  das  ein  statt  Basel  wolt  und  solt  ein  ort  der  Eyd- 
gnoschafit  geheyssen  sin  in  lieb  und  in  leyd,  und  by  ynen 
sitzen  als  ein  ander  ort,  euch  was  sich  nun  hinfürer,  begeben 

20  mdcht  noch  dato  des  büntnuszbrieffs,  glych  macht  und  gewalt 
haben  s51te  und  m&chte,  nüts  uszgenommen,  wie  ein  ander 
ort  der  Eydgnoschafft.  Uff  disem  tag  wart  vil  gehandlet, 
ettlich  artickel  gemindert  und  gemeert.  Yedoch  zu  letst  sachent 
die  8  ort  an  ^  das  die  von  Basel  sich  so  erlichen  und  redlichen 

3s  m  zUt  des  krieges  gehalten  hatten^  und  nament  sy  uff  zu  einem 
ewigen  ort.  Und  wart  solichs  verbriefft  und  beschlossen  zu 
Lutzem  uff  sant  Medardus  tag  umb  die  5.  stund  ^).  Juni  s 

Nachdem  alle  ding  und  Sachen  von  beden  parthyen  be- 
schlossen und  zugeseyt,  ward  ein  tag  angesetzt  gon  Basel,  das ' 


1)  Ueber  diesen  Tag  zu  Basel,  vom  21.  M&rz,  s.  Eidg.  Abseh.  III  2, 
S.  105. 

2)  Auf  Mittwoch  nach  Pfingsten  (2.  Juni).  Diese  Tagsatiung  in  Lu- 
xem, deren  Abschied  verloren  ist,  wurde  nicht  am  21.  Man  verabredet, 
sondern  erst  auf  einem  späteren  Tage  zu  Basel,  der  bis  zum  19.  Mai 
währte;  s.  Eidg.  Absch.  lU  2,  S.  117 ff.  Zudem  übergeht  der  Verf.  die 
daswischen  gehaltenen  Tage  zu  Luzem  und  Schwyz,  vom  19.  u.  28.  April, 
auf  welchen  ebenfalls  in  dieser  Sache  unterhandelt  wurde;  s.  ebend.  S.  109 ff. 

3)  Der  spätere  BOrgermeister ;  über  ihn  s.  B.  Chron.  V  309,  A.  2, 
auch  unten  S.  19. 

4)  N.  Busch,  der  frühere  Stadtsohreiber.  Die  Schreibung  »Rysz« 
entspricht  der  mundartlichen  Aussprache. 

5)  An  diesem  Tage  (8.  Juni)  erfolgte  der  endgiltige  Besohluss.  Der 
ausgefertigte  Bundesbrief  jedoch  trägt  das  Datum  des  9.  Juni;  s.  Eidg. 
Absch.  ni  2,  S.  120  ff.  und  ebend.  S.  1291  ff.  den  Worthiut  der  Urkunde. 

Baaler  Gironikett.    YI.  2 


18  Sohwabenkrieg. 

die  Eidgnossen  mit  ToUem,  gewalt  solten  kummen,  und  solt 
ein  statt  von  Basel  und  ir  buigei  ynen  die  büntnuss  schweren. 
Dess  glychen  so  solten  die  Eydgnossen  einer  statt  von  Basel 
und  den  yren  oueh  schweren.  Diss  geschach,  wie  hernach 
stott  1).  & 

Juli  13  Als  man  salt  1501  jar  uff  sant  keyser  Heinrichs  tag  hat 
ein  statt  von  Basel  bevolhen  ein  löblich  ampt  su  haben  im 
miinster,  gott  dem  allmechtigen  su  lob  und  eer;  und  waren 
hieby  gemeiner  Eydgnossen  bottschafiten'),  desz  glychen  bed 
rädty  nüw  und  alt,  der  statt  Basel.  Darnach  giengen  die  Eid-  lo 
gnossen  mit  den  rädten  herab  [121^]  an  den  Kornmerckt  uff 
ein  brüge,  was  gemacht  von  der  Wynlütten  husi  an  biss  an  das 
husz  cum  Hasen').  Und  gieng  die  brüge  uff  dem  Kornmerckt 
bisz  über  das  grSblin^);  daruff  stunden  die  Eidgnossen  und 
bed  rädt  von  Basel.  Und  uff  dem  merckt^)  stunden  die  i5 
gemein,  und  burgers  sün,  was  über  14  jor  alt  was,  und  uss 
den  ämptern  die  v&gt  und  die  aroptlüt,  pfleger  etc.*). 

Und  also  ward  der  büntnussbrieff  gelesen,  und  schwur 
ein  statt  Basel  gemeinen  Eydtgnossen,  disen  eewigen  bundt 
ze  halten.  Und  gab  der  burgermeister  von  Zürich,  hiess» 
Heinrich  Rösch  7),  ynen  den  eyd.  Und  do  ein  statt  Basel 
mit  sampt  den  yren  geschworen  hatt,  do  gab  der  stathalter 
junckher  Peter  Offenburg  ^)  gemeinen  Eidgnossen  ouch  den 
eyd;  den  schwuren  sy  ouch.  Und  do  uff  beiden  teylen  ge- 
schworen was,  do  fieng  man  an  zu  lütten  mit  der  rätsglocken,  » 
und  mit  allen  glocken  in  der  statt,  in  allen  kilchen  und 
closteren,  und  lutt  man  £roid  überal. 

Und  also  fürt  man  gemein  Eidgnossen  zum  Brunnen,  und 
•  bed  rädt  von  Basel,  und  assend  do  by  eynander  zu  imbisz  und 


1)  Ueber  den  hier  folgenden  BundeMchwur  vgl.  B.  Chron.  V  324, 
auch  Brennwald  S.  597.  Ueber  die  periodische  Erneuerung  des  Schwurs 
s.  B.  Chron.  IV  88  ff.  und  unten  den  Anonymus  bei  Schnitt,  s.  J.  1526. 

2)  Ihre  Namen  s.  bei  Wurstisen,  S.  497. 

3)  S.  B.  Chron.  V  324,  A.  3. 

4)  Vermuthlich  die  Rinne,  welche  die  Fahrstrasse  iwischen  der  Freien 
Strasse  und  Sporrengasse  vom  übrigen  Marktplatz  trennte.  Die  Bühne 
nahm  also  diese  Fahrstrasse  ein. 

5)  D.  h.  auf  dem  ganzen  Platz,  soweit  ihn  die  Bühne  f^ei  Hess. 

6)  Also  die  gesanmite  Bürgerschaft,  vom  14.  Jahr  an,  sammt  den 
Amtleuten  des  Landgebietes. 

7)  H.  Röist. 

8)  Vorher  Oberstzunftmeister,  war  er  bei  der  diessj ihrigen  Raths- 
wahl  in  Ermanglung  eines  wirklichen  Bürgermeisters  zum  Statthalter  des 
Bürgermeisterthums  ernannt  worden;  s.  Heusler  S.  417. 


1503.     1504.  19 

SU   nacht   mit  giOBsen   firoiden.     Und   nam  man  von   nieman 
keyn  ürtten;  ein  ladt  von  Basel  bezalt  es  alles  ^), 

Anno  1503  jar  zugent  gemein  Eidgnoeeen  für  Luggarw^),  i503 
Also  zoch  ouch  ein  statt  von  Basel  usz  mit  600  mannen,  und 

s  was  oberster  houptman  junckher  Peter  Offenburger  und  Friderich 
Hartman'),  und  ward  ein  mechtige  letzen  gewunnen  von  den 
Eidgnossen  dem  selben  land  ab^).  Aho  ward  die  each  gericht% 
und  wurden  die  capitel  wider  uffgericht  des  zols  hidb<^),  das 
gemein  Eidgnossen  mit  sampt  denen  von  Bellents  irj  selten 

10  wandlen   im   land  von  Meyland,   noch  lut   der   berichtbrieff. 
Und  uff  das  zoch  yederman  wider  heym  mit  froiden. 

Anno   1504  j&r  hielten  die  Eidgnossen  von  den  12  orten  1604 
ein  fasznacht  zu  Basel  mit  yren  12  zeychen  und  farwen,  was 
lustlich  ze  sechen^). 

12.  Hfl.  yn  orten,  tUtt  JH. 

1)  Die  diessbesüglichen  Ausgaben  8.  in  der  Fronfastenreclmung  von 
1501,  abgedr.  bei  Thommen,  Der  Basier  Bundesbrief,  S.  25  ff. 

2)  Ueber  diesen  Zug  nach  Locamo  vgl.  unten  Ertiberg  u.  Adelberg 
Meyer,  s.  J.  1503.  —  Das  hier  Folgende,  bis  »land  ab«,  findet  sich  wört- 
lich auch  in  der  Beinheimisohen  Hs.  Bl.  193^;  ygl.  unten  Beilage  11  sur 
Chronik  der  Mailänderkriege. 

3)  Offenburg  war  seit  Juni  1502  Bürgermeister,  und  Hartmann  Alt- 
Oberstsunftmeister. 

4)  Ueber  diese  Letie,  am  Langensee  oberhalb  Locamo,  s.  Wurstisen 
S.  499.  W&hrend  die  Basler  am  14.  Man  aussogen,  wurde  diese  Ver- 
schanzung schon  Yor  dem  20.  Man  erobert;  s.  den  Brief  Basels  an  seine 
Hauptleute  im  Felde,  vom  22.  Mftrs,  im  Missivenb.  XXH  113. 

5)  Im  Friedensvertrag  von  Arona,  vom  11.  April  1503;  s.  Eidg. 
Absch.  m  2,  S.  1305  ff. 

6)  Das  alte  mit  Mailand  geschlossene  sog.  Capitulat  wurde  erneuert; 
s.  ebend.  8.  224  u.  1308  ff. 

7)  Dieser  Besuch  w&hrte  Yon  Sonntag  dem  21.  bis  Donnerstag  den 
25.  Januar;  s.  Näheres  bei  Edlibach  S.  237  ff.,  der  jedoch  die  irrige  Jahr- 
sahl  1503  hat 


n. 


Die 


Anonyme  Chronik  der  Mailänderkriege. 


1507—1516. 


Einleitung. 


Die  bb  1504  reichende  Chronik  de«  Sohwabenkrieges, 
deren  Bruchstücke  über  den  leisten  Theil  von  Berlingers  Etterlin 
als  Zusätze  zerstreut  sind,  ist  nicht  so  umfangreich,  dass  die 
betreffenden  Blattränder  damit  ausgefüllt  wären.     Der  haus- 

5  hälterische  Berlinger  benützte  daher  jeden  noch  frei  gebliebenen 
Kaum  zu  weiteren  Eintragungen,  imd  so  finden  wir  s.  Th.  auf 
denselben  Blättern,  welche  diese  Beschreibung  des  Sohwaben- 
kri^es  enthalten,  noch  weitere,  von  1507  bis  1537  reichende 
Auüseichnungen.    Im  Gegensatz  zur  genannten  Chronik  finden 

10  sich  jedoch  diese  auch  in  der  Beinheimischen  Hs.  ^),  und 
ausserdem  ist  uns  ihre  zweite  Hälfte,  von  1518  an,  noch  in 
einer  dritten  Hs.  erhalten,  nämlich  in  einer  umfangreichen 
Compilation,  welche  um  1537  von  dem  Basler  Maler  Konrad 
Schnitt  gefertigt  wurde').     Wie  wir  nun  später   noch  sehen 

»  werden,  so  ist  diese  mit  1518  beginnende  zweite  EQUfte  nichts 
andres  als  die  bisher  verloren  g^laubte  Chronik  des  genannten 
Bfalers'].  Es  .tritt  uns  daher  vor  allem  die  Frage  entgegen, 
ob  nicht  auch  der  erste  Theil  der  vorliegenden  Aufieeichnungen, 
schon  von   1507  an,  als  das  Werk    Konrad  Schnitts  zu  be- 

30  trachten  sei. 

Ein  greifbarer  unterschied  zwischen  diesem  ersten  und  dem  ^"^|^^^ 
zweiten  Theil  ist  weder  in  sprachlicher  Hinsicht  noch  in  der  Be-  g^^^ 
handlnng  des  Stoffes  nachzuweisen,  und  wenn  an  zwei  Stellen 
Angehörige  von  Constanz  in  auffalliger  Weise  erwähnt  werden^), 

s  so  werden  wir  unwillkürlich  daran  erinnert,  dass  auch  Schnitt 
aus  dieser  Stadt  gebürtig  war.  Nicht  minder  stimmt  es  zu 
seiner  Eigenschaft  als  Heraldiker  ^),  wenn  beim  Zuge  von  1513 

1)  S.  B.  Chron.  V  450  u.  458.     Die  Beinheimisehe  Hs.,  frflher  ohne 
Signator,  ist  jetst  H  1 1  signirt 

2)  Ueber  diese  Hs.,  jetzt  Cod.  S  2  der  Vaterländischen  BibUothek  in 
Basel,  s.  unten  Beüage  I  zu  Schnitts  Chronik. 

3)  8.  unten  die  Einleitung  zu  Schnitte  Chronik. 

4)  Beim  Pavierzug  von  1512  und  beim  Dijonerzuge  von  1513;  s.  unten. 

5)  Hieraber  a.  unten  die  Einleitung  zu  Schnitte  Chronik. 


24  Mail&nderkriege. 

gegen  Dijon  alle  Fahnen  und  Fähnlein  beschrieben  werden, 
welche  man  damals  durch  Basel  ziehen  sah.  So  deutlich  nun 
diese  Merkmale  auf  ihn  su  weisen  scheinen,  so  dürfen  wir 
doch  andrerseits  nicht  übersehen,  dass  schon  in  diesem  ersten 
Theil  unverkennbar  ein  in  Basel  lebender  Zeitgenosse  berichtet^  «*> 
was  er  damals  gesehen  und  gehört  hatte.  Zudem  lässt  s.  B. 
die  Erzählung  der  Gesandtschaften  von  1512  nach  Venedig, 
Rom  und  Mailand  nur  auf  einen  VerGEtsser  schliessen,  welcher 
entweder  selber  dem  Bath  angehörte  oder  doch  wenigstens 
mit  einzelnen  Bathsgliedern  persönlich  verkehrte.  Von  Schnitt  lo 
aber  wissen  wir  nur,  dass  er  erst  1519  in  Basel  in  eine  Zunft 
aufgenommen  wurde.  Vorher  also,  um  1512,  kann  er  hier 
wohl  nur  als  Malergeselle  gelebt  haben,  obschon  er  später  zu 
Ehren  und  Ansehen  gelangte  und  1530  Zunftmeister  wurde  ^). 

Noch  zweifelhafter  erscheint  jedoch  Schnitts  Autorschaft  \h 
hauptsächlich  dadurch,   dass  in  jener  schon  erwähnten,   von 
seiner   Hand   geschriebenen   Compilation    von    diesem   ersten 
Theile,  bis  1516,  auch  nicht  die  mindeste  Spur  zu  entdecken 
ist     Wohl  sind  die  Feldzüge  jener  kriegerischen  Jahre  audi 
dort  verzeichnet,  jedoch  nach  einer  andern,  viel  kürzern  Quelle,  20 
die  uns  auch  bei  Cosmas  Ertzberg  noch  erhalten  ist  2).    Wenn 
wir  nun  beachten,  wie  Schnitt  in  dieser  Compilation  sich  be- 
mühte, die  theilweise  unbestimmten  Daten  dieser  seiner  Quelle 
zu  ergänzen,  indem  er  einige  dürftige  Notizen  aus  dem  Rothen 
Buche  seiner  Zunft  herbeizogt],  so  dürfen  wir  hieraus  wohl  25 
mit  Sicherheit  schliessen,   dass  er  die  vorliegenden  Aufzeich- 
nungen von  1507 — 1516  jedenfalls  benutzt  hätte,  wenn  sie  ihm 
irgendwie    bekannt    gewesen    wären.      Diese    gehörten    also 
niemals  zu  seiner  Chronik,  sondern  sie  sind  das  Werk  eines 
unbekannten  Verfassers,  welcher  zwar  ebenfalls,  wie  Schnitt,  30 
einen  ausgesprochen  Sinn  für   Heraldik  und    vielleicht   auch 
irgendwelche  Beziehung  zur  Gegend  am  Bodensee  hatte,  der 
aber  schon  um  1512  mit  Basels  regierenden  Kreisen  verkehrte 
und  überhaupt  einer  altem  Generation  angehörte  als  Schnitt. 
Immerhin  bleibt  dieser  Verfasser  für  uns  ein  Unbekannter,  und  33 
so  müssen  wir  uns  bescheiden,  sein  Werk  nur  allgemein  nach 
seinem  Hauptinhalte  als   »Anonyme  Chronik  der  Mailänder- 
kriege« zu  bezeichnen. 

Die  Erzählung  dieser  Kriege  und  der  damit  verbundenen 
Unterhandlungen  reicht  bis  zum  Abschluss  des  ewigen  Friedens  40 

1)  S.  unten  die  Einleitung  zu  Schnitts  Chronik. 
2]  S.  unten  Beilage  I  2u  Schnitts  Chronik 
3)  S.  ebencL 


Einleitung.  2Ö 

mit  Fxankieioh,  also  bb  1516,  und  hieran  sohliesst  sioh  noch 
dei  Bund  von  1515  mit  Mülhausen.  Was  nun  weiter  folgt, 
handelt  Ton  der  Beformation  und  findet  sich  grössten  Theils 
aucsh  in  Sohnitts  Compilation.  Wir  dürfen  daher  den  Abschnitt 

»  vom  Bunde  mit  Mülhausen  wohl  als  den  Schluss  dieser  Anonymen 
Chronik  betrachten,  während  alles  Folgende  dem  Werke 
Konrad  Sohnitts  sucuweisen  ist 

In  der  Beinheimisohen  Hs.  nimmt  die  Anonyme  Chronik  Y*'^^ 
Bl.  200 — 216  ein,  während  sie  in  Berlingers  Etterlin  über  die  iciurifteiL 

(•Bänder  von  Bl.  99 — 112  und  59  vertheilt  ist^].  Diese  zwei 
Hss.,  die  wir  fortan  mit  B  und  £  beseichnen,  stimmen  nicht 
nur  im  Wortlaut  überein,  sondern  auch  in  der  Entstellung 
einzelner  Namen  und  Zahlen.  Sie  beruhen  mithin  auch  für 
diese  Chronik,  wie  für  andre,  auf  einer  gemeinsamen  Vorlage, 

»  welche  jedenfalls  nicht  die  Urschrift  des  Verfassers  war. 

Wohl  ähnlich  wie  mit  solchen  Schreibfehlern  mag  es  sich 
auch  mit  allen  jenen  Stellen  verhalten,  welche  in  beiden  Hss. 
in  EJammem  stehen.  In  den  meisten  Fällen  zwar  lassen  sich  diese 
Klammem  als  einfache  Interpunktionszeichen  auffassen,  welche 

20  Zwischensätze  umschliessen.  Doch  finden  sich  auch  einzelne 
solcher  Stellen,  die  wir  kaum  für  etwas  anders  halten  können 
als  für  nachträgliche  Zusätze:  so  z.  B.  wenn  z.  J.  1513  zur 
Stärke  des  vor  Dijon  versammelten  Heeres  bemerkt  wird: 
>oder  nach  ettlicher   cronicken   anzeigung    46000.«      In   der 

»gemeinsamen  Vorlage  von  B  und  E  —  oder  vielleicht  schon 
in  der  Urschrift  des  VerfEUsers  —  standen  derartige  Zusätze  wohl 
nur  am  Bande.  Berlinger  jedoch,  der  Schreiber  unsrer  beiden 
Hss.  2),  behielt  nicht  nur  aUe  Klammern  bei,  welche  in  seiner 
Vorlage   einzelne  Zwischensätze  umgaben,  sondern  er  unter- 

30  schied  durch  dasselbe  Zeichen  auch  alle  jene  Bandbemerkungen, 
die  er  bei  der  Abschrift  in  den  Text  hereinzog.  Die  ursprüng- 
lichen Zwischensätze  und  die  Bandbemerkungen  sind  daher 
in  den  beiden  Hss.  äusserlich  nicht  mehr  zu  unterscheiden,  und 
so  erscheint  es  rathsam,  auf  eine  solche  Ausscheidung  über- 

3s  hanpt  zu  verzichten.  Wir  behalten  daher  diese  eingeklammerten 
Stellen  im  Text  alle  bei,  wie  die  beiden  Hss.  sie  haben. 

Stimmt  nun  im  Granzen  der  Text  der  beiden  Hss.  genau 
überein,  so  bemerken  wir  immerhin  in  E  verschiedene  Stellen, 
welche  in  B  fehlen.    Erscheint  demnach  der  Text  der  letztem 

mHs.   theilweise  gekürzt,  so  dürfen  wir  wohl  daran  erinnern, 

1)  Auf  Bl.  59  steht  einzig  die  Winterkftlte  Yon  1514,  als  Zusati  zu 
Etteriins  Bericht  über  den  strengen  Winter  von  1408. . 

2)  S.  B.  Chron.  V  442  u.  456. 


26  Mail&nderkriege. 

dass  dieselbe  im  Auftrage  des  BiiigermeiBters  Adelberg  Meyer 
gefertigt  wurde  ^),  der  also  Kürsungen  vorschreiben  konnte, 
während  für  E  eine  derartige  Beschränkung  nicht  vorhanden 
war.  In  der  Tbat  erscheint  es  sehr  b^eifUch,  wenn  Meyer 
im  reformierten  Basel  es  für  überflüssig  hielt,  in  seinem  Buche  ^ 
die  seither  werthlos  gewordenen  Privilegien  au&uzählen,  welche 
die  Stadt  1512  von  Papst  Julius  IE.  erlangt  hatte,  und  ebenso, 
wenn  er  beim  Feldzuge  von  1515  sich  mit  Nennung  der 
Hauptleute  begnügte  und  die  Namen  der  übrigen  Kriegs- 
beamten überging.  Noch  weniger  kann  es  befremden,  wenn  to 
er  kurz  darüber  hinweg  gieng,  auf  welche  Weise  1516  auch 
Basel  zur  Annahme  des  schimpflichen  Friedens  mit  Frankreich 
gebracht  wurde.  Wir  haben  somit  keinen  Grund,  derartig 
Stellen,  weil  sie  in  B  fehlen,  in  E  als  spätere  Zuthaten 
aufiEufassen.  is 

Ausser  diesen  zerstreuten  Stellen,  deren  ursprüngliche 
Zugehörigkeit  sich  kaum  bezweifeln  lässt,  bemerken  wir  in  £ 
auch  eine  Gruppe  von  4  Abschnitten,  welche  zwischen  die 
Ereignisse  von  1513  und  1514  eingeschaltet  sind,  aber  in  B 
gänzlich  fehlen.  Jeder  derselben  handelt  von  Bauernunruhen,  ^ 
und  zwar  die  drei  ersten  von  den  Aufständen  von  1514  in 
Würtenberg,  Solothurn  und  Bufach,  der  vierte  hingegen  vom 
AuÜBtande  von  1513  im  Breisgau.  Dieser  letztere  Abschnitt 
ist  nun  allerdings  nichts  andres  als  die  bekannte,  von  Pamphilus 
Gengenbaoh  gleich  nach  dem  Ereigniss  verfasste  imd  im  Druck  s 
verbreitete  Erzählung  dieser  Begebenheit^).  Er  ÜEmd  also  in 
E  seine  Stelle  hinter  den  Aufständen  von  1514  wohl  nur 
deshalb,  weil  er  einen  ähnlichen  Gegenstand  behandelte.  Die 
3  vorausgehenden  Abschnitte  hingegen  vermögen  wir  auf  keine 
bekannte  Quelle  zurückzuführen,  und  ebensowenig  bemerken  m 
wir  beim  Vergleich  mit  dem  sonstigen  Inhalte  der  vorliegenden 
Chronik  irgendwelche  greifbare  Verschiedenheit.  Wir  stehen 
daher  nicht  an,  diese  3  Abschnitte  als  einen  ächten  Bestand- 
theil  dieser  Chronik  zu  betrachten,  obschon  wir  die  Gründe 
nicht  kennen,  weshalb  sie  in  B  gänzlich  übergangen  wurden,  ss 

Unter  den  oben  erwähnten  Zusätzen  in  Klammem 
ist  es  gerade  der  umfangreichste,  welcher  in  B  fehlt  und 
einzig  in  E  sich  findet.  Derselbe  handelt  von  den  Unruhen, 
welche  1513  in  der  Eidgenossenschaft  durch  den  keines- 
wegs  grundlosen   Verdacht  &anzösischer   Bestechung  hervor- 40 

1)  S.  B.  Chron.  V  452. 

2)  Vgl.  E,  BL  108b— 110,  mit  dem  alten  Druck  oder  mit  Gödeckes 
Gengenbaoh  S.  28  ff. 


Einleitung.  27 

gerufen  wurden.    Da  er  jedoch  schon  durch  seinen  Umfang 
den  Zusammenhang  des  ursprünglichen  Textes  der  Chronik  in 
sehr  fühlbarer  Weise  stört,  so  scheiden  wir  ihn  aus  und  ver- 
weisen ihn  unter  die  Beilagen^], 
d         Wiewohl   diese    Chronik   mit  dem   Mülhauserbunde   von      Eni- 

1515  sohliesst,  so  kann  sie  ihre  jetiige  Gestalt  doch  frühestens      seit 
um    1522    erhalten    haben.      Denn    in    der    Ertiihlung    vom 
würtembergischen  Bauernaufstände    von    1514,  die  uns  aller- 
dings nur  in  der  Hs.  E  erhalten  ist,  wird  noch  die  Zuweisung 

10  Wärtenbergs  durch  Karl  V.  an  seinen  Bruder  Ferdinand  er- 
wähnt, welche  erst  1522  erfolgte.  Zugleich  aber  nöthigt  uns 
%.  B.  die  genaue  AuMhlung  aller  im  August  1513  durch 
Basel  gesogenen  Kriegsschaaren  su  der  Annahme,  dass  der 
Verfasser  schon  damals  sich  seine  Notizen  gemacht  habe,  die 

15  er  dann  ein  Jahrzehnt  später  in   seinem  Werke  verwerthete. 
Da  die  Chronik   mit  dem    Jahre   1507    beginnt,  so  darf 
wohl    gefragt    werden,    ob    sie    nicht   ursprünglich    als    eine 
baslerische  Fortsetzung   zur  gedruckten  und  damals  weit  ver- 
breiteten Chronik   Etterlins  gemeint  war.     In  der  That  zeigt 

20  z.  B.  der  Abschnitt  vom  Mülhauserbunde  gewisse  stylistische 
Anklänge  an  das  Werk  dieses  eidgenössischen  Chronisten. 
Andrerseits  aber  spricht  gegen  diese  Annahme  schon  der  Um- 
stand, dass  z.  B.  die  1513  erfolgte  Aufnahme  Appenzells  als 
dreizehnter  Ort  der  Eidgenossenschaft  hier  mit    keiner  Sylbe 

25  ermhnt  wird. 

Schon  oben   sahen  wir,   dass   der   unbekannte   Verfasser,  v«rfu6er. 
gleich   dem   Maler   Schnitt,    einen   ausgesprochenen  Sinn  für 
Heraldik   zeigt,  sowie  auch  einige  Kenntniss  von  Land  und 
Leuten  am  Bodensee  ^).    Weiter  lassen  uns  seine  Bemerkungen 

30  über  die  päpstlichen  Geschenke  von  1512  vermuthen,  dass  in 
Zürich  und  Einsiedeln,  wo  sie  aufbewahrt  wurden,  er  selber 
sie  nachher  gesehen  habe.  Dagegen  zeigt  uns  sein  Bericht 
über  den  Durchzug  der  Eidgenossen  von  1513  durch  Basel, 
dass  er  z.  B.  im  Gebiete  von  Luzem  sehr  wenig  bewandert  war. 

3&  Hinsichtlich  seiner  Gesinnung  aber  lassen  seine  Äusserungen 
über  den  Genueserzug  von   1507  und  über  den  Frieden  von 

1516  keinen  Zweifel  darüber,  dass  er  ein  entschiedener  Gegner 
Frankreichs  und  seiner  Jahrgelder  war.  Er  war  also  möglicher- 
weise einer  jener  eilf  Rathsherm  und  Sechser,  welche  nachher, 

40  d.  h.  1521,  den  auf  sie  entfallenden  Antheil  an  den  französi- 

1)  S.  unten  Beflage  I. 

2)  Vgl.  oben  S.  23. 


28  Mailftnderkri^^. 

sohen  Jahrgeldem  surück wiesen  und  dadurch  den    Unwillen 
dei  vom  fremden  Grolde  geblendeten  Mehrheit  sich  zuzogen^). 
Doch  fehlt  uns  bis  jetzt  jeder  Anhaltspunkt,  um  diese  M^lioh- 
keit  irgendwie  zur  Gewissheit  zu  erheben. 
^v  h^ri^'         Wiewohl  nun  diese  Chronik  namentlich  in  Bezug  auf  die  s 
Benfitcnng.  diplomatischen  Unterhandlungen  nicht  immer  frei  ist  Ton  Irr- 
thiimern,  so  bildet  sie  immerhin  für  die  zwei  ersten  Jahrzehnte 
des  XYI.  Jahrhunderts  eine  der  wichtigsten  baslerischen  Ge- 
schichtsquellen. Besonders  gilt  dies  für  die  italienischen  Feld- 
züge Ton  1512  und  1513,  über  welche  der  sog.  Fridolin  Ryffio 
schweigt^).      Doch    auch    über    das    Jahr    1515,    z.  B.    über 
Marignano,  werden   durch   die   vorliegende   Chronik   einzelne 
Irrthümer    Byffs    berichtigt').      Wie    der    ganze    Inhalt    der 
Beinheimischen  Hs.,  so  wurde  denn  auch  diese  Quelle  sowohl 
von  Wurstisen  in  seiner    1580    gedruckten    Baslerchronik  als  i5 
von   Ochs   in   seiner    Geschichte    der    Stadt   und   Landschaft 
Basel  verwerthet,  und  ebenso  finden  wir  einzelne  Stücke  aus 
ihr    in    Buxtorf- Falkeisens    1863    erschienenen    Baslerischen 
Stadt-  und  Landgeschichten  ^). 
Aiisg»i>«.         Der  vorliegenden  Ausgabe  dieser  Chronik  legen  wir  die  20 
Beinheimische    Hs.    zu    Grunde,    indem    wir   alle   diejenigen 
Stellen,   welche  nur  in  Berlingers  Etterlin  sich  finden,   durch 
eckige  Klammern  unterscheiden.     Die  ebenfalls  nur  dort  vor- 
handenen 3  Abschnitte   z.   Z.   1514  jedoch   lassen    wir   ohne 
Klammern,   setzen    aber    bei  jedem   derselben  vor  die  Über-» 
Schrift  ein  eingeklammertes  E.    Zudem  unterscheiden  sie  sich 
vom    übrigen   Texte    schon   sehr    bestimmt   durch   ihre   ganz 
andern    Blattzahlen   (107—108,    statt    200—216).      Alle  jene 
Zwischensätze  sodann,   welche  in  beiden  Hss.   eingeklammert 
sind,  bezeichnen  wir  mit  runden  Klammern.  30 

Die  Überschriften,  die  in  beiden  Hss.  über  jedem  Ab- 
schnitt stehen,  behalten  wir  bei,  obschon  sie  schwerlich  aus 
der  Urschrift  des  Verfassers  stammen,  sondern  wohl  eher  erst 
von  Betlinger.  Hingegen  geben  wir  die  in  der  Beinheimischen 
Hs.  durchweg  in  Worten  ausgeschriebenen  Zahlen  auch  hier,  ss 
wie  in  frühern  Fällen,  einfach  in  Ziffern, und  zwar  in  arabischen^). 

1)  ß.  B.  Chron.  I  214. 

2)  8.  B.  Chron.  I  20  ff. 

3)  Vgl  unten  den  Text  s.  J.  1515  mit  B.  Chron.  I  21  ff. 

4)  Buxtorf  kannte  sie  nur  aus  Berlingers  Etterlin,  den  er  bald  als 
»Handschrift  ohne  Namen  des  Chronisten«,  bald  als  >Chronik  ohne  Namen« 
oder  > Anonyme  Chronik«  citirt;  s.  ebend.  1 19  ff. 

5)  S.  B.  Chron.  V  345. 


Einleitung.  29 

Die  den  beiden  Hss.  gemeinsamen  Entstellungen  von  Zahlen 
und  Wörtern  behalten  wir,  soweit  sie  auf  einem  Irrthum  oder 
Missverständniss  des  Verüassers  zu  beruhen  scheinen,  im  Texte 
bei.     Diejenigen  hingegen,   welche  offenbar  nur  durch  einen 

^Lesefehler  des  Abschreibers  entstanden  sind,  verweisen  wir 
unter  die  Varianten.  Hinsichtlich  der  Rechtschreibung  gilt 
auch  für  diese  Chronik  genau  dasselbe,  was  schon  oben  sur 
Chronik  des  Schwabenkrieges  bemerkt  wurde  ^]. 

Als  Beilage   lassen  wir   zunächst  einen   amtlichen,   doch  Beilagen. 

10  leider  unvollendeten  Bericht  über  den  Dijoner  Zug  von  1513 
folgen,  der  uns  im  Staatsarchiv  noch  erhalten  ist  ^),*  und  diesem 
fogen  wir  den  oben  erwähnten,  an  diesen  Zug  anknüpfenden  Zu- 
satz in  Berlingers  Etterlin  noch  bei^}.  Sodann  aber  sahen  wir 
schon  früher,  dass  unserer  Chronik  in  der  Beinheimischen  Hs. 

»auf  BI.  193^ — 199  eine  Reihe  von  Abschnitten  vorausgeht,  von 
welchen  mehrere  aus  noch  vorhandenen  Rathsbüchem  stammen, 
während  die  übrigen  unbekannten  Ursprungs  sind^).  Die  Auf- 
zeichnungen letzterer  Art  betreffen  die  Jahre  1489  bis  1531, 
und  da  wenigstens  der  umfangreichste  von  ihnen,  z.  J.  1512, 

tt  einige  Ergänzungen  zum  Inhalt  der  vorliegenden  Chronik  bietet, 
so  mag  dieser  Umstand  es  einigermassen  rechtfertigen,  wenn 
wir  sie  alle  —  soweit  sie  nicht  in  andern  Hss.  besser  erhalten 
sind  —  als  zweite  Beilage  hier  folgen  lassen. 

1)  S.  oben  S.  4. 

2)  Im  Bd.  St  91  (10). 

3)  S.  oben  S.  26. 

4)  S.  B.  Chion.  V  448  £f. 


[200]  Von  einem  sug  gon  Gennow. 

1507  Im  1507  j&r  schickt  man  von  allen  filtern  der  Eidgnoschafft 
lüt  usz,  und  gab  ein  yeoklichs  ort,  nachdem  es  vermocht. 
Also  schickten  die  von  Basel  500  man^),  deren  houptman 
was  herr  Hans  Kilchman^],  und  Jacob  Meyer,  oder  den  man  » 
nampt  zum  Hasen,  fänrich^);  zugent  gon  Meyland  zu^),  und 
darnach  mit  den  fryen  knechten,  der  eben  vil  was,  mit  den 
andern  firteren.  Und  wurden  yro  zusamen  mit  denen,  die  der 
küng  von  Franckrich  hat,  lackeyen^},  Stradioten*)  und  Hispa- 
nier  und  anderem  Tolck,  ob  den  70  000  7),  und  gewunnen  ein  lo 
Schlacht  vor  Gennow  uff  dem  berg^).  Und  Genow  ergab  sich 
dem  küng  von  Franckrich.  Als  bezalt  er  die  knecht  wol; 
dann  er  forcht,  sy  betten  sunst  die  statt  geplünderet.  Und 
zugent  wider  heym. 

Wie  alle  örter  der  Eydgnoschafft  ein  verein  mit  dem  i5 

bapst  machten. 

1610  Im    1510  jär  wart   bäpst  Julius   durch   den   bischoff  von 

1)  Diese  Zahl  ist  um  die  Hälfte  zu  hoch.  Denn  die  Eidgenossen 
insgesammt  sollten  4000  Mann  stellen,  wovon  Basel  250,  und  in  der  That 
zogen  von  hier  nur  252  aus;  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  362 ff.  und  vgl.  im 
StA.  Bd.St.  91  (2)  den  Auszugsrodel  vom  18.  April  d.  J.,  welcher  nur  252 
Namen  aufweist. 

2)  Ueber  ihn  s.  B.  Chron.  IV  88,  A.  1. 

3)  Der  sp&tere  Bürgermeister,  der  im  Hause  zum  Hasen  (Areal  des 
jetzigen  Rathausthurmes)  wohnte.  Die  Besetzung  der  übrigen  Aemter  auf 
diesem  Zuge  s.  im  Bd.St.  91  (10),  im  Musterrodel  vom  22.  M&rz. 

4)  D.  h.  über  den  Qotthard  nach  Varese,  von  dort  aber  nicht  nach 
Mailand,  sondern  nach  Alessandria;  s.  Anshebn  III  43 ff. 

5)  Französische  Fussknechte.  Ueber  die  Etymologie  dieses  ursprüng- 
lich arabischen  Wortes,  das  die  Franzosen  von  den  Spaniern  entlehnten 
und  in  laquais  umformten,  s.  den  Artikel  in  Littr6,  Diotionnaire  raisonne 
de  la  langue  fran9aise. 

6)  Eine  Art  leichter  Reiterei,  welche  ursprünglich,  d.  h.  im  XV.  Jahr- 
hundert, aus  griechischen  Söldnern  bestand;  daher  ihr  Name. 

7)  Hans  Kilchmann,  in  seinem  Briefe  vom  12.  April,  im  Bd.St.  91  (10), 
schätzt  die  Eidgenossen  auf  6000  und  das  Heer  des  Königs  nur  auf  20000, 

8)  Ueber  diesen  Sturm,  vom  25.  April,  s.  ebend. 


1507—1510.  31 

Wallis^)  geuisachety  das  er  begerte  ein  büntnuaz  mit  den 
Eidgnoflsen,  nemlich  den  12  örtem  und  was  su  ynen  gebort, 
zu  machen.  Also  wart  sy  im  verwilliget  und  mit  im  gemacht 
5  jar  lang,  doch  also,   das  sy  im  schicken  solten  ein  summ 

^lüten,  wenn  er  yren  begerte,  in  sim  costen.     Des  giengen  sy 

yn.    Darumb  solte  er  geben  alle  jftr  yeglichem  ort  1000  guldin^). 

Uff  solich  beger  zugent  dero  von  Basel  knecht  hinweg  am 

zinstag  [200^]  nach  sant  Laurentzen  tag  obgemelts  järs,  und  ^^s-  ^3 

zugent  gon  Bern,  von  Bern  gon  Friburg  in  Oechtland,  von 

loFriburg  in  Wallis,  gon  Sitten  s).  Darnach  zugent  sy  von 
Wallis  über  hoche,  scharpffe,  b6se  berg  und  gon  Bellentz  zu^). 
Von  Bellentz  zugen  sy  über  den  Montkenel^)  gon  Lowertz*) 
und  gon  Kum  zu '').  Da  betten  sy  nienen  bulffer  ze  schiessen, 
euch  kein  lyferung,  und  wurden  die  knecht  hungerig  ^).    Darzu 

i&tetten  ynen  die  Frantzosen  grossen  schaden,  erstachent  die 
knecht;  so  warent  euch  die  wasser  verleit  mit  den  Frantzosen'). 
Also  kament  sy  wider  heym  am  16.  tag  nach  sant  Yerenen 
tagi®}.     Und  was  Jacob  Meyer,   den  man   nampte  Jacob  zum  8«pt.  n 

17.  Beide  Hm.:  am  VI  tag,  statt  XVI. 

1)  Mattb&uB  Schinner,  Bischof  von  Sitten,  welcher  1511  Kardinal 
inirde. 

2)  Diesen  Vertrag,  vom  14.  M&rs  1510,  s.  Eidg.  Absch.  DI  2,  S.  1333ff. 
Ueber  die  Zahlung  dieses  Jahrgeldes  an  Basel  s.  Stadt.  Urk.  1512  April  7. 

3]  Mit  Bern  und  Freiburg  zogen  sie  diesen  Weg  in  der  Absicht,  über 
den  St  Bernhard  nach  Italien  zu  gelangen.  Als  sie  jedoch  yemahmen, 
daM  das  Thal  von  Aosta  von  den  Franzosen  besetzt  sei,  wandten  sie  sich 
von  Martigny  nach  Sitten  und  dem  Oberwallis  zu ;  s.  den  Brief  der  Basler 
Hauptleute,  vom  17.  August  aus  Freiburg,  im  Bd.St.  91  (9),  und  vgl.  Anshelm 
m  221  ff. 

4)  Yermuthlich  den  n&chsten  Weg,  über  den  Nuffenenpass  ins  Liyinen- 
thal.  In  Bellinzona,  wo  sie  spätestens  am  30.  August  eintrafen,  waren  sie 
Yon  den  Waldst&dten  erwartet;  s.  den  Brief  der  Basler  Hauptl.,  Yom  1.  Sept., 
im  Bd.  St  91  (9),  und  vgL  Anshelm  a.  a.  O. 

5}  Der  Monte  Cenere  bildete  von  1503  bis  1512  die  Grenze  zwischen 
der  Eidgenossenschaft  und  dem  Herzogthum  Mailand. 

6)  Lugano. 

7)  Von  Lugano  zogen  sie  zuerst  südwärts  über  die  Tresa  bis  Varese, 
und  dann  erst  gegen  Como;  s.  den  Brief  der  Basler  Hauptl.  yom  1.  Sept., 
Ton  der  Tresa,  im  Bd.St.  91  (9),  und  ygl.  Anshelm  III  222,  auch  Dierauer 
n  404,  A.  3. 

8)  Hierüber  s.  den  Brief  Jakob  Meyers,  vom  11.  Sept.  aus  Bellinzona, 
im  Bd.St  91  (9). 

9)  Schon  der  Uebergang  über  die  Tresa  musste  erkämpft  werden;  s. 
den  oben  in  Anm.  7  erwähnten  Brief.  Ueber  die  tieferen  Beweggründe 
sur  Heimkehr  s.  Anshelm  III  222. 

10)  S.  den  oben  in  Anm.  8  erwähnten  Brief,  wonach  die  heimziehenden 


32  Mailbiderkriege. 

Hasen,  kouptman,  und  Bernhart  Meyer,  Claus  Meyers  sun, 
fänriohi).  Und  bleib  man  ynen  den  sold  schuldig  yom  bftpst'). 

Wie  nach  gemachter  yereinung   mit  dem   bapst  euch 
andere,  nämlich  ettliche  küng,   fürsten    und  herren 
»nsuehten   und   würben    an  gemeine   Eidgnosohafft  s 
umb   ein  yereyn,  welche   euch   mit  ynen  Tolstreckt 
wart,  alles  wider  ein  krön  von  Franckrich  angesechen. 

1512         xjff  solichs  im   1512  jär  vor  mitelfasten')  wart  von  allen 
M&n  21  orten   der  Eydgnoschafit    und   von  yedem  in  sunderheit   ein 
eersamy  bottschafEt  yerordnet  gon  Venedig  ze  ryten,  daselbst  lo 
se  erfaren  des  hertzogen  von  Venedigs^)  willen  und  meinung 
der  vereynung  halb^).    Und  geschach  solichs  mit  verwilligung 
keyser  Maxemilians;  gab   ynen   geleit,  durch   sin  land   [201] 
der  Etsch   se  ryten.     Als  wart  von  einem  eerlichen  ort  und 
statt  Basel  gesant  Jacob  Meyer,  den  man  nampte  Jacob  sum  is 
Hasen,  mit  andern  Eidgnossen  der  12  örteren  dahin  se  ryten. 
Da  sy  nun  schier  gon  Venedig  kamen,  füren  die  uss  der 
statt  herusE  mit  40  schiffen*)  ynen  entgegen,   empfiengen  sy 
mit  unsäglichen  grossen  eeren.    Und  nament  die  12  factores^) 
die  obersten  on  der  hertzog  in  der  statt,  die  botten  yeglicher  2u 
einen  zu  im,  bewisen  ynen  grosse  zucht  und  eer,  darvon  nit 
zu   sagen   was.     Also   fürten    sy  darnach    die   botten  in  den 

8.  B«id«  Hm.:  1511.  21.  Hi.:  jefliclier  einv;  E:  yagUek«?  «iBtiL 

Basier  am  10.  Sept  Belliniona  erreichten  und  Dienstags  den  17.  in  Basel 
einsutreffen  hofften.  Das  Datum  im  Texte  hat  somit  nur  einen  Sinn,  wenn 
wir  lesen:  >am  16.  tag  nach  sant  Verenentag€  (1.  Sept),  also  am  17.  Sept. 

1)  Bernhard,  ein  Bruder  des  sp&tem  Bürgermeisters  Adelberg  Meyer 
cum  Pfeil,  wurde  im  Febr.  1529  Rathsherr  und  1548  Bürgermeister.  Als 
Sohn  Nikiaus  Meyers  wird  er  hier  beseichnet  tum  Unterschied  von  Hans 
Bernhard  Meyer  von  Baldersdorf ,  welcher  Ton  1513  bis  1529  mehrmals 
Rathsherr  war. 

2)  Ueber  die  Ursache,  warum  der  Sold  nicht  reohtieitig  ausgeiahlt 
wurde,  s.  Wurstisen  S.  501. 

3)  Auf  Mittfasten,  Sonntags  den  21.  Mftrs  1512,  traf  die  hier  erwfihnte 
Gesandtschaft  in  Venedig  ein;  s.  Eidg.  Absch.  m  2,  S.  604 ff. 

4)  Leonhard  Loredan. 

5)  Mit  Julius  II,  dem  Verbündeten  der  Eidgenossen,  hatte  Venedig 
schon  im  Oct  1511  die  »heilige  Liga«  geschlossen.  Ueber  den  eigentlichen 
Zweck  dieser  Gesandtschaft  s.  Dierauer  11  409  ff.,  femer  Gh.  Kohler,  Les 
Suisses  dans  les  guerres  dltalie,  S.  288  u.  311  ff. 

6)  Vgl  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  604:  mit  fün&ig  gedeckten  schiffen. 

7)  Sollte  heissen:  die  6  procuratores.  Diese  6  nahmen  jeder  2  Ton 
den  12  Gesandten  der  Eidgenossen  in  Empfang,  um  sie  su  Schiff  in  die 
Stadt  SU  geleiten;  s.  ebend. 


1511,  33 

besten  palaat,  usigenonimen  des  hertaogen  palast,  gaben  ynen 
gelta  gnug  se  veneren.  Lebten  wol,  und  lagen  wol  16  tag 
dft^).  Do  sy  dannen  sohyeden,  loazt  man  sy  von  der  herberg, 
und  fiuen  widei  heym. 

^  Von  einem  grossen  Ryn. 

Im    1511   jär  uff  Sant  Marien   Magdalenen   tag  was  der  isii 
Ryn  ani  Basel  so  grosz  worden ,    das  man   von  den  sünfiten 
kneoht  nam  und  ynen  bot  by  dem  eyd,  das  salts  im  saltihuss 
uss  den  underen  kästen  inn  die  oberen  zu  tragen.     Dann  der 

io  Ryn  wuchs  so  heStig,  das  man  besorgte,  es  wurde  gesohechen, 
wie  31  j&r  darror  in  der  wassergrössi  ouok  beschaoh^).  Und 
meint  man,  es  wurden  dxy  joch  an  der  Rinbruoken  hinweg 
faren');  aber  sy  bleiben.  Und  gieng  der  Ryn  an  der  Schiff- 
läten  pfyler,  d&  der  encker  an  stftt^),  das  man  den  schilt  nit 

13  Sechen  mocht;  imd  werte  wol  10  tag  an  einander,  das  er 
underwylen  fiel  und  denn  wider  wuchs. 

[201^]  Von  der   Eidgnossen   zug   gon   Bellentz,    wider 

einen  küng  Ton  Franckrich. 

Im  1511  jär,  14  tag  nach  sant  Martins  tag^),  zugent  die  mi 
a)  Eidgnossen  wider  den  küng  von  Franckrich  gon  Bellentz  zu*)  nTt.  n 
und  über  den  Montkenel,  verbranten  das  land  allenthalben 
bisz  gon  Meyland  zur  statt.  Und  wolt  nieman  mit  ynen 
schlachen^).  Doch  so  verlurent  die  Länder^)  etwo  manchen 
man,  so  die  Frantzosen  uffriben,  in  dem  als  sy  kisten  fegen  •) 
^  wolten.  Desz  glichen  tetten  ynen  die  Eidgnossen  widerumb. 
Aber  die  Ton  Basel  rerluren  nie  kein  man.     Under  welchen 

1)  Vom  21.  M&n  bis  5.  April;  8.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  604. 

2)  Am  23.  Juli  1480;  8.  B.  Chron.  V  531  ff. 

3)  Dieses  war  1480  geschehen;  s.  ebend.  S.  532. 

4)  Der  Anker  im  Wappenschild  der  Schiffleuteniunft ,  deren  Haus 
neben  der  alten  Bheinbrüoke  stand. 

5)  Genauer  10  Tage,  nfimlich  Freitags  den  21.  Nov.;  s.  den  Ausiugs- 
rodel  im  StA.,  Bd.St  91  (9).  —  Ueber  die  Ursache  dieses  Zuges  s.  imten 
Beilage  11. 

6)  In  Bellinsona,  wohin  die  Schwyser  yorausgesogen  waren,  sollte  das 
Heer  sich  sammeln;  s.  den  Brief  der  Basler  Haupti.  yom  25.  Not.  im  St.  A., 
Bd.  91  (9). 

7)  Vgl.  Anshelm  HI  260  ff. 

8)  Die  L&nder,  d.  h.  die  Waldstädte,  bildeten  yor  Mailand  die  Nach- 
hut and  sogen  auch  auf  dem  Rückiuge,  der  am  20.  Dec.  begann,  den  übri- 
gen Orten  yoraus;  s.  ebend. 

9)  D.  h.  priyatim  auf  Raub  ausgehen. 

Baalflr  Chroniken.    YI.  3 


34  Mailänderkriege. 

wa8  junckhei  Henman  Offenburg  bouptman^),  Hans  Brattelei 

der  metsger  Abrieb^),  Hani  Sibmacher')  und  Ulricb  Yaenflamm 

j^^^^  liferberren^}.    Und  kament  n&cb  wyehenaobten  wider  heym^). 

Von  der  Eidgnossen  zug  durcb  Italiam,  wider  einen 
küng   von   Franokricb,    als    er   bapst    Julium   under-  5 

stund  ze  vertriben. 

ifti2  Im  1512  jär,  domstagi  nocA  des  heiligen  cräts  tag  n&ch 
osteren  *),  zoch  ein  statt  von  Basel  usz  mit  allen  andern  Artem 
der  Eidgnoschafft  wider  den  kiing  von  Franckrich.  Was 
Jacob  Meyer,  den  man  nampt  Jacob  zum  Hasen,  houptman,  lo 
Hans  Heinrich  Gebhart  fänricb,  herr  Melcher  Hütsch  lütener, 
Conradt  David  der  kouffman  und  Balthasar  zum  Roten  Fan^) 
lyferherren  s).  Zugent  von  Basel  gon  Zürich,  von  [202]  Zürich 
gon  Chur,  von  Chur  durch  das  Engendin  und  für  Maiser  heyd 
gon  Meron*),  von  Meron  gon  Trient,  von  Trient  gon  Ruferyt^^),  is 
von  Rufery t  durch  die  Clus  ^^],  von  der  Clus  gon  Dieterichsbern. 
Daselbst  zugent  sy  mit  32  £&nlin^)  [yn.]    Do  was  es  so  heysz, 

7.  Beide  Ebb.:  dorasUge  Tor  dee  heiligen  erftts  Ug. 

1)  Ueber  ihn  s.  B.  Chron.  V  309,  A.  10. 

2)  Seit  1509  Zunftmeister. 

3)  Vennuthlich  ist  hier  Hans  Toppenstein  gemeint,  der  Zunftmeister 
der  Maurer  und  Zimmerleute;  denn  su  dieser  Zunft  gehörten  als  Holz- 
arbeiter auch  die  Siebmacher;  s.  die  folgende  Anm. 

4)  Der  Aussugsrodel  dieses  Zuges,  im  St  A.,  Bd.  St  91  (9),  nennt  Hana 
Toppenstein  und  Ulbrich  Ysenflamm  als  den  Hauptleuten  beigegebene 
Rathsherren,  imd  neben  diesen  noch  3  als  Lieferherren,  nämlich  Bartholo- 
mäus Briefer,  Diebolt  von  Arx  und  Heinrich  von  Geringen,  unter  welchen 
jedoch  einzig  Briefer  dem  Kath  angehörte. 

5)  Genauer  am  31.  Dec;  s.  unten  L.  Kilchmann  s.  J.  1511. 

6)  Dieser  Aussug  erfolgte  Donnerstags,  aber  nicht  vor,  sondern  nach 
dem  Kreustag,  also  am  6.  Mai;  s.  das  Rothe  Buch  der  Zunft  zum  Himmel, 
Bl.  221,  sowie  auch  die  Rechnung  über  diesen  Feldzng,  im  St.  A.,  Bd.  St 
91  (14). 

7)  Balthasar  Jugent,  der  im  Hause  sum  Rothen  Fahnen  wohnte  (jetat 
Freie  Strasse  43). 

8)  Alle  die  hier  Genannten  waren  Rathsglieder.  Der  AuBiugsrodel 
dieses  Feldxugs  scheint  verloren  su  sein. 

9)  Von  Chur,  wo  gemustert  wnrde,  zogen  sie  über  den  »Elbling« 
f  Albula)  ins  Engadin,  dami  über  den  Ofenpass  nach  Glums,  u.  weiter  durch 
das  Vintschgau  nach  Meran;  s.  die  oben  in  Anm.  6  erwähnte  Rechnung, 
welche  für  den  gansen  Feldzug,  abgesehen  vom  Heimweg,  ein  voUst&ndiges 
Itinerar  bietet 

10)  Roveredo. 

11)  Die  Veroneser  Klause. 

12)  Der  Einzug  in  Verona,   das  die  Franzosen  ohne  Schwertatreich 


1512.  35 

das  des  bischoffs  Ton  Constantz  fäniich  erstickte^}.  D&rnoch 
ngen  ej  gon  WiUefrancken^),  von  Willefrancken  gon  Mantua 
und  gon  Presz  su');  denn  yien  wol  30  000  was^). 

Und  uff  den  heiligen  pfingstag  früe  zugent  sy  gegen  den  ibi  so 

^fyenden^),  und  darnach  an  ein  grosse  starcke  pasz,  heyszt 
Valesa^},  als  gut  als  Bellentz,  mit  dry  grossen  schlossern  und 
mit  einem  grossen  wasser.  Aber  alsbald  sy  dar  k&men,  do 
fluchent  die  vygent  über  das  wasser  ^j,  und  Schüssen  su  den 
Eidgnossen,  und  sy  zu  ynen,  und  yertreibent  sy  [bisz  in  die 

10  statt    Cremona]^]    und  gewunnen  die  pasz;    und    hatten   die 
Eidgnossen  den  vorzug,  und  gieng  ynen  wol. 

Witter  zugent  sy  aber  zween  tag,  und  am  dritten  tag 
kament  sy  aber  an  ein  pasz,  heiszt  Pantowiga*).  Do  hatten 
sy  aber  den  vorzug,  und  was  ein  grosz  starck  scblosz  und  ein 

isgrosz  wasser;  aber  sy  fluchen  abermals. 

Witter  zugent  sy  an  die  dritty  pasz,  heyszt  Pitzigdon^®), 
die  was  noch  stercker,  ein  grosz  schlosz  und  ein  veste  statt. 

9.  Bm  EingeUAmmert«  nnr  in  E,  B1. 100,  und  nrar  als  Znsatx. 

riamten,  erfolgte  am  25.  Mai;  s.  den  Brief  der  Basler  Hauptl.  yom  29.  Mai, 
im  St  A.,  Bd.  St  91  (10). 

1)  Üeber  den  Zusug  des  Bischofs  von  Constanz  vgl.  den  Brief  der 
Basier  HauptL  yom  29.  Juni,  im  St  A.,  Bd.  St  91  (9). 

2)  Von  Verona  sogen  sie  nach  YiUafranca  am  30.  Mai;  s.  unten  Anm.  6. 

3)  D.  h.  nachdem  sie  Ton  Villafranca  am  2.  Juni  nach  Valeggio  ge- 
langt waren  (s.  unten),  sogen  sie  folgenden  Tags  nach  Castiglione,  welches 
an  der  Strasse  nach  Brescia  liegt  und  sum  mantuanisehen  Gebiet  gehörte. 
Auf  ihrem  Weiteisuge  jedoch  berOhrten  sie  Brescia  so  wenig  als  Mantua; 
s.  den  oben  in  Anm.  1  erwähnten  Brief  vom  29.  Juni. 

4)  Diese  St&rke  erreichte  das  Heer,  nachdem  su  den  Eidgenossen  bei 
Villafiranea  am  1.  Juni  die  Venesianer  gestossen  waren.  Die  Eidg.  allein 
sählten  23000  Mann;  s.  ebend.  und  vgl.  den  Brief  yom  29.  Mai. 

5)  An  diesem  Tage  sogen  die  Eidg.  aus  Verona  nach  Villafiranca,  wo 
die  Venezianer  sn  ihnen  stiessen;  s.  ebend. 

6)  Von  Villafranca  sogen  sie  am  2.  Juni  westw&rts  gegen  Valeggio, 
wo  eine  Brücke  über  den  Mincio  führt;  s.  ebend. 

7)  D.  h.  sie  räumten  sofort  das  Sohloss  auf  dem  linken  Ufer  und 
zündeten  es  an;  s.  ebend. 

8)  D.  h.  der  Feind  sog  sich  am  4.  Juni  nach  Cremona  zurück,  wäh- 
rend die  Eidg.  erst  am  6.  in  der  Nähe  dieser  Stadt  erschienen ;  s.  Ch.  Koh- 
ler, Les  Suisses  dans  les  guerres  dltalie,  S.  366  u.  368,  YgL  xmten  Anm.  10. 

9]  Ueber  Castiglione  siebend,  erreichten  sie  am  4.  Juni  Ghedi,  3  St. 
lüdl.  Ton  Brescia,  und  eroberten  am  5.  Ponterioo  am  Oglio;  s.  den  Brief 
der  Basler  HaupÜ.  Tom  29.  Juni. 

10)  Von  Ponterico  sogen  sie  am  6.  Juni  nach  San  Martino,  wo  sie  am 
7.  die  Unterwerfung  von  Gremona  entgegennahmen,  und  am  8.  weiter  gegen 
Hzzighetone  an  der  Adda;  s.  ebend.  und  ygL  Kohler  S.  368  u.  371. 

3* 


36  MaiUnderkriege. 

Waren!  die  fyent,  nämlich  landsknecht  und  Frantsosen,  staick 
darinn  als  in  andern  passen.  Aber  die  Eidgnossen  sagen  oben 
am  Wasser^),  machten  ein  brück  mit  schiffen,  und  Schüssen 
mit  grossen  schütsen  hinüber,  und  sy  herwiderumb.  Aber  die 
Eidgnossen  rertriben  sy,  und  erschussen  ynen  by  52  mannen  ^ 
zu  tod  und  wund^). 

Witter  zugent  sy  durchs  land  und  dfirffer,  und  ein  schlosz 
das  [202^]  plündert  man;  wart  der  herr  im  schlosz  erstochen, 
wann  er  Frantzftsisch  was^]. 

Witter  zugen  sy  gon  Angalm  ^},  und  do  dannen  [mit  sampt  io 
der  Venediger  hör,  darzu  ouch  yrem  geschütz]^),  gon  Pafy. 
Juni  14  Dahin  kament  sy  uff  mentag*)  umh  den  äbent,  und  lagent  da 
Jimi  18  bisz  uff  fntag  umb  den  äbent,  Schüssen  in  die  statt,  und  sy 
herwider  usz.  Aber  am  £ritag  uff  den  äbent  ward  die  statt 
gewunnen'^),  die  fyend  erschlagen,  und  by  800  landsknechten  is 
erstochen  und  ertrenckt^).  Wurden  ettlich  Frantzosen  ouch 
erstochen,  und  ynen  alles  ir  geschüts  abgewunnen,  by  18  grosser 
carthonen')  und  sunst  vil  büchsen,  und  4  fänlin  den  lands- 
knechten  abgewunnen,  und  die  fyent  bisz  gon  Ast  getriben  ^®). 
Aber   sy   wichen    ouch   do   dannen,    und    weiten   weder   die^o 

10.  Dm  EingeUMumerte  nnr  in  B,  BL  100^,  ab  Zuati. 

1)  SoUte  heissen:  unden  am  wasser.  Denn  über  die  Adda  wurde 
eine  Brücke  geschlagen  bei  Orotta,  also  unterhalb  Pissighetone;  s.  den 
Brief  der  Basler  Hauptl,  Yom  29.  Juni. 

2)  Das  hier  Enählte,  worauf  die  Uebergabe  von  Pissighetone  folgte, 
fällt  in  die  Zeit  yom  9.  bis  12.  Juni;  s.  Kohler  S.  375. 

3)  Ueber  die  Plünderung  dieser  (hegend  s.  ebend.  S.  369. 

4)  San  Angiolo  erreichten  sie  am  13.  Juni;  s.  ebend.  S.  375. 

5)  Die  Venesianer  waren  schon  bei  Villafranoa  su  ihnen  gestossen; 
s.  oben  S.  35,  A  5. 

6)  Sie  lagerten  sich  vor  Payia  Montags  vor  St  Veitstag  (14.  Juni) ; 
s.  Kohler  S.  376. 

7)  Die  Belagerer  schritten  zum  Sturm,  sobald  sie  merkten,  dass  die 
Franzosen  angefangen  hatten  die  Stadt  su  räumen;  s.  Kohler  S.  378.  — 
Ueber  die  Haltung  der  Basler,  die  bei  diesem  Sturm  2  Todte  und  einige 
Verwundete  hatten,  s.  den  Brief  der  Basler  Hauptl.  yom  29.  Juni. 

8)  Vgl.  im  St  A.,  Bd.  St  91  (9),  die  Briefe  der  Basler  Hauptl  yom 
29.  Juni  und  8.  Juli,  welche  den  Verlust  des  Feindes  »ob  600«  sch&tzen. 
Viele  ertranken  auf  der  Flucht,  weil  die  Brücke  über  den  Grayelone,  einen 
Nebenarm  des  Tessin,  einstürzte;  s.  Kohler,  S.  380. 

9)  Vgl.  im  St  A.,  Bd.  St  91  (9),  den  Brief  der  Basler  Hauptl.  yom 
26.  Juni :  16  houpstuck  bucbsen. 

10)  Laut  dem  Brief  der  Hauptl.  yom  8.  Juli,  der  auch  die  eroberten 
4  F&hnlein  erwähnt,  yerfolgten  die  Reisigen  der  Venesianer  sammt  einigen 
Eidgenossen  den  Feind  bis  in  die  Nähe  yon  Alessandria. 


1512.  37 

Frantsosen  noch  die  landsknecht  der  Eidgnossen  nienen  beyten, 
sunder  fluhen  keit^). 

Und    wurden    dise   namhafftige    stett   under   andern   ge- 

wiinnen,   nemlich   Cremona,   Placentz]^),   Parma,    Loden,   Ast 

^und  Alexandria,  Nawerren,  Meyland,  Kum'},  und  andere  stett 

und  achlosa.    Doch  blibent  noch  ettliche  schlosz  FrantzSsisch^); 

aber  man  umbleyt  sy  mit  knechten. 

Also  zugen  die  Eidgnossen  durch  Italien^),  und  gab  sich 
das  gantz  land  uff.  Und  werte  diser  zug  3  monat  und 
10  4  tag  lang^]. 

Und  gab  der  bapst  und  der  cardinaP]  denen  von  Basel 
ein  nüw  paner  mit  einem  wyssen  damast  und  einem  guldinen 
baselstab,  und  den  engelschen  grusz  oben  by  der  Stangen,  den 
sy  vor  nye  gef&rt  hatten^].  Gabs  ynen  zu  eynem  zeichen, 
15  das  sy  die  w&en,  die  dem  heiligen  stul  zu  Rom  gehulffen 
hetten;  denn  er  sunst  versuncken  und  von  dem  küng  von 
Franckrich  yertriben  was*). 

Deaz  glychen  schanckt  er  gemeinen  Eidgnossen  eyn  hüpsoh 
[203]  cleynät,  nämlich  ein  guldin  schwert  und  ein  hut,  und 
»  den  heiligen  geist  oben  uff  dem  hut,  mit  berlin  und  anderen 
dingen  kostlich  gestickt,  zu  einer  gedechtnusz  der  gereohtig^ 
keit,  die  zu  handthaben.  Das  schwert  (schätzt  man  allein  für 
500  ducaten)  und  der  hut  ligen  zu  Zürich,  als  hinder  dem 
obersten  ort;  do  findt  mans. 

9.  Beide  Hm.:  HII  monAt  und  mi  Ug  lag. 

1)  Von  Asti  sogen  sie  sich  aber  den  Montcenis  nach  Frankreich  zu- 
rück ;  8.  den  Brief  der  Baaler  HauptL  vom  26.  Juni. 

2)  Piacensa. 

3)  Die  hier  genannten  Städte  ergaben  sich  alle,  noch  beyor  das  Heer 
Tor  ihnen  erschien;  s.  den  Brief  der  Basler  HauptL  vom  29.  Juni. 

4)  Vgl.  unten  S.  43. 

5)  D.  h.  durch  die  Lombardei.  Von  Pavia  zogen  sie  am  9.  Juli  über 
San  Nazaro,  CastelnuoTO  und  Tortona  nach  Alessandria,  das  sie  am  13.  Juli 
erreichten,  und  yon  wo  sie  am  24.  den  Heimweg  antraten;  s.  die  Briefe 
der  Basler  HauptL  yom  9.,  15.  u.  19.  Juli,  im  St  A.,  Bd.  St.  91  (9),  ferner 
Köhler  S.  411. 

6)  Vom  6.  Mai  bis  2.  August,  also  88  Tage;  s.  im  St.  A.  das  Rothe 
Buch  der  Zunft  zum  Himmel,  Bl.  220i>.  —  Der  Monat  wird  hier  genau  zu 
4  Wochen  oder  28  Tagen  gerechnet,  und  so  ergeben  sich  3  Monate  imd 
4  Tage. 

7)  Matthäus  Schinner,  seit  1511  Kardinal  yon  St.  Potentiana. 

8)  lieber  diese  Auszeichnung  s.  im  St  A.,  Stadt  Urk.  1512  Juli  24, 
ferner  die  Briefe  der  Basler  HauptL  yom  30.  Juni  und  yom  2.,  8.  u.  15.  Juli, 
im  Bd.  St  91  (9),  auch  unten  Beilage  11.  —  Ueber  weitere  päpstliche  Privi- 
legien für  Basel  s.  Stadt  Urk.  1512  Sept.  10. 

9)  In  Folge  der  Niederlage  bei  Rayenna,  yom  11.  April  d.  J. 


38  Mailänderkriege. 

Deaas  glichen  gab  er  ouch  gemeiner  Eidgnoechafit  swey 
hüpsch  baner  su  einer  gedeohtnusz,  das  eine  gemeine  £id- 
gnosohaSt  mit  der  hilff  gottes  sant  Peters  schifflin  wider  nff- 
gekolffen  hatt,  das  so  gar  versuncken  was.  Darumb  hienck 
man  die  swey  paner  zu  unser  lieben  frowen  zu  den  Einsidlen;  & 
da  sieht  maus  hangen^). 

Also  gaben  die  Eidgnossen  dem  bapst  und  den  Yenedigem 
all  ir  biiehsen  wider,  do  sant  Marx  uff  stund ^),  die  sy  Tor 
Buferyt  und  an  andern  orten  verloren  hatten  in  dem  lang- 
werenden  krieg   mit  dem   keyser    und   mit   dem    küng  von  lo 
Franckrich. 

Wie  der  hertzog  von  Meyland  an  statt  sins  yatters, 
so  von  dem  küng  von  Franckrich  gefangen,  von  den 

Eidgnossen  yngesetzt  wart. 

Als  von  einer  Ifibliehen  Eidgnoschafft  der  12  orten  hotten,  i» 
ouoh  einem  ort  und  statt  Basel  herr  Hans  Stoltz  ein  wynman, 

^^^^IJim  1512  jar  umb  sant  Laurentzen  tag  gon  Meyland  zum 
cardinal  von  Wallis')  (so  da  was  in  nammen  bftpst  Julii,  mit 
dem  sy  in  einer  verein  stunden)  ze  ryten  verordnet,  mit  dem 
cardinal  r&tig  ze  werden,  nach  dem  jungen  [203^]  hertiogen  3o 
von  Meilandt^)  (den  man  nampte  den  Mftren^),  und  des 
vorderigen  hertzogen,  den  der  küng  von  Franckrich  gefangen, 
und  by  im  in  Franckrich  sterben  must,  sun  was)  ze  schicken 
und  in  ynzesetzen  —  wurden  uff  das  hernach  uff  sant  Andres 

Not.  30  tag*)  abcrmUen  von  der  statt  Basel  andere,  mit  namen  Jacob» 
Meyer,   den   man   nampte   Jacob  zum  Hasen,   und  Heinrich 
Meltinger^),  mit  andern  Eidgnossen  der  12  orten  zu  gedachtem 

1)  Ueber  diese  päpstlichen  Geschenke  vgl.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  632, 
638,  648  u.  650. 

2)  Vgl  Kohler  S.  382. 

3)  Am  10.  August  begab  sich  keine  Gesandtschaft  nach  Mailand;  son- 
dern auf  diesen  Tag  hatte  Kardinal  Schinner,  einer  Aufforderung  der  Eid- 
genossen folgend,  eine  Tagsatzung  nach  Baden  angesetzt,  um  über  das 
Hersogthum  Mailand  zu  beschliessen,  und  deshalb  erschienen  dort  am 
11.  Aug^t  neben  den  Boten  der  12  Orte  auch  die  Gesandten  der  aus- 
wärtigen Mächte ;  s.  Eidg.  Absch.  m  2,  S.  629b,  ßzt^  u.  638  ff.,  femer 
Kohler  S.  433  ff.  u.  470  ff.    Der  Kardinal   selber  jedoch  kam  nicht  dorthin. 

4)  Maximilian,  der  Sohn  des  1508  in  französischer  Gefangenschaft 
gestorbenen  Herzogs  Ludwig  Sforza. 

5)  Diesen  Beinamen  hatte  nicht  Maximilian,  sondern  sein  Vater. 

6)  An  diesem  Tag  erfolgte  die  Abreise  aus  Basel,  da  alle  Gesandten 
am  2.  Dec.  in  Altdorf  zusammentreffen  sollten,  um  von  dort  nach  Maüand 
zu  reiten;  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  662 c. 

7)  Der  spätere  Bürgermeister. 


1512.  39 

hertsogen  von  Meyland  se  lyten  veioidnet,  vorgemeltem  an- 
schlag  und  willen  statt  ze  thund. 

Als  sy  nun  dahin  kamen,  machte  es  sich  der  zitt,  das 
der  megedftcht  hertiog  (so  nit  fen  von  dei  statt  Meyland  in 

5  einem  closter  gelegen)  kam  ^].  Da  wurden  die  Eidgnossen  von 
den  12  orten  mit  sampt  iren  zuveiwanten  von  Sant  Gallen  der 
statt  und  euch  von  dem  gotzhusz  daselbst,  item  von  Apentzel, 
under  eynandei  rStig,  das  man  usz  ynen  verordnen  solte,  die 
den  hertaogen  empfiengen  und  in  namen  gemeiner  Eidgnoschafit 

10  ynsatstent 

Also  wurden  darsu  verordnet:  herr  Ulrich  von  Sax  fry- 
herr'},  Felix  Schmid  burgermeister  von  Zürich,  aman  Büntner^} 
von  TJry,  und  aman  Schwartzmure  von  Swyts^);  welcher  aman 
von  SwitE  die  red  vor  dem  hertzogen  in  nanimen  gemeiner 

IS  Eidgnossen  tette.  Und  ward  also  der  hertzog  in  die  statt 
Meiland  eerlichen  gefftrt,  und  im  die  Schlüssel  in  eym  guldinen^) 
becki  entgegenbracht  zu  einem  Wortzeichen  und  anzeigung, 
das  er  darinn  gewaltiger  herr  sin  solte  in  aller  wysz  und  ge- 
stalte   wie  vor   und   ee   ims    der    küng   von   Franckrich    ab- 

ao  gewunnen  hatt.  Und  fürt  [204]  man  yn  under  einer  himeltzen 
mit  grossen  eeren  und  &6iden  in  sin  pallast  <^). 

Do  nun  die  sach  also  volendet  was,  fieng  der  hertzog  an 
den  Eidgnossen  zu  dancken  irer  grossen  guthat  und  eeren, 
so  sy  im  bewisen  hatten  ^),  und  fertiget  die  hotten  wider  hey m 

25  mit   grossen   schenckinen^].     Also   kamen    die   gesanten   von 


1)  Die  Gesandten  kamen  nach  Mailand  Bckon  am  12.  Dec.  Der  Her- 
zog hingegen  kam  erst  am  22.  nach  Chiarayalle,  1  8t.  yon  Mailand,  dann 
am  29.  ins  Kloster  St  Eustorgio,  yor  den  Thoren  der  Stadt,  und  dort 
wurde  er  von  den  Gesandten  abgeholt,  um  seinen  festlichen  Einzug  su 
halten;  s.  Köhler  S.  534 £ 

2)  Dieser  hatte  auf  dem  Feldsuge  den  Oberbefehl  geführt;  s.'Anshelm 
m  314. 

S)  Hans  Püntiner. 

4)  Hans  Schwaxsmurer  war  nicht  Landanmiann  von  Schwyz,  sondern 
Ton  Zug.  —  Die  4  hier  Genannten  empfingen  den  Hersog  am  Thor  und 
überreichten  ihm  die  Schlüssel ;  s.  Kohler  S.  539. 

5)  Sollte  heissen :  silberin ;  s.  den  Brief  des  Gesandten  von  Solothum, 
vom  31.  Dee.  1512,  in  R.  Gluts-BlosheimB  Forts,  su  Joh.  y.  MüUers  Gesch. 
d.  Eidgenossen,  S.  544. 

6)  Dieser  Palast  wurde  jedoch  ans  dem  noch  immer  yon  den  Fran- 
zosen besetzten  Kastell  so  heftig  beschossen,  dass  der  Hersog  gleich  nach- 
her ein  andres  Quartier  beziehen  muzste;  b.  Anshelm  UI  364. 

7)  Vgl  Eidg.  Absch.  HI  2,  S.  674«. 

8)  Der  Stadt  Basel  yersprach  er  ein  Jahrgeld  yon  500  Dukaten;  s. 
Stadt.  Urk.  1513  Jan.  7. 


40  Mail&nderkriege. 

1513  Basel  uff  sant  Anthonien  tag,  •  was  uff  einen  mentag,  mit  £rfti- 
den  Wider  heim. 

Wie  Hoohenkreyen  das  schloss  gewunnen  ward. 

1512  Im  1512  jar  vor  sant  Martins  tag^)  wurden  die  Ton 
Mev.^ii  Hochenkreyen  im  Hegow^j  übermütig  und  stolts;  meinten, 
es  wer  niemant  so  frisch ,  der  jEür  sy  ziechen  dörste;  seyten 
den  von  Kouffbüren  und  andern  Swebschen  stetten  ab^).  Also 
wurden  die  ryohsstett  mit  den  Swebsohen  stetten  su  radt^), 
zugen  mit  yren  büchsen  darfür  und  Schüssen  daryn.  Aber 
die  im  schloss  warent  nit  einer  butten  wert,  fluchent  hinden  lo 
daruBZ^),  liessent  nit  mer  volcks  darinn  dann  einen  priester 
und  einen,  was  geschossen  worden,  euch  die  kdchinn  darinn. 
Da  gabent  die  selben  das  schlosz  uff.  Also  ward  es  ver- 
brennt und  geschleyfil,  das  es  nüt  mer  solte  schaden. 

Von  einem  friden,  so  die  Eidtgnossen  in  der  Christen- 15 

heit  understundent  anzestellen. 

1512  Im  1512  jar  uff  sant  Gallen  tag®)  ward  von  der  statt 
Basel  verordnet  herr  Lienhart  Grieb  oberster  zunfitmeister^), 
mit  andern  [204^]  Eidtgnossen  der  12  orten  ^)  ze  ryten  zu  dem 

14.  Sdutden  fehlt  in  beides  Hu.  IS.  ZusaU  un  Bude^  Ton  spftterer  Hd.:  und 

Alban  Chnüer  der  ritten. 

1)  Diese  Zeitangabe  besieht  sich  auf  die  Belagerung  yon  Hohenkrähen, 
welche  am  10.  Not.  begann  und  schon  am  13.  die  Flucht  der  Besatzung 
bewirkte;  s.  Chr.  F.  v.  Stalin,  Wirtembergische  Qesoh.  IV  1,  S.  89. 

2)  Inhaber  der  Burg  war  Hans  Benedikt  von  Fridingen,  dem  sich 
jedoch  allerlei  Abenteurer  zugesellt  hatten,  so  namentlich  Christoff  Huser 
yon  Kaufbeuren,  der  mit  dieser  Stadt  yerfeindet  war;  s.  ebend.  S.  88 ff. 

3)  Ueber  diese  Fehde,  die  im  Sept.  d.  J.  begann,  s.  ebend.,  auch 
Anshebn  m  378  ff. 

4)  D.  h.  mit  dem  Schwäbischen  Bunde,  dem  diese  Reichsstädte  an- 
gehörten. 

5)  Die  Uebergabe  erfolgte  am  13.  Nov.,  nachdem  in  der  Nacht  vorher 
die  Besatiung  das  Schloss  heimlich  verlassen  hatte;  s.  Stalin  a.  a.  O. 

6)  Die  Boten  der  einselnen  Orte  sollten  am  18.  Oct.  in  Altdorf  zu- 
sammentreffen, um  von  dort  aus  gemeinsam  nach  Rom  zu  reiten;  s.  Eidg. 
Absch.  III  2,  S.  652  c. 

7)  L.  Grieb  d.  jüngere ;  s.  B.  Chron.  IV  89,  A.  2.  —  Der  in  der  Hs. 
von  späterer  Hand  beigefügte  Alban  Oemler  (s.  Varianten)  war  1509  nach 
St.  Jago  de  Compostella  gepilgert;  s.  Stadt.  Urk.  1509  Aug.  14.  In  den 
Rath  gelangte  er  erst  1529;  doch  mag  er  1512  lum  Gefolge  der  Gesandt- 
schaft gehört  haben. 

8)  Ihre  Namen  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  674. 


1512.  41 

bftpst  Jttlio^),  einen  friden  (so  verr  ynen  möglich)  in  dei 
Chiistenheit  ze  machen  2);  dann  es  lang  über  das  Christenblut 
gangen  und  des  selben  yil  veigossen  woiden  duich  die  Hoch- 
tiiisehen,  die  man  nempt  Switsei,  Ostemchei  und  landsknecht. 

s  Do  nun  die  Eidgnossen  von  den  12  orten  schier  gon  Rom 
uff  ein  gutti  tütsche  myl  darvon  kamen ,  schickte  der  bapst 
sin  bottschafft  ynen  entgegen,  liesz  sy  eerliohen  empfahen'). 
Und  also  ritten  sy  mit  den  herren  vol  gon  Rom  zu. 

Als  sy  gon  Rom  in  die  statt  kämen,  gab  man  ynen  gut 

1«  herberigen;  wurden  do  mit  einander  r&tig,  mit  dem  bapst  ze 
reden  von  rorgemeltem  friden.  Und  ward  von  gemeinen 
Eidgnossen  herr  lienhaidten  Grieb,  hotten  von  Basel,  em- 
pfolhen  ynen  die  red  ze  thund;  das  dann  geschach  in  latin, 
alles  das  sy  im  ze  reden  empfolhen  hatten^).    Welcher  reden, 

i&do  sy  usz  was,  sich  der  bäpst  bezügte  und  protestierte  und 
gar  fui  ein  grossen  danck  annam,  wann  sy  eben  gar  lang 
geweret  hette;  und  danokte  ynen  gar  früntÜchen  der  guthat 
und  lieby,  so  im  ein  Eidgnoschafft  in  sinen  nöten  bewisen 
hatt.     Wann  er  bekante  wol,   das  sant  Peters  schiff lin  umb- 

^  gefallen  und  versuncken  wer,  wenn  nit  vorab  gottes  hilff  und 
darn&ch  ein  gemeine  Eidgnoschaffb  (als  liebhaber  der  gerechtig- 
keit  und  sine  lieben  sün,  die  er  für  siin  haben  und  sich 
gantz  zu  ynen  setzen  wolte)  im  ze  hilff  kommen  were^). 
Darnach  giengent  die  Eidgnossen  wider  in  ire  herbergen,  da 

2stett  man  ynen  grosse  zucht  und  eer. 

Do  sy  nun  ein  lange  zitt  da  gelegen^}  und  der  Sachen 
eins  worden,  darumb  sy  dann  [205]  uszgeschickt  warent''),  und 

yeder  bott  an  den  b&pst  brächt,  was  im  denn  von  sinen  herren 

» 

28.  Beide  Hn.:  an  den  blpst  brlchten. 

1)  Er  hatte  die  Eidgenossen  su  dieser  Gesandtschaft  aufgefordert;  s. 
Eidg.  Absch.  HI  3,    S.  652  c. 

2)  Vgl;  ebend.  8.  652  o.  u.  672  b. 

3)  Da  sie  unterwegs  mehrfach  sich  angehalten,  erreichten  sie  Rom 
erst  am  20.  Nov. ;  s.  L.  Griebs  Briefe  vom  2.  u.  27.  Nov.,  im  St.  A.,  Bd.  St 
91  (9),  und  vgL  den  Brief  an  die  Tagsatzung,  in  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  670. 

4)  Ueber  diese  in  öffentlicher  Audiens  am  24.  Nov.  gehaltene  Rede 
B.  Griebs  Brief  vom  27.  Nov.,  a.  a.  0.  Ihren  Wortlaut  s.  Eidg.  Absch. 
m  2,  S.  673.  Grieb  hatte,  wie  übrigens  noch  manche  Basler  Rathsglieder 
jener  Zeit,  in  jungen  Jahren  die  Universität  besucht;  s.  die  Matrikel  z.  J.  1476. 

5)  Ueber  des  Papstes  Antwort  vgL  Griebs  Brief  vom  27.  Nov. ' 

6]  Die  meisten  Gesandten  verliessen  Rom  erst  am  27.  Dec,  und  Grieb 
blieb  noch  länger;  s.  seinen  Brief  von  diesem  Tage,  im  St.  A,  Bd.  St.  91  (9). 

7)  Sie  erreichten  keineswegs  alles,  was  sie  gewünscht  hatten;  s.  ebend. 
und  TgL  Eidg.  Absch.  m  2,  S.  672. 


42  Mailänderkriege. 

und  oberen  empfolhen  was^],  do  begäbt  er  tugentlidien   ein 
yedes  ort,  n&ohdem  und  es  begert  hett^). 

[Alflo  hett  herr  Lienhart  Grieb,  bott  von  Basel,  an  den 
bapst  begert,  das  er  ein  statt  Basel  hiemit  begabte:  Welcher 
ein  Baselkind  und  doctor  were  und  ein  gratias  oder  p&und  & 
zu  Rom  überkftme,  das  dann  die  uff  der  hoohen  stifft  im 
münster  zu  Basel  den  selben  uffnemmen  mAsztend,  und  nit 
einen  allein,  sunder  6,  die  doctores  werent  und  pfrunden  zu 
Rom  erlang^nt;  das  wart  nochgeben  und  erloupt').  Wyter 
wart  denen  von  Basel  euch  erloupt,  guldin  ze  schlaohen^).  lo 
Item,  das  sy  mAchten  das  Römisch  gericht  besetzen  und  ein 
yeden  buren,  er  wer  woher  er  wetty,  daran  citieren^).  Aber 
erloupte  er  ynen,  in  der  fasten  kesz,  zigern  und  milch  ze 
essen  bisz  an  den  palmabent^),  und  andere  ding  mer^),  als 
den  das  die  bullen  uszwyset]^].  i& 

Do  nun  alle  ding  Tolzogen  warent,   do  fertiget  der  bftpst 

die  hotten  mit  grossen  schenckinen  wider  heym  *j.   Also  ritten 

sy  gon  Meyland;    do   wurden   sy   Ton   dem   hertzogen    ouch 

eerlichen  empfangen  und  begabt  ^^).    Und  ann  der  pfaffen  fasi- 

1613  nacht  kam  der  bott  von  Basel  wider  heim.  » 

Febr.  S 

Von  Nawerren  schlacht,  wie  sich  die  erhub  und 

zugieng. 

1513         Nach  yil  tagleystungen  zu  Lutzern,  im  1513  jar^^),  b^gerte 

3.  Dm  Eingeklunmerte  nur  in  E,  Bl.  102. 

1]  Ueber  die  spesiellen  Wünsche  Basels  s.  Ghriebs  Instruction  im  St 
A.,  Bd.  St.  91  (10),  und  vgL  das  Eingeklammerte. 

2)  VgL  oben  S.  41,  A.  7. 

3]  S.  Stadt.  Urk.  1512  Dec.  20.  Doch  ist  dort  nur  von  4  Pfründen 
die  Rede,  und  nicht  von  6. 

4)  S.  Stadt.  Urk.  1512  Dec.  29. 

5)  Die  Urk.  hierüber  finde  ich  nicht  Dass  aber  ein  derartige«  Privi- 
leg betr.  die  geistliche  Gerichtsbarkeit  wirklich  ertheiit  wurde,  ergibt  sich 
aus  Eidg.  Absoh.  III  2,  S.  81  Iq. 

6)  Diese  Erlaubniss,  welche  Basel  schon  1463  erlangt  hatte,  wurde 
durch  eine  Bulle  Tom  10.  Sept  1512  bestätigt;  s.  St&dt  Urk.  No.  2687, 
u.  vgl.  B.  Chron.  IV  342  u.  V  438. 

7)  Ueber  weitere  Privilegien  s.  Stftdt  Urk.  No.  2693  u.  2694,  beide 
vom  20.  Dec.  1512. 

8)  Der  Verf.  weiss  also  nicht,  dass  für  jedes  Privileg  eine  besondere 
Bulle  ausgestellt  wurde. 

9)  S.  Griebs  Brief  vom  27.  Dec,  im  St  A.,  Bd.  St  91  (9). 

10)  Vgl.  oben  S.  39,  A.  8. 

11)  Ueber  die  Verhandlungen  su  Lusern,  auf  den  Tagsatxungen  vom 


1513.  43 

der  Frantsoss  all  weg  undez  anderem  an  gemein  Eidgnossen: 
sy  solten  so  wol  thun  und  yn  das  schloss  Meyland  lassen 
spysen  ^),  und  ein  verein  mit  im  machen.  Als  die  Eidgnossen^ 
cQe  rechten  hertzen,  solichs  so  ofil  von  im  horten,  wurden  sy 

»zuletst  zornig  und  meinten,  er  spottet  iren;  weiten  nüt  darmit 
ZQ  schaffen  haben,  fiengen  an,  kunten  im  das  geleyt  ab^),  und 
seit  sich  usz  dem  land  machen;  denn  das  wer  ynen  nit 
empfolhen  von  yren  herren.  Und  seyten  im  mit  kurtsen 
Worten:  das  sy  von  ^keiner  verein  oder  richtung   nüt  weiten 

10  hören  sagen,  es  weren  dann  vor  und  ee  die  sohlosz,  nämlich 
Meyland,  Cremonen,  Genow  und  Nawerren^),  gerumt;  daizu 
das  er  sich  mit  sampt  dem  berlament^)  verschrib,  verbrieffte 
mid  versiglete,  kein  anspruch  niemerme  weder  an  gemelte 
schlosz  noch  an  das  gantz  Meyland  ze  haben  ^). 

13  Uff  solichs  gab  der  küng  von  Franckrich  den  Eidgnossen 
witter  kein  antwurt  me*),  sunder  [205^]  fieng  sich  an  ze 
rüsten,  samlet  vil  landsknecht  und  zoch  über  den  Montanisz^) 
gon  Ast  zu.  Des  wurden  die  Eidtgnossen  und  der  hertzog 
von  Meyland  innen.    Dann  ein  teil  der  grossen  Meyländischen 

»  herren,  so  noch  dem  Frantzosen  heimlichen  anhiengen,  weiten 
den  hertzogen  gefangen,  verraten  und  verkoufft  han,  und  was 
gar  schier  gesohechen^).  Do  das  der  hertzog  vemam,  schickt 
er  zu  allen  orten  der  Eidgnoschafi);,  und  begerte  im  do 
8000  knecht  in  sim  costen  ze  schicken.   Das  seyt  man  im  zu^). 

2&         Und  wart  von    einer   statt  Basel  uszgeleit  400  man  mit 

11.  u.  25.  Februar,  und  Tom  15.  März  und  1.  April,  8.  Eidg.  Absch.  HE  2, 
S.  684  ff.,  688  ff.,  694  ff.  u.  699  ff. 

1)  S.  ebend.  S.  695. 

2]  D.  h.  seiner  Gesandtschaft.  Für  diese  Oeleitskündung  stimmten 
mehrere  Orte,  doch  nicht  alle;  s.  ebend.  S.  695  u.  701. 

3)  Das  Schloss  von  Noyara  hatte  sich  schon  Ende  1512  ergeben,  und 
auch  Genua  hatte  sich  von  Frankreich  wieder  unabhängig  gemacht;  s. 
Kohler  S.  541.  Die  Schlösser  Ton  Mailand  und  Cremona  hingegen  wurden 
erst  im  Not.  und  Dec.  d.  J.  übergeben;  s.  Eidg.  Absch.  in  2,  S.  745,  748, 
755  u.  763. 

4)  Das  Parlament  Ton  Paris. 

5)  Ueber  diese  Antwort  TgL  Eidg.  Absch.  HI  2,  S.  694  ff.  u.  699  ff. 

6)  Seine  Gesandtschaft  verliess  jedoch  Bern  erst  am  7.  Mai;  s.  den 
Brief  der  Baaler  Hauptl.  Tom  8.  Mai,  im  St.  A,  Bd.  St.  91  (10). 

7]  MontCenis. 

8)  VgL  hierüber  den  Brief  der  Bemer  Hauptl.  an  Bern,  Tom  5.  Juni, 
in  einer  Abschrift  im  Basler  St.  A.,  Bd.  St  91  (10),  auch  Anshelm  III 417 
und  421. 

9]  Der  erste  Zuzug,  welcher  auf  der  Tagsatzung  Tom  18.  April  be- 
willigt wurde  und  am  4.  Mai  aufbrach,  betrug  noch  nicht  8000  Mann  wie 
der  spätere,  sondern  nur  4000;  s.  Eidg.  Absch.  in  2,  S.  705. 


44  Mail&nderkriege. 

den  ämptem^).  Und  was  herr  Hans  Stolts  houptman,  Ulrich 
Falokner  lätener'},  Hans  Bondorff  fS&nrich^),  Baitholme  Schott 
der  nestlet   vorf anrieh,  Anthoni  Oechlin  sobriber,    Hans  Her 

]Ui4  furierer^).     Und   zugent    also   nsz    uff  der   uffart   äben,    ob- 
gemelts  j&rs^}.  & 

Mai  23  Darnach  uff  mentag  nach  der  heiligen  dryvaltigkeit  er- 
schall ein  red^),  wie  das  der  küng  Ton  Franckrich  Ast  und 
Alexander  yn  hett  genommen  und  Meylandt  euch  wider  w51t 

Mfti  27  han.    Also  wurden  die  Eydgnossen  9eu  r&dt  und  schickten  am 
&itag  nach  der  heyligen  dryvaltigkeit^  noch  8000  hinweg  in  lo 
Meylandt,  den  andern  noch^);  und  was  under  denen  von  Basel 
junckher  Heinrich  Meltinger  houptman,  meister  Mang  Schnits 

3.  Beide  Hse.:  Haiie  Ber  ftirierer. 

1)  Zur  Gesammtsahl  von  4000  hatte  Basel  auf  den  t.  Mai  nur  200  lu 
stellen,  und  Ton  diesen  waren,  wie  gewohnt,  die  Hälfte  aus  den  Aemtem, 
also  100;  s.  ebend.  und  ygl.  den  Brief  des  Raths  an  die  LandTögte,  Tom 
22.  April,  im  8t  A.,  Missivenbuch  XXV  16 1». 

2)  Der  spätere  Oberstzunftmeister. 

3)  Zunftmeister  der  Sehiffleute. 

4)  »Hans  Herr  der  furrier«  wurde  nach  der  Schlacht  bei  Noyara  aus 
dem  Heere  ausgestossen,  weil  er  die  Flucht  ergriffen  hatte;  s.  einen  Bei- 
settel  Bum  Brief  des  Hauptmanns  Hans  Stoltf  Tom  6.  Juni,  sowie  auch  die 
Kundschaften  über  die  Schlacht,  beides  im  St  A.,  Bd.  St  91  (10).  Den 
Beisettel  s.  abgedr.  bei  Fechter,  Die  Schlacht  von  Noyara,  im  R  Taschen- 
buch 1863,  S.  128. 

5)  Sie  sogen  über  Bern  und  Freiburg,  durch  das  Wallis  und  über  den 
Simplon  nach  Domo  d'Ossola,  wo  sie  am  17.  Mai  sich  mit  den  Bemem, 
Freiburgem  und  Solothumem  vereinigten,  und  von  dort  weiter  nach  No- 
yara, wo  sie  die  übrigen  Orte  trafen;  s.  die  Briefe  der  Basler HauptL  vom 
8.  u.  22.  Mai,  im  St.  A.,  Bd.  St  91  (10),  beide  abgedr.  bei  Fechter  a.  a.  O., 
S.  llOff.  u.  113ff. 

6)  Nämlich  auf  der  Tagsatsung  bu  Zürich,  welche  am  18.  Mai  be- 
gonnen hatte;  s.  Eidg.  Absch.  lU  2,  S.  714  u.  716n,  und  TgL  Anshelm 
m  416. 

7)  An  diesem  Tage  erfolgte  der  Aufbruch  jedes  Ortes;  s.  Eidg.  Absch. 
a.  a.  O.  und  ygL  den  Brief  der  Basler  HauptL  vom  2.  Juni,  im  St  A.,  Bd. 
St  91  (10). 

8)  Von  diesen  8000  stellte  Basel  400;  s.  Eidg.  Absch.  IH  2,  S.  716n 
und  ygL  den  Aussugsrodel  im  St.  A.,  Bd.  St  91  (10),  femer  im  Bd. 
St  91  No.  3  die  Instruction  des  Hauptmanns.  Sie  zogen  über  den  Oott- 
hard  nach  Arona  und  Varese,  wo  das  Heer  sich  yersammelte,  um  yon  dort 
aus  am  5.  Juni  Noyara  su  erreichen;  s.  den  Lieferungsrodel  dieses  Zug^, 
femer  den  Brief  der  Bemer  HauptL  yom  5.  JunL  sowie  denjenigen  des 
Basler  Hauptmanns  Heinrich  Meltinger  yom  6.  Juni,  alles  im  St  A.,  Bd. 
St  91  (10). 


1513.  45 

latenei^),  Hans  Baltamer  der  oberist  kneoht,  fänriob^),  Matheus 
Wents  Torfänrich'). 

Also  zngent  die  knecht  streng  fiiisioh,  denn  es  tett  nott. 
Wann  uff  fiitag  vor  Medardi  hett  der  Frantsosz  die  Eidgnossen  Juiü  3 
s  belegeret  in  Nawerra^},  mit  einem  grossen  yolok  und  gesohütz, 
und  uff  samstag  £riie  angefangen  9eu  schiessen,  desz  glichen  Jam  4 
kein  Eidgnosz  nie  gesechen  hat.  In  eym  tag  hat  er  vier  tiirn 
und  die  muren  hundert  [206]  schritt  lang  abzerschossen  und 
als  eben  gemacht^  das  sy  zu  rosz  wol  hinyn  werent  geritten^). 

loDesz  die  Eidgnossen  grosse  not  leyden;  denn  der  Frantzosz 
die  sach  gern  uszgemacht  hett,  ee  dann  die  andern  Eidgnossen 
denen  in  der  statt  zu  hilff  kommen  weren.  Aber  der  all- 
mechtig  gott,  der  alle  ding  vermag,  kam  ynen  zu  hilff;  wann 
die  Eidgnossen  vil  mit  den  Frantzosen  erlitten  hatten.     Aber 

15  eins  erschrackt  die  Frantzösischen,  nämlich  das  die  Eidgnossen 
das  recht  thor  nye  vor  ynen  beschlussen.    Am  sampstag  umb  Jnni  4 
die  fiinffi  fielent  sy  mit  gewalt  ins  thor^);  also  gieng  es  den 
Eidgnossen  wol,  tribent  ire  find  wider  bindersioh.    Do  wurden 
uff  beden    sytten   ettliche   erschlagen;    denn    die  Eidgnossen 

20  stunden  ein  nacht  und  ein  tag^)  in  der  Ordnung. 

1)  Mang  Schmtier,  Rathsherr  der  Webersunft. 

2)  VeTmnthlieh  ein  Sohn  des  gleichnamigen  Oberstrathsknechta  Ton 
1471;  vgL  B.  Chron.  IV  75,  A.  2. 

3)  Hans  Baltheimer  der  F&hndrich  erkrankte  achon  am  f  weiten  Marseh- 
tage  (28.  Mai}  am  >kalten  Weh«.  £r  blieb  deshalb  in  Zofingen  mrück, 
und  an  seine  Stelle  trat  der  YorlShndrieh  Wents,  der  sieh  nachher  in  der 
Schlacht  Tom  6.  Juni  so  sehr  bew&hrte,  dass  der  Rath  befahl,  ihm  das 
Fähnlein  auch  femer  su  lassen,  nachdem  Baltheimer  wieder  hergestellt  und 
beim  Heere  eingetroffen  war;  s.  den  Brief  der  Basler  Hauptl.  Tom  29.  Mai, 
im  St.  A.9  Bd.  St  91  (10),  und  denjenigen  des  Raths  Tom  13.  Juni,  im 
MissiTenb.  XXV  26,  abgedr.  bei  Fechter  a.  a.  O.,  S.  129  ff.  VgL  auch  unten 
8.  47,  A.  8. 

4)  Nfimlich  jene  4000,  welche  schon  am  4.  Mai  ausgesogen  waren;  s. 
oben  S.44,  A.5.  Diese  waren,  Tom  Simplen  herabk'ommend,  am  19.  Mai  Ton 
NoTara  nach  Casale  su  Hersog  Maximilian  gesogen,  der  jedoch,  durch  un- 
günstige Nachrichten  beunruhigt,  am  30.  Mai  sie  nach  NoTara  surückführte; 
s.  den  Brief  der  Basler  Hauptl.  Tom  22.  Mai,  sowie  denjenigen  des  Ffthn- 
drichs  Bondorff  Tonf  7.  Juni,  beide  im  St.  A.,  Bd.  St  91  (10),  und  abgedr. 
bei  Fechter  S.  113ff.  u.  119ff.,  wo  übrigens  S.  119  statt  »23.  Maie  su  lesen 
ist:  30.  Mai.  Femer  Tgl.  den  Brief  der  Solothumer  HauptL  Tom  6.  Juni, 
bei  Gluts-Blosheim  in  J.  Müllers  Schweisergesch.  V  2,  S.  546,  sowie  auch 
Anshelm  HI  419. 

5)  VgL  die  Briefe  Ton  Stols  und  Bondorff,  Tom  6.  tmd  7.  Juni,  bei 
Fechter  S.  119  ff.,  femer  Anshebn  HI  420. 

6)  Ueber  den  Kampf  um  das  Thor  >wider  Fyeffen«  (gegen  VigcTsno) 
B.  Bondorff  und  Stolts,  bei  Fechter  a.  a.  O. 

7)  VgL  ebend.  S.  120:  den  samstag  zu  oben  und  die  gantse  nacht 


46  Mailinderkriege. 

Juni  &  Uff  Sonntag  fiüe  brachen  die  Frantzftsischen  an  und  weiten 
gestüimpt  han,  waient  ettliche  über  die  muren.  Sy  Sachen 
aber  die  Eidgnossen  in  der  mäsz  an  end  stän.  das  sy  abzugent. 
Und  lagent  die  von  Basel  mit  irem  fänlin  zu  nechst  an  der 
muren  y  und  die  von  Zürich  by  ynen^).  Und  uff  den  selben  s 
Sonntag  zugent  die  andern  Eydtgnossen  denen  in  der  statt  zu^). 
Also  wurden  sy  mit  eynander  zu  rädt,  witter  an  die 
Frantzfisischen  ze  ziechen^),  ruckten  damit  von  Nawerren 
hinuBZ,  16000  starck^).  Do  hatten  yre  fyend  ein  liger  ge- 
schlagen, kum  ein  halbe  myl<^)  von  den  Eydtgnossen,  ynen  lo 
onwissen.  Also  zugent  die  Eidgnossen  dfthSr.  D&  richtet  der 
Frantzosz  sin  geschütz  inn  sy,  die  landsknecht  in  eyn  huffen, 
und  dry  huffen  kürisser.  Also  machten  die  Eidgnossen  zwen 
huffen  <^),  gerieten  mit  ISren  buchen  7}  ann  sy  hin  und  schlugen! 
mit  ynen.  t5 

(206^]  Do  was  grosse  not,  und  gieng  fast  ernstlichen  zu. 

3.  Beide  Hes.:  in  der  m&sz  sn  nnd  attn. 

1)  Vgl  Bondorffs  Brief,  bei  Fechter  a.  a.  O.,  S.  120. 

2)  Sie  trafen  Abends  ein,  nachdem  die  Fransosen  schon  Mittags  ab- 
gesogen waren;  s.  ebend.,  sowie  auch  die  Briefe  von  Stolts  und  Meltinger, 
beide  Tom  6.  Juni,  im  St  A.,  Bd.  St  91  (10),  und  den  erstem  auch  bei 
Fechter  S.  121. 

3)  D.  h.  am  folgenden  Morgen,  Montags  den  6.  Juni. 

4)  Diese  Zahl  scheint  auf  der  irrigen  Voraussetzung  zu  beruhen,  dass 
beide  Heere  der  Eidgenossen  je  8000  Mann  gezfihlt  hAtten;  s.  oben  S.  43, 
A.  9.  Nun  zogen  allerdings  schon  neben  dem  ersten  Zuzüge  von  4000  Mann 
noch  gegen  2000  sog.  Freiknechte  mit;  s.  Eidg.  Absch.  in  2,  S.  716d.  Da- 
gegen trafen  Tom  zweiten  Zuzüge  die  Zürcher  sammt  andern  östlichen 
Orten  erst  am  Tage  nach  der  Schlacht  ein ;  s.  Anshelm  III  420.  Auch 
spSter  wurde  das  Heer  von  den  Basler  HauptL  nicht  höher  als  15000  Mann 
gesch&tzt;  s.  ihren  Brief  yom  19.  Juni,  im  St  A.,  Bd.  St  91  (10). 

5)  D.  h.  Vi  deutsche  Meile,  wie  auch  Bondorff  hat  Nach  Stolts  und 
Melünger  hingegen,  und  auch  nach  Anshelm,  war  es  nur  1  italienische, 
d.  h.  Vi  einer  deutschen  Meüe.  Die  französische  Stellung  lag  zwischen 
Noyara  und  Trecate,  also  östlich  von  der  Stadt,  auf  der  Strasse  nach  Mai- 
land; s.  den  Brief  Herzog  Maximilians  an  Bern,  vom  6.  Juni,  bei  Anshelm 
III  425. 

6)  Nur  zwei  Haufen  unterscheidet  auch  Anshelm  III  421.  Laut  dem 
Brief  des  Solothumer  Hauptmanns  Nikiaus  Konrad  jedoch,  yom  5.  Juli, 
waren  es  ihrer  drei;  s.  Qiutz-Blozheim  S.  549. 

7)  Sie  waren  Morgens  frühe  ausgezogen;  s.  Bondorff,  b.  Fechter 
S.  1 24.  —  lieber  die  Schlacht  Überhaupt  ygl.  die  Briefe  yon  Meltinger  und 
Bondorff,  yom  6.  u.  7.  Juni,  bei  Fechter  S.  123  ff.,  femer  die  nachträglich 
in  Basel  aufgenommenen  Kundschaften,  in  St.  A.,  Bd.  St  91  (10),  und  die 
Briefe  der  Solothumer  Hauptl.  yom  6.  Juni  und  5.  Juli,  bei  Gluts-Blozheim 
S.  546  u.  549. 


1513.  47 

Also  gab  gott  sin  steroke,  das  die  Eydgnossen  gesigten  und 
mit  gfittlicher  hilff  das  veld  behielten;  erschlugen  der  fyenden 
6000  landsknecht,  800  kürissex^),  und  mer  dann  400  I^antsfi- 
aischei  fonknechten:  gewunnen  dem  Frantasosen  alles  sin  ge- 

sschütx  ab,  desE  onmSssen  vil  was,  wol  17  grosser  notschlangen, 
4  grosser  oarthonen^],  400  hocken^)  und  vil  handtbüchsen, 
ouch  vil  stügzüg  und  was  zum  stürm  gehört,  on  ander  vil 
guts,  das  da  gewunnen  und  alles  uff  16  wägen  geladen  wart^). 
Do  hatt  ouch  ein  burger  von  Basel,  mit  namen  Caspar  Rapp, 

10  einen  knecht,  der  gewann  ein  hüpsch  fänlin^).  Dargegen  uss 
der  gantaen  Eidgnosohafft  und  firyen  knechten^}  kamen  umb 
by  1000  man  7).  Es  wurden  ouch  vil  wund,^).  Die  von  Basel 
allein  verlurent  usi  yren  beden  stetten^),  ämptern  und  mit- 
soldnem^®)  75  man^^}.    Die  andern  käment  wider  heim  ^2)  und 

1.  B:  Also  gab  gott  gnld,  dM.  3.  Boido  Hu.:  Tm  M  kftriMer,  itstt  Ym  G. 

6.  Beid«  Ew.:  Vnn  C  hocken,  statt  im  C.  11.  E:  kamen  nmb  nnd  wurden  Ter- 

loron  Vy  1000  man.  12.  E:  Und  in  minderkeit  die  Ton  Baael  Torlvrent 

1}  Die  meisten  Berichte  schätsen  den  Gesammtrerlust  des  französischen 

Heeres  auf  8000  Mann;  8.  Gluts-Bloiheim  S.  322,  A.  174.    Denmach  dürfte 

>8000  Küiisaer«,  vie  unser  Text  in  beiden  Hss.  hat,  entstellt  sein  aus  800. 

2}  YgL  Meltinger,  bei  Fechter  S.  124,  und  ebenso  Stolti,  im  St.  A., 

Bd.  St.  91  (10):  3  earthonen  und  17  notschlangen. 

3)  VgL  den  Brief  der  Bemer  Hauptl.  vom  7.  Jimi,  bei  Anshelm  III 
427:  ob  400  hagkenbflehsen.  Es  scheint  daher  Ymi«:,  wie  beide  Hss.  haben, 
entstellt  in  sein  aus  DIK 

4)  VgL  die  in  Anm.  2  erwfthnten  Briefe. 

5)  Dieser  Knecht,  welchem  deshalb  das  Bürgerrecht  geschenkt  wurde, 
hiess  Georg  TrCLbelmann  yon  Bamlach.  Das  Fähnlein  war  weiss  und  blau 
getheilt;  s.  Fechter  S.  127  u.  142,  femer  im  St.  A.,  Oeb.  VII  150b.  _  Ueber 
einen  Andern,  dem  wegen  seines  tapferen  Verhaltens  ebenfalls  das  Bürger- 
recht geschenkt  wurde,  s.  B.  Chron.  IV  146,  A.  1.  —  Ueber  Trübelmann  s. 
sneh  Oeb.  VIU  80^  und  B.  Taschenbuch  1858,  S.  83. 

6)  Ueber  die  freien  Knechte  s.  oben  S.  46,  A.  4. 

7)  VgL  den  Brief  der  Basler  HauptL  Tom  1.  Juli,  im  St.  A.,  Bd.  St. 
91  (10),  wo  der  Verlust  der  Sieger  an  Todten  auf  900  bis  1000  9ium  höchsten« 
gesch&tit  wird. 

8)  Unter  diesen  war  auch  der  Basler  Fähndrich  Wents;  s.  seine  Aus- 
sage in  den  Kundschaften  über  die  Schlacht,  im  St  A.,  Bd.  St.  91  (10). 
Ueber  andere  yerwundete  Basler  s.  ebenfalls  diese  Kundschaften. 

9)  Aus  Gross-  und  Klein-BaseL 

10)  Zu  diesen  gehörten  namentlich  einige  Mülhauser.  Schon  beim 
ersten  Zuzug  vom  4.  Mai  hatte  Basel  sich  anerboten,  unter  sein  Fähnlein, 
das  nur  200  Mann  sählen  durfte,  6  Mülhauser  aufzunehmen;  s.  im  Missi- 
Tenb.  XXV  18  den  Brief  yom  27.  April  an  Mülhausen. 

11)  Ein  jetzt  verlorenes  Verzeichniss  dieser  75  Gefallenen  wird  als  Bei- 
lage'erwShnt  im  Briefe  der  Basler  Hauptl.  Tom  2.  Juli,  im  St  A.,  Bd.  St  91  (10). 

12)  Nach  der  Schlacht  brach  das  Heer  am  10.  Juni  auf  und  zog  zuerst 


48  MaiUnderkriege. 

jau  17  sugent  yn  am  sontag  nach  sant  keyser  Heinrichs  tag  umb  die 
yiery,  des  järs  wie  obstat. 

Von  dem  h6izug  gon  Dysion. 

Als  dei  Bfimisoh   keysei   Maxemilian   an  den   küng  von 
Franckrich  im  das  gants  hertEOgthumb  Boigund  (daruff  er  im  5 
aber  ein  summ  golds  gelüchen)^)   wider  zu  sinen  banden  ze 
stellen  begerte,  und  sich  der  küng  solichs  ze  thund  widerte, 
do  mante  der  keiser  die  Eidgnossen,  das  sy  im  nach  lut  der 
verein^)   zu   weiten   ziechen   und   den    küng  von   Franckrich 
helffen  [207]  schädigen.     Solichs  wurden  die  Eidgnossen  rätig  lo 
ze  thund,  und  seyttents  im  zu').     Daruff  ward  angeschlagen 
mit  hörszcrafft  für  Dysion  ze  ziechen^}. 
i&t3         Also  im  1513  jar,  [domstags]  des  nechsten  tags  vor  sant 
^'     Ludwigen  tag  ^),  zugent  die  von  Bern  usz  mit  dem  houptbaner 
und  2700  mannen,  und  die  von  Solaturn  mit  dem  houbtbaner  \b 
und  tOOO  mannen,  und  die  von  Friburg  usz  Oechtland  euch 
mit  dem  houbtbaner  und   1000  mannen<^],    und  mit  zweyen 
£ryen   fänlin^);    zugent   durch  Timerstal  ^)   den   nechsten   gon 
Bisantz   zu^).      Die    Walliser    zugent    euch    dahin   mit   irem 
houbtbaner  ^^),  20 

6.  E:  eiUieli  tiLonen  golds.  13.  Hs.:  des  neduten  tags;  B:  donutsgi. 

bis  lyrea,  dann  südwfirts  bis  Asti  und  Alessandzia,  um  hierauf  erst  nach 
dem  4.  Juli  von  dort  aus  heimwärts  su  liehen;  8.  Anshehn  HL  430 £ 

1)  Nämlich  200000  Kronen;  s.  unten  8.  56,  A.  3. 

2)  Auf  Grund  der  sog.  Erbeinigung  vom  7.  Febr.  1511;  s.  Eidg. 
AbBCh.  III  2,  S.  1343  ff. 

3)  Ueber  diese  Verhandlungen,  yom  27.  Juni  und  20.  Juli,  s.  ebend. 
S.  722  u.  726  ff. 

4)  Ueber  diesen  Beschluas,  vom  1.  August,  s.  ebend.  S.  830  ff. 

5)  Nämlich  St  Ludwigs  des  Bischofs.  Dieser  Heiligentag  (19.  August) 
steht  nicht  im  Basler  Kalender;  s.  B.  Chron.  IV  476. 

6)  Die  Zahl  der  ausgesogenen  Bemer  ist  richtig,  während  Solothum 
und  Freiburg  nur  700  und  600  zu  stellen  hatten;  s.  den  allerdings  nicht 
ToUständigen  Anschlag  bei  Anshelm  III  480. 

7)  Laut  Anshehn  in  481  sogen  neben  den  16000  Angebotenen  noch 
9000  sog.  Freiknechte  mit,  worunter  4000  Bemer.  Diese  sollten  jedoch, 
laut  den  Tagsatsungsbeschlüssen  yom  1.  u.  12.  August,  nicht  in  besonderen 
Schaaren  ziehen,  sondern  jeder  unter  dem  Panner  des  Orts,  zu  welchem  er 
gehörte;  s.  Eidg.  Absch.  lU  2,  S.  730  u.  732. 

8)  Durch  das  St  Immerthal.  Zur  Namensform  im  Texte  vgl.  das 
dialektische  Dalben  für  St.  Alban,  Delsbethen  für  St.  Elsbethen,  Durs  für 
St.  Ursus,  auch  umgekehrt  die  Schreibung  Sant  Joder  für  St  Theodor. 

9)  Von  St  Imier  weiter  über  Pontarlier  ziehend,  trafen  die  Bemer 
in  Besannen  schon  am  24.  August  ein;  s.  Anshelm  III  481. 

10)  Mit  1400  Mann;  s.  ebend. 


1513.  49 

Utf  sant  Ludwigs  tag  giengent  des  keyseis  biichsen  hin-  Ang.  19 
weg^),  was  ein  grosz  und  ein   klein  houptstuck,   4  klein  car- 
tonen,  ein  gutti  grosse  notsohlangen  und  6  fakünlin,  ein  wagen 
mit  spiessen,  ein  wagen  mit  hallebaxten,  und  sunst  vil  wagen 

s  mit  bulffer  und  mit  steinen,  und  was  daizu  gehört.  Und  vor 
gemelten  biichsen  und  dem,  das  darzu  gehört,  giengent 
210  rosz. 

Uff  den  selben  tag  (wie  obstat)  zugen  die  buntgnossen  von 
Mülhusen^)  mit  irem  fäniin,  wysz  und  rott,   und  80  mannen 

10  zu  Basel  yn:  was  Martin  Brüstlin  fänrioh,  und  Hans  Geltner 
vorfanrich. 

Amm  nechsten  tag  noch  sant  Ludwigs  tag,  was  sambstag ^j,  Aag^.  2) 
zugen  die  von  Basel  usz  mit  dem  fäniin,  wysz  und  schwartz^j^ 
und    700  mannen!^},    gon   Bisantz    zu^).     Was   herr  Lienhart 

15  Grieb  houptmann,  Jacob  Meyer,  oder  den  man  nampte  Jacob 
zum  Hasen,  liitener.  Andres  Bischoff  [207^]  fänrich?),  Bartolme 
zum  Sternen,  Martin  von  Liestals  sun^),  vorfanrich.  Und 
wurden  ynen  von  den  raten  zugeben  meister  Simon  Glaser, 
meister  Thoman  Hertenstein,  meister  Martin  zum  Schwartzen 

2n  Sternen  in  der  Hutgassen  *),  und  meister  Hans  Grasz. 

Am  selben  sambstag  zoch  ein  fry  fäniin^®)  durch  Basel, 
was  rott  und  wysz,  zwen  Schlüssel  darinnen  ^^)  und  ein  seh  wert 

1)  Nämlich  von  Basel  aus;  s.  unten  Beilage  I.  Ueber  dieses  Geschüti 
TgL  Eidg.  Absch.  m  2,  S.  731. 

2)  Zwischen  Basel  und  Mülhausen  bestand  seit  1506  ein  Bündniss 
auf  20  Jahre;  s.  Stadt.  Urk.  1506  Juni  5,  auch  Mossmann,  Cartulaire  de 
Mulbouse  IV  444  ff. 

3}  Nachmittags;  s.  unten  Beilage  I. 

4]  Auf  der  Tagsatzung  vom  12.  August  waren  die  Meinungen  darüber 
getheilt,  ob  jeder  Ort  mit  seinem  Panner  oder  nur  mit  einem  Fähnlein 
ausziehen  sollte,  und  deshalb  handelte  jedes  nach  Gutfinden;  s.  Eidg.  Absch* 
m  2,  8.  732. 

5)  Basel  war  nur  auf  600  Mann  veranschlagt;  s.  Anshelm  ni  480, 
and  YgL  die  Instruction  der  Basler  HauptL,  im  St  A.,  Bd.  St.  91  (10). 

6)  Ueber  ihren  Weg  bis  dorthin  s.  unten  Beilage  I. 

7]  Ueber  ihn  s.  B.  Biographien  I  81.  Er  war  der  Sohn  jenes  Andreas 
Bischoff,  welcher  1476  bei  Grandson  war;  s.  B.  Chron.  II  357. 

8)  »Zum  Sternen  €  nannte  er  sich  yermuthlich  nach  dem  Gasthause 
d.  N.  in  der  AeschenTorstadt,  jetzt  No.  44. 

9)  Dieses  Wirthshaus,  jetzt  Hutgasse  No.  15,  gehörte  demRathsherm 
Martin  von  Dachsfelden;  Tgl.  unten  Beilage  I.  Die  Hutgasse  wird  hier 
erwähnt,  weil  es  noch  andere  Häuser  >zum  Schwarzen  Stern«  gab,  nämlich 
Gerbergasse  No.  3  und  Schwanengasse  No.  6. 

10}  Ueber  die  Freif&hnlein  überhaupt  s.  oben  S.  48,  A.  7. 
11)  Da  die  Franzosen   als  Abzeichen   weisse  Kreuze   trugen  wie   die 
Eidgenossen,   so  hatten  letztere   auf  der  Tagsatzung  vom  1.  August  be- 

BmIct  Chroniken.    Tl.  4 


50  Mailänderkriege. 

darduroh,  mit  vil  hüpscber  knechten.     Und  noch  eins  hieng 
zur  Cronen^},  zooh  ouch  uff  den  tag  hinweg. 
Aag.  21  Am  Sonntag  früe  zooh  ein  fry  fAnlin  zu  Basel  durch,  was 

grien  und  wysz  und  zwen  silber  Schlüssel  darinnen,  wol  mit 
300  mannen;  deren  houptman  was  Rottengatter  der  würt  von  s 
Constantz^). 

Am  selben  sontag  zoch  ein  fry  fäniin  durch,  was  wysz, 
brun  und  rott  versetzt,  wol  mit  400  mannen. 

Item  grad  darnftoh  kamen  zwey  fry  fänlin;  was  das  ein 
wysz,  rott  und  giien,  und  Schlüssel  darinnen;  das  ander  was  io 
ouch  alsOf  denn  das  es  ein  rott  port  umbher  hatt.  Die  bedy 
hatten  300  man. 
Aug.  31  Aber  uff  sonntag  nach  sant  Ludwigs  tag  zugen  die  von 
Schaff husen  zu  Basel  yn  mit  dem  houbtbaner,  was  gel  und 
ein  schwartzer  wider  darinnen,  wol  mit  500  mannen  ^j.  is 

Uff  den  selben  sonntag  kam  das  fönlin  von  Obern  Baden, 
was  oben  by  der  Stangen  gar  schier  halber  rott,  und  unser 
lieby  fräwen  in  der  sunnen  darinnen,  und  ir  liebs  kind  am 
arm,  und  ein  silberer  mon  under  yren  f&ssen,  und  underhalb^j 
ein  schwartzer  pfol  herab  durchuszhin;  hatten  330  mann.  20 

Grad  darnach  kam  das  fenlin  von  [208]  Hellingen,  hatt 
ein  blutrot  feld  und  ein  grossy  wysse  kugelen  in  der  mitty, 
und  in  der  kugelen  zwen  guldin  Schlüssel^];  wol  mit  100 
mannen. 

Grad  uff  die  selben  kamen  die  von  Gryffensee,  mit  einem  3 
gantz  gr&nen  fänlin  und  einem  grossen  silberin  gryffen,   und 
ein  Züricher  schilt  darinnen;  hatten  wol  by  150  mannen. 

Uff  den  selben  sonntag  zugen  zu  Basel  yn  des  bischoffs 
von  Constantz  lütt  mit  irem  baner,  was  schnewysz  mit  guldinen 
Sternen,    und  unser  lieby  fräwen  in  einer  guldinen  sunnen,  30 
und  ir  liebs  kind  an  irem  arm  und  den  m&nen  under  iren 


schlössen,  auf  diesem  Feldzuge  neben  den  Kreuzen  noch  weisse  Schlüssel, 
das  Zeichen  des  Papstes,  zu  tragen;  s.  £idg.  Absch.  III  2,  S.  731. 

1)  Das  Gasthaus  zur  Krone,  jetzt  Schifflände  No.  5. 

2)  Lienhard  Rotengatter.  Nach  amtlicher  Schätzung  zählte  seine 
Sohaar  500  Mann;  s.  Eidg.  Ahsch.  m  2,  S.  731  u.  1030. 

3)  Dieser  und  alle  folgenden  Zuzüge  erscheinen  durchweg  stärker  als 
im  Anschlag,  weil  sie  durch  Freiknechte  verstärkt  wurden;  s.  Anshelm 
ni  480  ff.  und  Eidg.  Absch.  m  2,  S.  730. 

4)  D.  h.  in  der  untern,  weissen  Hälfte  des  Fähnleins. 

5)  In  Folge  des  Pavierzuges  Ton  1512  hatten  manche  Landschaften 
der  Eidgenossen  das  Vorrecht  erlangt,  in  ihren  Pannem  die  päpstlichen 
Schlüssel  zu  führen;  s.  Th.  t.  Liehenau,  über  die  Siegel  der  luzemischen 
Landschaft,   im  Schweizer.  Archiv  für  Heraldik  1897,  S.  5  ff. 


1513.  51 

f&ssen;  und  halten  by  den  500  mannen.    Es  lüffen  euch  sunst 
die  obgemelten  diy  tag  ob  2000  knechten  durch. 

Amm  mentag  zugen  die  von  Winterthur  mit  irem  baner  zu  Aug.  22 
Basel  yn;  darinn  stunden  zwen  rot  löwen  ob  eynandei  in 
s  einem  wyssen  feld,  und  ein  roter  strich  zwiischen  den  l&wen 
duichhin,  und  denn  im  wyssen  feld  eyn  grosz  guldin  criitz, 
oben  mit  der  dornin  cronen,  an  einer  sytten  die  geyszlen,  ann 
der  andern  die  ruten,  wie  der  allmechtig  gott  ab  dem  crütz 
genommen  wart,  und  oben  im  wyssen  feld  zwen  guldin 
{«Schlüssel;  und  hatten  wol  150  man. 

Grad  in  zweyen  stunden   darnach  zugent  die  von   Sant 

Gallen    zu   Basel  yn   mit  yrem  zeichen,    was   wysz    und   ein 

schwartzer  her  darinnen  uffrechtig,  mit  einem  guldinen  halsz- 

band,  mit  guldinen  kläwen  an  allen  fieren,  und  guldin  zeen, 

15  so  vil  er  im  mul  hatt;  und  zugen  wol  mit  200  mannen. 

Uff  den  selben  mentag  zugent  die  von  Zürich  yn  gon 
Basel,  wol  mit  4000  mannen  und  fast  wol  gerüst  mit  4  [208^] 
Schlangenbüchsen,  und  mit  irem  zeichen,  was  blo  und  wysz, 
und  zu  oberest  ein  roter  strich  dem  baner  noch  uszhin,  und 
20  by  der  Stangen  obnen  die  heilige  dryvaltigkeit  mit  der  be- 
krönung  der  würdigen  muter  gottes.  Und  ir  schützenfänlin 
gieng  Yoranhin,  was  ouch  wysz  und  blo,  ein  guldine  handt- 
büchsen  und  ein  guldin  armbrust  darinnen. 

Es  kam  ouch  mit  ynen  das  ampt  Begenspurg^),  so  zu  ynen 
:25  gehört,  mit  yrem  fänlin,  was  gantz  wys  und  ein  grAner  berg 
darinnen,  und  ein  hüpscher  regenbogen  über  den  berg. 

Sy  brachten  ouch  mit  ynen  das  ampt  Gr&ningen  mit  irem . 
baner,  was  gantz  gr6n  und  ein  wysser  Idw  darinnen. 

Sy  braditen  witter  ouch  die  von  Steyn,  so  unter  sy  gon 

v)  Zürich  gehörent,  mit  irem  fänlin;  in  welchem  was  ein  grosser 

hocher  grower  felsz  oder  stein,    obenuff  eben  und  grien  wie 

ein  klein  mätlin,  doruff  knüwte  ein  junckfrow,  und  under  dem 

felsen  stund  sant  Jörgen  figur,  als  er  den  lindwurm  stach,  und 

stund  ein  wysz  crütz  am  felsen. 

^         Uff  den  selben  tag  kam  die  gräffschafft  von  Kyburg;  was 

ir  zeichen  also:  ein  rouchfarwer  tamast,  darinn  zwen  guldin 

löwen  ob  einander,    und  ein   guldiner   strich   zwüschen  den 

löwen  hindurch,   und  oben  by  der  Stangen  sant  Niclaus  und 

vor  im  ein  bapsthut;  gehört  gon  Zürich. 

40         Darnach  kamen  die  von  Eglisow,  so  ouch  under  die  von 


1)  Regensberg. 

4* 


52  Mail&nderkriege. 

Zürich  gehftrent,  mit  irem  fönlin,   was   gantz  gel  und  darinn 
ein  schwartzer  hiitz  uff  einem  grAnen  feld. 

Nach  denen  kamen  die  von  Angelingen  ^},  so  denen   von 
Zürich  angehörig ;  deren  fänlin  was  rot,  darinnen  zwen  guldin 
löwen  über  einander  und  ein  geler  strich  zwüschen  den  15wen  ^ 
hindurch. 

[209]  Mäch  denen  allen  käment  die  von  Archa^),  so  euch 
denen  von  Zürich  zugeh&rent,  mit  einem  roten  i^nlin,  in  wel- 
chem unden  dry   schwartz  rfldenkftpff  stunden   mit   guldinen 
halszbanden,  ouch  mit  guldinen  zenen  und  kläwen,  und  in  der  lo 
mitty  die  Veronica.^) 

Des  selben  mentags  zugent  ouch  zu  Basel  yn  die  gotts- 
huszlüt  von  Sant  Gallen,  wol  mit  600  mannen  und  mit  irem 
zeichen,  was  gel  und  ein  schwartzer  ber  uffrecht  darinn. 

Darnach  über  ein  stund  zugent  zu  Basel  yn  die  von » 
Frowenfeld  und  Diessenhoffen  mit  yren  zeichen.  Was  Frowen- 
felds  zeichen  ein  schnewysz  feld,  und  ein  roter  Uw  darinn 
mit  einem  guldinen  halszband  und  einer  guldin  ketten,  den 
ffirt  ein  hüpschs  fröwlin  in  einem  roten  rock;  es  waren  ouch 
zween  guldin  Schlüssel  darinn.  Diessenhoffen  fürt  eyn  rot  20 
baner,  zwen  guldin  löwen  darinn,  und  ein  guldin  strich 
zwüschen  den  ISwen  durchnider.  Hatten  under  den  beden 
zeichen  wol  1200  mann.  , 

Ang.  23  Uff  zinstag  kamen  die  usz  dem  Byntal,  von  Fudutz,   Ra- 

gatz   und    Ryneck^j    zu    Basel    ynziechen    mit   irem   zeichen,  2s 
was  wysz  und  ein  guldiner  stern  darinn;  hatten  ob  den   500 
-mannen. 

Uff  den  selben  zinstag  kament  die  von  Raperschwyl  am 
Zürichsee  mit  eym  wyssen  fänlin,  und  zwo  grosz  rott  rosen 
darinnen  mit  esten;  hatten  wol  150  man.  30 

Des  selben  zinstags  kament  die  von  Lutzern  mit  irem 
houbtbaner,  was  blo  und  wysz,  und  oben  by  der  Stangen 
unser  lieber  herrgott  am  Oelberg,  und  ein  engel  uff  dem  Oel- 
berg  mit  dem  crütz.  Und  gieng  das  schützenfänlin  vor,  was 
ouch  blo  und  wisz,   und  dry   guldin  handtbüchsen  darinnen.  35 

4.  Beide  Hsi. :  diren  fSnlin.  26.  Hs.:  wm  wja;  E:  was  wjn. 

1)  Andelfingen. 

2)  Vermutfalich  ist  Elgg  gemeint;  denn  zu  diesem  stimmt  das  nach- 
folgend beschriebene  Fähnlein  mit  den  drei  Radenköpfen. 

3)  D.  h.  das  Tuch  der  Yeronica  mit  dem  Antlitz  Christi. 

4)  D.  h.  aus  der  Vogtei  Kheinthal,  zu  der  auch  Rheineck  gehörte.  Vaduz 
aber,  jenseits  des  Rheins,  gehörte  nicht  dazu,  und  Ragaz  zu  Sargans. 


1513.  53 

Mit  [209^]  denen  von  Lutzein  kamen  die  usz  Rotten- 
buigei  ampt,  so  zu  ynen  gehörent,  mit  einem  houbtbaner,  was 
gantz  wysz,  darinn  ein  rotte  bürg  und  zwen  guldin  Schlüssel 
ob  dei  bürg,  und  ein  bäpsthuti]. 
&  Aber  zoch  ein  baner  mit  Lutzern  yn,  was  goldgel  und 
ein  grosser  roter  ISw  darinn  ^j. 

Aber  zugen  mit  den  Lutzerneren  yn  die  von  Sursee  mit 
eim  houptbaner,  was  wisser  und  roter  damast. 

Item  mit  ynen  zugen  yn  die  von  Seelbach  mit  irem  fänlin, 
10  was  rott  und  ein  wisser  weg  dardurch  ^). 

Aber  zugen  mit  ynen  yn  die  von  Waglingen^)  mit  eym 
roten  fänlin,  darinn  stund  ein  grosz  ecklin^).    Also  warent  der 
Lutzerneren   und  ir   zuverwanten,  so  zu  Basel  ynzugen,   wol 
2300  man. 
IS  Darnach  des  selben  tags  kamen  die  von  Buszwyl  mit  eim 

baner,  was  rot,  und  sant  Mauritz  mit  sinem  schilt,  ouch  die 
Veronica^]  darinnen,  und  zwen  guldin  Schlüssel  ob  der  Yeronica; 
gehörten  ouch  under  die  von  Lutzem. 

Bald  nach  denen  zugent  zu  Basel  yn  die  usz  dem  Fryen 

2«)Ampt,  so   gemeinen  Eidgnossen  der  syben  orten   zugehörent, 

mit  einem  grossen  fänlin,  was  halb  goldgeler  und  halb  blower 

damast,  darinn  unsers  herren  gots  sül,  als  er  gegeyszlet  wart, 

und  was  die  sül  guldin;  brachtent  wol  200  mann. 

Uff  vorgenanten  zinsztag  zugent  die  von  Zug  zu  Basel  yn 
25  mit  yrem  houbtbaner,  was  wysz  und  in  der  mitty  ein  blower 
strich  dardurch;  kament  wol  mit  600  mannen. 

Uff  den  selben  zinstag  zugent  die    von  Ury  zu  Basel  yn 
mit  yrem  fänlin,  was  gel   und  schwartz,  und  im   schwartzen 
ein  wysz  crütz;  hatten  wol  600  mann. 
30  Aber  des   selben  [210]  zinstags  zugent  die  von  Glaris  zu 

Basel  yn  mit  yrem  baner,  was  rott  und  oben  an  der  Stangen 
ein  wysser  strich;  stund  sant  Fridlin  mitten  im  baner  uff  einem 

1)  Vgl.  Th.  y.  Liebenau,  Ober  die  Sigel  der  luzemischen  Landschaft, 
im  Schweizer.  Archiy  für  Heraldik,  1897,  S.  9. 

2;  .Das  Wappen  der  Grafschaft  Willisau;  s.  ebend.  S.  5. 

3}  Das  hier  beschriebene  Fähnlein  entspricht  genau  dem  Wappen  der 
nahe  bei  Sursee  gelegenen  Vogtei  Büren;  s.  ebend.  Der  Name  »Seelbach« 
hingegen  kann  wohl  nur  eine  Entstellung  sein  für  das  ebenfalls  unweit 
Sursee  gelegene  Sempach,  das  jedoch  im  Wappen  den  rothen  Löwen  in 
weissem  Felde  führte. 

4)  Vermuthlich  ist  Weggis  gemeint. 

5]  Egli  heisst  eine  Art  Fische,  und  einen  solchen,  im  roten  Felde, 
führte  die  Vogtei  Weggis  im  Wappen. 

6}  Vgl.  oben  S.  52,  A.  3. 


54  Mailänderkriege. 

giAnen  mittlin.  Es  zooh  mit  ynen  yn  ein  blo  fänlin  mit 
guldin  Sternen,  und  im  fänly  stund  sant  Uisz^].  Die  hatten 
wol  ob  600  mannen. 
Aug.  24  Uff  mitwochen,  was  sant  Baitolomeus  tag,  zugent  die  von 
Switz  gon  Basel  yn  mit  yrem  vierecketen  fänlin,  was  blutrot.  & 
Und  zoch  das  ampt  von  Dockenburg  mit  inen  yn,  ouch  mit 
irem  vierecketen  fänlin,  was  sehne wysz  und  ein  grosser 
schwartzer  rAd  darinnen,  mit  einem  sylberin  halszband  und 
mit  silberin  kläwen  an  allen  fieren  und  silber  zeen,  und  zwen 
Silber  sohlüssel  oben  by  der  stangen;  brachten  ob  2000  mann.  io 

Uff  den  selben  sant  Bartholomeus  tag  zugent  die  Gräwen 
Pündter  yn  mit  Chur.  Und  was  deren  von  Chur^)  zeichen 
ein  schnewisz  vierecket  baner,  ein  schwartzer  Steinbock  darinnen 
in  eym  silberin  schilt,  und  an  der  anderen  sytten  unser  lieby 
frow  in  der  sunnen.  Und  das  f^inlin  vom  andern  pund^)  was  is 
gräw  und  wysz  versetzt  als  ein  schachzabel,  und  gieng  ein 
gräw  und  wysz  criitz  dar  durch,  ouch  versetzt.  Das  dritt 
fänlin^)  was  rott  und  grfln,  von  acht  färben  der  längi  noch 
durchuszhin,  und  ein  wysz  crätz  darinnen.  Die  dry  zeichen 
hatten  wol  2000  man.  20 

Grad  uff  den  selben  tag  zugent  ouch  die  von  Appentzel 
zu  Basel  yn  (waren  die  letsten)  mit  einem  gefierten  baner; 
was  ein  hiipscher  schnewisser  damast,  darinn  ein  uffrechter 
schwartzer  hit  mit  einer  roten  zungen,  roten  oren  und  klftwen; 
hatten  [210^]  wol  700  mann^).  25 

Als  nun  alle  ort  der  Eidgenoschafft  mit  yren  zuverwanten 
vor  Dysion  zusammen  kamen  ^},  wurden  sy  (on  des  keysers 
volck,  und  die  under  ettlichen  ungezelten  £ryen  f&nlin  zugent) 
für  25  860  man  7)  (oder  nach  ettlicher  croniken   anzeigung   für 

1)  Dieses  Wappen  kenne  ich  nicht 

2)  D.  h.  des  Gotteshausbundes. 

3)  Des  Oberen  oder  Grauen  Bundes. 

4)  Des  Bundes  der  Zehn  Gerichte. 

5)  Die  hier  für  die  Durchzüge  yom  19.  bis  24.  August  angegebenen 
Zahlen,  welche  allerdings  nur  auf  oberflächlicher  Schätzung  beruhen,  er- 
geben mit  Einschluss  der  700  Basler,  sowie  auch  aller  Freischaaren,  eine 
Summe  von  naheiu  18000  Mann  Nach  dem  jetzt  Terlornen  Rodel  der 
Basler  »Losiermeisterc  jedoch  waren  es  über  20000  Mann,  welche  vom  19. 
bis  25.  August  durch  Basel  zogen;  s.  den  Brief  des  Raths  an  die  Haupt- 
leute im  Felde,  Tom  26.  August,  im  St  A.,  Bd.  St.  91  (10). 

6)  Am  6.  Sept.;  s.  den  Brief  der  Basler  Hauptl.  vom  13.  Sept,  im 
Anzeiger  f.  Schweizergesch.  1898,  S.  98ff. 

7)  Mit  dieser  Zahl  stimmt  Anshelm  III  481,  laut  welchem  zu  den  16000 
Ausgezogenen  noch  9000  Freiknechte  kamen.  Vgl.  übrigens  Eidg.  Absch.  III 
2,  8.  954,  wo  eine  amtliche  Zusammenstellung  16400  Ausgezogene  ergiebt 


1513.  55 

46000)  geachetzt;  leyten  sich  mit  sampt  den  Keyseiischen  füi 
die  statt,  fiengen  an  treffenlichen  darin  ze  schiessen^). 

Von  einei  rachtung,  so  vor  Dysion  gemacht  ward. 

Nachdem  die  statt  Dysion  gantz  abgeschossen  wart,  das 

s  man  sy  wol  gewannen  hett,  rafften  die  in  der  statt  herusz 
und  begerten  eins  fridens^);  der  wart  ynen  (nach  langem  radt) 
zugeseyt.  Also  kament  des  küngs  von  Franckrich  bottschafft^) 
und  die  Eidgnossen  mit  einander  in  red.  (Nitdestminder  schosz 
der  keyser  in  die  statt,  wann  er   hiipsch  geschütz   do  hett.) 

10  Und  erbott   sich  der   küng  von  Franckrich  ^)  gemeinen   Eid- 
gnossen  ze    geben  4  thonen  golds^^),    2   zu  sant  Michels  tag,  ^^^^  ^^ 
und  die  anderen  2  zu  sant   Martins   tag  obgemelts    13.  jars.  not.  ii 
Darzu  so  solte  der  Frantzosz   die  zwey  schlosz  Meyland  und 
Cremonen  rumen^],  und  an  alles  das,  so  zum   hertzogthumb 

IS  Meyland  gehörte,  weder  ein  cron  von  Franckrich  noch  das 
berlament  (wie  im  dann  vor  Nawerrenschlacht  euch  zugemutet) 
kein  anvorderung  noch  anspruch  niemerme  ze  haben.  « Ouch 
solte  er  sich  Ast  (welches  von  den  sinen  har  sin  erbgerechtig- 
keit  ist)  verzychen.     Das  im  dann  schwer  und  hert  angelegen, 

iti  [211]  ouch  sich  solichs  ze  thund  lang  widerte^).     Ye  doch  ze 

12.  Hb.:  die  andere;  E:  die  uidery, 

1}  Die  Beschiessung  begann  am  10.  Sept;  8.  den  Brief  der  Basler 
HauptL  vom  13.  Sept,  a.  a.  O.,  und  Tgl.  Anshelm  lU  485. 

2)  Die  Unterhandlungen  begannen  nicht  erst  in  Folge  der  Beschiessung, 
sondern  schon  am  7.  Sept.,  gleich  nachdem  das  Heer  vor  Dijon  erschienen 
war,  sandte  Ludwig  von  La  Tr^monille,  französischer  Landvogt  des  Herzog- 
thums  BuTgund,  an  die  Eidgenossen  einen  Brief  und  anerbot  sich  zu 
Friedensunterhandlungen.  Nachdem  ihm  am  8.  Sept.  die  Eidgenossen  ihre 
Bedingungen  schriftlich  zugesandt  hatten,  antwortete  er  am  9.  Sept.  in 
einem  Briefe,  und  hierauf  begannen  am  10^  —  gleichzeitig  mit  der  Be- 
schiessung —  die  weiteren  Verhandlungen,  aus  welchen  am  13.  der  Friedens- 
vertrag hervorgieng;  s.  den  Brief  der  Basier  HauptL  vom  13.  Sept.,  a.a.O. 
Die  am  8.  Sept.  von  den  Eidgenossen  gestellten  Bedingpingen ,  sowie  auch 
den  Friedensvertrag  vom  13.,  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  734  u.  1359  ff.  Den 
Brief  La  Tr^monilles  vom  9.  hingegen  s.  im  Anzeiger  1898,  S.  101  ff. 

3)  D.  h.  La  Tr6monille,  der  sich  bevollmächtigt  erklärte,  im  Namen 
Ludvrigs  Xn  Frieden  zu  schliessen;  s.  den  Brief  der  Basler  Hauptl.  vom 
13.  Sept 

4]  Die  hier  folgenden  Bedingungen  wurden  nicht  von  Frankreich  an- 
geboten, sondern  gleich  am  8.  Sept.  von  den  Eidgenossen  gestellt;  s.  die 
8  Artikel  in  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  734  ff. 

5}  D.  h.  400000  Kronen;  vgL  ebend.  S.  735  u.  1360. 

6)  Vgl.  oben  S.  43,  A.  3. 

7)  VgL  La  Tr6monilles  Brief  vom  9.  Sept,  a.  a.  O. 


56  Mail&nderkriege. 

letst  ward  es  im  von  den  Eidgnossen  an  ein  büschelin  ge- 
bunden i]  und  gesprochen:  wend  ir  das  thun,  so  thunds;  wend 
iis  aber  nit  thun,  so  syg  es  nüt.  Do  verwilligten  erst  sine 
rät,  solichs  ze  thund^).  Witter  so  solte  der  Frantzosz  ouch 
widergeben  alles,  das  er  dem  bapst  oder  der  kilchen  genomen  r> 
hett^).  Desz  zu  merer  Sicherheit  namen  die  Eidgnossen  vier 
mann  usz  der  statt  Dysion  gefangen  für  ein  pfand,  under 
welchen  was  der  eyn  (als  man  seyte)  des  kiings  schwester- 
sun^).     Und  also  ward  es  gericht  der  Eidgnossen  halb^}. 

Darnach  hiesz  man  des  keysers  rädt  für  iren  costen  ouch  10 
heischen,  und  was  sy  hieschen,  darby  wölten  die  Eidgnossen 
den  keyser  handthaben  ^].     Do  sprächen  des  keysers  rädt:  sy 
hetten  kein  andern  empfelch,  dann  den  küng  ze  schädigen, 
oder  aber  das  man  dem  keyser  das  gantz  hertzogthumb  Bur- 
gund   zu    sinen  banden  stalte.     Do  sprächen   des  küngs    von  1.^ 
Franckrioh  rädt:  warumb  sy  das  ervordern  dftrsten?  der  keyser 
wüst  doch  wol,  das  der  küng   im  ein   summ  golds,   nämlich 
zwo  thonen^),  daruffgelühen  bette;  wenn  er  im  die  widergebe, 
denn  wolt  er  darzu  lassen  reden.     Do  sprächen  des  keysers 
r^dt:  syther  dem  tag,  so  er  das  gelt  empfangen,  hett  es  nie  20 
nutz  getragen.     Sprachen  die  von  Franckrich:    solt  einer  ein 
ding   verpfänden   und  verkouffen,    und  wölts   darnach    wider 
han,  wenn  es  yngenommen  würd,  wer  manchem  biderman  zu 
schwer.      Darumb   solte   der   keyser   dry    unparthiische   mann 
nemmen;    desz  glychen  wolt  der  küng  ouch  thun,  und   dem  25 
keyser  vor  gemeinen  Eidtgnossen  zu  recht  werden,   und   was 
die  sprachen,  [21L^]  darby  wolt  er  bliben.     Sölichs  gefiel  dem 
keyser  nit,  und  meint,  er  w&lts  nit  halten. 

Also  kament  die  Eidgnossen  wider  von  Dysion^},  zugent 

1)  D.  h.  es  ward  ihm  nur  die  Wahl  gelassen. 

2)  Dies  geschah  am  13.  Sept.;  s.  £idg.  Absch.  III  2,  S.  1359 ff. 

3)  S.  ebend.  S.  1360  den  ersten  Artikel  des  Friedensvertrages. 

4}  Ren^  yon  Anjou,  Herr  von  M^ziöres,  der  hier  gemeint  ist,  war 
nicht  des  Königs,  sondern  nur  La  Tr^monilles  Neffe;  s.  des  Letztem  Me- 
moiren, Cap.  XV.  Die  ührigen  3  Geiseln  waren  einfache  Bürger  von  Dijon ; 
s.  Anshelm  III  488  und  vgl  £idg.  Absch.  III  2,  S.  755  u.  763. 

5)  D.  h.  der  Vertrag  vom  13.  Sept.  wurde-  nur  zwischen  Frankreich 
und  den  Eidgenossen  geschlossen;  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  1359 ff. 

6)  Ein  ähnliches  Anerbieten  wurde  von  den  Eidgenossen  auch  Herzog 
Ulrich  von  Würtemberg  gemacht,  den  sie  erst  kurz  zuvor  zum  obersten 
Feldherm  erwählt  hatten,  und  dieser  nahm  es  an;  s.  den  ihn  betreffenden 
Artikel  im  Friedensvertrag  vom  13.  Sept.,  Eidg.  Absch.  HI  2,  S.  1360. 

7)  Also  200000  Kronen;  vgl.  oben  S.  55,  A.  5. 

8)  Der  Aufbruch  zur  Heimkehr  erfolgte  schon  am  14.  Sept.;  s.  den 
Brief  der  Basler  Hauptl.  vom  13.  Sept  und  vgl.  B.  Chron.  I  21. 


1513—1514.  67 

ZU  Basel  yn  uff  den  19.  tag  herbstmonats,  was  mentag   nach  sept.  v. 
des  heiligen  crütz  tag,  umb  die  dry  noch  mittag;   warent  ein 
monat  und  zwen  tag  uszgesin^). 

Als  nun  die  tag  und  zil,  daruff  dann  der  küng  von  Franck- 

5  rieh  den  Eidgnossen  das  gelt  ze  geben  verheyssen,  veisohinen 
warenty  stund  ynen  das  halb  gelt  noch  usz,  und  gieng  eine 
gemeine  red:  der  Frantzosz  w&lt  die  richtung  nit  halten  ^j, 
Do  ward  angeschlagen,  wenn  er  das  gelt  nit  geb,  wölt  man 
wider  in  ziechen  20  000  starck  und  drob^);  und  ward  daruff 

10  denen  von  Basel  uffgeleit  600  man^). 

Also  fieng  der  küng  an  mit  den  Eidgnossen  ze  tagen, 
wert  l&nger  dann  jftr  und  tag,  dazwüschen  dann  maniger  tag 
gehalten  wart  Nun  in  mitler  zitt  kam  der  recht  herr  under 
den  gefangnen   (so   dann  dem  küng  verfründet  solt  sin)  usz 

IS  und  hinweg^);  ward  doch  von  herr  Melchern  von  Rynach 
wider  gefangen  und  uff  Schatelloun  das  schlosz  ^j  gefArt,  da  von 
im  umb  2000  cronen  geschetzt  [davon  den  Eidgnossen  nüts 
ward]  und  darnach  wider  lidig  gelassen'']. 

Darnach   schickte  der  küng  sin  Presidenten  herusz;   den 

30  wurffen  die  Eidgnossen  nider  uff  recht,  leyten  yn  gon  Bein 
gefangen^).    Do  embott  der  küng  den  Eidgnossen:    er  wolte 

16.  S:  uff  Schftttelaii.         17.  Dm  Eingekl.  mir  in  E,  Bl.  106^,  and  Ewar  in  Klammern. 

1}  D.  h.  30  Tage,  da  unter  einem  Monat  stets  nur  4  Wochen  yer- 
standen  sind.    Vgl.  oben  S.  49  den  Aufbruch  am  20.  August. 

2)  Dieses  Gerücht,  das  schon  auf  der  Tagsatzung  Tom  25.  Oct.  um- 
gieng,  fand  wenige  Monate  später  seine  yoUe  Bestätigung;  s.  Eidg.  Absch. 
m  2,  S.  740,  755  u.  763. 

3]  Am  18.  Nov.  beschloss  die  Tagsatzung,  16000  Mann  bereit  zu  halten, 
und  diese  Zahl  wurde  am  30.  Jan.  1514  auf  20000  erhöht;  s.  ebend.  S.  744 
u.  766. 

4)  Diese  Zahl  entspricht  nur  dem  ersten  Anschlag  von  16000. 

5)  Der  Herr  von  M^zi^res  sammt  den  3  andern  Geiseln  blieben  zu 
Zürich  gefangen  bis  im  September  1514,  wo  sie  gegen  Lösegeld  entlassen 
wurden;  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  814  u.  847,  und  vgl.  unten  S.  58,  A.  4ff. 

6}  Chätillon  bei  Estayayer? 

7]  Melchior  yon  Reinach  Hess  allerdings  einen  ungenannten  Franzosen, 
der  im  Schloss  Chfttillon  gefangen  lag,  Anfangs  Februar  1514  entfliehen. 
Das8  dieser  jedoch  wieder  sei  eingefangen  und  nachher  gegen  Lösegeld 
entlassen  worden,  finde  ich  nirgends  bestätigt;  s.  Eidg.  Absch.  III  2, 
S.  769  u.  811. 

8)  Humbert  yon  Villeneuye,  Präsident  des  Parlaments  yon  Dijon, 
erhielt  als  Gesandter  seine  Instruction  in  St.  Denis  am  17.  Noy.  1513  und 
wurde  schon  Anfangs  Dec.,  als  er  in  Genf  auf  einen  Cteleitsbrief  wartete, 
yon  einigen  Bemem  y erhaftet  und  nach  Bern  geführt,  wo  er  in  einem 
Wirthshause  gefangen  gehalten  wurde;  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  755 ff., 
auch  Anshehn  lU  490. 


58  Mailänderkriege. 

die  richtung,  vor  Dysion  geschechen,  halten  und  ynen  mer  geben 
dann  vor  ^),  [und  wölte  deszhalben  für  die  gemeinden,  und  nit  für 
die  im  das  gelt  abgenommen  betten]  ^).  Und  liesz  ynen  däby  sagen : 
das  gelt  lege ;  aber  man  solte  mit  dem  keiser,  und  mit  dem  küng 
von  Engellandt  und  andern  me  (mit  welchen  die  Eidguossen  5 
in  vereinung  und  [212]  buntniisz  stundent^),  als  er  dann  wol 
wuszte)  nüt  ze  schaffen  haben.  Tetts  darumb,  das  er  gern 
Unglück  gestifftet  und  gemacht  hette.  Und  verzochs  so  lang, 
das  ye  die  herren,  so  man  für  ein  pfand  für  die  4  thonen 
golds  geben  hatt,  verstunden  und  nit  gel5szt  wurden^).  Do  er-  10 
zürnten  ettliche  Eidgnossen  und  meinten,  man  solt  sy  tötten^). 
Also  wurden  sy  doch  erbetten,  und  ward  gemacht,  das  sy 
13  000  cronen  solten  geben®),  und  wann  [die]  geleit  würden, 
w&lt  man  sy  dann  lydig  lassen.  Und  der  president,  so  zu 
Bern  gefangen  lag,  ward  euch  dozemaln  umb  2000  cronen  is 
geschetzt  und  darnach  lidig  gelassen^).     Witter  warent  7000 


2.  Das  Eingekl.  nnr  in  E,  aber  ohne  Klammern.  13.  Ha.:  wann  sy  geleit; 

E:  wann  die  geleit. 


1)  D.  h.  im  April  1514  liess  Ludwig  XII  durch  eine  savojrische  Ge- 
sandtschaft den  Eidgenossen  eröffnen:  er  wünsche  mit  ihnen  einen  ewigen 
Frieden  su  schliessen  und  sei  alsdann  bereit  zur  Zahlung  der  ausbedungenen 
400000  Kronen.  Zugleich  jedoch  erklärte  er,  dass  er  auf  Asti  nicht  ver- 
lichten  könne;  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  785  und  ygl.  Anshelm  IV  9ff. 

2]  In  Berlingers  Etterlin,  Bl.  106^  folgt  hier  in  Klammern  noch  eine 
längere  Einschaltung  über  die  Bestechungen  beim  Zuge  nach  Novara;  s. 
unten  Beilage  I,  und  vgl.  oben  S.  26  u.  29. 

3)  Mit  Heinrich  VIII  wurde  im  Frühjahr  1514  wegen  eines  Bünd- 
nisses unterhandelt,  und  deshalb  wurden  Ton  der  TagsatEung  am  4.  April 
Mauritz  Hurus  Ton  Stein  und  Hans  Stoltz  von  Basel  nach  England  gesandt, 
welche  im  Juni  zurückkehrten;  s.  Eidg.  Absch.  lU  2,  S.  782 ff  und  Ans- 
helm IV  12  ff.  Da  jedoch  am  7.  August  Heinrich  VIII  mit  Ludwig  XII 
Frieden  schloss,  so  fiel  dieses  Bündniss  noch  vor  seinem  Abschluss  dahin. 

4)  Am  13.  Sept.  1514  war  seit  dem  Friedensvertrage  die  Frist  eines 
Jahres  verstrichen,  während  die  völlige  Abzahlung  schon  am  11.  Nov.  1513 
hätte  erfolgen  sollen;  vgl.  oben  S.  55.  Schon  am  4.  April  1514  hatten  die 
Geiseln  gebeten:  man  solle  sie  gegen  ein  Lösegeld  freilassen,  »da  doch 
der  König  sie  nicht  lösen  wolle«;  s.  Eidg.  Absch.  IH  2,  S.  783. 

5)  Vgl.  ebend.  S.  814  den  Abschied  vom  25.  August  1514,  wonach 
über  diese  Gefangenen  „wieder  vieles  geredet  wurde«,  während  einige  Orte 
beantragten,  sie  gegen  eine  Schätzung  freizulassen. 

6)  Nämlich  10000  Kronen  für  den  Herrn  von  M^ziöres,  und  3000  für 
die  3  andern  Geiseln.  Dieser  Vorschlag  wurde  am  18.  Sept.  1514  zum  Be- 
schluss  erhoben;  s.  ebend.  S.  814  .  819. 

7)  Wiewohl  seine  Freilassung  schon  am  31.  Juli  1514  beschlossen 
wurde,  so  erfolgte  sie  doch  erst  am  22.  Sept.  nachdem  die  Schätzung  be- 
zahlt war;  s.  ebend.  S.  811  u.  822,  und  vgl.  Anshelm  HI  490ff. 


1514.  59 

cronen  oben  im  land  verhalten  worden  ^j,  kamen!  ouch  doze- 
mäl  herfiir.     Also  traff  sich   die  summ,  so  man  teylen  must, 
22000  cronen.     Beschach  nach  sant  Michels  tag  im  14.  jar^).  i5i4 
Aber  die  400  000  cronen,  so  vor  Dysion  zugesagt^),  wurden  nit  stpt  29 
s  geben. 

[212]  Von  grosser  keltin  und  gefrüst. 

Do  man   zalt   1514  jär  am   11.   tag  jenners  überfror  der  1514 
Syn^)  zu  Basel  wyt  für  die  Pfaltz  hinuff,   und  underhalb  der 
brücken  wyt  für  Üttingen  badstuben^j   hinab,    das   man    am 

10  andern  tag  mocht  darüber  gon.     Es  lüffen  die  lüt  hinüber  und 
herwider  uff  dem  blossen  Ryn,  von  einer  stat  zu   der  andern. 
Am  donstag  zugen  die  in  der  Kleinen  statt  und  ouch  ettliche  J»o.  12 
usz  der  Grossen  mit  drummen  und  pfiffen   über  den  Ryn,  ob 
der  brück  und  unden  [212^]  der  brücken,  hatten  ein  tisch,  assen 

\b  und  truncken,    spilten   im   brett.     Und   am  fritag,    was    sant  Ja&.  13 
Hilarien  tag  den  man  nempt  den  zweyntzigsten  tag^),  gieng  so 
vil  volcks  hinüber,  jung  und  alt,  fräwen  und  kinder,   das  nit 
darvon  zu  sagen  was.   Sy  giengent  drymäln  umb  das  capellin^), 
für  das  zeenwee.     Und  am  vierden  joch  bym  capellin  gegen 

^der  Grossen  statt  zu^}  hatten  sy  ein  kegelrisz,  kegelten  umb 
gelt.  Und  ward  des  gonds  so  vil  und  gemein  mit  den  lüten, 
das  hinnach  ouch  ir  ettliche  anfiengent  und  weiten  hinüber 
ryten  uff  den  rossen.  Und  reit  einer  ^)  hinüber;  so  er  mitten 
uff  den  Ryn  kam,  do   fiel  er  mit  dem  hengst  yn,   und  wer 

14.  E:  und  nnder  der  brnck.  19.  E:  darfür,  dM  ynen  die  zeen  nit  mer  wee 

solten  ihiui. 

1)  Nämlich  7600  Kronen,  die  man  im  Sept.  1513  beim  Abzug  von 
Dijon  erhalten  hatte;  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  848. 

2)  Auf  diese  Zeit  gingen  diese  Summen  ein;  s.  oben  S.  58,  A.  6  u.  7. 
Ihre  VeTtheüung  jedoch  erfolgte  erst  im  Januar  1515;  s.  Eidg.  Absch. 
a.  a.  O. 

3)  Vgl.  oben  S.  55. 

4)  Dieses  Datum  wird  bestätigt   durch  Kilchmann  Bl.  317,  Brilinger 

5.  122  und  Wnrstisen  8.  515,  während  einzig  Kyff  in  B.  Ghron.  I  20  den 

6.  Januar  angibt. 

5)  Diese  Badstube,  die  schon  im  XIV  Jahrhundert  diesen  Namen 
trug,  lag  am  Blumenrain,  jetzt  No.  12;  ygl.  Fechters  Top.  S.  82,  A.  2. 

6)  Nämlich  der  20.  Tag  nach  Weihnachten. 

7)  Die  Kapelle  stand  bis  1854  nicht  auf  dem  äussersten  Steinjoche 
der  alten  Brücke,  sondern  auf  dem  zweitäussersten. 

8)  Also  an  einem  der  hölzernen  Joche  zwischen  der  Kapelle  und 
Oross-BaseL 

9}  Vgl.  B.  Chron.  I  20:  ein  mOller  usz  der  Kleinen  Stat. 


60  Mailänderkriege. 

man  im  nit  ze  hilff  kommen,   so   mflst  er   und  das  rosz   ver- 
Jan.  14  dorben  sin.     Also  uff  sampstag  nach   dem  zweyntzigisten  tag 
verbot  man  by  eim  pfund  pfenning,   das  niemant  mer,   weder 
jung  noch  alt,  grosz  noch  klein,  hinüber  solte  gän^]. 
Jan.  25  Am  mitwucheu  noch  sant  Paulus  bekerung  tag  ^  bot  man   & 

den  Fischeren,  den  Schiff lüten  und  von  yeder  zunfft  dry 
mannen  mit  äxen  uff  den  Rin,  und  wurdent  yren  wol  100^); 
fiengent  unden  by  den  Predigern  an  zu  howen,  und  hflwent 
das  ysz  uff,  und  hatten  denn  grosz  hebel  und  sparren,  und 
lange  seyl  hinden  dran,  und  wegten  denn  ein  grossen  ysz-  lo 
Schemel  hinweg,  der  als  grosz  was  als  ein  Stuben.  Und 
mänigmol  begab  es  sich,  das  einer  uff  dem  schemel  bleyb  und 
hinweg  für,  so  warent  denn  die  Fischer  da  und  reichten  in 
wider  mit  weydlingen.  Also  huwent  sy  den  selben  tag  bisz 
für  die  brück  hinuff.  is 

Jan.  26  Morgcus  am  donstag  huwent  sy  voll  hinuff  untz  an  den 

rechten  runsz,  gar  schier  bisz  ann  der  Zibeler  hoff,  den  [213] 
man  nempt  das  collegium  ^].  Und  gewan  der  Ryn  under  zwey 
joch  lufft,  und  fiel  warm  wetter  an,  das  sich  das  ysz  von  tag 
zu  tag  hinweg  schleysz^j.  Und  hett  man  yn  nit  uffgehowen,  2i> 
so  wer  er  noch  lang  nit  uffgangen,  und  wer  der  brücken 
grosser  schad  geschechen.  Also  was  er  14  tag  gantz  be- 
schlossen^], und  was  so  kalt,  das  die  mülen  gestunden,  und 
man  die  roszmülen  und  die  im  werckhoff  zu  must  rüsten. 

[E107]  Von  dem  Würtenbergischen  krieg,   so  genempt  2.% 

wart  der  arm  Cuntz. 

1&14         Im  1514  jar  umb  osteren^j  entstund  ein  grosser  widerwill 

April  16 

18.  Beide  Hes.:  der  Rjn  und  swey  joch. 

1)  S.  dieaea  Verbot  im  Rufbuch  II  58»». 

2)  Vgl.  BrUinger  S.  122,  laut  welchem  der  Rhein  vom  11.  bis  24.  Ja- 
nuar aberfroren  blieb.  Das  richtige  Datum  ist  daher  Mittwoch  der  25.  Ja- 
nuar,  und  somit  ist  hinter  »mitwuchenc  das  »noch«  su  streichen,  wiewohl 
beide  Hss.  es  haben. 

3)  N&mlich  etwa  60  Fischer  und  Schiffleute,  und  aus  den  übrigen 
14  Zünften  je  3  Mann. 

4)  Das  Universit&tsgebäude  am  Rheinsprung,  der  frühere  Wohnsits 
des  Geschlechtes  Zibol. 

5)  Die  Kfilte  währte  überhaupt  nur  bis  Ende  Januar;  s.  unten  Kilch- 
mann  s.  J.  1514. 

6)  Vom  11.  bis  25.  Januar;  vgl.  oben  S.  59  u.  die  vorige  Anm. 

7)  Samstag  vor  Ostern  (15.  April)  erfolgte  der  erste  Ausbruch  des 
Aufstandes  zu  Beutelsbach  a.  d.  Rems,  nahe  bei  Schorndorf;  s.  Stalin, 
Wirtemberg.  Gesch.  IV  1,  S.  99. 


1514.  61 

und  gemuimel  under  dem  Wüitembeigischen  volck  wider 
hertz(^  Ulrichen  iren  eignen  herren.  Was  einer  unbillichen 
schatKiing  halb,  damit  die  armen  lüt  überladen,  und  nit  er- 
liden  mochten.  Dann  er  ynen,  des  ersten,  in  sim  land  von 
5  husz  ze  husz  ein  stür  uffgeleyt  hat,  nämlich  etwo  eym  3  guldin, 
eym  2  guldin,  eim  ein  guldin,  eym  Y2  guldin,  eym  10  s., 
eym  5  s.,  eym  3  s.,  und  yedem  etwas,  noch  dem  er  hatt^); 
das  gaben  sy  gern.  Und  grad  in  2  monaten  dam&ch  must 
einer  von  yedem  hundert,  so  vil  er  hat,  2  dick  pfennig  geben 

io  und  ein  eyd  schweren  dem  amptman ,  sich  selb  zu  schetzen 
by  eim  pfennig.  Zem  3.  macht  er  ein  yeden  centner  20  Ib. 
lychter,  und  musten  sy  den  nitdestminder  verungelten,  als 
wer  er  gerecht  gsin.  Zem  4.,  wer  wyn  ynleit,  must  von  eim 
som  8  s.  geben.     Zem  5.  so  must  ein  yeder  von   eym  malter 

IS  körn  6  s.  geben,  er  säsz  wo  er  wett  in  sim  land.  Zem  6. 
dorst  niemand  kein  ku,  stier,  kalb  noch  suw  in  sim  husz 
schlachen,  er  hetti  denn  das  ungelt  vorhin  dem  amptman  in 
sin  husz  geschickt;  und  was  das  ungelt  von  eim  rind  ein 
guldin,  eym  kalb  12  s.     Das  alles  was  ynen  zu  schwer,  und 

20  mochtents  nit  erlyden. 

Also  stund  es  untz  zu  sant  Johans  tag,  do  tratt  die  ku  den  Juni  24 
kubel  umb^}.     Wart    eyn    fest    der    kilchwyhung    in    einem 
dorff^},    do  kämen   die    Würtenbergische   buren    dar,    klagten 
eynander  yr  not,  wie  es  ynen   gieng  mit  irem  herren,   und 

25  wurden  zu  rädt,  wie  sy  das  nit  w&lten  lyden,  sunder  einen 
buntschuch  uffwerffen^)    und  über  den  herren  ziechen.     Und 

16.  Beide  Ha.:  in  sin  Imaz  sdilAcheiL 

1)  Ueber  diese  und  die  nachfolgende  Vermögenssteuer,  sowie  über 
die  Verringerung  von  Mass  und  Gewicht,  und  über  das  Ungeld  auf  Wein, 
Mehl  und  Fleisch,  vgl.  Stalin  a.  a.  0.,  S.  97  ff.  Die  erste  dieser  Steuern 
reicht  ins  Jahr  1513  zurück. 

2)  D.  h.  am  25.  Juni,  also  am  Tage  nach  Johannis,  versammelten  sich 
die  würtembergischen  Stände  in  Tübingen  ku  einem  Landtag,  um  über  die 
vielfachen  Beschwerden  ku  berathen  und  mit  dem  Herzog  zu-  verhandeln. 
Jedoch  waren  die  aufstfindischen  Bauern,  denen  sich  inzwischen  immer 
weitere  Landestheile  anschlössen,  dabei  nicht  vertreten;  s.  ebend.  S.  102 ff. 

3)  Die  Kirchweihen,  welche  vielfach  gerade  in  diese  Jahreszeit  fielen, 
waren  allerdings  ein  erspriessliches  Mittel  zur  Verbreitung  des  Aufstandes; 
s.  ebend.  S.  100  ff.  Speziell  zum  24.  Juni  jedoch  finde  ich  kein  solches 
Fest  erwähnt,  welches  für  diese  Bewegung  eine  besondere  Bedeutung  ge- 
habt hätte. 

4)  Der  Bundschuh,  im  Gegensatz  zur  Fussbekleidimg  der  höheren 
Stände,  war  das  Abzeichen  des  Bauernstandes.  Auf  einer  Stange  getragen, 
oder  auf  eine  Fahne  gemalt,  war  er  das  herkönmiliche  Feldzeichen  jeder 
Bauemempörung;  vgl.  z.  B.  B.  Chron.  V.  440. 


r 


62  Mailänderkiiege. 

was  ein  altei  armer  man,  hett  gar  vil  kinden,  hiess  der  arm 
Conradt^);  denselben  fragten  sy  euch  radts,  wie  sy  die  Sachen 
an  solten  schicken.  Also  ryet  er  ynen  under  anderem,  sy 
sollen  sant  Conrad!  an  das  fenly  machen,  diewil  er  doch 
Jaii°:S  Conradt  hiesz;  das  tetten  sy.  Und  umb  sant  Jacobs  tag  zugent  5 
sy  über  yren  herren  vorgenant  2);  der  must  ynen  von  Stut- 
garten gon  Tübingen  in  das  schlosz  entwychen  ^).  Do  reyt  der 
pfaltzgraff  Ludwig  darzwüschen,  und  wart  gericht^).  Aber  bald 
darnoch  liesz  der  hertzog  vil  purqn  fahen  und  enthoupten^); 
ettlich  entwichen  usz  dem  land^^j.  10 

Solichs  ward  aber  an  im  wol  gerochen.  Dann  noch 
keyser  Maximilians  tod  fieng  er  aber  an,  sich  ungebürlichen 
halten,  zoch  für  ettliche  rychstett,  [107^]  understund  die  selben 
under  sich  zu  bringen  ^j.  Do  erzürnte  der  Schwebisch  pundt 
und  die  ryohsstett,  zugent  mit  gantzer  macht  wyder  yn,  und  is 
vertryben  yn  usz  sinem  land^).  Darnoch  nam  Ferdinandus 
ertzhertzog  von  Osterrich,  keyser  Carolus  bruder,  das  gants 
Würtenbergisch  land  yn  under  sinen  schirm^). 

*"4  [E]  Von  einer  uffrur,  under  denen  von  Solaturn  ent- 
Xai  25  standen.  20 

Im  1514  jat  vor  sant  ürbans  tag  erhub  sich  ein   grossy 

1)  Was  hier  folgt,  ist  nur  eine  Sage  zur  Erklärung  des  Namens  »Armer 
Konrad«.    Ueber  diesen  Namen  s.  Stalin  a.  a.  O.,  S.  99,  A.  3. 

2)  Der  Tübinger  Vertrag  vom  8.  Juli,  welcher  zwischen  dem  Hersog 
und  seinen  Landständen  war  vereinbart  worden,  brachte  das  Land  nur 
theilweise  zur  Kühe,  und  so  zog  noch  am  23.  Juli  ein  Haufe  von  1500 
Aufständischen  von  Schorndorf  aus  über  Beutelsbach  bis  gegen  Waiblingn, 
wo  die  Streitkräfte  des  Herzogs  standen.  Nach  längeren  Unterhandlungen 
kam  jedoch  am  27.  ein  Vergleich  zu  Stande,  der  die  Aufständischen  zur 
Heimkehr  bewog;  s.  ebend.  S.  109£f. 

3)  D.  h.  er  wurde  von  den  Aufständischen  persönlich  bedroht  und 
gerieth  in  Lebensgefahr,  als  er  —  noch  Yor  dem  23.  Juli  —  im  freien 
Felde  bei  Schorndorf  mit  ihnen  unterhandelte;  s.  ebend. 

4)  D.  h.  Kurfürst  Ludwig  von  der  Pfalz  wirkte  durch  eine  Gesandt- 
schaft beim  Tübinger  Vertrage  vom  8.  Juli  mit  und  sandte  nachher  dem 
Herzog  bewafTnete  Hilfe;  s.  ebend.  S.  103  u.  109. 

5)  Ueber  das  Strafjgericht  zu  Schorndorf,  Anfangs  August  d.  J.,  s. 
ebend.  S.  111  ff. 

6)  Namentlich  in  das  Gebiet  der  Eidgenossenschaft;  s.  ebend.  S.  113. 

7)  Nachdem  er  schon  bei  des  Kaisers  Lebzeiten  zweimal  in  die  Reichs- 
acht  gefallen  war,  befehdete  er  gleich  nach  dessen  Tode,  im  Januar  1519, 
die  Reichsstadt  Reutlingen  und  zwang  sie  zur  Unterwerfung;  s.  ebend. 
S.  158  ff. 

8)  Im  Frühling  1519;  s.  ebend.  S.  170ff. 

9)  Nachdem  KarlV  das  Land  1520  für  sich  in  Anspruch  genommen, 


1514.  63 

ufiiir  ^)  (als  sich  dann  im  jar  darvor  ouch  begeben)  ^j  zu  Solaturn, 
zwüschen  den  landlütten  im  65w  ^)  und  dem  rädt  in  der  statt, 
U8Z  dei  uisach:  Die  heuen  in  der  statt  hatten  ynen  u£fgesetzt 
ein  nachstüi,  was  also:  wenn  eym  sin  vattei,  oder  muter,  oder 
sein  anderer  nocher  fründ  sturby,  so  solt  alsdan  der,  so  yn 
aibte,  3  jar  lang  die  stür  hinnäch  [geben  ^).  Das  wolten  die  * 
uff  dem  land  nit  thun,  ruchleten  zusamen,  wolten  ynen  für 
die  statt  ziechen  und  ee  all  darumb  erstochen  werden,  ee  sy 
das  thun  wolten. 

to  Also  schickt  man  von  allen  orten  bottschafft  dar^],  die 
Sachen  zu  vertragen;  leytten  sich  in  die  Sachen  und  retten 
das  best  darzu.  Es  halff  aber  alles  nüt:  sy  musten  sy  der 
stür  und  ouch  des  bösen  pfennigs  lidig  Ion,  item  der  eygen- 
schafft,  das  sy  wyben  und  mannen  möchten,  wo   es  ynen  ge- 

isliepte^};  und  darumb  solt  sy  ouch  niemann  zu  stroffen  han^j. 
Das  doch  ein  schwere  sach  was ;  dann  eygen  erkoufft  liit  also 
lidig  zu  lassen,  was  nit  vil  me  gehört  worden.  Darzu  wolten 
sy  nüts  verbanets  han,  sunder  in  allen  wasseren  fischen.  Das 
alles  musten  die  in  der  statt  nächlossen,    wann    der   gewalt 

20  was  do.     Das  bracht  die  nächstür  ze  wegen. 

Darumb,  sollichs  witter  zu  verhfiten  und  zu  verkhomen, 
so  lasz  man  yederman  by  siner  gerechtigkeit  blyben,  so  gädt 
es  gar  göttlich  zu.  Wenn  man  aber  ze  vil  wil,  wirt  eim 
hindernäch  gern  ze  wenig.   Also  wart  die  sach  gestillet,  musten 

2s  die  in  der  statt  die  nusz  bissen,  für  yederman  wider  heym. 

[E]  y on  einer  andern  empörung,  zu  Rufach  entstanden. 
Im  1514  jar,  in  der  wuchen  vor  sant  Laurentzen  tag,  er- ▼or 

''      '  ®'  Aug.  10 

übergab  er  es  1522  bei  der  Erbtheilung  des  Hauses  Habsburg  seinem 
Bruder,  uud  erst  1534  wurde  es  Ton  Herzog  Ubich  zurückerobert;  s.  Stalin 
S.  198  ff. 

1)  Ueber  diesen  Aufstand,  der  schon  am  13.  Mai  durch  einen  Vertrag 
beigelegt  wurde,  s.  Anshelm  III 473,  auch  Qlutz-Blozheim  S.  367  ff.  u.  Eidg. 
Abseh.  Ul  2,  S.  972. 

2)  Ueber  diesen  früheren  Aufstand,  yom  Sommer  1513,  s.  Anshelm 
in  454  u.  471  ff.,  auch  Wurstisen  S.  512  und  Olutz-Blozheim  S.  341  ff. 

3)  So  heisst  noch  jetzt  die  östliche,  zu  Solothum  gehörige  Hälfte  der 
einstigen  Landgra&chaft  Buchsgau. 

4)  Im  Ausgleich  yom  13.  Mai  (s.  oben  Anm.  1)  wird  diese  Steuer  nicht 
erw&hnt;  s.  Eidg,  Absch.  III  2,  S.  972. 

5)  D.  h.  von  Bern,  Basel,  Freiburg    und  Biel;  s.  ebend. 

6)  D.  h.  im  Vertrage  wurde  das  Becht  zugestanden,  durch  Erfüllung 
gewisser  Bedingungen  sich  yon  der  Leibeigenschaft  loszukaufen ;  s.  ebend. 

7)  D.  h.  es  wurde  den  Aufständischen  Amnestie  zugesichert ;  s.  ebend. 


64  Mailänderkiiege. 

hub  sich  ein  grosser  uffirui,  zwüsohen  dem  gemeinen  volck  der 
statt  Ruffach  und  dem  landvolck  in  der  Muntat^)  eins  teyls, 
und  dem  vogt,  schulthessen  und  iSten  daselbst  anders  teyls. 
Kam  darzu,  das  der  vogt,  sohulthesz  und  rate  in  das  schlosz^) 
mit  gewerter  hand  fluchen  und  sich  understunden  zu  weren.  ^ 
Also  kam  das  landvolck  hinyn^)  und  leyten  sich  für  das  schlosz, 
euch  mit  yren  geweren,  weiten  die  vorgenanten  usser  han. 
Geschach  därumb,  das  der  schulthesz,  wo  er  ein  hüpschy 
frowen  sach,  umb  sy  warb,  mit  im  sins  willens  ze  pflegen; 
[108]  wolt  sy  dann  solichs  nit  thun,  so  lugt  er,  das  er  yrem  lo 
eemann  etwas  zufugte,  es  wer  durch  sin  gewalt  oder  durch 
andere  ding,  dadurch  er  yn  inn  lyden  bracht;  und  sunst  vil 
anderer  stücken  halben  meer,  hie  nit  not  ze  melden.  Item 
das  der  vogt  uff*  die  stür,  so  sy  irem  herren  dem  bischofi'  von 
Sträszburg  gend,  3  s.  mer  geschlagen  hett  dann  vor,  on  wissen  is 
und  geheysz  des  bischoffs^).  Desz  glychen  hatt  er  mit  dem 
wyn  und  allen  dingen  gethan.  Und  ward  ein  grosz  geschrey ; 
machten,  das  ein  statt  Basel  ir  bottscha£Et,  mit  nammen  junckhem 
Wilhelmen  Zeygler  burgermeister  und  herrn  Hansen  Trutman^), 
hinab  schickten,  in  der  Sachen  das  best  ze  handien.  Des  was  20 
das  gemeyn  volck  fast  fro.  Und  kam  euch  der  bischofi*  von 
Sträszburg  gon  Marckoltzheim  ^)j  wolt  nit  under  sy  in  die  statt 
Rufach,  wann  er  im  forchte.  Aber  die  von  Basel  ritten  zu 
ynen  hinyn,  denen  beweysz  man  zucht  und  eer.  Das  verdrosz 
den  adel,  sprächen:  sy  selten  wider  heym  rytten,  man  be-2s 
dörflle  iren  nit.  Geschach  darumb,  das  der  adel  den  Eyd- 
gnossen  nit  hold,  und  usz  dem  gemeinen  volck,  besorgten  sy, 
Eydgnossen  mächten  ^j. 

[213]  Von  einer  vereyndung. 

1514         Im  1514  jär,  als  der  küng  von  Franckrich  den  Eidgnossenso 
embotten,  sy  selten  mit  dem  keyser  und  mit  dem  küng  von 

1)  Die   Obere  Mundat,    das   bischöflich   strassbuigische    Gebiet   im 
Ober  EUass,  mit  dem  Hauptorte  Ruffach. 

2)  Die  Isenburg  über  dem  Stadtchen  Kuffaoh. 

3)  In  das  Städtchen. 

4)  Bischof  Wilhelm  von  Hohnstein. 

5)  Zeigler  war  seit  Johannis  d.  J.  alter  Bürgermeister,  und  Trutmann 
alter  Obezstsunftmeister. 

6)  Markolsheim   liegt    bei   Schlettstadt,    also  weit  von  der  Mundat 
entfernt. 

7)  D.  h.  der  Adel  besorgte,   die  Basler   könnten  das  Landvolk  sum 
AnschluBS  an  die  Eidgenossen  bewegen. 


1514—1515.  65 

Engellandt  1),  ouch  mit  andern  mer  nüt  ze  schaffen  haben,  uff 
das  wtixben  die  selben  an  ein  Eidgnoschafft  der  13  orten  2), 
begerten  ein  verein  mit  ynen  ze  machen  wie  vor.  Daruff 
wart  maniger  tag  angesetzt  und   darumb  gehalten  ^j.    Yedoch 

5  ze  letst,  vorgemelten  järs,  wart  ein  verein  mit  ynen  angenom- 
men und  beschlossen,  und  mit  bapst  Leo  dem  X  von  Florentz^) 
BontagS'  nach  Andree^}  versiglet,  aber  mit  dem  Römischen 
keyser  Maxemiliano  von  Osterrich  und  dem  küng  von  Engel- 
landt*)  erst  im  1515  jar  versiglet  7).     Des  hertzogen  von  Mey-i&is 

iolands  halb  bleib  es  by  der  alten  vereyn,  wie  die  vor  langem 
ufl^ericht  und  versiglet  was  worden.  Und  ward  dise  vereyn 
fiast  angesechen  wider  den  küng  von  Franckrich. 

Von  einer  Schlacht  zu  Meiland,  zwüschen  dem  küng 
von  Franckrich  und  den  Eidgnossen  beschechen. 

15  [213^]  Es  hatt  der  hertzog  von  Qenow^]  ein  bunt  mit  dem 

nüwen  küng  von  Franckrich,  Francisco  Angelow  genant^],  ge- 
macht und  sich  begeben,  dem  küng  Genow  wider  ynzegeben. 
Dargegen  hatt  sich  der  küng  ouch  begeben,  dem  hertzogen 
alle  jär  14  000  ducaten^<^)  ze  geben  und  im  behülffig  ze  sin  in 

20  sinen  Sachen,  und  solt  der  hertzog  von  Genow  im  20  glenen 
halten ^1).  Des  wurden  die  Eidgnossen  innen,  leyten  daruff 
knecht  usz^^)  und  schickten  dem  küng  von  Franckrich  ein 
absagbrieff. 

1)  Der  König  von  England  ist  hier  yerwechselt  mit  Ferdinand  von 
Aragon;  8.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  831  ff. 

2)  Zu  den  bisherigen  12  Orten  kam  seit  Dec.  1513  noch  Appenzell. 

3)  lieber  die  Verhandlungen  vom  7.  Nor.  1514  su  Zürich  s.  Eidg. 
Absch.  a.  a.  O. 

4)  »Von  Florenz c  heisst  hier  Leo  X  nur  nach  seiner  Herkunft. 

5)  An  diesem  Tag  begann  zu  Zürich  die  Tagsatzung,  auf  welcher  der 
Bund  mit  Leo  X  beschlossen  wurde.  Die  Urkunde  jedoch  wurde  erst  am 
9.  Dec.  ausgestellt;  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  837,  843  u.  1365 ff. 

6)  Statt  England  lies  Aragon;  s.  oben  A.  1. 

7)  Der  Bundesvertrag  mit  dem  Kaiser,  dem  König  von  Aragon  und 
dem  Herzog  von  Mailand  ist  vom  8.  Febr.  1515;  s.  Eidg.  Absch.  HI  2, 
S.  852  u.  1393  ff. 

8)  Octavian  Fregoso. 

9)  Franz  I,  der  vor  seiner  Thronbesteigung  den  Titel  eines  Grafen 
von  Angoul^e  geführt  hatte. 

10)  Vgl.  Eidg.  Absch.   III  2,  S.  870:    10000  Kronen;   oder  Anshebn 
IV  79:  10000  Dukaten. 

11)  VgL  Eidg.  Absch.  und  Anshelm  a.  a.-  0.,  wonach  umgekehrt  Frank- 
reich für  Glenua  100  Qleyen  halten  sollte. 

12)  Nämlich  4000,  laut  Beschluss  der  Tagsatzung  vom  25.  April;   s. 
Eidg.  Absch.  a.  a.  0. 

Basier  Cliroiuken.    TL  5 


66  Mailänderkriege. 

1515  Also  uff  mitwuchen  vor  der  ciütiwuchen  im  1515  jai  zoch 

ein  statt  Basel  usz  mit  andern  Eidtgnossen,  in  Meyland  gon 
Nawerren  zu^},  mit  200  mannen  und  eim  £änlin2);  was  junckher 
Henman  Offenburg  houptman,  Hans  Lützelman  der  metzger 
jQLnrich,  [Lienhart  Billig,  oder  den  man  nampt  zum  Hirtzen^),  5 
lüttener,  Martin  von  Seltz  der  schnider  lüferherr,  Anthoni 
Gebelin  der  schiffman  vorfönrich^),  Hans  apothecker  weibel^). 
Velty  Ritter  schriber,  und  Damian  Yrmi  dollmetsch<^)].  Und 
waren  all  Eidgnossen  uff  4000  starck^). 

Bald  darnach  kam  wamung,  wie  der  küng  von  Franckrich  lo 
mit  macht  über  den  Montanisz  züg  %  das  ist  ein  grosser  be^, 
nit  wyt  von  der  statt'  Ast^);  welche  statt  sin  gsin  was  und 
sins  vatters  erbgut^^^);  darumb  er  sy  wider  wolt  han,  und  das 
Juni  26  gantz  Meylaudt.  Also  zoch  ein  statt  Basel  wider  usz,  mentags 
noch  sant  Johans  des  touffers  tag,  was  uff  sant  Elegien  tag  des  is 
vorgemelten  jars,  mit  600  mannen  ^^j;  was  herr  Hans  Trutman 

5.  Daa  EingekL  nur  in  E,  Bl.  110 1>.  9.  Beide  Hss.:  Um  M,  statt  im  IL 

1)  Bei  NoYara  yersammelte  sich  das  Heer  am  20.  Mai;  8.  Eidg.  Absch. 
ni  2,  S.  870,  und  Anshelm  IV  80ff. 

2)  lieber  diesen  Zuzug  Tgl.  den  Bodel  im  St.  A.,  Bd.  St.  91  (4),  BL  11  ff., 
und  ebend.  Bl.  24  die  Instruction  für  die  Hauptleute.  Durch  diese  amt- 
lichen Quellen  werden  die  im  Texte  folgenden  Namen  der  Hauptleute  be- 
stätigt; die  z.  Th.  abweichenden  Angaben  bei  Byff,  in  B.  Chron.  I  21  ff., 
beruhen  somit  auf  Verwechslung. 

3}  Dieses  Wirthshaus  (jetzt  Diakonenhaus,  Aeschenvorstadt  50)  ging 
1521  auf  Jakob  Meyer,  den  spätem  Bürgermeister,  über,  welcher  Bülings 
Wittwe  heirathete  und  sich  fortan  nach  diesem  Hause  »zum  Hirsen« 
(Hirschen)  nannte;  s.  im  St.  A.  das  Meyersche  Geschäfts-  und  Oeschlechts- 
büchlein,  Bl.  7. 

4)  Dieser  wurde  1524  Bathsherr. 

5)  VgL  Stadt.  Urk.  1510  April  19:  Hans  Gharomellis,  gen.  Apotheker. 

6)  Ueber  diesen  Enkel  des  Bathsherm  Hans  Yrmi  d.  älteren,  einen 
Sohn  Baltasars,  s.  F.  Holzach,  in  B.  Biographien  I  44  u.  55. 

7)  Zu  diesem  ersten  Auszuge,  vom  9.  Mai,  wurden  nur  4000  aus- 
gehoben; s.  Eidg.  Absch.  lU  2,  S.  870  u.  872.  Die  Zahl  14000,  welche 
beide  Hss.  haben,  erscheint  mithin  entstellt. 

8)  Diesen  Uebergang  über  den  Mont  Cenis  befürchtete  allerdings  die 
Tagsatzung  schon  im  Juni;  s.  Eidg.  Absch.  IH  2,  S.  886.  Derselbe  erfolgte 
jedoch  erst  Ende  Juli  oder  Anfang  August;  vgl.  Anshelm  IV  92  ff.  u.  99. 

9)  Vom  Fuss  des  Mont  Cenis  bis  Asti  sind  es  über  20  Wegstunden. 

10)  Die  Ansprüche  Franz  I  auf  Asti  beruhten  auf  der  Heirath  seines 
Urgrossvaters,  des  1406  ermordeten  Herzogs  Ludwig  von  Orleans,  mit 
Valentine,  der  Schwester  Philipp  Marias,  des  letzten  Herzogs  von  Mailand 
aus  dem  Geschlechte  Visconti. 

11)  Dieser  zweite  Auszug,  laut  Beschluss  der  Tagsatzung  vom  14.  Mai, 
betrug  im  Ganzen  12000  Mann  aus  der  Eidgenossenschaft  und  1600  aus 
Wallis  und  Graubündten;  s.  Eidg.  Absch.  HI  2,  S.  877,  und  vgl.  ebend. 


1515.  67 

alter  zunfftmeyster  [houptman  ^),  Hans  Galitzion  lütenei,]  Hans 
Bei  fönrich^);  [junckher  Hans  Bemhart  Meyer  ^)  und  Hans 
Murer,  den  man  nampt  zum  Silberberg  ^),  waren  zugeben  vom 
radt;]  zugent  ylends  zu  den  andern^). 

s         An  sant  Bartolomeus  abent  zugent  die  von  Mülhusen  gon  Ang.  23 
Basel  yn  mit  100  mannen  und  eym  fänlin,  ouch  gon  Meylandt 
zu<^).     Darnach  uff  sant  Bartolomeus  tag  des  vorgenanten  jarsAng.  24 
zoch  aber  ein  statt  Basel  des  [214]  dritten  mals  usz  mit  800 
mannen  ^j,  den  andern,  so  vor  dussen  wärent,  noch  in  Meyland 

].>  gon  Nawerren  zu  ^) ;  was  junckher  Heinrich  Meltinger  houpt- 
man, Hans  Maser  der  wynman^)  ßnrich,  Bartolme  Schmid 
der  tuchman  lütener,  [Gregorius  Sch&lin  der  metzger  vorfänrich, 
meister  Hans  Zschudy  der  gerwer  und  meilter  Jacob  Suraoher 
der  Schumacher  von  den  raten  zugeben.] 

15  Also  hatten  die  von  Basel  uff  den  selben  tag  dry  fäniin 

im  feld  mit  1600  mannen,  on  das  nebenzu  liiff  und  nit  usz- 
geleit  was  ^%     Kamen  zu  andern  Eidgnossen,  das  sy  geschetzt 


S.  886,  zum  12.  Juni,  ferner  Anshelm  IV  82.  —  Im  St.  A.  finde  ich  über 
diesen  zweiten  Auszug,  im  Gegensatz  zum  ersten  und  dritten,  kein  amt- 
liebes  Verzeichniss.  Doch  werden  die  Yorliegenden  Angaben  bestätigt 
durch  Ertzberg. 

1)  »Alter«  Oberstzunftmeister  war  Trutmann  erst  seit  der  Kathswahl 
vom  17.  Juni  d.  J. 

2)  lieber  Hans  Bär  den  jüngeren  s.  B.  Biographien  I  59  ff. 

3)  Hans  Bernhard  Meyer  von  Baldersdorf,  ein  Achtbürger. 

4}  Ueber  dieses  Haus,  jetzt  Utengasse  No.  11,  8.1t.  Wackernagel  im 
Histor.  Festbuch  von  1892,  S.  311. 

5)  Diese  Zuzüge  versanmielten  sich  bei  Vercelli;  s.  Anshelm  IV  85  if. 

6}  Dieser  Zuzug  Mülhausens,  welches  erst  seit  Anfang  dieses  Jahres 
ein  »zugewandter  Ort«  der  Eidgenossenschaft  war,  gehört  zum  dritten 
Auszuge  d.  J.,  der  von  der  Tagsatzung  am  20.  August  beschlossen  wurde 
und  15000  Mann  zählte;  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  905  u.  954,  auch  Anshelm 
IV  124  ff. 

7)  Ueber  diesen  dritten  Zuzug  Basels  vgl.  den  Rodel  und  die  In- 
struction im  St.  A.,  Bd.  St.  91  (4),  Bl.  26  ff.,  ferner  B.  Chron.  I  22. 

8]  Novara  war  zimi  allgemeinen  Sammelplatz  bestimmt ;  s.  Eidg.  Absch. 
a.  a.  O. 

9)  Hans  Richart  gen.  Maser,  Zunftmeister  der  Weinleute;  vgl.  unten 
Ertzberg  z.  J.  1515,  auch  Oeb.  VU  1591».  Wegen  seiner  Feigheit  als 
Fähndrich  in  der  Schlacht  vom  14.  Sept.  wurde  er  nach  der  Heimkehr 
gefangen  gelegt  und  am  9.  Juni  1516  zu  einer  Oeldbusse  verurtheilt  und 
auf  Lebenszeit  von  allen  Ehrenämtern  ausgeschlossen;  s.  Erkanntnissb. 
U  125ff. 

10}  Wiewohl  die  Tagsatzung  schon  beim  ersten  Auszug  das  Mitlaufen 
der  Kichtausgehobenen  verboten  hatte,  so  zogen  dennoch  schon  damals 
viele  sog.  Freiknechte  mit;  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  870  u.  877,  auch 
Anshebn  IV  80  u.  81. 

5* 


68  Mailänderkriege. 

wurden  uff  die  50000  starck^);  ISgen  in  Bemont^)  wider  den 
kung  von  Franckrich,  der  dann  80000  starck  was^j.  Und  indem 
sy  also  gegen  einander  lagen,  wart  allerley  practiciert  und  ge- 
handlet,  ein  £riden  betreffend^).  Das  gelt  was  lieb ^);  erwuchs 
daruss,  das  Bern,  Friburg,  Solathum  und  die  Walliser  abzugent,  5 
wol  14000  starck^);  zeigten  an:  der  küng  von  Franckrich  hett 
einen  &iden  mit  der  Eidgenoschafft  gemacht  ^j,  den  w51ten  sy 
halten. 

Und  als  die  hinweg  kament;  darnach  griffen  die  überigen 

Eidgnossen   den   küng   inn   sim   läger  an^),  uff  des  heiligen  lu 

Sept.  13  crütas  abent,  do  die  sunn  schier  su  gn&den  wolt  gftn*);  schlugen 

des  küngs  volck  in  die  flucht  und  erschlugen  im  ein  grosse 

summ  lüten.    Besunder  die  vom  schwartzen  huffen  ^®)  giengen 

2.  E :  olF  SOOOO. 

1)  Vgl.  Brilingei  Bl.  139:  40000.  Die  Auagehobenen  der  3  sich  fol- 
genden Auszüge,  ohne  die  Freischaaren,  zählten  zusammen  33000  Mann;  e. 
£idg.  Absch.  III  2,  S.  954,  und  Anshelm  IV  173,  und  vgl.  oben  S.  66,  A.  7 
u.  11,  und  S.  67,  A.  6. 

2]  Aus  Piemont  zogen  sich  die  beiden  frühem  Auszüge  wieder  zurück 
nach  Vercelli,  noch  bevor  der  dritte  eingetroffen  war;  vgl.  Anshelm  IV 
118ff.  u.  125,  femer  Eidg.  Absck  Ul  2,  S.  902  ff. 

3)  Auf  74000  schätzt  dieses  Heer  eine  »Zeitung«  im  Anseiger  f. 
Schweiz.  Qesch.  1872,  S.  252.  Vgl.  jedoch  Eidg.  Absch.  lU  2,  S.  894,  898 
u.  900,  sowie  auch  einen  Brief  bei  Anshelm  IV  91 ,  wo  derselbe  durchweg 
auf  45  bis  48  000  Mann  geschätzt  wird. 

4)  lieber  diese  Unterhandlungen  s.  Eidg.  Absch.  III 2,  S.  902  ff.  u.  907  ff., 
femer  Anshelm  IV  104ff.,  118ff.  und  130ff. 

5)  Vgl.  in  den  Vertragsbedingungen,  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  907  ff.,  die 
von  Frankreich  zu  zahlenden  Summen.  —  Ueber  den  Verdacht,  dass  Be- 
stechung mitgewirkt  habe,  ygl.  Brilinger  BL  139. 

6)  Die  Zuzüge  der  hier  genannten  Orte  bildeten  zusammen  in  der 
Regel  einen  Drittheil  des  eidgenössischen  Heeres;  s.  z.  B.  das  Verzeichniss 
zum  Dijoner  Zuge,  bei  Anshelm  in  480.  Wenn  nun  hier  das  Oesammt- 
beer  mit  Einschluss  der  Freischaaren  über  40000  Mann  zählte  (ygL  oben 
Anm.  1),  so  erscheint  mithin  die  Zahl  14000,  die  auch  Edlibach  S.  250  hat, 
kaum  noch  zu  hoch.  Für  das  Heer,  welches  nachher  an  der  Schlacht  war, 
ergibt  sich  demnach  eine  Stärke  Yon  etwa  25000  Mann. 

7)  Ueber  diesen  am  9.  Sept.  zu  Gallerate  (jetzt  Galliate)  geschlossenen 
Vertrag  s.  Eidg.  Absch.  HI  2,  S.  907  ff.,  und  vgl.  Anshebn  IV  133  ff. 

8)  Bei  Marignano  (jetzt  Melegnano),  4  St  südöstlich  von  Mailand. 
Ueber  die  Schlacht  vgl  Anshelm  IV  139  ff.,  Schodeler  im  Anzeiger  f.  Schweiz. 
Oesoh.  1885,  S.  357  ff.,  und  Wemher  Steiner  in  Balthasars  Helvetia  VH  239  ff., 
auch  B.  Chron.  I  22  ff. 

9)  Vgl  Brilinger  Bl.  139:  die  advesperascente ;  ferner  B.  Chron.  und 
Anshelm  a.  a.  O. :  zu  vesperzit.  Laut  Brilinger  waren  sie  von  Mailand  um 
Mittagszeit  aufgebrochen. 

10)  Ueber  diese  wegen  ihrer  schwarzen  Kleider  und  Rüstungen  so  ge- 


1515.  69 

fast  ze  grund.  Und  erschlugen  ouch  den  besten  adel  ans 
küngs  hoff,  darzu  ettlich  landsfürsten ,  nämlich  den  henen 
Yon  Burbun^)  und  andere  mer,  und  gewunnen  vil  gesohütz^]. 
Behieltent  den  abent   das  veld,    meinten,    die  sach  wer  gar 

&  hinüber;  schickten  ylends  posten  herusz,  was  yederman  fro^). 

In   der  •  selben  nacht   rüste   sich   der  küng   wider  mit  4 

firischen  huffen  ze  rosz  [214^]  und  ze  fusz,  und  ungewarneter 

sach  an  die  Eidgnossen  hin  (die  dann  mfld  und  hellig  waren  sopt.  i4 

und  die  gantze  nacht  in  der  Ordnung  gestanden,  ouch  ettliche 

10  ßnly  von  ynen  in  der  nacht  hinweg  gezogen^);)  geriet  mit 
grossem  unsäglichem  geschütz  ann  sy,  wol  mit  5000  hocken- 
bachsen^)  und  vil  schlangen,  ouch  sunst  mit  vil  anderem  ge- 
schütz on  zal.  Und  wurden  der  mässen  vom  treffenlichen  ge- 
schütz zertrent,    das   sy    hindersich  wichen  musten  und  das 

15  veld  verlon. 

Als  halff  ynen  gott  ellendigclichen  mit  der  Ordnung  wider 
gon  Meylandt  in  die  statt  ^),  und  bliben  vil  uff  der  walstatt 
und  sunst  ouch  an  andern  orten,  das  man  sy  schätzt  uff  die 
7000  Eidgnossen  7).      Do   kam   umb  Hans  Ber   der  fänrich^), 

20  Bartolme  Schmid  lii teuer,  Hieronimus  Stähelin^),  Bartolme 
zum  Sternen,  Martin  von  Liestals  sun,  und  sunst  vil  guter 
burger  mer  von  BaseP^).  Do  wart  Henman  Offenburg,  desz 
glichen  Heinrich  Meltinger  uff  den  tod  wund^^). 

Zu  disem  hörzug  solt  keyser  Maxemilian  sin  reysigen  züg 


nannte  Schaar  von  6000  geldiischen  Landsknechten  vgl.  Eidg.  Absch.  III  2, 
S.  901  und  Anshelm  IV  91  u.  140,  auch  Schodeler  a.  a.  0.  S.  659. 

1)  Frans  von  Bourbon,  Herzog  von  Ch&telleraud,  ein  Halbbruder 
Herzog  Karls  von  Bourbon;  s.  Anshelm  IV  140. 

2)  Vgl.  Schodeler  a.  a.  O. :  16  stuck  büchsen  uf  rederen. 

3]  Ueber  die  verfrahte  Siegesnachrioht  vgl.  die  Briefe  in  Eidg.  Absch. 
ni  2,  S.  919,  und  die  »Zeitung«  im  Anzeiger  f.  Schweiz.  Oesoh.  1872, 
S.  252  ff.,  auch  Anshelm  a.  a.  O.  Ueber  die  wirkliche  Stimmung  der  Sieger 
s.  Steiner  a.  a.  O.,  S.  240  ff. 

4)  VgL  den  Zusatz  bei  Anshelm  IV  141. 

5)  Statt  »hockenbüchsen«  eher:  hantbüchsen.  Schodeler  a.  a.  O.  S.  359 
schätzt  die  feindlichen  Handbüchsenschützen  auf  über  6000. 

6)  Ueber  diesen  Rückzug  vgl.  Anshelm  IV  142  ff.  und  Schodeler  S.  361. 

7)  Damit  stimmt  Schodeler  a.  a.  0.;  vgl.  auch  Anshelm  rV142:  ob  6000. 

8)  Ueber  seinen  Tod  s.  Wurstisen  S.  521. 
9]  Ueber  ihn  vgl.  unten  S.  76. 

10)  B.  Chron.  I  23  nennt  noch  den  Fähndrich  Hans  Lützelmann.    Die 
Zahl  der  gefallenen  Basler  finde  ich  nirgends  überliefert 

11)  Beide  genasen  jedoch,  und  Offenburg  starb  in  hohem  Alter  erst 
1559;  8.  B.  Chron.  V  314. 


tu 


70   '  Mailänderkriege. 

geschickt  haben,  nämlich  800  pferd^),  darzu  järgelt^).  Das 
hielt  er  nit;  liesz  die  Eidgnossen  im  veld  ligen  ob  20  wuchen^). 
Ei  liesz  ouch  die  sinen,  giäfen,  fryen,  rittet  und  knecht  ein 
grosse  zal,  zum  küng  von  Fianckrich  ziechen^];  dann  der  küng 
sunst  ein  solliche  macht  nit  hett  mögen  bekommen. 

Zu  solichem  unfal  hat  ouch  zum  teyl  die  Eidgnossen 
bracht  die  zwytracht,  so  under  ynen  entstund;  nämlich  das 
ettlioh  den  friden  annemmen  weiten,  der  zu  Galleran  abgeredt 
was,  und  uff  das  selbig  hinwegzugen,  und  yn  die  anderen  nit 
annemmen  weiten,  sunder  den  küng  (wie  gemeldet)  darüber 
[215]  angriffen  <^].  Mag  ein  yegklicher  wol  gedencken,  wo  sy 
by  einander  bliben  weren,  das  es,  ob  gott  hett  geweit,  nit  also 
ergangen  wer.    Gott  wöU  sy  fürter  behf^ten! 

Wie  der  küng  von  Franckrich  ein  friden  und  verein 
mit  den  Eidgnossen  begerte  ze  machen.  10 

Nach  ergangner  Schlacht  zu  Meyland  begerte  der  küng 
von  Franckrich  abermals  (wie  er  zu  Galleran  ouch  gethon 
hatte)  ein  friden  und  verein  mit  den  Eidtgnossen  zu  machen 
und  halten^);  solt  weren  des  küngs  leben  lang  und  10  jär 
nach  sim  tod.  Wer  ouch  sach,  das  im  yemant  Meylandt  wider  i* 
abgewinnen  w51t,  so  selten  die  Eidgnossen  im  knecht  geben 
in  sim  sold,  und  yn  helffen  beschirmen ;  darumb  weite  er  den 
Eidtgnossen  sampt  und  sonders  [10  mal  100  000  cronen  von 
jar  zu  jar  geben  bisz  zu  voller  bezalung^).] 

25 

23.  Daa  EingeU.  in  E,  BI.  111b.     Statt  desBen  hat  die  Es.  nur:  ettUch  thonen  gold 
geben. 

1)  Genauer  600;  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  1394  den  Bundesvertrag 
vom  8.  Febr.  d.  J. 

2)  Das  scbon  in  der  erneuerten  Erbeinung  von  1511  festgesetzte 
Jahrgeld  von  200  Oulden  für  jeden  Ort  war  im  Vertrage  vom  8.  Febr.  1515 
bestätigt  worden;  s.  ebend.  S.  1347  u.  1396. 

3)  Vom  9.  Mai  bis  Ende  September;  s.  oben  S.  66. 

4)  D.  h.  im  framsösisohen  Heere  dienten  über  20000  Landsknechte; 
vgl.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  894  u.  898,  auch  Anshelm  IV  91. 

5)  Vgl.  oben  S.  68. 

6)  Ueber  die  Friedensunterhandlungen,  welche  am  29.  Oct.  in  Genf 
begannen,  s.  B.  Chron.  I  200  ff.,  auch  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  928  ff.,  und 
vgl.  Anshelm  IV  160  ff.  Die  nachfolgenden  Bedingungen  sind  diejenigen 
des  in  Genf  vereinbarten  Vertrages;  s.  Eidg.  Absch.  S.  930 ff.  u.  1398 ff., 
und  vgl.  unten  S.  71,  A.  5. 

7)  Nämlich  in  5  jährlichen  Raten  von  je  200000  Sonnenkronen;  s. 
Eidg.  Absch.  S.  931  u.  1400. 


1515.  71 

Do  begaben  sich  11  ort^)  dei  Eidgenoschafft,  ein  friden 
mit  im  anzenemmen,  aber  kein  verein  anders  dann  die  alte 
yereinigung,  so  vormals  zwüschen  eim  küng  von  Franckrich 
und  ynen  gewesen   wer^].     Aber   die   von   Basel   und  Switz 

5 meinten:  sy  wölten  weder  in  den  friden  noch  verein  ver- 
willigen, sonder  gar  nüt  darmit  ze  schaffen  haben  ^].  Doch 
lagen  ynen  die  andern  11  ort  (die  dann  nit  mer  kriegen 
weiten)  so  hefftig  an  und  baten  sy  so  offl,  das  sy  ye  zu  letst 
noch  langer  handlung  den  &iden  euch  verwilligten  mit  dem 

iokiing  ze  halten^).     Also  ward  die  richtung  oder  frid  gemacht 
und  beschlossen  zu  Jenff,  uff  zinstag  nach  aller  seelen  tag  ^)  1515 1 
im  1515  jftr.  ^°'  * 

Darnach  im  16.  jär,   als  die  zitt  kam,  das  man  solt  ver-me 
«glen,  weiten  ,5  [215^]  ort,  nämlich  Zürich,  Ury,  Switz,  Basel, 

15  Schaff husen^),  darzu  der  Graw  Pundt^)  und  die  Wallisser^j 
nit  versiglen,  ettlicher  Ursachen  halb,  nit  not  hie  zu  melden^). 
Do  das  der  küng  vemam,  wolt  er  das  gelt  nit  geben,  es 
wurde  dann  von  allen  orten  der  frid  angenommen  und  ver- 
siglet, darzu  euch  ein  verein  mit  im  gemacht.     Also  begaben 

2a  sich  Bern,  Lutzern,  Underwalden,  Zug,  Glaris,  Friburg,  Solaturn, 

2.  Beide  Haa.:  die  alten  Tereinignng. 

1)  Es  werden  hier  11  Orte  gezählt,  weil  nachher  als  Gegner  des  Ver- 
trages emzig  Sohwyz  und  Basel  genannt  werden;  vgl.  jedoch  unten  Anm.  3. 

2)  Im  Gegentheil  nahm  die  Mehrheit  den  Genfer  Vertrag  an,  wie  er 
war,  also  auch  das  Bündnis«,  imd  einzig  dieses  letztere  war  es,  was  die 
Spaltung  Terursachte;  s.  Eidg.  Absch.  S.  929. 

3}  Basel  und  Sohwyz  yerwarfen  nur  das  Bündniss,  nicht  aber  den 
Frieden,  und  zudem  waren  sie  schon  in  Genf  nicht  die  einsigen  Orte, 
welche  diesen  Standpunkt  einnahmen,  sondern  Zürich,  Uri  und  Schafifhausen 
stinunten  ebenso;  s.  ebend.  und  vgl.  unten  S.  72. 

4)  Dieses  ist  wohl  richtig  für  den  weiter  unten  erwähnten  Frieden 
vom  29.  Not.  1516,  nicht  aber  für  den  hier  zunächst  folgenden  Genfer 
Vertrag  Tom  7.  Nov.  1515,  welchem  nur  8  Orte  zustimmten;  s.  Eidg.  Absch. 
in  2,  8.  937  ff.,  und  vgl.  die  Torige  Anm. 

5)  Die  Urkunde  ist  vom  folgenden  Tage,  Mittwoch  d.  7.  Nov.;  s.  ebend. 
S.  1398  ff. 

6)  Diese  5  Orte  hatten  den  Genfer  Vertrag  vom  7.  Nov.  überhaupt 
nie  angenommen;  s.  ebend.  8.  947 ff.  und  vgl.  oben  Anm.  4. 

7)  Vgl  ebend.  S.  937  u.  946  ff.,  auch  Anshehn  IV  174. 

8)  Wallis  trat  schon  im  Januar  1516  dem  Genfer  Vertrage  bei;  s. 
Eidg.  Absch.  S.  952  und  vgl.  unten.  Statt  >die  Wallisserc  ist  wohl  eher 
zu  lesen:  die  stat  Sant  Gallen;  vgL  ebend.  S.  961,  auch  Anshelm  IV  174. 

9)  Sie  wollten  kein  Bündniss  mit  Frankreich;  s.  oben  Anm.  2  u.  3, 
und  vgl.  ihre  späteren  Antworten  vom  3.  Juni  und  23.  Juli,  in  Eidg.  Absch. 
S.  978  u.  990. 


72  Mailänderkriege. 

Apentzel,  und  ir  zuveiwanten  die  Wallisser,  der  apt  von  Sant 
Gallen,  Botwil  und  die  von  Mülhusen,  den  friden  ze  halten 
und  euch  das  gelt  se  nemmen  mit  der  verein.  Und  wart 
solichs  von  yetzgemelten  orten  gelopt  und  u£f  das  heilig  evan- 
gelion  geschworen  und  veisiglet^].  & 

Aber  die  andern  5  ort  weiten  nüt  darvon  hören  sagten, 
sunder  entschlussen  sich  kurtz:  mflsten  sy  in  die  verein 
(welche  was,  das  ein  Eidgenoschafft  dem  küng  mit  den  zeichen 
zuziechen  mflste^),  so  w&lten  sy  sich  mit  gott  bezügt  han,  das 
es  ii  will  nit  weie^).  [Do  aber  nun  die  8  firter  das  gelt  vom  lo 
küng  genommen,  im  sigel  und  brieff,  die  verein  mit  im  ze 
halten,  geben  hetten,  hieng  er  stättigs  hinnach,  hatt  kein  ruw 
so  lang,  bisz  er  die  5  ort,  so  wider  yn  warent  und  kein 
verein  mit  im  annemmen  weiten,  durch  ettlich  tagsherren  und 
heimliche  pensioner  (der  selben  orten]  deren  nammen  wol  i5 
wissen  sind,  euch  ze  letst  —  gott  erbarms  < —  in  die  suppen 
bracht  Die  8  ort  vorgemelt  waren  zu  tieff  inn  die  sach 
gangen  und  komen.  Hetten  sy  thon  als  die  5  ort,  und  werent 
all  mit  eynander  eyns  bliben,  so  wer  dem  küng  von  Franck- 
rich  ein  gutty  schlappen  worden.  Aber  das  b&sz  gelt  was  so 
meyster. 

Wenn  Mülhusen  ein  zugewant  ort  der  Eidgnoschafft 

worden  syg. 

1514  Do  man  zalt  1514  jär,  gefiel  den  buntgnossen  von  Mül- 
husen der  Eidgnossen  sach  so  wol,  das  sy  euch  anfiengen  ann  25 

nach  sy  Werben,  und  des  selben  järs  nach  sant  Andres  tag^)  desz- 
halben  zu  Zürich  uff  [216]  eim  tag  vor  gemeinen  Eidgnossen 
erschinen  [und]  do  ann  sy  begerten,  das  man  sy  euch  als  ein 
ander  zugewant  ort  zuliesz   und   anneme.     Also   darnoch    im 

10.  Das  Eingekl.  nur  in  £,  fil.  111  20.  £:  Aber  das  boss  gelt^  dl«  cronen, 

brachten  semlicha  zn  wegen. 

1)  Auf  der  Tagsatsung  Tom  14.  Januar;  b.  Eidg.  Absch.  S.  950  u.  953 ff., 
auch  Anahelm  IV  ITlfif. 

2)  Gemeint  ist  hier  der  Artikel  des  Genfer  Vertrages  über  das  Bund- 
niss;  s.  Eidg.  Absch.  S.  1401. 

3)  D.  h.  sie  traten,  wenn  auch  ungern,  dem  Vertrage  bei,  nachdem 
derselbe  durch  neue  Verhandlungen,  die  vom  August  bis  October  währten, 
sehr  wesentliche  Aenderungen  erlitten  hatte;  s.  Eidg.  Absch.  S.  99Sff., 
1008  ff.  u.  1017  ff.,  und  ygl  B.  Chron.  I  201  ff.  Seine  endgiltige  Fassung, 
Yom  29.  Not.  1516,  s.  Eidg.  Absch.  S.  1406ff. 

4)  Genauer  Dienstags  nach  Andreae  [5.  Dec.);  s.  Eidg.  Absch.  S.  842. 
Ihre  Bewerbung  hatte  übrigens  schon  im  Juli  d.  J.  begonnen;  s.  ebend. 
S.  810,  818  u.  834. 


1515.  73 

1 5.  jär  in  der  crützwochen  ^j ,  nach  langem  rädt,  wurden  sy  ze  i»i& 
letst  (wiewol  es  gar  kum  zugieng)  von  allen  orten  der  Eid-   ^" 
gnoschafft,  glicher   gestalt   wie  Sant  Gallen    und  andere  zu- 
▼erwanten,  ze  ewigen  Eidgnossen  uffgenommen^).     Und  wart 
5  solichs  verbrieffb  und  versiglet,  uff  jär  und  tag  wie  vorstat^}. 

1)  Die  Awfaahme  wurde  von  der  Mehrheit  der  Orte  schon  Mitte 
Jannar  1515  beschlossen,  und  desshalb  trägt  der  Bundesbrief  das  Datum 
des  19.  Januar;  s.  Eidg.  Absch.  S.  847ff.  u.  1379ff.  Jedoch  gab  Schwyz  — 
und  wohl  ebenso  auch  Uri  —  seine  Zustimmung  erst  am  29.  April;  s.  ebend. 
S.  874  und  vgl.  S.  848.  »In  der  crützwochen«  bedeutet  daher  hier  nicht 
wie  gewöhnlich  die  drei  Tage  der  litaniae  minores  (zw.  Sonntag  Rogate 
und  Himmelfahrt),  sondern  eher  die  Woche,  in  welche  die  litania  major 
(25.  April)  fiel,  und  diese  sohloss  1515  mit  Samstag  dem  29.  April.  Ueber 
die  Pioiession,  welche  in  Basel  alljährlich  in  dieser  Woche  am  25.  April 
stattfand,  s.  Brilingers  Ceremoniale. 

2)  Der  förmliche  Bundesschwur  erfolgte  erst  am  12.  Juni  d.  J.;  s. 
£idg.  Absch.  S.  885. 

3)  S.  oben  Anm.  1. 


Beilagen« 


I. 

Zum  Zuge  gegen  Dijon. 

1513. 

Ueber  die  ErlebniBie  der  Basler  auf  dem  Zuge  gegen  Dijon  s 
ist  uns  im  St.  Archiv  im  Bd.  St  91  (10)  ein  leider  unvollendeter 
Bericht  erhalten,  der  mit  dem  Aufbruch  vom  20.  August  beginnt, 
aber  schon  beim  27.  abbricht.  Derselbe  nimmt  nur  2Y2  Seiten 
eines  Doppelblattes  ein,  das  im  übrigen  leer  blieb|  und  ist  von  der 
Hand  des  Oberstzunftmeisters  Lienhard  Grieb  geschrieben,  der  auf  10 
diesem  Zuge  die  Basler  als  Hauptmann  befehligte  ^),  und  somit  jeden- 
falls auch  von  ihm  verfasst.  So  unyoUst&ndig  dieser  Bericht  nun 
ist,  so  bildet  doch  schon  das  Wenige,  was  er  enthalt,  eine  werth- 
volle  Ergänzung  zu  dem,  was  die  Anonyme  Chronik  über  diesen 
Zug  erzählt.  is 

Weiter  lassen  wir  hier  noch  aus  Berlingen  Etterlin,  Bl.  106^ 
jenen  Zusatz  folgen,  welcher,  wie  wir  schon  früher  sahen,  in  der 
Anonymen  Chronik  an  die  Erzählung  des  Dijonerzuges  anknüpft  ^), 
jedoch  nur  von  den  Bestechungen  handelt,  welche  in  demselben 
Jahre  1513  beim  Zuge  nach  Novara  yorgekommen  waren.  20 

a)    Acta  expeditionis  Gallice. 

Ane^io  ^^  sampstag  vor  Bartolomei  sint  wir  ze  Basel  umb  die 
2.  stund  noch  mittag  im  nammen  gottess  usszgezogen,  die  selb 
nacht  ze  Waltikofen  beliben^).  Do  hat  Peterman  von  Eptingen^) 

21.  Ueber  der  Seite  steht :  JliesQS  Maria. 

1)  S.  oben  S.  49. 

2)  S.  oben  S.  26  und  58,  A.  2. 

3)  Waltighofen,  5  St.  westL  von  Basel.' 

4)  Dieser  besass  in  Basel  den  Eptingerhof  bei  St.  Martin,  jetzt  Mar- 
tinsgasse  No.  2,  und  war  yermuthlich  ein  Sohn  jenes  Jakob  y.  £.,  vom  Zweige 


Beilage  I.  75 

unaz,  so  in  miner  herren  liferung  sint^),  dasz  nachtmol  und 
momdesz  den  imbisz  in  sinem  slossz  geben  und  geschenkt. 
Dogmen  haben  wir  siner  frowen  5  gl.  in  die  kindbette  ge- 
schenkt. 

5  Uff  sundag  sint  wii  noch  imbisz  gen  Dattenriet  komen^j.  Aug.  21 

Doselbest  vor  nacht  3  ufflöuff  gehabt  von  desz  von  Tachsz- 
felden^)  hofsz  wegen,  den  unsre  knecht  plünderen  weitend, 
doTumb  das  er  by  dem  kunig  von  Frankrich  was^);  dogegen 
aber  keiserlich  majestet  all  sin  gut  in  haffb  genomen^).    Desz- 

10  halb,  wo  die  plunderung  fuisich  gangen,   hettent  wir  keiser- 
licher   majestet   das   ir  genomen,    die  unser   helffer  sin  solt. 
DoTumb  haben  wir  Galle  Murer  von  Liestal  und  Hans  Wagger  ^) 
von  Mutetz  morndesz  ze  Mumpelgart  in  ein  turn  über  nacht  Ang.  22 
gelegt,  an  ein  recht  geweit  stellen;  darnoch,  uff  bitt,  sy  gewolt 

IS  heim  ze  ziehen  schweren  lossen,  und  doh,  uff  bitt  der  Keiser- 
schen,  Mulhusen  und  unser  empter,  lossen  zum  zeihen  schweren 
und,  so  wir  heim  komen,  sich  für  rot  ze  stellen,  wyter  miner 
herren  stroff  oder  beschaid  ze  erwarten. 

Item   ze   Dattenriet   sagt    unsz    min    her    graff   N.    von 

20  Furstenberg?),  das  keiserlich  majestet  im  gegönt  etUch  desz 
margrofen  von  Dynesz^)  land  inzenemmen,  alsz  euch  beschehen. 
Das  woltent  aber  unser  eidgnossen  von  Friburg  nicht  dester 
minder  berouben.  Mit  beger,  das  best  darzü,  wo  esz  sich 
schikt,  ze  reden  ^]. 

12.  In  d.  Hb.  Lficke  gelusen  f&r  Hans  Wagger. 

Yon  Blochmont,  welcher  1476  bei  Muiten  den  Ritterschlag  empfing;  vgl. 
im  St.A.,  Lehenarchiv  Eptingen,  die  Urk.  1490  April  17  und  1523  März  10, 
sowie  auch  B.  Chron.  III  16. 

1)  D.  h.  die  Hauptleute  äammt  allen  zum  Stabe  gehörenden  Beamten 
und  Dienern;  b.  das  Verzeichniss  in  der  Instruction  vom  20.  August,  im 
St-A.,  Bd.  St.  91  (10). 

2)  Delle.  Von  Waltighofen  führte  der  Weg  dorthin  über  Feldbach 
und  Sept. 

3)  Ueber  dieses  Adelsgeschlecht  s.  Wurstisen  S.  6  und  B.  Chron.  V  312. 

4)  Vgl.  hierüber  den  Brief  der  Basler  Hauptleute  vom  22.  August, 
im  Bd.St.  91  (10). 

5)  D.  h.  die  kaiserlichen  Hauptleute  und  Räthe ,  welche  an  diesem 
Zuge  theilnahmen,  legten  Beschlag  darauf;  s.  ebend. 

6]  Diesen  Namen,  der  in  der  Hs.  fehlt,  s.  ebend. 

7)  Graf  Wilhelm  von  Fürstenberg,  ein  Neffe  des  1499  bei  Domach 
gefallenen  Grafen  Heinrich. 

8)  Ich  lese  Dynesz,  doch  ohne  einen  Ort  d.  N.  zu  kennen. 

9;  D.  h.  wohl,  der  Graf  von  Fürstenberg  bat  die  Basler  \mi  ihre  Ver- 
mittlimg  gegenüber  den  Freiburgem. 


76  Maüänderkriege. 

Inf;,  n  Uff  mendag  sint  wir  gen  Bmimendrut  >)  komen.  Doselb 
den  Keiseilichen  reisigen  sug,  nämlich  min  herren  von  Zorn 
nnd  ander  doh,  Wirtenbergiflch']  by  300  pferden,  und  doby 
das  Keisersch  geschutz,  so  se  Basel  gewesen^),  gefunden,  die 
sich  yil  güts  gen  unsi  erbotten.  & 

hMg.  23  Uff  sistag  zimbisB  sint  houptlut  und  vil  andere  gen  lil 
komen ^).  Aber  das  fenlin  hat  desi  wegsi  gefeit,  gen  Clenra 
komen  ^],  doselbs  vor  den  reisigen  Keiserschen  nit  mSgen  be- 
liben.  Deszbalb  wir  desz  selben  tags  von  Mumpelgart  gen 
Bam^  gemuszt  sieben,  was  mer  den  6  tutsch  mil^].  Desshalb  lo 
▼il  knechten  über  naht  im  holts  in  allem  regen  bliben  müstend, 
und  das  geschutz  zum  fenlin  desz  selben  obensz  nit  komen 
mocht. 

Do  kam  H.  Stehelin  unser  furier*)  von  Bisantz,  den  wir 
von  Waltikofen  dohin  geschikt  hattent.  Sagt  unsz,  das  man  is 
alle  Eidgnossen  ze  Bisantz  nit  weit  inlossen,  denn  allein  die 
houptlut  ^^}.  Deszbalb  bette  min  her  von  Warse  maischalk  in 
Burgund^i),  in  nammen  keiserlicher  majestet,  und  die  von 
Bisantz  alle  örter  in  bestimpte  dorfer,  imd  unsz  von  Basel 
usz  sundrer  lieby  in  ein  dörflin  genant  Bolonin^')  gelosiert;  20 
den  selben  nammen  er  an  einem  brieflin  gescriben  bracht 

Avf.  24         Uff  mitwuch  sint  wir  gen  Bolonin  komen,  ist  3  tusch  mil 

4.  Hl.:  dM  keber  gtadivts. 

1)  Da  sie  von  Delle  kamen  und  naohher  nach  Lisle  sogen,  so  ist 
der  Umweg  über  Pruntrut  schwer  su  erklären.  Vennuthlich  ist  daher 
Pnmtrut  hier  yerwechselt  mit  Mömpelgard. 

2)  Den  >Qrafenc  yon  Zorn  erwähnen  aueh  die  Zürcher  Hanptleute 
in  einem  Briefe  vom  28.  Aug. ;  s.  Olutz-Bloiheim  8.  345,  A.  278. 

3j  Ueber  Herzog  Ulrichs  von  Würtemberg  Betheiligung  an  diesem 
Zuge  8.  oben  S.  56,  A.  6,  auch  unten  A.  11. 
4}  S.  oben  S.  49. 
5,  L'Isle  am  Doubs,  4  St.  von  Montb^liard. 

6)  Clenral  am  Doubs,  3  St.  yon  L'Isle. 

7)  Baume-les-Dames,  3  St  yon  ClenraL 

8)  Oder  10  Wegstunden. 

9,  Hieronymus  Stehelin,  der  1515  bei  Marignano  fiel;  s.  oben  S.  69. 

10;  Vgl.  Anshelm  DI  482. 

11;  Peter  yon  Vergy,  Marschall  der  seit  1493  dem  Kaiser  gehörenden 
Freigrafschaft  Burgund,  war  >oberster  Feldherrc  über  das  ganze  Heer, 
jedoch  nur  bis  zum  8.  Sept,  wo  er  durch  Herzog  Ulrich  yon  Würtemberg 
ersetzt  wurde;  s.  den  Brief  der  Basler  Hauptleute  vom  13.  Sept,  im  StA. 
Bd.St  91  (10). 

12)  Vermuthlich  BonboiUon,  zwischen  Gray  und  Besan9on,  6  St.  yon 
letzterer  Stadt 


Beilage  I.  77 

von  Bisantz.  Doselbs  3  neoht  gelegen  i);  den  lutenei^)  und 
Martin  von  Tachszfelden^)  in  der  von  Bein  legei,  so  wol  1 
grosse  tusche  mil  von  Bisantz  lag^],  geschikt.  Doselbs  sy  vei- 
nomen,  wie  wol  by  1700  fiyer  kneht  gensit  dem  wassei 
^  legend^).  Deszhalb  Bern,  Basel,  Fribuig  und  Soloturn  ir  bot- 
schaflFl  zu  inen  geschikt^). 

b)  Aus  Berlingers  Etterlin. 

^S.  oben  S.  58,  A.  2.) 

Denn  es  giengen  ettliche  reden  usz,  es  werent  50  000  cronen 
10  Tox  Dysion  ettlichen  personen  geben  worden^).     Als  dann  vor 
der  Nawerrensohlacht  ouoh  geschechen  was,  do  ettliche,  näm- 
lich von  Zürich,  Bern,  Lutzern,   Solathurn  und  andern  orten 
me,  welcher  nammen  noch  uffgezeichnet  und  in  gedechtnüsz 
sind,  gelt  vom  küng  von  Franckrich  nammen^),  wo  man  ettwas 
15  meren  solt,  sy  uff  siner  sytten  waren  und  im  allwegen  heim- 
lichen zuschriben,  was  uff  den  tagen  gehandlet  ward.     Davon 
grosse  uffruren  an  vorgenanten  orten  entstunden  ^),  und  ettliche 
darumb  lyden  und  mit  der  hut  bezalen  musten^^j,  ouch  ettliche, 
so  schon  by  leben   bliben,   grosz  gut  geben,  ouch  von  allen 
30  eeren   gestossen  ^^)   und  in  das    blutbuch   geschriben   worden. 
Darumb   syg   meugklich   gewarnet,    sich   hinfur   vor    solchen 
gschichten  ze  verhflten. 

1)  Am  27.  August  erfolgte  der  Aufbruch;  s.  den  Brief  der  Basler 
Hauptl.  Tom  3.  Sept.,  im  Bd.St.  91  (10). 

2)  Jakob  Meyer  zum  Hasen;  s.  oben  S.  49. 

3)  Dieser  gehörte   nicht  lum  Adelsgeschlechte  d.  N.,   sondern   war 
Ratluherr  der  Qartnerzunft. 

4)  Bei  Boche  am  Doubs;  s.  den  Brief  der  Bemer  Hauptl.  vom  26.  Au- 
gust, im  StJL.  Bd.St  91  (10). 

5)  Jenseits  des  Doubs. 

6)  Hier  bricht  der  Text  ab,  und  das  übrige  Blatt  ist  leer. 

7)  Ueber  den  Verdacht,  dass  beim  Vertrage  von  Dijon  Bestechung 
mitgewirkt  habe,  vgl.  Anshelm  III  486. 

8)  S.  ebend.  S.  438,  femer  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  713  k,  und  Wemher 
Steiner,  Ausg.  in  Balthasars  Helvetia  VII  235. 

9)  8.  Anshebn  lU  442,  450  u.  463  ff.,  femer   Basels   Brief  an   Mül- 
hausen  vom  12.  Juli  1513,  bei  Mossmann,  Cartulaire  de  Mulhouse  IV  501  ff. 

10)  S.  Anshelm  lU  440  u.  454  ff.,  auch  W.  Steiner  a.  a.  O. 

11)  S.  ebend.  S.  452  ff.  u.  457  ff. 


78  Maiiänderkriege. 


n. 

Vermischte  Nachrichten. 
1489—1531. 

Die  Aufzeichnungen  ans  den  Jahren  1489  bis  1531,  welche 
der  Chronik  der  Mailänderkriege  in  der  Beinheimischen  Hs.  Yoraus-  b 
gehen  i),  bilden  unter  sich  in  keiner  Weise  ein  zusammenhängendes 
Qanzes.  Schon  der  erste  Abschnitt,  der  auf  BL  193^  unmittelbar 
auf  den  Schluss  der  Abschriften  aus  Ettexlins  gedruckter  Chronik 
folgt  ^)  und  den  Zug  von  1489  gegen  Heitersheim  erzählt,  erscheint 
von  den  übrigen  getrennt  durch  einige  Nachrichten  von  1439  bis  lo 
1493,  welche  aus  noch  erhaltenen  Rathsbüehem  stammen'],  und 
Yon  denen  wir  schon  früher  sahen,  dass  sie  im  engsten  Zusammen- 
hang mit  einigen  weiter  vom  in  der  Hs.  eingehefteten  Blättern 
stehen 4].  Erst  auf  diese  Einschaltung,  welche  Bl.  194 — 195  ein- 
nimmt, folgt  sodann  ein  längerer  Abschnitt  Über  den  Feldzug  yon  is 
1512,  und  das  einzige  Zwischenglied  zwischen  letzterem  Jahr  und 
1489  bildet  eine  kurze  Notiz  über  den  Zug  von  1503  nach  Lo- 
camo,  welche  sich  auf  dem  Rande  von  Bl.  193^  als  Zusatz  zum 
entsprechenden  Berichte  aus  Etterlins  gedruckter  Chronik  findet. 

Auf  den  Feldzug  von  1512  folgt  zunächst  die  Seuche  von  20 
1517,  und  hierauf  die  eingehende  Beschreibung  der  alten,  1521 
und  1524  abgeschafften  Bräuche  bei  der  alljährlichen  Rathswahl 
und  beim  Bezüge  des  Martinszinses.  Weiter  folgt  die  Pulver- 
explosion von  1526,  und  erst  hierauf  jener  Bericht  von  1521  über 
die  Abschaffung  der  französischen  Jahrgelder,  welcher  uns  im  2s 
Staatsarchiv  noch  erhalten  und  auch  schon  längst  gedruckt  ist^). 
Den  Schluss  aber  bilden  drei  kurze  Nachrichten  über  eine  Seuche 
von  1529,  über  das  Erdbeben  von  1523  und  über  die  neu  er- 
bauten Bollwerke  von  1531. 

So    weit   nun    diese    unter    sich  sehr  verschiedenartigen    Auf-  30 
Zeichnungen    die    Jahre    1521    bis    1531    betreffen,    sind    sie    uns 
grossentheils  auch   in  einer  andern,  von  Konrad  Schnitt  gefertigten 
Hs.  erhalten  •).     Jedoch  gehören  dort  die  Nachrichten  von  der  Elx- 
plosion  Von  1526  sammt  dem  Erdbeben  von  1523  zum  älteren,  um 

1)  S.  oben  S.  29. 

2)  S.  B.  Chron.  V  448  ff. 

3)  Nämlich  aus  dem  Liber  Diversarum  Rerum  der  Brief  von  1443, 
abgedr.  im  B.  Urkundenb.  VII  58  ff.,  und  aus  dem  Rothcn  Buch  aUes 
übrige,  abgedr.  in  B.  Chron.  IV  40  ff. 

4)  S.  B.  Chron.  V  449  ff. 

5)  S.  B-  Chron.  I  212  und  vgl.  ebend.  S.  31. 

6;  Ueber  diese  Hs.  s.  oben  S.  23,  femer  unten  die  Einleitung  zu 
Schnitts  Chronik,  und  ebcnd.  in  der  Beilage  I  ihre  Beschreibung. 


Beilage  U.  79 

1537  gefertigten  Theile  dieser  Hs.  Die  Beschreibung  der  1521 
und  1524  abgeschafften  Bräuche,  hingegen,  sowie  auch  der  amtliche 
Bericht  Ton  1521  über  die  französischen  Jahrgelder,  findet  sich 
erst  unter  den  später  hinzugefagten  Nachträgen,  welche  durchweg 
&  auf  anderen  Quellen  beruhen  als  der  ältere  Theil^j.  Diese  letzt- 
genannten Abschnitte  sind  also  jedenfalls  anderen  Ursprungs  als 
die  vorher  erwähnten.  Zugleich  aber  bietet  Schnitts  Hs.  in  der 
Beschreibung  jener  alten  Bräuche  einen  besseren  Text  als  die  Bein- 
heimische,  während  umgekehrt  z.  B.  für  die  Nachricht  vom  £rd- 

10  beben  Ton  1523  diese  letztere  Hs.  unbedingt  den  Vorzug  verdient^]. 
Jene  zwei  Abschnitte  von  den  alten  Bräuchen  unterscheiden  sich 
somit  von  den  übrigen  nicht  nur  dadurch,  dass  sie  etwas  alljährlich 
Wiederkehrendes  beschreiben,  sondern  wir  sind  auch  genöthigt, 
für  sie   allein    einer   anderen  Hs.    zu  folgen,   nämlich  derjenigen 

IS  Schnitts.  Wir  scheiden  daher  diese  Beschreibungen  aus,  um  sie 
erst  später  im  Anschluss  an  andere  Aufzeichnungen  aus  Schnitts 
Hs.  folgen  zu  lassen  ^j,  während  wir  den  Bericht  über  die  französi- 
schen Jahrgelder  im  Hinblick  auf  dessen  bereits  vorhandenen  Druck 
hier  gänzlich  übergehen  können^). 

20  Nach    dieser  Ausscheidung   bleiben    uns  von    1489   bis    1531 

noch  8  Abschnitte,  imd  für  diese  sind  wir  gänzlich  auf  die  Bein- 
heimische Hs.  angewiesen.  Denn  während  wir  diejenigen  von  1523 
bis  1531,  wie  schon  bemerkt,  in  Schnitts  Hs.  nur  mangelhaft  ver- 
treten finden,    fehlt  dort    von  den  früheren,    von    1489   bis    1517, 

2S  überhaupt  jede  sichere  Spur.  Diese  zwei  Qruppen  sind  also 
schwerlich  gemeinsamen  Ursprungs,  und  ebenso  fraglich  bleibt  es 
auch,  ob  innerhalb  der  ersteren  Gruppe  z.  B.  die  beiden  Abschnitte 
von  1489  und  1512,  die  in  der  Hs.  durch  Auszüge  aus  den  Raths- 
büchem  getrexint  sind,  vorher  jemals  zusammengehörten.    Wir  ver- 

30  ziehten  daher  auf  jede  weitere  Vermuthung  über  die  Herkunft  und 
die  Verfasser  dieser  verschiedenen  Aufzeichnungen  und  bemerken 
nur  noch,  dass  sie  alle  auch  in  Berlingers  Etterlin  sich  vorfinden '). 
Der  dortige  Text  bietet  jedoch  zu  demjenigen  der  Beinheimischen 
Hi.    nur    ganz    unwesentliche,    d.  h.    rein    formelle    Ergänzungen; 

36  hingegen  stimmen  beide  Hss.  in  der  Entstellung  einzelner  Zahlen 
genau  überein.  Hinsichtlich  der  runden  und  eckigen  Klammem 
gilt  auch  hier  das  in  der  Einleitung  Bemerkte®]. 

1)  S.  unten  Beilage  I  zu  Schnitts  Chronik. 

2)  In  Schnitts  Hb.,  Bl.  389^  ist  die  Jahrzahl  entstellt  in  1533. 

3)  S.  unten  die  Beilage  zu  den  Späteren  AufEeichnungen  bei  Schnitt. 

4)  S.  oben  S.  78,  Anm.  5. 

5]  Den  Abschnitt  z.  J.  1489  s.  dort  Bl.  99,  und  alles  übrige  zerstreut 
über  Bl.  40—46. 

6)  S.  oben  S.  28. 


gO  Mailänderkriege. 

[193^]  Von  deren  von  Basel  zug  gon  Heyterszheim. 

1489  Als  man  zait  1489  jar,  umb  sant  Michels  tag^),  kamen  bede 
Sept.  29  buTgeimeistei  von  Basel,  mit  nammen  hen  Hans  von  Bären- 
fels, her  Hartman  von  Andlo,  und  vil  ander  burger  von  Basel, 
ob  20  pferden^),  und  vil  edler  frawen^j,  ab  des  vorgenanten  ^ 
herr  Hansen  von  Bärenfels  dochters  hochtzit^).  Und  da  sy 
by  Grissen^)  heruff kamen,  do  [194]  hielt  der  comenthür  von 
Heyterszheim^)  wol  mit  40  pferden  geriist,  und  ob  40  fusz- 
knechten,  ungewarnet  siner  eeren,  und  bewisz  ein  hochmut, 
iiberrant  die  vorgenanten  von  Basel  mit  gewerter  hand.  Do  lo 
wart  herr  Hartman  durch  ein  backen  gerant,  und  Rudolff 
Schlierbach '')  durch  den  Kopff  gehowen  in  hochmuts  wyse. 

Darnach,  ee  dry  tag  ein  end  namen^),  do  warent  d&en  von 
Basel  ob  2000  man  im  Briszgow,  zu  Schliengen.  Also  ward  es 
getädinget  im  feld  mit  grosser  nott,  das  die  von  Basel  ein  i^ 
rachtung  uiFnammen^)  und  schickten  der  yren  wol  80  dar 
in  das  schlosz  ^%  zu  bewaren.  Und  warent  Heinrich  von  Sen- 
hein  und  Hans  Hiltprand^^)  houptlüt  in  dem  schlosz.  Also 
ward  es  doch  zuletst  getädinget,  das  die  von  Basel  wider  ab- 
zugent  12).  2!j 

2.  Beide  Hss.:  1490  jar.  14.  Beide  Hss.:  ob  XX  M  man,  statt  n  H. 

1)  lieber  den  hier  erzählten  Ueberfall  vgl.  B.  Chron.  V  31 8  ff.  Dass 
er  nicht  1490  geschah,  wie  beide  Hss.  haben,  sondern  am  1.  Oct.  1489, 
darüber  s.  ebend.  A.  4. 

2)  Vgl.  ebend.  S.  318:  by  30  pherd. 

3]  lieber  diese  Frauen  s.  Näheres  im  Missivenb.  XVII  199  u.  205. 

4)  Sie  kamen  nicht  unmittelbar  von  dieser  Hochzeit,  welche  Samstags 
d.  26.  Sept.  zu  Basel  war  gefeiei^t  worden,  sondern  waren  auf  der  Rückkehr 
vom  Geleite,  das  sie  dem  Hochzeitspaar  bis  zu  seinem  Wohnsitz  (im  Kl> 
sass)  gegeben  hatten;  s.  B.  Chron.  V  318,  A.  13,  femer  Wurstisen  S.  475. 

5)  Griesheim,  am  r.  Rheinufer,  unweit  Heitersheim.  Der  Ueberfall 
geschah  zwischen  Griesheim  und  Neuenburg,  auf  östrcichischem  Boden; 
s.  Missivenb.  XVII  198  ff. 

6)  Graf  Rudolf  von  Werdenberg-Trochtelfingen,  einer  Nebenlinie  der 
Grafen  von  Werdenberg-Sargans;  s.  Stalin,  Würtemberg.  Gesch.  III  689. 

7)  Früher  Rathsherr  der  Schlüsselzunft,  wurde  er  1474  Achtbürger 
und  sass  als  solcher  im  Rathe  bis  1492.  Vermuthlich  war  er  ein  Bruder 
des  Ritters  Hans  Schlierbach;  s.  B.  Chron.  V  310,  A.  9. 

8)  Der  Aufbruch  zu  diesem  Zug  erfolgte  am  3.  Oct.;  s.  Missivenb. 
a.  a.  O. 

9)  lieber  diesen  Vertrag  s.  ebend.  S.  201. 

10)  Nämlich  in  das  Ordenshaus  Heitersheim;  s.  ebend. 

11}  Beide  des  Raths. 

12)  Nämlich  die  oben  erwähnte  Besatzung.     Die  übrige  Streitmacht 


Beilage  II.  81 

[193^]  Atmo  1503  zinsziags  nach  Giegori  zugent  die  von  isos 
Basel  U8Z  mit  600  mannen  für  Luggarus^)^  und  was  obiistei 
houptman  junckher  Peter  Qffenbuig  und  Friderich  Hartman; 
und  ward  ein  mechtige  letzen  gewunnen  von  den  Eydgnossen 
&  dem  selben  land  ab').  Und  kament  die  von  Basel  wider  heim 
£Dtag8  nach  ostern.  Disz  was  der  erst  zug,  den  die  von  Basel  Apru  21 
tetten,  als  sy  Eydgnossen  waren  worden. 

[195^]  Von  einer  grossen   uneynigkeit  zwiisohen  dem 
küng  von  Franckrich  und  den  Eydgnossen. 

10         Anno  1512  3)  wart  grosz  uneynigkeit  zwüschen  den  Eyd- 1512 
gnossen  und  dem  küng  von  Franckrich  von  wegen  eins  hotten, 
so   die  von  Swytz  in  Meyland  zu  dem  küng  von  Franckrich 
geschickt^);  der  ward  von  des  küngs  volck  erhenckt^].     Dann 
zu  der  zitt  hatt  der  küng  von  Franckrich  Meyland  in  besitzimg; 

15  dann  die  Eydgnossen  hatten  im  das  helffen  gewinnen^);  und 
kriegt  euch  der  küng  uff  die  zitt  hefftig  wider  den  bäpst  in 
Italia^.     Also  ward  vil  tagleystung  gehalten  zwüschen  dem 

1.  Ha. :  Alao  zioBtogt  nftch  Oregori. 

kehrte  schon  am  5.  Oct  nach  Basel  zurück;  s.  unten  Ertzberg  z.  J.  1489. 
—  Ueber  den  weitem  Verlauf  und  den  schliesslichen  Ausgleich  dieses 
Handels  s.  B.  Chron.  Y  319,  A  6.  —  Auf  diesen  Abschnitt  folgen  in  der 
Hs.  auf  BL  194 — 195  verschiedene  Ausztlge  aus  den  Rathsbüchem;  s.  oben 
S.  78. 

1)  In  der  Hs.  geht  dieser  Abschnitt  noch  demjenigen  z.  J.  1489 
Toraus,  indem  er  sich  nur  als  Randbemerkung  an  den  Bericht  Etterlins 
über  diesen  Zug  von  1503  anschliesst.  Aus  Etterlin  stammt  daher  das 
hier  in  Gursiv  Erg&nzte. 

2)  Bis  hier  stimmt  dieser  Abschnitt  wörtlich  mit  der  Chronik  des 
Schwabenkrieges;  s.  oben  S.  19.  Das  Folgende  hingegen  stimmt  genau 
mit  Adelberg  Meyers  Aufzeichnungen. 

3)  Diese  Jahrszahl  gilt  nicht  für  das  Nächstfolgende,  sondern  nur 
für  den  Hauptinhalt  dieses  Abschnitts. 

4)  Es  waren  3  Lftufer,  von  Schwyz,  Bern  und  Freiburg,  welche  wäh- 
rend des  Feldzugs  vom  August  1510  Briefe  ihrer  Hauptleute  an  ihre  Obrig- 
k^ten  trugen  und  bei  Lugano  yon  den  Franzosen  aufgefangen  wurden; 
s.  Anshelm  HI  256  und  ygL  Ch.  Kohler,  Les  Suisses  dans  les  guerres 
dltaHe,  S.  231. 

5)  Sollte  wohl  heissen:  ertrenckt  YgL  Kohler  a.  a.  O.,  ferner  im 
Anzeiger  f.  Schweiz.  Oesch,  1891,  S.  291,  die  Zürcherische  Chronik  der  Mai- 
Underkriege. 

6]  Schon  1500;  s.  oben  S.  14.. 

7)  Der  Streit  zwischen  Ludwig  XTT  imd  Julius  U  brach  offen  aus, 
nachdem  letzterer  gegen  Frankreich  im  Oct  1511  die  >heilige  Liga«  ge- 
hildet  hatte. 

Buler  Chroniken.    VI.  6 


821  Mail&nderkriege. 

küng  und  den  Eydgnossen  i),  und  kam  dohin,  das  der  küng 
von  Fianckrich  den  Eydgnossen  wolt  geben  1500  cronen^]  für 
die  hAltzene  bäohsen,  die  der  bott  an  im  tragen  hat^);  dan  er 
Tor  umb  den  man  mit  der  früntschaffi  verkomen^).     Aber  die 
Eydgnossen  wolten  das  nit  thun,  und  zugen  usz  ^)  und  manten  & 
(iMO  alle  Eydgnossen,  Basel  und  andere <^),  und  zugen  usz  8  tag  nach 
Not.  11  Martini  7),  und  den  nechsten  uff  Meyland  zu.     Und  waren  usz 
uff  die  6  [196]  wochen^))  und  zugent  darnach  wider  heym. 
1512  Darnach  uff  den  firfliing  zugent  die  Eydgnossen  und  ein 

stat  Basel  wider  usz^);  und  als  der  bäpst  euch  mit  dem  lo 
Frantzosen  uneyns  was,  und  der  RAmisch  küng  zum  teyl 
euch,  darumb  liesz  der  RAmsch  kiing  (was  erweiter  keyser]^^] 
sy  ziechen  durch  das  Etschland  ^i).  Und  als  sy  hinyn  kamen 
in  Meyland,  was  der  küng  von  Frankrich  nit  persönlich 
do,  aber  das  land  sunst  mit  grossen  herren  wol  besetzt  ^').  i& 
Und  die  Venediger  gaben  den  Eydgnossen  yil  grosses  geschütz 
.  und  büchsenmeister  darzu^^).  Und  also  gewunnen  sy  Meyland 
und  das  gantz  land  mit  gar  wenig  schaden,  und  ward  des 
kängs  Tolck  usz  Meiland  vertriben.  Und  ward  dem  bapst 
ouch  geholffen;  darumb  er  dann  alle  ort  der  EydgnoszschafEl » 

7.  Beide  Es.:  ym  tag  Tor  Martini  9.  Es.:  Und  darnlch;  B:  Darnlch. 

1)  S.£idg.  Absoh.  UI 2,  S.579a,  584 e,  585g  u.  587b,  auchKohlerS.233ff. 

2)  Diese  Angabe  finde  loh  nirgends  best&tigt. 

3)  Ueber  diese  Läuferbüchse  s.  Anshelm  HI  256. 

4)  Die  Widerlegung  dieser  Angabe,  die  auch  noch  andere  Chronisten 
haben,  s.  bei  Kohler  S.  233,  A.  1. 

5)  Diess  gilt  speziell  von  Schwyz,  das  schon  am  14.  Nov.  mit  1500 
Mann  auszog,  um  auf  die  übrigen  Orte  in  Bellinzona  zu  warten;  s.  Anshelm 
III  258  ff.  u.  Eidg.  Absch.  lU  2,  S.  587. 

6)  Den  Mahnbrief  von  Schwyz  an  Basel,  vom  10.  Nov.  1511,  s.  im 
StA.,  Bd.  91  (9). 

7)  Auf  Freitag  den  14.  Nov.,  also  3  Tage  nach  Martini,  war  der  Aus- 
zug  von  Schwyz  angesetzt  worden ;  s.  Eidg.  Absch.  m  2,  S.  587  b.  Der 
Auszug  der  übrigen  Orte  erfolgte  jedoch  erst  spftter,  und  zwar  derjenige 
Basels  Freitags  den  21.  Nov.,  während  die  Berner  erst  am  '27.  auszogen; 
s.  oben  S.  33,  femer  Anshelm  lU  259. 

8)  Die  Basler  vom  21.  Nov.  bis  31.  Dec. ;  s.  die  vorige  Anm.  u.  oben 
S.  34,  A.  5. 

9)  Am  6.  Mai ;  s.  oben  S.  34,  A.  6. 

10)  Diesen  Titel  führte  Maximilian  seit  der  misslungenen  Romfahrt 
von  1508. 

11)  Er  stellte  ihnen  am  13.  Mai  einen  Qeleitsbrief  aus;  s.  Eidg.  Absch. 
III  2,  S.  617. 

12)  Die  französischen  Streitkräfte  waren  im  Oegentheil  ungenügend. 

13)  Ueber  das  venezianische  Heer,  welches  am  1.  Juni  bei  ViBafranca 
mit  den  Eidgen.  sich  vereinigte,  s.  den  Brief  der  Baaler  Hauptl.  vom  29.  Mai 
1512,  im  StA.,  Bd.St.  91  (10). 


Beilage  II.  83 

begobet  mit  zeichen  in  die  panei.  Als  nämlich  ein  statt  Basel 
begäbet  [er]  mit  dem  engelschen  grusz,  zu  f&ren  in  iiem  panei 
bim  baselstab;  daizu  begäbet  [ei]  sy  euch,  das  sy  nun  hinfür 
möchten  ffiren  ein  guldinen  baselstab  ^),  Do  liessen  die  houpt- 
&  liit  und  mitihät  von  stunden  an  zu  Meyland  machen  ein  wysz 
damasten  paner  mit  eim  guldinen  baselstab,  und  ein  engel- 
schen giusz  mit  b&rlin  gestickt  3)  oben  im  paner  by  der  Stangen. 
Und  brächtens  also  heym  mit  dem  fänlin^),  und  trugs  der 
ßnrich  Hans  Heinrich  Gebhart  in  die  statt;    und  was  Jacob 

10  zum  Hasen  houptman,  und  wären  usz  gsin  15  wochen^).  Man 
zochynen  entgegen,  die  junge  weit  von  13  und  14  jären,  dem 
was  uff  900^),  darnach  burger  uff  500;  was  grosse  fröid,  und 
gab  man  y^klichen  knaben  ein  mutschellen  <^). 

[196^]  Also  uff  die  zitt  hatten  die  Eydgnossen  grossen  sig 

IS  und  rhum  erlangt,  und  was  der  bapst,  keyser  und  Eydgnossen 
wol  eins,  und  satzten  hertzog  Maxemilian  von  Meyland  von 
y^klichem  ort  zwen  rätsfründ,  und  die  sin  rhät  sin  selten 
ettlich  zitt  lang^). 

Von  einer  seltzamen  kranckheit. 

20  Anno  1517  kam  zu  Basel  ein  kranckheit,   die  brüny  ge-  isi? 

nant,  das  den  lütten  die  zungen  und  rächen  als  wysz  wurden 
als  ein  wysz  tuch;  und  was  eben,  wie  ein  beltz  oder  schimmel 
uff  wyn  würt,  das  die  lüt  weder  essen  noch  trincken  mochten. 
Und  kam  zu  dem  selben  ein  grosz  houptwee,  das  die  lütt  von 

20.  »die  Irftny  genaiit€  fehlt  in  E,  and  in  B  nur  als  Zosats  am  Bande. 

1)  VgL  oben  S.  37. 

2)  Diese  Stickerei,  der  einzig  noch  erhaltene  Ueberrest  des  Panners, 
befindet  sich  jetzt  im  Histor.  Museum.  —  Zur  Bestellung  des  Panners 
irurden  am  30.  Juni  von  Pavia  aus  Melchior  Hatschi  und  Hans  Oberriet 
nach  Mailand  gesandt ;  s.  den  Brief  der  Basler  Hauptl.  vom  30.  Juni,  im 
St.Au,  Bd.St  91  (9). 

3)  D.  h.  mit  dem  Fähnlein,  unter  welchem  sie  ausgezogen  waren. 

4}  Der  ganze  Feldzug  währte  far  die  Basler  vom  6.  Mai  bis  2.  August, 
also  nur  12  Wochen  und  4  Tage;  s.  oben  S.  37,  A.  6.  >15  wochen«,  wie  beide 
Hss.  haben,  mag  daher  auf  einem  Schreibfehler  beruhen  (XV  statt  XII). 

5)  Für  eine  Oesanuntbevölkerung  von  etwa  15000  Seelen,  wie  sie 
Basel  damals  hatte,  sind  900  Knaben  von  13  und  14  Jahren  viel  zu  viel. 
Es  mag  daher  diese  Zahl,  welche  beide  Hss.  haben,  durch  Entstellung 
entstanden  sein  [IXC  aus  IVC  oder  IIC). 

6)  Eine  Art  Wecken.  Ausser  diesen  Mutschelen  erhielten  die  Knaben 
noch  Obst,  und  beides  zusammen  kostete  16V2lb.;  s.  Wochenausgaben b. 
Xni  108. 

7)  Vgl.  oben  S.  38  ff. 

6* 


84  Mail&nderkiiege. 

sinnen  komen,  und  stürben  vil  doran^).  Und  wem  man  zu 
hilff  komen  wolt,  dem  must  man  die  zungen  und  den  rächen 
bisz  in  Schlund  gantz  suber  schaben  und  fegen,  das  wysz  gantz 
hinweg,  so  liiff  darnach  das  hell  blut  harusz;  darnach  must 
maus  bestrichen  mit  rosenhonig.  Das  must  man  tag  und  nacht  s 
12  mol  thun. 

Dise  pläg  weret  ein  halb  jär^),  und  kam  glich  daruff  ein 
grosser  sterbet  der  pestilentz,  und  starb  vil  volck^). 

[198]  Von  einem  unversechenlichen  grossen  donder- 
schutz,    davon  ein  statt   Basel   grossen  schaden  em-i€ 

pfieng. 

1526  Uff  mitwochen  in  der  fronvasten  zu  herpst  anno   1526^}. 

umb  die  5.  stund  ^)  nach  mittag,  kam  on  eynich  wetterleichen 
und  woicken,  und  on  einig  regen^  ein  grosser  donderschuts, 
und  schosz  ob  Eschenmar  thor  gegen  sanct  Alban  thor  zu  in  is 
den  dritten  thurn<^)  an  der  stattmuren,  darinn  dan  vil  bulffer 
und  swebel  lag.  Und  nam  disen  thurn  und  die  muren  [198^] 
darneben  usz  dem  ertrich,  das  die  steyn  vom  thurn  und  muren 
dermässen  Schüssen  hin  und  här,  ins  feld  hinusz  bisz  zum 
cSppelin  vor  Eschenmar  thor,  desz  glichen  in  die  Maltzgassen,  20 
sanct  Alban  vorstat  und  in  die  reben''),  das  ob  21  personen^) 
uff  der  wallstat  ze  ring  umbher  tod  bliben  ligen,  die  es  umb- 
brächt,  on  die  sunst  geschädiget  wurden,    das   man  sy  heim 

5.  Beide  Hbs.:  mit  roazhonig. 

1)  Vgl.  B.  Chron.  I  23. 

2)  VgL  Wurstiseii  S.  527:  8  Monat  Die  Seuche  hörte  noch  vor  dem 
Sept  1517  auf,  da  in  diesem  Monat  die  Lustfahrt  der  Basler  sur  Kirch- 
weih der  Waldstädte  erfolgte;  vgl.  B.  Chron.  I  23  und  das  Handbuch  I 
der  Geltenzunft,  S.  436  ff. 

3)  Ueber  diese  Pest  vgL  B.  Chron.  I  23.  —  Den  weitem  Inhalt  der 
Hs.  auf  BL  196i> — 198  s.  unten  L  d.  Beilage  eu  d.  Spätem  AufEeichnungen 
bei  Schnitt 

4)  Vgl.  B.  Chron.  I  54  u.  412,  auch  unten  Ertsberg. 

5)  Ebenso  Ertcberg;  vgl.  jedoch  B.  Chron.  a.  a.  O.,  wo  beide  Stellen 
6  Uhr  angeben. 

6)  Also  in  den  mittleren  der  5  Thürme,  welche  zwischen  dem  Aeschen- 
und  St  Albanthor  standen.  Vgl.  Ertsberg:  in  den  lugthum.  Er  hiess 
auch  der  Schneiderthurm,  weil  im  Kriegsfall  die  dortige  Wache  von  der 
Schneiderzunft  versehen  wurde;  s.  B.  Chron.  I  413  und  vgl.  die  Wacht- 
ordnung  von  1425,  im  StA.,  Liber  Diversar.  Herum,  Bl.  118. 

7)  Sowohl  in  den  Vorstädten  als  vor  den  Thoren  wurde  Wein  gebaut; 
e.  den  Stadtplan  in  Wurstisens  Baslerchronik. 

8)  Die  Angaben  schwanken  zwischen  8  und  24  Todten;  vgl.  B.  Chron. 
I  54  u.  413. 


Beilage  H.  85 

tragen  mugt.  Und  was  ein  sollicher  dunst,  das  er  in  Eschen- 
mar  vorstat,  und  an  andern  orten  ettlich  starck  thüren  uff- 
stiesE  mit  gewalt,  und  grossen  schaden  thet  in  sanct  Alhans 
Yorstat,  bisz  zum  Tütschen  Husz^),  an  glasfensteren.  Item 
5  von  sollicher  ungestimmigkeit  zerbrachen  ouch  die  fenster  in 
sanct  Theodors  kilchen  in  der  deinen  Statt  ^). 

[199^]  Von  einer  ungewonlichen  kranckheit,  der 
Engelsch  schweysz  genempt. 

Anno  1529  kam  ein  kranckheit  den  Rhin  haruff,  das  1529 
lonempt  man  den  Engeischen  schweysz');  und  so  bald  es  ein 
menschen  anstiesz,  so  must  er  geschloffen  han.  Darumb,  eeh 
man  wuszt,  wie  im  ze  hilff  ze  kommen  was,  stürben  vil  lütten 
im  schloff.  Dann  dajs  was  die  hilff:  wann  es  einen  anstiesz, 
so  must  man  in  warm  zudecken  und  kein  luSt  zu  im  gon  Ion, 
15  und  ISssen  schwitzen  8  oder  10  stund,  und  nit  schloffen,  so 
halff  es  sy.  Ettlich  liessents  im  anfang  15  stund  [oder]  20 
stund  schwitzen;  darumb  dann  vil  stürben. 

Von  einem  erdbidem. 

Uff  sanct  Johans  tag  zu  wyhenachten^)  anno  1523  kamen  1523 
7dry  grosz  erdbidem  nach  einander.     Und  darnach  im  summer  ^524 
wart  ein  gut  jär;  galt  nach  der  ernd  ein  vierntzel  kom  15  s., 
und  nach  herpst  ein  som  wins  ein  guldin. 

Bollwerck. 

Anno  1531  wurden  zu  Basel  die  zwey  bollwerck,  eins  an  1531 
sSpalen^),  das  ander  über  Ryn  zu  sanct  Clären*]  angefengt. 

1.  Beide  Hes.:  in  Eeeheiunw  ToraUt  etüieh  sUrok  thflren  imd  u  Andern  orten  nff 
fltieeaL  10.  E:  die  nempt  man.  16.  He.:  in  enfluif. 

1]  Also  aber  die  St  Albanvorstadt  hinaus  und  bis  in  die  Rittergasse, 
wo  das  Deutschoidenahaus  lag. 

2)  Vgl.  B.  Chron.  I  413.  —  Hier  folgt  in  der  Hs.  der  Bericht  von 
1521  über  die  Abschaffung  der  französischen  Jahrgelder;  s.  oben  S.  78. 

3)  Vgl.  B.  Chron.  I  105,  auch  Anshelm  Y  396  ff. 

4)  In  der  Nacht  vor  dem  27.  Dec.  1523,  gegen  1  oder  2  Uhr;  vgl.  B. 
Chron.  I  47  u.  387. 

5)  D.  h.  in  der  Nähe  des  Spalenthors.  Gemeint  ist  das  WasenboU- 
werk,  auch  >der  hohe  Wall«  genannt,  auf  dessen  Areal  jetst  das  Bex- 
noulUanum  steht,    lieber  den  Bau  s.  B.  Chron.  I  117. 

6]  Das  St  Clarabollwerk  in  Klein-Basel,  hinter  der  Eirohe  d.  N. 


m. 


Die  Chronik  Konrad  Schnitts 


1518—1533 


sammt  Fortsetzung  bis  1537. 


Einleitung. 


Auf  die  bis  1516  reichende  Chronik  der  Mailänderkriege 
folgt  in  der  Beinheimischen  Handschrift,  wie  wir  früher  sahen, 
noch  eine  Beihe  weiterer  Aufzeichnungen,  welche  die  Jahre 
1518    bis    1537   umfassen^).     Diese   aber  sind   uns   ausserdem 

i  nicht  nur  in  Berlingers  Etterlin  erhalten,  sondern  zum  grössern 
Theil  auch  in  einer  umfangreichen  Compilation,  welche  den 
Hauptinhalt  der  Handschrift  S.  2  der  Vaterländischen  Biblio- 
thek in  Basel  bildet.  Wie  die  Schriftzüge  zeigen,  so  ist  diese 
letztere  Handschrift  ein  Werk   des  1541   verstorbenen  Kaths- 

10  herrn  Konrad  Schnitt,  von  welchem  uns  auch  ein  reichhaltiges 
Wappenbuch  noch  erhalten  ist^).  Sie  ist  somit  älter  als  die 
Beinheimische  Handschrift,  welche  erst  1545  gefertigt  wurde ^) 
und  schon  deshalb  verdient  sie  in  Betreff  der  vorliegenden 
Aufzeichnungen  unsre  volle  Beachtung.     Bevor  wir  jedoch  zu 

15  diesen  letztern  uns  wenden,  schicken  wir  zunächst  noch  das 
Wenige  voraus,  was  wir  über  den  Schreiber  dieser  Handschrift 
und  über  seine  sonstigen  Werke  bis  jetzt  wissen. 

Konrad  Schnitt  war  kein  geborner  Basler,    sondern  kam  f^^^^ 
hierher   von    Conatanz^).     Auch    wissen   wir   nicht,    wann   er 

»hiesiger  Bürger  wurde ^),  sondern  nur,  dass  er  1519,  Sonntags 

1)  S.  oben  S.  23. 

2)  Auf  die  Uebereinstixnmung  der  Schriftsüge  wurde  ich  aufmerksam 
gemacht  durch  Dr.  R.  Wackemagel. 

3)  8.  B.  Chron.  V  451. 

4)  S.  das  Kothe  Buch  der  Zunft  zum  Himmel,  Bl.  45b,  z.  J.  1519. 
Es  ist  diess  die  einzige  Stelle,  wo  Constanz  als  der  Ort  seiner  Herkunft 
genannt  wird. 

5)  Unter  den  Bürgeraufiiahmen  findet  sich  nur  ein  »Conradt  Schmidt 
Ton  Ebingenc,  und  zwar  zum  24.  Dec.  1509;  s.  Oeb.  VH  135  b.  Dass  nun 
hier  Schnitts  Name  entstellt  sei,  wfire  an  sich  wohl  möglich,  und  ebenso, 
dass  er  in  Ehingen  geboren  w&re  und  in  Constanz  |nur  seine  Jugendzeit 
Terlebt  hätte.  Jedoch  erscheint  es  kaum  denkbar,  dass  er,  der  erst  1519 
zünftig  wurde,  schon  10  Jahre  vorher  das  Bürgerrecht  erworben  hätte. 


90  Konrad  Schnitt 

den  10.  Juli,  als  Maler  auf  der  Zunft  zum  SLimmel  das  Zunft- 
recht  erlangte^).  Im  Februar  1525  bewarb  er  sich  um  das 
Amt  eines  Kornschreibers,  jedoch  ohne  Erfolgt).  Bald  nach- 
her aber,  d.  h.  jedenfalls  noch  vor  1528'),  verheirathete  er  sich 
mit  Clara  Oesy^),  der  Stieftochter  des  Metzgers  Martin  Dampf-  s 
rion^).  Dieser  war  ein  angesehener  Mann,  der  schon  seit  1503 
als  Vertreter  seiner  Zunft  im  Rathe  sass*},  und  wohl  seincmi 
Einfluss  hatte  Schnitt  es  zu  verdanken,  dass  im  Januar  1528 
ihm  das  einträgliche  Amt  eines  Schaffners  im  aufgehobenen 
Augustinerkloster  verliehen  wurde  ^).  Denn  bezeichnenderweise  lo 
heisst  er  in  der  betreffenden  Rathserkanntniss  nur:  Konrad  der 
Maler,  Martin  Dampfirions  Stieftochtermann  ^).  Zugleich  aber 
zeigt  schon  die  Zuwendung  dieses  Amtes,  gerade  um  diese  Zeit, 
dass  Schnitt  zu  den  Anhängern  der  Reformation  gezählt  wurde. 
Bei  den  Unruhen  jedoch,  welche  bald  nachher,  im  Februar  is 
1529,  dieser  Bewegung  in  Basel  zum  völligen  Siege  verhalfen, 
wird  sein  Name  nirgends  genannt. 

Als  nun  schon  im  Juni  dieses  Jahres  das  reformierte  Basel 
sich  genöthigt  sah,  zum  ersten  Kappelerkriege  einen  Zuzug 
von  500  Mann  zu  stellen,  da  war  unter  den  hiezu  Au^» 
gehobenen  auch  Schnitt  ^].  Die  Theilnahme  an  diesem  thaten- 
losen  Feldzuge,  der  mit  einem  baldigen  Frieden  endigte,  hatte 
für  ihn  die  günstige  Folge,  dass  er  zum  nächsten  Zuge  vom 
October  1531  kein  Aufgebot  erhielt,  und  dadurch  entgieng  er 
der  blutigen  Niederlage  auf  dem  Gubel,  in  welcher  manchem 
Basler  umkamen. 

Inzwischen  war  unser  Maler  im  Juni  1530  in  seiner  Zunft 
zum  Zunftmeister  gewählt  worden,  und  damit  trat  er  in  den 
Rath,   dem  er  fortan  bis  Juni  1536  angehörte  ^^).    Dass  er  in 
dieser    obersten    Behörde    eine    geachtete   Stellung    einnahm,  ao 
das  ersehen  wir  schon  daraus,   dass  er  mehrmals  dem  für  das 


1)  S.  das  Eothbuch  der  Zunft  cum  Himmel,  a.  a.  O. 

2)  S.  Oeb.  Vn  205. 

3)  S.  ebend.  BL  228  b,  zum  Januar  1528,  wo  er  bereits  verheirathet  ist. 

4)  S.   im  Gerichtsarchiv  das  Fertig^ngsbuch ,   Iro  sie  sutti  13.  Juni 
1542  als  seine  Wittwe  erscheint. 

5)  S.  Oeb.  VII  228  b,   wo   Schnitt  als  Dampf rions  Stieftoohtermann 
erscheint 

6)  S.  die  Rathsbesatsungen  im  Oeb.  VIII  95  ff. 

7)  8.  Oeb.  vn  228b,  und  vgl.  R.  Waokemagel  i.  d.  Beiträgen  XIII  95. 

8)  8.  ebend.  Bl.  228  b. 

9)  S.  Rothbuch  der  Zunft  zum  Himmel,  Bl.  212  b. 
10)  8.  im  St.  A.,  Schwanes  Buch,  Bl.  21,  26  und  32. 


Einleitung.  91 

Finanzwesen  bestellten  Aussohuss  der  Siebnei  angehörte^). 
Ausserdem  aber  wurde  er  noch  mit  allerlei  Aufträgen  betraut, 
welche  alle  mehr  oder  weniger  darauf  absielten,  die  Sache  der 
Beformation  zu  fordern.     Schon  wenige  Monate  nach  seiner 

»Wahl,  im  November  1530,  finden  wir  ihn  neben  Sebastian 
Krug  als  Abgesandten  Basels  in  Solothurn^).  Der  dortige 
Rath  nämlich  hatte  die  Zusicherungen,  die  er  früher  den  An- 
hängern der  Reformation  gegeben,  nicht  gehalten,  und  des- 
halb machte  nun  eine  Gesandtschaft  von  Zürich,  Bern  und 

10  Basel  ihm  hierüber  YorsteUungen.  Diese  Sendung  blieb  je- 
doch TÖUig  erfolglos,  und  die  Gesandten  mussten  unverrichteter 
Dinge  heimkehren'). 

Elaum  war  Schnitt  wieder  in  Basel,  so   wurde  er  noch 
im  December  d.  J.  in  den  neu  errichteten  Kirchenbann  der 

15  Münstergemeinde  gewählt^},  und  als  Mitglied  dieser  Behörde 
hatte  er  fortan  die  Kirchenzucht  zu  handhaben,  d.  h.  die 
Lasterhaften  zu  warnen  und  nöthigenfalls  zur  Bestrafung  zu 
verzeigen.  Bald  nachher,  im  April  1531,  wurden  die  Banne 
angewiesen,  auch  gegen  diejenigen  einzuschreiten,  welche  dem 

20  kirchlichen  Abendmahl  fem  blieben^),  und  so  kam  Schnitt 
noch  in  demselben  Jahre  in  den  Fall,  einem  einstgesinnten 
Manne  wie  Bonifacius  Amerbach  gegenüber  —  wenn  auch  nur 
vorübergehend  —  die  Rolle  des  Inquisitors  zu  übernehmen^]. 
Schon  vorher,  im  Februar  d.  J.,  Hess  er  sich  übrigens  zu  einem 

25  noch  widrigeren  Auftrage  brauchen,  nämlich  zur  Verfolgung 
der  Wiedertäufer,  welche  damals  auf  der  Landschaft  noch 
immer  ihr  Wesen  trieben  ^j,  und  zu  deren  Ausrottung  die  Tag- 
satzung soeben  sehr  scharfe  Beschlüsse  gefasst  hatte  ^).  In  Be- 
gleitung des  Rathsherrn  Sebastian  Krug  und  der  beiden  Pfarrer 

30  Johann  Gast  und  Hieronymus  Bothanus  begab  er  sich  ins 
Amt  Homburg,  wo  im  Schloss  einige  Wiedertäufer  gefangen 
lagen,  und  von  diesen  wurden  zwei  am  10.  Februar  im  nahen 
Bache  ertränkt^).     Eine  neue  Sendung  zu  demselben  Zweck 

1]  8.  die  Siebnerlisten  in  dem  nicht  paginirten  letiten  Theile  von 
Oeb.  Vn. 

2)  S.  Schnitts  Aussagen  vom  23.  Dec.  1530,  im  St.  A.,  Kirchenakten 
A  4,  No.  2. 

3)  8.  Eidg.  AbBch.  IV  Ib,  S.  835,  838  g,  840  und  847. 

4)  8.  im  St.  A.,  Decreta  et  Mandata  1  70  b. 

5]  S.  Th.  Burckhaidt-Biedermann,  Bonifacius  Amerbach,  S.  80  ff. 

6)  S.  ebend.  S.  89  und  269. 

7)  lieber  das  Folgende  Tgl.  Paul  Burckhardt,  Die  Basier  Täufer,  S.  40  ff. 

8)  8.  Eidg.  Absch.  IV  Ib,  8.  842  b,  aum  17.  Nov.  1530. 

9)  S!  P.  Burckhardt,  S.  41  ff. 


92  Konrad  Schnitt 

eifolgte  noch  im  Oktober^dieses"  Jahres^),  nachdem  Schnitt 
kurs  zuvor,  am  26.  September,  als  Abgeordneter  des  Raths  auch 
einer  Synode  der  baslerisohen  Geistlichkeit  beigewohnt  hatte  >). 

Auf  das  für  Basel  vielfach  stürmische  Jahr   1531   folgte 
das  verhältnissmässig  ruhigere  von  1532,  welches  zur  weiteren  s 
Durchführung  der  Beformation  und  zur  Wiederherstellung  der 
seit  1529  völlig  darniederliegenden  Universität  benützt  wurde'). 
Am    letzteren    Werke   hatte   jedenfalls    auch    Schnitt    einen 
wesentlichen  Antheil,  da  er  einer  der  drei  »Deputaten«  wai^], 
welche  die  vom  Rath   über  die  Universität  gesetzte  Behörde  lo 
bildeten.    In  Folge  dei  Beformation  wurde  diesem  Ausschuss 
auch  die  Aufisicht  über  die  Kirchen  zu  Stadt  und  Land  zu- 
gewiesen <^),  und  so  geschah  es  wohl  in  seiner  Eigenschaft  als 
Deputat,    dass  Schnitt  im  Juli  1532  mit  seinem  Amtsgenossen 
Theodor   Brand   beauftragt   wurde*),    auf  der   Landschaft   zu  is 
Händen  des  Kirchenguts  sämmtliche   durch   die  Beformation 
entbehrlich  gewordene  Kapellen  zu  veräussem,  sowie  auch  die 
rückständigen  Zinse  einzutreiben  ^).   Nachdem  hierauf  der  Rath 
am  27.  August  zur  völligen  Durchführung  der  Beformation  ein 
scharfes  Mandat   erlassen   hatte,    welches   allen   Angehörigen  20 
Basels  den  Besuch  auswärtiger  Gottesdienste  zum  Zweck  des 
Messehörens  bei  hoher  Strafe  verbot^),    da  war  es  wiederum 
Schnitt,  der  mit  dem  Bathsherrn  Fridolin  Byff  auf  die  Land- 
schaft gesandt  wurde,  um  das  strenge  Verbot  der  Obrigkeit  zu 
»verkünden«^),  d.  h.  um  sowohl  den  Beamten  als  den  Unter-» 
thanen  seine  Durchfühnmg  und  Befolgung  einzuschärfen. 

Als  Deputat  wirkte  Schnitt  im  Frühjahr  1533  auch  mit 
bei  der  Errichtung  des  Alumneums  für  Studirende  der  Theo- 
logie^®), und  der  junge  Uieronymus  Schnitt,  welcher  unter 
den  ersten  8  Zöglingen  dieser  Anstalt  erscheint  ^^),  war  ohne  so 

1)  S.  WochenauBgabenb.  XV  233,  sum  7.  Oot  1531. 

2)  S.  Th.  Burokbardt,  Bonifaoius  Amerbach,  S.  345,  A.  2. 

3)  S.  Thommen,  Gesch.  d.  Universität  Basel,  S.  6  ff. 

4)  Da  Schnitt  im  Schwaribuch,  Bl.  28,  sum  1.  April  1533  als  Depu- 
tat erscheint,  so  bekleidete  er  dieses  Amt  mindestens  seit  Juni  1532,  wäh- 
rend die  Neugestaltung  j  der  Universität  erst  im  Herbst  d.  J.  vollendet 
wurde;  s.  Thommen  a.  a.  O.  S.  13. 

5)  S.  B.  Wackemagel,  i.  d.  Beiträgen  XIII  87. 

6)  Th.  Brand  war  gleichfalls  Deputat;  s.  Schwarzb.  Bl.  28. 

7)  S.  ebend.  BL  26  b. 

8)  S.  Deoreta  et  Mandata  I  75 ff. 

9)  Er  kehrte  Mitte  October  nach  Basel  zurück;  s.  Wochenausg.  XV 
365,  zum  19.  Oot 

10)  S.  die  Verordnung  vom  1.  April  d.  J.,  im  Schwarzb.,  Bl.  27  ff. 

11)  S.  ebend.  Bl.  28. 


Einleitung.  93 

Zweifel  sein  Verwandter,  vielleicht  ein  Neffe.  XJeberhaupt 
aber  scheint  er  in  seine  Thätigkeit  als  Deputat  mit  Vorliebe 
sich  eingelebt  zu  haben,  da  er  in  diesem  Amte  blieb,  auch 
nachdem  er  1536  aus  dem  Bath  geschieden  war^).   Im  letzteren 

Uahr  erscheint  er  übrigens  auch  als  Pfleger  des  au%ehobenen 
Klosters  Schönthal  ^j,  und  einzig  an  einer  hierauf  bezüglichen 
Urkunde  ist  uns  noch  sein  Sigel  erhalten.  Ueber  seinem 
Wappenschilde,  das  einen  Stern  unter  einem  Halbmond  auf- 
weist, steht  dort  die  kurze  Inschrift:  S.  Kunrat  Schnitz ^j. 

10  Wir  kennen  die  Gründe  nicht,  welche  1536  die  Sechser 
der  Zunft  zum  EQmmel  bewogen,  ihren  bisherigen  Meister 
nicht  wieder  zu  wählen.  Von  einem  Zerwürfniss  zwischen 
ihnen  und  Schnitt  finden  wir  jedoch  keine  Spur,  und  so  dürfen 
wir  wohl  annehmen,   er  habe  aus  irgendwelcher  Ursache  eine 

15  Wiederwahl  abgelehnt.  Dass  er  aber  im  Bathe  auch  bei  den 
Höchstgestellten  in  Gunsten  stand,  das  ersehen  wir  schon 
daraus,  dass  Bürgermeister  Adelberg  Meyer  ihn  1534  zum  Tauf- 
pathen  seines  erstgeborenen  Sohnes  Jakob  nahm^).  Seinen 
eigenen  Hausstand   hatte  Schnitt,  wie  wir   sahen,  mit   Clara 

soOesy  schon  vor  1528  gegründet^),  und  mit  dieser  seiner  Ehe- 
frau kaufte  er  im  Februar  1541  um  300  Gl.  das  Haus  zum 
Bothen  Bock  an  der  Freien  Strasse,  jetzt  Nr.  63  <^).  Schon  im 
November  desselben  Jahres  jedoch  starb  er  ^) ,  vermuthlich  an 
der  damals  in  Basel  herrschenden  Pest^).    Schon  im  Juni  1542 

2s  verkaufte  deshalb  seine  Wittwe  mit  ihren  beiden  Kindern, 
Augustin  und  Susanna,  das  nur  so  kurze  Zeit  bewohnte  Haus^]. 
Die  Tochter  verehelichte  sich  bald  nachher  mit  dem  Gold- 
schmied Vergilius  Warinschlager^^j,  während  der  Sohn  den  Be- 
ruf des  Vaters  erlernte  und  als  Maler  1546  in  die  Zunft  zum 

30  Himmel  angenommen  wurde  ^^). 


1)  Als  Deputat  erscheint  er  noch  im  Mars  1538;  s.  Thommen  a.a.O., 
S.  219,  A.  1. 

2)  8.  im  St  A.,  Sohönthal,  Urk.  No.  63,  vom  23.  Mai  1536. 

3)  Ueber  sein  gemaltes  Wappen  in  der  Hs.  S.  2  s.  unten  Beilage  I. 

4)  S.  unten  die  Meyerische  Familienchronik,  z.  J.  1534. 

5)  S.  ohen  S.  90. 

6)  S.  im  St.  A,  Fertigungsb.,  zum  22.  Febr.  1541. 

7)  S.  Oeb.  Vin  81. 

8)  Ueber  diese  s.  B.  Ghron.  I  162. 

9)  S.  Fertigungsb.,  zum  13.  Juni  1542. 

10]  S.  ebendL  zum  17.  August  1545  und  19.  März  1558.  Dieses  Ge- 
schlecht scheint  1625  erloschen  zu  sein  mit  der  1546  geborenen  Frau 
Margaretha  Warenschlagerin;  s.  Tonjola  S.  268. 

11)  S.  Rothb.  d.  Himmelzunft,  Bl.  55. 


94  Komad  Schnitt. 

Schnitts  Im  täglichen  Verkehr  wuide  Schnitt  oft  kurzweg  »Konrad 

sciülfuiche  Maler«  genannt^).  Wie  sehr  er  jedoch  die  Malerei  nur  als 
ThAtigkeit.  Broderwerb  auffasste,  das  ersehen  wir  schon  daraus,  dass  im 
August  1532,  als  der  Kaufhausschreiber  Cosmas  Ertzberg  wegen 
vorgerückten  Alters  sein  arbeitsreiches  Amt  aufgab  >),  Schnitt  5 
sich  um  dessen  Stelle  bewarb,  doch  allerdings  ohne  Erfolgt). 
Auch  ist  uns  von  seiner  Beru&thätigkeit  als  Maler  in  der  That 
nichts  überliefert,  was  in  ihm  einen  über  das  Handwerk  hinaus- 
reichenden Künstler  vermuthen  liesse^J.  Wohl  aber  erweist 
er  sich  in  seinem  noch  erhaltenen,  im  August  1530  an- lo 
gefangenen  Wappenbuche  als  ein  tüchtiger  Heraldiker  und 
Genealoge^) ;  und  ebenso  zeugt  für  seine  genealogischen  Kennt- 
nisse, dass  er  gemeinsam  mit  dem  gelehrten  Nikiaus  Briefer 
eine  Genealogie  der  Grafen  von  Habsburg  zusammenstellte, 
welche  Wustisen  in  seinen  Analekten  uns  erhalten  hat  ^).  Dass  u 
er  überhaupt  ein  eifriger  Geschichtsfreund  war,  das  zeigt  uns 
schon  die  von  ihm  gefertigte  Handschrift  S  2,  deren  Inhalt, 
wie  wir  später  noch  sehen  werden,  aus  einer  Reihe  verschieden- 
artiger Geschichtswerke  zusammengestellt  ist^).  Unter  diesen 
seinen  Quellen  finden  sich  auch  mehrere  lateinische,  wie 20 
Nauclerus,  Mathias  von  Neuenburg  und  die  Annales  Col- 
marienses,  von  welchen  damals  noch  keine  Uebersetzungen 
vorhanden  waren,  und  ebenso  schrieb  er  in  die  genannte  Hs. 
auch  einzelne  lateinische  Verse  ab^).  Es  lässt  sich  daher  kaum 
bezweifeln,  dass  Schnitt  auch  einige  Kenntniss  des  Lateinischen  2s 
besass,  und  das  wollte  für  einen  Malermeister  in  jener  Zeit 
doch  etwas  heissen.  Seine  heraldischen  und  genealogischen 
Forschungen  brachten  ihn  denn  auch  in  wissenschaftlichen 
Verkehr  mit  Gelehrten  wie  Gilg  Tschudi^)  und  Johannes 
Stumpf,  und  dieser  Letztere  nennt  ihn  in  seiner  1548  erschie-30 
neuen  Chronik  »ein  besonderer  fleissiger  Ergründer  der  alten 
Geschlächten  Waapen  und  allerhand  Antiquitetenc  ^oj. 


1)  S.  2.  B.  bei  Th.  Buickhardt,  Bonlf.  Amerbach,  S.  269  u.  346,  auch 
oben  S.  90. 

2)  S.  unten  die  Einleitung  zu  Ertzberg. 

3)  S.  Oeb.  Vni  20  b. 

4)  S.  hierüber  K  Wackernagel,  im  Deutschen  Herold  1891  No.  11. 

5)  Ueber  dieses  Wappenbuch  s.  ebend. 

6)  S.  Wurstisens  Analekten,  Hs.  X  II  14  der  Oeffentl.  Bibl.,  S.  449  ff. 

7)  S.  unten  Beilage  I. 

8)  S.  unten  im  Anonymus  bei  Schnitt,  z.  J.  1530  und  1531. 

9)  S.  Wackernagel  a.  a.  O. 

10)  S.  Stumpf,  Buch  VII,  Cap.  8. 


Einleitung. 


95 


So     werthvoll     Schnitts    Wappenbuch     nicht    allein    in   ^*j^J^. 
heraldificher,  sondern  auch  in  genealogischer  Hinsicht  ist,  so     i>qo1i. 
hat  es  immerhin  als  Geschichtsquelle  im   engeren  Sinne  für 
uns  kaum  noch  irgendwelche  Bedeutung.     Allerdings  enthält 

ses  z.  B.  auf  Bl.  254  ein  ausführliches  Verzeichniss  des  bei 
Sempach  erschlagenen  Adels  ^),  doch  ist  dieses  nur  eine  Wieder- 
holung der  noch  in  mancher  Handschrift  erhaltenen  und  auch 
mehrfach  gedruckten  sogenannten  Breisgauerliste^).  Auch  be- 
treffen die  sonstigen  Nachrichten,  welche  aus  diesem  Wappenbuch 

10  in  die  Hs.  S  2  überg^angen  sind,  durchweg  nur  die  Standes- 
erhohiingen  einzelner  deutscher  Fürstenhäuser,  wie  z.  B.  die 
Erhebung  Mecklenburgs  zu  einem  Herzogthum  ^j.  Wir  finden 
daher  in  diesem  Buche  nichts,  was  sich  zur  Veröffentlichung 
in  den  Basler  Chroniken  besonders  eignen  würde. 

15         Dass  Konrad   Schnitt   neben   seinem  Wappenbuche  auch    ^h^uf. 
eine  Chronik  hinterliess,  das  bezeugt  schon  Stumpf,  indem  er 
im  alphabetischen  Quellen  Verzeichnisse  seiner  schon  erwähnten 
Chronik    unter    B    auch    die    »Baszier    Chronicken,    Conrad 
Schnitten«,  anfuhrt.     Aus  den  Basler  liathsbüchern  aber  er- 

io  fahren  wir,  dass  1553  der  Kath  zwei  von  Konrad  Schnitt 
hinterlassene  Schriften  von  dessen  Sohn  Augustin  käuflich  er- 
warb^). Diesem  wurden  nämlich  zuerst  am  2.  September  15  Ib 
bezahlt  »von  wegen  sins  vaters  seligen  wappenbuch,  welches 
min  gnädig  herren  hinder  sich  genommen  haben«.     Schon  am 

25  25.  Nov.  jedoch  erhielt  er  weitere  12Yj  Ib  »von  wegen  des 
wapenbuchs  und  der  cronica,  die  sin  vater  selig  gemacht  und 
min  gnedig  herren  hinder  sich  genommen  habend«.  Die 
letztere  Zahlung  geschah  als  Aufbesserung  des  früheren  Kauf- 
preises von  15  Ib,  und  zwar  in  Folge  einer  Kathserkanntniss 

30 vom  22.  Nov.,  deren  Wortlaut  uns  noch  erhalten  ist,  und  in 
welcher  ebenfalls  neben  dem  Wappenbuche  noch  ausdrücklich 
»die  cronica«  genannt  wird.  Laut  diesem  Beschluss  aber 
nahm  der  Rath  diese  beiden  Bücher  nicht  nur  »hinder  sich«, 
sondern  er  befahl  zugleich  ihren  Verschluss  im  Archivgewölbe, 

»und  dass  sie  fortan  Niemanden  sollten  »unter  banden  gegeben« 
werden.    Für  gewöhnliche  Sterbliche,  die  nicht  dem  Kath  an- 


1)  Abgedr.  bei  Th.  yon  Liebenau,  Die  Schlacht  bei  Sempach,  S.  222  ff. 

2)  Ueber  diese  ÜBte  s.  Anzeiger  f.  Schweizergesch.  1882.  S.  9.    Ihre 
Wiederholungen  s.  bei  Liebenau  a.  a.  O.,  S.  139,  142,  165ff. 

3]  S.  unten  Beilage  I. 

4)  S.  unten  Beilage  II,  die  Kathserkanntniss  vom  22.  Kot.  1553,  sammt 
den  Einträgen  im  Wochenausgabenb.  XVII,  zum  2.  Sept.  und  25.  Not.  d.  J. 


96  Xonrad^Schnitt 

gehörten y  sollten  sie  somit  unzugänglich  bleiben,  und  diese 
strenge  Massiegel  wurde  begründet  mit  der  Erwägung:  »diewyl 
sich  aber  befändet,  das  inn  disen  beden  biiechern  allerlei  Sachen 
verzeichnet  standt,  darusz  der  statt,  wan  die  selben  andren  lüthen 
khundtbar  werden  sollten,  gar  bald  irrung  und  naohtheil  ent-  5 
ston  möchten '. 
^Sktt!»  Nach   der  Auffassung   des  Rathes   enthielten   also   diese 

Bücher  allerlei  Sachen,  deren  weitere  Verbreitung  für  die  Stadt 
nachtheilig  werden  konnte.  Nun  ist  das  eine  dieser  Bücher, 
das  Wappenbuch,  im  Staatsarchive  noch  jetzt  vorhanden,  und  10 
wohl  Niemand  wird  darin  auch  nur  eine  einzige  Stelle  finden, 
deren  Inhalt  für  die  Stadt  Basel  irgendwie  »Irrung  und  Nach- 
theil« hätte  bringen  können.  Es  war  also  jedenfalls  der  Inhalt 
des  anderen  Buches,  nämlich  der  Chronik,  welcher  den  Rath 
zu  jener  strengen  Massregel  bewog.  Diese  Chronik  aber  ist  ü 
aus  dem  Staatsarchive  schon  längst  verschwunden,  und  an  ihre 
Stelle  tritt  für  uns  einzig  die  von  Schnitt  gefertigte  Hand- 
schrift S  2  der  Vaterländischen  Bibliothek,  welche  wir  fortan 
nur  kurzweg  mit  S  bezeichnen.  Auch  in  dieser  ist  über  Basel 
zwar  nichts  zu  finden,  was  nach  jetzigem  Begriff  irgendwie  als  20 
staatsgefährlich  erscheinen  könnte.  Doch  dürfen  wir  nicht  ver- 
gessen, dass  jene  Zeit  hierin  ganz  anders  dachte,  und  dass 
z.  B.  in  Basel  nicht  nur  der  Stand  der  städtischen  Finanzen 
als  Staatsgeheimniss  galt,  sondern  dass  man  sogar  Bedenken 
trug,  die  gesammte  städtische  Streitmacht  zum  Zwecke  der  25 
Musterung  auf  einem  öffentlichen  Platze  zu  vereinigen,  weil 
dadurch  den  Feinden  der  Stadt  Gelegenheit  gegeben  würde, 
sich  einen  sicheren  UeberbUck  über  deren  Stärke  zu  ver- 
schaffen ^). 

Bei  dieser  ängstlichen  Vorsorge,  welche  allerdings  in  den  30 
Zeitverhältnissen  zum  Theil  ihren  guten  Grund  hatte,  erschien 
es  als  etwas  Selbstverständliches,  dass  auch  die  städtische  Ge- 
Schichtschreibung   durchaus    nichts    enthalten   dürfe,   was   der 
Ehre  der  Stadt,  und  namentlich  dem  Ansehen  ihrer  Obrigkeit, 
irgendwie  nachtheilig  werden  könnte.     Dahin   aber  gehörten  35 
vor    allem    die   innern    Unruhen,    und   besonders   solche,    bei 
welchen  der  Bath,  wenn  auch  nur  vorübergehend,  hatte  nach- 
geben müssen.   Deshalb  schweigen  über  derartige  Vorfälle  nicht 
nur  die  Bathsbücher,  sondern  z.  B.  auch  der  Bathsherr  Briig- 
linger,  der   um  die  Mitte   des  XV.   Jahrhunderts  im   Zunft- 40 
buche  der  Brodbecken  den  St.  Jakoberkrieg  beschrieb,  übergeht 

1)  S.  B.  Chron.  IV  101,  z.  J.  1540. 


Einleitung*  97 

mit  Stillschweigen  die  stürmische  Bewegung,  welche  während 
der  Schlacht,  die  jenem  lüriege  den  Namen  gab,  den  Rath  zur 
Anordnung  des  Auszuges  zwangt).  Das  Wenige,  was  wir  über 
diese  und  ähnliche  Unruhen  wissen,  verdanken  wir  denn  auch 
s  durchweg  den  Aufzeichnungen  von  Privatleuten,  deren  Schriften 
keine  weitere  Verbreitung  erlangten  und  eben  dadurch  der 
obrigkeitlichen  Censur  entgingen. 

Blicken  wir  nun  auf  die  Zeiten  Konrad  Schnitts,  so  erfolgte 
1525  der  Bauernaufstand,  welchen  der  Bath   nur  durch  Zu- 

10  geständnisse  zu  beschwichtigen  vermochte,  die  er  später  wieder 
aufhob.  In  der  Stadt  aber  erregte  die  Reformation  mehrfache 
Unruhen  und  bewaffnete  Zusammenrottungen,  denen  der  Bilder- 
sturm von  1529  die  Krone  aufsetzte.  Alle  diese  Thatsachen 
waren  sicher  nicht  geeignet,    das  Ansehen  der  Obrigkeit  zu 

isfördem,  und  wenn  sie  in  Schnitts  Chronik  mit  einiger  Un- 
befangenheit beschrieben  waren,  so  genügte  das  schon,  um 
dem  Käthe  gegen  dieses  Buch  Bedenken  einzuflössen.  Nun 
fehlt  in  der  That  sowohl  in  der  Beinheimischen  Hs.  als  in  S 
weder  der  Bauernkrieg  noch  der  Bildersturm.     Wenn  aber  in 

20  S  z.  B.  beim  Bildersturme  getreulich  erzählt  wird,  wie  der 
Henker  es  war,  der  den  Zerstörern  als  Führer  voranschritt, 
und  wie  das  grosse  Crucifix  aus  dem  Münster  von  der  Gassen- 
jugend unter  höhnischem  Gesang  auf  den  Marktplatz  geschleift 
wurde,    so  suchen  wir  in  der   Beinheimischen  Hs.  derartige 

25  Stellen  umsonst,  wiewohl  im  übrigen  der  Text  in  den  beiden  Hss. 
meistens  genau  übereinstimmt.  Der  Schreiber  der  Beinheimi- 
schen Hs.  —  oder  vielmehr  ihrer  Vorlage  —  hatte  somit  diese 
Stellen  absichtlich  unterdrückt,  weil  ihr  Inhalt  ihm  bedenklich 
erschien.     Umso  mehr  aber  konnte  an  ihnen  der  Rath  Anstoss 

30  nehmen,  sofern  sie  sich  in  jenem  Buche  vorfanden,  das  er  als 
die  Chronik  Konrad  Schnitts  erworben  hatte.  Der  Verschluss 
dieses  Buches  im  Archivgewölbe  erklärt  sich  daher  genugsam, 
auch  wenn  dasselbe  nichts  anderes  enthielt,  als  was  uns  noch 
jetzt  in  der  Hs.  S  erhalten  ist. 


ij 


Diese  von  Konrad  Schnitt  gefertigte  Handschrift,   deren  Die  Hand- 
eingehende  Beschreibung  wir  unten  als  Beilage  folgen  lassen,  'and  da« 
erscheint  nach  ihrem  Hauptinhalt  als  eine  umfangreiche,  von    ^sacb"^ 
den  ersten  Jahrhunderten  unserer  Zeitrechnung  bis  z.  J.   1541 
reichende  Weltchronik.     Bis  in  des  Verfassers  Zeit  herab,  oder 
1«  genauer  bis  1533,  ist  dieses  Werk  aus  einer  Reihe  theils  ge- 
druckter, theils  handschriftlicher  Quellen  compiliert,  von  welchen 

1)  S.  B.  Chron.  IV  177,  und  vgl.  unten  Adelberg  Meyer  s.  L  1444. 

Baaltr  Chroniken.    Tl.  7 


98  Konrad  Schnitt. 

die  meisten  noch  erhalten  sind^).  Zu  den  wenigen  Befitanil- 
theilen  aber,  welche  sich  auf  keine  bekannte  Quelle  xurückführi  'i 
lassen,  gehören  vor  allem  jene  Abschnitte  aus  der  Reformatioi.  ^- 
zeit,  welche  diese  Handschrift  mit  der  Beinheimischen  gemcn 
hat.  Hätte  sie  nun  dieser  letztem  Hs.,  die  wir  fortan  nur  mit  H  & 
bezeichnen,  hier  als  Vorlage  gedient,  so  wäre  es  sicher  höcl  ^' 
auffallend,  dass  wir  in  B  von  ihrem  umfangreichen  sonstig  i- 
Inhalte  gerade  nur  diesen  Theil  verwerthet  finden,  und  nameii*:- 
lich  auch,  dass  schon  nach  1533  die  letzte  Spur  von  Ueberei?^- 
Stimmung  verschwindet,  während  doch  die  Hs.  S  schon  in  ihrci  ^ 
ersten  Anlage  über  dieses  Jahr  hinausreicht.  Wir  sind  daher 
genöthigt,  für  die  beiden  Handschriften  S  und  B  eine  gemein- 
same Vorlage  vorauszusetzen,  also  eine  ältere,  jetzt  verlorene 
Hs.,  deren  Inhalt  nur  die  Reformationszeit  bis  1533  umfasste. 

Wenn  nun  Schnitt  in  seiner  compilirten  Weltchronik  neben  i& 
zahlreichen  sonstigen  Quellen  auch  diese  Chronik  der  He- 
formationszeit  ausschrieb,  so  ist  damit  keineswegs  ausgeschlossen, 
dass  diese  letztere  Schrift  von  ihm  selber  verfasst  sei.  Denn 
auch  aus  seinem  Wappenbuche,  das  er  schon  1530  begonnen 
hatte,  finden  wir  in  der  Hs.  S  mehrere  Abschnitte  wörtlich^ 
wiederholt.  Er  verwerthete  somit  in  seiner  Weltchronik  seine 
eigenen  früheren  Schriften,  so  gut  als  die  Druckwerke  seiner 
Zeitgenossen. 

Da  der  Inhalt  der  Hs.  S.  genügt,  um  die  Bedenken  des 
Raths  gegen  Schnitts  Chronik  zu  erklären,  so  könnte  unter 25 
jener  »Chronik«,  welche  1553  im  Archivgewölbe  verschlossen 
wurde,  zur  Noth  allerdings  die  genannte  Hs.  verstanden  werden, 
von  deren  Schicksalen  wir  in  der  That  von  Schnitts  Tode  bis 
zu  Anfang  des  vorigen  Jahrhunderts  nichts  Sicheres  wissen. 
Doch  liegt  es  wohl  ungleich  näher,  in  jener  seit  1553  ver-w 
schlossenen  Chronik  die  oben  erwähnte  und  gleichfalls  ver- 
lorene Vorlage  der  beiden  Hs.  S  und  B  zu  vermuthen,  also 
die  nur  bis  1533  reichende  Urschrift  von  Schnitts  Chronik  der 
Reformationszeit. 

Können  wir  somit  in  der  Hs.  S  auf  keinen  Fall  das  1 553  35 
vom  Rath  erworbene  Buch  erblicken,  so  darf  wohl  gefragt 
werden,  warum  sie  denn  in  der  Rathserkanntniss  von  1553 
gar  nicht  erwähnt  wird.  Dabei  ist  vor  allem  zu  beachten,  dass 
als  Verkäufer  jener  zwei  von  Schnitt  gefertigten  Bücher  einzig 
dessen  Sohn  erscheint.  Und  doch  hinterliess  Schnitt  auch  40 
eine  Tochter  Susanna,  von  der  wir  oben  sahen,  dass  sie  schon 

1)  Näheres  s.  unten  i.  d.  Beilage  I. 


Einleitung.  99 

1545  mit  dem  Goldschmied  Wärinschlagei  sieh  yerehelichte  ^ j. 
Wie  nun  bei  der  Eibtheilung  nach  des  Vaters  Tode  der  Sohn 
Angustin  in  den  Besitz  des  Wappenbuches  und  der  Chronik 
gelangte,  so  erhielt  sicher  auch  die  Tochter  ihren  Antheil  an 
ides  Vaters  litterarischem  Nachlass.  Betrachten  wir  nun  den 
ansehnlichen  Umfang  der  Hs.  S,  so  konnte  in  der  That  schon 
dieses  eine  Buch  gegenüber  jenen  beiden  andern,  welche  der 
Sohn  erhielt,  als  ein  annähernd  gleichwerthiges  Erbstück  für  die 
Tochter  gelten. 

10  Das  Vorhandensein  dieser  verschiedenen  Bücher  war  jeden- 
falls schon  bei  Schnitts  Lebzeiten  für  den  Rath  kein  Geheim- 
niss,  und  wenn  ihr  Ankauf  erst  im  Sept.  1553  erfolgte,  so  lag 
der  Grund  wohl  einfach  darin,  dass  eben  Schnitts  Sohn  erst 
in    diesem  Jahre   sie   zum   Kauf  anbot.     Erst   zwei   Monate 

»später^},  nachdem  inzwischen  einzelne  Räthe  die  Bücher  näher 
angesehen  hatten,  stiegen  dem  Bathe  jene  Bedenken  auf, 
welche  in  der  Rathserkanntniss  vom  22.  Nov.  zum  Ausdruck 
gelangten  und  den  Verschluss  im  Arohivgewölbe  herbeiführten. 
Der  ganze  Handel  ist  also  keinesfalls  so  zu  verstehen,  als  ob 

20  der  Rath  dem  Sohne  Schnitts  die  Bücher  gleichsam  durch  einen 
Zwangsverkauf  abgenommen  hätte,  um  sie  durch  strengen 
Verschluss  fortan  unschädlich  zu  machen.  Sondern  er  kaufte 
sie  zunächst  nur,  weil  sich  die  Gelegenheit  bot,  und  um  zu 
verhüten,    dass  sie  durch   einen  Verkauf  nach  auswärts    der 

2s  Stadt  entfremdet  würden.  Nach  erfolgtem  Kaufe  jedoch  liess 
die  nähere  Besichtigung  des  Inhalts  es  rathsam  erscheinen, 
sie  der  OefFentlichkeit  zu  entziehen.  Die  Hs.  S  hingegen  kam 
überhaupt  nicht  in  Frage,  so  lange  ihre  Besitzer,  die  Eheleute 
Warenschlager,  sie  nicht  zu  veräussem  wünschten.     Sie  blieb 

30  daher  im  Privatbesitz  und  hat  sich  dadurch  bis  auf  unsre  Zeit 
erhalten  3],  während  Schnitts  ältere  Chronik  unter  staatlicher 
Obhut  verloren  gieng^).  Glücklicherweise  jedoch  ist  uns  in 
den  Hss.  S  und  B  der  Inhalt  dieses  verlorenen  Buches  wohl 
zum  grösseren  Theil  noch  erhalten. 

::&  XJeberblicken  wir  den  gemeinsamen  Inhalt  dieser  zwei  Yttrhutnin 
Handschriften ,  so  finden  wir  in  beiden  zunächst  die  Basler  ^teiirm«n^ 
Reformation  erzählt,  und  zwar  vom  ersten  Auftreten  Oekolampads  "™  ^'*®**' 

1)  S.  oben  S.  93. 

2)  S.  oben  8.  95. 

3)  Ueber  ibre  spftteren  Schicksale  s.  unten  Beilage  I. 

4)  Schon  gegen  Ende  des  XVIII.  Jahrhunderts    galt  sie  als   Iftngst 
verloren;  s.  Ochs  VI  523. 

406546\ 


100  Konrad  Schnitt 

bis  zum  Bildersturm  von  1529.  Erst  hierauf  folgen  die  Unruhen 
von  1525  auf  der  Landschaft,  auch  Einiges  über  die  Wieder- 
täufer, imd  weiter  noch  die  beiden  Kappelerkriege  sammt  der 
damaligen  Theurung,  sowie  auch  der  sogenannte  Galgenkrieg 
von  1531  zwischen  Basel  und  Solothurn.  Den  Anfang  des  5 
Ganzen  aber  bilden  zwei  Abschnitte  z.  J.  1518  und  1519,  über 
das  erste  Auftreten  Luthers  und  über  die  Reformation  in 
Zürich,  welche  in  den  beiden  Hss.  allerdings  nur  theilweise 
übereinstimmen.  Des  gemeinsamen  Textes  letzte  Spur  hingegen 
bildet  die  kurze  Nachricht  von  einem  Unwetter  vom  Februar  lo 
1533,  so  dass  die  übereinstimmenden  Theile  der  beiden  Hss. 
den  Zeitraum  von  1518  bis  1533  umfassen. 

Neben  diesem  gemeinsamen  Lihalte,  der  sich  hauptsächlich 
auf  Basel  bezieht,   enthält   der  betreffende  Theil  der  Hs.   B 
noch  verschiedene  Abschnitte  über  auswärtige  Ereignisse^},  über  t& 
die  wir  in  S  statt  dessen  die  meistens  ausführlicheren  Berichte 
jener  Druckwerke  finden,  aus  welchen  Schnitt  überhaupt  seine  ' 
Weltchronik  zusammensetzte^).    Unser  Compilator  gab  also  hier 
diesen  gedruckten  Quellen,  vor  seinem  eignen  früheren  Werke 
den  Vorzug.     Immerhin  finden  sich  unter  diesen  Abschnitten  2v 
zwei,    nämlich    vom  Bauernkriege   in   Deutschland   und   vom 
Augsburger  Reichstage  von  1530,  welche  auf  solche  bekannte 
Quellen  sich  nur  theilweise  zurückführen  lassen^].     Wie  wir 
jedoch  später  noch  sehen  werden,  so  sind  überhaupt  die  in 
Schnitts  Weltchronik   verwertheten  Quellen   noch  keineswegs  2& 
alle  ermittelt^}.     Sofern  aber  die   fraglichen  Stellen  in   S  auf 
solch   unbekannter  Quelle   beruhen,    so   dürfen    wir   die  ent- 
sprechenden  zwei  Abschnitte  in  B  wohl  gleich  den  anderen 
dem  Urtexte  von  Schnitts  Chronik  zuweisen. 

In  ähnlicher  Weise  wie  bei  diesen  ausländischen  Nach-  30 
richten  verfährt   übrigens  Schnitt  auch  bei  der  Schlacht  bei 
Kappel,  indem  diese  in  S  mit  einem  ausführlichen  Yerzeichniss 
der  gefallenen  Zürcher  schliesst,   an  dessen  Stelle  wir  in  B 
nur  einige  wenige  Verlustziffern  finden,  welche  denjenigen  in 

1)  Solche  sind  der  Bauernkrieg  in  Deutschland,  die  Bemer  Refor- 
mation,  der  Augsburger  Reichstag  Ton  1530,  die  Krönung  Ferdinands  L, 
der  Türkenzug  von  1532  und  der  Comet  Ton  1531. 

2)  S.  oben  S.  97,  und  vgl.  unten  Beilage  L  Die  hier  benützten  Quellen 
sind  die  gedr.  Augsburger  Weltchronik,  Seb.  Francks  Zeitbuch  und  Joh. 
Carion. 

3)  Beim  Bauernkriege  ist  in  S  ausserdem  noch  der  Wortlaut  der  be- 
kannten 12  Artikel  beigefügt,  und  xwar  im  Anschluss  an  einen  Ausiug 
aus  Joh.  Carion,  wo  diese  Artikel  nur  beUäufig  erwähnt  werden. 

4)  S.  unten  Beüage  I. 


Einleitung.  101 

S  zum  Theil  widerspiechen.  Yeimuthlioh  hatte  Schnitt  dieses 
Veneichniss  aus  Zürich  erst  nachträglich  erhalten,  d.  h.  erst 
nach  1533,  als  seine  Chronik  schon  vollendet  war,  so  dass  er 
es  nur  noch  in  der  Hs.  S  verwerthen  konnte.  Der  Ursprung* 
bliche  Wortlaut  seiner  Chronik  aber,  der  durch  dasselbe  ver- 
drängt wurde,  ist  uns  ohne  Zweifel  in  der  entsprechenden 
Stelle  in  B  noch  erhalten.  Diese  aber  dürfen  wir  hier  wohl 
umso  eher  beibehalten,  da  das  fragliche  Yerzeichniss  schon 
anderwärts  veröffentlicht  ist^). 

10  Sehen  wir  in  der  Hs.  S  die  auswärtigen  Nachrichten  durch 
Herbeiziehung  reichhaltigerer  Quellen  erweitert,  so  finden  wir 
umgekehrt  einige  baslerische  Begebenheiten  von  mehr  localer 
Bedeutung,  welche  doit  viel  kürzer  erzählt  werden  als  in  B. 
Hieher    gehört    zunächst    der    schon    erwähnte    Galgenkrieg, 

15  über  welchen  aus  der  eingehenden  Darstellung,  wie  sie  B 
bietet,  in  S  nur  ein  kurzer  Auszug  sich  findet.  Von  den  aus- 
führlichen Erzählungen  hingegen,  welche  B  über  die  beiden 
Birsigüberschwemmungen  von  1529  und  1530  und  über  einen 
Selbstmord  von  1532  enthält,  erweisen  sich  die  entsprechenden 

20  kurzen  Berichte  in  S  durchaus  unabhängig,  so  dass  wir  sie 
nicht  aus  jenen  ableiten  können.  Zudem  enthält  letztere  Hs. 
aus  denselben  Jahren,  welche  Schnitts  Chronik  umÜEtsste,  noch 
manche  weitere  Nachrichten  aus  unbekannter  Quelle,  die  sich 
auf  Basel  beziehen.    Diese  aber,  meistens  kurz  gefasst,  betreffen 

25  theilweise  dieselben  Ereignisse,  welche  viel  ausführlicher  schon 
in  den  mit  B  übereinstimmenden  Abschnitten  dieser  Hs.  er- 
zählt werden,  so  z.  B.  den  Aufstand  der  Basler  Bauern  von 
1525,  den  Bildersturm  und  die  beiden  Kappelerkriege  von 
1529  und   1531.     Sie   können   somit  keinenfalls   aus  Schnitts 

yo  Chronik  stammen,  sondern  bilden  offenbar  ein  Ganzes  für  sich, 
das  wir  etwa  als  »Anonyme  Chronik  bei  Schnitt«  bezeichnen 
können  2). 

Wie  wir  hier  vor  der  schwer  zu  erklärenden  Thatsache 
stehen,  dass  Schnitt  in  der  Hs.  S  über  ein  und  daBselbe  Er- 

3seignis8  neben  der  ausführlichen  Erzählung  aus  seiner  eigenen 
Chronik  noch  eine  kurze  Nachricht  aus  anderer  Quelle  auf- 
nahm, so  erscheint  es  allerdings  auch  denkbar,  dass  er  seine 
eigenen  Erzählungen  jener  oben  erwähnten  Localereignisse, 
statt  sie  zu  kürzen,  durch  kürzere  Berichte  aus  anderer  Quelle 

10  ersetzt  habe.    Demnach  könnten  die  ausführlichen  Erzählungen 


1)  S.  Anzeiger  f.  Schweizergescb.  1899,  S.  201. 

2)  S.  unten  die  Einleitung  zum  Anonymus  bei  Schnitt. 


102  Konrad  Schnitt. 

der  Birsigüberschwemmungen  und  des  Selbstmordes  von  1532, 
wie  sie  uns  in  B  erhalten  sind,  sehr  wohl  noch  dem  Urtexte 
seiner  Chronik  angehören,  während  die  kurzen  Nachrichten, 
welche  S  hierüber  enthält,  der  Anonymen  Chronik  zuzuweisen 
wären.  Erscheint  somit  die  Möglichkeit  keineswegs  aui^e-  & 
schlössen,  dass  alles,  was  B  von  1518  bis  1533  enthält,  noch 
von  Schnitt  herrühre,  so  folgt  dort  immerhin  auf  1533  noch 
eine  kurze  Fortsetzung  bis  1537,  von  welcher  in  S  keine  Spur 
sich  findet,  obschon  der  Inhalt  dieser  Hs.  ebensoweit  herab- 
reicht. Diese  Fortsetzung  kann  also  nicht  von  Schnitt  her-  lo 
rühren,  sondern  sie  hat  jedenfalls  einen  anderen  Verfasser. 
Umso  mehr  können  wir  es  daher  nur  als  eine  Möglichkeit  be- 
zeichnen, und  nicht  als  eine  Gewissheit,  dass  der  ganze  Inhalt 
von  B,  von  1518  bis  1533,  ausnahmslos  noch  zum  Urtexte  von 
Schnitts  Chronik  gehöre.  » 

Mag  übrigens  dieser  Fortsetzer  auf  jede  sonstige  Zuthat 
verzichtet  haben,  so  können  immerhin  wohl  nur  von  ihm 
einige  sehr  bezeichnende  Streichungen  herrühren,  welche  der 
Text  von  B  beim  Vergleiche  mit  S  aufweist.  Aus  begreiflichen 
Gründen  fehlt  in  ersterer  Hs.  zunächst  die  einzige  Stelle,  wo  30 
in  S  der  Verfasser,  also  Schnitt,  sich  mit  »ich«  einführt,  in- 
dem er  bei  der  Theurung  von  1530  zu  dem  damals  bereiteten 
Kleienbrod  bemerkt:  »wellichs  ich  selbs  gesechen  und  vers&cht 
habe  An  anderer  Stelle  hingegen,  wo  in  S  nach  der  gewalt- 
samen Rathsänderung  von  1529  alle  Neugewählten  mit  Namen» 
genannt  werden,  da  tritt  umgekehrt  in  B  der  streichende 
Ceüsor  hervor  in  den  Worten:  »lasz  ich  umb  friden  willen  ire 
namen  bliben«.  Wie  er  nun  hier  aus  Schonung  diese  Namen 
verschweigt,  während  in  S  sie  genannt  werden,  so  sahen  wir 
auch  oben  schon,  dass  in  B  namentlich  beim  Bildersturm  die^o 
ärgerlichsten  Auftritte  übergangen  werden  i). 

Fragen  wir  nach  dem  Urheber  dieser  gutgemeinten 
Streichungen,  dem  wir  ohne  Zweifel  auch  die  kurze  Fort- 
setzung verdanken,  so  dürfen  wir  ihn  wohl  am  ehesten  im 
Besteller  der  Hs.  B  vermuthen,  also  in  dem  mit  Schnitt  be-  » 
freundeten  Bürgermeister  Adelberg  Meyer  3).  Genau  mit  den- 
selben Aenderungen  ist  uns  übrigens  Schnitts  Chronik  auch 
in  Berlingers  Etterlin  erhalten'}.     Auch  in  diesem  Theil  also 

1)  S.  oben  S.  97. 

2)  S.  B.  Chron.  V  452  und  vgl.  oben  S.  93. 

3)  Nämlich  aerstreut  über  BL  112—123,  40—41,  48b— 51  u.  54b.  Der 
Text  ist  insofern  unyollständig,  als  BL  124  fehlt.  Vgl  auch  B.  Chron. 
V458. 


Einleitung.  103 

müssen  wir  für  diese  beiden  Hss.  eine  gemeinsame  Vorlage 
▼oranssetzen,  d.  h.  eine  seither  verlorene  Abschrift  von  Schnitts 
Chronik,  welche  sowohl  jene  Streichungen  als  auch  die  Fort- 
setzung bereits  enthielt,  und  deren  Schreiber  wohl  kein  andrer 

»war  als  der  schon  genannte  Bürgermeister,  von  dessen  Hand 
eine  andere  Schrift  dieser  Art  uns  noch  jetzt  erhalten  ist^). 

Ungeachtet  der  engen  Verwandtschaft  zwischen  der  Hs. 
B  und  Berlingers  Etterlin,  so  enthält  letztere  Hs.,  die  wir 
fortan  kurzweg  mit  £  bezeichnen,  doch  zunächst  einzelne  Zu- 

lonitze  z.  J.  1529  und  1531,  welche  nicht  nur  in  S  fehlen, 
sondern  auch  in  B,  und  die  wir  daher  weder  Meyer  noch 
Schnitt  zuschreiben  dürfen,  sondern  wohl  einzig  dem  Schreiber 
dieser  Hs.,  also  Berlinger.  Dasselbe  gilt  auch  von  einem 
kurzen  Abschnitt    über  die  Winterkälte   von    1531,    der   sich 

15  ebenfjEÜls  *  ma  in  E  findet.  Noch  weniger  jedoch  gehören  zu 
Schnitts  Chronik  zwei  erst  auf  den  Schluss  folgende  Abschnitte 
z.  J.  1525  und  1530.  Denn  der  eine,  über  die  Schlacht  bei 
Pavia,  ist  lediglich  ein  Auszug  aus  dem  in  verschiedenen  alten 
Drucken   verbreiteten   Berichte   Georgs  von  Frundsberg,  und 

»auch  der  andere,  über  Karls  V.  Kaiserkrönung  zu  Bologna, 
ist  unverkennbar  die  Beschreibung  eines  Augenzeugen  und 
kann  daher  so  wenig  von  Berlinger  herrühren  als  von  Meyer 
oder  Schnitt. 

Ausser  der  schon   erwähnten  Fortsetzung  bis  1537    findet     Fort- 
n  sich  noch  eine  weitere,  die  wohl  ebenfalls  nur  von  Meyer  her-  ^  ^^*°' 
rühren  kann')  und  die  Jahre  1537  bis  1542  umfasst,  in  jenem 
letzten  Theile  der  Beinheimischen  Hs.,  welcher  auf  einer  von 
diesem  Bürgermeister  gefertigten,  jedoch  nicht  mehr  vollständig 
erhaltenen  Hs.  beruht^].     Auch  von  Schnitt  selber  ist  in  der 
30  Hs.  S  eine  bis  1541  reichende  Fortsetzung  seiner  compilierten 
Weltchronik  vorhanden.    Zu  seiner  alten,  nur  bis  1533  reichen- 
den Chronik  jedoch  steht  diese  Fortsetzung  in  keiner  nähern 
Beziehung,  sondern  vielmehr  hängt  sie,  wie  wir  später  noch 
sehen  werden,  aufs  engste  zusammen  mit  der  oben  erwähnten 
föund    von   ihm   ausgeschriebenen  Anonymen  Chronik^).     Wir 

1)  S.  unten  Anm.  3. 

2)  Wenn  dort  Meyer  s.  J.  1540  als  Bürgermeister  mit  vollem  Namen 
erw&hnt  wird,  doch  ohne  mit  einem  »ich«  hervorzutreten,  so  ist  diess  sicher 
kein  zwingender  Grund,  um  deshalb  einen  andern  Verfasser  vorauszusetzen. 

3)  S.  B.  Chron.  V  451  und  vgl.  unten  die  Einleitung  zu  Adelb.  Meyer. 

4)  S.  unten  die  Einleitung  zum  Anonymus  bei  Schnitt,  und  vgl.  oben 
S.  101. 


104  Konrad  Schnitt. 

lassen  daher  diese  Fortsetzung  erst  später  im  Verein  mit  letz- 
terer Schrift  folgen,  und  ebenso  findet  diejenige  Meyers,  yon 
1537  bis  1542,  ihre  passende  Stelle  wohl  am  ehesten  bei  dessen 
sonstigen  Aufzeichnungen. 
Ent.  Wie  der  Inhalt  und  die  ganze  Anordnung  sowohl  in  S  & 

'zdt^nd  als  in  B  zeigen,  so  schrieb  Schnitt  seine  Chronik  nicht  Jahr 
WürdigiiBg.  £^^  Jahr,  sondern  im  Zusammenhang,  also  frühestens  1533, 
nachdem  er  schon  1530  sein  Wappenbuch  gefertigt  hatte  ^). 
Zu  seinem  umfangreichsten  Werke  aber,  zur  compilierten  Welt- 
chronik in  der  Hs.  S,  entschloss  er  sich  wohl  erst  im  Sommer  io 
1536,  nachdem  sein  Austritt  aus  dem  Rath  ihm  die  hiezu 
nöthige  Müsse  verschafft  hatte  ^).  Als  hierauf  nach  Jahresfrist 
diese  Arbeit  vollendet  war  3),  fügte  er  fortan  noch  Jahr  für 
Jahr  die  Zeitereignisse  hinzu  bis  1541,  wo  er  starb. 

Während  sowohl  diese  Weltchronik  als  das  Wa'ppenbuch  t& 
noch    in  der  Urschrift   des   Verfassers  erhalten  sind,   ist  uns 
Schnitts   alte  Chronik,    wie  wir  sahen,   in  den  vorhandenen 
Hss.  nur  mangelhaft  überliefert^),  und  eine  völlig  sichere  Her- 
stellung   ihres   ursprünglichen   Textes    ist   daher   nicht   mehr 
möglich.    Immerhin  dürfen  wir  aus  der  Uebereinstimmung  von  2v 
S  und  B  schliessen,  dass  diese  bisher  verloren  geglaubte  Chronik 
wenigstens    nach  ihrem  Hauptinhalte    uns   noch    erhalten  ist. 
Dieser  aber  umfasst  den   für  Basel  so  bedeutsamen  Zeitraum 
von  1518  bis  1533,  und  da  Schnitt  den  damaligen  Bewegungen 
selber  sehr  nahe  stand,  so  bildet  sein  Werk  in  mancher  Hin-  2& 
sieht  ein  werthvoUes  Seitenstück  zu  der  schon  im  ersten  Bande 
veröffentlichten  Ryffischen  Chronik. 
fienfttnog  Schou  bei  Schnitts  Lebzeiten  wurde  sein  Werk,   wie  wir 

8pit«r«.  sahen,  von  Adelberg  Meyer  abgeschrieben,  und  auf  dieser 
längst  verlorenen  Abschrift  beruhen  die  um  1545  gefertigten  :(o 
Hss.  B  und  E^}.  Eine  andere  Abschrift  hingegen,  welche 
Cosmas  Ertzberg  hinterlassen  hat,  beruht  lediglich  auf  der  Hs. 
S  und  wurde  demnach  wohl  erst  nach  Schnitts  Tode  geferti^, 
also  zwischen  1541  und  1550,  wo  auch  Ertzberg  starb  <^).  Immer- 
hin enthält  dieselbe  z.  J.  1529  einzelne  Zusätze,  die  wohl  erst3s 
von  Letzterem  herrühren.  Der  Erste  aber,  welcher  Schnitts 
Chronik   in   einem   grösseren  Geschichtswerk  als  Quelle  ver- 

1)  S.  oben  S.  94. 

2)  S.  oben  S.  93. 

3)  Im  August  1537;  s.  unten  Beüage  I. 

4)  S.  oben  S.  lOOfil 

5)  8.  oben  S.  103. 

6)  S.  unten  die  Einleitung  zu  Ertzberg. 


Einleitung.  105 

werthete,  ist  der  schon  oben  er  «mahnte  Johann  Stumpft),  dessen 
Chionik  schon  1548  im  Druck  erschien. 

Wiewohl  seit  1553  Schnitts  Urschrift  im  Archiygewölbe  ver- 
schlossen war,  so  nennt  immerhin  noch  Wurstisen  im  Quellen- 
^Verzeichnisse  seiner  1580  gedruckten  Chronik  neben  andern 
auch  »Conrad  Schnitt«.  Er  mag  also  neben  der  Hs.  B,  die  er 
jedenfalls  kannte  2),  auch  noch  S  gekannt  und  nebenbei  ge- 
wusst  haben,  von  wem  diese  Hs.  herrührt,  obschon  sie  nirgends 
den  Namen  ihres  Schreibers  nennt,  sondern  nur  dessen  Wappen 

10  toägt  *). 

unter  den  späteren  Geschichtschreibern  kannte  Ochs  zwar 
aus  der  Hs.  B  den  Inhalt  der  Chronik,  von  Konrad  Schnitt 
jedoch  wusste  er  nur  aus  der  Rathserkanntniss  von  1553,  dass 
er  der  Verfasser  einer   seither   verlornen  Chronik  sei^).     Um 

^^  die  Mitte  des  vorigen  Jahrhunderts  aber  war  es  namentlich 
Buxtorf- Falkeisen,  der  in  seinen  >  Baslerischen  Stadt-  und 
Landgeschichten«  Schnitts  Berichte  fleissig  ausschrieb,  und  zwar 
auf  Grund  derselben  Hs.  E,  aus  der  er  schon  seine  Auszüge 
aus  der  Anonymen  Chronik  der  Mailänderkriege  schöpfte  ^).  Aus 

20  eben  dieser  Hs.  hat  sodann  in  neuerer  Zeit  Th.  von  Liebenau 
—  wenn  auch  ohne  den  Namen  des  Verfassers  zu  kennen  — 
im  Anzeiger  für  Schweizergeschichte  Schnitts  Bericht  über  die 
beiden  Treffen  des  zweiten  Kappelerkrieges  veröffentlicht  <*). 

Da  Schnitts  Chronik  weder  in  S  noch  in  B  völlig  unver-  Ausgab«. 

2^  ändert  oder  irgendwie  vollständig  erhalten  ist,  so  müssen  wir 
in  der  vorliegenden  Ausgabe  auf  eine  genaue  Herstellung  des 
ursprünglichen  Textes  vorweg  verzichten  imd  uns  auf  eine 
möglichst  getreue  Wiedergabe  des  Vorhandenen  beschränken. 
Wiewohl  nun  der  Text  von  B  verhältnissmässig  der  vollständigere 

oist,  so  hat  immerhin  die  Hs.  S  den  Vorzug,  dass  sie  von 
Schnitt  selber  gefertigt  ist,  also  der  Urschrift  dieses  Verfassers 
in  gewisser  Hinsicht  doch  näher  steht  als  B.     Für  alle   die- 

1)  &  oben  S.  94  u.  95. 

2)  S.  B.  Chron.  V  346. 

3)  S.  unten  Beilage  I. 

4)  S.  Ochs  VI  522  ff. 

5)  Vgl.  oben  S.  28,  A.  4. 

6)  S.  Anseiger  1884,  S.  342  ff.  Die  dortige  Ueberschrift  »Von  einem 
anderen  mort€  steht  allerdings  in  der  Hs.,  auf  dem  Bande  von  61.  123; 
jedoch  bezieht  sie  sich  nicht  auf  den  diesen  Rand  füllenden  Text  von 
Schnitts  Chronik,  sondern  vielmehr  auf  den  gedruckten  Inhalt  dieses 
Blattes,  d.  h.  auf  Etterlins  Erzählung  Ton  einer  Mordthat  su  Zürich  Tom 
Jahre  1503. 


106  Konrad  Schnitt. 

jenigen  Abschnitte,  welche  in  S  ohne  wesentliche  KüisuDg 
erhalten  sind,  legen  wir  daher  den  Text  dieser  Hs.  su  Grunde, 
während  wir  für  alle  übrigen  vorweg  auf  B  angewiesen 
sind. 

Obschon  in  beiden  Hss.  die  Ereignisse  nach  der  Zeitfolge  5 
geordnet  scheinen,   so  ist  immerhin  die  Reihenfolge  der  Ab- 
schnitte nicht  durchweg  dieselbe.    Da  nun  in  S  unsere  Chronik 
mit  anderen  Quellen  compiliert  und  deshalb  mehr  auseinander- 
gerissen ist  als  in  B,  so  dürfte  die  Reihenfolge  in  letzterer 
Hs.  wohl  eher  die  ursprüngliche  sein,  und  deshalb  geben  wir  lo 
ihr  hierin  den  Vorzug.    Auch  trägt  in  B  jeder  Abschnitt  seine 
Ueberschrift,  während  S  nur  kurze  Inhaltsangaben  am  Rande 
aufweist.     Obschon  nun  diese  Ueberschriften  in  B  wohl  erst 
von  Meyer  oder  von  Berlinger  herrühren^),  so  erleichtem  sie 
immerhin  die  üebersicht,  und  deshalb  behidten  wir  sie  durch-  n 
weg  bei,  also  auch  bei  solchen  Abschnitten,  für  deren  Text 
wir  der  Hs.  S  folgen. 

Um  nun  jeden  Abschnitt  nach  seiner  Herkunft  zu  be- 
zeichnen, setzen  wir  vor  jede  Ueberschrift  einen  eingeklam- 
merten Buchstaben,  welcher  die  zu  Grunde  gelegte  Hs.  angibt,  20 
also  ein  S  bei  den  Abschnitten  aus  S,  ein  B  bei  jenen,  welche 
nur  in  B  vorhanden  sind,  und  ein  BS  bei  solchen,  die  zwar 
in  beiden  Hss.  sich  finden,  jedoch  in  S  nur  in  verkürzter  Ge- 
stalt, so  dass  wir  für  sie  der  Hs.  B  den  Vorzug  geben  müssen. 
Nebenbei  gibt  sich  übrigens  die  verschiedene  Herkunft  der  25 
einzelnen  Theile  schon  durch  die  im  Text  eingeklammerten 
Blattzahlen  der  betreffenden  Hs.  zu  erkennen,  indem  diese  bei 
den  Abschnitten  aus  S  stets  auf  die  300  lauten,  bei  solchen 
aus  B  hingegen  auf  die  200.  Drei  Abschnitte  aus  B,  zu  wel- 
chen die  Hs.  E  einige  Ergänzungen  liefert,  bezeichnen  wir  mit  30 
BE^],  während  wir  vor  die  Nachricht  vom  strengen  Winter 
von  1531,  welchen  einzig  diese  letztere  Hs.  hat,  in  gleicher 
Weise  ein  E  setzen. 

Wo  nun  zum  Texte  von  S  die  Hs.  B  eine  Ergänzung 
bietet,  oder  umgekehrt  die  Hs.  S  zu  einem  Abschnitt  aus  B, » 
da  unterscheiden  wir  solche  Stellen  oder  ganze  Sätze  stets 
durch  eckige  Klammern,  und  ebenso  verfahren  wir  bei  jenen 
drei  mit  BE  bezeichneten  Abschnitten,  welche  aus  E  ergänzt 
werden.     Zugleich  aber  bietet  E  auch  einige  Zusätze  zu  zwei 


1)  Sie  finden  sich  übereinstimmend  auch  in  £. 

2)  S.  unten    die  Abschnitte  von  den  Birsigübenchwemmungen   von 
1529  und  1530,  und  vom  Selbstmord  von  1532. 


Einleitung.  107 

Abechnitten,  fdi  welche  der  Text  von  S  die  Grundlage  bildet  % 
und  hier  unterscheiden  wir  die  Ergäneungen  aus  E  von  den- 
jenigen aus  B  durch  Cursivschrift,  jedoch  gleichfalls  in  eckigen 
Klammem.  Zu  eineiti  dieser  beiden  Abschnitte,  über  die 
i  Domherren  von  1529,  enthält  übrigens  auch  die  Abschrift 
Cosmas  Ertsbergs  einen  Zusatz,  und  diesen  schalten  wir  eben- 
falls in  Cursiv  und  mit  eckigen  Klammern  ein,  jedoch  mit 
einer  Anmerkung  unter  den  Varianten.  Ausserdem  finden 
sich  schon  in  den  Hss.  einzelne  eingeklammerte  Stellen,  näm- 

10  lieh  eine  in  S  und  eine  andere  in  B^),  und  diese  unterscheiden 
wir  Ton  den  obigen  Einschaltungen  durch  runde  Klammern. 

Die  einzige  Kürzung,  die  wir  uns  erlauben,  betrifil  den 
sog.  Landfrieden  von  1529,  durch  welchen  der  erste  Kappeler- 
krieg beigelegt  wurde.    Von  diesem  Vertrage  nämlich  findet 

15  sich  sowohl  in  S  als  in  B  und  E  ein  dürftiger  Auszug,  und 
diesen  lassen  wir  weg,  da  wir  für  den  Tollständigen  Wortlaut 
dieses  Friedensschlusses  auf  die  Sammlung  der  Eidgenössischen 
Abschiede  verweisen  können').  BSngegen  ergänzen  wir  bei 
den   nachfolgenden  Verhandlungen  einen   aus  diesem  Vertrag 

2D  abgeleiteten  Streitpunkt,  der  in  allen  drei  Hss.  fehlt,  und  zwar 
mit  Hilfe  einer  theilweisen  Wiederholung  des  betrefienden  Ab- 
schnittes, die  sich  einzig  in  S  weiter  hinten  auf  Bl.  416^  findet  ^). 
Doch   auch  diese  Ergänzung  fassen  wir  in  eckige  Klammern. 

Soweit  unser  Text  der  Ton  Schnitt  gefertigten  Hs.  folgt,  ,^^{^^ 

25  entspricht  auch  die  Rechtschreibung  zweifellos  derjenigen  des 
Verfassers,  also  der  Urschrift.  In  allen  jenen  Abschnitten  hin- 
gegen, für  welche  wir  auf  den  Text  von  B  angewiesen  sind, 
haben  wir  ganz  dieselbe  Rechtschreibung  Berlingers  vor  uns, 
welche  wir  aus  den  Chroniken  des  Schwabenkriegs  und  der 

90  Mailänderkriege  bereits  kennen  ^).  Da  nun  möglicherweise  diese 
Abschnitte  nur  zum  Theil  von  Schnitt  herrühren®),  so  hätte  es 
keinen  Sinn,  auch  hier  dessen  Rechtschreibung  durchführen  zu 
wollen.  Wir  lassen  daher  die  beiden  Schreibarten  hier  unver- 
ändert neben  einander  bestehen,  und  da  diejenige  Berlingers 

1)  S.  tinten  die  Abschnitte  über  den  Kappelerkrieg  Ton  1531  und 
über  die  Domherren  Ton  1529. 

2)  In  S  lum  Kappelerkriege,  und  in  B  zum  Reichstage  von  1530. 

3)  S.  Eidg.  Absoh.  IV  Ib,  S.  1478  ff. 

4)  Diese  Wiederholung,  im  letzten  tmd  jüngsten  Theü  der  Hs.  S, 
schliesst  sich  an  eine  Sammlung  von  Verträgen  an,  unter  welchen  dort 
auch  der  besagte  Landfriede  auf  BL  413ff.  in  seinem  ToUen  Wortlaute  sich 
findet;  Tgl.  unten  die  Besehreibung  der  Hs.  in  der  Beilage  I. 

5)  Vgl.  oben  S.  4  u.  29. 

6)  S.  oben  S.  102. 


108  Konrad  Schnitt 

schon  früher  genugsam  erörtert  wurde,  so  bleibt  uns  nur  noch 
über  Schnitt  in  dieser  Hifisicht  einiges  zu  bemerken. 

Vor  allem  schreibt  Schnitt  nicht  nur  bei  weitem  nicht  so 
schön  und  deutlich  wie  Berlinger,  so  dass  z.  B.  die  Vokale  o 
und  e  bei  ihm  oft  kaum  zu  unterscheiden  sind,  sondern  über-  5 
haupt  ist  er  viel  nachlässiger,  so  dass  Schreibfehler  jeder  Art  bei 
ihm  sehr  häufig  sind.  Da  er  nun  überdies  in  der  Hs.  S  seine 
Weltchronik  aus  den  verschiedensten  Quellen  compilierte,  so 
konnte  diese  Mannigfaltigkeit  auf  seine  Rechtschreibung  nur 
verwirrend  einwirken.  Und  in  der  That  schwankt  er  selbst  10 
in  denjenigen  Abschnitten,  die  aus  seiner  eignen  Chronik 
stammen,  zwischen  den  alten,  ihm  geläufigen  Formen  und  den 
neuen,  wie  er  sie  in  seinen  gedruckten  Quellen  fand,  indem 
er  zwischenein  z.  B.  statt  buren  auch  bauren  schreibt,  oder 
Rein  statt  Rin,  u.  s.w.  is 

Ungeachtet  dieser  Verwirrung  tritt  Schnitts  eigene  Recht- 
schreibung immer  noch  deutlich  genug  zu  Tage,  und  diese 
unterscheidet  sich  von  derjenigen  Berlingers  am  greifbarsten 
in  der  Bezeichnung  der  verschiedenen  u.  Während  Letzterer 
vom  einfachen  u  zwar  den  Umlaut  ü  unterscheidet,  den  Diph-  20 
thongen  uo  hingegen  nicht,  setzt  Schnitt  im  Gegentheil  für 
den  Umlaut  ganz  dasselbe  Zeichen  wie  für  das  einfache  u, 
nämlich  ein  u  mit  halbem  Ringlein  darüber.  Den  Diphthongen 
uo  hingegen  unterscheidet  er  deutlich  durch  ein  ganzes  Ring- 
lein,  also  durch  ü,  welches  Zeichen  ihm  jedoch  auch  fui  die  2s 
weiteren  Diphthongen  üe  und  ou  dienen  muss,  also  z.  B.  nicht 
nur  für  gut,  sondern  ebenso  für  gütlich  und  selbst  für 
gl 0 üben.  Ebensowenig  unterscheidet  er  bei  a  den  gedehnten, 
im  Dialekt  wie  o  gesprochenen  Vokal  vom  einfachen  a,  son- 
dern einzig  der  Umlaut  wird  mit  ä  bezeichnet.  3n 

So  wenig  wir  an  diesen  überschriebenen  Vokalen  etwas 
ändern  möchten,  so  wirkt  es  hingegen  nicht  nur  störend,  son- 
dern oft  geradezu  missverständlich,  wenn  Schnitt  den  Diph- 
thongen ie  theilweise  wie  ei  schreibt,  also  z.  B.  zeichen  für 
ziechen,  eyder  für  yeder,  speissen  für  spiessen,  er-ss 
beitten  für  erbietten  u.  s.  w.,  sodann  umgekehrt  z.  B.  viel 
für  veil.  Wir  halten  uns  daher  im  Druck  nicht  an  diese 
Schreibung,  sondern  setzen  überall  ie,  wo  die  Sprache  es  verlangt. 

Hinsichtlich  der  Consonanten  sind  zunächst  verschiedene  * 
scheinbare  Schreibfehler   zu  erwähnen,    welche   jedoch    ihren  i» 
Grund  in  der   mundartlichen  Aussprache  haben.     So  schreibt 
Schnitt  z.  B.  für  sich  oder  sych  zuweilen  nur  sy,  und  ebenso 
fehlt  hin  und  wieder  in  Wörtern  wie  nacht,  merokt,  stifft 


Einleitung.  109 

oder  ersetzt  das  auslautende  t,  während  er  umgekehrt  etwa 
auch  gemacht  für  gemach  schreibt,  oder  angrifft  statt  an- 
griff. Dahin  gehört  auch  die  Verwechslung  von  ck  und  ch 
in  Wörtern  wie  ruchten  für  ruckten,  oder  starch  für 
istarck,  oder  wenn  Schnitt  ausnahmsweise  nn  für  ng  schreibt, 
also  z.  B.  anhennig  statt  anh engig.  Sowohl  diese  als  auch 
sonstige  Fehler,  die  sich  meistens  aus  der  Mundart  erklären, 
würden  wir  als  sprachliche  Merkmale  gerne  durchweg  im  Texte 
stehen  lassen.    In  allen  Fällen  jedoch,  wo  dieselben  su  Missver* 

10  ständnissen  führen  oder  wenigstens  das  Verständniss  des  Textes 
erschweren  könnten,  verweisen  wir  sie  unter  die  Varianten. 

Unter  den  Consonantverdopplungen,  welche  wir  im  Druck 
übergehen,  sind  zunächst  diejenigen  von  n  und  von  t  im  Aus- 
laut zu  nennen,  und  ebenso  nn  vor  d,  also  z.  B.  unnd,  wofür 

15  wir  stets  nur  und  setzen.  Am  häufigsten  aber  ist  die  Ver- 
dopplung von  t  hinter  ch,  1,  n  und  r,  also  in  Wörtern  wie 
verachtten,  haltten,  mantten  und  wartten,  und  diese 
lassen  wir  durchweg  unberücksichtigt;  wie  wir  denn  auch  für 
ratht,   wie  Schnitt  immer  hat,  stets  nur  rath   setzen.     Das 

2 1  doppelte  ff  hingegen  glauben  wir  durchweg  beibehalten  zu 
sollen,  da  schon  die  oben  erwähnte  Schwankung  zwischen  ff 
und  fft  zeigt,  dass  diese  Verdopplung  keineswegs  ohne  Be- 
deutung für  die  Aussprache  war.  Weiter  jedoch  ist  nur  noch 
zu    bemerken,    dass   Schnitt   mit   seltenen   Ausnahmen   seine 

25  Zahlen  in  römischen  Ziffern  schreibt,  welche  wir,  wie  immer, 
im  Druck  durch  arabische  ersetzen. 

Während  die  Hss.  B  und  E  schon  im  vorigen  Bande  be-  Beilagen. 
schrieben  wurden  ^j,  geben  wir  die  Beschreibung  von  S  hier  als 
erste  Beilage,  als  zweite  sodann  die  auf  Schnitts  Chronik  be- 

M  zügliche  Rathserkanntniss  von  1553,  sammt  den  entsprechenden 
£linträgen  im  Wochenausgabenbuche  dieses  Jahres 2).  Als  dritte 
Beilage  folgt  der  im  Eingang  zur  Wasserordnung  von  1531  ent- 
haltene Bericht  über  die  Birsigüberschwemmungen  von  1529  und 
1 530,  sowie  auch  eine  Notiz  des  Schwarzen  Buches  über  die  Theu- 

3'>  rung  des  letztern  Jahres,  welche  Aufzeichnungen  zur  Ergänzung 
der  entsprechenden  Abschnitte  von  Schnitts  Chronik  dienen 
können.  Den  Schluss  aber  bildet  als  vierte  Heilage  die  oben 
erwähnte  Beschreibung  der  Kaiserkrönung  von  1530  zu  Bologna, 
welche   einzig  in  der   Hs.  E  sich  vorfindet,    aber  schon   dort 

40  auf  Schnitts  Chronik  gleichsam  nur  als  Beilage  folgt  ^). 

1)  8.  B.  Chron.  V  442  ff. 

2)  S.  oben  8.  95. 

3)  S.  oben  8.  103. 


108  Konrad  Schnitt. 

schon  früher  genugsam  erörtert  wurde,  so  bleibt  uns  nur  noch 
über  Schnitt  in  dieser  Hi^icht  einiges  zu  bemerken. 

Vor  allem  schreibt  Schnitt  nicht  nur  bei  weitem  nicht  so 
schön  und  deutlich  wie  Berlinger,  so  dass  z.  B.  die  Vokale  o 
und  e  bei  ihm  oft  kaum  zu  unterscheiden  sind,  sondern  über-  » 
haupt  ist  er  viel  nachlässiger,  so  dass  Schreibfehler  jeder  Art  bei 
ihm  sehr  häufig  sind.  Da  er  nun  überdies  in  der  Hs.  S  seine 
Weltchronik  aus  den  verschiedensten  Quellen  compilierte,  so 
konnte  diese  Mannigfaltigkeit  auf  seine  Rechtschreibung  nur 
verwirrend  einwirken.  Und  in  der  That  schwankt  er  selbst  lo 
in  denjenigen  Abschnitten,  die  aus  seiner  eignen  Chronik 
stammen,  zwischen  den  alten,  ihm  geläufigen  Formen  und  den 
neuen,  wie  er  sie  in  seinen  gedruckten  Quellen  fand,  indem 
er  zwischenein  z.  B.  statt  buren  auch  bauren  schreibt,  oder 
Rein  statt  Rin,  u.  s.w.  is 

Ungeachtet  dieser  Verwirrung  tritt  Schnitts  eigene  Recht- 
schreibung immer  noch  deutlich  genug  zu  Tage,  und  diese 
unterscheidet  sich  von  derjenigen  Berlingers  am  greifbarsten 
in  der  Bezeichnung  der  verschiedenen  u.  Während  Letzterer 
vom  einfachen  u  zwar  den  Umlaut  ü  unterscheidet,  den  Diph-  ^ 
thongen  uo  hingegen  nicht,  setzt  Schnitt  im  Gegentheil  für 
den  Umlaut  ganz  dasselbe  Zeichen  wie  für  das  einfache  u, 
nämlich  ein  u  mit  halbem  Ringlein  darüber.  Den  Diphthongen 
uo  hingegen  unterscheidet  er  deutlich  durch  ein  ganzes  Ring- 
lein,  also  durch  ü,  welches  Zeichen  ihm  jedoch  auch  für  dies 
weiteren  Diphthongen  üe  und  ou  dienen  muss,  also  z.  B.  nicht 
nur  für  gut,  sondern  ebenso  für  gütlich  und  selbst  für 
gl 0 üben.  Ebensowenig  unterscheidet  er  bei  a  den  gedehnten, 
im  Dialekt  wie  o  gesprochenen  Vokal  vom  einfachen  a,  son- 
dern einzig  der  Umlaut  wird  mit  ä  bezeichnet.  30 

So  wenig  wir  an  diesen  überschriebenen  Vokalen  etwas 
ändern  möchten,  so  wirkt  es  hingegen  nicht  nur  störend,  son- 
dern oft  geradezu  missverständlich,  wenn  Schnitt  den  Diph- 
thongen ie  theilweise  wie  ei  schreibt,  also  z.  B.  zeichen  für 
ziechen,  eyder  für  yeder,  speissen  für  spiessen,  er-3^ 
beitten  für  erbietten  u.  s.  w.,  sodann  umgekehrt  z.  B.  viel 
für  veil.  Wir  halten  uns  daher  im  Druck  nicht  an  diese 
Schreibung,  sondern  setzen  überall  ie,  wo  die  Sprache  es  verlangt. 

Hinsichtlich  der  Consonanten  sind  zunächst  verschiedene  * 
scheinbare  Schreibfehler   zu  erwähnen ,    welche  jedoch    ihren  le 
Grund  in   der  mundartlichen  Aussprache  haben.     So  schreibt 
Schnitt  z.  B.  für  sich  oder  sych  zuweilen  nur  sy,  und  ebenso 
fehlt  hin  und  wieder  in  Wörtern  wie  nacht,  merckt,  stifft 


Einleitung.  109 

oder  ersetzt  das  auslautende  t,  während  er  umgekehrt  etwa 
auch  gemacht  für  gemach  schreibt,  oder  angrifft  statt  an- 
griff. Dahin  gehört  auch  die  Verwechslung  von  ck  und  ch 
in  Wörtern  wie  ruchten  für  ruckten,  oder  starch  für 
3  8tarck,  oder  wenn  Schnitt  ausnahmsweise  nn  für  ng  schreibt, 
also  z.  B.  anhennig  statt  anh engig.  Sowohl  diese  als  auch 
sonstige  Fehler,  die  sich  meistens  aus  der  Mundart  erklären, 
würden  wir  als  sprachliche  Merkmale  gerne  durchweg  im  Texte 
stehen  lassen.    In  allen  Fällen  jedoch,  wo  dieselben  zu  Missver- 

10  sUndnissen  fuhren  oder  wenigstens  das  Verständniss  des  Textes 
erschweren  könnten,  verweisen  wir  sie  unter  die  Varianten. 

Unter  den  Consonantverdopplungen,  welche  wir  im  Druck 
übergehen,  sind  zunächst  diejenigen  von  n  und  von  t  im  Aus- 
laut zu  nennen,  und  ebenso  nn  vor  d^^so  z.  B.  unnd,  wofür 

15 wir  stets  nur  und  setzen.  Am  häufigsten  aber  ist  die  Ver- 
dopplung von  t  hinter  ch,  1,  n  und  r,  also  in  Wörtern  wie 
verachtten,  haltten,  mantten  und  wartten,  und  diese 
lassen  wir  durchweg  unberücksichtigt^  wie  wir  denn  auch  für 
ratht,   wie  Schnitt  immer  hat,   stets  nur  rath  setzen.     Das 

2  >  doppelte  ff  hingegen  glauben  wir  durchweg  beibehalten  zu 
sollen,  da  schon  die  oben  erwähnte  Schwankung  zwischen  ff 
und  fft  zeigt,  dass  diese  Verdopplung  keineswegs  ohne  Be- 
deutung für  die  Aussprache  war.  Weiter  jedoch  ist  nur  noch 
zu   bemerken ,    dass   Schnitt   mit   seltenen   Ausnahmen   seine 

25  Zahlen  in  römischen  Ziffern  schreibt,  welche  wir,  wie  immer, 
im  Druck  durch  arabische  ersetzen. 

Während  die  Hss.  B  und  E  schon  im  vorigen  Bande  be-  Beilagen, 
schrieben  wurden  ^},  geben  wir  die  Beschreibung  von  S  hier  als 
erste  Beilage,  als  zweite  sodann  die  auf  Schnitts  Chronik  be- 

30  zügliche  Rathserkanntniss  von  1553,  sammt  den  entsprechenden 
Einträgen  im  Wochenausgabenbuche  dieses  Jahres^).  Als  dritte 
Beilage  folgt  der  im  Eingang  zur  Wasserordnung  von  1531  ent- 
haltene Bericht  über  die  Birsigüberschwemmungen  von  1529  und 
1530,  sowie  auch  eine  Notiz  des  Schwarzen  Buches  über  die  Theu- 

3^  rung  des  letztern  Jahres,  welche  Aufzeichnungen  zur  Ergänzung 
der  entsprechenden  Abschnitte  von  Schnitts  Chronik  dienen 
können.  Den  Schluss  aber  bildet  als  vierte  Heilage  die  oben 
erwähnte  Beschreibung  der  Kaiserkrönung  von  1530  zu  Bologna, 
welche   einzig  in  der   Hs.  E  sich  vorfindet,    aber  schon   dort 

49  auf  Schnitts  Chronik  gleichsam  nur  als  Beilage  folgt  ^). 

1)  S.  B.  Chron.  V  442  ff. 

2)  S.  oben  S.  95. 

3)  8.  oben  S.  103. 


112  Konrad  Schnitt. 

ouch  nüt8  anders  dann  das  hell  evangelion,  ouch  von  sünden 
abzeston,  das  leben  zu  besseren.     Er  verwarff  ouch  die  mesz, 
der  pfaffen  opffer,  orenbicht^  yolgenen,  waldfert  und  anders 
derglychen,  wie  es  dann  däzemol  gehalten  ward.    Dann  stund 
einer  ouch  uff  im  Augustineroloster  uff  sanct  Martins  berg  ^),  s 
darnach  einer  im  spital  der  armen  dürfftigen^),  damftch  einer 
im  Harfussercloster^),  darnach  einer  zu  sanct  Lienhard^),   und 
predigten  all  glych  dem  doctor  hievor  gemeldt]. 
1526         Da  reisz  sich  die  sach  dermassen  in,  das  im  1526  [jär' 
zft  sant  Martin,  zu  den  Augustineren,  im  spital  und  e&  sant  lo 
Lienhart  kein  mesz  noch  kilchengepreng  gehalten  ward^).    In 
den  anderen  kilchen  hielt  man  alle  bepstliche  cerimonia.    Da- 
durch  [was]    ein   grosse   zweyung   under   gemeiniger   burger- 
schafft  <^),  [desglychen  nie  gehört  was  worden.     Dan  ein  teyl 
gieng  zu  den  Torbemelten  predieanten  und  hört  das  gotswort  is 
verkünden,  verschmachten  und  verachteten  die  alten  ceremonien 
vorbemelt.     Die  anderen  giengen  zu  der  mesz  und  bliben  by 
den  ceremonien,  und  verachteten  den  anderen  ir  predig  und 
singen  und  anders,  so  sy  dann  an  dhand  nämen].     Und  ver- 
meint ein  yeder,    er  were  uff  dem  rechten  glühen,    und  der  ^ 
ander  were  des  tuffeis.     Dadurch  man  alle  stund  und  tag  ein 
ufilouff  in  der  statt  [must]  erwarten.    Dan  yeliche  party  hieng 
sinnem  predieanten  an. 
Dec^^^         Do  begab  es  sich  in  der  wienacht  nacht  anno  1528,  vor 
mitternacht   umb   die   zechenden  stund ,  erhüben  sich  [beyde  ^ 

14.  Statt  des  Eingekl.  hat  S  nur:  Dbd  ye  ein  teyl  den  anderen  mit  tclimafclnrorten 
?eraehtet  nnd  tntzet.  15.   B:  du  gotworte.  ^  26.  8:  erh&ben  sieh  die  ulT 

dem  alten  gl&ben  nnd  Inffent  znsammen.     ■  B  erwihnt  znent  das  Zvaammenlavfen 
der  Neuglinbigen,  dann  erst  da^enige  der  Altglinbigen. 

Hauptpfarrer  wurde  Oekolampad  lu  St.  Martin  erst  1526;  s.  Stadt.  Urk. 
1526  Febr.  25. 

1)  Thomas  Qeyerfalk,  als  Prediger  dieses  Klosters;  B.  Chron.  I  37 
u.  409. 

2)  Wolfgang  Weissenburger,  Spitalpfarrer;  s.  ebend.  S.  35. 

3)  Konrad  Pellikan,  als  Guardian;  s.  ebend.  S.  37,  A.  4. 
4}  Marcus  Bersy,  der  dortige  Leutpriester;  s.  ebend. 

5)  Eine  Folge  dieser  neuen  Verhältnisse  war  das  Mandat  vom  23.  Sept 
1527,  welches  den  Qeistliehen  der  oben  genannten  Kirchen  freistellte,  die 
Messe  zu  halten  oder  nicht,  aber  zugleich  für  alle  andern  Kirchen  zu  Stadt 
und  Land  den  Priestern  bei  Verlust  ihrer  Pfründen  das  Messelesen  Yor* 
schrieb;  s.  im  St.  A.,  Decreta  et  Mandata  I  21b ff.  —  Für  die  genannten 
Kirchen,  wo  die  Messe  freigegeben  war,  wurde  nachher  durch  Baths- 
besohluss  Tom  15.  April  1528  auch  die  Entfernung  aller  Bilder  angeordnet; 
8.  ebend.  Bl.  16ff. 

6)  Auf  diese  Spaltung  besieht  sich  schon  das  Mandat  des  BAthes  Tom 
22.  April  1525,' s.  ebend.  Bl.  4  b. 


.    152^-1528.  113 

parthyen  von  der  gemeind  in  der  statt]  ^].  Und  luffent  die  uff 
dem  alten  glüben  susammen  über  Rin^),  so  luffen  die  uff  dem 
nuwen  gl&ben  uff  das  zunffthusz  der  Gärtner  s).  Und  waren 
z&  beiden  sitten  in  harnesch  und  geweren  wol  gerust,  und 
«sonderlich  so  hatten  die  über  Bin  das  geschutz,  so  in  der 
Kleinnen  Stat  [under  dem  richthuss]  ^}  stbnd,  herfurzogen. 
Also  ward  ein  rath  ylentz  versamlet^).  Der  schickt  ir  bot- 
schafft zu  beyden  teillen,  und  manet  und  bott  innen  allen  ab- 
süziechen  und  A  &iden  sin.    Also  warent  sy  zu  beiden  teillen 

id  gehorsam  und  ztigent  ab  von  stund  an. 

Also  do  es  ward  nach  mitternachts   zügent,  die  uff  derDee.26 
Gärtner  husz  gelegen  warent  ^  wider  z&sammen.    Dan  sy  ver- 
nammen,  wie  etliche  in  der  geselschafft  zftr  Kreigen  in  Spalen- 
Torstat<^)  by  einanderen  werent  und  sy  allerley  bAsser  werten 

i&h&ren  liessent.  Deshalb  die  uff  dem  nuwen  glüben  wider  zu- 
sammen kamen,  und  ye  einner  den  anderen  sins  glübens  uff- 
wackt.  Und  kämmen  die  uff  dem  alten  glüben  wider  über 
Rein  zusammen,  und  warent  zu  beden  sitten  mit  harnesch 
und  geweren  wol  gerust^). 

%  In  sollicher  handlung  und  enbftrung  kamen  die  Eydgnossen 
von   Zürich,    Bem^},    Lutzern,    Ury,    Schwitz,   [Zug,]   SoUu- 

4.  S:  io  haniMeli  nad  gewerennt  wol  genuL  7.  8:  der  seldck  ir  boUohaflt. 

13.  S:  in  der  gaselMlfft  zftr  kregen.  16.  8:  affvaeht. 

1)  Schon  am  23.  Dec.  hatte  die  erangelische  Partei  sieh  Tersammelt, 
jedoch  unbewafhet,  und  hatte  dem  Bath  eine  Bittschrift  überreicht,  welche 
dieser  binnen  2  Tagen  lu  beantworten  versprach;  s.  B.  Chron.  I  67 ff.  Zu- 
gleich aber  hatte  diese  Partei  im  Namen  Ton  12  Zünften  insgeheim  die 
Vermittlung  von  Zürich  und  Bern  angerufen ;  s.  ihren  Brief  Tom  23.  Dea, 
b  Eidg.  Abseh.  IV  la,  S.  1475  ff.,  und  Tgl.  Beiträge  V  313. 

2)  VgL  B.  Chron.  I  72  ff. 

3)  Dieses  Zunfthans. lag  an  der  Qerbergasse,  zwischen  G^npfahlgasse 
und  Gerberbrunnen. 

4)  Ueber  das  Kleinbasler  Richthaus,  an  der  Stelle  des  jetsigen  Oesell- 
Khaftshauses  neben  der  alten  Bheinbrüeke,  s.  B.  Wackemagel  im  Histor. 
Festbuch  Ton  1892,  S.  242  ff. 

5)  Auf  das  Bathaus  am  Marktplatz.  Der  Rath  blieb  die  ganze  Nacht 
hindureh  Tersammelt;  s.  den  Brief  der  Zürcher  Gesandten  Tom  28.  Dec, 
in  Eidg.  Absch.  IV  la,  S.  1476 ff. 

6)  Die  Yorstadtgesellschaft  zu  Spalem  hatte  ihren  Sitz  im  Hause  zur 
Krähe,  jetzt  SpaleuTorstadt  No.  13. 

7)  lieber  die  sehr  ungleiche  Stärke  der  Parteien  0.  in  den  Beiträgen  V 
300  den  Brief  der  Berner  Gesandten  Tom  28.  Dec. 

8)  Die  Gesandten  Ton  Zürich  und  Bern  trafen  am  25.  u.  26.  Dec.  in 
Basel  ein,  und  auf  ihr  Zureden  ging  endlich  Nachts  9  Uhr  Ton  beiden 
Parteien  jedermann   nach   Hause;   s.   die  Briefe  Tom   28.  Dec.   in  Eidg. 

BmUt  Chroniken.    VL  8 


114  Konrad  Schnitt. 

tum^)  und  Sohoffhussen  und  andeie^),  und  leitten  sich  in  den 
handel  [zwÜBchen  bede  paithien,  und  betten  vil  mfig  und  arbeit, 
wie  sy  yereinbaret  möcbten  werden].  Also  teüten  sieb  die  Tom 
alten  glAben  zb.  den  Predigeren,  und  die  vom  nuwen  glüben 
x&  den  BarfAsaeren'),  und  maobt  [362^]  yeder  teyl  ein  usa-  s 
schuts^).  Also  z&  lest  ward  die  saoh  durcb  die  schidbotten 
der  Eydgnosohafft  vertragen,  namlicb<^):  Das  alle  messen  in 
allen  kilcben,  oucb  alle  oerimonien,  yesper,  complet,  salve, 
und  derglicben  brucb,  so  man  bissber  in  den  kilchen  geübt 
und  gebrucbt  hatt.  hin  und  anweg  [sin  selten],  deren  nit  mer  lo 
gebrucben,  sonder  an  allen  orten  teglicb  predigen  das  gots- 
wort;  und  sottent  sieb  die  alten  predicanten  mit  den  nuwen 
[des  predigen]  verglicben.  Darsü  ward  abgerett,  das  man  alle 
tag  zu  beiden  stetten  *),  als  namlicb  im  mimster,  e4  sant  Petter, 
über  Bein  zb.  sant  Theodor,  an  den  dryen  orten  alle  tag  ein  u 
fronampt  und  mesz  haben  [solt]  und  sunst  nienen;  wellieher 
da  wolt,  mocht  dahin  gan.  Und  solt  sollichs  also  gehalten 
^werden  biss  uff  pfinsten  nechst  kunfftig  im  1529  jar"^].  Und 
üMi  1«  wan  die  selbig  zeit  kem,  so  selten  dan  z&  beiden  stetten  ^)  in 
allen  zunfften  und  geselschaflften  ire  rathsheren  und  meister  a» 

1.  8:  imd  litUn  sich  in  den  bandel  tft  Tertngoi.  8.  8:  vesper,  compelt. 

19.  8:  M  solt  dan  b&  beid«&  sitton;  B:  so  solten  dann  zn  bedan  ttettan.  30.  S: 

ira  ratlüiaren. 

AbBob.  IV  la,  8.  1476  ff.  und  in  den  Beiträgen  Y  300,  und  vgl.  B.  Chion.!  73, 
auch  oben  S.  113,  A.  1. 

1)  Die  Gesandten  dieser  altgl&ubigen  Orte  trafen  erst  am  28.,  30.  u. 
31.  Deo.  ein;  s.  Beitr&ge  V  302  u.  304. 

2)  Nftmlich  Molhausen  und  Strassburg;  s.  ebend.  8.  304  u.  306. 

3)  In  diesen  beiden  Kirchen  yersammelten  sich  die  Parteien  auf  An- 
ordnung des  Raths  zuerst  am  4.  Januar  1529,  um  über  einen  Vermittlungs- 
Vorschlag  absustimmen,  und  als  dieser  Terworfen  wurde,  wiederholten  sich 
diese  Versammlungen  am  6.  Januar,  wo  nun  ein  neuer  Vorschlag,  den  der 
Rath  am  5.  beschlossen,  zur  Annahme  gelangte;  s.  B.  Cfaron.  I  74ff.  u.  446  ff. 
femer  Beitr&ge  V  506  ff.  u.  im  St  A.  Decreta  I  30  ff. 

4)  Die  Evangelischen  hatten  ihren  Aussohuss  schon  am  23.  Dec.  er- 
wählt, und  die  Altgläubigen  am  25.  Dec;  s.  B.  Chron.  I  72  ff.,  auch  Bei- 
träge V  300. 

5)  D.  h.  der  nachfolgende  Vorschlag,  den  der  Rath  am  6.  Januar 
besohloss,  wurde  in  den  Versammlungen  vom  6.  durch  die  (Gesandten  der 
Eidgenossen  zur  Annahme  empfohlen;  s.  in  den  Beiträgen  V  309 ff.  den  Brief 
der  Bemer  Gesandten  vom  6.  Januar.  —  Den  Wortlaut  dieses  Vorschlages 
8.  K  Chron.  I  76  ff. 

6)  In  Gross-  und  KleinbaseL 

7)  Genauer  bis  nächsten  Bonntag  nach  Trinitatis  (30.  Mai);  s.  B. 
Chron.  I  77,  auch  Beiträge  V  309. 

8)  Die  Urkunde  spricht  an  der  betr.  Stelle  weder  von  »beiden  stetten« 
noch  Ton  »beiden  sitten« ;  s.  B.  Chron.  I  78. 


1529.  115 

und  sechs  und  ganize  gemeine  sunfit  zftsammen  gan  ^)  und 
darumb  led  halten,  ob  sy  die  mess  lenger  haben  und  behalten 
weiten  oder  gai  abthün;  und  was  dan  ein  mers  wurde,  solt 
darby   blipen.     Und  von   disser  abred  ward  yeder   sunfft  ein 

igeschrifil  geben  und  mit  dem  statsecrett  zd  halten  versiglet,  uff 
sinstag  den  5.  tag  january  anno  1529  jar^).  Jan.s 

Nach  dissen  dingen,  garnach  in  einnem  monat  darnach, 
erh&b  sich  ein  xweyung  under  den  predicanten,  der  verglichung 
in  verfcundung  des  gotssworts  halb,   das  die  Ton  dem  alten 

1«  glühen  [sich]  nit  wolten  verglichen  mit  den  nuwen  predicanten '). 
Usz  sollichem  enstünd  ein  gross  gemurmel  under  der  gemeind 
%ä  beyden  stetten,  und  vermeinten,  man  were  den  vertrag  nit 
witter  schuldig  sb  halten^);  und  was  euch  ein  grosse  zwitracht 
im  regiment^).     [363]  Daruss  enstünd,  das  uff  zinstag  an  der 

»jungen  fassnacht^^)  anno  1529,  nach  mittag  um  die  5.  stund^),  i&^ 
die  party  des  nuwen  glübens  uffbrach    [in  irem  hamist]  mit 
spiessen  und  hallenparten,  und  gantz  wol  gerust.    Und  zügent 
den  nechsten  für  das  radiusz,   do  dan  ein  gantzer  rath  ver- 
samlet   was^),  und  begerten  an  ein  rath,  das  man  innen  das 

Zogeschutz,  so  unden  im  richthusz  st&nd,  zu  banden  geben 
[wölt],  warent  6  halbe  schlengly;  das  ward  innen  geben.  Do 
schltiigen  sy  ir  leger  an  den  Kornmarckt  %  und  hatten  die  vier 

12.  lU«  Em.;  md  reimtiBt  mui  were.  16.  S;  nffbnekt  mit  speissea. 

1}  D.  h.  jede  Zunft  sollte  darüber  abstimmen, 

2)  Dieses  Datum  trägt  die  Urk.;  s.  B.  Ghron.  I  78, 

3)  Näheres  hierüber  s.  B.  Chron.  I  79  ff. 

4}  Diese  Meinimg  wurde  geäussert  in  einer  Versammlung,  welche  die 
Evangelischen  am  8.  Februar  früh  Morgens  in  der  Barfüsserkirche  hielten; 
ft.  ebend.  S.  82, 

5)  D.  h.  12  Bathsglieder  waren  als  Anhänger  des  alten  Glaubens 
bekannt,  und  deshalb  forderten  die  Ausschüsse  der  Evangelischen  den 
Ausschlosa  der  Betreffenden  aus  dem  Rathe;  s.  ebend.,  sowie  auch  die 
Antwort  des  Baths,  vom  8.  Febr.,  im  St  A.,  Deereta  I  34 ff 

6)  Dieses  Datum  ist  richtig  für  den  Bildersturm;  s.  unten  S.  116,  Was 
jedoch  hier  zunächst  ersählt  wird,  geschah  Tags  zuvor,  also  Montags  den 
S.  Februar;  s.  B.  Ohron.  I  85.  Ueber  alles,  was  an  diesem  Tage  voraus- 
gegangen war,  8.  ebend.  S.  81  ff. 

7)  VgL  ebend.  S.  85:  umb  die  sechste  stund.  Um  5  Uhr  wurde  die 
Bathssitsung,  welche  von  Morgens  7  Uhr  an  gewährt  hatte,  aufigehoben, 
ohne  dasB  der  Rath  über  eine  Antwort  auf  die  Forderungen  der  Evange* 
lischen  schlüssig  geworden  war,  und  dieses  war  die  Ursache  der  bewaffaeten 
Erhebung;  s.  ebend.  S.  84 ff. 

8)  Erst  in  Folge  dessen,  Abends  spät,  versammelte  sich  der  Bath  aufs 
neue;  s.  ebend.  S.  85. 

9)  Der  jetzige  Marktplatz,  welcher  bis  1890  nur  die  Hälfte  seines 
heutigen  Umfiings  hatte. 

8* 


116  Konrad  Schnitt. 

Strassen  1),  so  zftm  Kommerckt  gan,  wol  verwart  mit  iiem  ge- 
schütz,  und  warteten  da  mit  ir  macht,  ob  die  widerparthy  an 
sy  wett').    Aber  sy  namen  sych  ir  nut  an,  dan  sy  der  Sachen 
sü  schwach  warent,  wiewol  sy  übel  zftfiriden  warent. 
Fein;  10  (9)         Also  momist  an  der  eschenmitwüchen ')  machten  sy  ein   s 
uszschutz,  nämlich  [uff]  400  man  wol  gerust,  und  zugent  nach 
mittag   den  nechsten  uff  Burg  in  das  munster^).     Und  loch 
meister  Jacob  der  hencker  vor  innen  allen  ^),  und  zerschlügent 
im  munster  alle  bylder  und  altar  und  daffelen,  und  was  sy 
funden*),  und  trügentz  uff  den  Munsterplatz,  und  machten  5  lo 
fiir  und  yerbranten  alle  gfttzen^),   [darzft  ein  für  im  chor,   do 
yerbranten  sy  ouch]^).     Und  das  crutzsyfix,  so  im  munster  uff 
dem  letner  stund,  ward  abbrechen,  und  zochens  ein  grosse  sal 
junger  kinden  uff  den  Kommarck  und  sangen  den  psahnmen 
»in  exitu  Ysrahelc  darzü.     Das  ward  am  Kommerck  verbrant,  i& 
und  wajrmbten  sych  die  wechter  darby^]. 

1  8:  wartton;  B:  wurtcUiL  3.  8:  sy  buimi  bj  ir  nut  &&.  Ift.  S:  des 

psUmmen  in  exita  ysarhal  dand.    Der  ward. 

1)  Nämlich  die  Freie  Strasse,  die  Oerbergasse,  die  Hutgasse  und  die 
Sporrengasse.  Diese  Letztere,  welche  1890  in  Folge  der  Yergrössening 
des  Marktplatzes  yersch wunden  ist,  reichte  vom  Rathause  bis  sur 
Eisengasse. 

2)  VgL  hierQber  den  Brief  des  Vogtes  Urs  Hugi  von  Dornach  an 
Solothum,  Tom  9.  Febr.,  in  Eidg.  Absoh.  IV  Ib,  S.  47.  —  Wiewohl  der 
Rath  in  seiner  bis  Nachts  9  Uhr  währenden  Sitiung  den  Forderungen  der 
Evangelischen  wenigstens  theilweise  willfahrte,  blieben  diese  dennoch  über 
Nacht  beisammen,  indem  sie  yerschiedene  in  der  Nähe  des  Marktplatses 
gelegene  Massenquartiere  belogen;  s.  B.  Ghron.  I  85.  Die  Antwort  des 
Rathes  s.  im  St  A.,  Decreta  I  34  ff. 

3)  Dieses  Datum  ist  richtig  für  die  nachträgliche  Verbrennung  der 
Bilder ;  s.  B.  Chron.  I  88.  Der  eigentliche  Bildersturm  jedoch ,  d  h.  daa 
hier  enählte  Eindringen  ins  Münster,  erfolgte  schon  Dienstag«  den 
9.  Februar;  s.  B.  Chron.  I  86 ff.  und  yrI.  oben  S.  115,  A.  6. 

4)  VgL  B.  Chron.  I  86.  Demnach  erschienen  am  Naohmittag  des 
9.  Febr.  auf  dem  Münsterplatz  luerst  nur  40  Mann,  welche  nach  kursem 
Besuche  des  Münsters  sich  wieder  entfernten.  Als  ihnen  jedoch  am  Münster- 
berg eine  Schaar  von  200  begegnete,  kehrten  sie  mit  diesen  wieder  sum 
Münster  zurück,  und  nun  erst  beg^n  die  allgemeine  Zerstörung  der  Bilder. 

5)  Ueber  die  Mitwirkung  des  Henkers  TgL  B.  Chron.  I  448. 

6)  Vgl.  ebend  S.  86 ff.  u.  447  ff.,  femer  Hans  Stotsens  Chronik  Ton 
Gebweiler,  Ausg.  von  J.  See,  S.  46  ff. 

7)  Das  Verbrennen  folgte  erst  Mittwoch  den  10.  Februar,  s.  B.  Chrota. 
I  88  und  Hans  Stolts  a.  a.  O.,  S.  47,  und  vgl.  oben  Anm.  3.  —  Ueber  die 
Zahl  dieser  Feuer  auf  dem  Münsterplatie  schwanken  die  sonstigen  Berichte 
zwischen  8  und  12;  s.  6.  Chron.  I  88,  A.  2. 

8)  Ueber  dieses  Feuer  im  Chor  Tgl.  ebend. 

9)  Ueber  dieses  Crucifix  und  den  damit  getriebenen  Unfug  vgL  B. 


i 


1529.  117 

Disz  yeibiennen  der  bilder  in  allen  kilchen  weiet  uff 
swen  tag  ^)  [und  zwo  nScht.  Und  zugen  des  ersten  vom 
münster  darnach  in  all  kilchen  und  clftster  zu  beden  stetten, 
und  zersohlugents  als  samen]. 

5  [In  disen  dingen  kämen  unser  eydgnossen,  Zürich,  Bern, 
Schäffhusen,  Solothurn  und  andere  2),  und  leyten  sich  darin.] 
Do  wart  die  sach  z4  lest  vertragen  zwuschet  dem  rath  und 
der  gemeind,  nämlich:  [Diewyl  es  allein  über  die  götzen  gangen, 
8olt  mans  darby  bliben  Ion,  und  solt  der  gemeind  verzychen 

10 werden,  und  die  gemeind  der  oberkeit  wider  schweren ^j,  als 
ouch  beschach]. 

[CTff  mentag  darnach  *)  giengen  die  Eydgnossen  mit  sampt  Febr.  (is) 
ettUchen  der  rhäten  vom  rhät  yerordnet  von  zunfft  zu  zunfft, 
und  schwur  die   gemeind   eim  rhät  wider  ^).     Doch   bleib  es 

15  därby,]  das  [zu  statt  und  land]  alle  bepstliche  cerymonien  und 

b.  Statt  des  EingekL  Itat  S  nur:  nämlich  das  alle  bepetlielie  eeiymonien  und  kilchen- 
pmch  n.  B.  w.  13.  B  n.  £:  ettUchen  den  rhiten. 

Chion.  I  447  u.  Y  36  u.  46,  ferner  Hans  Stoltz  S.  46  ff.  Laut  letzterm  blieb 
das  Kreuz  über  Nacht  auf  der  Qasse  liegen  und  wurde  erst  am  10.  Febr. 
verbrannt. 

1)  Vermuthlich  ist  hier  mit  »Yerbrennenc  die  Zerstörung  überhaupt 
gemeint,  also  das  Zerschlagen  vom  9.  und  das  Verbrennen  vom  10.  Febr.; 
vgl.  B.  Chron.  I  86  ff.,  auch  oben  S.  116,  A.  7. 

2]  Diese  Gesandten  kamen  Donnerstag  den  11.  Februar,  und  zwar  in 
Folge  eines  dringenden  Gesuches,  das  der  Kath  am  Abend  des  9.  in  höchster 
Eile  an  die  genannten  Orte  hatte  abgehen  lassen;  s.  die  betr.  Schreiben  in 
£idg.  Abseh.  IV  Ib,  S.  47  ff.  —  Laut  B.  Chron.  I  89  yersammelten  sich 
am  11.  Febr.  auch  die  Zünfte.  Während  nun  ebend.  gesagt  wird,  sie  hätten 
auf  diesen  Tag  die  Ergänzungswahlen  in  den  Rath  getroffen,  zum  Ersatz 
für  die  ausgeschlossenen  Anhänger  des  alten  Glaubens,  erfolgten  laut  einem 
amtlichen  Berichte  diese  Wahlen  in  Wirklichkeit  erst  Freitags  den  26.  Febr. 
i.  unten  S.  119,  A.  8.  Wohl  aber  mochte  am  11.  Februar  die  Wahl  jener 
sog.  Zuboten  erfolgt  sein,  von  welchen  in  jeder  Zunft  4  gewählt  wurden, 
tind  die  schon  in  der  Grossrathssitzung  vom  15.  Febr.  als  Mitberathende 
erscheinen;  s.  im  St.  A.,  Bd.  St.  2a,  das  Protokoll  vom  15.  Februar,  und 
vgl  Heufller  S.  443,  femer  unten  S.  119. 

3)  Dieser  Vorschlag  wurde  Freitags  den  12.  Febr.  Tom  Grossen  Rathe 
angenommen;  s.  im  St.  A.,  Decreta  I  36bff.,  und  TgL  den  Brief  der  Bemer 
Gesandten  vom  13.,  in  den  Beiträgen  V  311. 

4}  DaB  hier  erwähnte  Schwören  der  einzelnen  Zünfte  erfolgte  Sams- 
tags den  13.  Febr.;  s.  die  Briefe  der  Bemer  und  Zürcher  Gesandten  vom 
letztem  Datum,  in  Beitr.  V  311  und  Eidg.  Absch.  IV  Ib,  S.  48,  femer 
Decreta  I  39.  Montags  den  15.  Febr.  hingegen  yersammelte  sich  wieder 
der  Grosse  Rath  und  wählte  einen  Ausschuss  von  10  Rathsgliedem  imd 
10  Sechsern,  zur  Vorberathung  einer  neuen  Verfassung;  s.  im  St  A.,  Bd. 
St  2  a,  das  Protokoll  dieses  Tages. 

5}  Die  Eidesformel  s.  Decreta  I  41. 


118  Konrad  SchniU. 

kilchenpiuch,  als  mess  halten  und  horas  singen,  und  was  mit 
heiliger  geschrifit  nit  m&cht  erhalten  werden,  gantz  und  gar 
abgethon,  und  alle  bildnuss  und  gemeld  in  den  kirchen  ver- 
wiszget,  und  die  kilchen  mit  den  altaren  und  g&tsen  [363^] 
gerlimbt  wurden^).  h 

Darzü  wurden  ettliehe  uss  dem  rath,  so  für  und  für  dem 
alten  glftben  anhengig  gewessen,  uss  dem  rath  gethon,  doch 
iren  eren  in  alweg  sunst  unsohedlich '] ;  und  so  sy  uss  g&t- 
lichem  wort  das  ewangelium,  wie  das  yetz  geprediget,  an- 
nemmen,  so  selten  sy  hernach  wider  gepr&cht  werden ').  Und  lo 
warent  disse,  so  usz  dem  rath  kämmen  4): 

Juncker  Hennrich  Meltinger,  biirgermeister^). 

Juncker  Lutz  Zeigler,  oberister  zunfEtmeister*),  was  zur 
selbigen  zitt  in  bottschaffwisz  von  einnem  rath  uszgesant 
zum  hertzog  von  Saffoy  mit  allen  orten  ^j.  i» 

Juncker  Egly  von  Offenburg^). 

Juncker  Bemhart  Meyer  ^). 

Frantz  Ber^o). 

Hansz  Schaffner,  genant  von  Brunn. 

5.  »worden«  feUt  in  allen  Hss.  6.  B:  In  disen  din|^  wolt  ein  gemeind  etilieb 

im  rillt  nit  haben;  wolt  ein  rldlt  xe  friden  ein,  to  matt  man  vj  nu  dem  rh&t  Uiiuk. 
7.  S:  anliennig  geweieen.  8.  Statt  »doch  iren  eren«  u.  b.  w.  haben  B  nnd  E 

nur:  und  beeatsten  dam&ch  ander  an  ir  gtatt,  lau  ich  nmb  friden  willen  Ire  namen 
bliben. 

1)  Diesen  BeschluBs  hatte  der  Rath  schon  am  10.  FebT.  gefasst;  s.  den 
Brief  der  Beraer  Gesandten  vom  13.  Febr.,  in  Beitr.  V  311. 

2)  Ihr  Ausschluss  erfolgte  schon  am  Abend  des  9.  Febr.;  s.  De^eta 
I  35bff. 

3)  Diese  Zusicherung  wurde  schon  am  9.  Febr.  gegeben  und  am  12. 
durch  den  Grossen  Bath  erneuert;  s.  ebend. 

4)  Im  nachfolgenden  Verzeichniss  fehlt  Andreas  Bischoff,  Rathsherr 
der  Zunft  zum  Bären,  der  in  diesem  Amtsjahr  dem  alten  Rath  angehörte^ 
8.  ebend.  Bl.  36,  auch  B.  Chron.  I  82  ff. 

5)  Dieser  hatte  sich  mit  Egloff  Offenburg  schon  am  Abend  des 
8.  Februar  zu  Schiff  aus  der  Stadt  geflüchtet;  s.  B.  Chron.  I  85,  und  in 
Eidg.  Absch.  IV  1  b,  S.  47,  den  Brief  Urs  Hugis  an  Solothum,  vom  9.  Febr. 

6)  Lukas  war  ein  Sohn  des  Bürgermeisters  Wilhelm  Z.,  und  in  diesem 
Amtsjahr  Alt-Oberstzunftmeister;  s.  Wurstisen  S.  513. 

7)  Ueber  diese  Gesandtschaft  der  Eidgenossen,  welche  im  Februar  zu 
St.  Julien  mit  den  Bevollmächtigten  Herzog  Karls  III  Ton  Savoyen  wegen 
Genf  unterhandelte,  s.  Eidg.  Absch.  IV  Ib,  S.  43  ff. 

8)  Hans  Egloff  O.  war  ein  Sohn  des  späteren  Bürgermeisters  Hen- 
mann  0.  und  wurde  bald  nachher  bischöflicher  Vogt  su  Pfefflngen;  s.  St&dt 
Urk.  1534  Juli  6  und  B.  Chron.  V  311,  A.  4,  und  TgL  oben  Anm.  5. 

9]  Hans  Bernhard  Meyer  ron  Baldersdorf. 

10)  Ueber  diesen  älteren  Bruder  des  1515  bei  Marignano  gefallenen 
Hans  Bär  d.  j.  s.  B.  Biographien  I  67  ff.  u.  84  ff. 


1529.  119 

Her  Hans  Muiei,  genant  Silberberg. 

Hans  Obeiriet. 

Lux  Yssely  *). 

Caspar  Thurnissen 
5  und  her  Hans  Stoltz. 

Darnach  uff  donrstag  naoh  invocavit ')  haben  beyd  reth,  Pebr.  is 
nuw  tind  alt,  sampt  den  sechssen  imd  gemeynner  zunfft  zü- 
botten'),  ein  nuwe  Ordnung  gemacht^  wie  man  ratiherren, 
meister  und  sechs  furhin  setzen  und  erkiessen  solt^),  [das  vor 
!•  nie  in  der  statt  gehört  was  worden;]  und  ward  darumb  ein 
Ordnung  in  alle  zunfft  geben  b).  Aber  die  weret  nit  lenger  dan 
bisz  anno  1532  jar®),  ward  widerumb  abgethon  [und  bleib  (i&33) 
darbj,  wie  von  alter  har  gebrucht  worden]. 

Und  diewil  eben  yil  usz  dem  rath,  wie  ietzunder  gehört, 
IS  ouch  ettliche  mit  tod  abgangen  ^j,    und  der   nuw   rath  gantz 
blosz   und  sin  zal  der  rethen  nit  hatt,    ward  uff  den  frytag  }^^ 
nach  inTOcayit^)  anno  1529  die  stett  der  abgangen  nach  lutt 
der  Ordnung  wider  ersetzt^].    Und  ward  in  rath  gesetzt ^<^): 

8.  fsrnftcht  fehlt  in  aUen  Hn.  18.  8:  eneU.  B:  gMeti. 

1)  Hans  Lucas  Iselin  sasB  erst  seit  1528  im  Rath  als  Meister  der 
SafranzunfL  Er  kam  1542  wieder  in  den  Rath  und  starb  1560;  s.  Wur- 
stiaen  8.  572. 

2}  Ueber  diese  Grossrathssitzung  s.  das  Protokoll  im  St  A.,  Bd.  St.  2a, 
auch  B.  Chron.  I  90. 

3]  Ueber  diese  Zuboten  s.  oben  S.  117,  A.  2. 

4]  Diese  neue  Verfassung,  die  am  18.  Febr.  Tom  Grossen  Rathe  be- 
stätigt wurde,  beruhte  auf  den  Vorschlägen  jenes  Ausschusses  der  20, 
welcher  am  15.  hierzu  war  bestellt  worden ;  s.  im  Bd.  St.  2  a  die  Protokolle 
Tom  15.  u.  18.  Februar,  und  Tgl.  oben  S.  117,  A.  3. 

5)  Ihren  Wortlaut  s.  B.  Chron.  I  92  ff. 

6)  Genauer  bis  1533;  s.  ebend.  S.  98  und  Tgl.  Heusler  S.  44. 

7]  Der  einsige  Verstorbene  war  Peter  Ryff,  der  durch  seinen  Sohn 
Fridolin  ersetzt  wurde;  s.  unten  Anm.  10. 

8)  Statt  »invocayit«  (19.  Februar)  sollte  es  heissen:  nach  reminiscere. 
Denn  laut  Bd.  St  2  b  wurden  in  der  Grossrathssitzung  Tom  Donnerstag 
naeh  reminiscere,  also  am  25.  Febr.,  diese  Ergänsungswahlen  auf  »Freitags 
den  28.  Februar«  gesetzt,  d.  h.  nach  richtigem  Datum  auf  Freitag  den  26. 

9]  D.  h.  nach  der  neuen  Verfassung  yom  18.  Februar;  s.  oben  Anm.  4. 
10)  Unter  den  12  Ausgeschlossenen  gehörten  zunächst  4  dem  »alten«, 
d.  h.  1527  gewähltem  Rathe  an  und  wurden  schon  deshalb  am  19.  Febr.  1529 
noch  nicht  ersetzt.  Unter  den  8  übrigen,  welche  alle  dem  1528  gewählten 
»neuen«  Rath  angehörten,  waren  1  Bürgermeister,  1  Mitglied  der  Hohen 
Stube  und  6  Vertreter  der  Zünfte.  Nur  diese  letztem  6  wurden  ersetzt, 
und  ebenso  der  Bürgermeister;  der  Vertreter  der  Hohen  Stube  hingegen 
fiel  Torläufig  weg.  Es  wurden  mithin  von  den  12  ausgeschlossenen  Raths- 
gliedem   zunächst   nur   7   ersetzt,   und    ihre  Amtszeit  währte   nur   vom 


120  Konrad  Schnitt 

[364]  Juncker  Balthasar  Hilprand^). 
Her  Bernhart  Meyer  2). 
Her  Hans  Rüdolff  Fry  3). 
Jörg  Schweiger  der  goldschmid  4). 

Ludwig  Züricher^).  s 

Her  Hans  [Frtdlin]  Yrmy«). 
RüdolfF  Schenck  der  yssenkremer  ^j. 
Hennrich  Grebly  der  gremper. 
Fridly  RyfiF  der  weber®). 
FebT.  (27)  Und  wurden  uff  samstag  nach  invocavit^}   in  rath  gefürt  lo 

6.  Dm  Eingekl.  nur  bei  ErUb.  S.  78. 

Febr.  bis  Juni  1529,  worauf  sie  dann  für  das  folgende  Amtsjahi  dem  »alten« 
Rath  angehörten  und  auf  Johannis  1530  wieder  in  den  »neuen«  gewählt 
wurden;  ygl.  die  Rathsbesatzungen  Ton  1528  u.  1530  im  Schwanbudi, 
Bl  16  u.  21.  Von  den  2  weiteren  Namen,  die  am  Schluss  des  vorliegenden 
VerEeichnisses  auf  jene  7  noch  folgen,  wurde  der  eine,  Fridolin  Ryff,  an 
Stelle  seines  inzwischen  verstorbenen  Vaters  Peter  Ryff  gewählt;  s.  B. 
Chron.  I  3 ff.  u.  580 ff.  Der  andere  hingegen,  H.  Orebly,  gelangte  erat  in 
den  Rath  bei  der  ordentlichen  Neuwahl  auf  Johannis  1529,  und  sein  Amts- 
vorgänger Fridolin  Grasz  gehörte  ebensowenig  lu  den  Ausgeschlossenen 
wie  Peter  Ryff.  Wohl  aber  war  Grebly  neben  den  am  19.  Febr.  1529  Ge- 
wählten das  einzige  Mitglied  jenes  Verfassungsausschusses  vom  15.  Febr., 
welches  ebenfalls  in  diesem  Entsoheidungsjahre  in  den  Rath  gelangte. 

1)  Er  war  Mitglied  der  Hohen  Stube  und  wurde  Oberstzunftmeister,  als 
Ersatz  für  Jakob  Meyer  zum  Hirzen,  welcher  an  Stelle  des  ausgeschlossenen 
H.  Meltinger  nun  Bürgermeister  wurde;  s.  die  Rathsbesatzungen  von  1528 
u.  1530,  auch  B.  Chron.  V  314. 

2]  lieber  ihn  s.  oben  S.  32  A.  1.  Er  wurde  Rathsherr  der  Schlüssel- 
zunft  an  Stelle  seines  Schwagers  Franz  Bär,  dessen  Stiefschwester  Helena 
er  ziir  Frau  hatte;  s.  B.  Biographien  I  82. 

3)  Er  wurde  Zunftmeister  zum  Schlüssel  an  Stelle  Hans  Schaffners 
gen.  von  Brunn. 

4)  Er  wurde  Rathsherr  der  Bärenzunft  an  Stelle  Hans  Murers  gen. 
Silberberg,  scheint  jedoch  bald  nachher  gestorben  zu  sein,  da  er  schon  in 
der  Rathsbesatzung  von  1530  nicht  mehr  erscheint. 

5)  Dieser,  der  schon  früher  als  Zunftmeiser  zur  Gelten  im  Rathe  ge- 
sessen, wurde  jetzt  Rathsherr  dieser  Zunft  an  Stelle  von  Hans  Stoltz. 

6)  Ein  Sohn  Balthasars  und  Enkel  des  1487  verst  Rathsherm  Hans 
Irmy;  über  ihn  s.  B.  Biographien  I  42  ff.  Er  wurde  Zunftmeister  zum  Safran 
an  Stelle  von  Hans  Lukas  Iselin. 

7)  Dieser  wurde  Rathsherr  der  Sohmiedenzunft  an  Stelle  von  Kaspar 
Thurneisen.  Neben  dem  Oberstzunftmeister  Hiltprand  ist  er  unter  den  Neu- 
gewählten der  einsige,  der  nicht  schon  dem  am  15.  Febr.  ernannten  Ver- 
fassungsaussohuss  angehört  hatte. 

8)  Ueber  Grebly  und  Ryff  s.  oben  S.  119,  A.  10. 

9)  Sollte  heissen:  nach  reminiscere  (27.  Febr.);  vgl  oben  S.  119,  A.  8. 


1629.  121 

[SB]  Wie  sich  die  thumbheiTen  und  caplanen  in  disen 

dingen  hielten. 

Nach  dissei  endening  der  kilchen  [als  die  götsen  gestürmpt 
wurden]  zügent  die  thünibheren  uff  Burg  [all  butz  an  herr  Siff- 

imund  von  I^rt]^)  mit  vil  capplannen  usz  {riem  willen,  un- 
zwungen  und  untrungen,  hinweg  gon  Friburg^);  do  richteten 
Bj  ir  stiffb  und  wessen  uff  wie  xh  Basel.  Doch  so  blipen 
etliche  capplannen  by  der  stat,  und  verglichent  sich  mit  innen 
und    wurden   verpensiniert.     [Deszglichen   zugen   ouch   ettliche 

\^stiffiherren  und  caplanen  zu  sant  Peter  hinweg^  und  bliben  ett- 
liche in  der  etat. 

[SB]  Wie  die  closterlüt  gehalten  wurden. 

Vor  disser  enderung  der  kilchen  schickt  ein  ersamer  rath 
zu  Basel  in  alle  frouwen-  und  manscloster,  und  gab  innen  ein 

15  wal  uff  3):  Wer  da  wolt,  der  mocht  iry  onne  alle  entgeltnusz 
usz  dem  closter  gan;  darzü  wolt  man  yedem  syn  inbracht  gut 
widerumb  heruszgeben.  Da  giengen  vil  &ouwen  und  man  usz 
den  closteren  und  vereelichent  sich. 

Nach  disser  enderung  der  kilchen  wurden  alle  mans-  und 

2u  frouwencloster  uffgethon,  der  gestalt  das  sy*  ire  cleider  und 
orden  und  Statuten  verlassen  müsten,  und  müsten  weltliche 
kleider  anlegen  und  herusz  an  die  predig  gan^).  Doch  zwang 
man  niemand  gar  usz  dem  closter  zti  gan,  es  were  dan  sin 
gutter  wil  ^).     Wer  aber  freys  willens  herusz  wolt  gan,  dem 

2sgab  man  sin  inbracht  gut,  und  sin  leben  lang  ein  [364^]  lib- 
ding,  und  liesz  in  faren.  Do  giengen  man  und  frouwen  fil 
herusz  und  griffen  zu  der  ee®). 

4.  Dm  EiBgeU.  ftber  8.  t.  Pflrt  nur  bei  Eitzb.  ($.  8:  imxinuuieD.  7.  8:  ttiff. 

9.  Dm  Eiagekl.  ftber  St  Peter  nu  in  K  13.  Diesen  Abichniti  bie  »Tereelichetent 

sieh«  lut  einzig  S. 

1)  £r  nahm,  wiewohl  Dompropsti  die  Beformation  an.  Ueber  ihn  a* 
Wuntisens  Betchreibung  des  Münaters,  in  Beitr.  XII459  .lu  51 2  ff.  Ferner 
s.  seine  Eheabrede  in  St&dt.  Urk.  1539  Juli  14. 

2}  Nach  Freiburg.  i.  B. 

3)  Dies  geschah  schon  1525,  s.  die  Mandate  vom  13.  Febr.  u.  26.  Sept. 
d.  J.,  im  Bd.  Decreta  I  2  u.  7,  femer  B.  Chron.  I  388  ff.,  399  ff.  u.  439,  sowie 
auch  MiUheilungen  d.  B.  Antiquar.  Gesellschaft  VI  15ff.  u.  YIU  32  ff. 

4)  Ueber  die  Schritte,  welche  der  Rath  im  M&rs  1529  eu  diesem 
Zwecke  that,  s.  B.  Chron.  I  448ff: 

5)  Aus  dem  Kloster  Eüngenthal  ging  die  letzte  Nonne  erst  1557, 
and  in  der  Karthause  starb  der  letzte  Mönch  1564;  s.  Mittheilungen  VIII  33 
a.  B.  Chron.  I  530. 

6}  Einige  Beispiele  s.  Stadt.  Urk.  1537  April  20  u.  Dec  28,  ferner  in 
den  Mittheüungen  a.  a.  O. 


122  Konrad  Schnitt 

[SB]  Wie  man  mit  dem  kilchengut  gebandlet. 

15^         Uff  fritag   vor  Nicolay^)   anno   1529    fieng   man   zu   den 
Augustineren  vü  dem  ersten  mal  an,  die  oxnatten  und  kilchen- 
sierd  veikoufFen^);  welliches  darnach  in  allen  kilchen  besehach. 
Und  waa  darun  erlöst  ward,  das  gab  man  dem  almüssen  und  & 
wart  den  armen  mitteilt 

[B]  Was  nach  disen  dingen  im  rhät  erkant  wart 

D«cl*i2  [219^]  Uff  mentag  vor  Lucie  anno  1530  wart  von  eim 
eersamen  rhät  erkent  und  geordnet  ein  christenlioher  bann^). 
Nämlich  wurden  darzu  verordnet  uff  Burg,  sanct  Lienhard,  lo 
sanct  Peter,  sanct  Theodor  über  Byn*),  von  y^klichem  ort 
zwen  vom  rhät,  einer  von  der  gemeind^),  das  die  selten  in 
erfarung  haben,  welcher  in  lästern  leg,  es  wer  im  eebruch, 
hury,  spilen,  suffen  und  derglichen,  solt  durch  iren  einen  von 
[220]  disen  beschickt  imd  gewarnet  werden,  dar  von  abzestän.  is 
Thet  ers  nit,  solt  er  dann  für  die  dry  beschickt  werden;  hülff 
dann  das  selbig  euch  nit,  solt  er  dann  dem  lütpriester  in  der 
kilchen  angezeigt  werden,  das  er  yn  verbaute  öffentlich*). 

Kurtze  zitt  darnach  wart  der  bann  euch  mit  denen   an 
dhand   genomen',   die  nit   zum  tisch  gottes   giengen^).     Woltsc» 
einer  nit  zugon,  ward  er  zum  ersten  gewarnet,   und  darnach 
must  er  des  banns  uff  der  cantzel  erwarten  oder  must  hin  und 
hinweg  ziechen. 

2.  B:  Uff  sMDttag  Tor  pfingston. 

1)  Das  Datum  »samstag  vor  pfingsten«  (15.  Mai  1529),  wie  die  Hss. 
B.  u.  E.  haben,  finde  ich  nirgends  bestätigt.  Mit  dem  Datum  des  Textes 
hingegen  stimmt  B.  Chron.  I  106  ff. 

2)  Vgl.  ebend.  S.  107. 

3)  Die  betr.  Verordnung  trägt  das  Datum  von  Mittwoch  dem  14.  Dec.; 
8.  Decreta  I  64  ff.  Immerhin  mag  das  Datum  im  Texte,  das  Eum  12.  Dec. 
stimmt,  den  Tag  der  Rathssitzung  bezeichnen,  wo  diese  Verordnung  be- 
schlossen wurde.  —  Kuri  vorher,  am  16.  Nov.,  hatten  sich  in  Basel  die 
evangelischen  Orte  über  gleicharmige  Einrichtung  des  Kirehenbannes  be- 
berathen,  jedoch  ohne  Erfolg;  s.  Eidg.  Abseh.  IV  Ib,  S.  839k. 

4)  Nämlich  in  den  4  Kirchgemeinden,  wie  sie  für  die  Stadt  durch 
die  gedruckte  Reformationsordnung  vom  1.  April  1529  festgesetzt  waren. 
Ein  Exemplar  dieser  letzteren  s.  im  Bd.  Decreta  I  42  ff. 

6)  Das  Verzeichniss  der  ersten  12  Bannherren  s.  ebend.  Bi  70^. 

6)  D.  h.  er  sollte  unter  öffentlicher  Bekanntmachung  vom  Abendmahl 
ausgeschlossen  werden.  Doch  wurde  die  Veröffentlichung,  d.  h.  der  An- 
schlag des  Namens  an  der  Kirchthüre,  schon  1531  wieder  abgesehafit;  s. 
Hersog,  Leben  Oekolampads  II  20  5  ff. 

7)  Die  betreffende  Verordnung,  vom  23.  April  1531,  s.  bei  Th.  Burok- 
haidt-Biedermann,  Bonifacius  Amerbach  und  die  Reformation,  S.  375  ff. 


1529—1531.    1525.  123 

[B]  Von  dem  eegericht. 

In  diser  zitt  nam  ouch  ein  statt  ann  dhand  das  eegericht^), 
und  besätet  das  mit  zweyen  vom  rhät^j,  zweien  von  predi- 
canten,  zweyen  von  dei  gemeind'),  und  verhörten  die  eesachen. 
5  Und  welcher  teil  under  den  eelüten  eebrüchig  befunden,  wur- 
den gescheiden,  und  zu  zitten  dem  unschuldigen  erloubt,  sich 
wider  zu  verelichen  und  ann  dhand  ze  nemmen. 

[B]  Von  pürischer  emp5rung  und  uffrur. 

Anno  1525  erhüben  sich  allenthalben  in  Tütscher  nation  i52ft 
10  die  underthanen  wider  ire  oberkeiten,  als  nämlich  die  in  der 
Marggräffschafft  ^)  wider  iren  herren  marggräff  Ernsten  von 
lUtelen^),  und  namen  im  yn  sine  schlosz,  Rfitelen*)  und  andere 
flecken.  Deszglichen  die  im  Fricktal  und  Melybach^)  namen 
dem  commenthür  von  Bütken  das  husz  Biitken  yn^)  und 
15  [220^]  verganten  alles,  das  do  was.  Deszglichen  erhüben  sich 
die  im  Sundtgäw  mit  grosser  macht  wider  das  regiment  zu 
Ensiszheim,  und  zerbrächen  yil  clfister.  Deszglichen  des 
bischofEs  von  Str&szburg  volck^),  deszglichen  des  bischoffs  von 
Basel  volck  im  Louffental   und  sunst^^),    und  zerstörten  alle 

1]  Eine  vollständige  Ehegerichtsordnung  wurde  iwar  erst  am  27.  Okt. 
1533  erlassen.  Jedoch  wurde  das  Ehegerieht  in  seiner  hier  folgenden 
Zasanunensetiung  schon  durch  die  Reformationsordnung  vom  1.  April  1529 
vorgesehen;  s.  Eechtsquellen  von  Basel  I  261  ff. 

2)  ffier  ist  der  jeweilige  Alt-Oberstzunftmeister  vergessen,  der  den 
Vorntjs  Bu  führen  hatte;  s.  ebend.  S.  262. 

3)  D.  h.  2  Mitglieder  des  Grossen  Raths ;  s.  ebend. 

4)  D.  h.  in  der  obem  Markgrafschaft  Baden,  noch  jetzt  »Markgrafen- 
land« genannt,  welche  die  4  Herrschaften  Hochberg,  Röteln,  Sausenberg 
und  Badenweiler  umfasste. 

5)  Markgraf  Ernst  von  Baden,  der  Begründer  der  Durlacher  Linie, 
residierte  gewöhnlich  auf  Hochberg;  »von  Röteln«  heisst  er  hier  nur  als 
Erbe  der  schon  1503  erloschenen  Linie  Hochberg-Röteln. 

6)  Diese  Burg  besetzten  die  Aufständischen  Anfangs  Mai;  s.  B.  Chron. 
I  49  u.  Wurstisen  S.  550,  femer  den  Brief  vom  16.  Mai  1525  bei  Schreiber, 
Urkunden  z.  Bauernkrieg,  241. 

7]  Das  Thal  des  Mölinbaches,  zwischen  Rheinfelden  und  dem  Frickthal» 

8)  Diese  Verheerung  des  Deutschordenshauses  Beuggen  erfolgte  Anfangs 
Mai.  Ueber  den  damaligen  Gomthnr  Ludwig  von  Reischach,  der  als  An- 
hänger der  Reformation  sieh  bald  nachher  verheirathete,  in  Basel  1529 
das  Bürgerrecht  erwarb  und  1564  starb,  s.  Klentschi  u.  Zeller,  Das  Deutsch- 
ordenshaus Beuggen,  S.  42  ff.,  femer  Oeffnungsb.  VII  236  u.  Tonjola  S.  20. 

9)  Ueber  den  Aufstand  im  Elsass  s.  Hans  Stoltzens  Chronik  von 
Oebweiler,  Ausg.  von  J.  See,  S.  25  ff.,  auch  Wurstisen  S.  548  ff.  u.  B. 
Chron.  I  48ff. 

10)  Vgl.  B.  Chron.  I  52.  —  Basel  vermittelte  zwischen  Bischof  Christoff 


124  Konrad  Schnitt 

mans-  und  fiowencl&ster  uff  dem  land,  zerrissen  und  yerbianten 
die  b&cher  in  den  kilchen,  deszglichen  alle  zinsziegiestei  und 
uibei,  die  inen  werden  mochten. 

Disz  geschach  nit  aliein  an  gemelten  orten,  sonder  in 
aller  Tütscher  nation.  Des  rufit  der  bischoff  von  Sträszburg  <)  ^ 
den  hertzogen  von  Lutringen  an.  Der  schickt  im^)  harusz 
4000  landsknechty  3000  pferd;  die  griffen  die  puren  zu  Zaberen 
an,  was  des  bischoffs,  und  schlugen  ir  by  den  20  000  ze  tod'). 
Dan  ynen  vil  buren  zuzogen  wären  und  verliessen  sich  vast 
uff  sy;  dann  sy  hiessen  der  hell  huffen.  lo 

Also  usz  diser  Schlacht  entstund,  das  die  anderen  ent- 
b&rten  puren  usz  diser  niderlegy  demfltig  wurden.  Dann 
solche  niderlegi  dermftsz  erschall,  das  sy  schrecken  darab 
empflengen ;  wiewol  sy  nit  allein  an  disem  ort  gelitten  hatten, 
sonder  an  vil  orten,  das  man  worlich  gerechnet  hat  in  diser  is 
purenempörung,  die  nit  über  ein  jär  geweret  hat,  das  ob 
100  000  puren  erschlagen  worden  sind,  und  deren,  die  sy  er- 
schlagen band,  wenig  umkommen.  Sy  haben  ouch  nächmäls 
alles,  das  sy  zerbrochen,  verbrent  und  zerteilt  hand,  es  syge 
wenig  oder  vil,  den  geistlichen  und  weltlichen  thür  müssen» 
bezalen;  desz  sich  ein  grosse  mächtige  summ  gelüffen  in  disen 
landen^).  Und  darzu  der  anfanger  vil  gewichen  [221]  und, 
wo  sy  ergriffen  wurden,  vil  gerichtet,  alle,  die  do  rhät  und 
thät  darzu  geben  betten.  Dann  entlich  ir  fürnemen  was,  kein 
oberkeit  zu  haben,  und  weder  zinsz,  zechenden,  stür,  noch 25 
gewerff,  noch  anders  nit  ze  geben;  weiten  ouch  die  stett  und 
Schlösser  nit  beschlossen  haben,  sonder  alles  offen  zu  sin. 

[SB]  Empörung  der  landtschafften,  so  der  statt  Basel 

angehörig. 

1^^         [370]  Anno  1525  [am  meytag  brächen  uff  deren  von  Baseiso 
April  2»  underthänen  ^).     Also]  uff  samstag  vor  dem  meytag  vemamen 

▼on  Utenheim  und  seinen  Unterthaoen  einen  Vergleich;  s.  Stadt.  Urk.  1525 
Mai  26. 

1)  Wilhelm  von  Hohnstein. 

2)  Henog  Anton  von  Lothringen  führte  selber  dieses  Heer  ins  Elsass* 

3)  Ueber  dieses  Blutbad ,  das  am  17.  Mai  nach  der  Uebe^abe  yon 
Zabern  erfolgte,  vgl.  B.  Chron.  I  49,  auch  Hartfelder,  Zur  Gesch.  d.  Bauern- 
krieges, S.  130ff. 

.  4)  Vgl.  B.  Chron.  I  53. 

5)  An  diesem  Tage  kam  ein  Haufe  junger  Burschen,  welche  Tags 

lUYor  das  Kloster  Olsberg  geplündert  hatten,  nach  Liestal,  plünderten  den 

dortigen  Pfrundkeller  des  Basler  Domstifts  und  beriefen  auf  den  folgenden 

Tag  (2.  Mai)  eine  Landsgemeinde.    Ueber  diesen  Aufstand  s.  den  Bericht 


1525.  125 

die  von  Basel,  wie  irre  underthonen  ouoh  unriiwig  werent  und 
wolten  uffbrechen  ^].  Des  ordnet  ein  ersamer  rath  zu  Basel 
her  Adelberg  Meyer  burgermeister  und  her  Hansen  Graffen 
und  Caspar  Kochen  den  maller,  Hans  Bratteler  pannerher,  die 
^solten  von  stund  an  in  alle  empter  ritten  und  vememmen, 
was  innen  angelegen  were  ^).  Und  als  sy  den  selbigen  tag  mü  (2) 
venitten  ^)  und  die  nacht  gon  Liechstal  kamen,  do  kamen  [die 
selbe  nacht]  die  bauren  von  allen  empteren,  jung  und  alt,  gon 
Liechstal,  und  mantent  einanderen  by  Verbrennung  der  husseren, 

10  und  gaben  für,  es  were  der  oberkeyt  befelch;  domit  [370^] 
wurden  sy  all  uffbracht. 

Also  momest  am  tag^)  liessent  die  rathsbotten  die  under-iui(3) 
thannen  all  berüffen^)  und  zeigten  inen  allen  sampt  und  son- 
ders iren  befelch  von  einnem  ersamen  rath  an,  und  erzalten 

i&  inen ,  worumb  sy  vü  innen  verordnet  werent:  Wie  das  einer 
oberkeit  furkommen,  wie  das  sy  etwas  anligen  gegen  der 
oberkeyt  betten;  das  wolt  ein  rath  von  innen  vernommen. 
Diewil  sy  aber  gon  Liechstal  kommen,  do  betten  sy  jung  und 
alt  hie  funden.     Darab  sy  ein  grosz  beduren  trf^ent,  das  sy 

«)  also  ir  oberkeyt  hindan  satzten,  und  nit  bedencktent  die  vil- 
faltigen  gütthit,  so  innen  ein  ersamer  rath  vü  dem  dickeren 
mal  gethon  und  bewissen  bette,  alsz  nemlich  zft  vil  mallen  in 
branden,  in  kriegen  und  thurinen,  in  lichung  gelt  und  kom  ^) 
und  anders,   so  innen  biszhar  beschechen  were  und,  ob  gott 

35  wil,  furterhin  beschechen  solt.  Mit  bit  und  beger,  sampt  und 
sonders  wider  heim  vü  ziechen,  so  wet  man  ire  beschwerden 
vememmen  und  demnach  einnem  ersamen  rath  anzeigen;  die 
wurden  innen  darin  nach  aller  billykeit  begegnen. 

4.  »Hau  Bntt«ler  pumerlMrc  nur  alt  Zuatx  un  Buide,  mit  bllMerer  Tinte.     Ifi.  8 : 
da«  ein  obtrkait  ftarkomman.  20.  S:  nit  bedaektent. 

des  damaligen  Bathsehreibers  H.  Ryhiner,  in  der  Hs.  0  9  der  Vaterlftnd. 
Bibliothek,  und  ygL  Paul  Burckhardt,  Die  Politik  der  Stadt  Basel  im 
Bauernkrieg  yon  1525  (Basier  Dissertation  1896)  8.  15  ff. 

1)  Auf  diese  erste  Nachricht  yon  der  Gährung  beschloss  der  Bath 
sogleieh  am  29.  April,  es  seien  Ausschüsse  der  Landleute,  nftmlich  4  yon 
jedem  Dorfe,  auf  den  3.  Mai  nach  Sissach  zu  berufen;  s.  P.  Burckhardt 
a.  a.  O. 

2)  Die  hier  genannten  3  Ratheherren  wurden  erst  am  2.  Mai  ab- 
gesandt, um  die  auf  den  3.  angesagte  Versammlung  der  Ausschüsse  lu 
besuchen;  s.  ehend.  8. 16. 

3)  Nfimlioh  am  2.  Mai;  s.  die  yorige  Anm. 

4)  Also  am  3.  Mai;  s.  oben  Anm.  2. 

5)  Ueber  diese  Verhandlung  yom  3.  Mai  ygl.  P.  Burckhardt  8.  31  ff. 
6}  Letsteres  war  noch  im  Januar  d.  J.  geschehen;  s.  ebend.  8.  32,  A.  1. 


126  Konrad  Schnitt 

Also  nach  allei  eizellung  verliessen  sj  die  botschafft,  und 
gaben  innen  kein  antwuit  uff  iren  fuitiag  und  begeren.  Und 
liessen  ein  trochne  trommen^]  umbsohlagen,  und  butten  yon 
stund  an  menglichen  für  das  ober  thor  uff  das  weit  feld,  tind 
schwüren  do  erst  den  eyd  zusammen  und  berietten  sich,  was  sy  » 
der  bottschafft  für  ein  antwurt  geben  weiten.  Und  was  die 
antwurt:  das  sy  nach  dem  ymbismal  ir  besohwerd  und  anligen 
der  botschaff  uberantwurten  weiten. 

[Also  sugen  sy  wider  zu  Lyeohtstal  yn,  imd  zöigten  der 
bottschafft  das  an.]    Darby  es   die   hotten  blipen  liessen  und  lu 
wolten  [371]    des   erwarten.     Und  do  es   in  allem  ymbismal 
was,    schlüigen   sy  mit   einer   trochnen   trommen   in  der  stat 
Liechstal  umb,    und  ermanten    alle  die,  so  vor  dem  oberen 
[thor]  geschworen  hatten,    das  sy  by  dem   selbigen  eyd  von 
stund  an  zft  dem  underen  thor  usz  ^  der  stat  Basel  zu  siechen  i& 
selten ;    und    liessen    die    bottschaff   on    ein    antwurt.      Also 
schickten  die  betten  einnen  soldner,  Uolrioh  Wiglin^),   ylentz 
in  die  stat  Basel;  wellicher  z&m  oberthor  hinusz  ritte  und  by 
FuUystorff  am  berg  herumb^),    das  er  Tor  den  buren  in  die 
statt  kam.     Also  ward  ein  stat  Basel  by  gütter  zitt  gewamet,  20 
und  schlt^ent  alle  thor  z&,    und   z&gent   die  burger   alle  in 
harnisch^). 

Also  kämmen  die  bauren  bisz  zu  dem  cappelin  vor 
Eschamerthor^j,  und  als  die  stat  verschlossen,  zügent  sy  zer- 
strouwt  gen  Muttentz;  da  blipen  sy  über  nacht.  Es  luffen^s 
euch  yil  bauren  für  die  stat  und  meinten,  die  thor  weren 
offen.  Deshalb  die  burger  in  der  statt  vermeinten:  man  solte 
sy  usz  der  stat  lassen,  so  wolten  sy  die  buren  angriffen  und 
mit  innen  schlachen.  Das  weit  ein  rath  nit  gestatten,  wolt 
euch  keineswegs  lossen  under  sy  schiessen  ^);  [dann  man  vilsd 
hett  m&gen  umbringen.] 

24.  8:  EMhaiauUior. 


1)  Trocken,  d.  h.  ohne  Pfeifenbegleitung. 

2)  Sptäter  wurde  er  städtischer  Marchstaller,.  s.  unten  die  Meyerisehe 
Familienchronik,  s.  J.  1537. 

3)  D.  h.  Ton  Fülinsdorf  nach  Äugst,  und  Ton  dort  durch  die  Hardt 
nach  Basel. 

4)  Vgl.  B.  Chron.  I  51. 

5)  Ueber  diese  Kapelle,  an  der  Stelle  des  jetsigen  St.  Jakobdenkmals, 
s.  ebend.  IV  177,  A.  U. 

6)  Im  Oegentheil  versuchte  der  Rath,  mit  den  Aufständischen  lu  unter- 
handeln, doch  vorläufig  ohne  Erfolg ;  s.  P.  Burckhardt  S.  34. 


1525.  127 

Dan  es  hatt  her  Steffan  St&r^),  der  ein  lippriester  zA 
Idechstal  was  gewessen  und  euch  mit  den  bauren  soch^),  ein 
biieff  by  Fetter  Dischmacher  von  liechstal  in  die  stat  ett- 
liehen  bürgeren  sriigeschickt  ^j,   darin  sü  verstan  geben,  das  sy 

5  uff  die  seyt  also  kommen  weiten«  Ouch  hatte  er  die  banren 
▼erwent,  sy  wurden  die  thor  offen  finden.  Es  was  der  pauren 
meinnung,  so  sy  in  die  stat  kommen  weren,  weiten  sy  die 
dosier  und  pfaffen  geplunderet  haben  ^)  und  darnaoh  an  etliche 
burger  geratten  sin. 

to  Es  was  ouch  ein  pfaff  zu  Buss^),  hiesz  her  [371^]  Matheus 

Empsser,  der  hatt  den  bauren  die  Torgeschribnen  artickel  der 
pauren*]  usz  dem  Schwabenland  bracht.  Doch  so  hatten  die 
pauren  mer  artickel  darzü  gesetzt,  als  mit  dem  saltzkouff  und 
anderem  ^).     Disses  pfaffen   handgeschrifft  lit   hinder   einnem 

i5rath  zu  Basel  ^. 

In  sollichem  kamen  uff  dissen  tag  die  von  Zürich,  [Bern] 
SoUutum,  Schoffhussen  ylentz  geritten  ^).  Den  was  der  handel 
in  truwen  leid,  und  ritten  noch  die  nacht  zu  der  stat  hinusz 
z&  den  bauren  gon  Müittentz  und  retten  dermassen  mit  innen, 

2»  das  sy  momyst   frü  all  hin  und  enweg  und  heim  z&gent  ^^).  (Mai  4) 

13.  8:  dvzfi  gesetz.  18.  S:  ritten  nach  die  nach. 


1)  Ueber  ihn  8.  P.  Burckhardt  S.  13  ff.  u.  66  ff. 

2)  Stör  sog  am  3.  Mai  niobt  mit,  sondern  blieb  in  Liestal;  s.  ebend. 
S.  33  u.  36. 

3]  Ueber  Störa  Brief  an  die  Zünfte  8.  ebend.  S.  20  ff.  Ueber  Feter 
'nschmaeher  8.  eine  Kundschaft  in  Stadt.  Urk.  1526  Febr.  3. 

4)  An  den  Klöstern  der  Landschaft  führten  sie  diese  Absicht  aus;  8. 
B.  Chron.  I  51. 

5)  Buus,  Ffarrdorf  südöstlich  Ton  Sissach. 

6)  In  der  Hs.  gehen  BL  366  b  ff.  die  bekannten  12  Artikel  der  auf- 
ständischen Bauern  im  AUg&u  voraus;  ygl.  oben  S.  100,  A.  3,  und  unten  die 
Anonyme  Chronik  bei  Schnitt,  z.  J,  1525.  In  B.  u.  E.  iehlt  die  betr.  Stelle 
aber  M.  Empser  und  die  12  Artikel  gfinzlieh. 

7)  S.  die  Fordenmgen  der  einzelnen  Aemter,  bei  F.  Burckhardt  6.  44  ff. 

8)  Dieses  Schriftstück  ist  im  St.  Archiv  nicht  mehr  zu  finden. 

9)  Am  3.  Mai  traf  in  Basel  einzig  von  Solothum  eine  Gesandtschaft 
ein,  und  zwar  wegen  andrer  Geach&fte,  und  erst  am  8.  tagten  zu  Liestal 
die  Gesandten  der  hier  erwfihnten  Orte,  ausgenommen  von  Schafihausen. 
Die  Nennung  letztem  Orts  scheint  auf  Verwechslung  zu  beruhen  mit  jenem 
Tage,  welcher  zu  Basel  am  4.  Juli  d.  J.  zur  Vermittlung  zwischen  den 
Els&sser  Bauern  und  ihrer  Herrschaft  gehalten  wurde.  Vgl.  F.  Burckhardt 
S.  35,  40  u.  93  ff.,  femer  B.  Chron.  I  53. 

10)  Sie  zogen  am  4.  Mai  nur  bis  Liestal ,  und  erst  am  Abend  des  5., 
auf  ein  Schreiben  des  Rathes  hin,  lösten  sie  sich  auf;  s.  F.  Burckhardt  S.  36. 


128  Konrad  Schnitt 

Doch  machten  sy  ein  ussschutz  von  innen,  der  mit  der  ober- 
keit  handien  solt^). 

In  dissen  dingen  griff  ein  rath  darin,  und  leitten  zä  Basel 
und  Liechstal  vil  gefangen  und  handletten  ruch  mit  innen  2). 
Aber  der  pfaff  Steffan  St&r,   der  entran').     Und  im  fliechen  & 
entpfiel  im  sin  barett  vom  houpt,  darin  waa  der  pauren  artickel- 
brieff;  der  ward  der  oberkeyt  uberantwurt  ^). 

In  dissen  dingen  bewilget  ein  oberkeit  den  Eydtgnossen 
gütlich  zu  handien  ^}.  Und  nachdem  etliche  tag  gehandlet, 
ward  die  sach  gericht  und  vertragen  *)  onne  alles  blütvergiessen,  lo 
und  wart  menglichem  vendgen,  onne  allein  dem  pf äffen  "j. 
Und  ward  den  pauren  milterung  in  vil  stucken  gethon^),  das 
es  an  jerlieher  nutzung  dem  gemeinnen  gut  ob  300  Ib.  ab- 
gieng.  Und  schwürent  die  pauren  wider,  und  wurden  vertr^ 
darumb  u%ericht*).  u 

In  disser  zit  wurden  alle  thor  zftthan,  und  nit  mer  dan 
dry  thor  an  beiden  stetten  offen,  und  grosse  h&t,  [372]  und 
all  glocken  abgestelt  zu  lütten,  den  allein  die  ratzglooken; 
weret  by  14  tagen  ^%  Den  ein  rat  sich  nit  allein  for  den 
pauren,  sonder  euch  vor  etlichen  bürgeren  forchten  müst^^),  i» 
wiewol  der  argwon  grosser  den  die  sach  an  ir  selbs  was.  Das 
thetten  die  zweyerlein  glüiben. 
1532  In  dem  jar  als  man  zalt  1532  kamen  die  vorbemelten 
empter,   die  sich   wider   ein   stat  Basel  gesetzt,  brochten    die 

10.  8:  dl»  iMh  g«rie]L  21.  8:  «n  ir  mIIm  war.     .  24.  8:  geMti,  tooekton 

die  Tertregsbrieffk 

1)  Das  Schreiben  dieses  Ausschusses  an  den  Rath  s.  P.  Burekhardt  S.  37. 

2)  Vgl  B.  Chron.  I  52  u.  397,  auch  F.  Burekhardt  S.  29  ff.  u.  54. 

3)  Vgl.  P.  Burekhardt  S.  36  u.  B.  Chron.  I  394. 

4)  Dieses  Schriftstück  scheint  verloren  su  sein. 

5)  Sie  nahmen  am  8.  Mai  zu  Liestal  die  Forderungen  der  einseinen 
Aemter  entgegen  und  machten  VermittlungsyorschUge;  s.  Eidg.  Absch.IV  la, 
S.  641  ff.,  und  TgL  F.  Burekhardt  S.  38  u.  40  ff. 

6)  Auf  die  Vermittlungsvorschlftge  vom  8.  Mai  folgten  bis  lum  29. 
lange  Verhandlungen  zwischen  dem  Rath  und  den  Ausschüssen;  s.  ebend. 
S.  52  ff. 

7)  Ueber  weitere  Ausnahmen  neben  dem  flüchtigen  Stör,  und  über 
die  Art,  wie  die  Amnestie  nachher  gehalten  wurde,  s.  ebend.  S.  58  u.  69  ff. 

8)  Doch  gingen  die  Zugestftndnisse  des  Raths  hierin  nicht  so  weit  wie 
die  Vermittlungsyorschläge  der  eidgenössischen  Boten;  ygL  ebend.  S.  47ff. 
u.  52  ff. 

9)  Die  Freibriefe  für  die  einzekien  Aemter  s.  Stadt  Urk.  1525  Mai  30 
bis  Juni  2.    Femer  s.  F.  Burekhardt  S.  57  ff. 

10)  S.  B.  Chron.  I  395  ff. 

11)  Vgl.  ebend.  S.  393  ff.  u.  F.  Burekhardt  S.  24  ff. 


1526.  129 

rertragsbrieff  und  uberantwurtten  die  eiimem  ersamen  lath  und 
hatten  umb  gnad  und  Teizeichung,  und  m&chten  wol  erkennen, 
das  nndeithonnen  nit  also  gegen  iien  obeien  stan  selten  ^). 
Also  wurden  die  brieff  zu  banden  genommen,  und  wart  alles, 
i§o  innen  vormals  nacbgelassen,  wider  abtbon^);  und  blipen  by 
dem,  das  sy  von  alter  bar  zu  tbün  schuldig  warent. 

[SB]  Von  einer  sect,  genant  die  Widert&iffer. 

[372^]  Anno   1526    hat  die   sect   der  Widertouffer   ange-  »26 
ÜELngen'}.    und  sind  das  die  ersten  anfenger  gewessen:  Thomas 

10  Mtintzer  hat  in  Döringen  und  Saxen  angehept,  zu  Zürich  Felix 
Mantz  und  Conradus  Grebel,  Lorentz  Höchrutner,  Blaurock*), 
der  Schwitzer  ^],  Hans  Pfister  Meyer  z&  Arouw*),  doctor  Bal- 
dasar  von  Waltzhfit^),  Jacob  Kutz  von  Wurms,  Johannes 
Denck^),  Ludowicus  Hetzer^),  Nicolaus  Frey  von  Straszburg i<^), 

15  Meilcher  Hoffman.  Disse  und  noch  vil  mer  haben  mit  iren 
wunderbarlichen  und  seltzsamen  artickel,  darvon  vil  bücher  z& 
schriben  weren,  vil  armer  &omer  einfaltiger  lütten  verfürt, 
und  die  den  tod  williglich  gelitten  hand^^). 

8—18.    Statt  diases  Absehnltt«  haben  B  und  B  nur:  Anno  1527  eThabm  rieh  in  ril 
landen  Tüteeher  nation  tU  toIcI^  die  man  nampt  die  Widert&iffer. 

1)  Diese  scheinbar  freiwillige  Unterwerfung  der  einzelnen  Aemter,  bei 
welcher  die  Landvögte  für  die  Unterthanen  das  Wort  führten,  erfolgte  vom 
10.  Februar  bis  3.  AprU  d.  J.,  und  einzig  im  Dorfe  Muttenz,  das  sich 
zuletzt  unterwarf,  protestierten  19  Bauern  gegen  die  Rüekgabe  des  Frei- 
briefes; 8.  Schwarzbuch  BL  23^  ff. 

2]  Doch  blieben  einige  Erleichterungen  bestehen,  wie  z.  B.  die  Ab- 
schaffung des  sog.  Ettersehntens  auf  Gemüse;  s.  ebend.  Bl.  24. 

3)  1526  erliess  in  Basel  der  Rath  gegen  die  Wiedertäufer  die  ersten 
Verbote;  s.  Faul  Burokhardt,  >Die  Basler  T&ufer,  S.  16. 

4)  Georg  Blaurock,  ein  gewesener  Mönch  aus  Graubünden;  s.  ebend. 
S.  48  u.  StSbelin,  Huldr.  Zwingli  I  471. 

5)  Fridolin  Abyberg  von  Schwyz  wurde  1526  in  Basel  eingekerkert 
and  nachher  yerbannt;  s.  F.  Burckhardt  S.  15. 

6)  Sowohl  dieser  als  alle  Obgenannten  hielten  sich  zeitweise  auch  in 
Basel  auf;  s.  ebend.  S.  13  ff. 

7)  Balthasar  Hubmaier  war  nicht  von  Waldshut  gebürtig,  aber  bis 
1525  dort  Ffarrer. 

8)  Dieser  kam  nach  Basel  1527  und  starb  hier  im  Nov.  1529  an  der 
Pest;  s.  Anshekn  V  75,  und  vgl.  F.  Burckhardt  S.  18 ff: 

9)  Er  wurde  1529  zu  Constanz  wegenBigamie  enthauptet ;  s.  AnshelmV75. 

10)  Vermuthlich  einer  jener  Verbannten  aus  Strassburg,  welche  im 
Januar  1527  nach  Basel  kamen;  s.  F.  Burckhardt  S.  18. 

11)  In  Zürich  fand  die  erste  Hinrichtung  eines  Täufers  1527  statt,  in 
Basel  im  Januar  1530,  und  einige  weitere  noch  1531;  s.  ehend.  S.  37  ff. 
u.  122  ff; 

Baaler  Chroniken.    YI.  9 


130  Konrad  Schnitt 

Sy  verwaxffen  den  kindertouff  und  vermeinten,  man  soll 
nieman  touffen,  er  kund  denn  den  glüben  selbe  bekennen. 

Sy  hielten  euch,  das  alle  ding  gemein  sin  selten,  es  were 
Hb  oder  gut,  desglichen  wiber. 

Sy  hielten,  es  mocht  kein  oberer  ein  Crist  sin,  man  solt  & 
ouch  kein  zinss  noch  zechenden  geben. 

Sy  weiten  sych  gegen  niemant  weren;  darumb  sy  ouch 
kein  tegen  noch  gewer  trügent 

[Sy  weiten  kein  statt  noch  schlosz  beschlossen  han,  sonder 
alles  offen,  und  weiten  ouch  wider  nieman  sin;  und  gott  derio 
herr  wer  der  allmechtig,  der  sy  wol  schützen  und  schirmen 
k&ndt.] 

[Etlich  hielten:  dwyl  Christus  gnug  für  uns  thon  hett, 
d&rfften  wir  darumb  niits  thun,  dann  das  dem  lyb  wol  thät.] 

Etliche  hielten  Cristum   für  ein  prophetten   und  nit  für  u 
gott,  und  glüibten,  der  tuffel  wurd  [ouch]  sellig. 

[Etlich  hielten:    das  rych    der   himeln    wer  beschlossen. 
Darumb  schieden  sy  sich  von  iren  wyberen  und  horten  uff  ze 
arbeiten,  warteten  des  jüngsten  gerichts.] 
luo         [In  diser  zit,  anno  1530,  wart  ein  Töiffer,  genant  Conrad» 
In  Gassen  by  Hellprunn,  zu  Basel  verbrent^).    Der  hielt  luid 
gloubt  nit,  djM  Christus  Hjesus  unser  einiger  seligmacher  wer 
und  erlöser,    noch  gott  imd   mensch    gewesen.     Er  hielt  uff 
betten  nüt,  und  wann  man  zu  im  sprach,   Christus  hett  doch 
gebettet  am  Oelberg,   seyt  er :   wers  geh&rt  hett,   die  junger  s 
hetten  geschloffen.    Gloubt  ouch  nit,  das  die  junck&ow  Maria, 
die  muter  gottes,  Christum  Hjesum  under  irem  hertzen  ge- 
tragen hat.] 
(1583)         [373]  Es  lag  ein  £rouw  zu  Basel  uff  Spalenthor  >)  gefangen, 
was    einnes   zimlichen   alters,    und  was   der   heren   libeigen,  so 
hiesz   mfttter  Gyssin,    was  von  Gelterkingen,    was  ouch  ein 
Widertoufferyn  3) ;  die  wolt    in    14  tagen  weder   essen   noch 
trincken.    Und  wann  man  sy  fraget,  warumb  sy  nit  esz  oder 
trunck,  diewil  doch  gott  alle  ding  dem  menschen  z&  gut  und 

7.  8 :  gegen  niemant  werent 

1)  Ueber  ihn  8«  Näheres  unten  im  Anonymus  bei  Schnitt,  i.  J.  1530. 
Das  Folgende  beruht  auf  seinem  Verhör;  s.  im  St.  A.,  Criminalakten  I  G  1. 

2)  Auf  dem  innem  Spalenthor. 

3)  Anna  Gysin^  welche  1531  war  geschwemmt  worden,  lag  gefangen  vom 
Frühjahr  1532  bis  Man  1533;  s.  P.  Burokhardt  S.  42  u.  45,  femer  Wodien- 
ausgabenb.  1533  S.  415  ff.,  z.  22.  Mftrz.  Laut  letsterer  Quelle  war  sie  Ton 
Sissaoh.    Ueber  2  andere  gefangene  Wiedertäufer  s.  ebend.  S.  413  u.  415. 


1528.  131 

dammb  erschaffen ,  das  mans  mit  dancksagung  niessen  soll, 
sprach  sy:  gott  der  her  kunt  sy  wol  speissen;  starb  also  am 
15.  tag  im  keffy,  ungessen  und  untrunoken  ^). 

Sy  wellend  ouoh  kein  eyd  schweren,  und  wan  man  sy 
&yon  stat  und  land  weist,  so  sprechen  sy:  das  ertderich  das  sy 
des  henen,  und  weichen  nit. 

[Die  und  derglychen  mann  und  frowen,  die  soUichs  uss 

einfisdt  theten  und  meinten  gott  dem  herren  zu  dienen,  deren 

wurden  vil  abgethon,  ertrenckt  oder  sust  gerichtet    Wann  es 

10  dann  kam  ziun  end,   giengen  sy  &&lich  in  dott  und  lobten 

gott,  das  die  stund  komen  wer^)]. 

[B]  Zu  welcher  sitt  die  von  Bern  das  evangelion  an- 
genommen'). 

[223^]  Anno  1528  im  hornung,  als  die  von  Bern  das  »28 
16  evangelion  angenommen  hatten,  die  mess  und  alle  ceremonien, 
wie  die  von  alter  har  gebruoht  woren,  alles  dannen  thon  und 
sich  vereinbaret  mit  irer  landschafil,  darby  ze  bliben,  des 
wurden  dacemal  die  von  Hinderlappen  und  Sewen^)  funden, 
das  sy  nit  weiten  annemmen,  von  der  mesz  noch  eerimonien 
20  nit  ston,  triben  vil  b&ser  reden  ^j.  Des  wurden  die  von  Bern 
verursacht  und  zugen  usz  mit  irem  paner  und  macht  gon 
Hinderlappen  und  Sewen*);  dann  die  zu  Hinderlappen  und 
Sewen  waren  ouch  gerüst.  Also  wurden  sy  gestrafft  von  iren 
herren  von  Bem^). 

2.  8:  in  15.  tag;  B  n.  B:  un  15.  tag.  4.  Dae  Folgende  nnr  In  8. 

1)  Nachdem  sie  10  Tage  nichts  genossen,  wurde  sie  aus  dem  Oefäng- 
niss  in  den  Spital  Terbracht,  wo  sie  bald  starb;  s.  Qast,  De  anabaptismi 
exordio  S.  277.  Ihr  Tod  scheint  noch  vor  dem  22.  Man  erfolgt  su  sein; 
8.  Wochenausg.  S.  416. 

2)  Vgl  P.  Borckhardt  S.  121  ff. 

3)  Statt  dieses  Abschnitts  hat  S.  nur  den  Bericht  der  Augsburger 
Weltchronik  über  die  Bemer  Reformation. 

4)  D.  h.  die  Leute  su  Interlaken  und  an  den  beiden  Seen.  In  Folge 
der  Reformation  hatte  das  dortige  Chorherrenstift  sein  Gebiet,  welches 
ausser  Lauterbrunnen  und  Grindelwald  auch  theilweise  die  Ufer  des  Thuner- 
und  Briensersees  umfasste,  im  M&rs  d.  J.  an  Bern  abgetreten;  s.  Ans- 
hekn  V  259  £ 

5)  Nachdem  ein  erster  Aufstand  im  FrOhjahr  durch  Unterhandlungen 
war  beigelegt  worden,  brach  im  September  1528  ein  neuer  aus,  der  sich 
über  einen  grossen  Theil  des  Oberlandes  Terbreitete ;  s.  ebend.  S.  296  ff. 

6)  Ueber  diesen  Zug,  welcher  Ende  October  erfolgte,  s.  ebend.  S.  303ff. 

7)  Ueber  die  Unterwerfung  s.  ebend.  S.  311  ff. 


132  Konrad  Schnitt 

[BE]  Von  einem  grossen  Birsseck. 

jud^H  [^^^]  Mentags  den  14.  tag  biächmonats  anno  1529,  uff  die 
9.  stund  vor  mittag,  ward  der  Birszeok  ^)  das  wasser  an  Steinen 
so  grosz,  das  alle  hüser  an  Steinen,  am  Birsseck  gelegen  und 
dargegenüber,  euch  das  closter  an  Steinen,  alle  im  wasser  s 
stunden.  Das  selbig  wasser  liiff  2um  Eselthümlin^)  harin, 
ouch  durch  das  Barfüszercloster,  und  liiff  die  Gerwergassen 
für  den  SchnabeP)  ab,  gegen  dem  Kornmercktbrunnen  zu^), 
und  hinder  der  Schäl  ^)  durch  die  hüser,  und  bim  Imbergäszlin 
die  gassen  durch,  den  Fischmerckt  durchnider  *),  bim  Blumen  ^j  lo 
und  by  der  Cronen  ^}  abhin  in  Byn.  Und  was  von  hxiseren 
was  zu  beiden  sitten*),  yom  Eselthürnlin  durchnider,  am 
Kornmerckt  und  am  Fischmerckt,  bisz  in  Ryn,  was  alles  gar- 

1  B  V.  E:  MentagB  den  Xm  tag. 

1)  Ueber  diese  Ueberschwemmung  durch  den  Birsig  ygl.  B.  Chron.  I 
102 ff.  u.  485,  femer  unten  Beilage  III,  auch  den  Anonymus  bei  Schnitt  u. 
denjenigen  bei  Ertzberg,  s.  J.  1529. 

2)  Das  Eselthörlein  war  ein  Durchgang  durch  die  innere  Stadtmauer, 
neben  dem  jetiigen  Stadtcasino,  zur  Verbindimg  der  innem  Stadt  mit  der 
Steinenvorstadt.  Neben  diesem  Durchgang  stand  ein  halbrunder  Thurm, 
das  Eselthürmlein,  und  daneben  floss  der  Birsig  in  die  Stadt  durch  das 
sog.  Wasserthor;  s.  Fechters  Top.  S.  99. 

3)  Dieses  Gasthaus,  jetzt  Gerbergasse  No.  16,  lag  gegenüber  dem 
Kaufhaus  (jetzt  Fostgebäude). 

4)  Dieser  Brunnen,  der  bis  in  die  Mitte  des  XIX.  Jahrhunderts  sehr 
gutes  Quellwasser  hatte,  lag  an  der  westlichen  Ecke  des  Kommarktes, 
gegen  die  Sattelgasse  hin,  und  zwar  ziemlich  tiefer  als  der  übrige  Marktplatz. 

5)  Die  Schalen,  oder  im  Dialekt  >die  Sohool«,  hiess  das  Lokal,  wo 
die  Metzger  ihre  B&nke  zum  Fleischverkauf  hatten,  und  in  Verbindung 
damit  stand  das  Schlachthaus;  s.  Fechters  Top.  S.  50.  Die  School  lag  mit 
ihrem  Haupteingang  an  der  Sporrengasse,  gegenüber  dem  St  Martins- 
gässchen,  also  auf  dem  Areal  des  jetzigen  Marktplatzes,  und  reichte  über 
den  Birsig  bis  zur  Sattelgasse.  Der  Zugang  yom  Kommarkt  au  dieser 
Gasse  heisst  deshalb  »hinter  der  School« ,  imd  eben  hier  stand  der  Kom- 
marktbrunnen. 

6)  Das  Wasser  ergoss  sich  also  durch  die  Sättelgasse  und  am  Ein- 
gang des  bergansteigenden  Imbergässchens  yorbei  durch  die  Krämergasse 
[jetzt  Schneidergasse)  und  durch  die  jetzige  Stadthausgasse  gegen  den  Fisch- 
markt; ygl.  unten  Beilage  DI. 

7)  Das  Gasthaus  »zum  Blumen«  (nicht  zu  yerwechseln  mit  der  sp&tem 
Weinschenke  d.  N.)  bildete  mit  der  St  Brandolfskapelle  eine  freistdiende 
BUluserinsel  mitten  auf  dem  Areal  des  jetzigen  Blumenrains. 

8)  Dieses  Gasthaus  bildete  die  Ecke  der  nach  ihm  benannten  Kronen- 
gasse und  der  Schifflfinde. 

9)  Nämlich  zu  beiden  Seiten  des  Birsigs  bis  an  die  Hüg^l  an.  Doch 
wurde  wenigstens  yon  der  Freien  Strasse  nur  der  untere  Theil  über- 
schwemmt; 8.  unten  S.  133,  A.  3  u.  4. 


1529.  133 

nftch  mailshoch  vol  wasser.  Was  so  gross  und  starok,  das  es 
ein  geladen  schiff  het  tragen  ^).  Es  fürt  euch  am  Kommerckt 
den  brunntrog  und  tachgerüst^)  hinder  die  Sch&l.  Es  lüff 
euch  durch  der  Brotbecken  husz^)  gegen  des  apt  von  Lutzels 
5  hoff  über^),  daselbst  durchnider  für  das  kouffhus^)  hinab  an 
Kommerckt,  für  das  richthusz  nider,  g^en  der  Sch&l  zur 
Brotlouben  zu^),  in  Birszeck^. 

[Die  Schäl  was  so  vol  wasser,  das  die  fleischbenck  und 
die  trog  alle  entbor  schwummen.    Es  hat  das  besetzt®)  uff  dem 

10  Fisohmerckt  umb  den  brunnen  umbher  uf^eflAtzt  und  hinweg 
fressen,  das  man  die  gewelb^)  sach  blosz  stän.  Item  die 
xwerchmuren  by  Emerich  des  scherers  husz  ^®)  hat  es  gar  hin- 
w^  gestossen,  und  an  menigem  ort  in  der  statt  vor  den 
hüsem  grosse  Iftcher  in  das  besetz  oder  pflaster  fressen.     Es 

is  wollen  ettliche  by  Steinenthor  den  rechen  ^^)  uffdechen,  das 
das  wasser  dester   basz   sinen   louff  hett  mögen  haben.     Do 

4.  E:  dei  apt  ron  Lfttzela  liiig. 

1)  VgL  unten  Beilage  IIL 

2)  Vermuthlich  das  Gerüst  lur  Aufrichtung  des  neuen  steinernen 
Brunnatocks;  ygl.  unten  8.  135,  A.  1. 

3}  Das  ZunfthauB  der  Brodbecken  an  der  Freien  Strasse,  jetzt  No.  26. 
YgL  unten  Beilage  III,  wonach  die  Ueberschwemmung  der  Freien  Strasse 
schon  beim  Zunfthause  lum  Bftren  (No.  34)  begann.  Der  obere  Theil  der 
Strasse  aber,  Tom  Bftren  aufwärts,  blieb  mithin  Terschont. 

4)  Dieser  Hof  bildete  einen  Theil  des  jetsigen  Gasthofs  zum  Wilden 
Mann  (No.  35). 

5)  Dieses  lag  auf  dem  Areal  des  jetzigen  Fostgeb&udes  und  reichte 
Ton  der  Freien  Strasse  bis  zur  Gerbergasse. 

6)  Die  Brodlaube  lag  zwischen  dem  untern  Ende  der  Sporrengasse 
und  dem  Birsig,  also  auf  dem  Areal  des  jetzigen  Marktplatzes,  gegenüber 
dem  jetzigen  Hause  »zur  Brodlaube c. 

7)  Der  Birsig,  am  Kommarkt  überwölbt,  war  damals  bei  der  Brod- 
Uube  noch  offen.  Die  Eisengasse  blieb  also  Terschont,  und  das  um  so 
mehr,  da  sie  bis  zur  Correction  yon  1839  theilweise  höher  lag  als  jetzt. 

8)  Das  Strassenpflaster. 

9)  Nämlich  die  UeberwOlbung  des  Birsigs,  worauf  der  Fischmarkt  ruht. 

10)  Emmerich  Wurzgarter  der  Schärer  wohnte  schon  seit  1495  im 
Hause  zum  Lachs,  welches  am  obem  Ende  des  Fischmarkts  zwischen 
diesem  und  dem  Birsig  die  Hnksufrige  Ecke  bildete  und  bei  Erstellung 
der  Marktgasse  abgerissen  wurde.  Die  hier  erwähnte  Zwerchmauer  be- 
grenste  also  das  den  Fischmarkt  tragende  Gewölbe  gegen  den  damals 
noch  offenen  Theil  des  Birsigbettes,  welcher  jetzt  von  der  Marktgasse 
bedeckt  wird. 

11)  Neben  dem  Steinenthor  war  die  Ringmauer  yon  2  mit  Schutzgattem 
Teraehenen  Bogen  durchbrochen,  unter  welchen  der  Birsig  hindurch  floss, 
und  zwischen  diesen  2  Bogen  stand  ein  Thurm. 


134  Konrad  Schnitt. 

brach  das  gewelb  under  inen,  und  fielen  sy  in  das  waaser; 
ettlioh  schwumen  uss,  und  ettliche  ertrancken.  Es  ertrancken 
ouch  in  ettlichen  hüsem  rosz,  sohwyn  und  hflner;  und  ettliche 
hflner,  so  das  wasser  empor  trug,  saoh  man  also  lebendig  uff 
dem  Kommercktplatz  umbeynander  schwimmen].  ^ 

Und  in  disem  ürok,  was  hüser  am  Birszeck-sitten  stun- 
den 1],  lüff  das  wasser  durch  und  durch.  Und  was  liiten  in 
dhüser  oben  uff  waren  komen,  musten  bliben,  möchten  nit 
harusz  komen.  Die  anderen  hüser,  gegen  sanct  Martins  berg 
zu,  Yom  Himel^)  harab  biss  zu  der  Schäl '),  waren  alle  gamäch  lo 
manshoch  yoI  wasser^).  Es  thet  [224^]  im  kouffhus  grossen 
schaden^).  Söllich  wasser  thet  der  statt  an  muren,  ge weihen 
und  brücken  grossen  schaden.  Es  thet  ouch  den  bürgeren  in 
iren  hüseren,  geworben  und  handtwercken  grossen  schaden; 
wart  ynen  als  samen  nasz ,  und  fürt  das  wasser  vil  hinweg,  is 
Dann  sollichs  wassers  hett  sich  nieman  versechen,  was  vor  nie 
gehört  worden.  Wiewol,  eeh  das  wasser  kam,  regnet  es  ein 
tag  und  ein  nacht  on  underlftsz  ^).  Und  weret  die  ungestimmy 
des  wassers  von  morgen  an  umb  die  niinde  stund  vor  mittag 
bisz  uff  mittag  ^j,  do  liesz  es  n&ch.  Was  ein  erschrockenlich  30 
wasser. 


[BE]  Von  eim  andern  grossen  Birszeck. 
Dai] 

JoU  4 


1530         Darnach  uff  den  4.  tag  hAwmonats,  was  sanct  Ulrichs  tag, 


des  30.  järs,  umb  die  4.  stund  n&oh  mittag,  ward  der  Birszeck 
abermals  so  grosz^],  wie  vorstät,  [das  er  vor  Steynenthor  aber  2s 
Yon  einem  berg  an  den  anderen  gieng,]  und  thet  abermals 
treffenlichen  grossen  schaden  der  statt  und  den  bürgeren. 
Dann  er  lüff  durch  die  hüser  und  in  die  hüser,  wie  vorstät. 
Man  hat  ouch  erst  in  kurtzem  am  Kornmerckt  uff  den  brunn- 

6.  E  nur:  Dun  w»8  hAMt  am  BiiBMck-ntten. 

1)  D.  h.  rings  um  den  Kommarkt  und  den  FiBchmarkt. 

2)  Diefles  Zunfthaus  der  Maler  und  BatÜer  ist  das  jetEige  No.  33  an 
der  Freien  Strasse. 

3)  Also  bis  zum  Eingang  des  St.  Martinsg^sschens ;  Tgl.  oben  S.  132,  A.  5. 

4)  Vgl.  die  Gedenktafel  am  Rathaus,  welche  die  Höhe  des  damaligen 
Wasserstandes  beseichnet 

5)  VgL  unten  Ertcberg  1.  J.  1529,  femer  B.  Chron.  I  103,   und  Hans 
Stoltz,  Chxon.  yon  Gebweiler,  S.  49. 

6)  Vgl.  Stolti  a.  a.  O. 

7)  Dies  wird  bestätigt  dureh  Beilage  III,  w&hrend  B.  Chron.  I  104 
nur  2  Stunden  angeben. 

8)  Vgl.  B.  Chron.  I  111  u.  485. 


1530.  135 

stock  ein  kAstlichen  gewäpneten  haniischen  man  gesetst,  hat 
ein  paner  in  bänden;  gieng  alles  zu  stucken i).  Des  worlioh 
ein  statt  und  ein  burgerschafft  grossen  scbreoken  empfiengen 
also  xwey  mU  uff  einander. 

5  Also  nftcb  sollicben  dingen  betracbtet  ein  ersamer  rbät,  ob 
er  mer  so  gross  wurde,  das  er  nit  ein  sollicben  schaden  thäte, 
wiewol  dem  wasser  kein  widerstand  ze  thund  ist.  Und  Sachen 
an  2),  das  man  das  grien  im  Birszeck  vom  Sbyn  an  bisz  an 
Steynenthor  am  schütz  3),  do  der  Birszeck  [225]  haryn  £alt^), 

louszf&ren  seit  untz  uff  den  rechten  owweg^).    Dann  das  wasser 

▼il  grien  in  die  statt  gef&rt  bat,  lag  wol  eins  mans  hoch  disen 

zirck  hinweg  %    Also  wurden  noch  in  dem  selben  summer  usz- 

geffiit  ob  20  000  trögkarren  7)  vol,  wurden  in  Rhyn  geschütt. 

Darnach  erkant  ein  rhät,  das  man  vor  Steinenthor  bisz 

15  gon  Biningen  ^)  zu  beden  sitten  den  wasserstaden  ^)  mit  zweyen 
kripffen^<^)  yegklichs  ort  starck  ynfassen  solt,  und  den  owweg 
zwüschen  den  kripffen,  do  wasser  loufft,  das  selbig  grien  hin- 
der  die  kripffen  f&ren,  d&mit  das  wasser  kein  grien  mer  von 
beiden  staden  und  orten  in  die  statt  fürt,  als  euch  beschechen 

2D  ist.  Und  musten  all  zünfft  und  geselschafften  fronen ,  mit 
laden  die  karren  und  hinweg  fflren  i^).    Es  musten  euch  der 

12.  B:  nlch  in  d«m  selben;  E:  noch  in  dem  selben. 

1)  Wohl  eine  getreue  Wiederholung  dieseB  Standbildes  ist  das  noch 
vorhandene,  welches  seit  Aufhebung  des  Kommarktbrunnens  auf  denjenigen 
bei  St.  Martin  Tersetst  ist 

2)  Den  betreffenden  Bathsbeschluss  finde  ich  im  St  Archiv  nicht  Hin- 
gegen findet  sich  dort  unter  den  Bauakten,  W  1,  der  Bericht  über  einen 
im  Juli  1530  genommenen  Augenschein,  welcher  die  vorgefundenen  Be- 
schädigungen und  Uebelst&nde  im  einseinen  aufeAhlt. 

3}  Ueber  den  dortigen  Eingang  des  Birsigs  in  die  Stadt  s.  oben 
S.  133,  A.  11. 

4)  Noch  jetzt  bildet  der  Birsig  an  der  Stelle,  wo  die  lUng^mauer  über 
ihn  Mnliel^  einen  starken  Fall. 

5)  >Oweweg€  heisst  innerhalb  eines  Flussbettes  die  schiffbare  Wasser- 
Btrasse,  und  so  bezeichnet  dieser  Ausdruck  hier  das  natürliche,  vom  Ge- 
schiebe befreite  Bachbett 

6)  VgL  B.  Ghron.  1112. 

7)  D.  h.  Schubkarren.  Dieses  für  Erdarbeiten  so  wichtige  Qeräth  war 
erst  in  der  zweiten  H&lfte  des  XV.  Jahrhunderts  an  die  Stelle  des  einfachen 
Troges  getreten. 

8)  Vgl.  B.  Ghron«  1 112:  >bisz  zum  wurhusz«,  also  bis  zum  Wehr  bei 
Binningen,  wo  der  Bümelinbach  aus  dem  Birsig  abgeleitet  wird. 

9)  Die  Uferböschung. 

10)  D.  hu  Uferbefestigungen  aus  Holz. 

11)  VgL  B.  Chron.  1112. 


136  Konrad  Schnitt 

statt  landtschafilben  in  allen  ämpteren  &onen,  mit  trögkairen 
das  grien  hinder  die  geschlagenen  kripffen  zu  füren.  Bs 
wnrden  ouch  uff  dise  ritt  ann  beiden  sitten  die  staden  Yom 
thor  an  biss  gon  Biningen  mit  jungen  wjdstAcken  besetzt, 
damit  die  staden  mftchten  erhalten  werden.  Ward  ouch  dem  s 
thorwächter  under  Steynenthor  ein  fronvastengelt  geben,  ein 
uffsechen  daiuff  ze  haben.  Und  gieng  ein  sollicher  grosser 
costen  daruff,  vom  Byn  an  den  Birszeck  uff  bisz  gon  Biningen, 
von  rumen,  muren,  holtzwerck,  landtvestinen  zu  machen,  das 
maus  geachtet  hat  uff  8000  guldin  i).  to 

Es  ward  ouch  uff  dise  ritt  ein  wasserordnung  angesechen  ^)^ 
mit  Sturmglocken,  und  yolck  darzu  ze  louffen  mit  hocken, 
äzen  und  seyl  wie  zum  fhür,  wie  dann  das  in  alle  zunfft 
geben  ist. 

[SB]  Von  dem  krieg  mit  den  5  orten,  des  evangelions  15 

halb. 

[377^]  Demnach  und  die  von  Zürich  das  euwangelium 
hievor  vor  etlichen  jaren  angenommen  hatten^),  underwunden 
sy  sich  dozftmallen  aller  deren,  die  das  euwangelium  ouch  be- 
gerten,  es  were  im  Turgouw,  Tockenburger  ampt^),  im  Castel,  so 
Wesen  ^),  Mellingen,  Bremgarten,  Beinthal,  graffschaffl  Baden, 
und  ander  derglichen  enden,  do  sy  und  die  von  Bern  mit  den 
funff  orten  teil  hatten.  Und  wer  da  begert  das  euwangelium, 
dem  halffen  sy  darzü  und  seytten  innen  z&,  sy  duby  zu 
handthaben  und  lib  und  g&t  by  innen  zft  lassen.  25 

Do  trüg  sich  nach  und  nach  z&,  das  die  yon  Zürich  die 
empter^)  vast  dahin  brachten,  das  das  euwangelium  [378]  an  den 
orten  angenommen  ward,  und  die  mesz  und  cerymonien,  wie 
die  von  alter  har  gebrucht  warent,  ward  alles  hin  und  hinw^ 
gethon.  Es  vermeinten  ouch  die  [irorbenampte]  flecken,  syst 
weiten  keinnen  obenrogt  mer  haben  noch  annemmen,  er  were 
dan  irs  glübens.    Daidurch  den  funff  orten  an  ir  gerechtigkeyt 

30.  8:  oncli  di«  flecKen.  31.  8:  er  wenn  dan. 

1)  Vgl  B.  Chron.  a.  a.  O. 

2)  S.  die  WaBBerordnung  vom  4.  April  1531,  im  Erkanntnissb.  IV  87bff. 
Ihre  Einleitung  b.  unten  Beilage  III. 

3)  Nftmlich  1525;  s.  oben  S.  111. 

4)  Diese  LandBchaft  Btand  unter  Oberhoheit  des  AbtB  von  St«  Ghdlen. 

5)  Ueber  die  Landschaft  Gaster,  sammt  dem  St&dtchen  Wesen,  regierten 
gemeinsam  Schwyz  und  Glarus. 

6]  Die  oben  genannten  Landschaften. 


1529.  137 

der  Togtyen  und  r^erungen  ein  grosser  abbruch  geschach. 
Dan  die  underthonnen  gaben  nit  fil  mer  umb  sy,  weder  umb 
yerbott  noch  bott.  Dardurch  zwtischet  den  funff  orten  und 
Zürich  und  Bern  ein  grosser  unwil  enstünd,  und  wurden  vil 

5  grosser  schmachreden  gebraucht,  und  trügent  die  underthonnen 
rä  beiden  Bitten  yeder  sinner  oberkeyt  vil  zft  oren,  wurden 
vil  sprach  und  lieder,  so  nit  zu  friden  diennen.  gemacht. 

Zu  lest  brachent  beyd  teyl  uff  mit  macht  ^),  nämlich  die 
Ton  Zürich  mit  irem  houptpanner,  und  zoch  innen   das  Tur- 

10  gouw  zu,  Tockenburg  und  andere  empter,  darzü  die  von  Bern 
mit  irem  houptpanner,  die  von  Basel  mit  500  mannen^),  ein- 
nem  fenly,  [tpos  Anthoni  Gebelin  /anrieh,]^)  und  Mulhussen, 
Sant  Grallen,  Biel,  yeglichs  mit  einnem  fenly,  und  zügent  uff 
Cappelen  zu  und  schlügen  da  ir  leger.     Es  zügent  euch  die 

15  funff  ort  usz  mit  ir  macht,  und  yeglichs  mit  sinnem  panner, 
darzü  die  Wallisser  mit  800  mannen,  und  schlügen  ir  leger  zu 
Bar,  nit  wit  yon  dem  closter  Cappellen.  Und  lagen  zu  beiden 
Sitten  treffenlich  starck  gegen  einanderen,  und  wartet  man 
alle    stund,   wan   sy  einanderen  angriffen   weiten.     Also  ritt 

vornan  mit  yll  darzwuschet,   die  von  Straszburg,  Glaris,  Schaff- 
huasen,  Appentzell,  Friburg  und  SoUuthum,  und  die  Grauwen 
Puntder^).    Und  ward  die  sach  uff  Johannis  baptiste^]  anno  1&29 
1529  [37S^]  gericht  und  vertragen,  und  wurden  artickel  gesteh,  jui  24 
wie  man  sich  zu  beyden  sitten  hinfuro  halten  solt,  und  ward 

»der  lantz&iden  genempt.  Und  zoch  man  zu  beiden  sitten 
wider  ab*). 

[379]  Damach  kurtz  verrückter  tagen  nach  dissem  lands- 
&iden  hat  sich  zutragen  miszhelung  des  landfridentz  halb, 
vorab  disser  dryen  articklen  halb^):  Das  kein  teil  den  anderen 

»nit  schmutzen  oder  schmechen  solt.    Zum  anderen,  das  die  5 


1.  S:  fenelL  5.  B:  di«  nnthtrlhoimeii.  12.  Dm  EingekL  nur  in  E,  aneh 

dort  in  Klnmmem.  15.  B:  die  ftmfft  ort.  18.  B:  •tnok  gegon  einanderen, 

nnd  Wirt  num.  27.  8:  Darnaeli  knrts  Temeliter  Ugen. 


1)  Der  Auszug  Basels  erfolgte  am  12.  Juni;  s.  B.  Chion.  1 100  ff.  Den 
sehon  am  7.  April  för  diesen  Fall  aufgestellten  Auszugsrodel  s.  im  St  A., 
Bd.  St  91  No.  3. 

2)  S.  Eidg.  Absch.  IV  Ib,  S.  256  ff. 

3)  Genauer  Samstags  nach  Johannis  (26.  Juni);  s.  ebend.  S.  1483. 

4)  Hier  folgt  in  allen  Hss.  ein  Auszug  des  Landfriedens  vom  26.  Juni; 
fl.  Eidg.  Absch.  IV  ib,  S.  1478 ff.,  u.  Tgl.  oben  S.  107. 

5)  Die  gegenseitigen  Klagen,  die  schon  im  Januar  1530  auf  den 
Tagsatiungen  zu  Luzem  und  Baden  erhoben  wurden,  s.  ebend.  S.  494 ff. 
u.  526  ff. 


138  Konrad  Schnitt. 

ort  in  Iren  landen  und  oberkeytten,  so  lang  innen  geliept,  by 
iiem  alten  glüben  blipen,  darvon  nit  getrengt  werden  sotten, 
und  kein  teil  dem  anderen  sin  glüben  nit  [379^]  vechten. 
[Zum  dritten  wolten  die  funff  ort  nit  gestatten,  von  dem 
ewangelio  in  ir  landen  und  gepietten  zu  reden.]  ^]  s 

XJsz  sollichem  entstund  ein  grosse  widerwerdigkeyt,  vorab 
der  Schmutzworten  halb.  Dan  die  von  Zürich  thetten  dar^  das 
die  Züger  und  ander  sy  treffenlich  sohmechten,  das  innen  nit 
zu  liden  were;  wiewol  die  5  ort  etlichs  gestünden,  etlichs  nit. 
Das  sy  gestünden,  strafften  sy  eben  liederlich,  als  were  es  lo 
innen  nit  fast  leid^).  Was  sy  nit  gestünden,  das  beerten  sy 
an  die  von  Zürich,  sy  seitens  innen  anzeigen;  das  wolten  die 
Yon  Zürich  euch  nit  thün.  Zum  anderen  wolten  die  funff  ort 
in  iren  landen  nit  lassen  von  dem  euwangelio  reden,  und  wer 
sich  des  euwangeliums  in  iren  landen  underzoch,  ward  von » 
husz  und  hoff  gestossen  und  vertriben.  Dan  die  5  ort  wolten 
die  kilchenbruch,  wie  von  alter  har  ire  vorderen  gebrueht 
hetten,  nach  insatzung  der  bepsten  und  consilien.  Dargegen 
aber  die  von  Zürich  und  Bern  vermeinten:  diewil  man  den 
glüben  nit  vechten^  sonder  yederman  des  glübens  (nach  lut» 
des  artickels)  firy  sin  solt,  so  selten  die  5  ort  darvon  frey 
lassen  reden  und  lessen^).  Das  wolten  die  5  ort  nit  thün. 
Da  kam  die  sach  vur  gemein  Eydgnossen,  und  wurden  vil  tag 
darumb  gehalteu,  und  wurden  alweg  nit  eins. 

Damach  nammen  sich  etliche  ort  der  Sachen  als  under-^ 
dedinger  an,  als  nämlich  Glaris,  Friburg  und  SoUuturn  und 
AppentzeHj.  Nachmals  kamen  die  von  Straszburg  euch  darzü 
und  liessen  sich  euch  mit  innen  in,  zu  handien,  und  ward 
abermals  etwan  mengen  tag  darin  gehalten,  und  mochten  nit 
vertragen  noch  vereinbart  werden.  Dadurch  Zürich  und  Bern  m 
sich   vereinbart,    und   schlügent   den   funff  orten    den   veilen 

2.  S:  nit  gatreng  werden.  11.  Statt  »wm  ey  nit  gestanden«  h»t  B:  Dm  nadfir, 

dei  ey  nit  wiieen  hetten.  iZ  8:  dne  wolt  die  Ton  Zarich;  B:  wolt  Znrich. 

20.  B  o.  £:  nit  wideirechten.  Du  EingeU.  nnx  in  8,  nnd  swar  in  EUunmem. 

31.  S:  den  Tielen  konilt  nnd  proflaut. 

1)  Diese  dritte  Klage  ist  erg&nit  aus  einer  theilweisen  Wiederholung 
des  Torliegenden  Textes,  welche  in  der  Hs.  S.  auf  Bl.  416b  als  Zusats 
hinter  einer  von  Schnitt  später  gefertigten  und  Tollst&ndigen  Abschrift  des 
LandMedensTertrages  sich  findet;  Tgl.  oben  S.  107. 

2)  S.  Eidg.  Absch.  IV  Ib,  S.  923ff.  u.  956 ff.,  lum  27.  Mirz  u. 
24.  Aprü  1531. 

3)  Der  erste  Artikel  des  Landfriedens  Tom  26.  Juni  1529  forderte 
allerdings  Freiheit  des  Glaubens,  jedoch  nur  für  jeden  Ort,  nicht  aber  fuir 
die  Individuen;  s.  ebend.  S.  1479. 

4)  Diese  4  Orte  waren  neutral  geblieben. 


1531.  139 

kooff  nnd  profiant  ab  ^).  Dan  in  ir  [380]  landsohaflEt  nut 
kommen  mocht,  es  mÜ8t  alles  durch  deien  von  Zürich  und 
Bern  landschafft  gan,  ouch  durch  die  empter,  so  die  von  Zürich 
an  sich   sogen  hatten  von   des  gotsworts  wegen,   wie  hievor 

5  stat  ^). 

Disz  geschah   am   pfinstabent  anno   1531  jar,   do  innen  i »3 1 
die  profiant  abgeschlagen  ward^).     Den  es  was  ein  artickel  im 
lantsfriden  also  lütten:  wo  einner  oder  mer  artickel  im  lands- 
friden  von  den  funff  orten  nit  gehalten  wurde,  das  dan  die 

IC  von  Zürich  und  Bern  den  5  orten  die  profiant  abschlachen 
möchten  ^). 

Nach  sollicher  handlung  leitten  sich  die  scheidlut^)  treffen- 
lieh wider  in  die  sach,  und  ward  aber  mengen  tag  gehalten. 
Zu  lest  ward  von  den  schidlutten  etlich  artickel  [gesteh],  so 

IS  sy  vermeinten,  es  were  beyden  partyen  wol  anz&nemmen.  Und 
in  sonders  so  hetten  die  schidlutt  gern  gesechen,  das  die 
profiant  u%ehept  worden  were^);  wellichs  die  von  Bern  und 
Basel  und  ander  stett  wol  hetten  m<^en  liden  und  schon 
darin  verwilget^).    Aber  die  von  Zürich  wottent  es  nit  thftn^. 

%  Zu  dem  weiten  sy  ouch ,  das  die  schmecher  und  sehender 
gestrafft    solten    werden;    darzü    selten    ouch   die    5  ort   das 

15.  8:  Tenueinten,  m  weren  b«yd6ai  paztyen. 

1)  Diese  Massregel  wurde  am  16.  Mai  1531  beschlossen  und  am  27. 
ausgefOhrt;  s.  Eidg.  Absch.  IV  Ib,  S.  986ff.  u.  1001  ff. 

2)  Nämlich  durch  die  Grafschaft  Baden,  zwischen  den  Gebieten  von 
Zürich  und  Bern,  und  durch  die  Landschaft  Gaster,  östlich  vom  Zürcher 
Gebiet;  s.  oben  S.  136. 

3)  D.  h.  auf  diesen  Tag  begann  die  Komsperre;  s.  oben  Anm.  1. 

4)  Im  Landfrieden  vom  26.  Juni  1529  war  die  Komsperre  einzig  im 
Artikel  XIIL  für  die  Nichtbezahlung  der  ELriegskosten  angedroht.  In  den 
nachträglichen  Verhandlimgen  aber,  aus  welchen  der  Beibrief  vom  24.  Sept. 
hervorging,  hatten  Zürich  und  Bern  sich  das  Becht  zu  dieser  Massregel 
Torbehalten  auch  für  den  Fall,  dass  irgend  ein  andrer  Artikel  des  Land- 
friedens nicht  völlig  gehalten  würde.  Von  diesem  Beibriefe  behaupteten 
jedoch  nachher  die  5  Orte,  dass  er  ohne  ihr  Wissen  sei  besiegelt  worden; 
TgL  Eidg.  Absch.  S.  370,  1165,  1481  u.  1485. 

5)  Nämlich  die  4  neutralen  Orte,  welche  schon  bisher  als  Vermittler 
aufgetreten  waren;  s.  oben  S.  138,  A.  4. 

6)  Sie  stellten  diese  Forderung  schon  auf  dem  ersten  Tage  zu  Brem- 
garten,  am  12.  Juni,  und  noch  am  29.  Sept,  als  sie  auf  dem  Tage  zu  Aarau 
einen  Waffenstillstand  vorschlugen,  wiederholten  sie  dieselbe;  s.  Eidg.  Absch. 
S.  1036  ff.  u.  1177  ff. 

7]  Während  Basel  schon  am  18.  Aug.  zum  Nachgeben  gerathen  hatte, 
erklärte  Bern  erst  am  6.  Oct.  sich  hiezu  bereit;   s.  ebend.  S.  1115  u.  1185. 
8)  S.  ebend.  S.  1185.' 


140  Konrad  Schnitt 

euwangelium  by  innen  lassen  lessen  und  daiYon  reden,   und 
das  niemant  yerbietten  ^). 

Daruff  gaben   die   funff  ort   den   sohidlutten    disse    ant- 
wurt^):  Mochten  die  schidlutt  befinden,  das  die  profiant  und 
Teilen  kouff  mooht  uffgehept  werden,  und  man  sj  by  irem  s 
alten  glüben,  ouch  by  den  pundten  [wolt]  bliben  lossen,  so 
weiten  sy  by  dennen  von  Zürich  und  Bern  z&  tagen  dtien 
und   gern   helffen   ratten  und  handien,    in  hoffiiung    das  es 
unsser  aller  nuts  und  eer  sy^).     Sy  wellen  und  bitten  [380^] 
ouch  unsser  eydtgnossen  von  Zürich  und  Bern   und  andere,  lo 
das  8y  sy  wellen  lossen  by  irem  crerbtden  glühen  blipen ;  Abb 
wellen  sy  gegen  innen  ouch  thftn.     Und  ob  yeman  vermeinte, 
das  sy  die  pundt  oder  landsfriden  nit  gehalten  betten,  darumb 
erbietten  sy  sich  eins  rechtens,  und  so  sy  gefeit  betten,  das 
man  sy  dan  darumb  straffe;  sy  hofften  aber  in  Unschuld  lüis 
erfunden  werden^). 

Dawider  aber  Zürich  und  Bern  inf&rten:  Diewil  die  5  ort 
umb  recht  anrüfften  und  begerten,  so  were  menglichem  wol 
zft  wissen,  das  umb  die  Sachen,  darumb  gegen wirdiger  span 
were,  das  recht  schon  ergangen,  und  der  landsfrid  darumb  ein » 
luttern  entscheid  gebe;  deshalb  kein  recht  witter  mer  bedorffte. 
Es  wolten  ouch  die  Yon  Zürich  und  Bern  den  Teilen  kouff 
noch  profiant  nit  uffheben,  sonder  gestracks  darby  blyben^). 
Deszhalb  die  von  den  5  orten  sich  hoch  beclagten,  das  sy 
weder  by  pundten,  noch  bim  landsfriden,  noch  bim  rechtens 
blipen  mochten,  welliches  sy  ein  sntt  lang  dulden  und  die 
sach  gott  dem  heren,  siner  [werden]  mütter  und  allem  himel- 
schen  her  und  allen    frommen  cristenlichen   hertsen   müssen 


6.  8:  blieban  lossen.  11.  8:  lotMn  by  irem  ererbtden  fl&ben  1om«i  blipen. 

22.  8:  den  Tielen  konflt  noeb  proflnnt. 


1)  Diese  Forderungen  hatte  Zürich  schon  am  12.  Juni  gestellt  und 
seitdem  inmier  wiederholt;  s.  Eidg.  Abseh.  S.  1036 ff. 

2)  Der  letste  Tag,  auf  welchem  noch  eine  Gesandtschaft  der  5  Orte 
erschien,  war  derjenige  lu  Bremgarten  vom  10.  bis  14.  August,  und  alle 
weitem  Verhandlungen  geschahen  theils  brieflich,  theils  durch  Gesandt- 
schaften der  4  neutralen  Orte,  die  nach  Luxem  kamen;  s.  ebend.  S.  1105 
u.  1113ff. 

3)  Dieses  bedingte  Anerbieten,  wieder  gemeinsam  su  tagen,  machte 
Luxem  am  31.  August;  s.  ebend.  S.  1135. 

4)  Diese  Antwort  hatten  die  5  Orte  schon  am  12.  Juni  zu  Bremgarten 
gegeben  und  seither  immer  wiederholt;  s.  ebend.  S.  1036 ff. 

5)  Wie  Zürich,  so  weigerte  auch  Bern  sich  noch  am  26.  August,  die 
Komsperre  aufzuheben;  s.  ebend.  S.  118  und  ygL  oben  6.  139,  A.  7. 


1531.  141 

elagen.  Also  zerschlug  disser  gehaltner  tag^),  und  rytt  yeder- 
man  hinweg,  und  Tersaeh  man  sich  nutät  anders  dan  ein  uff- 
bruch  gegen  einanderen,  als  euch  beschach. 

Uff  mentag   vor   sant  Gallen  tag   anno   1531  s&gent  die  i53i 

5  fonff*  ort  usz  mit  macht,  den  nechsten  uff  Cappelen  dem  closter 
xüj  uff  das  Albis^).  Glich  kam  das  geschrey,  wie  die  5  ort 
uff  weren  und  sügent  über  den  Alpis.  Und  [381]  von  stund 
an  brachen  die  von  Zürich  uff  mit  irem  houptpanner  ^),  und 
▼Amanten  alle,  die  in  dem  Cristenlichen  burgrechten  woren^) 

le  und  sunst  iimen  yerwant  warent,   ilents  ilents  ssüzüziechen  ^]. 
Und  zugent  die  von  Zürich  uff  mitwüchen  vor  sant  Gallen  tag,  oct  ii 
was   der  11.  tag  octobris,  mit  irem  houptpaner^),  und  sügent 
den   nechsten  gen  Cappelen  und  dem  Alpis  zu.     Und  als  die 
von  Zürich  hinusz  ruckten    mit  irem  panner   und    16  stuck 

15  buchssen  uff  rederen  ^j,  und  profiand  und  was  z&m  zug  gehört, 
und  als  sy  uff  den  mittag  zu  dem  Alpis  komen^),  do  lagen  die 
5  oit  in  der  selbigen  gegny,  am  Steinhoff  und  JSüchweldly  ^), 

14.  S:  Ton  Zviich  lünnsz  ruehttn. 

1)  Ueber  den  letsten  Tag,  welchen  beide  Parteien  besuchten,  s.  oben 
S.  140,  A  2.  Doch  setsten  die  4  neutralen  Orte  ihre  VennittlungSTerBuche 
noch  fort  bis  zum  Ausbruch  der  Feindseligkeiten;  s.  Eid.  Absch.  IV  Ib, 
S.  1113  ff.  und  vgl  B.  Chron.  1 130. 

2)  Am  9.  u.  10.  Oct.  sammelte  sich  die  Streitmacht  der  5  Orte  bei 
Zug  und  Baar,  also  allerdings  in  der  Richtung  gegen  Kappel  und  den 
Albis;  8.  Bullingers  Beformationsgeschichte,  Ausg.  von  Hottinger  u.  Vögeli, 
m  103  S^  auch  Werner  Steiners  Chronik,  Ausg.  yon  Th.  von  Liebenau  im 
Anzeiger  f.  Schweizergesch.  1884,  S.  335  ff.,  und  TgL  £.  Egli,  Die  Schlacht 
bei  Kappel  S.  24  E 

3)  Sollte  heissen:  das  f&nlin.  Denn  hier  ist  noch  nicht  die  Haupt- 
macht gemeint,  sondern  der  erste  Aussug,  >da8  Fähnlein  €  genannt,  welcher 
am  10.  Oct  nach  Kappel  zog;  s.  BuUinger  III  104,  und  vgL  unten  die 
nochmalige  Erwähnung  des  Hauptpanners  am  richtigen  Orte. 

4)  Das  1528  geschlossene  Bündniss  der  reformirten  Städte,  welchem 
1529  auch  Basel  beigetreten  war;  s.  Eidg.  Absch.  IV  la,  S.  1510 ff  u.  1522  ff. 

5)  Zürichs  Malmbrief  an  seine  Verbündeten,  Tom  11.  Oct  früh  Morgens, 
s.  bei  BuUinger  XU  110. 

6)  Ueber  die  geringe  Stärke  dieses  Auszugs  s.  unten  S.  142. 

'  7]  BuUinger  III  158  zählt  18  Geschütze  auf,  die  in  der  Schlacht  yer- 
loren  wurden.  Ein  Theil  derselben  war  schon  mit  dem  Fähnlein  nach 
SAppel  gekommen;  s.  ebend.  S.  105  u.  113. 

8)  Die  Hauptmacht,  welche  um  1 1  Uhr  von  Zürich  aufgebrochen  war, 
erschien  bei  Kappel  erst  Nachmittags  3  Uhr;  s.  ebend.  S.  119  u.  123 ff. 

9}  >Am  Steinhoff  und  Büchweldlyc  fehlt  in  B  u.  E,  und  findet  sich, 
ausser  in  S,  nur  noch  in  der  gedr.  Augsburger  Weltchronik.  Buchwäldchen 
heisst  das  Gehölz  östl.  yon  Kappel,  yon  welchem  aus  der  entscheidende 
Angriff  der  5  Orte  erfolgte;   s.  BuUinger  III  120  und  ygl.  EgH  S.  27  ff. 


142  Konrad  Sohnitt. 

in  zweyen  huffen  yerborg^n  ^).  Und  alsbald  der  vonüg 
deren  von  Zürich  in  die  gegny  der  5  orten  kamen  2), 
gryffen  die  5  ort  sy  von  stunden  an  an').  Do  kam  das  ge- 
sohrey  zft  dem  panner  von  Zürich.  Do  soch  das  Ziricher 
panner  in  grosser  yl  dem  vorhuffen  zu,  wiewol  by  dissem  an-  s 
griff  by  dennen  yon  Zürich  nieman  dan  sy  allein  warent  [imd 
die  nechsten  am  See]  ^).  Kamen  dermassen  an  einanderen  mit 
schlachen;  das  triben  sy  von  mittag  bisz  uff  den  abent^).  Zu 
lest  müsten  die  yon  Zürich  weichen,  und  müsten  das  geschuU 
und  alle  profiant  dahinden  lassen,  darzü  zwey  fenly^)  [undvili« 
erlicher  burger  usz  beiden  gros  und  dein  räthen,  ob  .  .  .,  danu 
ob  300  von  statt  und  land^),  dazu  iren  obersten  predicanten, 
meister  Ulrich  Zwingly,  und  mit  im  vil  der  anderen  predi- 
canten] % 

[383]  Nach   somlicher  Schlacht  samleten  die  von  Zürich  u 
sich  wider  herussen  vor  ir  stat  *),  und  manten  abermals  ylentz 


1.  B:  und  so  bald  die  TorlSiiFer  deren  von  Zvick.  8.  B:  ron  mittsg  bis  is 

dnacht  11.  In  B  hinter  ob  eine  Likoke  gelnsen  Ar  die  ZeliL  16.  B:  widtr 

hemssen;  B:  wider  bneeen. 


»Steinhoff«  hingegen  scheint  entstellt  aus:  Sennhof;  denn  laut  Steiner 
stund  die  Vorhut  der  Zürcher:  ob  dem  Sennhof,  da  die  schlacht  geschähen 
ist  Kb  liegt  daher  die  Vermuthung  nahe,  dass  >am  Steinhoff  und  B&ck- 
weldly«  dem  Urtexte  von  Schnitts  Chronick  nicht  angehört  habe,  sondern 
von  ihm  erst  in  der  Ha.  S  aus  der  Augsburger  Weltchronik  sei  erganst 
worden,  welche  er  in  seiner  Compilation  auch  sonst  viel&ch  ausschrieb. 

1)  D.  h.  ihre  Vorhut  brach  in  2  Haufen  getheilt  neben  dem  Walde 
hervor;  s.  BuUinger  HE  123  ff. 

2)  Die  zürcherische  Vorhut  stand  bei  Kappel  schon  Tags  zuvor;  & 
oben  S.  141,  A.  3. 

3)  Das  Gefecht  begann  mit  gegenseitiger  Besohiessung  zwar  schon  um 
1  Uhr.  Jedoch  der  eigentliche  Angriff  geschah  erst  gegen  4  Uhr,  als  das 
Hauptpanner  von  Zürich  bereits  zur  Stelle  war;  s.  BuUinger  in  119  u. 
124,  auch  Steiner  S.  336. 

4)  D.  h.  aus  der  Stadt  Zürich  und  aus  den  Dörfern  am  See;  vgl 
Bullinger  HI  113,  123  u.  142  ff. 

5)  D.  h.  um  1  Uhr  Mittags  begann  das  Schiessen,  um  4  Uhr  der  ent- 
scheidende Angriff,  und  bis  Abends  wShrte  die  Verfolgung;  s.  oben  Anm.  3, 
und  Bullinger  in  134. 

6)  Genauer  3;  s.  ebend.  S.  156. 

7)  Auf  der  Walstatt  wurden  383  Leichen  gez&hlt.  Mit  Einsehluss 
der  nachträglich  an  Wunden  Verstorbenen  betrug  jedoch  der  Gesammt- 
verlust  512  Mann;  s.  ebend.  S.  142  u.  156. 

8)  Statt  des  Eingekl.  aus  B  folgt  in  S  ein  Veneichniss  der  gefallenen 
Zürcher.    Ueber  dieses  s.  oben  S.  100. 

9)  Ueber  diese  Sammlung  auf  dem  Albis,  in  der  Nacht  nach  der 
Niederlage,  s.  Bullinger  III  162  ff.  und  Steiner  S.  337. 


1531.  143 

wie  foi^).  Also  kamen  züsamen  uff  20  000  und  mer>).  Den 
Zürich  und  Bern  kamen  mit  iren  panneien,  Basel  mit  500  maui 
einem  fenly^)  [under  toelchen  totu  Rudolff  Fryg  houptman,  und 
Claus  Zäsziy  der  metzger  fännrich]^)^  Schaffhussen,  die  Tui- 

sgouwer,  Mulhusser,  Sant  Gallen,  Tockenbuiger  und  ander 
mer  [alle  mit  fänlinen].  Alss  ej  nu  züsamen  kamen,  sügen 
sy  uff  Capelen  zft^);  da  wichen  die  5  ort  stettigs  hindersich^), 
die  anderen  ruckten  innen  stetigs  nach.  Also  leitten  sich  die 
5  ort  an  den  Zfigerberg  und  schantzten  sieh  da  in');  hatten 

10  zu  einner  sitten  den  see,  zu  der  anderen  sitten  den  berg,  und 
▼or  innen  har  ein  grosz  mosz.  Und  grüben  sich  dermassen 
in,  so  staick,  das  sy  on  grossen  nachteil  und  schaden  darusz 
nit  zu  bringen  noch  zu  ergriffen  warent  Also  ruckten  sy 
innen  nach  mit  zweyen  starcken  huffen,  und  leitten  sich  by 

15  Bar  im  Boden  gegen  ixmen  z&  firyem  feld  ®). 

TJnd  als  sy  nun  etliche  tag  do  lagen'],  und  sich  die  5  ort 

3.  Du  Eingekl.  taa  in  B. 

1)  VgL  oben  S.  141.  Den  neuen  Mahnbrief  an  alle  Verbündeten,  vom 
Abend  des  11.  October,  b.  bei  BuUinger  III  164. 

2)  Auf  dem  Albis  waren  Freitags  den  13.  Oet  12000  Mann  Tersammelt, 
und  diese  sogen  yon  hier  aus  über  Zürich  nach  Bremgarten,  wo  sie  sich 
am  15.  Oct  mit  7000  Bemem  sanmit  andern  Zuzügen  vereinigten;  s.  ebend. 
S.  182  ff. 

3)  Dieser  Zuzug  hatte  Basel  am  13.  Oct.  verlassen,  noeh  bevor  die 
Xaehricht  von  der  Niederlage  bei  Kappel  hier  eingetroffen  war;  s.  B.  Chron. 
I  131,  femer  die  Tagebücher  Gasts  u.  B.  Amerbachs,  letzteres  bei  Th. 
Burckhardt,  Bonifacius  Amerbaoh  und  die  Reformation^  S.  351. 

4)  Dieser  wurde  1537  Zunftmeister. 

5)  Von  Bremgarten  rückten  sie  am  16.  Oct  südw&rts,  bis  sie  nach 
mehrfachem  Aufenthalt  am  20.  in  die  Gegend  von  Kappel  gelangten  und 
am  21.  die  Höhe  nördlich  von  Baar  besetzten;  s.  Bullinger  UI  185 ff. 

6)  Die  5  Orte,  die  am  13.  Oct.  von  Kappel  nach  Ottenbach  vorgerückt 
und  mithin  nar  2  Stunden  von  Bremgarten  entfernt  waren,  zogen  sich  am 
16.  von  dort  wieder  nach  Baar  zurück,  wo  sie  bis  zum  21.  blieben;  s.  ebend. 
S.  180  u.  185ff. 

7)  Als  am  21.  Oct.  die  Reformierten  die  Höhe  nördlich  von  Baar  be- 
setzten, sogen  sich  die  5  Orte  zurück  in  eine  verschanzte  Stellung  am  Fuss 
des  Zugerberges,  zwischen  Zug  und  Inwyl;  s.  ebend.  S.  189  ff. 

8)  Am  21.  Oct  war  das  Heer  der  Reformierten  nicht  in  2  Haufen 
getheilt,  sondern  in  3.  Hingegen  zogen  sie  vorher  von  Bremgarten  bis 
gegen  Kappel  in  2  Haufen,  nämlich  unter  den  Fannem  von  Zürich  und 
von  Bern,  und  wieder  in  dieser  Ordnimg  erschienen  sie  am  23.  Oct  in  der 
Ebene  von  Baar,  im  sog.  Baarerboden,  vor  der  verschanzten  Stellung  der 
5  Orte;  s.  ebend.  S.  185,  189  u.  196. 

9)  In  Folge  einer  falschen  Nachricht  von  den  Absichten  des  Feindes 
verschoben  sie  den  geplanten  Angriff  um  einen  Tag;  s.  ebend.  S.  192 ff. 


144  Konrad  Schnitt. 

dermaseen  ingeschantzt  hatten,  das  sy  nitt  anzftgriffen  waren, 
wurden  die  houptleut  mit  einanderen  rethig,   wie  im  eü  thün 
were,  damit  und  die  Yon  den  5  orten  getrent  mochten  werden. 
Also  wurden  sy  rethig  und  namen  9  fenly^],  nämlich  Zürich, 
Basel,  Schaffhussen   und  Sant  Gallen,  [Turgouw]  Mulhussen  s 
und  Dockenburg   [und  andere,]   uff   3000  starck'),    mit  [vier 
stuck]   buchssen  und  [ein]  halbschlenglin  3).     Und  was  ir  an- 
schlag  uff  den  Zügerberg  z&  siechen^),  damit  sy  der   5  orten 
leger  ubeihochen  möchten,  imd  sy  mit  dem  gesohutz  daruss 
zu  triben.     Und  wiewol  [383^]  deren  von  Basel  und  Schaff- lo 
hussen  knecht  ^)  nit  fast  wol  z&friden,  das   man  sy  uff  den 
berg  zd  ziechen   gemeret  hatt®),    sonder   vermeinten    by  den 
panneren  zu  blipen'),  so  müsten  sy  doch,  wie  gemeret  was, 
gehorsam  sein. 
oct23         Und  am  mentag  vor  Symonis  und  Jude,  was  der  21.  tag» 
octobris  anno  1531  jars,   vor  mittag^)  z&gent  sy  an  den  berg, 
und  zügent  den  gantzen  tag  [bisz]  an  die  nacht  und  kamen 
noch   nit  dahin,    da  ir  anschlag   was   zu  ziechen.     Dan  die 
nacht  viel  in^),  und  blyben  do  und  assen  zu  nacht,  und  ver- 
meinten nit,  das  sy  selten  überfallen  werden  i®).  ^^ 

Also,  do  es  ward  nach  mitternachts^),  brachen  die  funff  ort 
uff,  [die  daxm  darzu  verordnet  wären,]  ^^)  vast    wol  angeleyt, 

1.  8:  ingetdiuiti  h»tteii.  8.  8:  mit  etliclMii  bacbwin  vad  luillMehl«igIi&. 

1)  Genauer:  11  Fähnlein;  b.  BuUingerlll  194 ff. 

2)  Vgl.  ebend.  S.  195:  3700  ungefar,  oder  uff  das  höchst  4000. 

3)  Im  Gänsen  waren  es  11  Geschütse,  worunter  4  von  Basel;  s.  ebend. 
S.  194  u.  195. 

4)  Während  die  Hauptmacht  am  23.  Oct.  in  2  Haufen  auf  dem  Baarer- 
boden  vor  der  verschanzten  Stellung  des  Feindes  lum  Scheinangriff  erschien, 
sollten  die  11  Fähnlein  auf  weitem  Umwege  von  der  Siblbrücke  aus  auf 
den  Zugerberg  gelangen,  um  von  dort  aus  am  24.  bei  Tagesanbruch  dem 
Feind  in  den  Bücken  su  fallen;  s.  ebend.  S.  192  u.  195 ff. 

5)  D.  h.  sowohl  die  Hauptleute  als  die  Mannschaft  dieser  Orte.  Die- 
selbe Meinung  theilte  in  Basel  auoh  der  Rath;  s.  dessen  Schreiben  vom 
24.  Oct,  bei  Bullinger  III  208. 

6)  D.  h.  dass  der  Mehrheitsbeschluss  des  Kriegsrathes  sie  daiu 
nöthigte. 

7)  Bei  der  Hauptmacht,  welche  bei  Baar  in  der  Ebene  blieb. 

8)  Vgl.  Bullinger  m  194:  um  den  mittentag;  Steiner  S.  338:  fiirend 
erst  nach  mittentag. 

9)  Statt  auf  den  Zugerberg  su  gelangen,  erreichten  sie  nur  den  östlich 
von  diesem  gelegenen  Gubel;  s.  Bullinger  III  195  ff. 

10)  Ueber  die  Unordnung  im  Wachdienst  s.  ebend.  S.  199  ff. 

11)  Ueber  diese  Zeitangabe  vgl  ebend.  S.  202,  auch  B.  Chron.  1 134. 

12)  Der  Hauptongriff  geschah  durch  600  Freiwillige;  s.  Steiner  S.  338 
und  Bullinger  lU  197  ff. 


1531.  145 

und  hatten  all  weisse  hemly  über  den  hainesch  angeleyt, 
damit  sy  einanderen  kennen  möchten,  und  uberfiellen  sy  da 
mit  einnem  f^rüsamen  geschrey  iind  angrifft);  den  sy  ge&sset 
▼aren  mit  dem  angriff,  mit  mordaxen,  schlachtschwerter  imd 
buchflsen,  und  ein  grosse  sum  kyszlingsteinnen,  die  sy  im  angriff 
wurffen.  Also  kam  Zürich  und  Basel  [Schäffhusen  und  ander] 
in  yll  zusammen,  und  schlügen  mit  einanderen.  Z&  lest  müst 
Zürich  und  Basel,  Schaffhaussen  und  andere  weichen  und  wurden 
zerstrouwt,  das  einner  hie  ussen,  der  ander  dert  ussen  luffen. 

16  Also  wurden  iren  wol  ob  300  gefEUigen^)  und  gon  Lutsern,  Zug 
und  gon  Schwitz  gef&rt.  [Und  gieng  jämerlichen  zu,  das  wol  zu 
gedencken  ist,  wo  ein  angriff  beschicht  zu  mitternacht]  Und 
das  geschutz,  so  uff  den  berg  gef(irt  ward,  sampt  anderer  mü- 
nytion,   ward   alles  verloren  ^j.     [Die  van  Btuel  verluren  auch 

15  under  andern  iren  feltpredicanten  Hieronimum  Bothanum,]  ^).  Und 
kament  die  knecht  momist  am  zinstag  ellendlich  wider  in  beide  Oet  24 
leger').    Deszglichen  leitten  sich  die  5  ort  wider  in  ir  leger. 

[Darnach  uff  friiag  vor  Simonis  undJude^  toas  der  27,  tag]  •).  Oct  27 


»         Uff  samstag  nach  [384]  aller  heiligen  tag')  da  brachen  die  Nor.  4 
von  Bern  mit  sampt  Zürich,  Basel,  Schaffhussen,  SoUenthurn 
und  andere  usz  irem  leger,  und  zflgent  den  nechsten  uffMel- 
lingen  und  Bremgarten,   und  blipen  da  ligen.     Dan  sy  [fiir- 
gaben]  des  eilenden  regenwetters  und  der  grousamlichen  wind 

2s  halben  im  veld  nit  blipen  möchten®).    Darzu  wer  der  gemein 


4.  8:  mit  don  angrifft  14.  Dm  EUgeU.  ftber  Bothuuu  nv  in  E,  BL  123  b. 

18.  Dm  EingtkL  tau  in  E,  wo  der  Text  liier  abbrielit,  weil  dM  folgende  Bl.  124  fehlt. 


1)  Der  Aagiiff  erfolgte  Nachts  2  Uhr:  s.  Steiner  a.  a.  O. 

2)  Ueber  gefangene  Baaler,  welche  bald  entlassen  wurden,  s.  B.  Amer- 
baeh,  bei  TL  Burckhardt  S.  361.  —  Ueber  die  Verluste  an  Todten,  ins- 
besondere der  Basler,  s.  ebend.  8.  357  und  femer  Bullinger  m  204,  auch 
Gast  z.  26.  Oct  1531,  und  Wurstisen  S.  604.  —  Ueber  einzelne  Verwundete 
8.  Wochenausgabenb.  XV  330  ff. 

3)  Namentlich  alles  Oesehflta;  s.  Bullinger  III  203  u.  B.  Chron.  1 134. 

4)  Ueber  ihn  s.  Gast  zum  11.,  20.  u.  26.  Oct.  1531. 

5)  Ueber  diese  2  Lager  s.  oben  S.  143,  A.  8. 

6)  In  £,  wo  der  Text  hier  abbricht,  weil  BL  124  fehlt,  folgte  Termuth- 
lieh  die  Nachricht  von  dem  weitem  Zuzüge  von  500  Mann,  der  am  27.  Oct. 
aus  Basel  zog;  s.  B.  Chron.  I  135  u.  Amerbaeh  a.  a.  O.,  S.  358. 

7)  Dieser  Aufbruch  erfolgte  schon  am  3.  Nov.,  doch  erst  am  4.  er- 
reichten sie  Bremgarten;  s.  Bullinger  III  225 ff.  u.  Steiner  S.  339. 

8)  Ueber  diesen  Wind,  der  in  der  Nacht  des  2.  Nov.  begann,  vgl. 
Amerbaeh  S.  357,  auch  Bullinger  m  190  und  Steiner  a.  a.  O. 

BMlar  Chroniken.    TL  10 


146  Konrad  Schnitt. 

man  unwillig  Yon  Zarich  und  Bem.]^)  Also  brachen  die 
5  oit  uff  [mit  einem  zfig,]  und  s&gen  den  nechsten  uff  Hoigen 
zu,  am  Zurichsee  gelegen,  und  plundeietten  das  dorff  ^).  Dess 
ersohracken  die  von  Zürich  in  der  statt  übel  und  venneinten, 
die  Ton  den  5  oiten  weien  mit  gantzer  macht  uff  und  weiten  & 
uff  Zürich  der  stat  bü  ziechen.  Dadurch  die  von  Zürich  ylenti 
iren  houptlutten  imd  kriegrolck  zd  Bremgarten  schriben,  mit 
dem  panner  ylentz  der  stat  Zürich  züzAziechen  und  die  anderen 
Eydtgnossen  ouch  ylentz  zu  manen,  innen  nachzüadechen  3). 
Also  zagen  sy  hinweg  und  yermeinten,  die  anderen  Eydtrii 
gnossen  zugen  innen  glich  nach  ^).  Und  sych  aber  die  sadi 
in  ein  yerlengrung  schickt^);  und  ob  deren  von  Zürich  pannei 
wider  gon  Zürich  kam^),  hatten  die  von  Zürich  usz  der  statt 
ein  £riden  mit  den  5  orten  im  firyen  feld  gemacht  und  ange- 
nomen ''),  is 

In  dissen  dingen  leitt  sich  [daryn]  des  hertzogen  bot- 
schafft von  Meyland,  und  des  hertzog  von  Saffoy  bottschafit, 
des  marggraff  Ernsten  von  Bottelen  bottschafft,  die  von  Glaiis 
und  Appentzel,  Fryburg^)  und  SoUuthurn '),  und  machten  &n 
friden  zu  allen  teillen  ^®).  Und  wurden  die  ort  der  Eydgnossen,  % 
Zürich,  Bern,  Basel,  Schaff hussen,  Sant  Gallen,  Mulhussen 
und  ander   gerantzeanet,    und  müst  yedes  in  sonders  [384^] 

11.  8:  und  ay  aber  die  aach  in  ein  Terlengmng  eicbt  16.  S:  der  kertzofCB 

boteoliafft. 

1)  Sowohl  hierüber  als  über  die  vorausgegangenen  Unterhandlungen 
8.  Bullinger  HI  217  ff. 

2)  Am  7.  Nov.;  8.  ebend.  S.  234,  auch  Steiner  a.  a.  O. 

3)  Diesen  Brief,  vom  7.  Nov.,  s.  ebend.  S.  235. 

4)  D.  h.  das  Zürcher  Fanner  brach  noch  denselben  Abend  auf  nach 
Zürich;  aber  die  Bemer  antworteten  ausweichend  und  blieben  in  Brem- 
garten; 8.  ebend.  S.  236. 

5)  D.  h.  eine  Gesandtschaft  von  Zürich ,  die  noch  in  der  Nacht  vom 
7/8.  Nov.  KU  den  Bemem  nach  Bremgarten  ritt,  hatte  keinen  Erfolg; 
s.  ebend. 

6)  Ihre  Hauptmacht  kam  von  Bremgarten  her  allerdings  naeh  Zürich^ 
zog  aber  schon  am  9.  Nov.  wieder  ins  Feld,  dem  See  entlang  naeh  Horgen, 
imd  blieb  dort  bis  sum  Friedensschluss;  s.  ebend.  S.  239  ff. 

7]  Diesen  Vertrag  zwischen  Zürich  und  den  5  Orten,  der  am  16.  Not. 
geschlossen  wurde,  s.  ebend.  S.  247  ff.,  u.  vgl.  B.  Chron.  I  138,  A.  3.  Seine 
endgiltige  Ausfertigung  vom  20.  Nov.  s.  Eidg.  Absch.  IV  Ib,  S.  1567  ff. 

8)  Die  hier  genannten  Gesandtschaften  suchten  schon  seit  Ende  October 
den  Frieden  zu  vermitteln;  s.  Bullinger  HI  21 7  ff. 

9)  Solothum,  welches  damals  noch  theilweise  der  Reformation  anhieng. 
gehörte  nicht  zu  den  Friedensvermittlem;  s.  ebend.  S.  276. 

10)  D.  h.  am  24.  Nov.  sohloss  auch  Bern  mit  den  6  Orten  Frieden;  s. 
Eidg.  Absch.  IV  Ib,  S.  1571  ff. 


J530.  147 

dennen  von  den  5  orten  ein  gross  gelt  an  Iren  kriegscosten 
geben  i).  Darzü  m&sten  sy  die  pundtbriefF  über  das  Cristenlich 
burgrecht,  so  sy  ^es  gl^bens  haJben  zusammen,  euch  mit  dem 
landgraffen  von  Hessen  und  der  statt  Straszburg  gemacht 
&  hatten^),  in  angesicht  der  5  orten  abthfui,  die  zerstechen  und 
die  dgel  abhouwen.  Doch  so  hatt  der  landgraff  yon  Hessen 
und  die  statt  Straszburg  ire  brieff  behalten  und  sich  nutzit 


[Nach   disem  bericht  ward  ein  tag  zu  Oberen  Baden  ge- 
10 halten^),  und  sassen   gemein  Eidgenossen   die  dryzechen  ort 
wider  zusamen  wie  vor,  schalteten  und  walteten  wie  Yor.] 

[B]  Von  einer  grossen  wermy  und  kelty,  einer  thüry 
und  wolfeyli,  glych  uff  einander. 

1630 

[230^]  Anno  1530    was   der   homung   und   der   mertz   soq.  mn 
»  warm  ^)|   das  man  die  reben  allenthalben  zurust  mit  schniden, 
sticken,   binden,  und  brächen  die  reben  hefftig  harfiir,  undApiue 
alle  frücht.    Darnach  am    mitwochen    vor  dem    balmtag  am  '^pni  ^ 
morgen  kam  ein  grosse  kelty  und  dufft,   und  am  donstag  frft 
ein  grosser  ryff,  das  umb  die  stat  Basel  zwo  myl  wegs  und 
20  mer  die  reben  übel  erfruren,  und  gantz  wenig  wyn  wart  dar- 
nach im  herpst. 

Uff  diso  zit  galt: 

ein  viemtzel  körn  2  guldin, 
ein  viemtzel  haberen  30  s, 
25  ein  sack  ^)  rocken  2  Ib., 

ein  som  landwin  3  Ib., 
ein  som  Baselwin  4  Ib. 


3.  S:  burgreeltett  5.  8:  die  suntochen.  14.  B  q.  £:  was  der  brlohmonai 

and  der  merts  bo  warm. 


1)  Die  betreffenden  Summen  s.  bei  BuUinger  III  276  ff.,  wo  such  die 
besondem  Verhandlungen  hierüber  iwischen  Basel  und  den  5  Orten«  Der 
endgütige  Friede  kam  für  Basel  erst  am  ^22.  Dec.  zu  Stande;  s.  Eidg. 
Absch.  IV  Ib,  S.  1575  ff. 

2)  Die  Terschiedenen  BundesTerträge  der  evangelischen  Orte  unter 
sich,  Yon  1528  u.  1529,  s.  Eidg.  Absch.  IV  la,  S.  1521  ff.,  und  diejenigen 
mit  Philipp  yon  Hessen  und  mit  Strassburg,  beide  Ton  1530,  s.  ebend.  IV  Ib, 
S.  1488  ff.  u.  1514  ff. 

3}  Am  16.  Dec.  1531;  s.  ebend.  S.  1236ff. 

4)  Ueber  die  Witterung  d.  J.  ygl.  Hans  Stolti  S.  53. 

5}  1  Sack  war  V2  Viemxel,  also  Vs  Müet  oder  Malter. 

10* 


148  Konrad  Sohnitt 

▲  ru*i7  Nach  oBteren  darnach  bisz  uff  den  brächmonat^}  galt: 

bu  Juni  ein  vierntsel  körn  37)  Ib., 

ein  saok  kernen  4  Ib., 
ein  saok  rocken  3  Ib., 
ein  yierntzel  haberen  35  s, 
ein  8om  Baselwyn  5  Ib., 
ein  8om  landtwin  3  Ib., 
ein  8om  Elsasser  5V2  Ib. 
Dam&ch  in  der  emd  schlug  das  körn  wider  ab,  untz  uff 
2  guldin.     Darnach  schlug  es  wider  uff,  ward  thür'}.  11 

TJff  dise  zitt  fieng  man  vil  salmen;  galt  ein  huffen  1  s 
2  d'),  ein  mlss  win  1  s  2  d.  Sprächen  die  alten:  wolfeyli  im 
wasser,  thüry  uff  dem  land. 

[SB]  Wie  sich  ein  stat  Basel  dftmalen  mit  iren  armen 

bürgeren  hielt.  is 

[377]  [In  diser  sitt]^)  do  liesent  die  Ton  Basel  iren  armen 
bürgeren  weissen  und  rocken,  yedem  ein  [grossen]  sester,  umb 
das  gelt  geben.  Domach,  nach  der  ern,  als  sich  die  thiiry 
wider  i&tr&g,  liessent  sy  rocken,  weissen  und  habem,  yeglicbs 
glich  vil  under  einanderen  mallen,  und  gaben  den  bürgeren, 39 
yedem  z&mal  nit  mer  dan  ein  sester^),  der  galt  15  s*);  luff 
sich  all  w&chen  ungefarlich  uff  150  seck  mel.  [und  haben 
das  behart  Ton  der  emd  des  30.  järs  bisz  uff  die  andere  emd 
des  31.  järs,  on  das  sy  im  30.  j&r  ungemalen  uszgeben  hatten.] 
"*A  Und  galt  [nach  wyhenachten] '') :  0 

1)  Diese  Dauer  der  Theurung  wird  beitätigt  dureh  B.  Chron.  I  tll, 
wo  übrigens  die  Preise  nur  theilweise  mit  den  hier  folgenden  genau  über- 
einstimmen. 

2)  S.  nnten  8.  149  die  Preise  »nach  wyhenaehtenc,  d.  h.  in  den  enten 
Monaten  Ton  1531. 

3)  VgL  B.  Chron.  I  111.  Der  Salm  wurde  im  Ausschnitt  in  9  sog. 
Hufe  getheüt 

4)  Nftmlioh  vom  April  bis  Juni  1530;  s.  oben.  —  Statt  des  Kngekl 
hat  S  hier  die  kune  Nachricht  der  gedr.  Augsburger  Weltchronik  über 
die  Theurung  von  1529  in  Deutschland,  mit  demZusati:  und  hat  gamaeh 
uff  6jar  lang  gewert 

5)  Nftmlich  wöchentlich  3  mal;  Über  diese  Anordnung  TgL  unten  Bei- 
lage m  u.  B.  Chron.  L  120. 

6)  B.  Chron.  a.  a.  O.  nennen  keinen  Preis,  und  derjenige  Ton  2  Ib  16  s 
für  1  Sack,  den  das  Schwarse  Buch  angibt,  stinmit  nicht  genau  su  dem 
hier  erwAhnten  von  15  s.  für  1  Sester;  vgL  unten  Beilage  DI. 

7)  D.  h.  in  den  ersten  Monaten  von  1531;  vgl.  unten  S.  149:  Darnach 
in  der  Tasten. 


1529^1631.  149 

ein  yieitxel  körn  4  Ib.,  5  Ib.,  6  Ib., 
ein  sack  rocken  3  Ib.,  4  Ib.,  [5  Ib.,]  ^) 
ein  viertzel  habern  1  Ib.  18  s,  3  Ib.,  4  Ib., 
ein  sack  keinen  5  Ib.,  6  Ib.,  [7  Ib.] 
^  ein  som  virnen  win  2  Ib., 

der  nuw  win  galt  4  Ib.  ^). 
[Darnach  in   der  vasten  des   31.  järs  galt  körn  und  win,  JJj^ 
wie  vorstat.] 

Es  ward  doztunal  weissen  und  kernen  von  Memingen  und 
1«  Bibiach  und  Schaffhussen  gon  Basel  uff  den  marckt  gefftrt  ^), 
nit  ein  mal,  sonder  menig  maL  [Und  galt  weissen  und  kernen 
ein  sack,  ist  8  dein  sester,  5  Ib.  ^)]  Und  ward  anno  31  zu  juii 
Zoizach  in  der  pfinstmesz  ^)  haberen  koufft  und  gon  Basel  ge- 
{&rt*).  Und  wo  ein  stat  Basel  mit  irem  [377^]  dapfferen  in- 
i;>  Sechen  nit  were  gewessen,  so  were  es  vil  durer  worden.  Es 
warden  in  beiden  stetten  Basel  ob  400  bachoffen  gemacht. 

Uff  dem  land  ward  der  merenteil  haberybrott  [und  gersten- 
brot]  gessen,  und  klyenbrott.     Und  im  Erjenberg*^}  hatten  die 
armen  leut  empt  gemallen  und  brott  darusz  bachen;  wellichs 
20  ich  selbs  gesechen  und  versucht  hab. 

[Und  vor  disen  beiden  thürenen®),  eeh  sy  anfiengen,  im 
winter  des  29.  järs,  theten  die  wölff  idlenthalben  umb  die  stat  istt/so 
und  in  d&rfferen  so  grossen  schaden,  das  uns%lich  was,  näm- 
lich den  hirten  zu  Basel']  an  vil  geyssen,  süwen  und  kflen, 
25  die  sy  erwürgt  band;  und  mocht  inen  nieman  zukommen. 
Man  hat  vil  gejagt  angesechen,  halff  aber  wenig.  Wuszt  nie- 
man, was  es  bediittet,  bisz  das  die  grosse  thüry  kam;  hat  man 

)3.  8:  Znnch;  B:  Ziznacli.  16.  8:  badioffen  gemMh.  17—20.  [B  nur: 

Uff  diae  sitt  ward  tu  hiLbeien-  und  genienbrot  gessen,  ward  ond^  dvreli  tÜ  arme  Ifit 
off  dam  land  tu  grftstbrot  gessen. 

]]  Die  eingeklammerten  Preise  für  Bocken  und  Kernen  sind  ergänzt 
aus  dem  Schwarsb.,  Bl.  21^,  dessen  Angaben  im  übrigen  mit  den  höchsten 
Preisen  unsres  Textes  übereinstimmen;  vgL  unten  Beilage  UI. 

2)  VgL  die  Weinpreise  yom  April  1531  in  B.  Chron.  I  120. 

3)  Erstmals  am  31.  Mars  d.  J.,  s.  ebend.  S.  118. 

4)  VgL  Gasts  Tagebuch,  z.  11.  März  1531. 

5)  Die  Zurzaeher  Pfingstmesse  begann  immer  am  Montag  nach  der 
Pfingstwoche,  also  1531  am  5.  Juni,  und  währte  3  Tage. 

6)  VgL  B.  Chron.  I  120. 

7)  Die  Freiberge  im  Jura,  am  r.  Ufer  des  Doubs,  bildeten  den  süd- 
westliclisteD  Theil  des  Bisthums  Basel. 

8)  Nämlich  von  1530  u.  1531. 

9)  Den  Hirten  der  Vorstadtgesellschaften,  die  das  Vieh  der  Bürger  in 
der  Bannmeüe  weideten. 


150  Konrad  Schnitt 

1631  geachtet,  es  sygen  vorbotten  gesin.    Dann  damfteh  im  anderen 
winter  und  summer  hat  man  nüts  mer  gehört.] 

[B]  Von  einem  rychstag,   des  gloubens  halb  su  Augs- 

purg  gehalten. 

1530  [231^]   Anno    1530   ward   durch   ankerung   der  Tütachen  & 

weltlichen  und  geistlichen  fürsten  so  vil  gehandlet,  das  sich 
Carolus  von  Oesterrich  ein  küng  in  Hispanien  harusi  thet  in 
Lombardy  ^).  Do  ward  so  vil  gehandlet,  das  er  von  dem  bapst 
Clemens  de  Medices  dem  VII.  eu  Bononia  zu  einem  keyser 
gekrönt  ward  ^).  Nach  dem  sach  er  an  von  des  gloubens  i« 
wegen  ein  verhfir  zu  halten,  und  thet  sich  harusz  in  Tütache 
Juni  16  laud,  uamlich  gon  Augspu^,  uff  corporis  Christi  des  30.  jars^;, 
und  beschreib  do  ein  rychstag.  Er  beschreib  euch  dar  alle 
bischoff  und  äpt,  von  des  gloubens  wegen,  und  hielt  do  ein 
verhfir  deren,  die  den  nüwen  glouben  angenommen  hatten^  i& 
als  hertzog  Hans  von  Sachsen^},  als  der  den  Martinum Luther 
enthielt,  [232]  Philip  landtgräff  zu  Hessen,  margräff  J6rg  von 
Brandenburg  <^),  fürst  von  Anhald^),  Heinrich  hertzog  zu  Lünen- 
bürg  7),  gr&ff  Albrecht  von  Manszvelden,  und  sunst  vil  vom 
adel,  euch  Sträszburg,  Nflrenberg,  Franckfurt,  Ulm,  Co8tantK,2s 
Schwebschen  Hall,  Mägdenburg  in  Sachsen,  Brem,  Lübeck, 
Rütlingen,  Lindow,  Kämpten,  Isznen,  Memmingen,  Biberäch, 
und  ander  vil  mer,  die  inen  verwant  wären  ^).  Dise  alle 
wurden  ervorderet  rechnung  ze  geben  irs  gloubens  halb;  als 
disz  euch  beschach,  imd  key serlich  majestät  von  inen  sampts 

9.  fi:  de  Medices  dem  AnifteB. 

1)  Karl  V.  kam  aus  Spanien  nach  Italien  schon  im  August  1529. 
Hingegen  vollzog  sich  erst  1530  die  hier  folgende  Kaiserkrönung  ku 
Bologna,  sowie  auch  der  Reichstag  su  Augsburg. 

2)  Ueber  diese  Krönung  s.  unten  Beilage  IV. 

3)  Am  Vorabend  des  Frohnleichnamsfestes,  also  am  15.  Juni,  hielt  er 
in  Augsburg  seinen  Einzug. 

4)  Ku^ürst  Johann  der  Beständige. 

5)  Qeorg  yon  Brandenburg-Ansbach. 

6)  Wolfgang  von  Anhalt. 

7)  Ern8|der  Bekenner,  von  Braunsehweig-Lüneburg,  der  die  Augsburger 
Confession  unteneichnete,  wird  hier  verwechselt  mit  seinem  Vater  Heinrich 
dem  mittlem,  welcher  1530  noch  lebte,  seit  1520  jedoch  nicht  mehr  regierte. 

8)  Nicht  alle  hier  genannten  Fürsten  und  St&dte  unterzeichneten  die 
Augsburger  Confession;  hingegen  sind  es  durchweg  solche,  die  in  der 
Folge  dem  im  Februar  1531  geschlossenen  Schmalkaldischen  Bund  ange- 
hörten; s.  O.  Winckelmann,  Der  Schmalkaldische  Bund,  S.  49  u.  91,  und 
Tgl.  unten  den  Anonymus  bei  Schnitt,  z.  J.  1530. 


1530.  151 

und  Bondera  gn&digklich  uffnam,  in  gegenwürtigkeit  aller  chui- 
fiiisten  und  ständen  des  rychs,  so  da  versamlet  waren,  öffent- 
lich verlesen  ^).  Uff  sollichs  hat  keyserlich  majestät  begert  an 
den  ohurfiirsten  von  Sachsen  sampt  sinen  mityerwanten,  sich 

5  mit  irer  majest&t  und  der]  christenlichen  kirchen,  und  euch 
bäpsdicher  heiligkeit,  inen  und  anderen  churfursten,  fiirsten 
und  gemeinen  ständen  des  heiligen  Römischen  ryohs  zu  ver- 
glichen, und  erwarten  ein  nechst  nüw  künfftig  conciUum, 
nachmals  in  mitler  zit  in  iren  fiirstenthumben  nützit  witer  des 

logloubens  halben  an  dhand  nemen,  dadurch  £nd  und  einigkeit 
erhalten  werd^).  Das  haben  die  fiirsten  und  herren  nit  an- 
nemen  wellen,  sonder  abgeschlagen.  Näohmäls  ist  man  inen 
sampt  und  sonders  mit  antwort  witer  begegnet  also^]: 

Dwyl  sydhar  unserem  zu  Wormbss  uszgangenen  edict^), 

isouch  darnach  vilen  uffgericbten  abscheyden  und  gehaltenen 
rychstagen  [232^]  zu  Nflrenberg  und  Spir^),  allerhand  b&- 
schwerung  dem  christenlichen  glouben  und  religion  zuwider 
yngerissen. 

Sonderlich  haben  ettlich  geprediget,  das  im  sacrament  des 

SDaltais  der  lyb  und  blut  Christi  under  beiden  gestalten,  brot 
und  win,  nit  wesenlich  und  gegenwurtig,  sonder  allein  fig^- 
lieh  und  bedütlich. 

Etlich  predigen,  das  ein  yeder  mensch  usz  dem  gebot 
Christi  schuldig  syge  das  sacrament  des  altars  under  beiden 

25  gestalten  zu  empfähen,  und  diejenigen,  so  under  einer  gestalt 
empfähen,  nit  recht  thun. 

Ettlich  haben  das  ampt  der  mesz  gar  abthon  und  predigen, 
das  es  die  grfiste  gotslesterung  syge. 

Etlich  predigen  und  thund  gar  ab  die  mesz,  zitt,  vesper, 

Mcomplet,  motten,  salve  und  ander  lobgesang  von  der  muter 
gottes  und  von  den  lieben  heiligen,  und  setzen  ann  der  selben 

1)  Diese  Verlesung  und  Uebergabe  der  Augsburger  Confession  erfolgte 
am  25.  Juni;  s.  Föntemann,  Urkundenb.  z.  Oesch.  d.  Reichstags  t.  Augs- 
Irarg  I  310ff. 

2)  Diese  Aufforderung,  Yom  7.  Sept.,  s.  ebend.  II  391  ff. 

3)  Das  Folgende  ist  ein  Auszug  aus  dem  Reichstagsabschied,  welcher 
am  13.  Okt.  beschlossen,  jedoch  erst  am  19.  Nov.  Yeröffentlicht  wurde« 
Jedoch  stimmt  dieser  Auszug  weder  mit  dem  Texte  bei  Müller,  noch  mit 
demjenigen  bei  Förstemann  vollständig  überein;  vgL  J.  J.  Müller,  Historie 
Ton  der  eTangelischen  St&nden  Protestation  ec.  S.  1005  ff.,  und  Förstemann 
n  715  ff. 

4)  Das  Wormser  Edikt,  Tom  8.  Mai  1521,  s.  Deutsche  Reiohstags- 
akten,  jüngere  Reihe  II,  No.  92. 

5)  Zu  Nürnberg  1523,  und  zu  Speier  1526  u.  1529. 


152  Konxad  Schnitt. 

stat,  in  kiichen  zu  singen  mit  gemeinem  volok  die  psalmen  in 
tütschy  vor  der  predig  und  darnach,  ouch  den  glouben  und 
Sechen  gebott  in  tütsch. 

Ouch  die  bycht,  Ölung  und  ander  lang  hargebrlcht 
ceremonien  gar  abthon;  darsu  bilder,  gfitsen,  gemeld  gar  ab,  s 
gfitzen  verbrent,  die  altar,  sacramenthüszlin  gar  zerbrochen. 
Die  clöster,  frowen  und  mannen,  gar  ufithon,  sy  harusz  ge- 
stossen,  mit  inen  überkomen,  daa  überig  gut  zur  oberkeit 
banden  genommen;  und  etlich  oberkeiten  den  iren  verbotten, 
an  andren  orten  kein  predig  noch  mesz  zu  hfiren,  by  peen.i« 
Die  closterlüt  dahin  gewisen,  ir  kleydung  abzethund  und  welt- 
liche cleider  anzelegen,  in  die  ee  ze  tretten. 

Die  predicanten  die  geschriflft  nach  irem  gevallen  uszgelegt, 
das  ampt  der  heiligen  mesz  in  [233]  gemein  sampt  dem  gebett 
für  die  abgestorbnen  verworffen,  christenliche  ceremonien  yei-ts 
nichtet,  singen  und  lesen,  vasten,  betten;  und  sunst  in  gemein 
vilerley  yngefflrt. 

Usz  sollichem  nüts  guts,  mer  bösz  ervolgt;  haben  all  ober- 
keiten in  iren  predigen  geschändet,  vil  irrsal  under  dem  ge- 
meinen volck  erwachsen,  alle  and&cht  erlöscht,  und  zulet8t» 
dahin  gereicht,  das  alle  christenliche  eer,  zucht,  gebett,  tugent, 
gotsforcht,  erbarkeit,  guter  wandel  und  leben,  ouch  die  wäre 
lieby  des  nechsten  gantz  in  abfal  komen. 

Aber  sollichs  nit  allein  dem    heiligen  evai^elio,   sonder 
ouch  dem  alten  löblichen  harkomen  und  gepruch  der  Christen-  n 
liehen  kirchen  zuwider,   unbillicher  wysz  fiii^enommen.    So 
haben  wir  mit  unseren  churfürsten,   fursten  und  st&nden,  und 
sy  hiewiderumb  mit  uns  vereinget  und  beschlossen,  das  ob- 
angezeigt  und  alles  ander  wider  gemein  christenlich  kirchen, 
glouben,  Ordnung,  relligion,  ceremonien  und  alt  löblich  satiung  30 
harprocht  und  vor  ettlich   hundert  jären  gehalten,    abgetbon 
und  cassiert  sin,   und  wir  doran  sin  und  verfügen  sollen  und 
wellen,  wie  sich  gebürt,  das  sich  diejenigen,  die  sSllich  nüwe- 
rung  fürgenomen  haben,  mit  uns  gemeinen  churfürsten,  fiirsten 
und  ständen  bisz  zu  eim  nechstkomenden  concilio  vereynigenss 
und  verglichen. 

Demn&ch  gebieten   wir  und  wellen,  das  nienan  in  dem 
gantzen  Römischen  rych  vestenklich  gehalten,  gelert  und  ge- 
prediget werd,  das  under  den  gestalten  brott  und  wyn,  und 
under  yegklicher  der  selben,  der  wor  lyb  und  das  [233^]  wor4u 
blut  Christi  unsers  heilmachers  nit  wesenlich  und  worhafitig 

32.  B:  cMfliert  Bind  und.  37.  B:  das  nieman  in  dem. 


1530—1531.  153 

gegenwärtig  syge;  und  alle  diejennigen,  so  dowider  schriben, 
leren,  nit  geduldet  werden,  üsz  dem  ervolgt  euch,  das  die 
christenlich  kirch  usz  ynsprechung  des  heiligen  geists  heilsam- 
lieh  geordnet  und  gebotten  hat,  das  einem  yegklichen  ohristen- 

» menschen  usierhalb  der  gehalten  mess  das  consecriert  hoch- 
würdig sacrament  under  der  gestalt  des  brots  gereicht  wer- 
den soll. 

Uff  sollich  und  derglichen  keyserlicher  majestet  gnädigst 
erinnern  und  begeren  sind  die  gesanten  der  beschribnen  evan- 

10  gelischen  stetten  uff  irer  meynung  und  antwurt  (wie  man  dann 
die  findt  in  einem  bflchlin,  des  titel  ist:  anzeigung  und  be- 
kanntnusz  des  gloubens  und  der  lere,  so  die  adpellierenden 
stände  keyserlicher  majestet  uff  yetzigen  tag  zu  Augspurg 
iiberantwurt    habend  ^j ;    euch    wie  man   die  bekanntnusz  irs 

IS  gloubens  wytter  und  gnugsamklichen  in  dem  Schmalkaldischen 
handel  und  in  actis  gehaltener  disputationen  zu  Zürich  und 
Bern  findt)  2)  bliben  und  bestanden.  Deszhalben  man  zu  allen 
teylen  uff  disem  tag  zerritten,  das  nüts  entlichs  des  gloubens 
halb  beschlossen  worden.   Aber  uff  disen  rychstag  wurden  die 

bo  Oberländischen  stett,  als  Basel,  Zürich,  Bern,  Sch&ffhusen, 
Sanct  Gallen,  Mülhusen  und  andere,  die  euch  das  evangelion 
angenommen  hatten,  nit  beschriben, 

[B]  Wenn  Ferdinandus  zu  Rfimschem  küng  erweit  und 

gekrönt  syg  worden  3). 

B  [234]  Nach  disem  rychstag  reyt  keyserlich  majestet  und 
Ferdinandus  sin  bruder,  küng  zu  Ungarn  und  Böhem,  hinab 
gon  Collen,  und  die  fürsten  mit  im,  und  erwalten  do  Ferdi- 
nandum  zu  einem  RA  mischen  küng;  und  ward  becrönet  zu 
Auch,  uff  der  heiligen  dry  küng  tag  anno  1531^).  i^i 

to         Darnach  enthielt    sich  keyserlich  majestet  im  Niderland  Jan.  6 
bisz   uff  den   herpst.     Darnach  mant  sin  keyserlich   majestet 
alles  sin  volck  zu  rosz  und  fusz,  und  zoch  mit  einer  grossen 

4.  B:  yegUiolLem  meiuclien  ehristea  nsterhRlb  der  mMz  luüt«n  eouecriert  dta  hoeh- 
wftrdig  MMmnent.  SO.  B:  DaniiLch  enthielt  licli  kejserlieh  migestet  rIUs  ein 

▼olck  im  NiderUnd. 

1)  Ein  Exemplar  dieier  Druckschrift  8.  i.  d.  Zurioher  Stadtbibliothek. 

2)  Zu  Zflrieh  1523,  und  su  Bern  1528. 

3)  Statt  dieses  Abschnitts  hat  S.  die  ausfahrlichern  Berichte  Carions 
und  der  Augsburger  Weltchronik. 

4)  Die  Wahl  erfolgte  su  Cöln  am  Vorabend  des  Dreikönigstages,  also 
am  5.  Januar,  und  die  Krönung  zu  Aachen  am  11. 


154  Konrad  SchniU. 

(1532)  macht  wider  den  Tiircken  uff  Wyen  su  ^).  Und  lagen  do 
ein  zitt  lang,  und  weych  der  Türck  hindeisich,  das  do  nit  yil 
geschaffen  ward,  dann  allein  das  die  statt  Wyen  behalten  ward  ^). 

[BS]  Von  spennen  swüschen  Basel  und  Solathurn. 

1S31         Im   1531  jär  stunden  die  zwo  stett  Basel  und  Solathurn  & 
in  spennen  gegen  eynander,  der  lochen  3),  marcken  und  hoch- 
herligkeit  halb,   von  wegen  der  landtgrftffiKshafft  im  Siszgow, 
so  ein  stat  Basel  hat;  und  in  disem  sdrck  der  landtgräffschafit 
gelegen  ist  Dornach,  Howalden^),  Sewen,  Gempen  und  Büren  ^), 
so  denen  von  Solathurn  zustät  und  iren  ist,  und  aber  die  von  i« 
Solathurn   nit   gestunden,    das  die  dSrffer   in  dem   zirck  der 
landtgräffschafft  legen  oder  gehörten^],  sonder  die  oberkeiten 
weren  iren.    IJsz  sollichem  erwuchs,  das  sich  beyd  stett  ver- 
anloszten  mit  einander  7):  das  yegkliche  stat  solt  nemmen  zwen 
irer  underthänen;  darzu  selten  die  von  [234^]  Bern  geben  uszi» 
irem  rhät  dryg  mann.     Die  syben  mann  selten  ire  herren  irs 
eydts  erlassen,  und  ein  eydt  uff  ein  nüws  thun,   die  gütlich- 
keit  ann  dhand  znemen;  wo  das  nit  verfieng,  rechtlichen  da- 
rumb  ze   erkennen,  und  was  do  gehandlet,  darby  ze  bliben. 
Sfillichs  ward  ann  dhand  genommen  von  beiden  parthyen  mic& 
sampt   den   siben  mannen;   k&men   zu  Lyechtstal  zusamen^j, 

21.  B  a.  E:  XU  LyechtaUl  znMmeii  niid  theUn  den  eyd,  Ton  dannen  n.  s.  w. 

1]  Von  Regensburg  zog  er  nach  Wien  im  fiept  1532;  s.  Baiungarten, 
Qesch.  Karls  V.,  Bd.  lU  108. 

2)  D.  h.  nach  dem  Rückiuge  Solimans  wurde  kein  Versuch  gemacht 
sur  Rückeroberung  Ungarns,  wo  statt  Ferdinands  der  Gtegenkönig  Johann 
von  Zapolya  regierte. 

3)  Lohen,  d.  h.  eingeschnittene  Zeichen  an  bestimmten  Bftumen,  als 
Qrensbeseichnung;  s.  s.  B.  £idg.  Absch.  IV  Ib,  8. 1065  u.  1109. 

4)  Hochwald. 

5)  Die  hier  genannten  Dörfer  gehörten  zur  Herriohaft  Domeok,  welche 
Solothum  1485  durch  Kauf  erworben  hatte ;  i.  B.  Chron.  V  534.  Zugleich 
aber  lagen  sie  innerhalb  der  durch  die  Birs  und  den  Nunningerbaeh  be- 
grenzten Landgrafschaft  fiisgau,  deren  Rechte  Basel  schon  1461  durch  den 
Kauf  der  Herrschaft  Famsburg  an  sich  gebracht  hatte,  und  deshalb 
beanspruchte  die  Stadt  über  diese  Dörfer  die  hohe  Gerichtsbarkeit. 

6)  Das  streitige  Gebiet  war  niemals  von  der  Landgrafsohaft  abgetrennt 
worden.  Doch  waren  die  landgräflichen  Rechte,  zur  Zeit  als  Basel  die- 
selben erwarb,  von  deren  bisherigen  Inhabern  schon  längst  nicht  mehr  in 
deren  ganzem  Umkreis  ausgeübt  worden,  sondern  nur  noch  innerhalb  der 
Herrschaft  Famsburg. 

7)  lieber  den  nachfolgenden  Vertrag,  der  am  18.  April  zu  Waidenburg 
geschlossen  wurde,  s.  Stadt  Urk.  1531  April  18,  u.  Eidg.  Absoh.  8.  951. 

8)  Sonntags  den  14.  Mai;  s.  Eidg.  Absch.  S.  992  den  Brief  Basels  an 
Bern,  Yom  19.  Mai. 


1531.  165 

theten  den  eyd,  und  Ton  dannen  den  nechsten  uff  den 
Sehowenburgeibeig.  Do  ward  die  sach  angefängt  duioh  die 
rerordneten  der  stat  Basel,  die  lochen,  marcken  und  hoch- 
herligkeit  angesogen  von  w^;en  der  landtgräffschafit  im  Sisz- 
sgow,  da«  die  gieng  do  dannen  und  für  die  bemelten  dörffer 
uffi  biss  in  die  Birss.  Do  das  gehört,  naments  die  von  Sola- 
thom  sni  eim  grossen  Widerwillen  an,  und  wollen  kein  ant- 
wort  geben;  dann  die  hochherligkeit  diser  flecken  wer  ir,  und 
sj  betten  Domach  mit  dem   schwort   in  kriegen   behalten  i), 

10  woüen  darby  bliben  und  niemandt  kein  antwort  geben.  Und 
musten  also  ungeschafft  von  eynander  abscheiden.  Also  butten 
die  von  Bern  beyden  stetten  by  den  pündten,  das  sy  nüts  mit 
eynander  anfiengen,  euch  mit  aller  handlung  still  se  stän,  bisz 
uff  witteren  bescheydt  irer  herren  und  oberen  ^}. 

»  DisE  stund  ongevärlich  ein  monat  lang,  das  dorinn  ge- 
handlet wart  3).  Inn  hangender  sach  liessen  die  von  Solathum 
der  stat  Basel  ein  marckstein  uszgiaben  ann  den  orten,  do 
span  was^),  über  das,  das  die  underthädiger  von  Bemn  gebotten 
hatten,  nüts  ann  dband  se  nemmen.     Disen  frävel  liesz  eyn 

20  stat  [235]  Basel  umb  fridens  willen  hin  gon.  Über  sollichen 
£rävel  sich  die  von  Solathurn  nit  begnügen  liessen,  und  richten 
erst  über  alles  verbot  und  in  hangender  sach  einen  galgen 
uff,  uff  Schowenburgberg  by  Gempen,  do  dann  der  span  was^}, 
und  damit  meinten  ir  hochherligkeit  zu  bestätigen.     Do  das 

2sein  stat  Basel  vernam  und  innen  ward,  was  sy  übel  zefriden, 
das  sy  die  von  Solathurn  also  verdutzten,  und  bevalhen  dem 
schultheissen  [Hug]  zu  Liechtstal<^],  das  er  20  knecht  nemen 
seit,  und  den  galgen  niderhowen,  als  euch  beschach^}.  Do 
das  die  von  Solathurn   vemomen,    rüsten   sy  sich   mit   irem 

1)  In  der  dortigen  Schlacht  vom  22.  Juli  1499. 
2]  S.  Berns  Briefe  an  Baael  und  Solothurn,  vom   19.  Mai,   Eidg. 
Abaeh.    IV  1  b,  S.  992. 

3)  Ueber  diese  weitem  Unterhandlungen  s.  ebend.  S.  1007  u.  1021,  aum 
27.  Mai  n.  1.  JanL 

4)  Dies  gesehah  schon  Ende  Mai  durch  Bauern  Ton  Büren,  doch 
ohne  obrigkeitlichen  Auftrag;  s.  Stadt  Urk.  1531  Juni  1,  femer  Eidg.  Ahsch. 
S.  1058  u.  1066. 

5)  8.  Basels  Brief  an  Bern,  vom  28.  Juni,  in  Eidg.  Abseh.  S.  1058. 

6)  Burkhard  Hug  erscheint  erstmals  als  Sehultheiss  von  Liestal  s.  J. 
1520;  8.  Brückner  IK  1019.  Vgl.  jedoch  Gaste  Tagebuch,  s.  28.  Juni  1531; 
laut  diesem  war  es  Herrmann  Offenburg,  der  Vogt  su  Famsburg,  der  diesen 
Auftrag  erhielt  und  mit  40  Mann  ausführte. 

7)  Der  BefeU  hiezu  wurde  am  28.  Juni  ertheilt  und  noch  in  der- 
selben Nacht  ausgeführt;  s.  die  Briefe  Basels  und  Solothums  an  Bern, 
Tom  28.  u.  29.  Juni,  in  Eidg.  Abseh.  S.  1058  u.  1059. 


156  Konrad  Schnitt. 

houptbaner,  in  willen  den  galgen  mit  gewalt  wider  ufie- 
richten  ^).  Also  lust  sich  ein  stat  Basel  euch  mit  irem  houpt- 
baner,  mit  2000  mannen^)  und  10  stuck  büchsen,  und  be- 
satzten  ir  schlfisser  und  flecken.  Und  soch  Vaispeig  und 
Homburg  gon  Liechtstal,  Wallenbuiger  ampt  bleib  zu  WaUen-  & 
bürg,  die  anderen  ämpter^)  sugen  in  die  stat;  Münchenstein 
bleib  bim  schlosz,  und  Ramstein  ouch  bim  schloss.  Und  stackt 
Juni  30  man  das  paner  und  schiitsenfänlin  uss  am  fritag  vor  sanct 
Ulrichs  tag.  Und  hat  die  statt  stetigs  ir  kundtschafft,  wann 
die  von  Solathurn  uffbrechen  und  den  galgen  uffrichten  wollen,  i* 
damit  sy  ouch  uffbrechen  könten. 

Jou  1  Also  kam  kundtschafit,  das  sy  uff  samstag  vor  sanct  Ulrichs 
tag  uff  mittag  uffbrechen,  und  die  nacht  gon  Balstal  mit  irem 
paner  und  schütsenfänlin  und  dem  geschüts  kämen  ^).     Dem 

Jdu  2  selben  nach  liesz  die  stat  Basel  umbschlachen,  uff  [235^]  sontag  ^ 
voi  sanct  Ulrichs  tag  fifle  ufizesin  und  se  verrücken^). 

Also  begab  es  sich,  das  unser  Eydgnossen  von  Zürich, 
jniii  80  Bern,  Fryburg,  Mülhusen,  Byel  bottschafften  am  fritag  danror 
gon  Solathurn  kämen,  und  handleten  mit  denen  von  Sola- 
thurn, und  hetten  ffem  gesechen,  das  sy  nit  uffgebrochen  ^ 
weren^).  Schuffen  aber  nüt;  sugen  nit  desterminder  die  Ton 
Solathurn  biss  gon  Balstal  ?).  Doch  eu  Balstal  wart  so  vil  mit 
ynen  geredt  und  gehandlet,  das  sy  den  Eydgnossen  Torgemelt 
zuseytten,  d&  ze  bUben  und  sy  darinn  handien  lassen®}.    Nach 

jvu  1  dem  ritten  die  Eidgnossen  gon  Basel  und  kamen  am  samstag » 

JvU2Zu  nacht  vor  sanct  Ulrichs  tag  dar,  und  begerten  momdis  frü 
für  grosz  und  klein  rhät,  und  b&ten,  sy  zu  verh&ren  und  still 
ze  bliben  und  nit  ze  verrücken^).     Also  wurden  sy  fA   vor 


1)  S.  Eidg.  AbBch.  IV  Ib,  S.  1059,  den  Brief  Solothums  vom  29.  Juni. 

2)  Vgl.  B.  Chron.  I  126:  von  allen  sunfiten  das  halb  theil.  Mit  In- 
begriff der  Landschaft  genügte  diess  aUerdings,  um  die  StArke  von  2000 
zu  erreichen.  —  Ueber  die  Sitsnng  des  Grossen  Raths  Tom  29.  Juni,  wo 
dieser  Beschluss  gefasst  wurde,  s.  ebend.  S.  124 ff.,  auch  Gasts  Tageb.  s. 
29.  Juni  1531. 

3)  Diese  umfassten  nur  die  nächsten  Dörfer  bei  BaseL 

4)  VgL  Eidg.  Absch.  S.  1065  den  Brief  der  Gesandten  Zürichs  an  ihre 
Regierung,  Yom  1.  Juli  aus  Solothum. 

5)  Vgl.  Gast  s.  2.  Juli  1531. 

6)  Vgl.  den  oben  in  Anm.  4  erwähnten  Brief. 

7)  Am  I.Juli  Mittags;  s.  oben. 

8)  Schon  Tor  dem  Aufbruch  hatte  Solothum  versprochen,  in  Balstal 
bis  zum  2.  Juli  Mittags  zu  warten;  s.  den  oben  in  Anm.  4  erwähnten  Brief. 

9}  Vgl.  Eidg.  Absch.  S.  1065  ff.  den  Brief  der  Zürcher  Gesandten  Tom 
2.  Juli. 


1531.  157 

gron  und  dein  rh&ten  verhört^),  und  eizalten  do,  was  sy  mit 
denen  von  Solathurn  gehandlet  hetten  und  ouch  sy  veimftgt, 
nit  wyiter  zu  sdechen;  und  baten  also  den  grossen  ihftt,  inen 
zu  bewilligen  darinn  gfitlich  zu  handien,  und  die  grosse  ge- 
^  v&rligkeit  zu  bedencken.  Also  nach  vil  mfig  und  arbeit  ward 
inen  bewilliget  nit  wytter  ze  yerrucken,  und  der  gfttlichkeit 
zu  erwarten;  doch  ze  handien  mit  wissenthafiliger  täding,  und 
uns  ze  bliben  lassen  by  dem  versprochenen  anläsz^),  und  ouch 
mit  denen  von  Solathurn  ze  verschaffen  nit  wytter  ze  rucken. 

^^Dann  wo  wir  vemämen,  das  sy  wytter  ruckten,  wurden  wir 
keins  wegs  bliben^). 

Also  bleib  es  darby,  und  vorritten  die  hotten  ylends  wider 
gon  Ballstal,  zu  denen  von  Solathurn^),  und' handleten  mit 
[236]  inen  ^).     Und  am  mitwochen  darnach  kamen  die  Eyd-  Jnii  s 

ugnossen  wider  gon  Basel,  und  waren  iren  mer  dann  vor*), 
und  zftigten  an,  was  sy  mit  denen  von  Solathurn  gehandlet 
hetten,  und  ein  abscheid  mit  inen  gemacht,  und  sich  beider 
stetten  gem&chtiget.  Und  was  nämlich  von  Eydgnossen  yetzen 
do  Zürich,  Bern,  Lutzern,  Ury,   Swytz,  Underwalden,  Zug, 

»Fryburg,  Schftffhusen,  Mülhusen,  Sanct  Gallen,  Byel,  Costantz^), 
waren  ir  30  hotten.    Also  begerten  sy  für  grossen  und  deinen 
rädt;  wart  inen  gehalten  uff  donnstag  frfl  umb   die  sechste  Jnu  6 
stund  ^).     Also  Hessen  sy  den   abscheid  hören  ^),   und  baten 


1)  Ueber  diese  Sitsung  des  Grossen  Raths,  vom  2.  Juli,  vgl.  B.  Chron.  I 
126  und  Qast  s.  2.  Juli  1531 ,  femer  den  in  der  vorigen  Anm.  erwfthnten 
Briet 

2)  Beim  Waldenburger  Vertrage  vom  18.  April;   s.  oben  S.  154,  A  7 

3)  Diese  Antwort  gab  Basel  erst  am  3.  Juli,  nachdem  der  Grosse  Rath 
sich,  nochmals  versammelt  hatte;  s.  die  Briefe  der  Zürcher  und  Bemer 
Gesandten  vom  2.  u.  3.  Juli,  Eidg.  Abseh.  S.  1065ff„  auch  B.  Chion.  I  126. 

4)  Schon  am  2.  Juli  war  einer  der  Gesandten  nach  Baistal  voraus- 
geritten,  um  die  Solothumer  vom  weitem  Vorrücken  absuhalten,  und  auf 
diesen  folgten  am  3.  die  Übrigen ;  s.  den  Brief  der  Zürcher  Gesandten  vom 
2.  Juli,  Eidg.  AbscL  S.  1066. 

5)  Ueber  diese  Verhandlungen,  vom  4.  Juli,  s.  Eidg.  Absoh.  S.  1066 ff. 

6)  Am  3.  u.  4.  Juli  waren  su  Balstal  noch  die  Gesandten  von  Luzem, 
Zog,  den  drei  Waldstätten  und  Schaffhausen  eingetroffen;  s.  ebend.  S.  1068 
den  Brief  der  Boten  von  Schaffhausen,  vom  4.  JulL 

7)  Im  Vertrage  vom  4.  Juli,  den  diese  Gesandten  su  Balstal  vereinbart 
hatten,  sind  St  Gallen  und  Constanx  nicht  genannt;  s  .Eidg.  Absch.  S.  1064 ff. 

8)  Ueber  diese  Sitsung  des  Grossen  Raths  vgl  B.  Chron.  1 127,  ferner 
in  Eidg.  Absoh.  S.  1068  den  Brief  Basels  vom  6.  Juli  an  Hennuinn  Offen- 
burg, den  Vogt  au  Famsburg. 

9)  Nämlich  den  von  ihnen  am  4.  Juli  au  Balstal^ vereinbarten  Entwurf 
eines  Vertrages  zwischen  Basel  und  Solothum;  s.  oben  Anm.  7. 


158  Konrad  Schnitt 

daruff  dein   und  giosz  rhSt,    das  sy  es  däby  wollen  lassen 
bliben.    Lutet  dei  abscbeidt  also: 

Das  die  vorbemelten  9  ort  >)  den  galgen  ann  dem  ort  vor- 
gestanden  wider   ufiichten    für   sich    selb,    und  sol  in  irem 
namen  do  stän,  und  dannenthin  die  gfltlicheit  durch  die  siben  i 
mann,  nach  lut  des  anlasz,   wider  ann  dhand  ze  nemen.    Wo 
das  verfieng,  blib  es  darby;  wo  das  nit,  das  dann  xwen  mann 
usz  eim  rhät  von  Basel,  und  zwen  usz  dem  rhftt  von  Solathurn 
genommen,  und  dise  vier  mann  ir  eyden   erlftssen,  susamen 
sitzen,  die  sach  verhören,  und  rechtlich  zu  sprechen.    Wo  sy» 
aber  zerfielen,  selten  sy  sich  vereinbaren  umb  ein  obman.  Wo 
sy  sich   des  obmans  euch   nit  vereinbarten,   selten   dann  die 
vier  mann  wider  zusammen  sitzen,  und  inen  zugeben  werden 
einer  von  Bern,  Lutzem,  Glaris.    Dise  siben  mann  selten  su- 
samen sitzen  und  die  sach  verhören,  und  dann  ein  rechtlichen  s 
sprach  thun,  und  was  do  gesprochen,  darby  solt  es  bliben. 

[236^]  Uff  das  ward  ynen  ein  antwurt  vor  grossem  ihit, 
nämlich:  Ein  rhät  hett  sich  soUichs  abscheide  nit  versechen^ 
Joii  3  in  ansechen  das  sy  am  mentag  vergangen  inen  furgeben  den 
anlSsz,  so  beyd  stett  mit  einander  angnommen,  es  were  by» 
dem  selbigen  bliben^).  Deszglichen  euch,  sy  hetten  nüts  ge- 
handlet, dann  mit  beyder  theil  wüssen.  Darzu  so  hetten  sy 
uff  den  selben  mentag  gehört  der  statt  Basel  gerechtigkeit  Uff 
das  hetten  wir  sy  gemant  und  gebetten  by  den  piindten,  und 
euch  bim  Christenlichen  burgrecht  ^j,  das  sy  ein  statt  Basel  bys 
ir  gerechtigkeit  handthaben  wölten,  schützen  und  schirmen. 
Dwyl  aber  ein  stat  Basel  horte  in  dem  abscheidt,  das  sy  ein 
galgen  uffrichten  weiten,  möcht  ein  rhät  wol  gedencken,  das 
gewalt  für  recht  gieng,  wurden  euch  kein  willen  daryn  geben, 
und  liesz  ein  rhät  noch  hättigs  tags  by  ir  vorgegebnen  er- 3» 
kanntnusz,  so  am  mentag  hie  vor  beschechen  wer,  blyben:  das 
sy  an  dem  ort  kein  galgen  haben  wölten,  dann  ye weiten  nie 
keiner  do  gstanden  wer.  Wölt  man  aber  nach  hüt  by  tag 
handien  nach  lut  des  ersten  anläsz,  was  dann  do  gesprochen, 
wurd  ein  rhät  der  statt  Basel  darby  bliben  Ion.  ^ 

3.  B  n.  E:  X  ort  (statt  IX). 

1)  Die  Zahl  10,  wie  B  und  £  haben,  ist  jedenfalls  ungenau;  denn 
ohne  die  sog.  Zugewandten  waren  es  nur  9,  mit  Inbegriff  von  Biel  und 
MiUhausen  Mngegen  11;  s.  oben  8. 157,  A.  7. 

2)  Vgl.  oben  S.  157  die  Verhandlung  vom  3.  Juli,  wo  der  Vertrag  vom 
18.  April  als  unYeränderliehe  Grundlage  Yorbehalten  worden  war. 

3)  Diesem  Bündnisse  sum  Schuti  des  evangelischen  Glaubens,  welches 
Bern  und  Zürich  am  25.  Juni  1528  geschlossen  hatten,  war  Basel  am  3*  M&n 
1529  beigetreten;  s.  Eidg.  Absch.  IV  la,  8.  1522 ff. 


1531.  159 

Nftch  disem  bäten  die  Eydgnossen  abei  wie  vor,  man 
weite  by  dem  abscheid  bliben  Ion.  Uff  das  ward  ynen  die 
antwuit  wie  vor  gemeldt.  Do  die  Eidgnossen  sollichs  horten, 
was  des  grossen  rhäts  meinung  was,  do  hand  sy  den  grossen 
srhftt  cTYorderet  nnd  ermant,  und  euch  inen  gebotten  by  den 
geschwomen  pündten,  das  sy  es  selten  daiby  bliben  Ion  und 
darwider  nit  handlen.  Uff  sollichs  hat  ein  rhät  und  sechs  ge* 
antwuit:  Dwyl  inen  so  hoch  gebotten,  des  sy  sich  nit  ver- 
sechen,  so  es  aber  [237]  ye  disen  weg  haben  wfilte,  mflszten 

Msy  es  darby  bliben  Ion,  und  wölten  nach  hüt  by  tag  kein 
willen  Kum  galgen  geben,  und  wölten  nun  hinfür  keyn  tag- 
satsung  mer  besuchen,  bisz  diser  handel  zu  end  käme^). 

Nflch  disen  dingen  ward  wytter  darinn  gehandlet,  näm- 
lich: Das  Basel  solt  zwen  man  nemmen  von  deren  von  Sola- 

ts  thum  underthänen,  und  selten  die  von  Solathurn  zwen  nemmen 
von  deren  von  Basel  underthänen,  darzu  selten  die  von  Bern 
dry  irer  rhatsfrfinden  geben.  Dise  yben  mann  selten  zusamen 
sitzen,  und  selten  euch  ire  herren  und  oberen  sy  irs  eyds  er- 
lassen,  und  ein  eydt  uff  ein  niiws  thun,  g&tlich  ze  handlen 

3Boder  rechtlich  darumb  ze  sprechen.  Darby  ists  bliben;  und 
hat  ein  statt  Basel  und  Solathurn  yegklich  ir  bottschafft  darzu 
verordnet,  den  handel  vor  den  siben  mannen  ze  volfieren. 
Und  hands  ann  dhand  gnommen,  uff  den  span  geritten,  und 
uff  yegklichem  span  clag  und  antwort  gehfirt,  darinn  gfltlich 

Sund  lechtlich  gehandlet,  euch  an  allen  orten  steyn  gesetzt, 
und  ein  vertrag  uffgericht^}.  Aber  darumb  der  uffbruch  sich 
begeben,  den  galgen  berflren,  hand  sy  gesprochen'):  Das  der 
selbig  galg  hin  und  ab  weg  soll  gethon  werden,  und  zu  eewigen 

1)  B.  h.  Basel  protestierte  swar  gegen  die  proyisorische  Wiederher- 
stellung des  Galgens  durch  die  yermittelnden  Orte,  versprach  aber  doch,  sich 
jeder  Feindseligkeit  gegen  Solothurn  bu  enthalten,  und  erklärte  nur,  bis  lur 
endgiltigen  Entscheidung  dieses  Streites  keine  Tagsatsung  mehr  besuchen 
SU  wollen.  Vgl.  hiesu  B.  Chron.  I  128,  auch  Eidg.  Absch.  IV  Ib,  8.  1068 
den  Brief  Basels  vom  6.  Juli  an  den  Vogt  zu  Famsburg. 

2)  8.  hierüber  Eidg.  Absch.  8.  1088 ff.,  sum  16.  Juli,  ferner  den  su 
Ölten  gefällten  Schiedspruch  Yom  27.  Juli,  Stadt.  Urk.  No.  2960,  der  in  den 
Eidg.  Absch.  fehlt. 

3)  Ueber  diesen  Streit  hatte  das  Schiedsgericht  am  15.  Aug.  su  Aarau 
einen  neuen  Vergleich  Torgeschlagen,  der  am  22.  in  Basel  Yom  Grossen 
Rath  angenommen,  Yon  Solothurn  jedoch  verworfen  wurde;  s.  B.  Chroi^.  I 
129 ff.  und  Eidg.  Absch.  IV  Ib,  8.  llOSff.  Hierauf  blieb  die  Sache  lange 
Zeit  unerledigt,  bis  auf  Basels  Antrieb  im  Dec.  1532  neue  Verhandlungen 
in  Bern  begannen,  bei  welchen  schliesslich  die  hier  folgenden  Bedingungen 
die  beidseitige  Zustimmung  erlangten;  s.  Eidg.  Absch.  S.  1445 ff.  Den 
Wortlaut  dieses  Vertrages  yom  13.  Dec.  1532  s.  St&dt.  Urk.  No.  2974. 


160  Konrad  Schnitt. 

Sitten  im  zwing  und  bann  Gempen  nit  solle  uffgeiioht  werden. 
Darzu  sollen  ouch  die  von  Solathuin  dftselbst  zu  Gempen  ab 
keinen  malefitiisohen  personen,  so  das  leben  verwürekt  band, 
weder  mit  strick,  rad,  fhiir  oder  ander  gestalt  vom  leben  zum 
tod  richten,  dann  allein  die,  so  umb  malefitzisch  [237^]  Sachen  i 
im  zwing  und  bann  geÜBingen  werden,  so  mit  dem  seh  wert 
gericht  ze  werden  verschuldt  hand,  und  keiner  anderer  gestalt 
an  dem  ort  zu  Gempen  richten  sollen,  mit  der  läterung:  wann 
die  von  Solathurn  dftselbst  zu  Gempen  mit  dem  schwort,  wie 
obstat,  richten  wellen,  das  sy  dann  zu  Gempen  die  stftl  har{ur  u 
tragen  und  stellen  mögen,  und  wann  die  urtel  ergangen  ist, 
so  sollen  sy  dann  die  stfll  wider  dannen  und  hinweg  thun. 
Den  costen  betreffen  ward  abgeredt,  das  yeder  teyl  einen 
oosten  an  im  selbs  haben  solt.  Und  ward  die  sach  also  su 
1531  ennd  brächt  im  summer  des  1531  jftrs^)  [und  wirt  der  galgen-i> 
krieg  genempt]'). 

[B]  Von  eim  cometen  am  himeP). 

▲vg.  i&         Im  1531  järe,  zinsztag  nach  Laurentii,  entstund  zu  nacht 
wann  der  mon  u^eng,    ein  comet  am  himel,  schier  glych   | 
einer  ruten;  treibs  14  nacht  ^).    Wust  nieman,  was  es  bedüttet,» 
bisz  harnäch   sich  vil  rerloffen;  meint  man,    er  hett  sollichs 
bediittet. 

[SB]  Von  einem  grusamen  grossen  hagel. 

Bepi  4  [386^]  Anno  1531  am  mentag  nach  sant  Verennen  tag  [su] 

abent  [nft^h   der  fünffken  stund]    kam   zu   3asel   ein  grosser  2^ 
hagel  ^},  das  stein  fielen  als  grosz  als  hunnereyer  und  kleinnet, 

1.  B  IL  E:  in  cwing  und  btnii.  24.  8:  vff  den  abent. 

1)  Die  irrige  Auffassung,  als  ob  der  Streit  schon  durch  den  Aanoer 
Vertrag  Yom  15.  Aug.  1531  seine  endgiltige  Erledigung  gefunden  bitte, 
findet  sich  aueh  in  B.  Chron.  1 129  ff.,  und  acheint  demnach  in  Basal  sehr  Te^ 
breitet  gewesen  su  sein.  Jedoch  sind  die  im  Text  angefahrten  Bedingungen 
in  ihrem  gansen  Umfang  erst  im  Vertrage  yom  13.  Beo.  1532  enthalten; 
YgL  oben  S.  159,  A.  3. 

2)  Wie  hier  der  Qalgenkrieg,  so  werden  noch  andere  Feldaüge  jener 
Zeit  nach  ihrem  Spitsnamen  benannt  in  einer  Anonymen  Chronik,  deren 
BruchstQcke  sowohl  bei  Ertsberg  als  in  der  Hs.  S.  vorhanden  sind.  Aus 
diyer  Quelle  stammt  daher  möglicherweise  auch  der  vorliegende  Zusati, 
der  sich  einsig  in  der  Hs.,S.  findet 

3)  Statt  dieses  Abschnitts  hat  S.  den  ausführlichen  Bericht  Job. 
Carions. 

4)  YgL  Seb.  Francks  Zeitb.  Bl.  252,  auch  Carion. 

5)  Vgl  B.  Chron.  I  130. 


1531—1532.  161 

und  erschlug  den  win   an  den  reben,   und  die  fenster,  und 

gieng  nit  witter  weder  über  die  stat  Basel. 

[Und  stunden  die  reben  treffenlich  hüpsoh,  als  in  langer 

Dtt  ye.     Und  thet  der  hagel  grossen  schaden  ann  trübel  und 
5  ann  holts ;  und  welcher  ein  juchart  reben  hat,  lasz  under  den 

stocken   uff,    das  er  ongevärlich  ein   halb  fuder  wins  macht. 

Und  nam  der  überig  win   an  stocken  nit  vast  mer  zu,  und 

ward  ouch  nit  als  gut  als  sunst.     Und  galt  der  Baselwyn  vor 

disem  herpst  uff  Joannis  ein  som  5  pfund ;  und  galt  der  nüw  joni  24 
ioTon  disem  jär  ein  som  1  guldin,  und  ouch  1  pfundt,   darnach 

er  gut  was.] 

[£  49]  Von  grosser  kelty  und  schnee,  und  irer 

wurckung. 

Anno    1531   angends    des   winters   und   vast   durohuszhin  ^^^ 

u  was  es  £ast  kalt,  und  viel  vor  wyhenachten  ein  grosser  sehne,  ^^-  ^ 
lag  by    8  tagen.     Darnach,    nach  wyhenachten,  mentags   vor 
Valentin],  was  der  12.  tag  februarii,  fieng  es  aber  an  schnyen,  ^^  j^ 
und  weret  die  selbe  gantze  wuchen,   das  ein  sehne  viel,  mer 
dan  eyn  kny  hoch,    durch    das  gantz  land    hinweg  ^).     Und 

20  weret  fast  der  selb  schnee  bisz  reminiscere  in  der  fasten;  dopebr.  25 
brach  das  wetter  mit  regen,  das  er  nach  und  nach  hüpschlich 
abgieng.     Aber  darvor,  eeh  das  wetter  brach,  als  man  sich  zu 
Basel  besorgt,  er  wurd  on  schaden  nit  zergon,  ettlich,  so  bösz 
tächer  uff  iren  hüseren  betten,  stieszen  den  sehne  herab.   Ouch 

sgebott  man  by  10  s,  das  ein  yeder  vor  sinem  hiuiz  den  sehne 
dannen  solte  rumen.  Dann  worlich  sich  yederman  besorgte, 
solt  er  mit  einer  gechy  abgangen  sin,  m&cht  er  grossen  schaden 
thon  han.  [49^]  Wiewol  der  Ryn  und  Birszeck  fast  grosz 
wurden,  das  alles  volck,  das  uff  dem  Birszeck  sasz,  alles,  was 

36  sy  in   den  laden  hetten,  darusz  thetten.     Dann  der  Birszeck 
zunam   und  so  vast  wuchs,   das  es   darzu  kam,   das  man  am 
zinstag  nach  reminiscere  umb  die  zwey  in  der  nacht  sturmpte  Febr.  27 
über  den  Birszeck  mit  der  bäpstglocken  >).     Aber  es  zergieng 
wol,  das  er  kein  schaden  thet. 

35 [BE]  Von   einem   grossen   erschrockenlichen   mort  zu 

Basel. 

[238]   Im   1532  järe,    soimtags   vor  Laurentii   uff  mittag  1532 

Aug.  4 

1}  Vgl  B.  Chron.  I  139. 

2)  Gemäss  der  neuen  Ordnung  bei  Wassennoth,  vom  4.  April  1531; 
TgL  oben  S.  136,  A  2. 

BMlar  ChronOcen.    VL  11 


162  Koniad  Sobnitt. 

zwüschen  zwfilffen  und  eim,  hat  sich  ein  giosz  erschrockenlich 
mort  begeben  ^).  Es  was  ein  wolhabendei  buiger,  ein  geweibs- 
man  [mit  namen  Stoffel  Bourngartei,]  hat  ein  junge  £rowen, 
was  ouch  eins  burgeis  und  kouffmans  tochter'),  und  waren 
beyde  jung,  und  siben  jar  by  einander  gsin.  Do  b^ab  es  & 
sich,  das  der  mann  etwas  misztruwen  zu  der  frowen  überkam 
des  knechts  halben  ^),  meint,  sy  hett  mit  im  zu  schaffen.  Und 
schickt  uff  ein  zitt  den  knecht  hinweg,  und  nam  darnach  die 
frowen  under  dsporen  und  fürt  sy  in  ein  kameren,  und  wolt 
von  iren  wissen,  was  sy  mit  dem  knecht  zu  schaffen  hett.  i^ 
Do  verjach  sy  im,  sy  hett  mit  im  ze  schaffen  und  sin  willen 
zum  dickeren  mal  gethon^].  Nach  [238^]  sollichem  hiesz  er 
sy  usz  dem  husz  gon  von  im,  zu  irem  vatter,  als  es  ouch  be- 
Schach.  Glych  in  ettlichen  tagen  darnach  leiten  sich  die 
friintschafit  daryn  und  handleten  mit  inen  beyden,  das  syi:^ 
wider  zusamen  selten  gon  und  einander  verziehen.  Und 
kug.  1  kamen  uff  donnstag  vor  dem  obbemelten  sonntag  wider  zu- 
Ang.  4  Samen.  Und  uff  den  yetzgemelten  sonntag  assen  ire  fründ  by 
inen  in  irem  husz  zu  imbisz;  und  nach  dem  mal  giengen  die 
fründ  alle  hinweg.  Nach  sollichem  schickt  sy  die  junckfrow» 
in  die  predig,  und  hiesz  die  zwey  kind,  so  er  von  der  ersten 
frowen  haf^),  anmercktgon,  ops  zu  kouffen.  Und  do  die  alle 
hinweg  waren,  do  verriglet  er  die  huszthüren  <^),  damit  nieman 
ins  husz  komen  mocht.  Nach  dem  hiesz  er  die  frowen  hinuff 
in  kameren  komen  und  das  tfichterlin,  so  sy  beidy  by  einander  s 
überkommen  hatten,  mit  ir  nemen,  was  vier  jar  alt  ^}.  Und  do 
die  fräw  mit  dem  kind  hinuff  für  die  kameren  kam,  do  zuckt 
er  sinen  weydner  usz,  den  er  hat  lassen  daruff  schlyffen,  und 
ermurte  do  die  frow  und  das  unschuldig  kind  ellendigklich. 
Und  do  sy  bedy  todt  waren,  gieng  er  uff  den  österrich  bimso 
zugfenster,  und  thet  ab  sinen  gürtel,  degen  und  schuch,  und 

4.  Naehtr&glicher  Zusatz  in  E:  Heinrich  DaridB  desz  rlths.. 

1)  Vgl.  hierüber  B.  Chion,  1 140  ff.  u.  IV  98,  auch  unten  den  AnoDymus 
bei  Schnitt,  femer  Ertzberg  k.  J.  1532. 

2}  Elsbeth,  die  Tochter  Heinrich  Davids,  des  Zunftmeisters  zum  B&ren. 

3)  Namens  Engel;  s.  B.  Ghron.  IV  98. 

4)  Dieses  Oeständniss  war  ein  envungeneSi    indem  er  die  Fraa  mit 
gezücktem  Degen  bedrohte;  s.  ebend.  I  140. 

5)  Er  war  dreimal  verehelicht  und  hatte  noch  aus  zweiter  Ehe  ein 
Kind;  s.  ebend.  I.  141. 

6)  Ueber  sein  Haus,  an  der  Freien  Strasse,  s.  ebend.  IV  98,  A.  4. 

7)  Dieses  sein  Kind  dritter  Ehe  hiess  Elsbeth  wie  seine  Matter; 
s.  ebend. 


1532—1535.  163 

band  ein  brieff  Tornen  an  ein  nestel,  darinn  alle  Handlung 
gi^chriben  stund.  Und  sprang  vom  österlich  hinab  an  gassen, 
und  viel  steynhört  zu  todt. 

Im  brieff  stund,  wie  sy  im  yerjechen  hett  mit  dem 
sknecht,  und  ouch  wie  er  das  mort  thun  weit,  ouch  wariunb 
er  das  unschuldig  [239]  kind  get&dt  het,  nämlich  darumb,  das 
es  nit  sin  wer,  und  in  laster  empÜEUigen,  damit  kein  Übels 
mer  von  im  käme.  Es  stund  ouch  darinnen,  das  er  gott  den 
allmechtigen   sum  dritten  mftl  angerAfft  hette,  das  er  im  als 

10  eim  yeraswyffleten  menschen  w&lte  gnädig  sin.  Es  stund  ouch 
darinn,  das  der  knecht  in  umb  eer,  lyb  und  gut  brächt  hett, 
und  so  im  der  allmechtig  gott  nit  barmhertzig  sin  wurd,  hett 
er  yn  umb  soUichs  ouch  brächt.  Es  stund  ouch  darinn,  das 
er   mengklich   warnet,   sich   ze  hflten   vor  jungen    torechten 

15  frowen.  Er  hat  ouch  disen  brieff  geschriben  an  ein  ersammen 
rhät  der  statt  Basel. 

Nach  sollicher  thät  wart  das  gericht  gefftrt  über  die 
£rowen  und  tochter  i).  Und  wart  darnach  er  morndisz  am 
menntag,  nach  ergangner  urteil,  also  todt  uszgeschleifft  und  Aug.  5 

20  mit  dem  rad  gerichtet.  Und  als  er  ongevärlich  vier  stund  uff 
dem  rad  gelegen ,  ward  er  wider  herab  gethän ,  inn  ein  yasz 
geschlagen  und  Ton  dem  nächrichter  uff  den  Khyn  geschickt. 


[BS]   Von  grossem  wind,  regen,  donnder  und  plitzen. 


Am  22.  tag  hornungs  im  15*33  järe,   was  der  herren  fasz-p^^ 


22 


2s  na4sht  äbent,  weyget  der  wind  den  tag  dar  vor  so  grusamlicb,  Febr.  21 
als  ye  gehört  was  2).  Den  selben  gantzen  tag  regnet  es  treffen-  Febr.  22 
lieh,  dondret  und  plitzget  nach  mittag.  Morndis  an  [239^]  der  Febr.  23 
herren  ÜEisznacht  viel  ein  grosser  schnee. 

[B]  Von  yil  regen  und  einem  fruchtbaren  jär^). 

30  [239^]  Im   1535  järe  z&igt  sich  der   summer  anfängklich  1535 

wol;  meint  yederman,  wurd  ein  warmer  summer.     Und  fieng 
an  regnen  uff  Laurentii,  und  treibs   bisz  nach  Martini,  das  Ang.  10 
selten  zwen  tag  an  eynander  sch&n  wären.     Darnach  ward  es  Nor.  11 
kalt   und  drocken   bisz   wienachten,  und  viel    ein    zimlicher  Dee.  25 

&  schnee,  ward  fast  kalt. 

1}  Von  beiden  Leichen  wurden  Wahrseichen  genommen;  b.  Wochen- 
ausgabenb.  XV  343,  auch  B.  Chron.  I  99. 

2)  Vgl.  unten  die  entsprechende  Nachricht  im  Anonymas  bei  Schnitt. 
3}  Ueber  diesen  und  den  folgenden  Absohnitt  b.  oben  S.  102. 

11* 


164  Konrad  Schnitt. 

(153«)  Disz  jär  ^)  ward  so  ein  fiuohtbar  jär  ann  win  und  kom, 
und  wart  so  vil  wyn  an  allen  orten,  als  in  30  jftren  yeman 
denckt,  aber  sur  win.  Gralt  ein  som  landtwin  14  s.,  ein 
yiemtzel  kom  15  s.,  und  schanckt  man  ein  mSaz  wyn  umb 
2  pfennig.  s 

[B]  Von  einem  kalten  winter  und  warmen  summer. 

1636         Darnach  im  1536  järe^)  ward  ein  kalter  winter,  und  wäret 
lang.     Und  was  reben  nit  deckt  waren,  die  erfruren  all,  das 

(is37)man  sy  uff  den  frfllingS)  must  abhowen,  zu  statt  und  land. 
Und  wart  ein  warmer   summer,  als  lange  sitt  ye  was  gsin;  u 
ward  yast  gut  wyn,  und  starck;  galt  eyn  som  33  s. 

i)  Nftmlioh  das  Jahr,  welohes  mit  der  eben  erwähnten  Weihnacht 
von  1535  begann,  also  1536.  Ueber  die  billigen  Preise  und  die  Frucht- 
barkeit diesea  Jahres  vgl.  B.  Chron.  1 147  u.  150. 

2)  D.  h.  nach  dem  Sommer  dieses  Jahres,  also  im  Winter  1536/37. 

3]  Also  im  Frühling  1537. 


Beilagen, 


I. 

Die  Sclinittisclie  Handsclirift. 

Die  Yon  Eonrad  Schnitt  gefertigte  Handschrift  S  2  der  Vater^ 

5  ländischen  Bibliothek  in  Basel,  die  wir  schon  bisher  kurzweg  mit  S 
bezeichnet  haben,  bildet  einen  stattlichen  Band  von  636  Blättern 
in  folio,  Ton  welchen  jedoch  sowohl  die  vordersten  100  als  auch 
die  hintersten  136  leer  geblieben  sind.  Die  meisten  dieser  leeren 
Blätter,    nämlich  94   am  Anfang   und   122   am   Schluss,    sind   zu- 

10  gleich  Ton  geringerem  Papier,  mit  dem  Wasserzeichen  der  Traube^), 
während  die  übrigen  durchweg  das  Zeichen  des  Bären  tragen.  Diese 
letzteren  Blätter  sind  es  also,  welche  den  £ern  der  Hs.  bilden,  und 
neben  ihnen  erscheinen  diejenigen  mit  der  Traube  nur  als  eine 
spätere  Erweiterung.    Auch  von  den  beschriebenen  Blättern  mit  dem 

15  Zeichen  des  Bären  wurden  mehrere  Lagen,  wie  wir  noch  sehen 
werden,  erst  nachträglich  eingeheftet^).  Dies  alles  aber  geschah, 
noch  bevor  der  Schreiber  der  Hs.,  also  Schnitt,  die  Foliatur  an- 
brachte. Denn  wiewohl  diese  die  vordersten  41  Blätter  übergeht 
und   erst  beim  folgenden  mit   1  beginnt,   so  umfasst  sie  doch  zum 

2oTheil  noch  die  Blätter  mit  der  Traube,  und  ebenso  zählt  sie  auch 
die  nachträglich  eingehefteten  Blätter  alle  mit.  Immerhin  ist  diese 
Foliatur  theilweise  ungenau,  indem  sie  sowohl  Bl.  250 — 259  als 
auch  BL  314  überspringt,  didfür  aber  13  Blätter  doppelt  hat,  nämlich 
BL  106 — 115,   351,   416    und   433.     Sie  reicht  übrigens    nur  bis 

25  Bl.  458,  d.  h.  um  ein  einziges  Blatt  weiter  als  der  Inhalt  der  Hs., 
der  auf  Bl.  457  mit  dem  Jahre  1541  schliesst,  und  die  übrigen 
135  leeren  Blätter  tragen  keinerlei  Bezeichnung. 

Diese  Foliatur  ist  in  römischen  Ziffern  zwar  durchweg  von 
derselben  Hand  geschrieben    wie  der  Inhalt.     Doch  unterscheiden 

30  sich  die  9  letzten  Blattzahlen,'  450 — 458,  von  allen  früheren  sehr 

1)  Die  122  Blätter  am  Sofaluss  sind  in  der  Weise  getheüt,  dass  zwischen 
die  ersten  12  und  die  übrigen  110  noch  6  Blätter  mit  dem  Bären  ein- 
geheftet sind. 

2)  8.  unten  S.  166. 


166  Konrad  Schnitt. 

deutlich  durch  kleinere  Schrift  und  andere  Fassung  der  Zahlen^],  so 
dass  mit  Bl.  450  für  den  Schreiher  augenscheinlich  ein  neuer  An- 
satz hegann,  während  vorher  die  Foliatur  nur  his  BL  449  gereicht 
hatte.  Da  nun  auf  letzterem  Blatte  der  Inhalt  bis  z.  J.  1539  reicht, 
so  ist  die  jüngere  Foliatur,  Ton  BL  450  bis  458,  wohl  erst  in  diesem  5 
Jahre  hinzugefügt  worden,  während  die  ältere  jedenfalls  schon  früher 
Torhanden  war. 

Einen  ähnlichen  Unterschied  wie  an  der  Foliatur  bemerken 
wir  auch  am  Texte,  indem  der  letzte  Theil,  BL  395 — 457,  mit 
blasserer  Tinte  geschrieben  ist  als  der  sonstige  Inhalt  der  Hs.,  der  it^ 
auf  BL  394  bis  z.  J.  1537  reicht.  Dieser  letzte  Theil  umfasst  zu- 
nächst die  Ereignisse  der  Jahre  1537  bis  1541,  jedoch  keineswegs 
in  ungestörtem  Zusammenhang,  sondern  mehrfach  unterbrochen 
durch  eine  Reihe  von  Verträgen  aus  den  Jahren  1528  bis  153P}, 
sowie  auch  durch  einzelne  Urkundenauszüge  und  Chronikalien  desis 
XIII.,  XIV.  und  XV.  Jahrhunderts.  Dieses  ordnungslose  Durch- 
einander zeigt  uns,  dass  Schnitt  hier,  also  von  1537  an,  die  Zeit- 
ereignisse Jahr  für  Jahr  niederschrieb,  indem  er  zwischenein  noch 
Auszüge  aus  älteren  Schriften  eintrug,  die  er  früher  noch  nicht 
gekannt  hatte.  ? 

Mit  derselben  blassem  Tinte  wie  dieser  letzte  Theil  der  Hs. 
sind  auch  in  den  altem  Theilen  allerlei  kürzere  Abschnitte  ge- 
schrieben, welche  augenscheinlich  erst  nachträglich  eingeschaltet 
wurden.  Dasselbe  jedoch  gilt  auch  von  einer  Anzahl  nachträglich 
eingehefteter  Blätter,  welche  im  Ganzen  vier  Ghruppen  bilden,  nämlich  k 
BL  269—270,  309—312,  328—329  und  344—358.  Bei  dreien 
dieser  vier  Blättergruppen  ist  die  letzte  Seite  leer  geblieben,  und 
schon  diese  unvollständige  Ausnützung  des  Raumes  kennzeichnet 
sie  als  nachträgliche  Einheftungen,  wie  denn  auch  ihr  Inhalt  zu 
dieser  Voraussetzung  völlig  stimmt^).  Während  nun  der  mit  dunkler» 
Tinte  geschriebene  Hauptinhalt  der  Hs.  bis  1537  reicht  und  mithin 
erst  in  diesem  Jahre  vollendet  wurde,  sind  auch  diese  vier  Bl&ttei^ 
gnippen  noch  in  der  älteren,  schon  um  1539  entstandenen  FoUatur 
inbegriffen.  Sie  wurden  also  spätestens  in  letzterem  Jahr  in  die 
Hs.  eingeheftet,  worauf  dann  Schnitt  das  Werk  bis  zu  seinem  1541 3& 
erfolgten  Tode  noch  fortsetzte. 

Der  Einband  dieser  Hs.,  aus  Holz  mit  gepresstem  gelblichem 
Lederüberzug  und  reichverziertem,  doch  nicht  mehr  vollständigem 
Metallbeschläge,  ist  jedenfalls  noch  der  ursprüngliche.  Die  Innen- 
seite des  vorderen  Deckels  nehmen  zwei  gemalte  Wappen  ein,  deren  4« 
Ausführung  ganz  an  Schnitts  Wappenbuch  erinnert.  Dasjenige  rechts 
vom  Beschauer,    mit  einem  Halbmond  über  achteckigem  Stern,  in 


1)  Vorher  CCGGXLIX,  dann   aber  IIIIGL;   auch  ist  die  Form  der 
Ziffern,  i.  B.  von  L,  eine  gans  andere. 

2)  S.  unten  S.  172. 

3)  S.  unten  S.  171. 


Beilage  L  167 

sehwan  und  gelb  quergetheiltem  *Felde,  ist  Schnitts  eignes  Wappen  i). 
Dasjenige  links  hingegen,  mit  drei  weissen  Schildlein  in  blauem 
Felde,  ist  das  Wappen  seines  Berufs,  n&mlich  der  Malerzunft  im 
allgemeinen^).  Das  Schnittische  Wappenschild  trägt  den  offenen 
^  bargerlichen  Helm,  und  als  Helmzier  einen  Mohrenrumpf,  an  welchem 
der  Halbmond  über  dem  Stern  im  schwarz  und  gelben  Felde  sich 
wiederholt.  Der  Schild  des  Malerwappens  hingegen  trägt  den  adeligen 
Tumierhelm,  und  als  Helmzier  den  blau  gekleideten  Rumpf  einer 
Mohrin,  aus  deren  Schultern  statt  der  Arme  Hirschhörner  aufsteigen. 

^^  Der  Inhalt  dieser  Hs.  beginnt  mit  einer  Chronik   der  Kaiser 

und  Päpste,  welche  BL  60 — 164  einnimmt  und  von  Julius  Caesar 
bis  zur  Krönung  Ferdinands  I.  und  zur  Wahl  Pauls  III.  reicht,  also 
bis  1534.  Zur  Fortsetzung  dieser  »Kaiserhistorie«,  wie  der  Ver- 
fasser selber  sie  beiläufig  nennt^),  sind  Bl.  165 — 187  leer  gelassen, 

^^  und  erst  hierauf  folgt  auf  BL  188 — 394  der  viel  umfangreichere 
zweite  Theil,  nämlich  eine  genau  nach  den  Jahren  geordnete  Welt- 
Chronik,  welche  mit  Philipp  dem  Araber  als  den  »ersten  Kaiser 
der  Christen  €  beginnt  und  bis  1537  reicht.  Aus  diesem  langen 
Zeitraum  wird  hier  von  mancherlei  Ereignissen  berichtet,  und  zwar 

^^  meistens  von  solchen,  die  schon  ihres  mehr  lokalen  Gepräges  wegen 
in  die  Kaiserhistorie  nicht  gehörten.  Während  nun  diese  Chronik 
nach  1537  noch  fortgeführt  wurde  bis  1541^},  boten  hingegen  für 
die  Kaiserhistorie  diese  wenigen  Jahre  keinen  Stoff  zur  Fortsetzung, 
da   inzwischen   weder   beim  Kaiser  noch  beim  Papst   ein  Wechsel 

^  eintrat. 

Diese  Kaiserhistorie  zählt  von  Caesar  bis  Theodosius  48  römische 
Kaiser,  lässt  jedoch  auch  die  spätem  Beherrscher  des  weströmischen 
und  des  byzantinischen  Reiches  noch  folgen  bis  auf  die  Zeit  Karls 
des  Grossen.     Mit  diesem   nan  beginnt  eine   neue  Reihe,  nämlich 

^  die  der  deutschen  Kaiser,  deren  mit  Einschluss  Ferdinands  40  ge- 
zählt werden,  wiewohl  letzterer  damals  erst  römischer  König  war. 
Ausser  dem  Jahre  der  Thronbesteigung  und  der  Zahl  der  Regierungs- 
jahre werden  bei  jedem  Kaiser  nur  seine  wichtigsten  Thaten  er- 
wähnt.    Hinter  jedem  aber  folgen   noch   die  gleichzeitigen  Päpste, 

^  ebenfalls  mit  der  Zahl  ihrer  Regierungsjahre  und  mit  Erwähnung 
der  von  ihnen  herrührenden  Institutionen.  Ausserdem  enthält  diese 
Kaiserhistorie  auch  einzelne  Abschnitte,  welche  ausserhalb  dieses 
engen  Rahmens  liegen,  so  z.  B.  bei  Anlass  der  Völkerwanderung 
die  Geschichte  der  Gothen,   oder  beim  ersten  Auftreten  des  Islams 

^  die  Beschreibung  seines  Ursprung^  u.  s.  w. 


1)  Vgl.  oben  S.  93  die  Beschreibung  seines  Siegels. 

2)  Laut  gütiger  Mittheilung  des  Freiherrn  Kindler  von  Knoblooh,  die 
mir  durch  Dr.  B.  Waekemagel  übermittelt  wurde. 

3]  So  z.  B.  auf  Bl.  96:   der  keysser  historyen. 
4)  8.  oben  8.  166. 


168  Konrad  Schnitt. 

Den  Inhalt  dieser  Kaiserhistörie  schöpfte  Schnitt  aus  Ter- 
schiedenen  Quellen ,  deren  Angaben  nicht  immer  übereinstimmten. 
So  Iftsst  er  z.  B  Heinrich  IV.  48  Jahre  regieren,  doch  mit  der  Be- 
merkung: »etlich  halten  50  jar«  ^J.  Immerhin  macht  seine  Arbeit 
keineswegs  den  Eindruck,  als  ob  er  überall  nur  seine  Quellen  aus-  s 
geschrieben  hätte,  sondern  an  mancher  Stelle  tritt  er  unverkennbar 
mit  seiner  eigenen  Auffassung  hervor.  So  gibt  er  sich  z.  B.  bei 
Justinian  und  bei  Lothar  dem  Sachsen  als  einen  begeiaterten  An- 
hflnger  des  römischen  Rechts  zu  erkennen  ^j,  und  ebenso  tritt  er 
bei  Karl  dem  Grossen  mit  Wärme  für  das  deutsche  Kaiserthum  ein,  io 
indem  er  mehrere  Kaiser  nennt,  welche  selbst  den  besten  römischen 
noch  vorzuziehen  seien  3).  Zugleich  leg^  er  auch  für  die  Kirchen- 
geschichte  ein  lebhaftes  Interesse  an  den  Tag,  und  wie  sehr  er 
diese  ganz  nur  vom  Standpunkte  der  Reformation  aus  betrachtet, 
das  zeigen  uns  seine  Urtheile  über  das  Mönchthum  und  über  diei» 
Kardinäle^).  Nebenbei  tritt  auch  seine  Vorliebe  für  Genealogie  za 
Tage,  indem  er  z.  B.  eine  Stammtafel  der  Karolinger,  sowie  auch 
ein  Verzeichniss  der  ELinder  König  Albrechts  I.  einschaltet^). 

Während  Schnitt  in  dieser  Kaiserhistorie  bei  den  meisten  Kaisein 
nur  das  Jahr  ihrer  Thronbesteigung  angibt,  setzt  er  in  der  nach-3i) 
folgenden  Weltchronik  zu  jedem  Ereigniss  die  Jahrszahl  und  ordnet 
deshalb  auch  den  ganzen  Inhalt  genau  nach  der  Zeitfolge.  Diese 
Ordnung  ist  es  auch  allein,  was  die  aus  mancherlei  Quellen  hier 
zusammengestellten  Nachrichten  einigermassen  zu  einem  Ganzen  Ter- 
bindet.  Denn  im  übrigen  begnügte  sich  Schnitt  bei  der  Zusammen- 25 
Stellung  dieser  Weltchronik  mit  der  wörtlichen  Abschrift  seiner 
Quellen,  und  auch  da,  wo  er  über  dasselbe  Ereigniss  verschiedene 
Berichte  vorfand,  beschränkte  er  sich  darauf,  deren  Wortlaut  an 
einander  zu  fügen,  so  gut  es  eben  ging. 

So  bunt  nun  der  ganze  Inhalt  dieser  Compilation  zusammen-» 
gesetzt  ist,  so  erscheint  immerhin  Basel  als  derjenige  Ort,  welcher 
bei  der  Auswahl  des  Stoffes  Vorzugsweise  berücksichtigt  wurde.  Wie 
in  der  Kaiserhistorie,  so  erweist  Schnitt  auch  hier  sich  nebenbei 
als  ein  fleissiger  Genealoge,  indem  er  z.  B.  1218,  beim  Tode  des 
letzten  Zähringers,  eine  ausführliche  Stammtafel  dieses  Herrscher- 3^> 
hauses  und  aller  seiner  Erben  anbringt*].  Den  Anfang  des  Gänsen 
aber  bildet  die  Erwähnung  Philipps  des  Arabers  z.  J.  246  wohl 
einzig  deshalb,  weil  dieser  den  Christen  günstig  gesinnte  Kaiser 
von  der  mittelalterlichen  Tradition  kurzweg  als  »der  erste  Kaiser 
der  Christen  €  bezeichnet  wurde.  *>> 

Wiewohl  diese  compilirte  Weltchronik  in  der  Hs.  erst  auf  die 

1)  8.  Hs.  Bl.  128  b. 

2)  S.  ebend.  BL  101b  und  133b. 

3)  S.  ebend.  Bl.  104  b. 

4)  S.  ebend.  Bl.  140  b  und  151. 

5)  8.  ebend.  Bl.  116  und  149b. 

6)  S.  Hs.  BL  238  b  ff. 


Beilage  I.  169 

* 

Kaiserbistorie  folgt,  so  scheint  sie  dooh  noch  vor  dieser  geschrieben 
zu  sein.  Denn  in  letzterer  wird  offenbar  auf  die  Weltchxonik  ver^ 
wiesen,  wenn  wir  auf  Bl.  162  von  Kaiser  Maximilian  lesen:  »Und 
was  zu  sinnen  zitten  beschechen,  das  findt  man  hienach,  nach  der 
5  zal  der  jarenc.  Und  in  der  That  finden  sich  in  der  Weltchronik 
auf  BL  33 Off.  allerlei  Nachrichten  aus  dieses  Kaisers  Regierungsseit. 
Ueberhaupt  aber  zeigen  uns  schon  die  zedilreichen  Stellen,  wo  die 
Kaiserhistorie  und  die  Chronik  mit  einander  wörtlich  übereinstimmen, 
dass  für  beide  Schriften  dieselben  Quellen  vorlagen. 

lü  Auf  einen  vollständigen  Nachweis  aller  hier  benützten  Quellen 

müssen  wir  allerdings  zum  voraus  verzichten.  Doch  lässt  sich 
wenigstens  feststellen,  dass  namentlich  die  Weltchronik  zum  grösseren 
Theil  aus  einigen  Geschichtswerken  zusammengetragen  ist,  welche 
schon  damals,  d.  h.  vor  1537,  im  Drucke  vorlagen.    Hierher  gehören 

1^  die  Chronik  Johann  Carions^),  das  Zeitbuch  Sebastian  Francks^],  die 
anonyme  Augsburger  Weltchronik  ^),  Hartmann  Schedel^),  Etterlins 
Chronik  der  Eidgenossenschaft^)  und  die  lateinische  Chronik  des 
Johannes  Nanclerus^}. 

Neben  diesen  gedruckten  Quellen  sind  femer  die  damals  nur 

^handschriftlich  vorhandenen  Chroniken  Königshofens^),  Closeners 
und  Mathias  von  Neuenburg  zu  nennen,  sowie  auch  Felix  Fabris 
Historia  Suevorum.  Doch  bleibt  es  dahingestellt,  ob  Schnitt  diese 
Schriften  alle  direkt  benützte,  oder  ob  er  noch  weitere,  uns  im- 
bekannte Druckwerke   vor   sich  hatte,   zu   welchen   sie   bereits  als 

25  Quellen  gedient  hatten.  Noch  mehr  als  für  die  genannten  Schriften 
fällt  diese  Möglichkeit  in  Betracht  für  frühmittelalterliche  Werke 
wie  die  Annalen  von  Fulda,  oder  die  Schriften  Reginos  von  Prüm, 
Richers  von  Senones,  Hermanns  von  Reichenau  und  seines  Fort- 
setzers Berthold,   welche   alle   in    dieser  Compilation   durch   einige 

30  wörtlich  übereinstimmende  Abschnitte  vertreten  sind.  Ganz  aus- 
geschlossen erscheint  hingegen  ein  gedrucktes  Zwischenglied  bei 
den  Annalen  von  Colmar,  welche  wir  einzig  in  den  mit  blftsserer 
Tinte  nachträglich  beigefügten  Zusätzen  verwerthet  finden^),  und 
dasselbe  gilt  auch  von  der  sog.  Klingenberger  Chronik®]. 


1)  Gedruckt  in  Augsburg  1533. 

2)  Gedr.  in  Strassburg  1531. 

3}  Unter  den  zahlreichen  Ausgaben  dieses  Werkes,  die  mir  nicht  alls 
zugänglich  sind,  ist  es  die  Wittenbergische  von  1532,  welche  hier  am 
meisten  benützt  wurde;  doch  scheint  der  Compilator  auch  noch  andere 
Ausgaben  gekannt  zu  haben. 

4)  Gedr.  in  Nürnberg  1493. 

5)  Gedr.  in  Basel  1507. 

6)  Gedr.  in  Tübmgen  1516. 

7)  Von  Königshofen  gab  es  allerdings  die  sehr  verkürzten  Drucke  von 
1480  und  1487;  zugleich  aber  war  dieses  Werk  durch  zahlreiche  Hss.  verbreitet. 

8)  Sie  lassen  sich  von  1218  bis  1303  verfolgen;   s.  Bl.  238— 262b. 

9)  Vgl  z.  B.  Bl.  268  b  den  Zusatz  z.  J,  1336  mit  Hennes  Klingenb.  S.  67. 


170  Konrad  Schnitt. 

Durchweg  nur  handschriftlich  vorhanden  waren  auch  die  Ton 
Schnitt  henützten  baslerischen  Quellen.  Hierher  gehört  vor  allem 
Beine  eigene,  bis  1533  reichende  Chronik  der  Reformatioiiszeit,  und 
auch  mit  seinem  Wappenbuche  stimmen  einzelne  Abschnitte  wörtlich 
überein  ^).  Femer  kannte  er  die  Chronik  Erhards  von  Appenwiler,  ^ 
und  zwar  vermuthlich  aus  derselben  jetzt  verlorenen  Hb.,  welche 
für  die  Beinheimische  als  Vorlage  diente,  und  von  der  wir  früher 
sahen,  daas  sie  eine  bis  1487  reichende  Fortsetzung  enthielt^).  Wohl 
ebendort  fand  er  auch  die  Basier  Zusätze  zur  Sächsischen  Welt- 
chronik, sammt  den  Annalen  von  Paris').  Die  Deutsche  Colmarer-^«^ 
Chronik^)  hingegen,  und  ebenso  die  Rötelerchronik ^),  von  welchen 
beiden  bei  Appenwiler  nur  Auszüge  vorhanden  sind^),  Bcheint  er 
noch  aus  andern  Hss.  gekannt  zu  haben. 

Die  Grösseren  Basler  Annalen  kannte  Schnitt  aus  einer  Hs., 
die  sich  mit  keiner  der  bisher  bekannten  deckte.  Weiter  benützte  ^^ 
er  auch  baslerische  Aufzeichnungen  aus  den  Jahren  1473  bis  1529, 
welche  uns  sonst  nur  noch  bei  Cosmas  Ertzberg  erhalten  sind,  und 
die  er  an  einzelnen  Stellen  aus  dem  Rothen  Buche  der  Zunft  zum 
Himmel  ergänzte^).  Speziell  über  den  Schwabenkrieg  hingegen 
schrieb  er  dieselbe  zürcherische  Quelle  aus,  welche  wir  schon  beise 
Heinrich  Brennwald,  dem  Schwiegervater  seines  Freundes  Stumpf, 
verwerthet  finden^).  Einige  Basier  Notizen  z.  J.  1523  und  1526 
stimmen,  wie  wir  schon  früher  sahen,  genau  überein  mit  den  zer^ 
streuten  Nachrichten  in  der  Beinheimischen  Hs.^^),  und  ebenso  stimmt 
eine  Aufzählung  der  1476  bei  Murten  kämpfenden  Verbündeten  mit^ 
der  Anonymen  Chronik  der  Burgunderkriege  ^^).  Zwei  Nachrichten 
von  1501  und  1503  hingegen  sind  uns  auch  bei  Adelberg  Meyer 
erhalten  ^^].  Endlich  noch  stimmen  einige  kurze  Notizen  z.  J.  891, 
1189  und  1197  genau  überein  mit  einer  um  1550  geschriebenen 
Chronik  der  Basler  Bischöfe,  welche  in  einer  jetzt  in  Berlin  be- 
findlichen Wiederholung  von  Konrad  Schnitts  Wappenbach  ein- 
geheftet ist,    sowie  auch  mit  Stumpfs  Chronik.     Ihre  gemeinsame 


1)  Vgl  die  Nachrichten  z.  J.  1274,  1339,  1356,  1386  und  1417  mit 
Schnitts  Wappenb.  Bl.  28,  25  b,  26,  254  und  28.  Ueber  den  Inhalt  dieser 
Abschnitte  s.  oben  S.  95. 

2)  S.  B.  Chr.  V  444  ff. 

3)  8.  ebend.  IV  224  und  226. 

4)  Ausg.  von  J.  See,  in  Stöbers  Alsatia,  Bd.  1874,  S.  221  ff.,  ferner 
von  A.  Bemoulli,  Die  älteste  deutsche  Chronik  von  Colmar,  Colmar  18SS 
bei  J.  B.  Jung. 

5)  S.  B.  Chron.  VI  20  ff. 

6)  S.  ebend.  IV.  227  und  239. 

7)  S.  unten  die  Einleitung  zu  Ertzberg. 

8)  Ausg.  im  Anzeiger  1899,  S.  237  ff. 

9)  8.  oben  S.  78. 

10)  Vgl.  Bl.  327  mit  B.  Chron.  V  521  und  510. 

11)  S.  unten  die  Einleitung  zu  Adelb.  Meyer. 


*ü 


Beilage  L  171 

Quelle  war   also  vennathlich  ein  älterer,  jetzt  verlorener  Bischofs- 
katalog  ^). 

Neben  all  diesen  chronikalen  Aufzeichnungen  nahm  Schnitt  in 
sein  Werk  auch  Urkunden  und  Aktenstücke  auf,  soweit  ihm  solche 
5  zugänglich  waren,  so  z.  B.  den  bekannten  Stiftungsbrief  des  Klosters 
Luxem,  welcher  die  Jahrszahl  503  trägt 2).  Das  Verzeichniss  der 
Gefallenen  bei  Kappel,  von  1531,  wurde  schon'  oben  erwähnt^), 
und  ebenso  die  zwölf  Artikel  des  Bauernkrieges  von  1525^).  Speziell 
auf  Basel   beziehen  sich   einige   Steaerverordnungen  von  1420    bis 

10  1446,  welche  im  Liber  Diversarum  Rerum  des  Archivs  noch  er^ 
halten  sind,  sowie  auch  die  Urkunde  von  1445  zar  Verbannung 
des  feindlichen  Adels  '^J,  welche  Schnitt  aus  dem  Archive  seiner  Zunft 
kennen  mochte.  Eine  Urkunde  von  1351  hingegen,  über  das  Land- 
gericht im  Sisgau,  ist  uns  einzig  in  dieser  Hs.  erhalten*).     Femer 

li  kannte  Schnitt  das  alte  Chartular  von  St.  Leonhard^},  aus  welchem 
er  neben  der  kurzen,  von  Job.  Baumann  verfassten  Ghründungs- 
gesehichte  dieses  Klosters®)  noch  die  Urkunden  von  1135  und  1230 
verwerthete'),  und  auf  dieses  Stift  bezieht  sich  auch  eine  Urkunde 
von  1329  über  die  in  Basel  ansässigen  Juden,  deren  Wortlaut  uns 

^>  einzig  durch  Schnitt  erhalten  ist  ^®). 

Die  letztgenannte  Urkunde,  auf  Bl.  26d — 270,  nimmt  die  erste 
jener  vier  Blättergruppen  ein,  von  welchen  wir  oben  sahen,  dass 
sie  erst  nachträglich  eingeschaltet  wurden  ^^).  Den  Inhalt  der  zweiten 
Gruppe,  Bl.  309 — 312,  bilden  jene  bekannten  zwei  Briefe  von  1443, 

25  in  welchen  König  Friedrich  und  Herzog  Sigismund  die  Hilfe  Frank- 
reichs gegen  die  Eidgenossen  nachsuchten  und  dadurch  die  nach- 
herige Invasion  der  Armagnacken  herbeiführten^^).  Während  nun 
die  dritte  Qruppe,  Bl.  328 — 329,  nur  Chronikalien  von  1480  bis 
1485    enthalt  13),    besteht    die  vierte,    Bl.  344 — 358,    wieder    zum 

90  g^sseren  Theil  aus  Urkunden  und  Akten.  Hier  finden  wir  zu- 
nächst den  Vertrag  von  Dijon,  von  1513 1^),  sammt  einem  hierauf 
bezüglichen  Schreiben,   das  nur  hier  erhalten  ist^*^).     Weiter  folgt 

1)  S.  unten  Beilage  L  zu  den  Gr.  Basler  Annalen. 

2)  Ueber  diese  Urk.  s.  Th.  v.  Liebenau,  in  den  KathoL  Schweizer- 
blättem  1899,  S.  145  ff. 

3)  S.  oben  S.  100. 

4)  S.  ebend.  A.  3,  und  S.  127,  A.  6. 

5)  S.  B.  Urkumdenb.  VII  61  ff. 

6)  Abgedr.  im  Anzeiger  f.  Schweizergesch.  1896)  S.  318  ff. 

7)  Jetzt  im  St-Archiv,  St.  Leonhardf  Bd.  H. 

8)  Diese  soll  in  Bd.  VII  der  B.  Chron.  erscheinen. 

9)  8.  B.  Urkb.  1 19  und  81. 

10)  Abgedr.  im  Anzeiger  1900,  S.  275. 

11)  S.  oben  S.  166. 

12)  S-  B.  Urkb.  Vn  58  ff. 

13)  S.  unten  die  Späteren  Aufzeichnungen  bei  Schnitt. 

14)  S.  £idg.  Abschiede  III  2,  S.  734  ff. 

15)  Abgedr.  im  Anzeiger  1898,  S.  101  ff. 


172  Koniad  SchniU. 

das  französische  Bündniss  der  Eidgenossen  von  1521  ^}|  dann  der 
amtliche  Bericht  über  die  in  Basel  noch  im  nämlichen  Jahr  erfolgte 
Abschaffung  der  französischen  Jahrgelder  ^),  und  hieran  schliessen 
sich  die  einzig  hier  erhaltenen  Forderungen  der  sog.  Ansprecher  an 
Frankreich,  wegen  rückständigen  Soldes,  sammt  dem  betreffenden  i 
Tagsatzungsabsohied  von  1528  und  dem  Verzeiohniss  der  betheiligten 
Hauptleute  ^).  Ausserdem  enthält  diese  Gruppe  noch  jene  frühestens 
um  1524  verfasste  Beschreibung  alter  Bräuche,  welche  auch  in  der 
Beinheimischen  Hs.  uns  erhalten  ist^).  Eine  weitere  Gruppe  yon 
Urkunden,  nämlich  die  verschiedenen  von  den  beiden  Beligions-^^ 
Parteien  unter  den  Eidgenossen  geschlossenen  Bündnisse  und  Frie- 
densTerträge,  findet  sich  erst  im  letzten  Theil  der  Hs.,  auf  Bl.  398 
bis  449.  Aber  mitten  unter  diesen  Verträgen,  welche  alle  in  die 
Zeit  von  1528  bis  1531  fallen^),  ist  das  Manifest  gegen  die  Eid- 
genossen eingeschaltet,  welches  Maximilian  1499  während  desSchwa-i5 
benkrieges  erliess*}.  Endlich  bemerken  wir  noch  auf  BL  452  die 
bekannte  Urkunde  von  1254  über  die  Verheerung  des  Steinenklosters 
durch  Graf  Rudolf  von  Habsburg  ^. 

Neben  diesen  Urkunden,  welche  durchweg  schon  veröffentlicht 
sind,   haben   wir  von  den   chronikalen   Quellen    bisher  nur   solche^' 
aufgezählt,  welche  entweder  längst  bekannt  oder  wenigstens  —  wie 
Schnitts  eigene  Chronik  und  wie  die  Grösseren  Basler  Annalen  — 
nicht  hier  allein  uns  erhalten  sind.     Es  bleiben  daher   noch  die- 
jenigen Aufzeichnungen   zu  erwähnen,   welche   wir  auf  keine  uns 
bekannte  Quelle  zurückzuführen  vermögen,  und  die  ¥dr  mithin  einzig  ^ 
aus  dieser  Hs.  kennen.    Beginnen  wir  mit  der  älteren  Zeit,  so  be- 
merken wir  in  dieser  Compilation  vom  VIT.  bis  hinab  in  die  Mitte 
des  XIV.  Jahrhunderts  eine  Reihe  von  Nachrichten,  welche  meistens 
die  fränkischen  und  deutschen  Könige  betreffen,  und  die  wohl  aus 
irgend    einem    noch    unermittelten    Druckwerke   weltgeschichtUchen  3$ 
Inhalts  stammen  mögen.     Vermuthlich  auf  anderer,    unserm  Com- 
pilator  erst  später  bekannt  gewordener  Quelle  beruhen  hingegen  die 
zahlreichen,  mit  blasserer  Tinte  geschriebenen  Zusätze,  welche  theils 
in    der  Kaiserhistorie,    theils    in    der  Weltchronik    sich   vorfinden. 
Mit  749  beginnend,    handeln   dieselben   anfänglich  nur  von  kirch-^^) 
liehen  Stiftungen,  später  jedoch,  bis  1347,  auch  von  den  deutschen 

1)  S.  Eidg.  Abscb.  IV  la,  1491  ff. 

2)  S.  B.  Chron.  I  212  ff. 

3)  Abgedr.  im  Anzeiger  1898,  S.  108  ff. 

4)  8.  oben  S.  78  und  unten  die  Beilage  zu  den  Späteren  Aufzeich- 
nungen bei  Schnitt. 

5)  Diese  Verträge  s.  Eidg.  Absch.  IV  la,  S.  1277  und  1510ff,  IV  Ib, 
S.  395  ff.,  1467  ff.,  1514  ff.  und  1567  ff. 

6)  Dieses  Manifest  s.  bei  Anshelm  II  175  ff.  Das  in  demselben  ent* 
haltene,  in  der  Hs.  mit  Anshelm  nicht  völlig  übereinstinomende  Adels- 
verzeichniss  s.  im  Anzeiger  1899,  S.  143,  und  vgl.  ebend.  S.  172. 

7)  S.  B.  Urkundenb.  I  201. 


Beilage  I.  173 

Königen,  und  speziell  in  der  Kaiserhistorie,  wo  sie  bis  1458  hinab- 
reichen,  betreffen  sie  meistens  die  Päpste. 

Wichtiger  als  diese  dürftigen  Notizen   aus  der  älteren  Kaiser- 
und  Paps^eschichte  sind  für  uns  die  Nachrichten  aus  dem  XV.  und 

5  XYL  Jahrhundert,  namentlich  soweit  sie  Basel  berühren.  Hierher 
gehören  vor  allem  jene  schon  früher  erwähnten  Aufzeichiiungen  des 
XYI.  Jahrhunderts,  welche  wir  als  »Anonyme  Chronik  bei  Schnitte 
bezeichnet  haben  ^],  und  mit  diesen  steht,  wie  schon  früher  bemerkt 
wurde,  die  bis  1541  reichende  Fortsetzung  Schnitts  in  engstem  Zu- 

10  sammenhang^).  Die  Nachrichten  des  XV.  Jahrhunderts  aber,  soweit 
sie  zu  den  älteren,  mit  dunkler  Tinte  geschriebenen  Einträgen 
gehören,  sind  so  geringen  Umfangs,  dass  wir  sie  hinter  dieser 
Anonymen  Chronik  und  Schnitts  Fortsetzung  nur  als  Beilage  folgen 
lassen. 

15  Offenbar  aus  anderer  Quelle  stammen  diejenigen  Nachrichten  des 

XV  Jahrhunderts,  welche  mit  blasserer  Tinte  geschrieben  sind  und  mit- 
hin zu  den  späteren  Einträgen  der  Hs.  gehören.  Dieselben  umfassen 
den  Zeitraum  von  1400  bis  1487,  und  zu  ihnen  gehört  unter  anderm 
auch  der  Inhalt  der  nachträglich  eingehefteten  Bl.  328 — 329 ').  Ihrem 

24)  Ursprung  nach  bilden  sie  zwar  kein  Ganzes,  sondern  zerfallen  in 
verschiedene  Theile^).  Reihen  wir  aber  diese  dennoch  an  einander, 
so  erhalten  wir  eine  Sammlung  von  immerhin  sehr  massigem  Um- 
fange, die  wir  zum  Unterschied  von  der  Anonymen  Chronik  als 
»Spatere  Aufzeichnungen  bei  Schnitte  bezeichnen  können.     ViTeiter 

25  jedoch  gehört  zu  diesen  späteren  Einträgen  einzig  noch  jene  schon 
erwähnte  Beschreibung  alter  Bräuche,  welche  erst  nach  1524  verfasst 
wurde  ^),  und  diese  lassen  wir  dort  als  Beilage  folgen. 

Da  für  Schnitt   alle  diese  Schriften   nur   als  Quellen   dienten, 
aus  welchen  er  seine  Weltchronik  zusammenstellte,  so  nahm  er  aus 

3C  jeder  nur  dasjenige,  was  er  nicht  schon  anderswo  gefunden  hatte. 
Wir  dürfen  daher  bei  keiner  derselben  erwarten,  dass  sie  uns  irgend- 
wie vollständig  erhalten  sei.  Soweit  er  sie  aber  ausschreibt,  folgt 
er  seinen  Vorlagen  arglos  auch  in  den  gpröbsten  Entstellungen  und 
Missverständnissen,  so  dass  wir  z.  B.  zwei  Basler  Erdbeben,  welche 

35  nachweisbar  in  die  Jahre  1498  und  1499  gehören,  bei  ihm  z.  J. 
1098  und  1099  eingetragen  finden,  und  umgekehrt  eine  Strassburger 
Nachricht  von  1418  erst  bei  1518^}.  Ebenso  mag  es  schon  seinen 
Quellen  zur  Last  fallen,  wenn  einzelne  Daten,  die  sich  ursprCLnglich 
zweifellos  auf  den  römischen  Kalender  bezogen,   aus   Missverstand 


1)  S.  oben  B.  101. 

2)  8.  oben  8. 103,  und  vgL  unten  die  Einleitung  zum  Anonymus  bei 
Schnitt 

3)  a  oben  S.  171. 

4)  S.  unten  die  Einleitung  zu  den  Späten  Aufzeichnungen  bei  Schnitt 

5)  S.  oben  S.  172. 

6)  Näheres  s.  unten  in  der  Einleitung  zum  Anonymus  bei  Schnitt. 


174  Konrad  Schnitt. 

als  Monatsdaten   gegeben   sind,    so   dass   z.  B.  aus  3.  kal.    augusti 
(30.  Jali]  der  3.  August  wurde  ^). 

Schon  wenige  Jahre  nach  Schnitts  Tode  diente  diese  Hb.,  wie 
wir  später  noch  sehen  werden,  als  theilweise  Vorlage  für  zwei 
weitere  Hss.,  deren  eine  von  Adelberg  Meyer  gefertigt  ist,  und  die  $ 
andere  von  Cosmas  Ertzberg^).  Ausserdem  befindet  sich  noch  in 
der  Stadtbibliothek  zu  Bern  eine  Hs.  des  XVIII.  Jahrhunderts  3), 
welche  als  Abschrift  eines  »Gernierischen  Manuseriptsc  bezeichnet 
wird^),  deren  Inhalt  aber  sich  durchweg  als  ein  Auszug  aus  uxisrer 
Hs.  erweist.  Der  geschichtskundige  Antistes  Lucas  Geruler,  welcher  iv 
1675  starb,  hatte  demnach  einen  solchen  Auszug  besessen ,  der 
jedoch  nicht  mehr  vorhanden  ist^). 

Wie  wir  schon  früher  sahen,  fiel  bei  der  Erbtheilung  nach 
Schnitts  Tode  diese  Hs.  vermuthlich  seiner  Tochter  Susanna  zn^), 
welche  sich  nachher  mit  dem  Goldschmied  VergUius  Warenschlager  -^ 
verm&hlte.  Letzteres' Geschlecht  aber  scheint  schon  1625  erloschen 
zu  sein^,  und  da  wir  dessen  Erben  nicht  kennen,  so  müssen  wir 
uns  mit  der  Thatsache  begnügen,  dass  zu  Anfang  des  XIX.  Jahi^ 
hunderts  die  Hs.  sich  im  Besitz  des  geschichtskundigen  Pfarrers 
Marcus  Lutz  befand.  Dieser  aber  verkaufte  mit  seiner  reichhaltigen  '^ 
Büchersammlung  auch  diese  Hs.  an  die  Basler  Lesegesellschaft,  und 
so  gelangte  das  Buch,  unter  der  Signatur  S  2,  in  die  noch  jetzt 
von  dieser  Gesellschaft  gepflegte  »Vaterländische  Bibliothekc.  Noch 
aus  dem  XYIIL  Jahrhundert  scheint  hingegen  die  Aufschrift  auf 
dem  Rücken  der  Hs.  zu  stammen,  welche  lautet:  »Baslerisches  Jahr-  ^ 
zeitbuch  oder  Chronick,  geschrieben  im  XVL  Jahrhundert«,  und 
diese  allerdings  nur  theilweise  zutreffende  Benennung  trägt  sie  au^h 
in  dem  von  Lutz  noch  eigenhändig  gefertigten  Kataloge^). 

Wenn  nun  diese  Hs.  im  Ganzen  bisher  wenig  beachtet  und 
benützt  wurde,  so  erklärt  sich  dies  schon  aus  dem  Umstände,  dass  ^ 
sie  in  der  Vaterländischen  Bibliothek  von  Anfang  an  ihre  Auf- 
stellung nicht  unter  den  Schriften  über  Basel  fand,  sondern  unter 
denjenigen  über  das  Nachbarland  Elsass.  Immerhin  wurde  sie  schon 
1850  von  Jakob  Burckhardt  zu  seiner  Arbeit  über  Bischof  Andreas 
von  Krain  benutzt^],  und  ebenso  in  neuerer  Zeit  von  Dr.  Paul  Burck-  ^ 


1)  S.  unten  Beilage  I  zum  Anonymus  bei  Schnitt. 

2)  S.  unten  die  Einleitungen  zu  Adelb.  Meyer  und  C.  Ertiberg. 

3)  Mb.  H.  H.  vi  63,  Heft  3. 

4)  S.  ebend.  S.  44. 

5)  Wenigstens  finde  ich  ihn  nicht  unter  den  Antiquitäten  Gemleri- 
anae  der  Oeffentl.  Bibliothek. 

6)  S.  oben  S.  99. 

7)  S.  oben  S.  93,  A.  10. 

8)  S.  Vaterland.  Bibliothek,  Hb.  O  1,  S.2. 

9}  S.  Beiträge  V,  wo  z.  B.  S.  74  i.  d.  Anm.  auf  »das  sogenannte  Jahr- 


Beilage  H.  175 

hardt  in  seiner  Dissertation  über  Basels  Politik  im  Bauernkriege 
Ton  1525.  Dieser  letztere  Gelehrte  ist  es  denn  auch,  welchem  der 
Bearbeiter  der  Basler  Chroniken  die  erste  Kenntniss  dieser  Hs.  ver- 
dankt. 


n. 

Die  Aussagen  der  Rathsbücher  über 

Sclinitts  Chronik, 

Von  den  zwei  Eintragen  im  Wochenansgabenbuche,  welche  sich 
auf  den  Ankauf  Ton  Konrad  Schnitts  Wappenbuch   und    Chronik 

10  beziehen  1),  beruft  sich  schon  der  erste,  vom  2.  September  1553, 
auf  eine  vorausgegangene  Rathserkanntniss.  Diese  ist  jedoch  ver- 
loren, da  für  den  ganzen  Zeitraum  von  1545  bis  1584  die  Er- 
kanntnissbücher  im  Archiv  leider  fehlen.  Die  Rathserkanntniss  vom 
22.  November  1553  hingegen,  auf  welche  sich  im  Wochenausgaben- 

15  buche  der  Eintrag  vom  25.  November  bezieht,  ist  uns  glücklicher- 
weise dadurch  erhalten,  dass  sie,  ihrer  Wichtigkeit  wegen,  auf  Befehl 
des  Käthes  ins  Schwarze  Buch  geschrieben  wurde.  Aus  diesem 
Buche  nun,  wo  sie  auf  Bl.  160  sich  findet,  lassen  wir  sie  hier  folgen 
und  fügen  ihr  die  beiden  Einträge  des  Ausgabenbuches  bei,  wie  sie 

20  dort  S.  1178  und  1217  zum  2.  September  und  25.  November  1553 
stehen. 


a. 

Erkhandtnus  der  cionica,  so  wylendt  Cunradt  Schnitt 

selig  gemacht  hatt. 

25  Anno  domini  1553  uff  mittwoch  den  22.  tag  novembris.     H^^.  22 

Als    dan   abeimolen  Augustin  Schnitt,    wylendt  Cunradt 

Schnitten  seligen  eelicher  son,  von  wegen  des  wappenbuchs 

und  der  cronica,  die  sin  yatter  selig  gemacht,  und  er  der  son 

ufts   erkandtnus  miner  gnedigen  heiren  in  die  cantzley  uber<- 

id  antwortet  hatt,  diewil  er  die  eben  umb  ein  limblich  gellt 
andeischwo  wol  verkouffen  und  vertriben  mögen,  über  die 
zw&lff  guldin,  so  man  ime  derohalben  hievor  an  ein  badenfart^j 
gestüit,  umb  ein  vereerung  by  minen  gnedigen  herrcQ  ange- 

zeitenbuch«  vermesen  wird.   Die  dort  angegebene  Signatur  64  beruht  aller- 
dings auf  einer  Verwechslung. 

1)  8.  oben  S.  95,  A.  4. 

2)  D.  h.  an  eine  Badekur  in  Baden  im  Argau. 


176  Konrad  SchniU. 

sucht,  habent  min  gnedig  heuen  ime  noch  für  alle  anspioch 
10  gl.  zu  geben  sich  entschlossen;  doch  das  er,  der  gemellt 
Augustin  Schnitt,  darmit  geiüwiget  sin  und  min  gnedig  herren 
hinfiiio  vernei  derohalb  nit  mer  ansprechen  solle. 

Und  diewyl  sich  aber  befandet,  das  inn  disen  bedenk 
büechern  allerlei  Sachen  verzeichnet  standt,  daruss  der  statt, 
wan  die  selben  andren  liithen  khundtbar  werden  sollten,  gai 
bald  irrung  und  nachtheil  entston  möchten,  so  hant  ir  streng 
gnedig  wissheit  verner  erkhandt,  das  diss  bede  biiecher  hinuff 
inn  das  ober  gewelb^}  sollend  gelegt  und  verschlossen,  undi<^ 
niemergmer  daruss  oder  herab  genommen,  noch  jemandes  under 
banden  gegeben;  damit  solche  Sachen  in  geheimbd  sin,  und 
ein  statt  Basell  vor  wytherm  unrhadt  verhüettet  pliben  möge. 
Und  das  euch  diser  erkhandtnus  zu  ewiger  gedechtnus  ver- 
zeichnet und  inngeschriben  werden  solle.     Actum  ut  supra.     i> 

b. 
s«pt2  Samstag^  2.  Sept.  1553: 

Item   15  Ib  uss  erkanthnus   miner   gnedigen   herren  der 
rethen  Augustin  Schnitten  geben;  von  wegen  sins  vaters  seligen 
wappenbuch,  welches  min  gnedig  herren  hinder  sich  genommen  i^ 
haben. 

Not.  26  Samstag^  25,  Nov,  1553: 

Item  12  Ib  10  s.  uss  erkanthnus  unserer  gnedigen  herren 
Augustin   Schnitten  für  als   und  als   geben,   von   wegen   des 
wapenbuchs  und  der  cronica,  die  sin  vater  selig  gemacht  und!» 
min  gnedig  herren  hinder  sich  genommen  habend. 


m. 

Zur  Wassersnoth  von  1529  und  1530»  und  zur 

gleichzeitigen  Theunmg, 

In  Folge  der  höchst  verheerenden  Birsigfiberschwenunongen  von  ^ 
1529  tmd  1530^)  erliess  der  Rath  am  4.  April  1531   für  künftige 
Falle  von  Wassersnoth  die  sog.  Wasserordnnng,    die    uns    im  £^ 

1)  Ueber  dieses  Qewölbe,  das  1536  war  erbaut  worden,  s.  R.  Wacker- 
nagel  in  den  Mittheilungen,  N.F.  lY  12. 

2)  S.  oben  S.  132  ff. 


Beilage  lU.  177 

kanntnissbuch  IV,  Bl.  87^  ff.,  noch  erhalten  ist.  Dieser  Erlass  beginnt 
mit  einem  kurzen  Rückblick  auf  jene  zwei  XJeberschwemmungen, 
und  da  diese  Einleitung  hierüber  Verschiedenes  enthftlt,  was  zur 
Ergänzung  des  entsprechenden  Berichtes  in  Schnitts  Chronik  dienen 

&kanD,  so  lassen  wir  sie  hier  folgen.  Weiter  fügen  wir  als  Seiten- 
stück  zu  Schnitts  Bericht  über  die  gleichzeitige  Theurung  von  1530  ^) 
noch  die  hierauf  bezügliche  kurze  Aufzeichnung  des  damaligen  Rath- 
Schreibers  Ryhiner  bei'),  die  sich  von  seiner  Hand  sowohl  im  Er- 
kanntnissbuch  IV,  Bl.  77,   als    auch   im    Schwarzen  Buche   Bl.  21^ 

to  findet.  Wir  folgen  hiefÜr  dem  etwas  ausführlicheren  Wortlaut  der 
letzteren  Quelle,  und  bemerken  noch  zur  Einleitung  der  Wasser- 
Ordnung,  dass  sie  von  der  Hand  des  damaligen  Substituten  Johannes 
Zager  geschrieben  ist  3). 


a. 
i&  Wasserordnung. 

Aldann  nit  one  sonder  verhencknusz  gottes  des  almechtigen, 
umb  straff  willen  unserer  siinden,   so   teglich   wider  inn  mit 
uneikantlicher  luwung  bschechen,  uff  montag  den  vieizechen-  j^  j^ 
den  tag  brachmanats  nach  der  gepuit  Christi  unsers  eil&sers 

2otusent  funffhundert  zweinzig  und  niin,  und  darnach  abermals 
uff  sannt  Ulrichs,  was  der  viert  tag  höwmonats,   der  mindern  j^^ 
zaH)  drissig  jar  gezalt,  der  Byrsich,  so  durch  unser  statt  Basel 
flüst,  unversechenlicher  gstalt  gewachsen  und  angangen,  der- 
massen  sich  enb&rt  und  barin  gflossen,  das  die  hüser  an  der 

2s  Steinen  bisz  inn  das  halp  im  wasser  gstanden.  An  der  letze  ^) 
schüren  und  sunst  muren  und  grosse  gebüw  gwaltigcklich 
nidergerissen;  darzü  mit  mercklicher  und  grosser  ungestflme 
by  dem  Eselthurn  quallechtig  harin  getrungen,  sich  am  Bar- 
fÄsserplatz  ^)  bisz  inn  die  Wyssen  Gassen,  und  darnach  die  Gei- 


1)  S.  oben  8.  147  ff. 

2)  Ueber  ihn  s.  B.  Cbron.  IV  140. 

3]  Im  Erkanntnissb.  IV  nennt  er  sich  auf  Bl.  106,  und  ebend.  BL  114 
finden  sich  Einträge  von  seiner  Hand  bis  1532. 

4)  »Die  mindere  Zahl«  heisst  die  Zahl   der  Jahre   und  Jahrzehnte? 
mit  Weglassung  der  Jahrhunderte. 

5)  D.  h.  an  der  Stadtmauer,  welche  das  Birsigbett  überbrückte;   vgl. 
oben  S.  133,  A.  11. 

6}  Der  Barfüsserplats  bestand  erst  seit  kurzem,  in  Folge  Abbruchs 
der  dortigen  Kirchhofmauer. 

Baal«r  ChronikeiL    Tl.  12 


178  Konrad  Schnitt 

wergassen  herab  bisz  an  den  Kornmerckt.  Deszglicben  von  der 
sunfft  hu8z  zum  Bären  die  gantzen  gassen  herab  ^)  euch  hisz  an 
den  Kornmerckt,  und  von  dannen  hindenab  durch  die  Cremer- 
gassen ^j,  und  by  der  vorderen  Schol  hinab')  bisz  an  den  Visch- 
merckt  mit  unerhörter  grusamkeit  erwitert,  den  burgern  ire  >^ 
huser  zerzert,  verw&stet,  das  ir  hinweg  gfArt,  dermassen  das 
ein  gantz  gerüstet  gladen  schiff  on  hinderuug  oder  gruntrür^i 
allenthalp  inn  der  statt  wol  varen  mögen.  Bisz  in  drig  stund 
lang  gew£ret^]y  und  nachdem  er  verflossen,  die  gwelb  under 
der  statt  ^)  zerstossen,  die  psetze^j  und  zuvorab  das  ertrich  an  i 
dem  Yischmert  bisz  uff  das  gwelb  uffgcrissen,  das  man  alda 
die  rechten  frigen  richsstrasz  ^]  bruggen  müssen.  Dardurcb  ge- 
meiner statt  Basel  und  den  iren  grosser  und  onwiderpringck- 
lieber  schaden  begegnet,  so  da  billig  von  allen  gegenwiirtigen 
und  nachkommenden  bsitzern  diser  statt  Basel  hertzlich  gerärt«  * 
betrachtet,  zu  hertzen  gnomen  und  keinswegs  inn  ewig  zit  inn 
vergessz  gestellt  soll  werden. 

Damit  und  aber  dem  Birsich,  wo  der  dheinest  —  das  gott 
gnedigcklich  wenden  welle  —  widerumb  wurd  anlouffen,  eth- 
lichermassen  lufft  gemacht  und  gwert,  haben  unser  herren,  .- 
beyde  niiw  und  alte  rhät  diser  statt  Basel,  mit  hochem  und 
grossem  ernst  zu  hertzen  gnomen,  erwegen,  und  den  onwider- 
bringcklichen  schaden,  so  gemeiner  statt  Basel  und  den  iren 
durch  sollich  wassergrösse  begegnet,  euch  wo  es  me  geschecben, 
wie  dem  ethlichermassen  zu  furkomen,  betrachtet,  und  deszhalp  t 
ein  Ordnung,  wie  es  fürer  inn  wassern5ten  inn  einer  statt  Basel 
gehalten  soll  werden,  volgents  innhalts  angesechen^j. 


1)  Die  Freie  Strasse  herab. 

2)  Jetzt  Schneidergasse. 

3)  Also  die  Sporrengasse  hinab ;  s.  oben  S.  1 32,  A.  5.  —  Im  vorderen 
Theil  der  School,  gegen  die  Sporrengasse,  standen  die  Fleischbänke  für  den 
Verkauf,  während  im  hintern  Theile,  gegen  die  Sattelgasse,  das  Schlachthaus 
sich  befand. 

4)  D.  h.  ohne  aufzufahren. 

5)  Von  9  bis  12  Uhr  Vormittags;   s.  oben  S.  134. 
6}  D.  h.  die  theil  weise  Ueber  Wölbung  des  Birsigs. 

7)  Das  Strassenpflaster. 

8)  Als  freie  Reiohsstrasse  wird  hier  der  Fischmarkt  wohl  deshalb  be- 
zeichnet, weil  über  diesen  Platz  und  weiter  durch  die  Freie  Strasse  die 
älteste  und  wichtigste  Verkehrsader  der  Stadt  führte,  nämlich  von  der 
Schiff  lande  bis  zum  Aeschenthor,  also  vom  schiffbaren  Kheine  zur  Land- 
strasse nach  den  Jurapässen. 

9)  In  der  Hs.  folgt  hier  die  V^'asserordnung. 


Beilage  IV.  179 


b. 


Ze  wüssen,  das  im  1530  jaie  dhein  komschlag   gemacht,  isso 
Dann  das  körn  in  disem  jai  so  thur  gewesen,  das  ein  Tierntzel 
dinckel  6  Ib,  ein  vieriftzel  habein  4  Ib,  ein  sack  weyssen  7  Ib, 

sein  sack  Toggen  5  Ib  gölten^).  Und  so  ein  fromme  oberkeyt 
der  stat  Basel  nit  so  wol  an  den  iren  gefaren,  heile  es  vil  me 
gölten.  Aber  sy  gaben  den  bürgeren  mel,  was  kernen,  roggen 
und  habern  durcheinandern  gemalen,  allwegen  ein  sack  umb 
2  Ib   16  8.^),    one  das  umbgelt.     Daran  das  gemein  gut  ein 

K  grossen  verlust  gehept  hatt 

Ryhiner,  ratschriber. 


IV. 
Die  Kaiserkrönimg  zu  Bologna. 

1530. 

1^  Hinter  der  Chronik  Konrad  Schnitts  findet  sich  in  Berlingers 
Etterlin  auf  BL  53^ — 54^  eine  sonst  nirgends  erhaltene  Beschreibung 
der  Kaiserkrönang  Karls  V.  zu  Bologna^].  Der  unbekannte  Ver- 
fasser berichtet  offenbar  als  Augenzeuge  und  war  jedenfalls  ein 
Deutscher.     Dem  Papste  zeigt  er  sich  keineswegs    günstig  gesinnt, 

2öund  überhaupt  fasst  er  die  ganze  Feier  weniger  enthusiastisch  auf 
als  z.  B.  Cornelius  Agrippa  in  seiner  viel  ausführlicheren  Schilderung 
derselben^).  Auch  zeigt  uns  sein  Schweigen  tkber  das  Krönungs- 
mahl, dass  er  nicht  zu  den  Geladenen  gehörte  —  also  wohl  über- 
haupt nicht  zu  den  Höhergestellten. 

^->  Wenn  nun  gleich  zu  Anfang  der  »jung  margraff«  erwähnt  wird, 
ohne  nähere  Bezeichnung,  so  ist  damit  schwerlich  ein  Markgraf  von 
Baden  gemeint,  da  um  1530  aus  diesem  Hause  drei  Brüder  regierten, 
deren  Vater,  Markgraf  Christoff,  schon  1527  gestorben  war.  Weit 
0her  ist  daher  an  Markgraf  Joachim  H.  von  Brandenburg  zu  denken, 

3 'der  zum  Unterschied  von  seinem  noch  lebenden  Vater,  dem  Kur- 
fürsten Joachim  L,  wohl  >der  jangec  genannt  werden  konnte.  Jedoch 
bleibt  damit  nach  wie  vor  der  Verfasser  für  uns  ein  Unbekannter. 

1)  Vgl.  oben  S.  149. 

2)  Vgl.  oben  S.  148,  A.  6. 

3)  S.  oben.  S.  103.  Die  Gewissheiti  dass  dieses  Aktenstück  sich  mit 
keinem  der  zahlreichen  sonstigen  Berichte  über  diese  Krönung  deckt,  ver- 
danke ich  den  gefälligen  Mittheilungen  yon  Dr.  Ed.  Fueter  in  Göttingen. 

4)  De  duplici  coronatione  Caroli  V,  Ausg.  bei  Schardiu5(,  Epitome  11 
1256  ff. 

12* 


IgO  Konrad  Schnitt. 

[53^]    Keyser   Caioli    des   fünfften    krönung,    des  jäis 
1530  1530  zu  Bononia  beschechen. 

Febr.  22  Uff  den  22.  tag  februarii  versamleten  sich  die  bischöff'  und 

17  cardinäl  ins  bapsts  palast^),  in  einer  kleinen  capell,  all  an- 
gelegt mit  iren  mäntel,  eins  theils  meszgwend,  und  iie  hüt 
uff.  Sassen  all  da  nach  irer  Ordnung,  by  einer  stund,  von  16 
bisz  umb  17  ur^),  da  kam  keiserlich  mayestet.  Giengen  im 
vor  vil  grosz  Spangisch  herren,  Niderländer,  Walhen^),  wenig 
Tütsch,  der  jung  margräff^j,  und  sunst  vil  adels,  vast  wol  ge- 
kleydt;  was  vast  ein  grosz  getreng.  Het  keyserlich  mayestet  i 
ein  guldin  in  brun  samatrock  an,  mit  zöbel  gefAteret  Giengen 
im  vor  4  herolt,  und  trugen  im  die  Spangier  ^)  2  mazi^),  sinen 
scepter,  2  cronen^),  den  apffel  und  das  seh  wert  vor. 

Als  keyserlich  mayestet  in  die  capel  kam,  gieng  er  zum 
altar;  sassent  da  die  cardinäl  sancti  .  .  .,  vier  ait  mann^);  fien-i^ 
gent  die  pf äffen  an  ze  singen  die  letany.  Darnach  hielt  man 
ein  lange  sermon;  stund  nebent  keyserlicher  mayestet  der 
graff  von  Nassow^],  der  redt  vil.  Zu  letst  knüwet  keyserlich 
mayestet  nider,  hielt  man  ein  buch  ob  im,  lasz  ein  evangeli. 
Darnach  fiengent  sy  das  ampt  an  zu  singen,  bisz  uff  das  evan-  ^> 
geli;  da  wartet  man  des  bapsts.  Der  kam,  doch  spat,  gieng 
mit  sinem  gesind  hinyn,  het  ein  kostlichen  kormantel  an,  ein 
kostlichen  bischoff hut  ^^)  uff,  mit  edel  gestein  und  berlin  daran^ 
was  von  silbertuch  gemacht,  hinden  an  zipfflen^^]  gar  lange 
schöne  berlen;   het  vil  köstlicher  ring  an.     Het  man  im  ein:!s 

15.  In  der  Hs.  hinter  sancti  keine  Lftcke  gelassen.  25.  Hs.:  lange  schöne  b«rie 

1)  Clemens  VII  bewohnte  den  jetzigen  Palasso  Pubblico,  auf  der 
Westseite  des  Marktplatzes. 

2)  Nach  italienischer^  Uhr,  also  von  10  bis  11  Uhr  Vormittags. 

3)  Italiener. 

4)  Vermuthlich  Joachimpl,  Sohn  des  Kurfürsten  Joachim  I  von  Bran- 
de nburff;  s.  oben  S.  179. 

5)  Die  Namen  der  spanischen  und  italienischen  Edelleute,  welche  die 
Beichsinsignien  trugen  y  s.  bei  Cornelius  Agrippa ,  a.  a.  O. 

6)  Vielleicht  mazza,  Streitkolben? 

7)  Ueber  diese  2  Kronen,  vgL  unten  S.  181. 

8)  Vermuthlich  war  hinter  »sancti«  in  der  Urschrift  eine  LQcke  ge- 
lassen für  die  Titel  dieser  Kardinäle.  Uebrigens  waren  es  nicht  4,  sondern 
nur  2  der  ältesten  Kardinäle,  welche  den  Kaiser  abgeholt  und  hereingeföhrt 
hatten;  s.  Agrippa  a.  a.  O. 

9)  Heinrich  von  Nassau-Breda;   s.  ebend. 

10)  Die  Tiara. 

11)  An  den  herabhängenden  Schleifen. 


Beilage  III.  181 

siti  in  der  capell  köstlich  bereit;  keyseilicher  majrestet  euch 
einen,  doch  nit  so  k&stlicb. 

Dft  er  ein  wyl  gesessen  was,  gieng  keyserlioh  mayestet 
zu  im,  knüwet  oÄ  uff  und  nider;  die  wyl  lasz  man  und  redt 
öman  danwüschen.  Zu  letst  nam  der  bäpst  (Clemens  der  VI!) 
die  ysen  kron^j,  satzt  sy  keyserlicher  mayestet  uff,  macht  man 
etlich  sermon.  Darnach  satzt  man  im  ein  guldin  eerlich  wol- 
gemacht  krön  uff,  was  mit  saphir,  balas^)  und  ander  edel  ge- 
stein  gesohmucket.    Oab  im  der  bapst  den  scepter.    Dam&ch 

lokusst  yederman  den  scepter  mit  grossem  pomp.  Keyserlich 
mayestet  stund  darnach  aber  lang  bym  altar. 

Do  disz  alles  volbracht  wart,  giengen  die  gesehrifftgelerten 
Tor  haruss,  damftch  der  bSpst  und  keyserlioh  mayestet  neben 
einander.    Furt  keyserlioh  mayestet  den  bapst  mit  der  rechten 

ijhand,  hett  sin  krön  uff,  ein  roten  samatin  rock  mit  lassat-^) 
gefftteret,  trug  den  apffel  selbs  in  der  lineken  hand;  ein  an- 
derer fürt  den  bäpst  by  der  rechten  hand.  Sunst  ander  ril 
ceremoni  und  geberd  hand  sich  verlouffen,  das  on  not  zu 
schryben. 

»         üff  den  24.  februarii  hat  man  ein  grossy  hohy  brugk  ge-  ^ebr.  24. 
macht,  vom  palast  über  den  blats  bisz  in  die  kirchen^)  zum 
chor  zu  onnser  firowen.     Hat  man  dameben   in  der    kirchen 
gross  hooh  gestftl  uffgemacht,  daruff  man  zuseohen  mocht;  wer 
daruff  wolt,  muszt  ein  krönen  geben.     Um  16  ur^)  kam  des 

tsbäpsts  zimmer*),  wol  gekleydet  in  scharlat,  ouch  der  cardin&l 
und  pr&laten  prothonotarien  und  diener.  Darnach  über  ein 
vierteil  [54]  einer  stund  kam  aber  ein  huff  gewycht  lüt,  und 
18  par  bischoff^},  und  9  par  cardinU^].  Und  den  bäpst  den 
trug  man  in  der  höchy  uff  einem  sessel;  het  vast  ein  schön 

socormantel  an,  wol  geziert  mit  edlem  gestein  und  bärlin,  und 
uff  dem  bäpstlichen  hut  vyl  balas,  saphir,  schmarald,  diemant, 
grosse  schöne  b&rlin,  obenuff  ein  grosz  schön  rund  ballas,  daruff 
ein  erütz  usz  saphir. 

5.  Dm  Ei]ig«kl.  Mch  ia  d«r  Hs.  in  Elftmmeni. 

1)  Die  lonsobardische  Königskrone  ron  Italien,  mit  dem  eisernen  Keif. 

2)  Blasse  Rubinen. 

3)  Eine  Art  feines  Pelswerk. 

4)  Von  Palaiio  Pubblioo  Aber  den  Marktplats  lur  Kirche  San  Petronio. 

5)  Um  10  Uhr  Vormittags;  vgl  oben  S.  180,  A.  3. 

6)  VgL  Agrippa  S.  1261:  eubicularü,  oatiarii  et  scribae  apostolici. 

7)  VgL  ebend.:   53  cum  episcopi  tum  archiepiscopL     Mitbin  ist  18 
▼ieUeieht  entstellt  aus:   28  par  bisohoff. 

8)  8.  ebend.  die  Namen  Ton  17  Kardinälen. 


182  Konrad  Schnitt. 

Als  der  bäpst  in  den  chor  kam,  darnach  über  ein  stund 
kam  keyserlicber  mayestet  volck,  edellüt,  Spanier,  Nider- 
Linder,  Tütsch  und  Welsch,  furwar  die  Spanier  all  vast  wol 
gekleidt.  Die  imbassadori  giengen  all  mit  dem  bapst,  trugen 
im  den  himeP).  Darnach  über  ein  lange  wyl,  ee  keyserlich  '■■ 
mayestet  kam,  hett  man  im  ein  capell  uff  dem  gang  zugericht; 
da  blib  er  lang.  Da  er  su  letst  schier  zu  der  kirchen  kam, 
brach  die  brück  glych  hinder  im  ab;  fielen  by  50  personen 
hinab,  dar  von  bisz  in  3  tod  bliben,  die  andern  den  merteil 
vast  wund.  Giengen  vor  im  sine  edellüt,  Spanier,  Tütsch,  ir 
Niderländer,  mer  Walhen,  4  herolt,  2  von  Rom,  2  yon  Saffoy. 
Trug  der  marches  von  Monferra^)  den  scepter,  hertzog  von 
Orbin 3)  das  schwert,  der  pfaltzgraff  Philipp^)  den  apffel,  hertzog 
von  Saffoy  ^)  die  krön ;  waren  all  4  gekleidt  wie  es  sich  gepürt, 
mit  iren  rot  wysz  hüben.  Keyserlich  mayestet  het  ein  cor>  \^ 
mantel  an,  vast  wol  geschmückt  mit  edlen  gestein  und  b&rlin, 
da  vorna  ein  sch5n  grosz  balas. 

Da  er  nftch  grossem  getr&ng  in  den  chor  kam,  sang  man 
die  letany  und  macht  ein  sermon.    Darnach  fieng  der  bapst 
selbs  mit  grossem  pomp  das  ampt  an.     Gieng  keyserlich  ma-^ 
yestet   mit   sampt   den   fursten  zu  opffer.     Sasz  der  b&pst  in 
sinen  sitz,  der  keyser  herusz  in  sinen  stul. 

Dft  man  das  evangeli  lasz,  gieng  er  wider  mit  sinen  edlen 
hinyn.  Da  das  evangeli  usz  was,  zoch  man  keyserlicber  ma- 
yestet den  mantel  ab,  het  er  ein  epistelrock  an,  knüwet  fürs 
den  bäpst  nider;  gab  im  der  bapst  den  scepter.  Darnach  zoch 
der  bäpst  das  schwert  usz,  stackt  es  wider  yn,  gab  ims  wider, 
darnach  den  apffel  mit  dem  crütz.  Da  thet  man  im  die  künige- 
liehe  krön  ab,  satzt  im  die  keyserliche  krön  uff. 

Diewyl  sich  solchs  in  der  kirchen  verluff,  hielten  10  fänn-  .> 
lin  landsknecht,  5  fänlin  Spanier,  mit  24  grosser  stuck  büchsen 
uff  dem  platz;  was  ein  lust  zu  sechen« 

Als  keyserlich  mayestet  wider  härumb  kam  zum  palast^\ 
liesz  man  das  grosz  geschosz  abgon.    Was  euch  signor  Antonio 


1)  Vgl.  Agrippa  S.  1268,  wonach  beim  Festzuge  nach   der  Krönung 
3  Gesandte  von  Venedig  und  3  Patrizier  von  Bologna  den  Baldachin  tragen. 

2)  Bonifacius  11.,  Markgraf  von  Monferrat. 

3)  Franz  Maria  della  Kovere,  Herzog  von  Urbino. 

4)  Philipp,  ein  Bruder  des  späteren  Kurfürsten  Otto  Heinrich  und 
Neffe  des  regierenden  Kurfürsten  Ludwig  V.  von  der  Pfalz. 

5)  Karl  m. 

6]  D.  h.  als  er  vom  festlichen  Umzüge,  der  nach  der  Kaiserkrönung 
stattfand,  wieder  in  den  Palazzo  Pubblico  zurackkehrte;    s.  Agrippa  S.  1269. 


Beilage  IV.  183 

de  Leva^)  dft  uff  einem  sessel,  als  ein  obrister  houptman,  in 
sinem  hamasch.  Und  wiewol  er  krumm  und  lamm  ist,  nooh 
zieret  er  den  buffen. 

Die  gassen,  do  man  nach  dem  ampt  umbsoeh,  warend  yast 

6  mit  t Acher  bedeckt,  vast  lustig  su  sechen.  Zoch  man  nileh 
dem  ampt 2)  umb;  rittend  die  Spanier,  Niderländer  und  Wälschen 
edellüt,  all  yast  wol  gebutzt,  schoni  kostlichi  rosz,  und  yil  ir 
diener  in  samat  und  syden  kostlich  gekleydet.  [54^]  Und  son- 
derlich   het   ein  Spanier  by   12   siner  diener  in  luter  guldin 

10  Spangisch  kappen^],  mit  rotem  atlas  geffttert,  gekleidt.  Nach 
dem  adel  rittent  die  ratsherren  yon  der  stat,  in  schwarte,  oben 
ein  breit  goUer  rund  umb  yon  schinfech^],  wie  mans  etwa  den 
Juden  anmUet;  darn&ch  die  imbassadori  yon  mer  orten;  dar- 
nach ein  lang  squader^^)  des  bäpsts  gesind  und  der  geistlichen, 

!ä  und  iro  4  fürten  4  cardinAlhfit  uff  Stäben;  darnach  20  cardi- 
näl^).  Nach  dem  ritt  key serlicher  mayestet  hoffgesind,  die 
hoffmeister,  marschalck.  Und  einer  warff  gelt  usz,  schetzet 
man  uff  1000  bisz  in  1500  ducaten  wert,  etwas  wenig  gold 
von  2,  1  und  anderhalb  ducaten  wert  das  stuck,  und  yil  sil- 

i>»  bermüntz,  von  6,9,  18  Bolognin  einer  wert;  hand  an  einer 
Sitten  zwo  siiP),  an  der  anderen  sitten  key  serlicher  mayestet 
angesioht  abcontrafeit;  stat  daruff:  Carlo  imperator^).  Der  das 
gelt  uszwarff,  hielts  gefärlich^j:  wo  sch&n  frouwen  sassen, 
warff  er  dester  mer  usz. 

Darnach  füret  man  vor  dem  bapst  4  schSn  Engelisch  zeiter  ^^\ 
ein  janet^^),  vast  wol  gecleydt,  darnach  aber  ettlich  gsind.  Iro 
4  fürten  4  grosz  fanen  ^^)  zu  rosz,  euch  sch&n  angethon.     Dar- 

17.  Hs.:  marckschalck.  19.  Hb.:  diicst«ii  wart  dag  Black. 


1)  Antonio  de  Leiva. 

2)  Nach  der  Krönung. 

3)  M&ntel  (spanisch:   capa). 

4)  Von  mehrfarbigem  Pelzwerk. 

5)  Italienisch:   squadrone,  Geschwader  von  Berittenen. 
6}  Ihre  Namen  8.  bei  Agrippa  8. 1261. 

7)  Vgl.  ebend.  S.  1268:    divi  imperatoris  sphrageticum  Signum,  duas 
videlicet  columnas,  in  quorum  medio  annorum  Christi  numerus  arithmeticis 
apicibus  expressus  erat,  circumscriptumque :   plus  ultra. 
8}  Vgl.  ebend.:    Carolus  V  imperator  augustus. 
9)  B.  h.  parteyiflch. 

10)  VgL  Agrippa  8.  1267:   sex  albicantes  equi. 

11}  Italieniseh:  gianetto;  französisch:  genet,  eine  Art  leichter  Pferde 
spanischen  Geblüts;  ygl.  spanisch:  ginete,  eine  Art  leichtbewaffneter  Heiter. 
12)  Vgl.  Agrippa  a.  a.  O.:   quatuor  rubra  vezilla. 


::-> 


184  Konrad  Schnitt. 

nach  uff  einem  Engelischen  zeiter,  ouch  kostlich  gecleidt,  ein 
tischlin  mit  eim  guldin  tuch,  daruff  ein  cristallin  hiiszlin,  da- 
rinn  corpus  domini,  mit  einer  latern  und  glocken  vor.  Darnach 
der  himel,  darunder  ritt  der  bapst  und  keyserlich  mayestet 
neben  einander.  Het  der  bäpst  ein  schönen  mantel  an  und 
sin  krön  uff,  und  keyserlich  mayestet  ein  cormantel  an,  vast 
köstlich  mit  edlem  gestein,  und  ouch  sin  krön  uff. 

Dwyl  man  also  umbsoch,  schrey  yederman:  imperio,  im- 
perio!  Hat  nieman  papa  geschruyen;  furwar  man  ist  dem 
bSpst  nit  hold,  die  gantse  weit  ist  im  find. 

Item  so  hand  2  imbassadori  einander  by  den  härten  ge- 
roufit  umb  den  sitz  ins  bäpsts  capeU),  der  von  Jannoa^)  und 
der  von  Siena.  Es  ist  aber  dennocht  nit  so  kostlich  Zugängen^ 
als  man  vermeint  hett 


1)  D.  h.  in  der  Kapelle  des  Palazso  Pubblico,  also  bei  der  Feier  rom 
22.  Februar;  vgl.  oben  S.  180. 

2)  Genua. 


IV. 


Die  Anonyme  Chronik  bei  Schnitt, 


sammt  Fortsetzung. 


1495—1541. 


Einleitung. 


VV  ie  schon  früher  bemerkt,  so  enthält  Schnitts  compilirte  5"rH***"' 
Weltchronik  in  der  Handschrift  S  neben  dessen  eigener,  bis 
1533  reichender  Baslerchronik  noch  eine  Reihe  gleichfalls  auf 
s  unsre  Stadt  bezüglicher  Nachrichten  des  XVI.  Jahrhunderts, 
welche  einzig  hier  uns  erhalten  sind,  und  die  wir  in  ihrer 
Gesammtheit  als  »Anonyme  Chronik  bei  Schnitt«  beseichnen 
können  ^}.   Da  jedoch  unser  Compilator  aus  allen  seinen  Quellen 

'   jedenfalls  nur  aufnahm,   was  ihm  gerade  dienlich  schien,  so 

!<' dürfen  wir  auch  hier  keine  Vollständigkeit  erwarten,  sondern 
müssen  uns  mit  dem  Vorhandenen  begnügen  und  vorerst  yer- 
suchen,  den  Anfang  und  das  Ende  dieser  Aufzeichnungen  zu 
bestimmen. 

Sehen  wir  ab  von   allen  spätem,    mit   blasser  Tinte  ge-^m^ng 

IS  schriebenen  Einträgen ^1,    und   überblicken    wir    nur    den  ur- aetznng. 
sprünglichen  Inhalt  derHs.,  so  bemerken  wir  aus  dem  XV.  Jahr- 
hundert  nur   wenige  Nachrichten  aus   unbekannter  Quelle  3), 
und  auch  diese  hören  schon  mit  1481  für  länger  als  ein  Jahr- 
zehnt gänzlich  auf.    Mit  dem  Ausgang  dieses  Jahrhunderts  je- 

^»  doch  beginnt  eine  neue  Reihe  meist  kurzer  Aufzeichnungen, 
welche,  soweit  sie  Basel  betreffen,  beinahe  durchweg  neben 
der  Jahrzahl  auch  ein  Monatsdatum  tragen.  So  spärlich  diese 
Nachrichten  für  das  erste  Viertel  des  XVI.  Jahrhunderts  noch 
sind,   so  werden  sie  doch  von  1525  an  häufiger  und  allmälig 

2>auch  etwas  reichhaltiger.  Da  jedoch  Schnitts  Weltchronik 
nach  ihrem  ursprünglichen  Umfang  mit  1537  schliesst^),  so 
muss  der  Schluss  der  fraglichen  Quelle  noch  vor  diesem  Jahre 
liegen,  wie  denn  auch  unter  den  nachweisbaren  Quellen  dieser 


1)  Vgl.  oben  S.  101  u.  173. 

2)  S.  oben  S.  166  u.  173. 

3)  S.  unten  Beilage  I  und  IL 

4)  S.  oben  S.  166. 


188  Anonymus  bei  Schnitt. 

Compilation  keine  weiter  hinabreicht  als  bis  1533  ^j.  Die  Auf- 
zeichnungen der  letzten  Jahre  yor  1537  können  somit  nur  von 
Schnitt  selber  verfasst  sein,  wie  denn  auch  die  nachfolgende, 
von  Jahr  zu  Jahr  geschriebene  Fortsetzung  bis  1541  unstreitig 
von  ihm  herrührt  2).  s 

ziuammeii-  Sucheu    wir    uuu   die    Grenze   zwischen    der   Anonymen 

nuifr  swi-  * 

sehen  der  Chrouik  uud  Schuitts  eigenen  Au&eichnungen,  so  folgen  allei- 
cbro^^fand  diniTS  auf  die  meistens  kurzen  Nachrichten  der  früheren  Jahre 
Fort-     schon  um   1534   etwas  ausfuhrlichere  Berichte.    Doch  lag  es 
•etznag.    gi^her  uicht  in  Schnitts  Absieht,  in  seiner  Weltchronik  die  von  i» 
ihm  verfassten  Abschnitte  irgendwie   von  seinen  Quellenaus- 
9ugen  deutlich  zu  unterscheiden,  sondern  vielmehr  sollte  beides 
zusammen  ein  Ganzes  bilden.    Da  nun  in  der  That  der  vor- 
hin berührte  Unterschied  nicht  so  deutlich  und  greifbar  zu 
Tage  tritt,dass    wir  auf  Grund  desselben  die  Grenze  zwischen  i^ 
der  Anonymen  Chronik  und  Schnitts  Fortsetzung  ganz  genau 
zu  bestimmen  vermochten,  so  fassen  auch  wir  diese  zweierlei 
Bestandtheile  einfach  als  ein  Ganzes  auf,  das  bis  1537  reicht, 
und  an  welches  sich  die  spätere,  von  Jahr  zu  Jahr  geschriebene 
Fortsetzung  bis  1541  noch  anschliesst.  «' 

^«^*[^s«         Sofern  wir  der  Anonymen  Chronik  alle  Nachrichten  des 
richten.    XVI.  Jahrhunderts  zuweisen,  welche  in  der  Hs.  S  aus  unbe- 
kannter Quelle  stammen,  so  finden  wir  neben  denjenigen  aus 
Basel  auch   allerlei   über   auswärtige  Ereignisse.     Da  jedoch 
nicht  alle  Quellen  ermittelt  sind,  welche  Schnitt  mag  benutzt  3s 
haben'},    so  bleibt  es  allerdings  sehr  fraglich,   ob  diese  aus- 
ländischen Nachrichten  wirklich  alle  demselben  Verfasser  an- 
gehören wie  die  baslerischen^).    andrerseits  aber  fehlt  es  an 
genügenden  Merkmalen,  um  irgendwelche  Ausscheidung  mit 
Sicherheit  vorzunehmen.     Wir  behalten  daher  auch    die  aus-^ 
wärtigen  Nachrichten  aus  unbekannter  Quelle  durchweg  bei, 
und  in  Folge  dessen  beginnt  unsre  Anonyme  Chronik  schon 
mit  1495,  während  Schnitts  Fortsetzung,  wie  schon  bemerkt, 
bis  1541  reicht. 
^tereBe-         In  dioseu  Zeitraum  gehören  auch   zwei  Nachrichten  übers» 
^  ^'  Erdbeben  in  Basel,  von  1498  und  1499,  deren  Jahrzahlen  je- 
doch in  der  Hs.  entstellt  sind,  so  dass  sie  dort  unter  den  £i- 

1)  Bis  1533  reicht  einiig  Joh.  Carion;  s.  oben  S.  169,  A.  1. 

2)  S.  oben  S.  166. 

3)  Vgl  oben  S.  169. 

4)  Auch  möchte  ich  keineswegs  die  Möglichkeit  bestreiten,  dass  die 
eine  oder  andre  dieser  Nachrichten  aus  einer  bekannten  Quelle  stammt, 
aber  dort  von  mir  Obersehen  wurde. 


Einleitung.  189 

eignissen   von   1098   und   1099    stehen  i).     Umgekehrt   müssen 
wir  die  Nachricht  yom  St.  Veitstanz  zu  Strassburg  ausscheiden, 
welche  in  der  Hs.  die  Jahrzahl  1518   trägt,  jedoch  in  Wirk- 
lichkeit ins  Jahr  1418  gehört  2).     So  auffallend  nun  derartige 
5  Ixrthümer  erscheinen  mögen ,    so  erklären   sie  sich  immerhin 
bei  der  Annahme,  dass  der  Verfasser  der  Anonymen  Chronik 
—  in  ähnlicher  Weise  wie  z.  B.  seine  Zeitgenossen  Job.  Ursi  und 
EL  Brilinger  —  in  seiner  Urschrift  neben  den  Zeitereignissen  zwi- 
schenein auch  Auszüge  aus  älteren  Quellen  eingetragen  habe. 
10  Denn  dadurch  entstand  ein  Durcheinander,  welches  derartige 
Missverständnisse  leicht  hervorrufen  konnte. 

Auch  unter  den  Nachrichten  mit  richtige  Jahrzahl  findet  ^"InSi"" 
sich  wenigstens  eine,  die  wir  glauben  ausscheiden  zu  sollen 
nämlich  diejenige  vom  sog.  Albelenkriege,  d.  h.  vom  Auszug 
15  der  Basler  vom  Juli  1512.    Dieselbe  unterscheidet  sich  nämlich 
vom  sonstigen  Inhalt  der  Anonymen  Chronik  schon  durch  ihr 
Datum  nach   alter  Art    >  Samstag   vor  Ulrici«,    und   auch    im 
übrigen  erinnert   ihre  ganze  Fassung   unwillkürlich   an  jene 
schon  früher    erwähnten  Aufzeichnungen    baslerischer  Kriegs- 
20  züge,  welche  sowohl  in  der  Hs.  S  als  auch  bei  Cosmas  Ertz- 
berg  uns  noch  erhalten  sind 3).    Dass  aber  bei  Letzterm  gerade 
diese  Nachricht  fehlt,   das  erklärt  sich  hinreichend  schon  aus 
der  geringen  Bedeutung  des  betreffenden  Zuges,  auf  welchem 
die  Basler  nur  bis  Sursee  gelangten  und  dann  wieder  heim- 
2s  berufen  wurden^).     Eine  andre  Nachricht,   über   den  Zug  von 
1531   gegen  Musso,   trägt  allerdings  gleichfalls  kein   Monats- 
datum.    Doch  ist  das  dortige  Datum  >  Samstag  vor  dem  Oster- 
tag«    ein   so  einfaches  und  naheliegendes,    dass  wir  es   auch 
einem  Verfasser  zutrauen  dürfen,  welchem   sonst  die  Monats- 
30  daten  geläufig  waren. 

Wiewohl  die  Anonyme  Chronik  einige  Nachrichten  aus  w&rdigung. 
den  Jahren  1525  bis  1533  enthält,  die  wir  z.  B.  in  Schnitts 
altei  Chronik  vergeblich  suchen  würden,  so  ist  doch  die  von 
Schnitt  hinzugefügte  Fortsetzung  nicht  nur  weit  umfangreicher, 
35  sondern  auch  werthvoUer.  Hier  nun  finden  wir  allerdings 
neben  den  mit  Monatsdaten  versehenen  Nachrichten  aus  Basel 
auch  Abschnitte  über  auswärtige  Begebenheiten,  welche  noch 
nach  Wochen-  und  Heiligentagen  datiert  sind.     Jedoch  rührt 


1)  S.  unten  S.  191,  A.  5  u.  6. 

2)  S.  unten  Beilage  I,  z.  J.  1418. 

3)  8.  oben  S.  170,  und  unten  die  Einleitung  zu  Ertzberg. 

4)  8.  unten  Ertzberg  z.  J.  1512. 


190  Anonymus  bei  Schnitt 

diese  abweichende  Datierung  wohl  einfach  daher,  dass  diese 
Berichte  sammt  ihren  Daten  auf  auswärtigen  Quellen  beruhen, 
d.  h.  auf  Briefen  oder  sog,  Zeitungen. 

Ausgabe.  Für  die  vorliegende  Ausgabe  gilt  hinsichtlich  der  Becht- 
schreibung  ganz  dasselbe,  was  schon  eu  Schnitts  Chronik  be-  '> 
merkt  wurde  ^).  Die  oben  erwähnte  UnvoUständigkeit  des 
Textes  aber,  soweit  die  Anonyme  Chronik  reicht  ^j,  tritt  nament- 
lich darin  zu  Tage,  dass  mehrere  Abschnitte  nur  in  Bruch- 
stücken vorhanden  sind,  d.  h.  als  ergänzende  Zusätze  zu  den 
Nachrichten  aus  andern,  noch  erhaltenen  Quellen.  Zum  Ver- 1  • 
ständniss  des  richtigen  Sinnes  sind  wir  daher  öfters  genöthigt. 
den  in  der  Hs.  vorausgehenden  Satz  beizubehalten,  obschon  er 
aus  bekannter  Quelle  stammt.  Doch  unterscheiden  wir  im 
Druck  solche  Ergänzungen  stets  durch  Cursivschrift  Einen 
ergänzenden  Zusatz  z.  J.  1526  hingegen,  welcher  sich  einzig i 
in  Ertzbergs  Auszügen  aus  der  Hs.  S  findet  3),  bezeichnen  wir 
durch  eckige  Klammern,  während  wir  die  runden  Klammern 
für  einzelne  Stellen  der  Fortsetzung  beibehalten,  welche  schon 
in  der  Hs.  eingeklammert  sind. 

Beilagen.  Als  crste  Beilage  lassen  wir  die  wenigen  Nachrichten  aus : 

unbekannter  Quelle  folgen,  welche  die  Hs.  S  aus  dem  XV.  Jahr- 
hundert enthält,  und  die  übrigens,  wie  schon  bemerkt,  nicht 
über  1481  hinabreichen ^).  Eine  Ausnahme  unter  ihnen  bildet 
jedoch  der  Abschnitt  z.  J.  1461  über  die  Erwerbung  Farns- 
burgs  durch  Basel,  indem  dort  auch  die  weitern  Schicksale:, 
dieser  Burg  und  Herrschaft  bis  ins  XVI.  Jahrhundert  erzählt 
werden.  Wir  geben  daher  diesen  Abschnitt  gesondert,  als 
zweite  Beilage,  und  fügen  ihm  aus  der  Hs.  S  noch  eine  kune 
Notiz  von  der  Zerstörung  der  Farnsburg  beim  Erdbeben  von 
1356  bei.  Diese  nämlich  gehört  schwerlieh  zu  den  Gr.  Basler  x 
Annalen,  welche  sonst  für  baslerische  Ereignisse  des  XIV.  Jahr- 
hunderts in  der  Hs.  S  die  Hauptquelle  bilden,  und  deshalb 
findet  sie  ihre  passendste  Stelle  wohl  hier. 

1)  S.  oben  S.  107  flf. 

2)  Vgl.  oben  S.  187. 

3)  8.  oben  S.  174,  auch  unten  S.  196. 

4)  S.  oben  S.  187. 


I 


[333^]  Anno    1495  kämmen  die  bfissen   Frantzossen  oder  1405 
blätteren   zu   dem   ersten    mal  usz  Franckreioh   in   Deudsch- 
land^)y  und  werent  noch  uff  diesen  tag^]. 

[334]  Anno  1497  uff  den  8.  tag  july»)  verbran  zu  Strasz- JJ^^s 
&  bürg  in  der  mesz  die  herberg  zum  Spanbett  genant,  und  ver- 
brunnen  24  menschen^). 

[224]  Anno  1498  uff  den  7.  tag  wintermonatz,  umb  das  ein  j}^^  ^ 
in  der  nacht  ^),  was  zt  Basel  ein  grosser  erdbidem. 

Anno  1499  uff  den  3.  tag  jenners,  vor  den  zweyen  in  der  j^^s 
10  nacht  >},  was  zft  Basel  ein  erschrockenlicher  erdbidem. 

[339)  Anno  1499  uff  den  24,  tag  augstentzs  ward  der  krieg  ^Qg-  24 
zu  Basel   zwuschet   dem  Komischen  keysser   und   den  Eydt- 
gnossen  gericht^}. 

Anno  1499  zoch  der  konig  von  Franckreich  ^)  in  das  hertzog- 
thümb  Meyland  mit  grosser  macht,  und  eroberet  das  hertzog- 
thümb  mit  gewalt. 

Anno  1500  ist  Carolus,  hertzog  Philippen  sun  von  Osterrich  i&oo 

7.  Hs.:  1098  itff  den  8.  Ug.  9.  Hb.:  1099.  10.  H«.:  in  der  naeh. 

11.  Hfl.:  XXEL  tag  (statt  XXIY). 


1)  Durch  die  Söldner,  welche  1494  mit  Karl  VIII  von  Frankreich 
nach  Neapel  gezogen  waren;  TgL  nnten  Adelb.  Meyer  z.  J.  1495. 

2)  Ueber  das  Auftreten  dieser  Krankheit  in  Basel  8.  zwei  Verord- 
nungen von  1503  im  Rufbuch  II,  44  und  48  b. 

3)  Dieses  Datum  wird  best&tigt  durch  die  Strassburger  Archiychronik, 
Ausg.  im  Code  histor.  de  Strasbourg  II,  217.  Im  übrigen  vgl.  unten  £rtz- 
berg  s.  J.  1497» 

4)  VgL  Strassb.  Archiychron.:  26  menschen. 

5)  In  der  Nacht  Tor  dem  7.  Nov.;  vgl.  unten  Kilchmann  s.  J.  1498. 

6)  Vgl.  ebend.:  umb  die  11. 

7)  Der  vorlaufig  vereinbarte  Friedensvertrag  wurde  schon  Sonntags 
den  25.  August  doppelt  ausgefertigt  und  beiden  Theilen  zugestellt;  s.  Eidg. 
Absch.  III 1,  S.  630.  Vermuthlich  aber  war  eine  Verst&ndigung  der  Par* 
teien  durch  die  Vermittler  schon  Tags  zuvor  erreicht  worden,  und  so  dürfte 
das  jedenfalls  irrige  Datum  des  29.  August,  wie  die  Hs.  hat,  entstellt  sein 
aus:  24.  August  (XXIX  aus  XXIV).  Den  endgiltigen  Vertrag,  vom  22.  Sept.» 
s.  Eidg.  Absch.  S.  758  ff. 

8]  Ludwig  XII;  s.  oben  S.  13. 


192  Anonymus  bei  Schnitt 

und  Burgund,  z&  Gent  im  Niderland  geporen,  und  wirt  Carolns 
der  V.  genempt. 
1501  Anno  150t  ist  der  hertzog  von  Meyland^  Ludotdctu  Sfortia 

genant^  zu  Naweien,  als  er  undei  den  lantzknechten  in  lantz- 
knechtischen  kleydern  gezogen,  von  einnem  Schwitzer  veneigt^),  % 
von  dem  Frantzossen  gefangen  worden   und  in  Franckreich  ge- 
storben^).   Wellicher  Schwitzer  nachmals  in  der  EydtgnoschaSt 
gericht  worden  ist. 

jiinio         [339]    Anno   1501   uff  den   9.  tag  brachmonatz^)    sind  die 
von  Basel  mit  den  Eydtgnossen  in  ein  pundtnusz  kommen,     i« 

Aug.  10         Anno  1501  uff  den   10.  tag  augstmonatz,  was  uff  Lorentzy, 
kamen   die  von  Schaffhusen  in  ein  pundtnusz  mit  den  Eydt> 
gnossen^]. 
1503         Anno  1503  zoch  man  für  Bellentz^],   und  ward  der  tct- 
trag  gemacht,    das   Bellentz  Ury,    Schwitz  und  Underwalden  15 
blipen  solt®]. 

in^st  ['^^^]   Anno   1506  im  augusto  ist  ein  comett  am  himmel 

erschinnen  ^j. 

sept  7  [340^]  Anno   1506^)   uff  den   7.   tag  septembris,    umb  die 

9.  stund  vor  mitag,  was  zu  Basel  ein  erdbidem.  j 

oct.  4.  Uff  den  4.  tag  octobris,  umb  die  12.  stund   in  der  nacht, 

was  zu  Basel  ein  erdbidem. 
dJMI         [^^3]  A^^o  ^^1^  ^ff  d®^  29.  tag  decembris»)  ward  Maxi- 

14.  Hb.:  Anno  XVC  zocben  man. 

1)  Ueber  Hans  Turmann  von  Uri ,  der  hier  gemeint  ist,  a.  Anahehn  II 
299  und  304. 

2)  Das  in  CursiT  Gedruckte  dieses  Abschnitts  stimmt  wOrtlieh  mit 
der  gedr.  Augsburger  Weltehronik  überein. 

3)  Dieses  Datum  trägt  der  Bundesbrief;  s.  Eidg.  Absch.  III 2,  8. 1291  ff. 
—  Ueber  den  Bundesschvur  vom  13.  Juli  d.  J.  s.  oben  8. 18. 

4)  Den  Bundesbrief  yom  10.  August  s.  Eidg.  Absch.  8.  1297  ff. 

5)  Ueber  diesen  ZugygLobenS.  19,  auch  unten  Ertiberg  und  Ad.Mejer. 

6)  Diesen  Vertrag,  vom  11.  April  d.  J.,  s.  Eidg.  Absch.  8.  1305  ff. 

7)  Vgl.  Brilinger  2.  J.  1506:  »idibus  augusti<,  also  am.  13.  August 

8)  Diese  Nachricht  findet  sich  in  der  Hs.  sweimal  nach  einander, 
nahesu  gleichlautend.  Doch  tr&gt  sie  das  erste  Mal  nur  das  Datum  >üii 
September  umb  die  11.  stund«  (XI  statt  IX),  w&hrend  das  iweite  Mal  einxig 
die  Jahrzahl  nicht  wiederholt  ist.  Wir  folgen  daher  dieser  «weiten  Fassung, 
indem  wir  aus  der  ersten  nur  die  Jahrsahl  ergänsen.  Beide  BedaktioneD, 
sowie  auch  das  nachfolgende  Erdbeben  vom  4.  Oetober,  finden  sich  übrigens 
in  der  Hs.  schon  auf  Bl.  280,  mit  der  Jahriahl  1356,  jedoch  durchgestrichen 
und  mit  der  Bemerkung:  »Ist  falsch,  such  anno  1506«.  Aud^  letttere 
Jahrsahl  wird  übrigens  durch  keine  andre  Quelle  best&tigt  und  erscheint 
somit  nicht  unbedingt  sicher. 

9)  1513  ist  richtig  nach  dem  Jahresanfang  mit  Weihnachten. 


1501—1517.  193 

milianus  heitzog  z&  Meyland^),  ein  son  hertzog  Ludwigs 
Sphoricy,  wellichen  die  Schwitzer  dem  konig  von  Franckieich 
[da  er  euch  gestorben  ist)  übergeben  band,  wider  in  Meyland 
ingesetzt^j. 

ä        [342^]  Anno   1513  erh&b   sich    zu  Friburg   im   Briszgouw  i5i3 
inn  einnem  dorffly,  Lehen  genant  ^j,  ein  bundtschtich,  und  was 
ii  houptman  Josz  Fritz,  der  entran^};  und  wurden  vil  gericht 
z&  Friburg^],  und  etliche  zu  Basel ^). 

[343*»]  Anno  1514  im  augusto^)  erhüben  eich  zu  Schorndorff  J^*^^^ 

to  im  Remsztal  etliche  buren  tüider  hertzog  Uolrichen  von  Wirtten- 
berffj  und  nampten  sich  der  arm  Cuntz^).  Das  ward  durch  die 
landschafft  vertragen^).  Doch  schlug  man  18  die  kopff  ab, 
und  wurden  fil  mit  rütten  uszgeschlagen  und  an  die  Stirnen 
geprant^^). 

15  Anno  1514  vms  ein  kälter  vnnter  für  und  für  ^^).  und  uber- 
fror  der  Bin,  das  man  mit  einner  wagen£art  darüber  für^^). 

[359^]  Anno   1517  was  gar  ein  grosse  thury  und  galt  ein  i5i7 
viertzel  körn  zu  Basel  3Y2  Ib^^).     Do  thetten  die  von  Strasz- 


1]  Das  Folgende,  bis  »übergeben  band«,  ist  yermuthlicli  ein  genea- 
logischer Zusatz  Schnitts;  vgl.  oben  S.  192,  z.  j.  1500. 
2]  Vgl.  oben  S.  38  AT. 

3)  Lehen,  1  St  westl.  v.  Freiburg.  Ueber  diesen  Aufstand  s.  Pam- 
philus  Gengenbach,  Ausg.  von  Gödeke,  S.  23  ff.,  femer  H.  Schreiber ,  Der 
Bundschuh  zu  Lehen. 

4)  S.  Schreiber  a.  a.  O.,  S.  79  und  85. 
5;  S.  ebend.  S.  45  und  65  ff. 

6]  Jakob  Häuser  und  E.ilian  Meyer  wurden  auf  Verlangen  der  öst- 
reichischen  Begierung  in  Basel  gefangen  gelegt  und  nach  längerm  Aufschub 
am  22.  Dec.  d.  J.  zur  Viertheilung  verurtheilt,  jedoch  zum  Schwert  be- 
gnadigt; s.  Basels  Briefe  vom  23.  Dec,  im  Missivenb.  XXV  62  und  bei 
Schreiber  S.  73  ff.,  und  vgl.  Wochen ausgabenb.  1513.  S.  188.  Die  in  der- 
selben Woche  erfolgte  Hinrichtung  Hans  KnoUs  yon  Dampsheim,  der  ge- 
rädert wurde,  scheint  zum  Aufstande  von  Lehen  in  keiner  Beziehung  zu 
stehen. 

7]  Dieser  Aufstand  endigte  schon  am  27.  Juli  d.  J.  mit  einem  Ver- 
gleich. Hingegen  folgten  im  August  zu  Schorndorf  die  hier  erwähnten 
Hinrichtungen;  Tgl.  oben  S.  62,  A.  2  u.  5. 

8)  Bis  hier  stimmt  dieser  Abschnitt  mit  der  gedr.  Augsburger  Welt- 
chionik  überein. 

9)  Durch  den  Vergleich  vom  27.  Juli  s.  oben  Anm.  7. 

10)  Vgl.  Stalin,  Wirtemb.  Geschichte  IV  1,  S.  112. 

11)  Bis  hier  stinmit  dieser  Abschnitt  mit  der  gedr.  Augsburger  Welt- 
chionik. 

12)  Vgl.  oben  S.  59  ff. 

13)  Ueber  diese  Theurung  s.  Erkanntnissb.  II  144  b,  zum  14.  Oct.  d.  J. 

BuUr  ChroBiken.    VI.  13 


194  AnonTmus  bei  Schnitt 

buig  ein   kästen   uff;    sunst  weie   es   den  armen  lutten  übel 
gangen  >). 

1518  [360]  Anno  1518^)  hat  dootoi  Martinus  Luther  ein  Au- 
gustinermunch  wider  den  aplas  geschriben^),  und  z&  Augspuig 
by   dem  cardinal  Cajetano^)  darumb  red  und  antwuxt  geben.  ^ 

1519  [360^]  Anno  1519  was  ein  grosse  pestenlents  zu  Strassbuig 
und  den  Rin  uff,  bitz  für  Basel  heruff^^). 

sept^o  [360^]  Anno   1520  uff  den  16.  tag  septembris«)  namen  die 

von  Basel  das  schlösse  Pfeffingen  in. 

Apru*i6  [^^^1   ^^°^    ^^2^    uff  den   16.  tag  aprilHs')   hielt  keyser.* 

Carolus  V  ein  grossen  reichstag  zu  Wfiirms,  in  wellichem  doctor 
Martinus  Luther  oueh  erschinnen  und  vor  keyserlicher  majestet 
sampt  den  churfursten  sins  glübens  und  schribens  rechenschaft 
M»i  (31)  geben.  Wellicher  reichstag  gewert  hat  bisz  uff  den  2.  tag 
meyens^j,  da  ist  keyser  Carolus  in  Brobant  gezogen.  i' 

Anno    1521   ist  Cristemus  der  konig  usz  Denmarck  von 
sinnen  landlutten  vertriben,  und  ist  zu  keyser  Carole  kommen^.:: 
von  dem  ist  er  erlich  und  wol  empfangen. 
(1526)  Darnach    anno    1522    starb    des    konigs    von    Denmarckt 

frouw,  genant  Isabela,  ein  Schwester  keyser  Carolis,  und  ward  ^' 
z(l  Jent  vergraben  i^)) 
1521  [361^]  Anno  1521  zoch  der  keyser  für  Maseyr^^]  und  he- 

legeret  die  stat  mit  grossem  volck. 

19.  Die  Jahrzahl  1522  i.  d.  Es.  erst  nachtr&glich  aasgef&Ut,  mit  arab.  Ziffern. 

1)  VgL  Strassburger  Jahrgeschichten  bei  Mone,  Quellensammlung  %. 
Badiflchen  Gesch.  II  141. 

2)  Diese  Jahrszahl  bezieht  sich  nicht  auf  die  Abfassung  der  Thesen 
gegen  den  Ablass,  die  schon  am  31.  Oct.  1517  waren  veröffentlicht  worden, 
sondern  nur  auf  Luthers  Verantwortung  in  Augsburg,  im  Oct  1518. 

3)  Vgl.  oben  Schnitt,  S.  110. 

4]  Thomas  de  Vio,  gebürtig  aus  Gaeta,  war  Kardinal  von  St.  Sixtus. 

5)  lieber  diese  Seuche,  die  schon  1517  begann,  vgL  B.  Chron.  I  23. 
auch  oben  S.  83. 

6j  In  der  Nacht  vor  dem  16.  Sept.;  s.  B.  Chron.  I  24. 

7)  Dieses  Datum  ist  dasjenige  vor  Luthers  Ankunft  in  Worms,  worauf 
er  an  den  beiden  folgenden  Tagen  vor  versammeltem  Reichstag  erschien. 

8]  Der  Abschied  dieses  Reichstages  ist  vom  26.  Mai,  und  erst  am  31. 
reiste  Karl  V  von  Worms  ab;  s.  D.  Reichstagsakten,  jüngere  Reihe  11  729. 
und  Baumgarten,  Gesch.  Karls  V,  Bd.  I  520.  Das  Datum  »2.  Maie,  wie  die 
Hs.  hat,  ist  also  jedenfalls  entstellt 

9)  Christian  II  war  Karls  V  Schwager. 

10)  Gent. 

11)  M6ziöres  an  der  Maas.    Karl  V  war  jedoch  nicht  auf  diesem  Feld- 
zuge, sondern  wieder  in  Spanien. 


1518—1526.  195 

[365]   Afino  1523  ist  der  konig  usz  Franckreich  für  Mey-  (i522) 
land  gezogen  ^) ;  und  sind  von  stetten  und  lendeien  gemeynei 
Eydgnoschaff  vor  Meyland  gelegen  im  dienst  des  konigs  von 
Franckreich  3). 

s         [366]  Afino  1525^    bald  nach  dem  nuwen  Jar^    haben   die  n^ 
bauren  in  Deudschland  ein  erschreckliche  uffrur  erhept^).    Und 
erstlich  haben  sich   die  bauren    under  graff  Sigmunden    von 
Lupffen  zu  dem   ersten  ufferhept^],   darnach^)  im  Suntgouw, 
Elsas,    Margraffschaff,    im  Frickthal    und    Melibach,    und   im 

10  Louffenthal®). 

[369^]  Item  es  haben  die  bauren  sunst  vil  mer  artickel 
gehept^),  wie  es  dan  an  yedem  ort,  da  sy  sesszhaff  gewessen, 
am  beschwerlichisten  gewessen  ist.  Die  Schwartzwelder  bauren 
wolten,   es  solt  ein  yeder  Juncker  by  sinnen  bauren  im  dorff 

15  sitzen^);  [370]  darumb  verbranten  sy  alle  Schlosser. 

Martinus  Lutherus  hat  mit  grossem  ernst  wider  den  uffrür 
der  bauren  geschryben;  so  hat  Philippus  Melanchthon  in  son- 
ders wider  disse  zwolff  artickel  der  bauren*)  geschriben. 

[372]  Anno  1525   uff  den  3.  tag  meyens,   was  des  heylig  mm  3 

2ocrutz  tag,   zügent  derren  von   Basel   underthonnen,    nämlich 
Vaisperg;   Homburg,  Wallenburg,   Munchenstein ,  Brattelen^®) 

19.  Hb.:  mi  tag  (lUtt  m). 


1)  Bis  hier  stimmt  dieser  Abschnitt  mit  der  Augsburger  Weltchronik, 
die  auch  das  ungenaue  1523  hat. 

2)  VgL  B.  Chion.  I  32. 

3]  Bis  hier  stimmt  dieser  Abschnitt  wörtlich  mit  der  Augsburger 
Weltchronik. 

4]  Dieser  Aufstand  im  Klettgau  begann  schon  im  Sommer  1524;  s. 
Heinrich  Hugs  Yillinger  Chronik,  Ausg.  i.  d.  Biblioth.  d.  Litterar.  Vereins, 
Bd.  CLXIV,  S.  98  ff. 

5)  Hinter  »darnach«  folgt  in  der  Us.  zunächst  eine  Einschaltung  aus 
Seb.  Francks  Zeitbuch,  über  den  Aufstand  in  Schwaben,  Baiern  und  Oestreich. 

6)  Vgl.  oben  S.  123.  In  der  Hs.  folgen  hier  noch  Auszüge  aus  Seb. 
Franck,  der  Augsburger  Weltchronik  und  Carion,  femer  die  12  Artikel 
der  aufständischen  Bauern. 

7)  Nämlich  neben  den  12  Artikeln.  S.  z.  B.  die  16  Artikel  in  der 
oben  erwähnten  Yillinger  Chronik,  S.  109  ff. 

8)  Vgl.  ebend.  S.  118. 

9)  S.  oben  Annt  6. 

lo;  Pratteln  war  erst  am  21.  April  d.  J.  Yon  Hans  Friedrich  von  E])- 
tingen  endgiltig  an  Basel  yerkauft  worden  und  stand  anfänglich  unter 
einem  besondern  Vogt,  bis  es  später,  nach  1526,  mit  der  Vogtei  München- 

13* 


196  Anonymus  bei  Schnitt. 

und  Liechstal  für  die  stat  BaBel^].     Die  bauien  von  Biechen 
und  Harnstein  sind  stil  blipen  sitsen^). 
M^*i6  [37^]  ^^^^   1526   uff  den   16.  tag  may^)   was  xü  Oberen 

Baden   im  Eigouw    ein   disputation  von  wegen    des  glübens^ 
■wuschet  doctor  Oeclampadio  und  doctoi  Ecken  ^)   sampt  an-  & 
deren  gelerten. 
Juli  (29)  Anno   1526    uff  den   30.  tag  jully»)   hatt  Zürich,   Bern, 

Schaffhussen  und  ein  stat  Basel  einanderen  die  pundt  uff  sant 
Petters  platz  zu  Basel  geschworen.  Und  hand  die  übrigen 
ort  der  Eydtgnossen,  als  Lutzern ,  Ury,  Schweitz  und  Under-i« 
walden,  ZAg  und  Friburg,  nit  wellen  schweren,  noch  die  pundt 
ernuweren,  von  wegen  des  gl&bens*).  Desglichen  weiten  ouefa 
ettliche  burger  zu  Basel  den  euwangelischen  stetten  ouch  nit 
schweren. 

Anno  1526  hat  [Meryelin  Jungermannin]  her  Hans  Gali-u 
cions  [seligen]  frouw  7)  ettliche  vom  adel  an  sich  gehenckt  und 


15.  Das  Eingeld.  nur  in.Erizbergs  Absclirift,  S.44. 


Stein  vereinigt  wurde;  s.  im  Missivenb.  XXIX  63  den  Brief  vom  28.  Aug.  1535, 
und  Tgl.  Brückner  III  226  ff. 

1)  Vgl.  oben  S.  124  ff. 

2)  Hieben  gehörte  zu  Basel  erst  seit  1522,  und  die  Yogtei  RanuteiD 
seit  1518;  s.  Brückner  VH  744ff.  und  XVI  1851. 

3)  Ueber  dieses  Datum  s.  B.  Chron.  I  406,  A.  4. 

4)  Johann  Meyer,  gebürtig  von  Eck  in  Schwaben. 

5)  Vgl.  Eidg.  Absch.  IV  la,  S.  952 f.,  962b  und  971,  wonach  dieser 
Bundesschwur  auf  Sonntag  den  29.  Juli  angesetzt  war.  Es  mag  also  >XXX 
tag«,  wie  die  Hs.  hat,  entstellt  sein  aus  XXIX.  —  Ueber  die  £riLherec 
Bundesschwüre  von  1507,  1514  und  1520  s.  ebend.  III  2,  S.  383h,  800a  und 
1238  a,  femer  B.  Chron.  IV  88  ff,  und  unten  Ertzberg  z.  J.  1520. 

6)  Ueber  diese  Weigerung  s.  Eidg.  Absch.  IV  1  a,  S.  952  f.  und  962b. 

7)  Hans  Gallizian,  seit  1512  Zunftmeister  zum  Safran,  war  1521  mehr- 
mals Gesandter  auf  der  Tagsatzung  und  auch  zum  Könige  yon  Frankreich, 
und  hatte  hauptsächlich  dazu  mitgewirkt,  dass  auch  Basel  damals  die  fran- 
zösische Pension  annahm.  Er  wurde  jedoch  nachher  beschuldigt,  den  Batb 
durch  unwahre  Berichte  getäuscht  zu  haben,  und  als  er  deshalb  ausBasei 
entfloh,  wurde  sein  hinterlassenes  Gut  zu  Gunsten  seiner  Gläubiger  Te^ 
steigert.  Er  verklagte  hierauf  Basel  1522  bei  der  Tagsatzung,  starb  jedoch 
bald  nachher.  Nach  seinem  Tode  aber  klagte  1526  seine  Wittwe,  Maria 
Jungennann,  neuerdings  gegen  Basel,  und  alle  Vermittlungsversuche  bliebeo 
erfolglos;  s.  B.  Chron.  I  29  und  213,  femer  Eidg.  Absoh.  IV  la,  S.  194k, 
199b,  976n,  und  ebend.  S.  1213  Basels  Brief  an  Zürich,  vom  23.  Dec  1527. 
—  Ueber  das  Geschlecht  (Gallizian  und  seine  gewerbliche  Bedeutuog  s. 
Geering,  Handel  und  Industrie  der  Stadt  Basel,  S.  314  ff. 


1526—1528.  197 

der  stat  Basel  abgesagt^).    Daiusz  einner  stat  Basel  ein  grossei 
costen  entstanden  ist>). 

[393^]  Anno  1527  uff  Anthony,  was  der  17.  tag  januarjr,  J^27  ^^ 
hat   ein   ersamer  rath  der  stat  Augspurg  die  bepstisch  mesz, 
5  die  bilder  und  götzen  sampt  allen  bapistischen  cerimonien  gantz 
abthon,  und  die  frouwencloster  zusammengestossen,  deszglichen 
die  manscloster. 

[375^]  Anno  1528  hat  der  landgraff  von  Hessen  ein  grossen  152s 
zug  zu  rosz  und  füsz  zusammen  bracht  wider  etliche  bischoff^) 
10  und  den   Schwebischen  pundt.     Doch  ward  die  sach  gericht 
onne  alle  schwertsohleg,  und  müsten  die  bischoff  dem  land- 
graffen  ein  grosz  gelt  geben  ^). 

Armo  1528  ist  kertzog  Hennrichvon  Brunschtoig^)  mit  tausent 
pferten%  darunder  fast  vil  adeh  gewessen  y  gantz  costlich  und 
15  wol  gerust,  vormals  nie  lustiger  gesechen,  usz  hefelch  keyser- 
licher  majestet  in  das  Wehchland  mder  die  Venediger'')  zogen^). 
Und  l^en  sich  für  die  stat  Loden*);  do  kam  ein  sollicher 
sterbent  under  sy,  das  sy  garnach  onne  allen  strytt  ellentlich 


3.  Hb.:  XYcXllVU  (statt  XXYII).  4.  Hs.:  die  bepstis  mesi.         16/ Hb.:  sogent. 

IS.  Hb.:  ttllenliclL 


1)  Diese  geschah  jedoch  erst  1527;  s.  den  Drohbrief  der  betr.  12  Edel- 
leute  an  Baael,  vom  15.  Oct.  d.  J.,  in  Eidg.  Absch.  IV  la,  S.  1187,  und  vgL 
B.  Chron.  I  56w  Dass  es  keine  leeren  Drohungen  waren ,  darüber  s.  in 
Eidg.  Absch.  S.  1214  Basels  Brief  an  Schaff  hausen,  vom  3.  Dec.  d.  J.,  worin 
ein  Ueberfall  ers&hlt  wird,  welcher  kurz  vorher  bei  Stein  a/Rh.  an  einem 
reisenden  Basler  yerübt  wurde. 

2]  Der  Streit  währte  noch  zu  Ende  1528  fort;  s.  Basels  Brief  Tom  14.  Dec. 
d.  J.,  in  Eidg.  Absch.  IV  1  a,  S.  1467.  Später  jedoch,  1545,  bat  diese  Wittwe 
den  Rath  um  Verzeihung  und  wurde  sammt  ihrem  Sohne  Hans  Jakob 
wieder  zu  Gnaden  angenonmien;  s.  Wurstisens  Analekten  S.  125  ff. 

3)  Die  Bischöfe  von  Würzburg  und  Bamberg. 

4)  Nämlich  60000  Gulden. 

5)  Heinrich  d.  jüngere  von  Braunsohweig- Wolfenbüttel. 

6)  VgL  B.  Chron.  161:  by  1200.  Nach  anderen  Berichten  waren  es 
über  2000  Pferde  und  10000  Landsknechte;  s.  Baumgarten,  Gesch.  Karls  V, 
Bd.  n  618  ff. 

7)  Das  ursprüngliche  Ziel  war  das  von  den  Franzosen  bedrängte 
NeapeL  Schon  beim  Betreten  des  venezianischen  Gebietes  jedoch,  das  mit 
Frankreich  Terbündet  war,  fehlte  es  an  Geld  um  den  Sold  auszuzahlen, 
und  so  musste  Herzog  Heinrich  auf  den  Weitermarsoh  nach  dem  Süden 
verzichten ;  s.  Baumgarten  a.  a.  O. 

8)  Das  in  Cursiv  Gedruckte  stimmt  wörtlich  mit  der  gedr.  Augsburger 
Weltchronik. 

9)  Weil  Neapel  nicht  zu  erreichen  war,  wurde  das  zu  Venedig  ge- 
hörige Lodi  belagert,  jedoch  vergeblich. 


198  Anonymus  bei  Schnitt. 

uff  den  strafisen  stürben  ^)  und  also  tod  uff  den  rossen  sassent']. 
Es    was   erbermlich    zu   sechen^).      Sy    wurden   die    eilenden 
krieger  genant,  oder  die  Loder  knecht. 
*tm  [^^^]  -^^^*'*<'  ^^^  ^""^^  Michaelis  ist  ein  schnelle  und  er- 

Sept.  2M  schrockenliche  kranckkeit,  vormals  unerhdrty  entstanden,  der  Enge-  ^ 
lisch  schweisz^).     Und  zu  lest  ist  ein  airtzney  funden,  nämlich 
wellicher  24  stund  im  bett  geschwitzt  hatt  ungeschlaffen,  ist 
der   merenteil  darvon  kommen.     Wellicher  aber  entschlaffen, 
der  ist  glich  gen  himel  gefaren^) 
^*^'(Si  [377*]  Anno   1529  uff  den   lesten  tag  febmary«)    was  deri^ 

(M&n3i?>  g5tzenkrieg  zu  Basel,  und  wurden  alle  geschnitten   und  ge- 
malten götzen,   und  was  von  holtz  was,  ward  Terbrant.     Und 
thett  man  alle  bopistischen   cerymonien    ab,    und   macht  ein 
reformation  in  geistlichen  und  weltlichen  Sachen. 
jani  %  Anno  1529  uff  den  8.  tag  brachmonatz^)  zugent  die  todi? 

Zürich,  Bern,  Basel,  Schaffhussen,  Sant  Gallen,  Mulhusaen  gon 
Cappelen  wider  diefunffort,  nämlich  Lutzern,  Ury,  Schwitz^ 
Underwalden,  Zug;  und  ward  der  kriessykrieg  genampt^). 

7.  Hb.:  geschwiU  liait.  13.  Hs.:  und  mach  ein. 

1;  In  Folge  dieser  Pest  begann  Anfkngs  August  der  Rückzug;  s. 
Baumgarten  II  620. 

2)  8o  matt,  als  wfiren  sie  todt. 

3)  Auf  dem  Kückwege  kamen  sie  durch  Basel;  s.  B.  Chron.  I  62,  und 
vgl.  im  Missivenb.  XXIX  142  b  die  Briefe  vom  25.  Sept.  d.  J.  an  Zürich 
und  Luzem,  worin  darüber  geklagt  wird,  dass  die  dortigen  Schiffleute  >vü 
armer  krancker  kriegs-  und  betteÜutten«  hieher  geführt  hätten. 

4)  Abgesehen  vom  Datum,  so  stimmt  bis  hier  dieser  Abschnitt  wört- 
lich mit  der  gedr.  Augsburger  Weltchronik,  und  aus  dieser  Quelle  folgt 
in  der  Hs.  zunächst  noch  ein  weiterer  Satz  über  diese  Seuche,  dann  ent 
das  hier  Folgende. 

5}  Vgl.  B.  Chron.  I  105,  auch  oben  S.  85. 

6)  Dieses  Datum  kann  sich  keinenfalls  auf  den  Bildersturm  beziehen, 
da  dieser  schon  am  9.  Februar  erfolgte;  s.  oben  S.  116.  Hingegen  trat 
Samstags  den  27.  Februar  —  also  am  letzten  Wochentage  dieses  Monats 
—  zum  ersten  Mal  der  neue  Rath  zusammen,  welcher  in  Folge  jenes  ge- 
waltsamen Sieges  der  Reformation  war  gewählt  worden;  s.  oben  S.  120,  A.9. 
Vielleicht  aber  ist  das  vorliegende  Datum  entstellt  aus  »uff  den  lesten  tag 
des  mertzen«  und  würde  sich  alsdann  auf  die  Reformationsordnung  beziehen, 
welche  wohl  schon  Mittwoch  den  31.  März  vom  Rathe  mag  genehmigt 
worden  sein,  obschon  sie  das  Datum  des  1.  April  trägt.  Ueber  diese  Be- 
formationsordnung  s.  B.  Chron.  I  98,  A.  4. 

7)  Dieses  Datum  trägt  Zürichs  Kriegserklärung  an  die  5  Orte;  s.  £i<ig- 
Absch.  IV  Ib,  S.  224ff.    Im  übrigen  vgl.  oben  S.  137. 

8)  Weil  die  dortige  Gegend  reich  ist  an  Kirschen,  deren  Reife  gerade 
in  diese  Jahrszeit  fiel. 


1530 
Jnli  4 


1529—1630.  199 

[384^]  Anno  1529 1)  hat  sich  von  wegen  des  gl&bens  z&- 1529 
sammen  verpflicht  und  verbunden  der  landgraff  Philip  von 
Hessen  und  die  stat  Straszburg,  Zürich,  Bern,  Basel,  Schaff- 
hussen,  Sant  Gallen,  Mulhussen,  Biel  und  Constentz^),  ein- 
sanderen by  dem  erkanten  und  angenommen  euwangelio  zu 
handthaben,  und  wer  sy  darob  bekümmeren  und  triben  weite, 
lib,  er  und  gut  zusammen  zu  setzent;  und  ward  das  Cristenlich 
burgrecht  genampt.  Wellicher  pundt  nit  lenger  gewert  dan 
bisz  anno  1531  im  october,  als  die  Schlacht  uff  dem  Alpis  und  ^^| 
10  Ziigerberg  verloren  ward;  müst  man  nach  lutt  des  frydens  den 
pundt  uffsagen  und  die  brieff  herusz  gebend). 

Occubuit  patrio  bellator  Cinglius  ense, 
Et  pressa  est  armis  gens  populosa  suis. 

[385]  Anno   1529  uff  den   14.  tag    brachmonatz,    was   uff^^^,^ 
1^  mentag  vor  Yiti  und  Modesty,   und  darnach  abermals  uff  den 

4.  tag  heumonatzs,  was  uff  sant  Uolrichs  tag  umb  die  vierten 
stund  nach  mittag  anno  1530  jar,  ward  der  Birsych  zu  Basel 
unversechenlich  also  grossz,  das  am  Kornmarckt  und  Fisch- 
marckt  ein  geladen  schiff  onne  alle  hinderung  und  grundtrür 

2öMrol  £aren  mocht,  ouch  die  husser  an  Steinnen  mer  dan  über 
das  halb  im  wasser  gestanden.  Dardurch  einner  stat  und  ge- 
meynner  burgerschaffb  ein  grossen  unusszsprechenlichen  schaden 
endstanden  ist^). 

[385]  Anno  1530  uff  den  abent  corporis  Cristy  ist  zu  Augs-  juni  is 
lipurg  ingeritten  keyser   Caroltis    V^   und  hat  dahin  ein  grossen 
reichstag  uszgeschriben^). 

In  dissem  reichstag  haben  die  fursten  ettlich,  als  nämlich 
hertzog  Hans  von   Saxen  der  churfurst,   [385^]  margraff  Jörg 

6.  Hs.:  darob  bekammerent  und  triben  weit«  8.  Hb.:  nii  lenger  gewart  den. 

16.  Hs.:  Vite  nnd  Modesty.       18.  das  er  un  Kommarck  und  Fisch  ein  geladen  acbüR* 

1)  Dem  »Christlichen  Burgrecht«,  welches  Bern  und  Zürich  1528  zum 
Schutze  des  evangelischen  Glaubens  mit  einander  geschlossen  hatten,  traten 
allerdings  die  meisten  der  hier  genannten  Städte  schon  1529  bei,  Strass- 
burg  nnd  der  Landgraf  von  Hessen  jedoch  erst  1530;  s.  Eidg.  Absch.  IV  la, 

5.  1521  ff.  und  IV  Ib,  S.  1475,  1488ff.  und  1514ff. 

2)  Gonstanz  hatte  schon  1527  ein  Burgrecht  mit  Bern,  und  1528  auch 
ein  solches  mit  Zürich  geschlossen;  s.  ebend.  IV  la,  S.  1510ff. 

3)  S.  oben  S.  147. 

4)  Vgl.  oben  S.  132  ff.  u.  177  ff. 

5)  Dieser  Satz  stammt  aus  Joh.  Carion,  dessen  weiterer  Bericht  über 
den  Augsburger  Reichstag  in  der  Hs.  dem  hier  Folgenden  noch  vorausgeht. 


200  Anonymus  bei  Schnitt. 

von  Brandenburg  1),  hertzog  Ernst  von  Lunnenburg,  hertzog 
Francisous  von  Lunenburg^j,  Philipp  landgraff  von  Hessen, 
hertzog  Hans  Friderich  von  Saxen^),  Wolffgang  fürst  von  An- 
halt, stat  Nurenberg  und  stat  Rötungen  ^),  die  bekantnusz  ira 
glübens  in  2  t  artickel  gesteh,  in  wellichen  sy  den  missbrueh  '^ 
abgestelt  und  geenderet  handt,  als  nämlich  das  sacrament  under 
beider  gestalt,  der  priester  ee,  die  mesz,  beicht,  underscheid 
der  speisz,  von  clostergeltibt  und  vom  gewalt  der  kilchen. 

Item  so  band  die  vier  stett  Straszburg,   Constentz,  Mem- 
mingen und  Lindouw   durch    ire  ratzbotten   rechenschafit  irsit- 
glübens  keyserlicher  majestet  zfigeschickt  in  23  articklen^). 
Nov!*^  [386]  Anno  1530  uff  den  9.  tag  novembris«)  ist  in  Brobant, 

Holland ,  Flanderen  und  Salein^)  und  angerentzen  des  mers 
ein  unfersechenliche  wassergüsse  kommen,  dardurch  vil  statt 
und  dorffer  undergangen  sindt^).  i^ 

Vidisses  ruere  per  apertos  flumina  campos, 

Cumque  satis  arbusta  simul  pecudeszque  viroszque, 

Et  rapere  tecta  cumque  suis  penetralia  sacris. 

Et  mare  et  tellus  nullum  discrymen  habebant. 

Omnia  pontus  erat,  deerant  quoque  littora  ponto.  2^* 

Occupat  hie  collem  cymba  sedes  alter  adunca 

Et  ducit  remos  illic,  uby  nuper  ararat. 

Anno  1530  starb  frouw  Margret,  keysser  Maximiliany 
dochter  •). 

9.  Hb.:  and  Memmisgen  Lindonw. 

1)  OeoTg  von  Brandenburg- Ansbach. 

2}  Ernst  der  Bekenner,  Ton  Biaunschweig-Lüneburg,  und  Frans  sein 
Bruder. 

3)  Des  Kurfürsten  Johanns  Sohn. 

4)  Die  hier  genannten  Fürsten  und  Städte  sind  die  Unteneichner  der 
Augsburger  Confession,  welche  am  25.  Juni  d.  J.  im  Reichstag  verleseD 
wurde.  Ihren  Wortlaut  s.  bei  Förstemann,  Urkundenb.  s.  Gesch.  d.  Reichs- 
tags von  Augsburg  I  369  ff. 

5)  Dieses  Glaubensbekenntniss  der  4  Städte,  welches  mehr  den  Stand- 
punkt der  Reformierten  yertrat,  wurde  dem  Kaiser  am  11.  Juli  übergeben, 
jedoch  nicht  Öffentlich  verlesen;  s.  ebend.  II  22. 

6)  Das  richtige  Datum  ist  der  5.  Nov.;  vgl.  Augsburger  Weltchronik, 
z.  J.  1530,  und  Seb.  Francks  Zeitbuch,  Bl.  248  b. 

7)  Vermuthlich  Seeland,  oder  auch  Salland,  das  Mündungsgebiet  der 
Yssd. 

8)  Vgl.  B.  Chron.  1 117. 

9)  Sie  war  die  Wittwe  Hersog  Philiberts  11  von  SaToyen,  und  seit 
1506  Regentin  der  Niederlande. 


1630—1531.  201 

[386^]  Anno  1531  uff  den  11.  tag  octobiis  umb  die  12.  stund  o^|  ,1 
im  tag  do  ubeifiellen  die  5  ort  der  Eydtgnoschafft  die  von 
Zürich  und  eischlAgen  innen  gamach  by  300  mannen  uff  dem 
Alpis^).  Do  waid  Uolrich  Zwingly  mit  sampt  17  piedicanten 
s  zu  8tat  und  land  erschlagen  3).  Darnach  uff  den  21.  tag  octobiis  oct,  (23) 
bescbach  die  schlacht  uff  dem  Zugeiberg  ^).  Und  band  die 
von  Lutzein,  Uiy,  Schweitz  und  Undeiwalden  und  Zug  zu 
allen  mallen  den  sig  eihalten. 

Anno  1531  uff  den  23.  tag  novembiis  umb  die  achte  stund  not.  23 
io  roi  mittag,  was  an  sant  Clementzen  tag^],  staib  dei  hochgeleit 
doctoi  Johannes  Oeclampadius,  und  lit  zu  Basel  in  dei  hochen 
stifft  im  ciutzgang  begraben^). 

Anno  1531  uff  samstag  vor  dem  osteitag^)  zochen  die  von  Apru  s 
Zürich,    Bern,    Basel,    Schaff hussen  und  SoUutuin,    Fiiburg, 
u  Mulhussen  und  Sant  Gallen  den  Ghrauwen  Pundeien  zu,  widei 
den  castellan  von  Mysz^j. 

[387^]  Anno  1530  uff  den  11.  tag  augusty^)  ist  zt  Basel  i^.  11 
einnei  gericht  mit  dem  schwort,  und  darnach  dei  coipel  vei- 
biant  und  das  houpt  an  ein  Stangen  gesteckt,  dei  hiesz  Coniat 
2u  In    der  Gassen  von  Alfurt   by  Haltpiun  ^).     Der  hielt  gantz 

3.  Hs.:-niM    (sUtt  mc).  9.  Es.:  Xm  tag,  (stott  ZXIU).  12*  Em,:  in  der 

hoch«]!  stiir  im  cmtzgui  begraben.  19.  Ha. :  geateck. 

1)  Ueber  die  Sehlacht  bei  Kappel  und  die  dortigen  Verluste  Tgl. 
oben  S.  141  ff. 

2)  VgL  die  NamensTerseichnisse  bei  Bullinger  m  145  und  im  Anzeiger 
f.  Schweixergeflch.  1899,  S.  201,  welche  zusammen,  mit  Einsohluss  Zwingiis, 
eine  Gesammtzahl  yon  19  Geistlichen  ergeben. 

3)  Das  Treffen  auf  dem  Gubel,  das  hier  gemeint  ist,  geschah  in  der 
Nacbt  nach  dem  23.  Oct.  Der  21.  hingegen  war  der  Tag,  wo  die  Evan- 
gelischen, bei  Baar,  dem  Heere  der  5  Orte  gegenüber  sich  aufstellten, 
worauf  diese  das  Feld  räumten  und  in  eine  yerschanzte  Stellung  sich  zu- 
rückzogen; s.  oben  S.  143,  A.  5,  7  u.  8. 

4)  Dass  es  eher  am  Morgen  des  folgenden  Tages  (24.  Not.)  geschah, 
darüber  s.  B.  Chron.  I  138,  A.  2,  und  S.  488. 

5)  Im  Kreuzgang  des  Münsters. 

6)  Dieses  Datum  bezeichnet  den  Auszug  der  Basler;  s.  B.  Chron.  I 
118  ff. 

7)  Jakob  Ton  Medici,  auf  dem  Schlosse  Musso  am  Gomersee. 

8}  Dasselbe  Datum  s.  B.  Chron.  I  112,  und  dazu  stimmt  auch  das 
Wochenausgabenb.,  wo  die  Kosten  der  Hinrichtung  in  der  Samstagsrechnung 
Tom  13.  August  figurieren.  Inder  Gassens  noch  erhaltenes  Verhör  hingegen 
.Criminalakten  I  G.  1)  trägt  auf  der  Aückseite  eine  Aufschrift,  laut  welcher 
er  schon  am  6.  August  hingerichtet  worden  wäre,  und  dieser  Angabe  folgt 
Ochs  VI  28. 

9)  Bei  Heilbronn.  Alles  Folgende  beruht  auf  seinem  Verhör;  s.  die 
Torige  Anm.  und  ygL  oben  S.  130. 


202  Anonymus  bei  Schnitt. 

und  gar  nut  von  dem  nuwen  testament.  Item  er  hielt  nut 
uff  das  paternoster  und  unseren  heiligen  glühen,  und  bette 
ouch  selbs  nit;  dan  das  bett  mit  dem  mund  were  kein  nuts, 
sondei  hiecht  grossen  schaden.  Und  so  er  gefragt,  warumb 
doch  betten  kein  nutz  were,  diewil  doch  Cristus  am  Olberg  ^ 
selbs  gebettet  hett,  sprach  er:  wer  es  sagen  kundt?  die  junger 
haben  doch  geschlaffen.  Er  glüht  ouch  nit,  das  Maria  die 
mütter  gottes  Cristum  Jesum  under  irem  hertzen  getragen  und 
erboren  hette;  dan  were  sy  sin  mütter  gewessen,  so  hette  ei 
sy  an  der  hochzeit  in  Ghana  Galilee  nit  mit  rüchen  wortem« 
angesprochen:  wib,  was  gat  es  dich  oder  mich  an. 

Item  er  sprach:  das  euwangelium  hab  kein  grundtveste. 
usz  der  ursach  das  im  euwangelio  geschryben  stat,  uff  der 
hochzeit  in  Ghana  Gallilee  sient  etliche  krüg  da  gestanden, 
da  in  ein  krüg  ungefarlich  dry  oder  vier  masz  gangen^),  undis 
so  nit  ein  rechte,  sonder  ungevarliche  masz  da  benamset, 
könne  er  im  kein  glühen  geben. 

Disser  fieng  zu  Basel  an,  solliche  und  derglichen  artickel 
heimlich  in  den  wincklen  predigen.    Darzü  gaben  im  ettliche 
oren.     Also    greiff  ein   oberkeyt   zu    im    und    thett    im,   wiese 
oben  lutt. 
Fe^  [388]  Anno  1532  im  februario  leitten   die  von  Bassel  ein 

grosse  Schätzung  uff  ire  gotzhusser^},  von  wegen  des  grossen 
Schadens,  so  der  Byrsich  gethon,  und  des  grossen  costen,  so 
sy  in  den  kriegen  erlitten  hatten.  v> 

Aug.  13  Anno  1532  uff  den  13.  tag  augusty   ist  Oschwaldus  Mt- 

conius  von  Lutzern  3]  zu  Basel  zu  einnem  pfarrer  in  der  hochen 
stifft  uff  Burg^j  im  cappittelhusz  ^)  von  allen  dennen,  so  im 
grossen  und  kleinnen  rath  in  den  dryen  pfarren  zu  sant  Mar- 
tin, zu  sant  Alban  und  zu  sant  Uolrich  warent^),  erweit  worden.^) 

10,  Hs.:  Ghana  Oali«.  13.  Hs.:  geschryben  atan.  14,  Hb.-  Ghana  Gallice. 

15.  Hb.;  da  yin  ein  krüg.        18.  Hs.:  fien  zu  Basel  an.        20.  Hb.:  ein  oberkejr  zii  i>- 

1)  Sollte  heissen:  2  oder  3  Mass. 

2)  S.  den  Beschluss  vom  12.  Februar  d.  J.,  im  Schwarsb.  Bl  23  b. 

3)  Ueber  ihn  s.  Hagenbach,  Job.  Oekolampad  und  O.  Myconius. 
S.  309  ff. 

4)  D.  h.  an  die  durch  Oekolampads  Tod  erledigte  Steile  eines  Haupt- 
pfarrers am  Münster  und  Antistes  der  baslerischen  Kirche.  Ueber  die  Wahl 
8.  Hagenbach  S.  339. 

5)  Das  Kapitelhaus  stand  dem  Kreuzgang  des  Münsters  gegenüber, 
neben  der  jetzigen  Antisteswohnung,  auf  einem  Theil  des  Areals  der  Unters 
Realschule. 

6)  Diese  3  Filialgemeinden  bildeten  zusammen  die  Münstergemeinde. 


1532—1533.  203 

Anno   1532  uff  den   4.  tag  augusty,  was  uff  sontag  voi  ^^^^  4 
Lorentzy,    hat  Stoffel  Bomgartter    der  gewantman  zu  Basel  ^) 
usz  ingebung    des  teuffels  Elszbetten  Davit    sinnen    eelichen 
gemachel  und  Elszbettly,  by  A^/^}aien  alt,  sin  eeliche  doehter, 

5  so  er  by  Elszbetten  Davit  erboien  hatt,  in  sinnem  husz  unden 
am  kouflFhusz  gelegen  und  zürn  Eberstein  genant^),  oben  im 
husz  zwuschet  den  kameren,  umb  das  ein  nach  mittag  3),  als 
yederman  in  der  predig  uff  Burg  war,  mit  verrigletten  thuren, 
mit  einnem  weidner,  so  er  darz4  geschliffen  hatt,  yemerlich 

ii^ermurt  und  umbracht;  und  nach  dem  selbigen  sich  selbs  zt 
oberist  im  husz  by  dem  uffzüg  ubersturtzt  und  an  die  gassen 
herab  zu  tod  gesprengt. 

Er  hat  ouch  ein  brieff  mit  sinner  hand  geschriben  und  an 
die  weichy  mit  einnem  nestel  gebunnden,  darin  er  anzeigt  syn 

i&bewegung  und  ursach^);  lit  hinder  einnem  rat  zu  Basel ^). 

[388^]  Anno    1532   uff  den  24.  tag  septembris<^)   erschein  8«pt.  24 
ein  comett  im  zeichen  der  junckfrouwen,  alweg  gegen  tag, 
nach  mitter  nacht,   vor  der  sonnen  uffgang^);   und  hat  gewert 
80  tagsj. 

»        [389^]  Anno  1533  uff  den  21.  tag  february  kam  ein  sollicher  p^^f,  21 
g:raa8amer  wind,  als  ye  gehört  wasz^);  warff  zu  Straszburg  uff 
dem  munsterthurm  die  zeytglocken  herab,   so   do  anno  1498  149s 
gebuwen  was. 

6.  Hg.:  sum  Eberstein  genant  ist  oben  im  husz.  11.  Hs. :  nberaturtz. 

14.  Hb.:  sy  bewegong.  16.  He.:  decembris  (statt  septembris). 

l;  Vgl.  B.  Chron.  I  140  ff.  und  IV  98,  ferner  obenS.  161  ff.,  und  unten 
Ertzberg  z.  J.  1532. 

2)  Ueber  dieses  Haus  s.  B.  Chron.  IV  98,  A.  4. 

3)  Vgl.  ebend.j  1 140  und  IV  98,  auch  oben  S.  162:  ewuschen  12  und  1. 
4;  Bis  hier  stimmt  diese  Nachricht  vom  Briefe  nahezu  wörtlich  mit 

dem  Berichte  bei  Ertzberg. 

5)  Vgl.  in  B.  Chron.  IV  99  die  Bemerkung  unter  den  Varianten.  Von 
diesen  Akten  findet  sieh  jedoch  nichts  mehr  im  St.  Archiv. 

6)  Decembris,  wie  die  Hs.  hat,  scheint  entstellt  aus:  septembris;  9C 
Wurstisen  S.  611,  femer  die  gedr.  Augsburger  Weltchronik,  sowie  auch  die 
Strassburger  Chronik\bei  Mone,  Quellen  zur  Badischen  Landesgesch.  II 143. 
—  üeber  den  Cometen  yom  Mai  d.  J.  s.  B.  Chron.  1 140. 

7,  Vermuthlich  entstellt  aus :  alweg  gegen  mitternacht,  vor  der  sonnen 
affgang  —  d.  h.  der  Lage  nach  gegen  Norden,  und  der  Zeit  nach  vor 
Tagesanbruch. 

8)  »80  tagr«  hat  auch  Wurstisen  a.a.O.  Vgl.  jedoch  die  Strassburger 
Chronik  bei  Mone:  fast  24  tag.  Demnach  könnte  80  entstellt  sein  aus  30 
oder  25  (LXXX  aus  XXX  oder  XXV). 

9}  Vgl.  oben  S.  163,  femer  die  Strassburger  Archivchronik,  im  Code 
biBtorique  de  Strasbourg  II  219,  sowie  auch  die  gedr.  Augsburger  Welt- 
chronik. 


204  Anonymus  bei  Schnitt 

jonf  Ms  [390]  Anno  1533  im  biachmonat  und  im  heuwmonat  ei- 

J^  schein  ein  comett  im  zweyling^  und  weret  40  .tag^). 

Not.  1  [390^]  Anno   1533   uff  den  eisten   tag   noTembris^)  erhbb 

sich  ein  grosse  zwispaltung  zwuschet  denen  von  Solluthum 
und  iren  underthannen,  von  wegen  des  gldbens').  ^ 

j^\         Anno   1534  uff  den  ersten   tag  may  hat  ein  ersamei  rath 
dei  stat  Basel  alle  ire  underthannen  zu  Liechstal  gemusteiet 
und  ire  harnisch  und  gewer  besichtiget;  und  ist  yedes  ampt 
mit  synnem  fenly  erschinnen. 
M»i  Anno   1534  im  meyen  hatt  hertzog  Uolrich  von  Wirten- 1» 

berg  des  konig  Ferdinandy  kriegsvolck  gejagt  by  der  8tat 
Louffen,  am  Necker  gelegen^],  usz  hilff  des  kong  FranciBCus 
usz  Franckreich  gelt  und  des  landgraffen  Philippen  von  Hessen 
und  anderer  Deudschen  fursten  volck^  sin  vetterlich  erbland 
widerumb  eroberet  und  inngesetzt.  ü 

Anno  1534  hat  die  stat  Munster  in  Westvalen  ein  kong 
under  innen  uffgeworffen,  wellich  Johannes  von  Layden  ein 
schniderknecht  was.  Der  selbig  was  ein  Widerteuffer  und  ubei- 
1535  kam  ein  grossen  anhang,  also  das  anno  1535  zoch  das  Beich 
für  die  stat  Munster  und  belegeretten  die  statt  ^j,  und  verloren  k 
etwan  mengen  stürm  vor  der  statt  ^).    Zu  lest  ward  sy  uff  sant 

Juni  23  Johannes  baptiste  abent  durch  verretterrey  ingenommen  ^),  und 
was  über  7  jar  alt  gewessen,  ist  alles  erwürgt  und  erstochen, 
[391]  und  der  konig  gefangen.     Und  uff  samstag  nach  Seba- 

j^^'^^  stianny   anno    1536    ist    der  konig  und  Bernhart   Crafit^j  sin» 

5.  H0.:  swnBclLei  deren  tob  BoUatlinrn  und  iren  natherdannen. 
7.  Ha.:  alle  iren  nnderiliannen.  14.  Hb.:  in  sin  TetterlielL 

1)  Vgl  B.  Ghron.  1 143  und  Wurstisen  S.  611. 

2)  Diese  Unruhen  kamen  in  Solothum  Bohon  Donnerstags  den  30.  Oet 
zum  Ausbruch;  indem  die  Anhänger  der  Reformation  sich  in  der  Vorstadt 
jenseits  der  Aare  yersanmielten  und  dort  verschämten.  Am  1.  Nov.  jedoch 
erreichte  die  Aufregung  ihren  Höhepunkt,  als  die  Altgläubigen  aus  der 
Stadt  einige  Schüsse  hinüberfeuerten;  s.  Eidg.  Absch.  IV  Ic,  S.  175 ff. 

3)  Die  Reformation  hatte  ihre  Anhänger  nicht  nur  unter  den  Unte^ 
thanen,  sondern  auch  unter  den  Stadtbürgern. 

4)  Ueber  die  Schlacht  bei  Laufen  a.  Neckar,  yom  13.  Mai  1534,  s. 
Stalin,  Wirtemb.  Oesch.  IV  1,  S.  368  ff. 

5)  Schon  vorher,  seit  1534,  war  die  Stadt  eingeschlossen  durch  einige 
Streitkräfte,  welche  der  Bischof  von  Münster,  Graf  Frans  von  Waldeck, 
gesammelt  hatte;  s.  Ranke,  Deutsehe  Qeseh.  im  Zeitalter  der  Reformation 
m  527  ff. 

6)  Der  einzige  Sturm  dieser  Art  war  derjenige  vom  30.  August  1534; 
8.  ebend.  S.  543. 

7)  In  der  Nacht  vom  ^3./24.  Juni;  s.  ebend.  S.  556 ff. 

8)  Sollte  heissen:  Krechting. 


1533—1536.  205 

hertzogy   und  sin  kantzeler  Bemhart  KnippeidoUing,  alle  ge- 
richt  und  vom  leben  zürn  todt  bracht  worden. 


Anno    1535  uff  den   25.   tag  appiellens,   das  do  was  uff  j^^ 


25 


sontag  cantate  und  sant  Marxen  des  eu wangelisten  tag,  naoh 

&  mitternacht  gegen  tag^),  yeibian  zu  Bern  in  Uechtland  26 
husser  und  8  spichei  und  schüren.  Uff  semlichs  schickt  ein 
eisamei  rath  dei  stat  Basel  her  Hansz  Rüdolff  Fryen  iien 
latz&und,  die  buiger  zu  clagen  und  innen  zu  ergetzung  irs 
Schadens  von  wegen  einner  stat  zu  schencken  60  seck  kernen. 

iJ  Anno  1535  zoch  keyser  Carolus  der  Y  mit  grossem  voick 

in  Aflrica  und  gewan  die  stat  Thonnis^),  die  der  Barbarossa^) 
mit  des  Turcken  willen  inhatt. 

Anno   1535   uff  den  ersten  tag  novembris  starb  Maximi- (Oct.  24} 
lianuB^)  der  hertzog  zu  Meyland,  disz  geschlecht  der  lest. 

15  [391^]   Anno  1535^)    hat  konig  Hennrich   usz   Engelland 

nach  yilfaltiger  erfarung,  ob  er  sin  eeliche  huszfrouw^^),  diewil 
sy  nit  furchbar  were*^),  verlassen  und  ein  andere  zu  der  ee 
nemen  möcht,  damit  er  ein  mansnamen  uberkem  und  der  das 
reich  nach  sinnem  todt  besitzen  wurde;  wellichs  er  nach  langer 

2onach{rag  by  vil  gelerten  lutten  nit  hat  mögen  zu  wegen 
bringen^).  Zu  lest  riets  im  ein  bischoff  in  sinnem  land^).  Also 
verliesz  er  sinnen  ersten  gemachel  und  nam  ein  andere,  einnes 
nideren  stammens  ^%  welliche  er  ein  lange  zeit  vorhin  gebdllet 

5.  Hb.:  nach  mittemaclL  21.  Hb.:  ein  biBcboffs. 


1)  In  der  Nacht  vom  25./26.  April.  Vgl.  B.  Chron.  IV  99,  wo  übrigens 
für  cantate  irrigerweise  »jubilatec  (18.  April)  steht. 

2)  Tunis. 

3}  Schereddin,  gen.  Barbarossa. 

4)  Maximilian  Sforza,  der  nur  bis  1515  regiert  hatte,  war  1530  in 
Frankreich  gestorben.  Der  letzte  Sforza  jedoch  war  dessen  jüngerer  Bruder 
Franz  Maria,  der  seit  1521  regierte  und  am  24.  Oct.  1535  starb.  Der 
1.  Kot.  mochte  der  Tag  sein,  wo  diese  Nachricht  in  Basel  bekannt  wurde. 

5)  Diese  Jahrzahl  bezieht  sich  nicht  auf  die  hier  folgende  Eheschei- 
Scheidung,  sondern  genauer  auf  die  weiter  unten  erwähnte  blutige  Ver- 
folgung aller  derer,  welche  diese  Scheidung  missbilligten. 

6)  Katharina  von  Aragon. 

7)  D.  h.  sie  hatte  ihm  nur  eine  Tochter  geboren,  die  spätere  Königin 
Maria. 

8}  Seine  ersten  Schritte  zu  diesem  Zwecke  reichen  ins  Jahr  1527 
zurück. 

9)  D.  h.  Cranmer,  der  nachmalige  Erzbischof  von  Gauterburg,  gab 
ihm  den  Bath,  hierüber  die  Gutachten  verschiedener  Universitäten  einzu- 
holen, und  diese  lauteten  meistens  zustimmend. 

10)  Seine  Vermählung  mit  Anna  Boleyn  vollzog  er  1532. 


206  Anonymus  bei  Schnitt. 

(jj^^hatt,  zd  dei  ee.  Und  staib  sin  erste  fiouw  darnach  im  febru- 
ario,  alsz  sy  nit  gar  ein  jar  ^)  nach  disser  schmach  gelept  halt. 
Darnach  liesz  der  konig  alle,  die  in  sinnem  land  nit  wollen 
sprechen,  das  der  konig  wol,  er  lieh  und  recht  in  disser  sach 
gehandlet  hette,  dennen  liesz  er  die  kopff  abschlaohen.  Also  i 
ward  der  from  hochgelert  man,  her  Thomas  Monis,  der  sin 
oberister  cantzlar  im  gantzen  konigreich  Engelland  gewessen 
j^  was,  in  dem  jullio  sin  houpt  abgeschlagen ,  und  darnach  dem 
bischoff  zd  Rüffach  2),  gar  einnem  frommen  man.  Nach  dissen 
dingen  allen  rathschlaget  des  konig  wib  mit  irem  schwagert» 
und  frunden,  das  sy  eins  maus  erben  uberkeme,  der  das  kong- 
reich  besetz,  und  der  konig  mit  iren  nit  handelet  wie  mit  der 
ersten;  und  legt  sich  also  zu  irem  verwanten,  in  meinungvoD 
im  schwanger  zu  werden  '^j.  Das  ward  durch  Schickung  gottes 
der  konig  innen,   und  liesz  der  frouwen   und  iren  Terwanteni» 

(Ma/uS^"^  Thurn^j,  in  dem  monat  apprillis  anno  1536,  die  kopff  ab- 
schlagen ^). 
1635  [392]  Anno   1535  hatten  die   von  Solluturn  ettliche  iner 

bürgeren  von  wegen  des  glübens  vertriben*).  Under  dennen 
warent  etliche,  als  Hans  Roggenbach,  Rudy  Roggenbach.  ^ 
Hennrich  von  Arx,  Hans  Hubler  ^),  Ursz  Entz,  Ludwig  Koffer, 
Conradt  Bluwer^),  Niclaus  Sutter,  Jörg  Linser.  Disse  thatten 
sich  ztisamen  und  begerten  an  die  von  Solluturn:  sy  selten 
innen  vertreg,  brieff  und  sigel,  so  ettliche  ort,  wie  es  im  glüben 


5.  H«.:  gehftnlet  hette.      7.  cantzlar  i.  d.  Hb.  am  Bande.        16.  Hb.:  Umz die froQves 
17.  Hb.:  abschlageni.  20.  Hb.:  Btidy  Boggen. 


1)  Sie  starb  am  7.  Januar  1536,  nachdem  ihre  Ehe  schon  im  Mai  lo33 
durch  gerichtliches  Urtheil  ungiltig  erkl&rt  worden  war. 

2)  John  Fisher,  Bischof  von  Koehester  (lat.  Hubiacum).  Er  und  Moru$ 
starben '1535. 

3)  Bekanntlich  eine  Fabel. 

4]  Anna  Boleyn  wurde  im  Tower  allein  hingerichtet 

5)  Genauer  am  19.  Mai  d.  J. 

6)  Nach  den  Unruhen  ron  1533  waren  beim  Ausgleich  vom  17.  Nov. 
d.  J.  4  StadtbOrger  und  4  Landleute  von  der  Begnadigung  ausgeschlosseo 
worden;  s.  Eidg.  Absch.  IV  Ic,  S.  177,  und  vgl.  oben  S.  204.  Die  Jahrzahl 
1535  bezieht  sich  daher  nicht  auf  ihre  Vertreibung  aus  Solothum,  sondern 
auf  das  gemeinsame  Auftreten  der  nachfolgend  genannten  9  M&nner  gegen 
diese  Stadt;  s.  Eidg.  Absch.  S.  538  ff.,  und  Tgl.  unten  A.  7  u.  S.  207,  A.  2. 

7)  Diese  4  waren  die  Ausgeschlossenen  der  Landschaft;  s.  Eidg.  Absch. 
S.  177.  Die  weiter  folgenden  5  hingegen  erscheinen  erst  im  Sommer  1535 
als  ihre  Genossen,  worauf  sie  insgesammt  »die  9  Mannen«  genannt  wurden; 
s.  ebend.  S.  538  h,  543  ff.  und  696. 

8}  Genauer:  C.  Bl&wer;  s.  ebend.  S.  538h. 


1635—1536.  207 

gehalten  solte  werden,  uffgericht  hetten,  halten^).  Das  aber 
iren  heien  von  Sollutuin  zd  halten  nit  gelegen.  Also  nach 
langer  handlung  seytten  die  9  man  etlichen,  so  sy  mit  schmach- 
worten  verletiten,  ab,  und  wurden  ettlich  übel  von  innen  ge- 
5  schlagen^);  darsü  schnitten  sy  einnem  pfafFen  die  hoden  usz^j. 
Also  nach  langer  handlung  wurden  die  9  man  zu  Buren  in 
Bernbiet^)  uff  den  3.  tag  marcy  anno  1536  gefangen^),  und  ^^^  ^13^ 
ward  der  handel  durch  die  Eydgnossen  vertragen,  das  keinnem 
an  sinnem  leben  nut  beschach<^). 

10  Anno    1536    uff  den    4.    tag   apprellentz    verbrunnen    by  Aprii  4 

heitterem  tag  zd  Oberen  Baden  im  Ergouw  z&n  grossen  und 
kleinnen  bederen  by  20  husser^),  und  gieng  oben  bim  scher- 
husz  zürn  Bost  oder  Zymerax  an.  Die  von  Zürich  gaben  innen 
an  den  brand  zül  stur  50  guldin. 

15  [392^]  Anno  1536^)  ward  die  stat  Jenff  vom  hertzog  von 

Soffoy  belegeret^)  von  wegen  des  glübens,  ouch  das  sy  dem 
bischoff  (als  er  vermeint)  sin  gerechtigkeyt  nit  weiten  halten  ^^j, 
ouch  des  wydenatz^^]  halb,  so  der  hertzog  an  die  stat  zu  haben 

1)  Nocli  bevor  die  9  sich  zusammengethan,  schon  im  Febr.  und  Juni 
1534  klagte  Solothum  über  Oewaltthaten ,  welche  die  4  ausgeschlossenen 
Landleute  yerübt,  hatten,  und  diese  begründeten  hierauf  ihr  feindliches 
Vorgehen  in  einem  Schreiben  vom  7.  Aug.  d.  J.;  s.  Eidg.  Absch.  IV  lo, 
S.  271i,  337  V  und  368. 

2)  Dies  alles  geschah  von  Seite  der  Ausgeschlossenen  schon  im  Sommer 
1534;  8.  ihr  Schreiben  vom  7.  Aug.  d.  J.,  a.  a.  O.  Nach  Jahresfrist  aber, 
am  3.  Aug.  1535,  sagten  die  9  der  Stadt  Solothum  ab;  s.  ebend.  S.  538h 
und  543  ff, 

3]  Im  August  1535;  s.  ebend.  S.  553. 

4)  Büren  an  der  Aare. 

5)  Vgl  ebend.  S.  662  den  Brief  Basels  an  Zürich,  vom  21.  März  d.  J., 
welcher  diese  Verhaftung  als  erst  > letzter  Tage«  geschehen  meldet.  Dem- 
nach dürfte  der  3.  März,  wie  die  Us.  hat,  entstellt  sein  aus:  13.  März. 
Jedenfalls  aber  erfolgte  sie  noch  Tor  dem  17.;  s.  ebend.  S.  661. 

6)  8.  ebend.  S.  696  ff.  den  Schiedspruch  vom  24.  Mai  1536.  —  Ueber 
die  Haltung  Basels  in  diesem  Handel  s.  B.  Chron.  I  144  und  146. 

1)  Vgl.  die  Villinger  Chronik,  bei  Mone,  Quellensammlung  II 108. 

8)  Diese  Jahrzahl  bezieht  sich  auf  den  nachfolgend  erzählten  Feldzug 
Berns;  s.  unten  S.  208. 

9)  Zu  einer  förmlichen  Belagerung  Qenfs  durch  Karl  HI  von  Sayoyen 
kam  es  überhaupt  nicht.  Wohl  aber  begann  dieser  schon  im  Juni  1534  die 
Feindseligkeiten  durch  Sperrung  der  Zufuhr  und  durch  Ueberfälle  in  der 
Umgebung  der  Stadt;  ygi.  B.  Chron.  1 145. 

10)  Genf  hatte  die  Reformation  angenommen,  und  der  Bischof,  Peter 
Ton  Baume,  hatte  schon  1533  die  Stadt  für  immer  yerlassen. 

11)  Das  Amt  des  Vizedoms  war  in  Genf  ursprünglich  ein  bischöfliches. 
Jedoch  schon  seit  dem  XIII  Jahrhundert  hatte  Sayojen  dasselbe  an  sich 
gerissen,  und  Karl  IH  hatte  yersucht,  dieses  Amt  zur  yölligen  Herrschaft 


208  Anonymus  bei  Schnitt 

vermeint,  und  nach  vilfaltiger  handlung^)  und  in  der  allei- 
lesten  nott  zügent  die  von  Bern,  als  mitburger  deren  von 
Jan.  14  Jenff^),  uff  den  14.  tag  january')  anno  1536  zt  entschuttung 
deren  von  Jenff  usz,  und  namen  dem  hertsog  von  Soffoy  das 
land  in  bisz  gon  Camarach^),  und  verbranten  vü  Schlosser.        & 

Also  vemamen  semlichs  die  Wallisser  und  sügen  dem 
hertzogen  euch  in  das  land,  unangesechen  die  nuwe  pundt- 
nusz,  so  sy  kurtzlich  hievor  mit  dem  hertzogen  u£^ericht 
hatten '^},  und  namen  dem  hertzogen,  was  innen  wol  gelegen 
was.     Desglichen  thetten  die  von  Friburg  ouch.  to 

Also  rüst  sich  konig  Franciscus  zft  Franckreich,  und  zoch 
mit  grossem  volck  zu  rosz  und  f&sz  dem  hertzogen  ouch  in 
das  land,  und  nam  Thörin  die  stat^j  inn,  und  was  im  werden 
mocht;  dan  er  ouch  in  willen  was,  in  Meyland  zti  ziechen. 
Gab  für:  er  were  des  hertzogen  brfiderskinden  des  graffen  von  n 
Jenff 7]  vogt,  dennen  horte  das  land  zu,  hetten  biszher  gegen 
dem  hertzogen  zu  keinnem  billichen  rechten  kommen  mögen. 

[393]  Also  zoch  keyser  Carolus  V  usz  Neapolis  in  Mey- 
land, ob  hundert  mal  taussend  starch^)  von  Deudsch  und  Wel- 
schem volck,  understünd  dem  Frantzosen  zu  weren.  Zoch  für  % 
Thörinn,  und  verliesz  bald  Thürin  und  zoch  über  das  gebirg 
uff  Marsilien  zu.  Und  hatt  aber  ein  grossz  volck  in  das  Bich- 
hardey  ®)  verordnet,  derren  oberister  was  der  graff  von  Nassouw  ^^], 
die  selten  uff  Parisz  zu  ziechen.  Also  kam  in  des  keysers 
leger  11)    ein  grosser   sterben,    nämlich  der   rott  schaden,    die^ 


über  die  Stadt  zu   erweitern;  s.  Oechsli,  in  Hiltys  Politischem  Jahrbuch 
fOr  1899,  S.  6  des  Sonderdruckes. 

1)  Ueber  diese  Verhandlungen  yon  1534  und  1535  s.  ebend.  S.  14  ff. 

2)  Das  Burgrecht  Berns  mit  Genf,  vom  8.  Febr.  1526,  s.  Eidg.  Absch. 
IV  la,  S.  1507  iSr. 

3)  Dieses  Datum  trägt  Berns  Anieige  an  Basel,  dass  es  mit  5000  Mann 
gegen  Savoyen  zu  Felde  ziehen  werde;  s.  Eidg.  Absch.  IV  Ic,  S.  607 ff.  Der 
wirkliche  Auszug  erfolgte  jedoch  erst  am  22.  Januar;  s.  B.  Chron.  1 146. 

4)  Die  [Bemer  hatten  allerdings  anfänglich  beabsichtigt,  bis  nach 
Chamb^ry  zu  ziehen;  jedoch  aus  yerschiedenen  Bücksichten  msLchten  sie 
schon  bei  St.  Julien  Halt. 

5)  Nämlich  am  1.  Mai  1528;  s.  Eidg.  Absch.  IV  la,  S.  1516 ff. 

6)  Turin. 

7)  Karls  III  Bruder  Philipp,  Graf  von  Genevois,  war  1533  gestorbeti 
und  hatte  einen  Sohn  Jakob  hinterlassen. 

8)  nichtiger:  30000. 

9)  Picardie. 

10)  Heinrich  von  Nassau-Breda,  der  Oheim  Wilhelms  von  Oranien. 
11}  Nämlich  in  das  gegen  Marseille  rückende  Heer;  vgl.  B.  Chron.! 
149  ff. 


1536—1537.  209 

brunny  und  die  pestenlentc,  und  stürben  dem  keysei  ettliche 
namhaffiiger  houptlutt,  als  Anthonius  de  Lera^)  und  andere. 

Also  gab  der  keyser  sinnem  kriegsvolck  im  october  des  oct 
36.  jar  urlüb^),  und  sogent  die  Brunsohwigischen  knecht  gar 
^  ellendlich y  glich  wie  anno  1528 3),  durch  die  stat  Basel,  und 
Sturben  allenthalben  fil  uff  der  Strassen.  Und  kam  hertsog 
Hennrich  von  Brunschwig  by  äugender  nacht  in  einnem  schiff 
gon  Basel,  uff  den  3.  tag  novembris,  und  für  am  morgen  bfiw  Not.  3 
wider  hinw^.     Also  schanck  ein  ersamer  rath  der  stat  Basel  noy.  4 

i^  dem  hertsogen  in  das  schiff  ein  halb  füder  win  und  acht  seck 
mit  haberen^).  Und  zogen  die  knecht  in  Bichharty  ouch  ab, 
und  ward  dem  graffen  von  Nassouw  übel  zügerett. 

[393^]   Anno  1536     uff  den  4.  tag  july,    was  uff  zinstag  ^^«  ^^^^ 
Uolxycy^),   starb  der  hochgelert  doctor  Eraszmusz  von  Botter- 

15 dam,  zu  Basel  in  der  truckery  z&m  Lufft^)  by  Jeronimo  Fro- 
bennio,  und  litt  zu  Basel  in  der  hochen  stifft  uff  Burg  in 
unsser  frouwen  cappellen^)  vergraben.  Und  ward  gantz  erlich 
mit  allen  gelerten  der  unniversitett  und  der  burgerschafft,  in 
bysin  des  burgermeisters^},   zu  grab  tragen.     Disser  hat  das 

iff  nuw  testament  usz  Grieckischer  sprach  in  das  Latin  bracht 
anno  1518^).  isis 

Anno  1537  uff  den  ersten  tag  january  ist  das  stettly  Hutt-  j^  ^ 
wil  in  Bernbyet  uff  den  boden  gar  uszbrunnen. 

Anno   1537  uff  sant  Marx  tag,  umb   die  4.  stund   nach  Apni  25 

25  mittag,  ist  zu  Heidelberg  ein  ungest&m  toetter  gesin^  mit  grossen 
erschrecklichen  grausammen  donnerschlegen,  und  hat  im  drytten 

16.  Ha.:  stüF  nlF  Bnig.  20.  Hs.:  osb  Or«iekiich«r  spivcht  in  dM  Latin  1>raoli. 

1)  Antonio  de  Leiva. 

2)  In  Folge  des  mit  Franz  I  geschlossenen  Waffenstillstandes;  Tgl. 
B.  Chron.  1 149. 

3)  Vgl.  oben  S.  197. 

4)  Vgl  B.  Chron.  1 149. 

5)  Der  Chronist  irrt  sich  um  eine  Woche,  da  Erasmus  in  der  Nacht 
Tom  11./12.  Juli  starb;  s.  B.  Chron.  1 147,  A.  2. 

6)  Jetzt  Bäumleingasse  No.  18. 

7]  So  hiess  im  Münster  die  vierte  Kapelle  des  nördlichen  Seitenschiffes, 
welche  sonst  auch  »der  Schaler  Kapelle«  genannt  wird,  und  wo  sein  Grab- 
mal noch  zu  sehen  ist;  s.  Wurstisens  MOnsterbeschreibung,  i.  d.  Beiträgen 
Xn447. 

8)  Jakob  Meyer  zum  Hirzen. 

9]  1518  erschien  allerdings  eine  solche  Uebttsetsung.  Die  erste  Aus- 
gabe des  grieehischen  Textes  sammt  Uebersetsung  erschien  jedoch  schon 
1516;  s.  Stockmeyer  und  Eeber,  Beiträge  zur  Basier  Buchdruck ergeschichte, 
S.  101  und  105. 

Basler  Chroniken.    VI.  14 


210  Anonymus  bei  Schnitt. 

donnerschlag  in  das  alt  schlosz,  das  man  Alt  Heidelberg  nempt  ^i, 
geschlagen.     Welliches  sich  von  dem   donneischlag,   [394]  do 
mei  den  zwey  hundert  thonnen  pulvers  gestanden^  angezunt, 
das  gantz  schlosz  urplutzlich  schier  in  einnem  augenplick  zer- 
sprengt, zerrissen  und  gantz  vom  boden  und  grundt  zerschlaiÜ't  -^ 
hatt.    Von  wellichem  schlosz  die  stein  von  dem  gemur  an  \il 
orten  der  stat  gesprengt  sind,  nit  anders  als  hett  man  sy  hinin 
geschossen.    Und  sind  schier  in  allen  gassen  die  fenster,  offen, 
decher  und  derglichen  in  der  stat  zersprungen  und  zerbrochen. 
Sind    die    kilchenfenster  alle    zerschmetteret,    als   wie   sy  im  ! 
paurenkrieg  gewessen  sind.    Auch  sind  die  fenster  al  im  nuwen 
schlosz^),  under  dem  alten  gelegen,  gantz  und  glatt  uszgesprun- 
gen,  und  grosz   stein  in  die  muren  wie  mit  karthonnen  ge- 
triben.    Und  dem  pfaltzgraffen  in  sinnen  gemach  also  gewütet 
und  getobet,  das,  so  er  anheimsch  gewessen  were,  er  mit  dem  i^ 
leben  nit  wol  het  mögen  darvon  kommen.     Hat  ouch  etliche 
gewelb    im    nuwen    schlosz    eingerissen,    und    mer    dan   für 
30  000  guldin   schaden  allein  in  dem  nuwen  schlosz  gethon, 
on  den  schaden,  so  in  der  stat  und  etlichen  byligenden  dorfflin 
und  heusseren   geschechen   ist.     Und  uff  dem  alten   schlosz, . 
das  zerrissen  ist,  sind  umkommen  3  personnen,  mit  allem  vich, 
so  daruff  gewessen  ist.    Die  anderen  sind  mit  dem  leben  durch 
die  hilff  gottes  darvon  kommen,  doch  nit  unverletzt.    Sind  ouch 
zwen  arbeitter  zu  hoff  am  nuwen  buw  erschlagen  worden. 

In  suma  es  ist  ein  greulich  grausam  erschrocklich  wesens 
gewest,  das  sich  by  maus  dencken  kom  begeben  hatt;  ist  vil 
erschrocklicher  dan  maus  schriben  oder  sagen  [394^]  kan.  Ist 
ouch  ein  solliche  forcht  under  die  lutt  kommen,  wan  ein  wettet 
sich  nur  mercken  lost,  lauffen  sy  alle  zusammen.  Got  well 
uns  genedig  sin. 

Es  sind  ouch  zu  Heydelberg  etliche  lantzknecht  in  einnem 
wirtzhusz  gesessen.  Die  haben  nach  irem  brauch  zecht  und 
frolich  gewessen  mit  singen  und  schreyen,  und  haben  des 
Wetters  kein  acht  genommen,  bisz  die  fenster  hinein  zu  in  über 
den  disch  gefallen  sind.  Da  sind  die  lantzknecht  hinusz  ge-> 
louffen  zornig,  haben  gemaint,  es  hab  sy  einner  mit  mütwillen 

14.  Hb.:  in  BÜmem  gemaclit  31.  Hb.:  etliche  lanUknech. 

32.  He.:  nach  irem  braucli  lech. 

1)  Von  diesem  alten  Schloss  auf  dem  Geisberg,  Vi  ^^  oberhalb  de« 
»neuen  Schlosses«,  sind  nur  noch  spärliche  Trümmer  vorhanden. 

2)  Das  noch  vorhandene  Schloss,  von  welchem  ein  ansehnlicher  TheÜ 
unter  dem  damals  regierenden  Kurfürsten  Ludwig  V  erbaut  wurde. 


1537.  211 

eingeschlagen,  oder  sey  ein  lerman  da  usz,  bisz  sy  gesechen 
haben,  das  es  ubeial  in  den  husseren  von  dem  weiter  ge- 
schechen  ist. 

Anno  1537  uff  den  4.  tag  may  ^)  für  her  Eckg  von  Rischach  ]^l^ 
^  und  Juncker  Ebms  Ottmar  von  Schonnouw  sampt  anderen 
houptlutten  und  kriegsvolck  von  wegen  keyserlicher  majestet 
in  das  Bichhardy,  do  dan  der  keyser  zu  rosz  und  füsz  ein  grosz 
voick  halt  2).  Die  gewunnen  dem  Frantzossen  etliche  flecken 
und  stett  als  SampaP)  und  anderen  ab.  Do  ward  durch  die 
Kl  konigin  Maria  von  Hungern  und  hertzogin  zu  Burgundy  *]  ein 
anstand  uff  10  monat  lang  gemacht^),  und  zoch  zu  beyden 
Sitten  das  kriegsvolck  in  dem  monat  augusto  ab.  Und  hatt^^v««^ 
zCl  disser  zeit  der  keysser  ein  grossen  zug  im  Meyland  ligen, 
dan  er  den  Frantzosse  besorgen  müst®). 

15  [395]  Anno  1537  in  dem  monat  September  ^j  hat  Ferdinandus  (Dec) 

der  Romisch  konig  ^]  ein  grosse  schlacht  im  Hungerland  by  einner 
stat  Esseckh,  by  einnem  wasser  ^),  wider  den  Turcken  verloren.  Und 
sind  der  Cristen  by  15  000  umbkommen,  erschlagen  und  gefangen 
worden i<^},   sampt  einnem  grossen  geschutz,    so  der  Turck  er- 

2uoheret^i)  und  mit  grossem  tryumph  zu  Constantinopel  ingefürt 


4.  Hs.:  Sisach.  11.  Hb.:  gemach  nnd  zoch  zu  beytten  das  kiiegsvolck. 

16.  Hb.:  ein  grosse  Bchlach. 


Ij  Dieses  Datum  mag  sich  auf  den  Aufbruch  aus  irgend  einem  nahe 
bei  Basel  gelegenen  Werbeplatz  beziehen. 

2)  Diese  geschah  zur  Abwehr  des  französischen  EinfaUs  in  Artois, 
vom  März  und  April  d.  J.  Der  Kaiser  selbst  jedoch  war  nicht  bei  diesem 
Heere ,  sondern  in  Spanien ;  s.  Baumgarten ,  Qesch.  Karls  V ,  Bd.  III  224  ff. 

3)  St  Fol ,  wesU.  von  Arras,  war  im  März  d.  J.  von  Franz  I  erobert 
worden. 

4)  Die  Schwester  Karls  V  und  Wittwe  Ludwigs  II  von  Ungarn. 

5)  Diesen  Waffenstillstand  schloss  sie  am  30.  Juli  d.  J.,  jedoch  nur 
für  die  Niederlande,  deren  Statthalterin  sie  war;  s.  Baumgarten  lU  226. 

6)  YgL  ebend.  —  Hier  sohliesst  in  der  Hs.  der  ältere  Theil,  und 
alles  Folgende  ist  mit  blasserer  Tinte  geschrieben;  vgl.  oben  S.  166  u.  188. 

7)  Gemeint  ist  die  Niederlage  vom  2.  Dec.  d.  J. ,  welche  auf  dem  r. 
Ufer  der  Drau  zwischen  Esseg  und  Valpo  erfolgte;  s.  Hammer ,  Gesch.  d. 
Osmanischen  Kelches  IH  189  ff. 

8)  Er  selber  war  nicht  bei  diesem  Heere. 

9)  Die  Drau;  s.  Anm.  7. 

lo;  Das  ganze  Heer  zählte  anfänglich  16000  Mann  zu  Fuss  und  8000 
SU  Pferd.  D>ch  entwich  der  grössere  Theil  noch  vor  dem  türkischen  An- 
griff rom  2.  Dec.;  s.  Hammer  a.  a.  O. 

11}  S.  ebend.  S.  192. 

14* 


212  Anonymus  bei  Schnitt. 

hatt.     Und   ist  der   Cristen  oberistei  houptman  gewessen  hei 
HansB  Catzianner,  fryher  2Ü  Katzenstein  und  Fledeneck^}. 
NoT.Ti  Anno  1537  uff  den  24.  tag  novembris,  was  an  sant  Katt- 

rinnen  abent^),  wurdent  durch  verretterey  einnes  Studenten, 
genant  Jacob  Arsent^)  Ton  Friburg  usz  Ochtland,  und  Caiius  5 
Stecheiis  von  BaseH}  und  Rochius  Mettely  uss  dem  Thur- 
gouw^)  sampt  anderen,  welliche  Wilhelm  Arsent  Ton  Friburg 
usz  Oechtland  (der  dan  ein  grosse  ansprach  an  den  konig  Ton 
Franckreich,  wellicher  er  zu  recht  an  den  Frantzossen  nit 
kommen  möcht}^)  bestelt  und  uffgewissen  warend,  zu  Basel  10 
usz  der  stat  dry  Frantzossen,  mit  namen  Anthonius  a  Rupe- 
forty  Gasconius  Apamiensis  diocesis^),  und  Sanctus  de  Fifys^), 
und  mit  im  ein  orgenlist  genant  Marcus  Rochier  diocesis 
Thuronensis^),   veratten   und  zu  Hunngen^^^),    zünechst    under 

12.  Hs.:  Apanienaia. 

1)  Ueber  ihn,  der  noch  vor  der  Schlacht  entwich,  8.  Hanuner  III 189 
und  191  ff. 

2)  Ueber  das  Folgende  vgl.  die  ausfahrlicheren  Berichte  in  B.  Chron.  I 
150  ff.  und  unten  bei  Adelb.  Meyer  z.  J.  1537,  ferner  Wurstisen  S.  614  ff. 
und  Buxtorf ,  Basler  Stadt-  und  Landgeschichten  des  XVI  Jahrhunderts 
II  48 ff.,  sowie  auch  im  Missivenb.  XXXII  1 15b ff.  Basels  Briefe  vom  26. 
u.  30.  Not.  an  Zürich  und  Strassburg. 

3)  Die  deutsche  Schreibung  Arsent  für  Argent  beruht  auf  der  fran- 
zösischen Aussprache  dieses  Namens.  Jakob  A.  war  ein  Bastard  yon  Wil- 
helm Argents  verstorbenem  Bruder  und  wohnte  in  Basel  in  dem  1533  neu 
errichteten  Alumneum  für  Studierende  der  Theologie;  s.  £idg.  Absch.  IV  Ic 
S.  911c  u.  914,  auch  B.  Chron.  I  151,  A.  4. 

4)  Ueber  Eucharius  Stähelin,  der  erst  im  Jan.  d.  J.  das  Bürgerrecht 
erlangt  und  sich  seither  vergeblich  um  verschiedene  Stellen  beworben  hatte, 
8.  Eidg.  Absch.  S.  911  u.  1012,  auch  B.  Chron.  1 152  und  Oeb.  Vm  45,  47^ 
48b,  62  u.  80b. 

5)  Fanoratius  Mötteli  war  sowohl  mit  Wilh.  Argent  als  mit  Stihelin 
verschwägert;  s.  Eidg.  Absch.  S.  8ddk,  91  le  u.  1012,  auch  unten  Adelb.  Meyer. 

6)  Näheres  hierüber  s.  unten  bei  Adelb.  Meyer. 

7)  Er  hiess  nicht  Anton,  sondern  Franz  von  Roohefort;  s.  B.  Chron. 
1 151,  A.  2.  Mit  >Apamiensi8  diocesis«  ist  wohl  das  südlich  von  Toulouse 
gelegene  Bisthum  Pamiers  gemeint,  und  da  dieses  zur  Erzdiözese  Toulouse 
gehörte,  so  ist  in  der  Universit&tsmatrikel  hinter  seinem  Namen  nur  »dioec. 
Tolos.«  bemerkt. 

8)  Vgl.  Wurstisen  S.  614:  Sanctius  von  Vivies.  Oestlich  von  Toulouse, 
jedoch  nicht  im  Bisthum  Pamiers,  liegen  Viviers-lös-Montagnes  und  Viviers- 
les-Lavaur.  In  der  Matrikel  aber  heisst  er  Sanctius  von  Rochefort;  s.  B. 
Chron.  I  151,  A.  2. 

9)  M.  Kog^er,  ein  Organist  aus  dem  Bisthum  Tours,  war  der  beiden 
Rochefort  Diener;  s.  unten  S.  214,  auch  Ad.  Meyer. 

10)  Gross  Hüningen  gehörte  seit  1521  der  Stadt  Basel;  s.  St&dt.  Urk- 
1521  Jan.  15.  Das  damalige  Dorf  lag  etwas  näher  gegen  Basel  alz  das 
jetzige  Städtchen. 


1537.  213 

der  8tat  Basel  under  dem  keppelly^),   durch  den  vorgemelten 
Wilhelm  Arsent  gefangen  und  in  ein  schiff,   das  zu  sollicher 
sach  durch  Brossy  Krenchly  schultheisz  zu  Bellicken^)   bastelt 
und  an  die  schifflendy  zu  Hunngen  gestelt^)',  hinweg  gef&rt 
5  und  uff  dem  schlosz  Schwartzenburg  im  Elsasz^)  enthalten. 
Diewil  aber  Anthonius  [395^]   de  Rupeforty^),   den  man 
den  abpt  nempt^],  uff  wittern  feld  entran,  und  sy  in  in  das 
schiff  nit   bringen  möchten,  ward  er  durch   Wilhelm  Arsent 
sampt  synnem  bistand,  als  Juncker  Hans  Truchksesz  von  Wol- 
lohussen^j  und  dem  Truttenberg^j,   welliche  ire  dienner  zu  sol- 
licher Sachen  geordnet  hatten,    gefangen  und  gar  übel  ver- 
wundet)  und  uff  ein  rosz  geleit  und  durch  die  Hard^}  gefürt. 
Und  als  sy  by  der  nacht  gen  Kempts  ^®j  kommen  und  den  ge- 
fangen kranchet  halb  nit  witter  bringen  möchten,  schosz  der 
15  dienner  einnet  ein  buchssen  durch  in  und  liesz  in  also  tod 
uff  dem    feld   ligen,    das  in   die  schwin  funden  und  usz  im 
frassent.     Disser  Anthonius  oder  apbt  ward  zu  Kempts   ver- 
graben. 

Disse  venreterry  und  freffel  verdrosz  ein  ersamer  rath  der 

2)  stat  Basel,  und  das  soUicher   hochm&t  in  irer  herligkeytten 

und  oberkeitten  beschechen  selten  ^^).     Sollichs  zii   rechen  so 

9.  Hb.:  synnem  bistan. 

1)  Ueber  diese  Kapelle  s.  Fechters  Top.  S.  145,  auch  B.  Chron.  I  151, 
A.  1.  Vermuthlich  war  sie  St.  Nikiaus,  dem  Patron  der  Schiff leute  geweiht 
da  die  dortige  Gegend  »der  St.  Nikiausrain«  hiess;  s.  Beiträge  XI 149. 

2)  Ambrosius  Krenklin;  vgl.  Eidg.  Absch.  IV  Ic,  S.  914.  Bellingen, 
am  r.  Kheinufer  4  St.  unterhalb  Basel,  gehörte  gemeinsam  3  Herren  von 
Andlau;  s.  deren  Brief  Tom  12.  Deo.  an  Basel,  bei  Buxtorf  11  51. 

3)  Die  Hüninger  Schiff  lände  reichte  rheinaufwärts  bis  lur  sog.  Schiff- 
müMe,  also  bis  zu  der  Stelle,  wo  die  von  Basel  herfQhrende  Strasse  sich 
dem  Rheinufer  nähert 

4)  Dieses  Schloss,  bei  Münster  im  Weilerthal  gelegen,  gehörte  Wirich 
von  Ctemmingen,  welcher  es  Wilhelm  Argent  eingeräumt  hatte;  s.  Eidg. 
Absch.  S.  931o.  Schon  nach  6  Tagen  wurden  übrigens  die  Gefangenen 
nach  der  Hohen  Königsburg  übergeführt;  s.  Buxtorf  H  53. 

5)  Franz  von  Rochefort;  s.  oben  S.  212,  A.  7. 

6)  Vor  seinem  Uebertritt  zur  B^formation  war  er  in  seiner  Heimat 
Inhaber  einer  Abtei  gewesen;  s.  B.  Chron.  1 151. 

7]  Dieser  war  östreichischer  Vogt  zu  Laudser;  s.  Missivenb.  XXXII 
80.  sum  26.  April  1537. 

8)  Sigmund  von  Truttenberg;  s.  unten  Ad.  Meyer. 

9)  Durch  die  Untere  oder  Elsässer  Hardt. 

10)  D.  h.  in  die  Nähe  dieses  Dorfes,  im  Walde;  s.  B.  Chron.  I  152  und 
Tgl.  unten  Ad.  Meyer. 

11)  8.  oben  S.  212,  A.  10. 


214  Anonymus  bei  Schnitt. 

Not.  27/28.  zugent  sy  uff  den  28.  tag  novembris  in  der  nacht  i)  mit 
300  mannen  gen  Bellycken  und  iiengent  Brosy  Krenchly  den 
schultheissen,  der  dan  sollicher  Sachen  ein  wusser  und  schuld 
trüg,  und  fürten  in  gefencklich  gen  Basel.  An  dem  selben 
erfür  ein  ersammer  ratt^),  wer  in  disser  Sachen  schuld  und  ^ 
verhafil  was,  und  rustent  sich  mit  gantzer  macht  und  woltent 
mit  dem  panner  uszgezogen  sin  3). 

Also  kam  die  sach  für  gemein  Eydgnossen,  die  under- 
nammen  sich  mit  der  regierung  zd  Enseszheim  des  handelst). 
Also  nach  langer  underhandlung  nam  die  regierung  zu  £n-  tu 
seszheim  das  schlosz  Schwartzenburg  inn^),  und  ward  Marcus 
[396]  Rochier  der  orgenlist  als  ein  armer  dienner  des  Anthonys 
de  Rupeforty  ledig  und  wider  gen  Basel  geschickt^). 

Zd  lest  ward  die  sach  durch  den  herren  von  Marnno, 
keysserlicher  majestet  bottschaffb^),  zu  Schliengen  vertragen^):  i& 
nämlich  das  man  den  gefangnen  edelman,  Sanctus  genant, 
solt  wider  ledig  lassen,  und  den  Truttenberger  und  den  Truck- 
sessen,  den  Scheren^)  und  Dietterich  von  Gemingen^^j  usz 
sorgen  lassen,  welliche  sych  ouch  gegen  einner  stat  Basel 
verschriben  sölten^^);  ouch  das  schlosz  Schwartzenburg  unzer- ^:> 


10.  Hs.:  EnseBsessheim.  19.  Hs.:  welliche  sy  ouch. 


1)  In  der  Nacht  vor  dem  28.  Nov.;  8.  B.  Chron.  1 152. 

2)  Durch  die  Folter;  vgl.  unten  Ad.  Meyer. 

3)  Nämlich  gegen  Schwarzenburg;  s.  hierüber  im  StA.,  Bd.  St.  91  No.3, 
den  AuBZUgrodel  vom  20.  Dec.  1537,  und  vgl.  B.  Chron.  I  153,  auch  unt^n 
Ad.  Meyer. 

4)  Mit  der  Regierung  der  vorderöstreichischen  Lande,  die  zu  Ensis- 
heim  ihren  Sitz  hatte;  s.  Eidg.  Absch.  lY  Ic,  S.  911c,  zum  6.  Dec,  vro 
übrigens  statt  »Leonhardc  zu  lesen  ist:  Bernhard  Meyer. 

5)  Nachdem  die  Tagsatzung  am  8.  Dec.  an  die  vorderöstreichische 
Regierung  geschrieben,  erfolgte  die  Einnahme  Schwarzenburgs  im  Januar 
1538,  wobei  übrigens  die  Hauptschuldigen  unter  den  Belagerten  beiNadit 
entflohen;  s.  Eidg.  Absch.  S.  913 ff.,  931  o  u.  933,  auch  B.  Chron.  I  153  ff. 

6)  Dieser  war  schon  Ende  Dec.  von  den  Räubern  freigelassen  worden, 
damit  er  die  Zahlung  des  Lösegeldes  für  seinen  Herrn  betreibe;  s.  Bux- 
torf  n  53, 

7)  Nikiaus  von  Oilley,  Herr  zu  Mamold;  s.  Missivenb.  XXXII  127, 
und  vgl.  unten  Ad.  Meyer. 

8)  Ueber  den  Vertrag  zu  Schliengen,  vom  15.  März  1538,  s.  Eidg,  Absch. 
S.  947  u.  949,  auch  B.  Chron.  1 155. 

9)  Peter  Scher  oder  Scherer;  s.  Eidg.  Absch.  a.  a.  O. 

10)  Sollte  heissen:  Wirich  v.  G.;  s.  ebend. 

11)  Dieses  thaten  sie  am  17.  April  d.  J.;  s.  Stadt.  Urk.  No.  3031. 


1«) 


1537—1539.  215 

brochen  büpen  lassen»).    Also  kam  der  edelman  uff  samstag 

den  30.  tag  marcy  anno  382)  durch  etliche  beleytung  Schwick-  Jj^  ^23) 

liarts  von  Syckingen^)  widei  in  ein  stat  Basel.     Und  darnach 

uff  domstag  den  vierten  tag   apprillis  anno   38   ward  Brossy  Apru  4 

Krenchly  von  Bellycken  zu    der  ax^)    verurteilt,    aber  durch 

bitt  sinner  kinder  mit  dem  schwert  usz  gnaden  gericht^). 

Darnach  anno   1539  im  februario   ward   Wilhelm  Arsent  ^^^^ 
zum  Crutz®)  in  Lottringen  durch  sinne  dienner  gefangen  und 
dem   hertzogen   zu  Lottringen   uberantwurt,    wellich   in  dem 
kunig  von  Franckreich  zuschickt.    Der  liesz  im  das  houpt  ab- 
schlachen^). 

Anno  1538  uff  sontag  den  20.  tag  jenners,  was  Sebastiany,  j^,^ 
kam  nach  mittag  umb  die  6.  stund  ein   erdbidem  zu  Basel  ^). 

Anno  1538  uff  den  10.  tag  jenners  erschein  ein  comet  am  jan.  lo 
is  himmel,  und  weret  10  tag^). 

Anno  1538    uff   mittwuchen    den    23.  tag  jannuary   kam  jan.  23 
zwischet  dryen  und  vieren  nach  mittag  zwen  helle  blix  vom 
himel  und  grosz  dunnerschleg»^). 

[396^]  Anno  1538  uff  den  16.  und  17.  tag  apprillis,   ^as  Apni^^ 

ii»  in  der  karwüchen,  fiellen  grosz  ryffen,   also  das  die  reben  er- 

frorend  am  Rinstrom    durchuff  und  uff,  und  von  Bassel  bisz 

gen  Barisz  durch  die  strasz  Luttringen,  also  das  es  by  menschen- 

gedencken  nie  erhört  was»»).     Und   macht  ein  rath  der  statt 

7 — 11.  Dieser  Abschnitt  ist  L  d.  Hs.  nachtr&glicb  eingesclialt^t.       17.  Hs.:  iweii  heller 
bliz.  21.  Hs.:  am  Rinstram.  23.  Hs.:  erhört  war.    und  mach. 

1;  Die  Eidgenossen  hatten  anfänglich  die  Schleifung  dieser  Burg  ver- 
langt; 8.  Eidg.  Absch,  S.  931. 

2}  Vgl.  B.  Chron.1 155,  wonach  die  Auslieferung  in  Basel  Sonntags 
den  24.  März  erfolgte,  und  damit  stimmt  die  ebend.  S.  151,  A.  2,  abgedr. 
Notiz  in  der  Universitätsmatrikel,  sowie  auch  Wochenausgabenb.  1538,  S.  99. 
Vermuthlich  traf  er  mit  seiner  Begleitung  Samstags  den  23.  März  Abends 
apSt  in  Basel  ein,  so  dass  die  förmliche  Auslieferung  erst  Sonntags  den 
24.  erfolgte. 

3)  Er  hatte  als  unbetheiligter  Verwandter  der  Schuldigen  den  Vertrag 
vom  15.  März  mit  Basel  geschlossen;  s.  Eidg.  Absch.  S.  947. 

4)  D.  h.  zur  Viertheilong;  vgl.  B.  Chron,  V  436,  A.  5,  und  demnach 
ist  ebend.  I  155,  A.  2  zu  berichtigen. 

5)  Ueber  die  Hinrichtung  s.  Wochenausg.  153S,  S.  101. 

6)  La  Croix  aux  Mines,  in  den  Vogesen,  3  St.  östL  von  St  Di6. 

7)  Noch  im  April  d.  J.  wusste  man  auf  der  Tagsatzung  nur,  dass  W. 
Argent  in  Lothringen  gefangen  liege;  s.  Eidg.  Absch.  S.  1086 i  u.  1091. 

8)  Vgl.  B.  Chron.  I  154  und  Wurstisen  S.  616. 

9)  Vgl  ebend. 

10)  Vgl.  ebend. 

11)  Vgl.  ebend.  1 155  ff.,  auch  unten  Adelb.  Meyer  z.  J.  1538. 


216  Anonymus  bei  Schnitt 

Basel  ein  Ordnung,  das  iederman  win  venepffen  oder  schencken 
dorffl^);  doch  so  liesz  man  keinnen  usz  der  stat  verkouffen. 
und  ward  im  gantxen  land  durch  disse  Ordnung  der  win  nienen 
wolfeller  dan  in  der  stat  Basel,  und  galt  gemeynner  landwin 
die  masz  1  s.,  der  best  7  rapen^).  Und  galt  daaz  f&der')  win  ^ 
im  Elsas  34  gl.  Item  in  der  Margraffschafft  galt  der  som  win 
6  Ib.;  item  zä  Liechstal,  so  da  gewachssen  was,  7  Ib. 
^is3»  xtem  so  galt  das  f&der  Elsesser  anno  1539  im  September 

oet  1«  40  gl.     Darnach  im  october  umb  Gally  galt  ein  fflder  win  eü 
Amerschwil,   Riehen wier^)    und  allenthalben   im  Elsas   4  gl.,  r 
3  gl.,  und   am  besten  gewechs  6,    7  und  8  gl.     An  ettUchen 
orten  fult  man  ein  fass  umb  das  ander  ^).     Grosseren  mangel, 
ouch  dury  der  fassen  hatt  kein  man  nie  erlept. 
^^  Item  anno  40  umb  pfinsten  galt  der  win  1  masz  ein  rappen, 

^^  ^^  item  2  masz  ein  rappen. 

juhmS  [^^7]  ^"^o  1538  uff  den  18.  tag  juny  ist  zu  Nisi  in  der 

stat®]  zwischen  Carolo  V  dem  Römischen  keysser  und  Ftan- 
cisgo  kunig  usz  Franckreich  ein  guten  friden  und  anstand  g^;en 
einanderen  ingangen,  angenommen  und  beschlossen,  disser  ge- 
stalt:  das  furter  aller  krieg  und  kriegshandlung  zwischet  innen  y 
10  jar  still  stan  und  uffhorend  soll,  das  zwischen  keyserlicher 
majestet  und  kuniglicher  majestet  warhafftiger  und  bestendiger 
frid  und  anstand  des  kriegs  seye  und  gehalten  werde  zft  land 
und  Wasser,  in  allen  landen,  enden  und  orten  der  gantzen  weit. 

Als  aber  der  beschlusz  desz  anstands  zwuschen  dem  keysser  j^ 
und  konng  uffgericht,  hat  der  keyser  den  bapst  beleyttet  biii 
gen    Jenouw?),   und    daselbs   dannen    in    Hispanien    gefaren. 
Zwuschet  dem  selbigen  haben  sych  die  obgemelten  beyd  fiiisten 


1.  Hs. :  oder  Bchenek  dorfft  7.  Hb.:  gewusen  was.  17.  Hb.:  zirisek  Caro]- 

23.  Hs.:  gehalten  werden.  2S.  Hb.:  haben  ey  die  obgemelten. 

1}  Diese  Verordnung,  vom  Mai  d.  J.,  s.  im  Erkanntnissb.  lY  149. 
2)  Also  1  8.  2  d.    Denn  1  Schilling  hatte  6  Rappen  oder  12  Pfennig. 
3}  1  Fuder,  d.h.  eine  Wagenladung,   hielt  8  Saum,  und  der  Saum 
96  Maass. 

4)  Ammersweiler  undReichenweiler.  lieber  den  reiehlichen  Herbst  d.  J. 
vgl  B.  Chron.  I  157,  auch  unten  Adelb.  Meyer  s.  J.  1539. 

5)  D.  h.  das  leere  Fass  galt  so  viel  als  der  Wein,  den  es  faseen  konnte. 

6)  Der  hier  folgende  sehnj&hrige  Waffenstillstand  wurde  dnrch  Papst 
Faul  III  Termittelt  und  deshalb  am  Abend  des  17.  Juni  in  dem  ausserhalb 
der  Stadt  Niaza  gelegenen  Barfttsserkloster  unterzeichnet,  wo  der  Papst 
wohnte;  s.  Baumgarten,  Gesch.  Karls  V,  Bd.  III  241  ff.  Der  Vertrag  wurde 
daher  wohl  erst  am  18.  Juni  allgemein  bekannt. 

7j  Genua. 


1538—1540.  217 

vereint,  sich  zusammen  zu  fügen  ^],  sich  irrer  geschefften  zu 
underreden,  damit  sy  zu  einnem  gütten  waren  stAtten  friden 
ond  frundschaSit  komen  m&chten.  Uff  soUichs  ist  der  keyser 
komen,  den  konng  besucht  in  sinnen  landen,  in  das  Langen- 
sdoc,  an  das  end  genant  Aigemorte^j;  daselbs  der  konng  des 
keysers  warten  was.  Und  als  der  keyser  dahinn  kommen,  ist 
der  konnig  mit  wenig  lut  in  des  keyssers  galten  gangen,  in 
za  begrüssen;  haben  einanderen  umbfangen  und  blipen  lang 
by  einanderen.     Demnach   kart  der  konnig  wider  in  die  stat 

10  in  sin  herberg.  Morndes  ^)  kam  der  keysser  in  des  konnigs 
herberg,  zimbis  essen.  Do  ward  er  uberusz  tool  vom  konnig 
entpfangen,  und  assen  die  obgemelten  herren  mit  einanderen 
zu  imbis,  und  blipen  den  selbigen  tag  by  einanderen  in  reden 
und  handlungen;    und  haben  dermassen  mit   einanderen  ge- 

i&  handlet,  mit  gnad  des  almechtigen  gottes,  das  die  obgemelten 
herren,  [397^]  der  keysser  und  der  konnig,  wol  eins  und  treffen- 
lich gftt  frund  bliben,  und  ein  gütten  bestendigen  friden  ge- 
macht^). Und  ist  also  der  keysser  in  Hispanien,  und  der 
konng  uff  dem  weg  gen  Lyon  zu.     Actum  den  1 5.  tag  jully  ^^||^  ^^ 

2Daniu>  1538^). 

Anno  domini  1539  uff  mitwüchen  nach  Johannis  bapstiste  ^^^^  ^r, 
hat  sich  Jacob  Eesser  an  den  Spallen  ob  dem  husz  zum  Tol- 
den^)  selbs  erhenckt,  und  vil  güts  verlassen. 

Item  uff  fritag  darnach  hat  sich  zu  Schliengen  euch  einner  Jon  127 

2s  selbs  erhenckt. 

Item  in  der  Margraffschaff  hat  einner  sin   eygen  eewib, 
die  er  ungefarlich  6  wuchen  gehept,   als  er  mit  irren  in  die 
kriesy  gangen,  uff  sontag  nach  Johannis    bapstiste  jemerlich  Jani  29 
ermurdet;    und   ist   gefangen   worden   und   zu  Bottellen   ge- 

30  redetet. 

Item  es  hat  ouch  in  disser  vorgeschribnen  wüchen  Juncker 
Hansz  Wolff  von  Habspurg,   houptman  der  Vier  Stetten  und 

1}  Zwischen  Karl  V  und  Franz  I,  die  sich  in  Nizza  nie  persönlich 
gesehen,  wurde  erst  nach  Absohluss  des  Waffenstillstandes  eine  Zusammen- 
kunft auf  französischem  Boden  und  ohne  den  Papst  verabredet;  s.  Baum- 
garten m  245  ff. 

2)  In  Aiguesmortes  im  Languedoc  traf  Karl  V  am  14.  Juli  ein;  s. 
ebend.  8.  246. 

3)  Also  am  15.  Juli;  s.  die  vorige  Anm. 

4)  D.  h.  es  wurde  nur  mündlich  geäussert,  der  Waffenstillstand  vom 
17.  Jtmi  solle  als  bleibender  Friede  gelten;  s.  Baumgarten  HI  247 ff. 

5)  Dieses  Datum  bezieht  sich  auf  des  Kaisers  Besuch  beim  Könige; 
8.  oben  A.  3. 

6}  Zum  Dolder,  am  Spalenherg  No.  11. 


218  Anonymus  bei  Scbnitt. 

Schwarte waldvogt  zu  Louffenberg^),  einnen  zu  Louffenberg  uff 
der  Rinbruck,  genant  Fridly  Keller  von  Seckingen,  erstochen 
und  dornach  sich  in  die  fryheit^]  gemacht.  Der  ist  durch  den 
rat  zu  Louffenberg  usz  der  |&yheit  genomen  und  in  thum 
geleit.  ^ 

Item  zu  Friburg  in  Oechtland  band  zwen  ye  enner  den 
anderen  erstochen. 

Item  zft  Bern   hat  Hansz  Funck  der  glaszmaller  ein  an- 
deren glaser  erstochen. 

Item  zu  SoUuturn  ein  hencker  den  anderen  erstochen.       i'^ 
153»  [450]   Anno  1539  starb  keyser  CaroKs   gemachel  genant 

Elisabet,   ein  geborne  kungin  usz  Portagallia'j,   mit  wellicher 

Min^  er   hochzit  hielt  uff  den   drytten   tag  mertzen  anno    1526   zu 
Hispalis  ^]. 

MaMo         [451^]  Anno  1540   uff  mentag  vor  dem  pfinstag  hatt  ein  i& 
ersamer  rath  zd  Basel  ein  kurtzwil  oder  kilchwy  mit  ir  landt- 
lütten  angeschlagen^],  und  sind  also  uff  obgeschribnen  tag  oss 
der  stat  gen  Liechstall  gezogen,  fast  uberusz  wol  gerust.    Und 

Mai  11  darnach  am  zinstag  sind  irre  landlutt,  nämlich  Vamsperg, 
Homberg,  Wallenburg,  Munchenstein,  Liechstal,  Sieehein,  20 
mit  innen  wider  in  die  stat  gezogen^),  und  yedes  ampt  mit 
sinnem  fenly;  was  fast  lustig  z(i  sechen.  Domallen  haben  die 
von  Varnsperg  ir  recht  fenly  gemacht,  nämlich  Dierstein  und 
Valckenstein^);  hand  vormals  ein  schlosz  in  einnem  venly  ge- 
fürt. Deszglichen  euch  Wallenburg  mit  einnem  blauwen  adler  3 
in  einnem  gel  wen  feld®);  hand  vor  ouch  allweg  ein  schlosz 
im    fenly    gefürt.     Disser    schimpff   und   froud   ist    mit    allen 

21.  Das  in  CursiT  Ergtazts  fehlt  in  der  He.  23.  Hi.:  gemach,  nämlich. 


1)  Hang  Wolf  von  Habsberg,  Statthalter  der  4  Waldst&dte  am  Rhein 
und  Vogt  auf  dem  Schwarzwald. 

2)  In  die  Kirche. 

3)  Am  1.  Mai  d.  J.,  zu  Toledo;  s.  Baumgarten  HI  362. 

4)  Am  3.  März  1526  traf  die  Braut  in  Sevilla  ein;  die  Hochzeit  jedoch 
erfolgte  erst  am  10;  s.  ebend.  11  478. 

5)  Vgl.  B.  Chron.  I  159  und  unten  Adelb.  Meyer  z.  J.  1540,  femer  ein 
Fragment  aus  Gasts  Tagebuch,  in  Wurstisens  Analekten  S.  134. 

6)  Sie  brachen  Nachmittags  von  Liestal  auf  und  zogen  um  6  Uhr  in 
Basel  ein;  s.  Gast  a.  a.  O. 

7)  Die  Wappen  der  Grafen  von  Tierstein  und   der  Freiherren   von 
Falkenstein,  als  der  früheren  Besitzer  dieser  Herrschaft. 

8)  Das  Wappen  der  Grafen  von  Froburg,  der  frühem  Inhaber  dieser 
Herrschaft. 


1539—1540.  219 

Zuchten  und  eren  gantz  fiuntlich    und  wol  zergangen  ^].     Es 
sind  ouch  die  puren   usz  dem   LoufFental    ouch    zu   sollichen 
frouden  und  frundtschafft  geladen;   wellich  ouch  mit  einnem 
fenly  erlichen  erschinnen  sindt^). 
^  Item  so  sind  usz  der  stat  gen  Liechstal  zogen,  th&t  193 

glid,  in  yedem  glid  5  man,  thüt  965  man. 

Item  80  sind  Ton  Liechstal  frSmbd  und   heimsch  wider 
in  die  stat  inzogen,   thüt  335   glid,  in  yedem  glid  7  mau'"^]; 
item  55   bar  spillut^j,  item  54  zu  rosz.    Summa  von  Liechstal 
K'  in  die  stat  zogen,  thüt  2534  &). 

[455]  Anno  1540   was   gar  ein  heisser  summer^),  das  an  imo 
ettlichen  orten  die  weld  und  holtzer  angiengen   von  grosser 
hitz.     Es  kam  ouch  in   langer  zitt  kein   regen,  und  giengen 
die  wasser  ab,  und  ward  grosse  not  zu  mallen,    und  ward  das 
15  heuw  thur,  und  das  veche  fast  wolfeill. 

Item  der  Rin  ward  so  gar  klein,   das  er  zu  sant  Alban 
hinder  der  geselschafft  zum  EsseP)  ein  grosz  lang  grien  über- 
kam, daruff  man  mit  der  buchssen  zum  zill  schosz;  und  stün- 
den die  schutzenschiben  oberthalb  der  Karthus,  und  schussent 
20  also  über  Rin^]. 

Item  by  sant  Johans,  bim  lösten  thurn  im  Rin^),  was  ouch 
ein  grosz  grien,  wasz  lenger  und  breitter  weder  das  by  sant 
Alban;  daruff  man  ouch  mit  der  buchssen  zum  zil  schosz ^^). 
Und  blippen  die  beide  grien  ob  dry  monät  lang  stand  ^^). 

5.  Du  Folgende  spftter  geschrie1>en,  mit  andrer  Tinte.  10.  Hs,  am  Fnsa  d.  Seite 

Sncli  folio  455.  12.  Hs.:  angiennen. 

1)  Ueber  den  weitem  Verlauf  dieses  Festes,  das]bis  Donnerstag  währte, 
Tgl.  unten  Ad.  Meyer,  auch  Gast  a.  a.  O. 

2)  Ueber  dieses  Fähnlein  s.  Qast  a.  a.  O. 

3)  AIbo  2345  Mann,  nämlich  965  Städter  und  1380  Landleute. 
4]  D.  h.  je  1  Trommler  und  1  Pfeifer. 

5)  Zählen  wir  zu  den  2345  Mann  in  den  335  Gliedern  noch  HO  Spiel- 
leute und  54  zu  Pferde,  so  fehlen  immer  noch  25,  um  die  Zahl  2534  zu 
erreichen.  Dennoch  mag  diese  richtig  sein,  da  es  neben  den  Spielleuten 
jedenfallfl  noch  weitere  Theilnehmer  am  Zuge  gab,  die  nicht  in  Glieder 
eingetheilt  waren,  so  z.  B.  der  städtische  Fähndrich ;  Tgl.  unten  Adelb.  Meyer. 

6)  Vgl.  B.  Chron.  I  158  u.  160  ff.,  auch  Gast  a.  a.  O.,  und  Ad.  Meyer. 

7)  Gemeint  ist  das  Haus  der  Vorstadtgesellschaft  von  St.  Alban,  jetzt 
St.  Albanvorstadt  No.  35.  Diese  Gesellschaft  hiess  im  XVI  Jahrhundert 
»Zum  Hohen  Dolder,  genannt  zum  Esel«;  s.  Beiträge  XI 176. 

8)  Vgl  B.  Chron.  I  161. 

9)  Der  St.  Thomasthurm,  dessen  Unterbau  an  der  sog.  Rheinschanze 
noch  vorhanden  ist. 

10)  Vgl.  B.  Chron.  1 161  und  unten  Ad.  Meyer. 

11)  Ende  November;  s.  ebend. 


220  Anonymus  bei  Schnitt. 

Item  es  ward  ouch  in  dissem  jar  gai  fil  win.  Wei  fasz 
hat,  ubeikam  im  herbpst  ein  som  win  umb  ein  halben  guldin^;. 
Item  im  Brisi^w,  am  Keisserstül,  gab  man  sechen  som  nuwen 
win  umb  ein  guldin.  Und  an  dennen  orten  ^  da  allweg  die 
suristen  win  gewachssen,  wurden  in  dissem  jar  die  allerbesten 
als  zu  Müttentz,  Munchenstein  und  Brattellen  und  derglichen 
orten.  Es  wasz  gar  ein  uberusz  grosse  thury  in  den  fassen. 
1&4Ü  Anno  1540  in  dissem  jar  warrendt  fil  brenner  in  Dusch 

und  Welsoh  landen^).     Die  namen  von  yeder  first,  so  sy  Ter- 
branten,  fier  kronnen.    Und  wurden  fil  flecken  und  dftrfler  ver- 
brant,  und  müsten  die  armen  lut  uff  dem  land  ein  lange  zit 
ernstlich  zu  nacht  wachen.    Es  wurden  in  allen  landen  fil  ge- 
fangen, die  verjachen  alle  glich,  wie  sy  gelt  daruff  empfangen 
hetten.     Und  kund  man  doch  von  allen  nit  erfarren,  wer  dei 
recht  houptsecher,   der  sy  besteh  hette,  were.     Es  warent  ge-. 
meinlich,  so  [455^]  gefangen  wurden,  morder,  dieb,  vil  kremer. 
menger  ^j  oder  keszler,  lumpentrager  und  desglichen  volcks. 
Jan.         Anno   1540  im  januario   zoch  keisser  Carole  der  V  gon 
Barisz  und  ward   von    dem  kung  Francisco   usz  Franokreich 
erlich  und  hoch   empfangen,   und  im  durch   das  Franckreich: 
grosse  triumph  gehalten. 

Darnach  zoch  Carolus  V  durch  Franckreich  in  das  Nider- 
land  gon  Jent,  und  strafft  die  von  Jent  gar  hart  von  wegen 
irer  miszhandlung,  so  sy  wider  in  begangen  hatten 4),  und  liesz 
in  der  stat  Jent  ein  herlich  schlosz  buwen^).  ^ 

Demnach  beschrib  keysser  Karle  einnen  richstag  gen 
Juni  Hagnow  in  dem  monat  junnio^j.  Daher  kam  kunig  Ferdinan- 
dus,  Caroly  V  brüder,  eygner  person.  •  Und  ward  disser  tag 
gehalten  von  wegen  der  religion,  und  kämmen  sü  beyden 
sitten  die  gelerten  und  predicanten  dar.  Es  ward  aber  nut  < 
entlich  gehandlet,  dan  allein  ein  anstand  gemacht  bisz  in  den 
Not.  monat  november;  da  selten  zu  allen  theillen  die  gelerten  zii 
Wurmbs  erschinnen  und  ein  gesprech  von  wegen  der  zwispal- 

1)  Vgl.  B.  Chron.  I  160:  um  10  oder  12  s.    Ferner  vgl.  Ad.  Meyer. 

2)  Ueber  diese  Brandstifter  vgl.  die  gedr.  Augsburgerchronik  in  der 
AuBg.  von  1542,  femer  die  Villinger  Chronik  bei  Mone,  Quellensammlaog 
z.  Bad.  Landesgesch.  II  109. 

3)  Unruhestifter. 

4)  Die  Oenter  hatten  wegen  einer  neuen  Steuer  sich  gegen  ihn  erhoben. 

5)  Dieses  Schloss  blieb  stehen  bis  ins  XIX  Jahrhundert,  wo  es  »die 
alte  Citadellec  hiess  und  geschleift  wurde. 

6)  Dieser  Keichstag,  luerst  auf  den  6.  Juni  nach  Speier  berufen, 
wurde  wegen  der  dort  herrschenden  Pest  nach  Hagenau  verlegt,  wo  er  am 
25.  Juni  begann. 


1540—1541.  221 

tigen  articklen  mit  einanderen  halten.    Und  was  alda  gehand- 
let und  geiedt   wurd,   das  solt  keyserlych  majestet  zügestelt 
werden;   daiuff  dan  witter,    was  zu  friden  dienety,    solt  ge- 
handlet werden. 
^  Uff  semlich  erschinnen  die  gelerten  zu  allen  theillen  zä 

Wurmbs  im  monat  november  anno  1540,  und  sich  lang  berat- ^^ 
schlagt,  wie  der  handel  anzufachen  were,  und  sych  doch  all- 
weg  in  rathschleggen  getheilt.  [456]  Als  nun  sich  die  hand- 
lung  zwuschet  beiden  parthyen  eben  lang  verzech,  do  beschrib 
i«j  keysser  Carle  V  einen  richstag  gon  Regenspurg,  dahin  die 
parthien  z&  allen  theillen  widerumb  erschinnen  solten,  da  er 
dan  ouch  personlich  sin  wolte. 

Anno  1541  beschrib  Carolus  der  V  einnen  reichstag  gen  ^^  ^ 
Kegenspurg,  solt  anfachen  uff  trium  regum.  Uff  dissen  reichs- 
te tag  ist  Carolus  V  eygner  person  sampt  den  churfursten,  fursten, 
hexren  und  prelatten  erschinnen,  und  da  abermals  von  wegen 
der  religion  ein  uszschutz  zu  handien  verordnet,  und  innen 
artickel,  worin  sy  reden  und  handien  sollen,  verordnet.  Und 
sind  disz  die  artickel: 

!»  1.  De  fidei  justificatione,  de  meritis  et  bonis  operibus. 

2.  De  saoramento  venerabili  eucharistiae. 

3.  De  potestate  clavium  et  summi  pontificis. 

4.  De  sacrificio  missae. 

5.  De  missis  privatis. 

^  6.  De  votis  monasticis. 

7.  De  conjugio  sacerdotum. 
S.  De  comunione  sub  utraque  specie. 
9.  De  restitutione  monasteriorum  et  bonorum  ecclesiasti- 
corum. 

II  10.  De   veneratione   sanctorum,    sub   quo   de  imaginibus 

toUendis. 

[456^]  11.  De  constitutionibus  et  ritibus  ecclesiastiois. 

12.  De  jejunio,  sub  quo  delectus  ciborum  prohibetur. 

13.  De  penitentia  in  communi,  de  contritione,  satisfactioni- 
->  bus  et  confessione. 

14.  De  usu  sacramentorum  tarn  in  genere  quam  in  specie. 

15.  De  constitutionibus  humanis. 

In  dissem  gesprech  zft  Begenspurg  sind  Presidenten  gesin : 


2.  Hb.:  keyMrIy  migestat.  r  11.  Hs.:  die  partliie. 

18.  Ha.:  worind  sj  reden  handien.  20.  Ha.:  De  flde  jnatUieftüone. 


222  Anonymus  bei  Schnitt. 

Her  Niciaus  von  Giandvella  i). 
Hertzog  Friderich  der  pfaltzgraff^). 

Disse  band  mit  einandeien  gedispendiert: 
Uff  der  alten  leligion: 

Doctor  Johannes  Eck.  ^ 

Doctor  Johannes  Gropperus. 

Her  Julius  Pflüg,  bischoff  Zicensis^). 

Uff  der  nuwen  religion: 

Philippus  Melanchtbon. 

Martinus  Butzer.  i 

Johannes  Pistorius. 

[457]  Disse  sind  zühorrer  desz  gesprecbs  gewessen: 

Eberhard  Ryd^),  desz  bischoff  von  Mentz  hoffmeister. 

Her  Dietterich  graff  zu  Manderschid ,  in  namen  desz 
bischofiis  von  C61n*). 

Her  Hennrich  Hasz,  desz  pfaltzgraffen  und  churfursten'^, 
cantzler. 

Jacob  Sturm  7). 

Her  Franciscus  Burchardus,  hertzog  von  Saxen  des  chur- 
fursten^)  cantzler.  ^ 

Doctor  Johann  Vey,  desz  landgraffen  von  Hessen  ^)  cantzler. 

Disse  beyd  parthyen  haben  nach  langer  handlung  und 
gesprechy  so  sy  der  vorernampten  articklen  halb  gethon,  in 
etlichen  articklen  verglichen;  in  ettlichen  ist  yede  parthy 
uff  irrer  meinungen  und  opinion   blipen.     Daruff  der  keysseir 

16.  Hb.:  desz  pflatzg^nffen.  25.  Hb.:  irrer  meiangnen. 


1)  Nikiaus  Perrenot,   Herr  von  Grandvelle,   des  Kaisers  Kansler  für 
die  deutschen  und  niederländischen  Angelegenheiten. 

2)  Friedrich  II,  der  Bruder  und  spätere  Nachfolger  des  Kurfürsten 
Ludwig  V  von  der  Pfalz. 

3)  So  nannten  sich  die  Bischöfe  von  Naumburg  nach  ihrem  ursprüng- 
lichen Sitze,  Zeitz. 

4)  Eberh.  Rüd,  Hofmeister  Albrechts  von  Brandenburg,  des  Enbischof^ 
von  Mainz. 

5)  Dietrich  IV  von  Manderschcid,  im  Namen  des  schon  damals  zur 
Reformation  hinneigenden  Erzbischofs  Hermann  von  Wied. 

6)  Kurfürst  Ludwigs  V  von  der  Pfalz. 

7)  Der  Stettmeister  von  Strassburg. 

8)  Kurfürst  Johann  Friedrichs  von  Sachsen. 
9}  Landgraf  Philipps  von  Hessen. 


1541.  223 

ein  anstand  uff  ein  geneialconsilium  oder  ein  nationalversam- 
lung  oder,   so  deren  keins  ein  f urgang  erreichen  mocht,   uff 
einnen  zukunffügen   reichstag   gemacht.     Wellicher  reichstag 
Ton  dem  29.  tag  des  monatzs  juUy  anno  1541  über  IS  monati^^^,, 
s  lang  in   Deuscher  nation  gehalten  sol  werden.     Hiezwuschet 
8ol  in  religion  und  glübenssachen,  ouch  sunst  keinner  anderen 
Ursachen    halb,    keinner    den    anderen    bekriegen,    berouben, 
fiatchen  und   uberziechen  noch  belegeren,   bisz  uff  ein  gemein 
oder  nationalconsilium,  oder  uff  den  zükunfftigen  reichstag. 
10  [457*^]  Anno  1541  uff  den  2.  tag  junny  verlor  Ferdinandus  juni  2 

Komischer  kung  ein  grossen  stürm  vor  der  statt  Offen  in  Un- 
geren,  welliche  er  hart  belegeret  hatt  ^)  In  dissem  stürm  sind 
umbkommen  800  man,  und  600  verwundt  worden.  Glich  nach 
disser  that  ist  kung  Ferdinandus  mit  wemg  volcks  gen 
15  Begenspurg  uff  den  richstag  kummen^),  alda  umb  hilff  wider 
den  Turcken  angerüfft. 

i.  Hs.:  od«r  ein  natüilTersamlanK.  3.  Hb.:  wellichers  reichaUs^. 

9.  Hb.:  natialconsiliam. 

1)  Da  der  Gegenkönig  Johann  Zapolya  1540  gestorben  war,  so  wollte 
Ferdinand,  gemäss  einem  früher  mit  jenem  geschlossenen  Vertrage,  als 
König  von  Ungarn  von  der  Hauptstadt  Ofen  Besitz  ergreifen,  und  da  er 
auf  Widerstand  stiess,  so  belagerte  er  dieselbe.  Bald  nach  diesem  miss- 
lungenen  Sturm  vom  2.  Juni  erlitt  übrigens  das  Belagerungsheer  eine  ent- 
scheidende Niederlage  durch  ein  türkisch-ungarisches  Entsatzheer,  worauf 
dann  am  29.  August  Soliman  II  von  Ofen  Besitz  ergriff;  s.  Hammer  III 
230  ff. 

2}  Also  noch  vor  Ende  Juli,  da  der  Reichstag  nur  bis  zum  29.  währte. 


Beilagen» 


I. 

Zerstreute  Nachrichten  des  XV  Jahrhunderts. 

Die  wenigen  Nachrichten  aus  unbekannter  Quelle,  welche  Schnitts  s 
Weltchronik  aus  dem  XV.  Jahrhundert  enthält,  lassen  sich  der  Zeit 
nach  in  drei  Gruppen  zusammenfassen,  deren  erste  den  Zeitraum 
von  1411  bis  1432,  die  zweite  die  Jahre  1439  bis  1445,  und  die 
dritte  das  Jahrzehnt  von  1471  bis  1481  begreift.  Keine  dieser 
Gruppen  jedoch  bildet  ein  Ganzes  für  sich,  sondern  jede  besteht  i» 
aus  Abschnitten  verschiedenen  Ursprungs. 

In  der  ersten  Gruppe  bemerken  wir  zwei  Nachrichten  z.  J.  1416 
und  1420,  welche  auf  derselben  Quelle  zu  beruhen  scheinen  wie 
jene  lateinischen  Aufzeichnungen  auf  Bl.  432^  der  Hs.  £14,  welche 
im  V.  Bande  der  B.  Chroniken  S.  44  gedruckt  sind.  Ein  weiterer  \h 
hingegen,  über  die  Witterung  von  1421  und  der  folgenden  Jahre, 
scheint  nahe  verwandt  mit  der  entsprechenden  Notiz  im  Anonymas 
bei  Appenwiler  ^).  Für  die  übrigen  Nachrichten  dieser  Gruppe  hin- 
gegen vermag  ich  keine  derartige  Verwandtschaft  nachzuweisen. 

In  der  zweiten  Gruppe,  von  .1439 — 1445,  tritt  die  verschieden- 2o 
artige  Herkunft  zunächst  darin  zu  Tage,  dass  in  zwei  Absdinitten 
die  Datierung  auf  dem  römischen  Kalender  beruht^},  während  in 
andern  die  Heiligentage  diesen  Dienst  versehen.  Zugleich  aber  zeigt 
z.  B.  der  Abschnitt  von  der  Schlacht  bei  St.  Jakob  und  den  Anna- 
gnacken schon  durch  seinen  Inhalt,  dass  er  aus  zwei  verschiedenen  ^ 
Quellen  compiliert  ist,  deren  eine  in  Basel  verfasst  sein  mochte, 
während  die  andere  unverkennbar  nach  Strassburg  weist'). 

Bei  der  dritten  Gruppe,  von  1472  bis  1481,  herrschen  bereits 
die  Monatsdaten  vor,  so  dass  die  Frage  sehr  nahe  liegt,  ob  diese 
wenigen  Nachrichten  nicht  zur  Anonymen  Chronik  gehören  könnten.  »$ 

1)  S.  B.  Chron.  IV  433. 

2)  Aus  Missverständniss  sind  diese  Daten  in  der  Hs.  als  Monatsdaten 
gegeben;  s.  unten  S.  229,  A.  5,  u.  S.  230,  A.  3. 

3)  S.  unten  S.  229,  A.  13,  u.  S.  230,  A.  1  u.  2, 


BeiInge  I.  225 

Jedoch  stossen  wir  auf  zwei  Stellen  z.  J.  1476  und  1480,  welche 
•sich  als  schlechte  Uebersetzungen  eines  lateiidschen  Urtextes  ver- 
rathen^jy  wahrend  wir  in  der  mit  1495  beginnenden  Anonymen 
(.*hronik  nicht  die  geringste  Spur  eines  solchen  bemerken.  Im  übrigen 
5  erseheint  es  auch  bei  den  Nachrichten  dieser  zweiten  Gruppe  zum 
mindesten  sehr  fraglich,  ob  sie  alle  aus  einer  gemeinsamen  Quelle 
stammen. 

Wie  schon  früher  bemerkt,  findet  sich  in  der  Weltchronik 
zwischen  diesen  beiden  Gruppen  noch  der  Abschnitt  z.  J.  1461   über 

10  die  Erwerbung  der  Famsburg,  den  wir  als  besondere  Beilage  folgen 
lassen 2).  Weiter  jedoch  bleibt  uns  noch  eine  kurze  Nachricht  z.  J. 
1453,  über  eine  Fehde  zwischen  Schlettstadt  und  »Herr  Hans  von 
Geroldseck c.  Der  einzige  Träger  dieses  Namens  jedoch,  den  wir 
kennen,  erscheint  in  Urkunden  von  1332  bis  1365,  und  später  nicht 

15  mehr  ^].  Die  Jahrzahl  1453  ist  also  jedenfalls  entstellt,  und  zwar 
am  ehesten  wohl  aus  1343  (MCCCCLUI  aus  MCCCXLIII).  Obschon 
wir  auch  zu  diesem  Jahr  über  die  fragliche  Fehde  keine  sonstige 
Nachricht  kennen,  so  fügen  wir  immerhin  gleich  hier  den  Wortlaut 
der  betreffenden  Notiz  noch  bei,  wie  er  sich  in  der  Hs.  auf  BL  321 

•->»  findet ; 

Anno  1453  hat  her  Hans  Ton  Geroltzeck  die  stat  Schiet- 
stat belageret  und  innen  ir  reben  abgeschnitten,  darnach  uff- 
gebrochen  und  gewichen. 


[299^]  Anno  1410  an  dem  meyabent  zügent  die  von  Zürich,  ^p^^3o 
r>Lutzem,  Ury,  Schweitz  und  Underwalden,  Zug  und  Glaris^), 
in  Lombardy  und  belegeietten  Thüin^],  das  was  des  hertzogs 


1)  S.  unten  S.  231,  A.  2,  u.  8.  232,  A.  1. 

2)  8.  oben  S.  190,  u.  unten  S.  233  ff. 

3)  8.  Strassburger  Urkb.  V  3,  8.  192,  465  u.  504.  Dieses  elaässische 
Geschlecht,  das  sich  nach  der  bei  Zabem  gelegenen  Burg  d.  N.  nannte, 
erlosch  schon  um  1390;  s.  8chöpflin-Ilayenez  V  630.  Unter  den  Freiherren 
von  Hohengeroldseck  in  der  Ortenau,  welche  allerdings  im  XV  Jahrhundert 
noch  blühten,  finde  ich  um  diese  Zeit  keinen  Hans. 

4}  Bis  hier  stimmt  die  Hs.  genau  mit  Etterlin  8.  130.  Jedoch  ist 
das  Datum  >meyabent€  nur  richtig  s.  J.  1411,  d.  h.  für  den  zweiten  Zug 
ins  Eschenthal,  wfthrend  der  erste  Zug  dorthin  im  8ept.  1410  erfolgte;  s. 
ZOreherchron.  8.  172  ff.  Auch  der  weitere  Inhalt,  von  der  Eroberung  eines 
Thurmes,  gehört  zum  zweiten  Zuge,  während  umgekehrt  der  8chluB8,  Tom 
baldigen  Ab&ll  der  neuen  Unterthanen,  sich  wohl  nur  auf  den  Aufstand 
am  Weänaehten  1410  beziehen  kann;  s.  ebend.  8. 173  u.  Tgl.  die  Chronik 
des  Weissen  Buchs  von  8amen,  8.  17  der  Ausg.  y.  O.  Ton  Wyss,  auch  unten 
S.  22S,  A.  2  u.  4. 

5)  Richtiger  Thüm  oder  Dum,  deutscher  Name  yon  Domo  d'Ossola. 

Buler  Cbroniken.    VI.  15 


226  Anonymus  bei  Schnitt. 

von  Meylands^);   und   zeibiochen   den   thurn   im  fischental''^ 
und  braxshten  darin  umb  50  man  3).    Darnach  zochen  sy  wider 
heym;  da  fiellend  die  yon  Thün  wider  kü  dem  hertzog  Ton 
Meyland  *). 
NoVVi  [300*]  Anno  1414  jar  ufF  den  ersten  tag  novembris^j  hat  • 

das  consilium  zu  Constentz  angefangen^};  und  hat  4  jar  lang 
1418  geweret,  bisz  uff  1418. 

Die  geistlichen  und  weltlichen  personnen,   so  im  consilio 
H&n  27  2{|  Constentz  von   dem  ostertag  bisz   uff  pfmsten  ^J    zeit  sind 
Mftii&thüt  60  500  personnen ^).     Under  wellichen  sind:  \ 

346  eitzbischoff  und  bischoff^). 
564  ept  und  doctores. 

16  000  fursten,  hertzogen,  graffen,  ritter,  edlen. 
450  gemeinne  weiber. 

600  bartscher  er.  i. 

320  gockler,  spilleut,  pfiffer  und  Sprecher,  und  koch. 
Jaii2i  [301]  Anno  1416  an  sant  Marien  Madalennen   abent  was 

zu  Basel  ein  erdbidem,  so  grosz  das  die  leut  usz   der  stat  uff 
das  feld  luffen;  und  thett  man  grosse  krutzgeng^^). 

[360]    Anno     1413    fiengent    etliche    hundert    menschen,: 

6.  Hs.:  y  jar  lang  (statt  lY).  19.  Hs.:  grosse  kmtzgenn. 

20.  Hb.:  Anno  XVCXYm  (sUtt  XIVCXVIU). 

1)  Johann  Maria  Visconti. 

2}  Das  Thal  der  Tosa  oder  Val  d'Antigorio,  daa  bei  Domo  d'Ossola 
ausmündet.  In  der  Umgebung  dieses  Städtchens  wurden  auf  dem  Zus^e 
vom  Mai  1411  vier  Burgen  erobert;  s.  Züroherchron.  S.  173  und  Weisses 
Buch  S.  17. 

3)  Der  Thurm  wurde  angezündet,  so  dass  sie  theils  verbrannten,  theil^ 
sich  hinausstürzten;  s.  ebend. 

4)  D.  h.  der  von  den  Eidgenossen  im  Sept.  1410  eingesetxte  Statt- 
halter wurde  schon  um  Weihnachten  d.  J.  mit  Hinterlist  überfallen:  & 
Weisses  Buch  a.  a.  O.  Nach  dem  Zuge  vom  Mai  1411  aber  blieb  das  Thal 
eidgenössisch  bis  1414,  wo  es  von  Graf  Amadeus  VIII  von  Savoyen  ein- 
genommen wurde. 

5)  Ueber  dieses  Datum  vgL  B.  Chron.  V  151,  A.  7,  u.  152,  A.  7. 

6)  In  der  Hs.  folgt  hier  eine  Einschaltung  aus  Joh.  Carion. 

7)  Da  gleich  nach  Pfingsten  1418  die  Abreise  Papst  Martins  V  er- 
folgte, welche  den  Schluss  des  Concils  beseichnet,  so  bezieht  sich  dieses 
Datum  wohl  am  ehesten  auf  letzteres  Jahr. 

8)  Die  allerdings  z.  Th.  sehr  muthmasslichen  Schätzungen  Ulrich 
Richentals  ergeben  eine  noch  höhere  Qesammtzahl;  8.  dessen  Concilschronili, 
Ausg.  im  Bd.  158  d.  Bibliothek  d.  Litterar.  Vereins  in  Stuttgart,  S.  214  ff. 

9)  Mit  Einschluss  der  Weihbischöfe;  s.  ebend.  —  Die  weiter  hier 
folgenden  Zahlen  sind  durchweg  niedriger  als  bei  Richental,  mit  einziger 
Ausnahme  der  Scherer,  die  er  nur  auf  310  angiebt;  s.  ebend.  S.  183  u.215. 

10)  Vgl.  B.  Chron.  V  44  u.  319,  auch  unten  Gr.  B.  Annalen  z.  J.  1416. 


Beilage  I.  227 

frouwen  und  man,  zu  Straszburg  an  tantzen  und  springen  an 
offnem  maickt  und  gassen,  tag  und  nacht.    Etliche  assent  nut, 
bisz  innen  das  wütten  vergieng.    Und  ward  die  plag  sant  Vietz 
tantz  genempt^). 
'"*  [303]  Anno   1420   was  ein  sollicher  heissei  sümmer    und  1420 

ein   grosse  dürre,  die  vormals  nie  mer   erhört  oder  gesechen 
was,  also   das  man  uflf  Tyburcy  kriessy  und  eppery  feil  hatt  Aprii  14 
Uff*  den  7.  tag  apprillis,  was  der  ostertag,  hatt  man  zittig  rossen.  Apru  7 
Uff  sant  Marien  Madalennen  tag  hat  man  zittig  pfersich  und  Joii  22 
5"  trubel^). 

[302]  Anno   1421  jar^)  was  es  wolfeil,  galt  ein  om   win  1421 

4  s.  Baszier  werung'*),  und  ein  sack  rocken  3  s^).    Disse  wol* 
feily  weret.8  jar  an  einanderen ^},  das  der  rebman  und  bursz- bis  142» 
man  unwillig  zu  buwen  wurden.     Darnach  kam  1438  jar  ein  i43s 

15  thury  7). 

[305  "'J    Anno  1430  Jar  erfror  toin   und  körn  in  Detidsch- \\^\i 
landen^}.     Und  gefror  der  win  in  den  fassen,  das  man  in  mit  (1431?) 
houwen  herusz  zog^j. 

6.  Hb.:  gross«  iharre.  11.  Es.:  1420  jar.  11.  Hs. :  ein  som  win. 

12.  Hb.:  ein  sack  rocken  Dil  s  (statt  III).  13.  Hs.:  andeinanderen. 

14.  Hb.:  Darnach  kam  8  jar  ein  tbary. 

1)  lieber  den  St.  Veitstanz  s.  die  Verordnungen  des  Kaths  von  Straas- 
buig  vom  Juli  1418,  in  Schilters  Anmerkungen  zu  Königshofen,  S.  1068  ff. 
lieber  ein  früheres  Auftreten  dieser  Krankheit  um  1379  s.  B.  Chron.  IV  429. 

2)  Theilweise  genau  dasselbe  s.  B.  Chron.  V  44.  Vgl.  ebend.  auch 
S.  177,  femer  Zürcherchron.  S.  187  u.  Justinger  8.  287. 

3)  Vgl.  B.  Chron.  IV  433  den  Anonymus  bei  Appenviler,  wo  die  Jahrs- 
zahl gleichfalls  entstellt  ist  in  1420,  während  das  richtige  Jahr  1421  sich 
aus  der  D.  Colmarer  Chronik  S.  23  ergibt 

4)  Oder  2  s.  Rappenwährung.  Dass  nicht  »somc  zu  lesen  ist,  wie  die 
Us.  hat,  sondern  >om<,  s.  D.  Colmarer  Chron.  a.  a.  O. 

5)  4  8.,  wie  die  Hs.  hat,  scheint  entstellt  aus  3  s.  Denn  nur  dieser 
Preis  für  1  Sack  stimmt  zu  den  beiden  in  Anm.  3  erwähnten  Quellen, 
laut  welchen  1  Malter,  d.  h.  8  Säcke,  12  s.  Rappenwährung  oder  24  s.  Basler- 
währung galten. 

6)  Bis  1429;  s.  B.  Chron.  IV  433,  A.  7. 

7)  8  jar,  wie  die  Hs.  hat,  scheint  entstellt  aus  1438.  Ueber  diese 
Theurung  von  1438  u.  1439  s.  B.  Chron.  IV  46. 

8)  Bis  hier  stimmt  dieser  Abschnitt  mit  der  gedr.  Augsburger  Welt- 
Chronik.  Vgl.  hiezu  Annales  Zwifaltenses,  in  Mon.  Germ.  S.  S.  X  63,  wo- 
nach 1430  in  Folge  eines  Maifrostes  die  Reben  imd  Saaten  erfroren. 

9)  Während  das  Vorhergehende  1430  im  Mai  geschah,  setzt  das  Ge- 
frieren des  Weins  eine  strenge  Winterkälte  voraus,  und  eine  solche  finde 
ich  für   1430   durch   keine  andre  Quelle   bestätigt,   sondern  nur  für   die 

5  Wochen  von  Weihnachten  1431  bis  Ende  Januar  1432;  s.  Zürcherchron. 
S.  192  u.  230,  und  vgl.  B.  Chron.  V  1-36  sammt  der  Berichtigung  am  Schlus» 

15* 


lö 


228  Anonymus  bei  Schnitt. 

(1432?)  [306]  Es  erfiuren  ouch^)  die  vogel,  das  sy  hungers  halb 

stürben  y  das  man  sy  todt  ligend  fand  uff  dem  veld,  und  das 
man  so  fil  haasen  uff  dem  feld  im  schnee  todt  ligen  fand^  das 
man  sy  mit  karren  fol  fürt  gon  Basel  zu  dem  ooncilio.  Und 
gab  man  ein  hassen  umb  l  s.,  und  kam  iren  so  fil,  das  man 
sy  in  Rein  warffe. 

1439  [306^]  Anno  1439  fieng  der  alt  Zurichkrieg  an^)  mit  dennen 
von  Schwitz,  derren  helffer  warend  Lutsern,  Ury,  Underwalden, 
Zug  und  Glaris;  und  weret  disser  krieg  7  jar^). 
(1442)  [307]  Anno  1443,  als  die  Ton  Zürich  grossen  krieg  hatten 
mit  den  Schwitseren^),  schwüren  sy  konig  Friderichen,  hert»^ 
von  Osterrich,  zu  sinnem  hoff  ewiglich  zu  diennen.  Und  lag 
zu  Zürich  der  margraff  von  Rottelen  als  ein  hoptman,  und  hat 
by  im  den  von  Halwil^)  und  ander  herren  von  dem  land. 
jaii^22  [306^]  Anno  1443  uff  sant  Marien  Madalenen  tag  zugent  i& 
die  von  Lutzern,  Ury,  Schwitz,  Underwalden,  Zug  und  Glaris 
wider  die  von  Zürich,  und  beschach  da  ein  grosse  sohlacht 
uff  Silveld  by  Zürich,  und  wurden  uff  beyden  sitten  vil  er- 

7.  Hb:  Anno  XÜIICXLI.  8.  Ury  fehlt  i.  d.  Ha.  14.  Hf ;  und  asdereB 

harren.  18.  Ha:  SiWe]. 


des  vorliegenden  Bandes.  Vennuthlich  trug  also  der  in  unsrem  Texte 
folgende  Zusatz  urspranglich  die  Jahzsahl  1431.  Da  jedoch  beide  Nach- 
richten von  Frost  und  K&lte  beriehten,  so  konnte  es  leicht  geschehen, 
dass  sie  irrigerweise  in  eine  einsige  z.  J.  1430  versehmolien  wurden. 

1)  In  der  Hs.  schliesst  sich  auf  Bl.  306  das  hier  Folgende  an  eine 
Stelle  aus  Seb.  Francks  Zeitbuoh  an,  welche  yom  Frost  und  der  darauf 
folgenden  Theurung  von  1433  berichtet.  Auch  hier  also  wiederholte  sich 
dasselbe  Missverstfindniss  wie  b.  J.  1430,  n&mlich  dass  Maifrost  and  Win- 
terk&lte  nicht  unterschieden  wurden.  Da  jedoch  das  hier  Folgende  sich 
nur  auf  den  strengen  Winter  von  1431/32  beliehen  kann,  wie  wir  in  der 
vorigen  Anm.  sahen,  so  mag  diese  Nachricht  ursprünglich  die  Jahrsahl  1432 
getragen  haben,  welche  dann  vom  Compilator  su  Gunsten  von  1433  unter- 
drückt wurde. 

2)  Dass  jedenfalls  1439  gemeint  ist,  ergibt  sich  schon  daraus,  dass 
nachher  die  Dauer  des  Krieges  auf  7  Jahre  angegeben  wird.  Die  Jahrsahl 
1441y  wie  die  Hb.  hat,  mag  also  entstanden  sein  aus  XXXIX,  welche  au- 
erst  in  XXXXI  und  hierauf  in  XLI  entstellt  wurde. 

3)  Von  1439  bis  1446.     Ueber  diesen  Krieg  vgL  B.  Chron.  IY445ff. 

4)  Zürichs  Bündniss  mit  Oestreich,  welches  am  17.  Juni  1442  in 
Aohen  geschlossen  und  in  Zürich  am  23.  Sept.,  in  Anwesenheit  des  Königs, 
von  der  Bürgerschaft  beschworen  wurde,  fiel  in  die  Friedensseit,  welche 
vom  Nov.  1440  bis  Mai  1443  w&hrte. 

5}  Markgraf  Wilhelm  von  Hochberg-Böteln,  und  Thüring  von  Hall- 
wil  d.  filtere;  s.  B.  Chron.  IV  446,  A.  9. 


lu 


Beilage  L  229 

flchlagen^).  Doch  so  beh&ben  die  Sohwitzer  das  feld  und 
jageten  die  von  Zürich  in  die  etat,  und  volgtent  innen  naoh 
bin  sft  sant  Jacob  der  armen  siechen  huss^). 

[307*»]  Anno  1444  uff  mitwüch  in  den  pfinsten  gewunnen  |^^27 
i  die  Schwitser  Gryffensee  und  fiengend  daiuff  66  man  ^j ;  dennen 
sehlügend  sy  all  die  kopff  ab  uff  einnen  tag^j. 

Anno  1444  uff  den  drytten  tag  ougstmonatz^)  ward  die(JQii»o) 
stat  Brugk  an  der  Arouw^)  durch  uffsats  her  Thomas  von 
Falckensteins  und  des  Ton  Rechbergs  by  der  nacht  ^j  inge- 
nommen  und  verbrand^].  Und  triben  weib  und  kind  ift  der 
stat  uazy  und  nammen  18  schiff  mit  g&ts,  und  fftrtent  das 
gut  und  die  gefangen  gon  Louffenberg. 

[308^]  Afmo  1444  uff  mitwüchen  nach  Bariholomey  be^  Aag.  2c 
Schach  die  Schlacht  by  sant  Jacob  an  der  Birsz^).  Da  wurden 
13  von  den  Eydgnossen  der  Delphin  mit  sinnem  voick,  die  Ar- 
menjecken  genant,  angriffen^  und  wurden  erschlagen  uff  beid 
Sitten  2544  man^^^),  und  wurden  gewunnen  2200  vesser^i),  onne 
anderen  harnesch^^j. 

Darnach  uff  sant  Matheus  tag  zugent  sy  gon  Colmar^^).    sept.  21 

16.  >AAgriff«a  und  wordene  f«hlt  L  d.  Ht. 

1)  Ueber  diese  Schlacht  vgl.  6.  Chron.  IV  448  u.  V  246. 

2)  Nicht  nur  bis  zu  diesem  Siechenhause,  welches  draussen  an  der 
Sil  lag,  sondern  theilweise  bis  an  das  Stadtthor. 

3)  Von  etwa  70  Mann,  die  auf  dem  Schlosse  waren,  wurden  62  ent- 
hauptet; 8.  Frfind  S.  191,  und  vgl.  B.  Chron.  IV  448. 

4)  Am  Tage  naoh  der  Uebergabe,  also  am  28.  Mai;  s.  ebend. 

5)  Dieses  Datum  ist  entstellt  aus:  3.  kal.  augusti  (30.  Juli).  Denn 
der  Ueberfall  gesohah  Donnerstags  den  30.  Juli;  s.  Anseiger  f.  Sehweis. 
Gesch.  1888,  S.  193,  und  ygl  B.  Chron.  V  480. 

6)  D.  h.  an  der  Are. 

7)  Genauer  früh  Morgens;  b.  Anseiger  a.  a.  O. 

8)  Ueber  den  Brand  vgl.  Anseiger  und  B.  Chron.  a.  a.  O. 

9)  Dieser  Sats  stimmt  wörtlich  mit  dem  Anonymus  bei  Ertsbeig  und 
stammt  auch  yermuthlieh  aus  dieser  Quelle;  vgl  unten  Ertsberg  s.  J.  1444. 

10)  Diese  Zahl,  falls  sie  nicht  entstellt  ist,  umfasst  jedenfalls  nur 
den  Verlust  der  Armagnacken.  Vgl.  B.  Chron.  IV  184,  wonach  diese  ihren 
Verlust  »ob  2200«  schätzten. 

11)  Vermuthlich  sind  hier  Helme  gemeint;  doch  yermag  ich  den  Aus- 
druck >yass«  für  Helm  dureh  kein  sonstiges  Beispiel  su  belegen.  Der 
Ausdruck  »gewunnen«  Iflsst  yermuthen,  dass  hier  nur  die  »yesser«  der 
Besiegten  gemeint  sind;  alsdann  aber  ist  »2200«  jedenfalls  entstellt  aus  1200. 

12)  Hier  folgt  i.  d.  Hs.  sunftchst  aus  Etterlin  die  Nachricht  yom  Vor- 
rücken der  Armagnacken,  rheinaufwärts  bis  Laufenburg  und  abwärts  bis 
Ensisheim. 

13)  Unter  den  festen  Orten,  welche  ihnen  geöffnet  wurden,  wird  Col- 
mar  sonst  nirgends  genannt.     Auch  stimmt  die  Angabe,  dass  sie  erst  am 


1444 
Nov.  30 


230  Anonymus  bei  Schnitt. 

Sept.  K         Und  als  die  Schindei^)  uff  unser  frouwen  tag  z&  herpbst 
in    das    land   kamen  2),    blipen    sy    darin  bisz  uff  den  4.  tag 
M&n\^  äpperrellens  anno  1445  3),  zochen  sy  wider  usz  dem  land. 

Anno  1444  uff  sant  Anderes  tag  frü  vor  der  sonnen  uff- 
gang  kam  zfi  Basel  ein  grosser  erdbidem,   das  alle  weit  wolt  & 
verzagt  sin^}. 

oct.l  [325^]  Anno   1472  uff  den   ersten  tag  octobris  kam   ein 

grosser  hagel,  blix  und  donnersohlag^). 
1475  [326^]  Anno  1475  brachent  die  von  Straszburg  vor  ir  statt 

600   huser,   80   schüren <^),    5  closter  und  2  cappellen,.  so  allei<^ 
vor  der  stat  Straszbuig  gelegen  warent,  von  wegen  des  hert«^ 
von  Burgunds^j.    Darnach  hand  sy   disse  husser  und  closter 
in  die  stat  buwen. 

Mira"2  Anno  1476  am  abent  desz  ersten  sontag  in  der  fasten ,  ge- 

nant  invocavitj    verlor   der  hertzog  von  Burgund   sin  gitt  torv> 

1.  Das  Datum  in  der  Ha.  darcbgestr.  und  ron  derselben  Hd.  ersetzt  dnrcli:  sut  Lo- 
rentzen  tag.  7.  Hs.:  uff  den  ersten  tag  homung. 

21.  Sept.  dorthin  gelangt  seien,  nicht  recht  su  der  Thatsache,  dass  sie  schon 
am  9.  Sept.  landabwärts  bis  in  die  Nähe  von  Strassburg  gelangten;  vgl 
unten  Anm.  2. 

1)  Schon  dieser  Ausdrack  zeigt  uns,  dass  diese  Nachricht  aus  anderer 
Quelle  stammt  als  die  obige  über  die  Verluste  bei  St.  Jakob,  vo  dieselben 
Schaaren  >Armenjeokenc  genannt  werden;  Tgl.  übrigens  die  folgende  Ann. 

2)  Dieses  Datum  stimmt  nur  su  ihrer  Ankunft  in  der  Gegend  von 
Strassburg.  Denn  am  9.  Sept.  erschienen  sie  vor  Erstheim,  5  St  südlich 
von  Strassburg;  s.  die  Forts,  zu  Königshofen,  in  Mones  Quellen  III  527, 
und  vgl.  die  Strassburger  Arohivchronik,  im  Code  historique  de  Strasbourg 
II 162.  Diese  Nachricht  beruht  also  nicht  auf  einer  baslerischen,  son- 
dern auf  irgend  einer  Strassburger  Quelle.  Der  Laurentiustag  hingegen 
(10.  Aug.),  durch  welchen  in  der  Hs.  das  ursprüngliche  Datum  ersetzt  ist 
(s.  Varianten),  bezeichnet  allerdings  die  Zeit,  wo  die  ersten  Schaaren  im 
Sundgau  erschienen,  also  in  Basels  N&he;  s.  B.  Chron.  V  481. 

3)  VgL  B.  Chron.  V  370,  wonach  die  letzten  Schaaren  am  1.  April  aus 
ihren  Quartieren  im  Ober-Elsass  abzogen.  Vermuthlich  aber  lautete  hier 
das  Datum  ursprünglich:  4.  kal.  aprüis  (also  29.Märs);  vgL  oben  S.229,  A5. 

4)  Vgl.  Berler  und  die  Strassburger  Archivchronik,  im  Code  histor. 
de  Strasbourg  II  65  u.  171. 

5)  Diess  geschah  1472  am  1.  October;  s.  B.  Chron.  V  199*  Die  Ent- 
stellung in  >homungc,  wie  die  Hs.  hat,  mag  daher  rühren,  daas  der  Com- 
pilator  unmittelbar  vorher  aus  Hartmann  Schedel  die  Nachricht  vom  Co- 
meten  eintrug,  welcher  im  Januar  d.  J.  erschienen  war. 

6)  VgL  Strassburger  Archivchronik  a.  a»  O.,  S.  197:  620  hüser  und 
schüren. 

7)  Dieser  Abbruch  begann  im  Nov.  d.  J.  und  währte  bis  Anfangs 
Februar  1476;  s.  ebend.  S,  196ff.,  u.  vgl.  B.  Chron.  11  327  u.  330. 


Beilage  I.  231 

Gransofi^).  In  dissem  schlosz^]  ist  fanden:  40  schlangen- 
buehssen  und  60  steinbuchssen^),  9  grosser  houptstuck,  300 
ihonnen -^j  puIvers,  80  hackenbuchssen^),  300  wegen ^);  40  kysten, 
darin  der  hertzog  sinne  kleidei  und  kleinettei  behalten  hatt, 
in  wellichen  fanden  ist  100  kostlichei  guldiner  stucken  und 
kostlicher  cleyder.  Item  ein  unzal  win  und  körn  und  anderer 
municion,  so  in  dissem  schlosz  gewessen  ist^). 

[327]  Anno  1476  uff  den  22.  tag  junny  beschach  der  stritt  JJ^  22 
vor  Murten®). 


)o 


[327*]  Anno   1477  uff  den   5.   tag  january  ward  hertzog  J^^^ 


5 


Carle  von  Burgund  vor  Nausze  mit  7000  mannen^}  erschlagen ^^j. 

Anno  1477  uff  den  lösten  tag  july^^)  hat  Maximilianus  (Aug.  luj 
mit  hertzog  Carotis  von  Burgund  einniger  dochter ,  genant 
Maria,  in  der  statt  Jent  hochzeyt.  Und  was  by  disser  hoch- 
:5  zeit  der  bischoff  von  Metz  ^2),  hertzog  Sigmund  von  Osterrich, 
hertzc^  Otto  von  Beyeren^^),  margraff  von  Baden  ^4),  graff  von 
Wirtenberg  ec.  **). 

[330]  Anno  1480    uff   den  26.  tag  jully,    was  der   4.  tag  jjg*2ß 

IB.  Hs.:  XXY  Ug  jolly  (sUtt  XXYI). 

1}  Bis  hier  stammt  diese  Notiz  aus  dem  Anonymus  bei  JErtzberg; 
vgl.  unten  Ertzberg  z.  J.  1476. 

2}  Da  hier  offenbar  nicht  das  Schloss  Qrandson  gemeint  ist,  sondern 
das  borgundische  Lager  vor  demselben,  so  beruht  der  Ausdruck  »Schlosse 
rermuthlich  auf  der  Verwechslung  von  castra  mit  castrum  und  weist 
ftomit  auf  einen  lateinischen  Urtext. 

3)  Vgl  das  BeuteTcrzeichniss  in  Eidg.  Absch.  11592:  ob  lOO^wagen- 
und  karrenbuchsen. 

4)  Vgl.  B.  Chron.  II  366:  300  centenarii. 

5}  Andre  Berichte  gehen  nicht  unter  200 ;  vgl  ebend.  II  363  u.  III  323. 

6)  VgL  ebend.  11  352:  1000  currus  et  200  carrucas;  auch  Eidg.  Absch. 
a.  a.  O.:  ob  1500  wigen. 

7)  In  der  Hs.  folgt  hier  noch  ein  Zusatz  aus  der  gedr.  Augsburger 
Weltchronik. 

8)  In  der  Hs.  folgt  hier  zunächst  ein  Zusatz  aus  dem  Anonymus  bei 
Ertxbeig,  und  weiter  noch  eine  Aufzählung  der  bei  Murten  k&mpfenden 
Verbündeten  und  ihrer  Streitkräfte,  welche  auch  in  der  Anonymen  Chronik 
der  Burgunderkriege  sich  findet;  vgl.Hs.,  Bl.  327,  mit  B. Chron.  V  521  u.  510. 

9)  Dieselbe  Zahl  s.  bei  EtterUn  S.  216.  Gezählt  wurden  nur  5678  Lei- 
chen, doch  ohne  die  vielen  auf  der  Flucht  Ertrunkenen;  s.  Strassburger 
Archiychronik,  im  Code  historique  de  Strasbourg  II 203. 

10)  In  der  Hs.  folgt  noch  ein  Zusatz  aus  der  gedr.  Augsburger  Chronik. 

11)  Ueber  diese  Hochzeit,  die  zu  Gent  erst  am  19.  August  erfolgte, 
vgl.  B.  Chron.  HI  164. 

12)  Georg,  Markgraf  von  Baden. 

13)  OttoU  von  Mosbach,  Pfalzgraf  bei  Rhein,  ein  Enkel  König  Ruprechts. 

14)  Christoff,  ein  Neffe  des  obgen.  Bischofs  von  Metz. 
15}  Eberhard  im  Bart,  der  spätere  Herzog. 


232  Anonymus  bei  Schnitt. 

nach  Jaoobf  1),  thett  der  Bin  grossen  schaden  am  gantzen 
Rinstrom^). 
1481  [330]  Anno  1481  schwtLrent  die  Eydgnossen  die  punt  von 
nuwen  dingen  säsammen,  und  thettent  ein  eikantnus,  das  man 
alle  jar  an  allen  orten  alweg  b&  7  jaren^)  die  pundt  emuweren, 
und  was  die  inhielten ,  offenlich  vor  aller  gemeind  veilessen 
und  darnach  offenlich  schweren  soltj  damit  yederman  wuste^ 
was  die  brieff  und  pundt  yermöchten. 


II. 

Famsburg.  t 

Der  Abschnitt  über  die  Erwerbung  der  Herrschaft  Famsburg 
durch  Basel  bildet  in  Schnitts  Weltchronik  insofern  eine  Ausnahme, 
als  er  die  weitern  Schicksale  dieser  Vogtei  bis  in  den  Anfang  des 
XYL  Jahrhunderts  verfolgt  ^))  nftmlich  bis  1516,  wo  Henmann  Offen- 
burg zum  zweiten  Mal  dort  Vogt  wurde  ^].  Wie  sich  nun  aus  einer )' 
Urkunde  ergiebt,  so  erlangte  dieser  1524  dieselbe  Vogtei  neuer- 
dings*]. Seine  zweite,  mit  1516  begonnene  Amtsdauer  kann  sieb 
also  nur  über  wenige  Jahre  erstreckt  haben,  und  etwa  um  1520 
muss  ein  neuer  Vogt  an  seine  Stelle  getreten  sein,  dessen  Namen 
wir  zwar  nicht  kennen,  auf  welchen  jedoch  Offenburg  schon  1524:'' 
folgte.  Diese  seine  dritte  Vogtei  aber  währte  von  1524  bis  1541'), 
worauf  er  nach  Basel  zurückkehrte  und  im  folgenden  Jahre  Bürger- 
meister wurde  ^).  Da  nun  im  vorliegenden  Abschnitt  wohl  Offen- 
burgs  erste   und  zweite  Vogtei  erwfthnt  wird,   nicht  aber  die  dritte 

2.  Es. :  am  gantz«B  BüutniiL 

1)  Dieaes  Datum  weist  auf  einen  lateinischen  Urtext.  Jedoch  stimmt 
quarta  post  Jacobi  fQr  1480  nicht  zum  25.  Juli,  wie  die  Hs.  hat,  sondern 
zum  26.    Ueber  diese  Bheingrösse  vgL  B.  Chron.  V  551. 

2)  In  der  Hs.  ist  diese  Nachricht  oompiliert  mit  dem  entspr.  Absdinitt 
des  Anonymus  bei  Ertzberg. 

3)  Sollte  heissen:  zu  5  jaren;  s.  das  Stanser  Verkommniss  Tom  32.Dec. 
d.  J.,  in  Eidg.  Abseh.  m  1,  S.  696  ff. 

4)  S.  oben  S.  190. 

5)  Das  erste  Mal  wurde  er  es  1503  oder  1504;  s.  unten  S.  235,  A.  3  u.  4. 

6)  S.  Stadt.  Urk.  1524  M&rz  3,  wo  Offenburg  als  »neuer  Vogt«  dem 
Rathe  für  getreue  Amtsyerwaltung  seinen  Sohn  Egloff  als  Borgen  stellt 

7)  S.  z.  B.  Schwarzb.,  BL  24>»  z.  J.  1532,  femer  StSdt.  Urk.  1535  Febr.  15. 
1539  Jan.  4,  u.  1541  Juni  2.  Bei  seinem  Rücktritt  erhielt  er  ein  Absehieds- 
gesohenk  yon  50  Ib  »zu  yererung  siner  langwirigen  diensten« ;  s.  Jahrrech- 
nung 1541.    Sein  Amtsnachfolger  wurde  Nikiaus  Irmy;  s.  Oeb.  VIII  76V 

8)  S.  unten  die  Allg.  Beikge,  s.  J.  1542. 


Beilage  IL  233 

▼on  1524,  80  kann  diese  Aufzeichnung  wohl  nur  zwischen  1516 
und  1524  entstanden  sein.  Im  übrigen  zeigt  sich  der  Verfasser 
über  die  Reihenfolge  der  Vögte  erst  etwa  von  1500  an  genau 
unterrichtet.    Diesem  unbekannten  Schreiber,  der  offenbar  zur  Fams- 

^  bürg  in  näherer  Beziehung  stand,  ist  vermuthlich  auch  die  Erhaltung 
jener  Urkunde  von  1351  über  das  Landgericht  im  Sisgau  zu  ver- 
danken, welche  ohne  Schnitt  für  uns  verloren  wäre^). 

Diesem  Abschnitt  über  Farnsburg  imter  baslerischer  Herrschaft 
schicken   wir   noch  jene   kurze  Nachricht  über  den  Verfall   dieser 

10  Burg  im  Erdbeben  von  1356  vorauf,  welche  ebenfalls  in  Schnitts 
Weltchronik  sich  findet^).  Aus  den  Grossem  Basler  Annalen  kann 
diese  Notiz  nicht  wohl  stammen,  da  uns  aus  dieser  Quelle  über 
jenes  Erdbeben  schon  ein  anderer,  zunächst  die  Stadt  Basel  be- 
treffender Artikel  erhalten  ist  ^),    TJeberhaupt  aber  brauchen  wir  für 

i^  diese  kurze  Aufzeichnung  mit  vorwiegend  genealogischem  Inhalt 
wohl  keinen  andern  Verfasser  zu  suchen  als  Schnitt,  der  ja  schon 
aas  der  Klingenberger  Chronik  wissen  mochte,  dass  die  Famsburg 
beim  Erdbeben  von  1356  zerfallen  war^). 


[280]  Anno  1356  verfiel  durch  erdbidem  das  schlosz  Varns-  1 3.% 
2opeig^),    welliches  widerumb   uffbuwen    hatt   graff  Simon   von 
Tyerstein^).     Desz  m&tter  wasz  einne  von  Wyssenburg^),  und 
sin  gemachel  ein  greffin  von  Nidouw^}. 

[323^]  Anno  1462^)  Hand  die  von  Basel  her  Thoman  von  U(i2 


1)  S.  oben  8.  171. 

2)  S.  oben  S.  190. 

3)  S.  unten  Gr.  B.  Annalen  z.  J.  1356. 
4}  S.  Klingenberg  S.  99. 

5)  Ueber  diese  Burg  s.  Birmann  im  B.  Jahrbuch  1882,  S.  68  ff. 

6)  Simon  oder  Sigmund  II,  der  Sohn  Ottos  I  und  Enkel  Sigmunds  I, 
des  Gründers  der  Famsburger  Linie,  starb  1383;  s.  ebend«  S.  72  ff. 

7)  Agnes  von  Weissenburg  war  seine  Grossmutter,  seine  Mutter  hin- 
gegen war  dementia  von  Utsnabei^;  s.  Wurstisens  Analekten  8.476. 

8)  Verena,  die  Schwester  Rudolfs  IV,  des  letiten  Grafen  von  Neuen- 
burg-Nidau,  starb  1402;  s.  Birmann  8.  72  u.  76. 

9)  Dieser  Kauf  wurde  schon  am  13.  August  1461  verbrieft;  s.  die  Urk. 
bei  Boos,  Urkundenb.  III  989  ff.  Jedoch  waren  noch  im  Nov.  d.  J.  ver- 
flehiedene  Anstände  unerledigt,  und  deshalb  scheint  die  Beeidigung  der 
Unterthanen,  also  die  wirkliche  Besitinahme,  erst  Anfangs  1462  erfolgt  su 
Bein.  Auch  ist  der  dortige  Landvogt  nicht  früher  nachweisbar  als  im 
Min  1462,  und  die  Jahrrechnung  vom  Ende  Juni  d.  J.  weist  für  Farnsburg 
noeh  keinerlei  Einnahmen  auf.  VgL  Geb.  III  124  u.  127  mit  Brückner 
XMII2136,  u.  8.  die  Jahrreohnung  1461/62. 


i4sn 

Mai  25 


234  Anonymus  bei  Schnitt. 

Faickenstein  1]    das   schlosz  Vamspeig   abkouüt.     Und  ist  der 
erst  vogt  daruff  gesin  Juncker  Petter  von  Offenburg^). 

um  Darnach  anno  1466  ward  sin  son,  ouch  Petter  von  Offen- 
burg genant  3),  vogt  zu  Varsperg.  Under  wellichem*)  der 
dondei  in  das  schlosz  schlug,  und  zerschlug  die  trem  bisz  uff 
den  offen  in  der  grossen  stüben,  anno  1486  uff  corporis  Cristy. 

i4i»4  Darnach    anno    1494  schlag    der   donner   ein    knecht   im 

schlosz;  aber  er  starb  nit. 
(14S7)  Anno  1486  koufftent  die  von  Basel  von  dennen  von  Ep- 

tingen    zu    dem    schlosz   Varsperg   Rüoh-Eptingen ,    Dietken, 
Tennycken,  Zuntzgen,  Syssach,  XJottingen,  Bettken  ^). 

Nach  Juncker  Petter  von  Offenburg  ward  Conrat  von 
Lowenberg  vogt<^},  nach  dem  selben  Hans  Schmid^),  darnach 
Bernhart  Schilling^),  darnach  Petter  Schönkind ^),  darnach  her 

5.  Hs.:  die  trenn. 


1}  Durch  seine  Mutter  Claranna  war  ei  ein  Enkel  Graf  Ottos  II  toq 
Tierstein,  mit  welchem  der  Famsburger  Zweig  dieses  Hauses  schon  141$ 
erloschen  war.  Ueber  eine  frühere  Verpfändung  dieser  Burg  an  Oestreich 
s.  unten  die  Sp&tem  Aufzeichnungen  bei  Schnitt,  z.  J.  1449. 

2)  Ueber  Peter  O.  den  älteren  s.  B.  Chron.  V  305  ff. 

3)  Peter  O.  der  jüngere,  der  spätere  Bürgermeister  und  des  Vorge- 
nannten Sohn,  war  geb.  1458  und  wurde  erst  1486  Landvogt;  s.  ebend. 
S.  309  u.  Brückner  XVIII  2148.  Hingegen  war  es  Feter  d.  ältere  selber, 
welcher  1466  neuerdings  Landvogt  wurde,  nachdem  zwischenein  Konrad 
Münch  von  Löwenberg  dieses  Amt  bekleidet  hatte;  s.  Brückner  a.  a.  0. 
u.  Tgl.  unten  Anm.  6. 

4)  Feter  Oflfenburg  d.  ältere  regierte  längstens  bis  1470;  s.  unten 
Anm.  7.  Hingegen  erscheint  von  1486  an,  wo  das  hier  Ersählte  geschali, 
bis  1494  als  Landvogt  wirklich  sein  Sohn  Feter  der  jüngere;  vgl.  Brückner 
a.  a.  O.,  u.  Stadt  Urk.  1494  Mai  7. 

5)  Itingen  und  Bökten.  —  Von  den  hier  genannten  Dörfern  wurden 
einzig  Ruch-Eptingen  und  Diegten  1487  gekauft,  die  übrigen  hingegen 
schon  1464  bis  1467;  auch  waren  nicht  bei  allen  die  Eptinger  die  Ver- 
käufer; s.  die  Kaufbriefe  bei  Boos  III 1016,  1022,  1031  ff.  u.  1098. 

6)  Konrad  Münch  von  Löwenberg  erscheint  als  Vogt  1465;  s.  Bmekner 
XVIII  2148,  u.  vgl.  oben  Anm.  3. 

7)  Hans  Schmid  erscheint  als  Vogt  erst  1470.  Vor  ihm  regierte  seit 
1466  wieder  Feter  Offenburg  d.  ältere;  s.  Brückner  a.  a.  O.,  u.  vgl.  oben 
Anm.  3. 

8)  Dieser  regierte  vom  Oct  1470  bis  Oct.  1476;  s.  Boos  IH  1056  u. 
Missivenb.  XIV  317.  Als  Achtbürger  gehörte  er  sowohl  vorher  als  nachher 
dem  Rathe  an  und  wurde  später  Oberstzunftmeister. 

9)  Dieser  sass  ebenfalls  als  Achtbürger  im  Rath,  begieng  aber  1475 
einen  Todschlag.  Dennoch  wurde  er  im  Nov.  1476  Landvogt  und  blieb  in 
diesem  Amte  wahrscheinlich  bis  1479;  s.  Oeb.  V  144»>  u.  174*>,  auch  Boos 
III  1074.    Als  Achtbürger  kam  er  1483  wieder  in  den  Rath. 


Beilage  U.  235 

Hans   Schlierbach   rittei^),    darnach   Jacob  Yssely^),   darnach 
anno   1501   Hans   Segisser^],    darnach  Juncker   Henman   von 
Oifenburg^),  darnach  wider  Jacob  Yssely^),  darnach  anno  1516  taa 
wider  Juncker  Henman  von  Offenburg*). 

1)  Dieser  war  Landyogt  1480  bis  1485;  s.  im  Archiy  zu  Liestal,  Akten, 
Lade  10,  No.  4.  Er  wurde  1494  ermordet;  s.  St&dt.  Urk.  1494  April  29. 
Weiter  a.  über  ihn  B.  Chron.  V  310,  A.  9,  auch  Brückner  XVIII  2148. 

2)  Hier  ist  Feter  Offenburg  der  jüngere  übergangen,  welcher  14S6 
auf  Schlierbach  folgte  und  bis  1494  Landyogt  blieb,  aber  später  Bürger- 
meister wurde;  s.  oben  S.  234,  A.  4.  Der  Achtbürger  Jakob  Iselin,  welcher 
al9  Landyogt  auf  ihn  folgte  und  als  solcher  z.  J.  1496  u.  1499  bezeugt  ist, 
aber  1501  wieder  im  Rathe  sass,  war  yorher  Oberstzunftmeister;  über  ihn 
s.  Brückner  a.  a.  O.,  femer  seinen  Brief  yom  15.  März  1499,  abgedr.  in  d. 
Zeitschr.  f.  Oesoh.  d.  Oberrheins  1899,  im  Anhang  S.  97. 

3)  Dieser  war  Vogt  yon  1501  bis  Februar  1503;  s.  Brückner  a.  a.  O., 
u.  Oeb.  Vn  91b. 

4)  Henmann  Offenburg,  der  1499  und  1501  als  Achtbürger  im  Rathe 
sass,  erscheint  als  Vogt  z.  J.  1504;  s.  Brückner  a.  a.  O.  Er  war  ein  Enkel 
Peters  des  älteren  und  Neffe  Feters  des  jüngeren,  zugleich  Tochtermann 
des  obgenannten  Hans  Schlierbach,  und  wurde  1542  Bürgermeister;  s.  über 
ihn  B.  Chxon.  V  309. 

5)  Wieder  als  Vogt  erscheint  Iselin  yon  1507  bis  October  1516,  wo 
er  wegen  zeiner  Unterschleife  in  den  Komzinsen  abgesetzt  und  aller  Ehren- 
ämter unföhig  erklärt  wurde;  s.  Brückner  a.  a.  O.,  u.  Erkannti^ssb.  U  136, 
zum  23.  Oct.  1516. 

6)  Ueber  Offenburgs  driUe  Vogtei,  yon  1524  bis  1541,  s.  oben  S.  232. 


V. 


Die  Grossem  Basler  Annalen 


nach  Schnitts  Handschrift. 


238—1416. 


Einleitung. 


/j\x  den  Quellen  von  Schnitts  compilieitei  Weltchronik  in  »«wegKrund 
der  Handschrift  S  gehören,   wie  wir  früher  sahen,  auch  die  Ausgube. 
Grossem  Basler  Annalen  ^}.     Diese  sind  zwar  schon  im  vorigen 

5  Bande  auf  Grund  der  damals  bekannten,  jedoch  durchweg  sehr 
unvollständigen  Handschriften  herausgegeben^),  und  auch  in 
der  Hs.  S,  die  ich  erst  nach  vollendetem  Druck  jenes  Bandes 
kennen  lernte  3],  ist  von  wirklicher  Vollständigkeit  noch  keine 
fiede.    Immerhin  sind  uns  hier  diese  Annalen  verhältnissmässig 

10  besser  erhalten  als  in  irgend  einer  jener  früher  benützten  Hss., 
und  beim  Vergleich  mit  den  bisher  bekannten  Texten  bietet 
diese  Hs.  manche  Ergänzungen  und  Berichtigungen.  Da  nun 
leider  keine  Aussicht  vorhanden  ist,  dass  eine  wirklich  gute 
und  vollständige  Hs.  dieser  Annalen  noch  zum  Vorschein  kom- 

ismen  werde,  so  erscheint  es  geboten,  schon  in  diesem  Bande 
eine  neue  Ausgabe  zu  versuchen,  für  welche  im  Gegensatz  zur 
frühern  der  Text  der  Hs.  S  die  Grundlage  bilden  soll. 

Wie  wir  schon  früher  sahen  ^l,  so  sind  es  unter  den  bisher  v®'^"*»]«» 

,  der  Hand- 

bekannten  Handschriften  nur  vier,  nämlich  K,  D,  Br  und  Bh,  schriften. 

2»  welche  wenigstens  grössere  Theile  dieser  Annalen  im  Zusam- 
menhang enthalten.  In  E  und  M  hingegen  erscheinen  die 
wenigen  dort  vorhandenen  Artikel  meistens  zerstreut  zwischen 
Auszügen  aus  andern  Quellen,  während  W  überhaupt  nur  den 
einen  Artikel  z.  J.  1378  enthält.    Zugleich  aber  bilden  die  erst- 

3  genannten  vier  Hss.  eine  verwandtschaftliche  Gruppe  für  sich, 
indem  sie  durch  gewisse  gemeinsame  Fehler  sowohl  von  E  als 
von  M  sich  unterscheiden^).  Vergleichen  wir  damit  die  Hs.  S, 
80  sind  hier  die  Annalen  verhältnissmässig  vollständiger  als  in 

1]  S.  oben  S.  170. 

2)  S.  B.  Chron.  V  15  ff. 

3)  S.  ebend.  S.  564  die  Nachträge,  u.  vgl.  oben  S.  175. 

4)  S.  B.  Chron.  V  3  ff. 
5]  S.  ebend.  S.  8  ff. 


240  Grössere  Basler  Annalen. 

jeder  andern  Hs.,  doch  ohne  jene  Fehler,  durch  welche  die  yiei 
erstgenannten  Hss.  sich  von  E  und  M  unterscheiden.  Auch 
finden  wir  in  S  so  wenig  als  in  E  oder  M  eine  Spur  jener 
lateinischen  Fortsetzung  z.  J.  1414 — 1416,  welche  die  Hss.  D, 
K  und  Br  aufweisen  ^).  Die  Hs.  S  ist  somit  näher  mit  E  und  s 
M  verwandt  als  mit  jenen  andern  Hss. 
Die  Hand-  Dicses  Verhältuiss  schliesst  freilich  nicht  aus,  dass  auch 

'  die  Hs.  S  wieder  ihre  besondern  Textentstellungen  hat,  und 
zudem  erscheint  die  Sprache  hier  noch  mehr  als  in  den  andern 
Hss.   modernisiert.     Ebensowenig  dürfen  wir  von  dieser  Hs.  :• 
Vollständigkeit  erwarten,  da  Schnitt  selbstverständlich  in  seiner 
Compilation  alle  diejenigen  Artikel  ganz  oder  theilweise  weg- 
liesSy  deren  Inhalt  er  schon  aus  andern  und  ausfuhrlicheren 
Quellen  kannte.    Ausserdem  fehlen  noch  verschiedene  Artikel, 
von  welchen  die  einen  in  mehrern,  die  andern  wenigstens  in  :i 
Einer  der  übrigen  Hss.   sich  vorfinden.     Wie  weit  nun  die- 
selben schon   in  der  Vorlage   fehlten  oder  von  Schnitt  auch 
absichtlich  übergangen  wurden,  das  mag  dahingestellt  bleiben. 
Umgekehrt  aber  enthält  einzig  diese  Hs.  noch   verschiedene 
kurze  Nachrichten  des  XIV  Jahrhunderts,    von   welchen  die^^ 
meisten  ganz  das  Gepräge  dieser  Annalen  tragen  und  die  wir 
ihnen  deshalb  alle  glauben  zuweisen  zu  dürfen. 
Zwei  Unter  den  Nachrichten,  welche  die  Hs.  S  mit  den  übrigen 

gemein  hat,  ist  diejenige  von  der  Bheingrosse  von  1374  hier 
doppelt  vorhanden,  nämlich  zuerst  auf  Bl.  285^  nur  kurz  und  5 
mit  der  richtigen  Jahrszahl,  dann  aber  auf  BL  290  ausführ- 
licher, jedoch  irrigerweise  z.  J.  1378.  Schnitt  kannte  mithin 
die  Annalen  aus  zwei  verschiedenen  Vorlagen,  und  soviel  sich 
aus  dem  Vergleich  der  beiden  Stellen  schliessen  lässt,  so  scheint 
die  erste  und  kürzere  mehr  mit  der  Hs.  E,  die  andre  hin-» 
gegen  mit  M  übereingestimmt  zu  haben  ^j.  Nun  sind  sowohl 
in  M  als  in  S  noch  einige  weitere  Ereignisse  von  1374  und 
1375,  im  Gegensatz  zur  sonstigen  Kürze  dieser  Annalen,  mit 
ziemlicher  Ausführlichkeit  erzählt,  während  in  E  und  den 
übrigen  Hss.   die  entsprechenden  Artikel  viel  kürzer  gefasstJi 


1)  Mit  dieser  Fortsetzung  vgl.  oben  S.  226  die  Zerstreuten  Nachrichten 
aus  S,  I.  J.  1414  und  1416.  Finden  inrir  nun  hier  wie  dort  zum  Constanz«^' 
(!*oncil  genau  dasselbe  Datum,  so  ist  diese  vereinzelte  Uebereinstiiiiinung 
doch  sicher  noch  kein  genügender  Grund  zur  Voraussetzung  einer  gemeli- 
samen  Quelle. 

2)  Die  zweierlei  Kedaktionen  dieses  Artikels  finden  sich  auch  bei 
Stumpf  XII  Cap.  28;  vgl.  B.  Chron.  V  12,  A.  2. 


YorUgen. 


Einleitung.  241 

sind^J.  Auch  finden  wir  z.  B.  die  Nachrichten  aus  ältester 
Zeit,  von  368  bis  1258^  durchaus  nur  in  S  und  M.  Die  zwei 
Vorlagen^  welche  Schnitt  benützte,  scheinen  daher  zwei  ver- 
schiedene Redaktionen  der  Annalen  vertreten  zu  haben,  näm- 

5  lieh  eine  theilweise  ausführlichere,  deren  Ueberreste  sonst  nur 
noch  in  M  erhalten  sind,  und  eine  kürzere,  auf  welcher  E 
sammt  den  übrigen  Hss.  beruht. 

Die  Verschiedenheit  dieser  zwei  Redaktionen   ist  jedoch  ||^^^^. 
nur  eine  theilweise,  indem  sie  blos  bei  einigen  Abschnitten 

idaus  den  Jahren  1365 — 1375  zu  Tage  tritt ^).  Sie  erklärt  sich 
daher  wohl  am  einfachsten  mit  der  Annahme,  dass  in  der  einen 
Redaktion,  wie  sie  in  S  und  M  sich  findet,  über  die  genannten 
Jahre  neben  dem  Urtexte  der  Annalen  noch  eine  andre  und 
ausführlichere  Quelle  ausgeschrieben  wurde,  die  uns  nur  hier 

ii  erhalten  ist.  Die  gleichfalls  nur  in  S  und  M  erhaltenen  Nach- 
richten von  368 — 1258  aber,  die  in  den  andern  Hss.  gänzlich 
fehlen,  lassen  sieh,  wie  wir  schon  früher  sahen,  wenigstens 
theilweise  auf  noch  vorhandene  Quellen  zurückführen  3).  Wir 
finden  somit  in  S  und  M  die  Annalen  in  theilweise  erweiterter 

^j  Gestalt,  während  die  übrigen  Hss.  im  Gegentheil  auf  deren 
ursprünglichen  Inhalt  sich  beschränken. 

So  leicht  nun  die  Nachrichten  von  368 — 1258  von  diesem 
ursprünglichen  Inhalt  der  Annalen  zu  trennen  sind,  so  wenig 
lässt  sich  hingegen  jene  muthmassliche  Quelle  von  1365 — 1375 

25  mit  Sicherheit  ausscheiden.  Es  erscheint  daher  geboten,  auf 
jeden  derartigen  Versuch  vorweg  zu  verzichten,  und  so  müssen 
wir  uns  darauf  beschränken,  einfach  das  Vorhandene  möglichst 
vollständig  zusammenzustellen.  Demgemäss  geben  wir  hier  die 
erweiterten  Annalen,  wie  die  Hs.  S  sie  hat,  jedoch  unter  Zu- 

%  Ziehung  sämmtlicher  Ergänzungen,  welche  die  übrigen,  schon 
früher  bekannten  Hss.  hiezu  bieten^). 

1]  Vgl.  unten  z.  JT.  1374  die  Artikel  Qber  den  gehenkten  Juden  und 
über  Falkenstein  mit  den  entspr.  Varianten,  und  ebenso  denjenigen  über 
die  Engländer  von  1375. 

2)  Ausser  den  in  der  vorigen  Anm.  genannten  Artikeln  s.  noch  die- 
jenigen über  die  Engländer  von  1365  und  über  die  Schlacht  bei  Endingen, 
von  1367. 

3)  S.  B.  Chron.  V  11. 

4)  Hiebei  ist  jedoch  su  bemerken,  dasa  zwei  Artikel  der  frühem  Aus- 
gabe, welche  die  Jahre  1282  und  1386  betreffen  und  einsig  in  £  sich  fin- 
den, bei  näherer  Prüfung  sowohl  nach  ihren  Schriftzügen  als  nach  den 
arabischen  Ziffern  imverkennbar  zu  den  spätem  Einträgen  dieser  Hs.  ge- 
hören. Sie  stammen  also  jedenfalls  aus  einer  anderen  Vorlage  als  alle 
übrigen   in    dieser   Hs.   erhaltenen   Artikel,    und   deshalb   erscheint   ihre 

Basier  Chzomken.    Tl.  ](', 


242  Gröfliere  Bailer  Annalen. 

wftrdiciu«-         Uebei  die  Entstehung  und  den  oder  die  Verfawer  diesei 
Annalen  bringt  uns  der  Text  der  Hs.  S  keine  weitem  Auf- 
schlüsse, und  so  können  wir  hiefur  höchstens  auf  die  wenigen 
Yermuthungen  hinweisen,   welche  schon  in  der  frühem  Aus- 
gabe hierüber  geäussert  wurden  ^).    Hinsichtlich  des  Inhalts  abei  s 
ist  zu  bemerken,    dass  zu   den  werthvoUeren  Theilen  dieser 
Annalen  gerade  auch  jene  ausführlichen  Berichte  von  1365— 
1375  gehören,  und  dass  diese  in  S  weit  besser  und  vollstän- 
diger erhalten  sind  als  in  M. 
AugX»!         ^^  ^®'  vorliegenden  neuen  Ausgabe,  der  wir  die  Hs.  Sm 
zu  Grunde  legen,   nehmen  wir  nicht  nur  alle  Ergänzungen 
auf,  welche  die  übrigen  Hss.  zu  diesem  Texte  bieten,  sondetn 
der  Vollständigkeit  wegen  lassen  wir  auch   die  bis   1416  rei- 
chende Fortsetzung  folgen,  wiewohl  sie  nur  in  den  Hss.  D, 
K  und  Br  sich  findet.     Für  die  weitern  AufiEeichnungen  in  E  -^ 
hingegen,  sowie  für  Brilingers  Zusätze  in  Br  und  Bh,  verweisen 
wir  nach  wie  vor  auf   die  Beilagen   zur    frühem  Ausgabe^;. 
Von  jenen  Artikeln,  welche  in  S  fehlen,   finden  sich  manche 
in  D  3) ;  doch  geben  wir  bei  den  wenigen,  welche  zugleich  in 
E  vorhanden   sind,  dem   Texte   dieser  Hs.  vor  D  imd  allen?» 
übrigen  den  Vorzug.     Nach  E  und  D  ab.er  fällt   zunächst  K 
in  Betracht,   und  weiter  noch  die  lateinische  Hb.   Br^).    6h 
hingegen  erscheint  hier  entbehrlich,   da  alles,  was  diese  Hs. 
zum  Texte  der  Annalen  bietet,  schon  in  Br  enthalten  ist.   Auf 
M  aber  sind  wir  nur  für  einzelne  Artikel  angewiesen,  welche  i) 
in  der  Compilation  von  S  nicht  mehr  deutlich  sich  ausscheiden 
lassen,  und  in  W  ist  uns  überhaupt  nur  Ein  Artikel  erhalten. 
In   den   wenigen  Fällen  aus  den  Jahren  1365 — 1375,  wo  im 
Gegensatz  zu  S  die  übrigen  Hss.  eine  viel  kürzere  Redaktion 
aufweisen,  geben  wir  diese  unter  den  Varianten.  ^ 

Soweit  unser  Text  auf  S  beruht,  fügen  wir  aus  dieser  Hs. 
die  Blattzahlen  bei,  und  zugleich  bezeichnen  wir  mit  einem 
Sternchen  diejenigen  Artikel,  welche  einzig  hier  uns  erhalten 
sind.     Vor  solche  hingegen,    welche  in  S  fehlen,   setzen  wir 

Zugehörigkeit  lu  den  Annalen  sehr  zweifelhaft.  Wir  lassen  sie  daher  nur 
noch  unter  den  sp&tern  Einträgen  der  Hs.  £  folgen^  d.  h.  unten  in  der 
BeUage  111. 

1)  S.  B.  Chron.  V  11. 

2)  S.  ebend.  S.  42ff. 

3)  Zum  Folgenden  vgl.  ebend.  S.  8  ff. 

4)  Auf  £  allein  beruht  in  dieser  Ausgabe  ein  einziger  Artikel,  s.  J. 
1287,  der  in  der  Hs.  die  irrige  Jahisahl  1378  trägt;  vgl.  oben  S.  241,  A.  4. 

5)  Die  Oegenüberstellung  des  lateiDischen  Textes  aus  Br,  die  in  der 
alten  Ausgabe  nicht  su  umgehen  war,  wird  hier  entbehrlich. 


Einleitung.  243 

zum  Unterschied  jeweilen  den  Buchstaben  nicht  nur  derjenigen 
Hs.,  deren  Text  wir  folgen,  sondern  überhaupt  aller  der  Hss., 
in  welchen  der  betreffende  Artikel  sich  findet.  Ueberall  aber, 
wo  der  zu  Grunde  gelegte  Text  durch  eine  oder  mehrere  der 

'^  andern  Hss.  ergänzt  wird,  da  unterscheiden  wir  solche  Ergän- 
zungen stets  durch  eckige  Klammern  und  nennen  zugleich 
die  ergänzende  Hs.  unter  den  Varianten. 

Wie  in  der  alten  Ausgabe,   so  heben  wir  auch  hier  bei 
den  Artikehi  aus  D  und  K  die  mit  »Daz<   beginnende  Um- 

•»Stellung  auf^},  indem  wir  an  den  Anfang  immer  die  Jahrzahl 
stellen  3),  wie  diess  in  allen  andern  Hss.  durchweg  der  Fall 
ist.  Ebenso  lassen  wir  alle  Ueberschriften  weg,  gleichviel  ob 
sie  in  S  oder  in  einer  andern  Hs.  sich  finden,  und  zwar  mit 
Einschluss   jener  allgemeinen   Ueberschrift,    welche  einzig  D 

5  hat'].  In  der  Reihenfolge  der  Artikel  halten  wir  uns  durch- 
weg an  die  Zeitfolge,  und  zwar  ohne  Bücksicht  auf  die  oft 
entstellten  Jahrzahlen,  wie  die  Hss.  sie  haben,  sondern  nach 
den  richtigen  Jahren  der  betreffenden  Ereignisse,  soweit  wir 
dieselben   zu   ermitteln   vermochten.      Verschiedene   derartige 

» Entstellungen,  die  ich  früher  nicht  erkannt  hatte,  sind  erst  in 
dieser  neuen  Ausgabe  berichtigt.  Doch  bleiben  immer  noch 
einzelne  Jahrzahlen,  deren  Richtigkeit  durch  keine  andre 
Quelle  verbürgt  ist,  und  welche  deshalb  am  Rande  mit  einem  ? 
bezeichnet  sind. 

i&        So  sehr  wir  auf  die  Richtigstellung  des  sachlichen  Inhalts  ,eh^b^^g. 
und  namentlich  der  Zeitangaben  Gewicht  legen,  so  verzichten 
wir  hingegen  vorweg  auf  jeden  Versuch,  die  Sprache  des  Ur- 
textes wieder  herzustellen.      Wir  halten   uns   daher  auch  in 
dieser   neuen  Ausgabe   in  Hinsicht    der  Rechtschreibung   bei 

»jedem  Artikel  möglichst  genau  an  die  betreffende  Hs.,  ohne 
irgendwelche  Gleichförmigkeit  zu  erstreben.  Doch  setzen  wir 
fax  den  Umlaut  ü,  der  in  E  durch  ü,  in  K  und  D  aber  durch 
u  gegeben  wird,  zur  Vermeidung  von  Missverständnissen  durch- 
weg ein  ü.    Im  übrigen  verweisen  wir  für  die  Rechtschreibung 

^Ton  S  auf  die  Einleitung  zu  Schnitts  Chronik^],  für  diejenige 
der  übrigen  Hss.  hingegen  auf  die  Einleitung  zur  alten  Aus- 
gabe dieser  Annalen^). 

1)  Vgl.  B.  Chron.  V  4  u.  13. 

2}  Die   einzige  Ausnahme   bildet   ein  Artikel   aus   K,   welcher   dort 
zwischen  1382  und  1384  steht,  jedoch  keine  Jahrzahl  hat. 
3]  Vgl  B.  Chron.  V  ISff. 
4)  S.  oben  S.  107  ff. 
5;  S.  B.  Chron.  V  14 

Iß* 


244  Grössere  Basier  Annalen. 

B«iiftg«ii.  Als  erste  Beilage  geben  wir  sunächst  eine  kune  Uebei- 
sicht  über  die  in  der  Hs.  S  enthaltenen  Nachrichten  aus  Basels 
ältester  Zeit,  welche  allerdings  meistens  aus  noch  erhaltenen 
Quellen  stammen.  Weiter  jedoch  lassen  wir  hier  noch  eine 
kurze,  von  1421  bis  1480  reichende  Beihe  von  Nachrichten 
folgen,  welche  sich  einxig  in  Berlingers  Etterlin  finden  ^),  aber 
der  Zeit  nach  gleichsam  eine  Fortsetsung  zu  den  Grossern 
Basler  Annalen  bilden.  Zum  Unterschied  von  letztem  können 
wir  diese  als  »Spätere  Basler  Annalen c  bezeichnen,  und  da  sie 
von  sehr  geringem  UmfiBuige  sind,  so  finden  sie  ihre  passende» 
Stelle  wohl  am  ehesten  hier  als  Beilage.  Wie  diese  Annalen, 
so  gehören  in  Berlingers  Etterlin  gleichfalls  erst  zu  den  spätem 
Einträgen  noch  verschiedene  deutsche  und  lateinische  Notizen, 
welche  zu  keiner  uns  bekannten  QueUe  in  Beziehung  zu  stehen 
scheinen,  und  die  wir  deshalb  hier  als  dritte  Beilage  unter- 1^ 
bringen. 

1)  S.  B.  Chron.  V  459. 


[D]  Nach  Christi  geburt  238  jar,  am  21.  tag  ^)  des  anderen  ^^ji 
herbstmonets,  wurden  gemartert  sant  Ursula  mit  ir  geselschafft, 
und  sant  Panthalus  der  erst  bischoff  sü  Basel,  der  mit  inen  fftr. 

[D]  Nach  Christi  geburt  317  jar  ward  sant  Katherin  ge-ai? 
» martert. 

\D]  Anno  312  wurden  sant  Felix ,  sant  Regula  und  sant3i2 
Exuperantius  gemartert  2). 

[188^]  Anno  domini  368  hatt  keysser  Valenoianus,  geboren  36s 
tousz  Ungeren'),  befelhet,  das  man  das  roubhusi  oder  sohlosz  by 
Basel,  genant  Wartenberg,  abbrechen  und  schlissen  solH). 

[M]  Anno  260   wart  Basel  zerstört  durch  Hunusz^];  was(9i7) 
ein  gesajnlet  volok,  verbranten  und  zerstörten,  was  sy  funden*). 

1.  D:  230  jar,  am  11.  Ug.  «.  D:  Anno  300.  \%  X:  Aimo  1260. 

1)  Der  11.,  wie  D  hat,  ist  entstellt  entweder  aus  21.  Oet.  (Ursula), 
oder  aus  12.  Oct  (Pantalus).  Die  betr.  Legende  8.  bei  Trouillat  I  11  ff., 
und  Beitrage  XV  135  ff. 

2)  Ihre  Legende  s.  i.  d.  Chronik  der  Stadt  Zürich,  Ausg.  von  Dierauer, 
i.  d.  Quellen  sur  Schweiiergesch.  XVIII 17  ff. 

3)  Hinter  »Ungeren«  hat  S  eine  erklärende  Einschaltung  des  Compi- 
lators  Schnitt:  was  Oraoianj  des  Sythers  sun  u.  s.  w.  Im  abrigen  jedoch 
findet  sich  dieser  Artikel  Tollatändig  auch  in  M. 

4)  Mit  der  bekannten  Stelle  bei  Ammianus  Maroellinus  über  das  durch 
Valentinian  I  bei  Basel  erbaute  »munimentumc  steht  diese  Nachrieht  offen- 
bar noch  in  keiner  Berührung.  Wohl  aber  weist  der  Ausdruck  »usa  Un- 
gerenc  auf  Königshofen;  s.  Ghron.  d.  d.  Städte  Vin  369.  Gestütst  auf 
diese  allerdings  ungenaue  Quelle  musste  unser  Annalist  den  Regierungs- 
antritt Valentinians  ins  Jahr  367  oder  368  setien,  und  so  erklärt  sich  die 
Jahisahl  der  TorUegenden  Nachrieht,  deren  Inhalt  im  übrigen  auf  einer 
lokalen  Sage  beruhen  mag. 

5}  In  S,  Bl.  188,  ist  diese  Nachricht  angefügt  an  einen  Abschnitt  aus 
Seb.  Franeks  Zeitbueh,  Über  einen  Einfall  der  Germanen  s.  JT.  260.  —  Die 
Zergtöning  Basels,  die  in  WirkHohkeit  917  durch  die  Ungarn  erfolgte,  mag 
hier  ins  Jahr  260  Tsrlegt  worden  sein,  weil  diese  mit  den  Hunnen  ver- 
wechselt worden,  welch  letstem  das  schon  238  erfolgte  Martyrium  von 
St  Ursula  und  Pantalus  sugeschrieben  wurde;  s.  Trouillat  1 11. 

6)  »Was  ein  gesamlet  Tolek«  u.  s.  w.  findet  sich  auch  bei  Seb.  Franck; 
8.  die  Torige  Anm. 


248  Grössere  Basier  Annalen. 

der  köufft  von  dem  probst  ze  sant  Alban^}  100  vierntzal  loggen, 
ye  die  vierntzal  umb  6  s^).    £e  das  jai  unekam,  da  galt  ye  ein 
vierntzal   3  Ib^).     Mit  dem  gewin   buwt  er  die  capellen  sant 
Oszwalt  by  sant  Leonhardt^). 
]2d7  [262]  Anno   1297    gewonnen    die   von   Basel    das    schlosz  s 

1303  Ramstein.    Und  darnach  in  dem  mertzen  anno  1303  zerbrachentz 

sys  ab*). 
1305  [262^]    *Anno  1305  da  ist  die  stat  Liechstal  vom  graffen 

von  Homburg®)    an    den    bischoff  von  Basel,    genant  Petnu 
medicy   von  Aspel,   ein  ertzbischoff  zu  Mentz  und  bischoff  zu  i« 
BaseP),  gefallen^). 

2.  E:  amb  nn  8  (ans  IV  statt  VI).  10.  S:  Petrus  medej  von  AspeL 

Altar  der  St.  Oswaldskapelle  eine  besondre  Pfründe  zu  errichten,  und  diese 
Schenkung  war  1290  durch  Papst  Nikolaus  IV  bestätigt  worden;  b.  Trouillat 

II  577  und  B.  Urkundenb.  11  124  u.  393. 

1)  Propst  Simon;  s.  B.  Urkundenb.  11  374  u.  III 190. 

2)  4  s.,  wie  E  hat,  ist  jedenfalls  entstellt  aus  6  s.  (IV  aus  VI; ;  s.  oben 
S.  247,  A.  8. 

3)  I^ut  Annal.  Cobn.  galt  in  der  Theurung  von  1294  ein  Viemsel 
Getreide  18  s.,  also  nicht  gans  1  Ib;  s.  Mon.  Germ.  S.  S.  XVII  221.  Mag 
demnach  der  Preis  von  3  Ib,  wie  E  hat,  entstellt  sein  aus  1  Ib,  so  betrug 
er  immer  noch  das  Dreifache  des  frühem  Preises  Ton  6  s;  s.  oben  Anm.  2. 

4)  Diese  längst  verschwundene  Kapelle  stand  auf  dem  jetsigen  St 
LeonhardskirchplatE  schon  um  1248,  s.  B.  Urkundenb.  ri62.  Da  jedoch 
um  1290  die  Höhe  von  St  Leonhard  mit  neuen  Strebemauern  umgeben 
wurde,  so  mag  wohl  in  Folge  dessen  auch  diese  Kapelle  einen  Umbau 
erfahren  haben;  s.  Fechters  Top.  S.  68 ff.  —  Der  yorliegenden  Ersahluog 
liegen  offenbar  zwei  sichere  Thatsachen  lu  Grunde,  nämlich  das  Vermacht- 
niss  Johanns  zem  Tüfel  des  altem  und  die  Korn  Spekulation  Johanns  des 
Jüngern;  jedoch  hat  die  Sage  diese  zwei  gleichnamigen  Personen,  den 
Stifter  und  den  Spekulanten,  in  eine  einzige  verschmolzen. 

5)  So  viel  sich  aus  den  Annal.  Colm.  ergibt,  begann  die  Fehde 
zwischen  Basel  und  dem  Freiherm  Thüring  von  Kamstein  erst  1303,  und 
auf  die  Eroberung  seiner  Burg  folgte  deren  Zerstömng  1304;  s.  Mon. 
Germ.  S.  S.  XVII  228   u.  230.     Ueber   Th.  v.  R.  s.   Trouillat  U  564  u. 

III  787.  —  In  S  folgt  hier  noch  ein  späterer  Zusatz,   der  aus  den  Annal 
Colmar.  stammt. 

6)  Der  Verkauf  von  Liestal  an  den  Bischof  erfolgte  am  17.  Dec.  1305; 
und  zwar  durch  Graf  Friedrich  von  Toggenburg,  den  Gemahl  Itas  Ton 
Homburg,  nachdem  der  letzte  Homburger,  Graf  Hermann,  1303  gestorben 
urar;  s.  die  Urk.  bei  Boos,  Urkb.  I  163  ff.,  und  vgl.  Heusler  S.  30.  —  In 
der  Hs.  ist  zum  Grafen  von  Homburg  erst  nachträglich  der  Taufhame 
Rudolf  ergänzt;  jedoch  starb  auch  dieser  zwischen  1301  u.  1303. 

7)  Peter  von  Aspelt  war  Bischof  bis  1306  und  wurde  erst  hierauf  £rs- 
bischof  von  Mainz.    Zum  Beinamen  Medicus  s.  Mathias  v.  Neuenb.  S.  40. 

8)  In  S  folgt  hier  ein  späterer  Zusatz,  der  aus  Mathias  von  Neuen- 
burg S.  40  stammt. 


1297-1317.  249 

263]  '''Anno  1306  uff  den  13.  tag  meitzens  kam  zu  Zürich  ^^^^3 
by  heytteiem  Sonnenschein  ein  soliicher  thundei  und  blix,  das 
sy  yeimeinten,  sy  müsten  undergan^). 

Anno  1307  zerbrachen  die  von  Basel  Furstenstein'),  nffg^w?)  ^_ 
ssamstag,  was  Otthmary  [oben.] 

Anno  1308  uff  den  meytag^)  ward  [kung]  Albrecht  ^f^ 
▼on  Oesterrich  [an  der  statt,  do  ietz  Kungfelden  bi  Brück 
stotty]^]  von  Sinnes  brftders  son  hertz(^  Hansen  erschlagen^). 
Und  hatten  hertsog  Hansen  zft  sollicher  that  geratten  und  ge- 
i<»  holffen  Rüdolffus  ein  fryher  von  Wart,  her  Walther  fryher  zu 
Eschenbach,  Uolrich  Ton  Palm. 

[265]  Anno  1315  jar  hielt  hertzog  Friderich  von  Oesterrich,  1315 
ein  erweltei  Komischer  kong,  hoff  Z&  Basel,  und  liesz  sin  husz- 
&ouwen  Elitzabethen,  des  konigs  Jacobs  von  Aiagonia  dochter, 
\^  zi\  Basel  zu  einner  kongin  kronnen. 

[263]  *Anno  1317  gaben  die  von  Basel  ein  grosse  stur  und  ni? 
ungelt  ^). 

[265^]  Anno  1317  galt  ein  fiertel  rocken  5  Ib,  ein  viertel 
dinckel  3  Ib,   ein  viertel  habern  30  s.     Des  selbigen  jars  ver- 

4.  Dm  £ingekl.  erg.  aas  D.  6.  M:  Anno  1375;  S:  keyser  Albrecht.    Das  Eingekl. 

•rg.  ans  M.  11.  EschenVach  in  S  erst  naclitr&glich  corrigiert  aas:  Eachents. 

16.  S:  Anno  1307. 

1)  Diese  Nachrieht,  welche  einaig  S  hat,  finde  ich  nirgends  bestätigt; 
die  Richtigkeit  der  JTahrzahl  1306  bleibt  daher  fraglich. 

2]  Sowohl  der  Name  der  Burg  als  auch  die  Jahrzahl  scheinen  ent< 
stellt  XU  sein.  Denn  laut  Mathias  t.  Neuenburg  S.  40  u.  41  wurde  Fürsten- 
stein im  April  1308  von  den  Anhängern  König  Albrechts  vergeblich  be- 
lagert, und  zudem  fiel  St  Othmars  Abend  (15.  Nov.)  1307  auf  keinen  Samstag. 
Laut  den  Annales  Colmarienses,  Mon.  Germ.  S.  S.  XVII  230,  eroberten 
jedoch  die  Basler  1304  innerhalb  10  Wochen  5  Burgen,  und  zu  diesem 
Jahre  würde  das  Datum  wenigstens  annähernd  stinmien,  indem  der  14.  Nov., 
also  der  Tag  vor  >St  Othmars  Abend«,  auf  einen  Samstag  fiel.  Qenau  aber 
stimmt  dieses  Datum  in  jener  Zeit  nur  z.  J.  1309,  1315  u.  1320.  Bei  der 
Mangelhaftigkeit  unsrer  Hss.  erscheint  daher  die  Möglichkeit  nicht  ganz 
ausgeschlossen,  dass  die  G^.  B.  Annalen  z.  J.  1315  auch  die  Schlacht  am 
Morgarten  erwähnten,  zu  welcher  unser  Datum  genau  stimiflt,  und  dass 
letzteres  durch  ein  Missverständniss  sich  in  die  vorliegende  Nachricht 
verirrte. 

3)  Das  Datum  fehlt  in  M  und  ist  auch  in  S  möglicherweise  nur  aus 
Etterlin  entlehnt.  Die  Jahrzahl  1375,  wie  M  hat,  mag  auf  irgendwelcher 
Verwechslung  beruhen. 

4)  Statt  des  Eingekl.,  das  aus  M  ergänzt  ist,  hat  S  hier  ausführlichere 
Angaben,  die  jedoch  zweifellos  nur  Zuthaten  des  Compilators  sind. 

5)  Das  weiter  Folgende  fehlt  in  M  und  scheint  mithin  aus  unbekann- 
ter Quelle  ergänzt  zu  sein. 

6)  Ueber  diese  Steuer  und  den  darüber  entstandenen  Streit  s.  Stadt. 
Urk.  1317  Dee.  6  bis  1318  April  19,  und  vgl.  Heusler  S.  166  ff. 


250  Oröstere  Basier  Annalen. 

durben  vil  leut  von  hungei,  [und  das  sy  allerley  aasen.]    Sy 
assen  mistel  ab  den  boumen  und  viellen  von  hunger  uff  den 
gassen  nider,  und  fand  man  sy  uff  dem  feld  todt. 
ji?3         \-^  22»  ^]  ^^^^  13271)  an  sant  Ulrichs  abent  verbran  dei- 
nen Basel.  h 
jou  (&)         [D]  Morndes  an   sant  Ulrichs  tag  kam  der  gross  hageP). 
1332         [267^]   *Anno   1332  wurden    die  Juden   zu   Überlingen 3) 
inn  einnem  husz  by  sechenhundert^)  verbrandt. 

Anno  1332  [im  herbst]  lagen  die  von  Basel  vor  Kottelen, 
[uss  ursach  das  ein  margroff  von  Botelen  ^)  ein  burgermeistei  u< 
zu  Basel  erstochen  hatt*).  Und  wart  nitt  gewonnen ;  wand  der 
adel  zft  Basel  was  dem  selben  herren  von  Rotelen  günstig, 
und  leiten  sich  dorin  herren,  ritter  und  knecht;  wart  gestillet] 
^£d  t^]  Anno  1333  im  meyen  wart  Swanow  gebrochen^. 
13S6  [268^]  Anno  1336  uff  den  7.  tag  brachmonatz^)  was  z&mi» 

^^^  ersten   mal  ein  ufflouff  zu  Zürich,  und  ward  der  Schupf er^' 
und  vil  reicher  bürgern  usz  der  stat  geschlagen  und  vertriben^^). 
tl^i  [^^^]  Anno  1337  uff  den  nechsten  sontag  [nach]  des  heiligen 

erutz  tag  zu  herpbst  thaten  die  vou  Zürich  ein  sohlacht  vor 

].  Das  Eingekl.  erg.  au  E  21  und  X.    Du  Folgende  nv  in  S.  4.  D:  tS3$ 

7.  8:  1331  9.  S  nnd  E:  1.132;  X:  1333;  »im  kerbet«  erg.  an«  E  22.  10.  Dm 

Bingekl.,  trg.  ans  X,  eteht  zwar  auch  in  8,  jedoch  rerkfint  nnd  nnr  als  spitorer  Znab. 
16.  8:  der  Stapifer;  K:  der  SeUrpfer.  18.  Dae  EingeU.  erg.  ans  K. 

1)  Ueber  diese  JTahrgahl  8.  die  folgende  Anm. 

2)  Die  Kl.  B.  Annalen,  welche  allerdings  die  irrige  Jahrsahl  1324 
haben,  datiren  diesen  Hagel  nach  dem  Brande  vom  3.  Juli :  an  dem  nechstes 
sunnentag;  s.  B.  Chron.  V  55.  Dieser  Sonntag  aber  fiel  1327  auf  den 
5.  Juli)  so  dass  es  heissen  sollte :  morndes  nach  s.  Ulrichs  tag.  Zum  Jahre 
1326,  wie  D  hat,  würde  auch  dieses  Datum  nicht  stimmen,  und  noch  weni- 
ger zu  1324,  wie  KL  B.  Annalen  haben. 

3)  Ueberlingen  am  Boden  see.  Ueber  diese  Verfolgung  s.  Joh.  v.  Winter- 
thur,  8.  106  ff.  der  Ausg.  von  0.  ▼.  Wyss. 

4)  Vgl.  ebend.  S.  107:  ut  fertur  plures  quam  300. 

5)  Rudolf  II  Ton  Hochberg-Sausenberg,  der  Erbe  der  1315  erlosche- 
nen Freiherren  Ton  Rdteki. 

6)  Der  Bürgermeister  Ton  1332  ist  bis  jetzt  urkundlich  nicht  nach- 
gewiesen. Vermuthlich  jedoch  war  es  Burkhard  Wernher  Ton  Ramitem, 
da  er  1326,  1328  u.  1330  dieses  Amt  bekleidete  und  später  nirgends  mehr 
erwähnt  wird;  s.  unten  das  Verzeichniss  in  der  Allg.  Beilage. 

7)  Die  Uebergabe  erfolgte  am  1.  Juni;  s.  B.  Chron.  V  55,  A.  4.  —  Der 
entspr.  Abschnitt  in  8  ist  aus  Etterlin  und  der  Deutschen  Colmarer  Chronik 
compiliert. 

8)  Dieses  Datum  hat  auch  die  Zürcherchronik ;  s.  S.  40  in  Dierauers 
Ausg. 

9)  Heinrich  Schupf  er,  bisher  Rathsherr;  s.  ebenda  S.  49. 

10]  In  S  folgt  hier  noch  ein  späterer  Zusatz  hus  der  sog.  Klingenberger 
Chronik;  Tgl.  Hennes  Ausg.,  S.  07. 


1327—1344.  261 

Grinouw^),   und  ward  erschlagen  ein  graff  von  Habspurg  und 
ein  groff  von  Dockenburg,  [ertodent  die  Zurrichere^). 

[268^]  Anno  1338  was  es  zu  Basel  so  wolfeil,  das  man  ein  133« 
viemtzel  körn  umb  4  Schilling  koufft. 
5  [Br]  Anno  1338,  16.  augusti  ingens  locustarum  copia  in  terra  An«.  i6 

Almaniae  erat,  fructus  et  arborum  folia  omnino  consumentes^). 

[D]  Anno  1339  an  sant  Albans  tag  beschach  der  strit  vor  ^^21 
Lonpen,  und  ward  erschlagen  der  graf  von  Nidouw^)  und  vil 
Herren,  mit  anderen  lüten^). 
10         [271^]  Anno  1339    was    der  Birsich    zu  Basel    also  grosz, 
das  er  durch  die  stat  brach  [und  ettlich  huser  underfrasz,  das 
sy  nidervielent;  geschach  samstags  vor  aller  heiligen  abent.]  *j  Oet.  30 

[272]  Anno  1343  ward  der  Rein  also  grosz  uff  sant  P^ii- 1^ 
thelions  tag^,  das  er  alle  brücken  am  Rein  hinweg  fürt;  desz 
15  glichen  thett  er  grossen  schaden  an  den  thurnen  und  d&rfferen. 

Anno   1344^)  warden  Hochen  Landenberg  und  Schowen- 1344 

1.  S  neben  »gimff«  nie  Znentz  am  Bande:  Hnns.  11.  Dae  EinfekL  erg.  aoe  E  11^; 

statt  deearn  liat  8  nur:  nnd  thett  groeson  schaden  an  hneeren  und  thnmen. 
13.  8:  1342;  Br  überhaupt  nur:  Anno  1340  Jaoobi  erat  Beni  magna  inundatio. 
IS.  S:  1341;  E:  1314.    8:  SehSnenberg. 

1)  Orynau  am  obem  Zürchersee.  lieber  dieses  Tieffen  s.  Zürcher- 
chroD.  8.  41. 

2)  Letzteres  ist  nur  für  Qraf  Johann  I  von  Habsburg-Laufenburg 
richtig.  Graf  Diethelm  von  Toggenburg  hingegen  kämpfte  auf  Seite  der 
Zürcher,  gerieth  aber  in  Oefitngensehaft  und  wurde  hierauf  Ton  den  An- 
hängern des  gefallenen  Grafen  von  Habsburg  aus  Rache  ermordet;  s. 
Zürcherchron.  a.  a.  O. 

3)  Vgl.  Zürcherchron.  S.  42.  —  Der  entspr.  Abschnitt  in  8  ist  aus  der 
Augsburger  Weltchronik  und  aus  Etterlin  compiliert. 

4)  Rudolf  III  Ton  Nidau. 

5)  Der  entspr.  Abschnitt  in  S  stammt  aus  andrer  Quelle.  Doch  folgt 
am  SebloBs  genau  dasselbe  Datum  wie  hier. 

6)  Ueber  diese  Ueberschwemmung  vgl.  Kl.  B.  Annalen,  in  B.  Chron. 
V  56,  ferner  die  Deutsche  Golmarer  Chronik  z.  J.  1339. 

7)  Vgl.  Br:  Jacobi  (25.  JTuli),  und  ebenso  Kl.  B.  Annalen  a.  a.  O.  Diese 
Ueberschwemmung  geschah  nicht  1342,  wie  S  hat,  und  noch  weniger  1340, 
wie  £,  Br.  nnd  auch  Kl.  B.  Annalen  haben,  sondern  1343;  s.  Job.  t.  Winter- 
thur  S.  183,  und  Closener  in  Chron.  d.  d.  Städte  VIII  132. 

9)  Abgesehen  von  der  Jahrzahl,  so  stimmt  diese  Notiz  in  S  genau 
mit  Etterlin,  während  in  £  sich  ausser  der  Jahr  zahl  nur  das  Eingekl.  als 
Zusats  zum  Texte  Etterlins  findet.  Die  Jahrzahl  aber  lautet  bei  Etterlin 
1340,  in  S  1341,  und  in  E  1314.  Eine  Urk.  vom  11.  Oct.  1344  jedoch  er- 
wähnt die  Zerstörung  von  Landenberg  und  Schauenberg  als  etwas  erst 
kürzlich  Geschehenes;  s.  Schweizer.  Museum  I  62  u.  90.  Es  sind  somit  alle 
3  Jahrzahlen  yerschrieben  aus  1344,  indem  das  einzig  richtige  XLIV  bei 
Etterlin  in  XL,  in  8  in  XLI,  und  in  E  in  XIV  verstümmelt  wurde. 


252  GröBBere  Basier  Annalen. 

berg^)  zerbrochen   [von  denen  von  Zürich ,  von  einer  valschen 
mäntz  wegen.] 

NoT.?24l  L^*^^^]  ^^^  ^^^^  ^^  ^^^^  Kattrinnen  tag>)  fiel  die  Pfaltz 

[hinder  dem  münster]  zu  Basel  in  Rein. 

1347  [Br]  Anno  1347  Carolas  quartus  regere  incipiebat  etfactus  ^ 
est  Romanorum  rex^). 

1348  [M]  Anno  1348  sind  vast  all  Juden  verbrent  worden 
allenthalb,  usz  ursacht  das  sy  den  Cristen  die  brünnen  und 
söd  verfrifFtet  hatten^]. 

(1349)  °  ' 

^(Äi^il)  [^1^]  Uff  Mathie'^)   verbrandt  maus  z&  Zürich,   nach  wie- i« 

(134^  nacht  zu  Basel  ^),  zu  Augspurg  an  sant  Cecilien  tag^). 

1349  [K]  Anno  1349  ginghent  die  eirste  gheiseleren^),  und  was 
die  grosze  sterbet*]. 

Febr.^         \Pi  ^7  ^']  Auno  1350  an  sant  Mathis  oben  was  die  mortr 
nacht   ze  Zürich ,    und   ward    erschlagen   herr    Beringer   Ton  t» 
Landenberg  ^^). 

[D,  K,  Br]  Anno  1350  [im  summer]  viel  das  werok  uff 
Burg^^)  und  schlug  den  zem  Tolden^^)  ze  tod. 

1.  Du  EingeU.  erf.  ans  E  28.  3.  8:  1345;  D  und  Br:  1346.  4.  Das  Eü- 

gekl.  in  E,  D  und  Br.  10.  S:  UfF  Martiny.    M  and  S  haben  liiar  kein  Bain 

14.  D  nnd  K:  1351  an  sant  Kartins  oben;  Br:  1351  in  yigilia  Mathiae.  17.  Du 

Eingekl.  nur  in  K. 

1)  Beide  Burgen  lagen  Östlich  von  Winterthur,  nftmlich  Landenberg 
bei  Turbenthal,  und  Schauenberg  bei  Elgg. 

2)  Dieses  Datum  (25.  Nov.)  haben  alle  Hss. ;  vgl.  jedoch  KI.  B.  Annalen 
in  B.  Chron.  V  56 :  an  sant  Katherinen  abend  (24.  Nov.).  Wie  D  und  Br. 
so  hat  auch  letztere  Quelle  1346,  während  in  E  die  Jahrsahl  fehlt. 

3)  Wiewohl  Karl  IV  schon  1346  erwählt  wurde,  lässt  der  Verf.,  aU 
Basler  und  folglich  Anhänger  König  Ludwigs,  seine  Regierung  doch  erst 
nach  des  Letiteren  Tode  beginnen,  also  mit  1347.  —  Der  entspr.  Abschnitt 
in  S  stammt  aus  Carion. 

4)  Statt  des  Bisherigen  aus  M  beginnt  der  entspr.  Abschnitt  in  S  mit  einem 
Auszug  aus  Seb.  Francks  Zeitbuch,  an  welchen  sich  das  Folgende  aoBchliesst. 

5)  Genauer:  an  sant  Mathis  oben  (23.  Febr.  1349);  s.  Züreherchron.  S.46. 

6)  Genauer  am  16.  Januar  1349;  s.  Mathias  v.  Neuenburg  8.  160. 

7)  Augsburg  wird  auch  in  M  erwähnt  Doch  ist  in  S  das  beigefügte 
Datum  »an  sant  Cecilien  tag«  möglicherweise  ein  Zusatz  aus  der  gedr. 
Augsburger  Weltchronik. 

8)  Der  entspr.  Abschnitt  in  S  ist  aus  andern  Quellen  compiliert. 

9)  Vgl  B.  Chron.  IV  372  ff. 

10)  Der  entspr.  Abschnitt  in  S  ist  ein  Auszug  aus  Etterlin. 

11)  Ueber  das  städtische  Werkhaus  neben  der  St  JTohanneskapelie  am 
Münsterplatz  s.  B.  Urkb.  IV  144,  z.  J.  1342,  und  Wurstisens  Mflnster- 
beschreibung  i.  d.  Beitr.  XII  481.  Unter  »werckc  ist  hier  keinesfalls  das 
Haus  zu  yerstehen,  sondern  eher  eine  im  dortigen  Hof  aufgerichtete  Wurf- 
maschine. Ein  solches  Werk  wurde  1365  neu  erstellt;  s.  im  St  A.  die 
betr.  JTahrrechnung,  S.  15. 

12)  Vermuthlich  war   er    städtischer  Werkmeister.     Joh.  zum  Tolden 


1346-1354.  253 

[276]  *Anno  1350  veibran  Louffenberg  mer  den  halb  von  i35o 
dem  heilischen  feui^). 

[278]  Anno    1351  zügent  die    von  Basel   für  das  schlosz  i35i 
Blaumont^). 
3  [K]    Anno    1351    im   herbst    fieng   des    hertsoghen    land 

krieg  an^). 

[D,  K]  Anno  1352^)  branten  die  von  Zürich  Baden  in  der  j^^^^^^g 
wiennecht  nacht ^].     Morndes  an  sant  Steffans  tag*)  der  stritDec.  26 
beschach  vor  Baden  by  dem  galgen;  verlurent  zu  beden  siten 
:i»  vil  luten '). 

[279]  Anno   1354  an   dem  meytag®)   verbrand   die   Klein  ]^^ 
8tat  Basel,   und  mer  denn  30  menschen,  by  heitterem  schon- 
nem  tag. 

1.  S:  Loaffesb«!  mer.  4.  D  und  Br:  Blomont.  5.  K:  d«r  1i«rtioglieii  land. 

7.  Br:  in  noete  natiTitatis  domini,  dUnciüo  di«i  saaeti  Steplutni.  8.  D:  Morgens; 

K:  Mondes.  11.  E  und  D:  Anno  1354  z«  neigMidem  meyen. 

erscheint  urkundlich  schon  1324;  s.  im  St.  A.  die  Urk.  Klingenthal  No.  447. 
Vielleicht  aber  ist  hier  Peter  s.  T.  gemeint,  der  im  verlornen  Jahneitbuche 
von  St  Johanns  auf  Burg  erwähnt  wurde,  jedoch  ohne  Jahriahl;  s.  die  Aus- 
züge aus  diesem  Buche  bei  Ghristoff  Halter,  Hs.  P.  II  der  Vaterland. 
Bibliothek.  Das  Haus  aum  Tolden  oder  Dolder,  wonach  dieses  Geschlecht 
sich  nannte,  liegt  am  Spalenberg,  jetit  No.  11. 

1)  Vom  Blitz;  vgl.  Stumpf  XII  Gap.  6. 

2)  Von  einem  Zuge  gegen  Blochmont  im  Sundgaa  fehlt  aus  dieser  Zeit 
jede  urkundliche  Spur.  Hingegen  war  Basel,  als  Verbündete  des  Grafen 
Heinrich  von  Montb^liard,  bis  Februar  1355  in  Fehde  mit  Graf  Diebold  V 
von  Neuchätel  in  Burgund,  welchem  das  4  St  westl.  von  Pruntrut  gelegene 
Blamont  gehörte;  s.  den  Friedensschluss  vom  25.  Febr.  1355  bei  Matile, 
Monuments  de  l'histoire  de  Neuehätel  II  717  ff.  Dieser  Zug  von  1351  gegen 
Blamont  mag  also  su  dieser  Fehde  gehören. 

3}  Mitte  Sept  1351  zog  Albrecht  der  Lahme  selber  gegen  Zürich  zu 
Felde.  Doch  w&hrte  dieser  Krieg  fort,  nachdem  im  Nov.  der  Herzog  nach 
Wien  gezogen  war;  s.  Zürcherchron.  S.  56  und  Mathias  v.  Neuenburg, S.  201. 

4)  1352,  nach  dem  Jahresanfang  mit  Weihnachten  gerechnet.  —  In 
S  stammt  der  entspr.  Abschnitt  aus  Etterlin. 

5)  D.  h.  die  Zürcher  zogen  in  der  Nacht  nach  dem  Weihnachtstage 
aus  und  verbrannten  bei  Tagesanbruch  vor  Baden  die  ausserhalb  der  Stadt 
gelegenen  Bftder;  s.  Mathias  v.  Neuenburg  S.  201. 

6}  Das  Treffen  geschah  am  Abend  de8  26.  Dec;  s.  ebend.  »Morgens«, 
wie  D  hat,  ist  mithin  entstellt  aus  morndes,  wie  K  hat. 

7}  Ueber  eine  Stiftung  für  die  Gefallenen,  unter  denen  auch  Basler 
waren,  s.  B.  Urkundenb.  IV  200,  zum  28.  Mai  1354. 

8)  Vgl.  Kl.  B.  Annalen,  in  B.  Chron.  V  56:  an  dem  meigeabent 
;30.  April).  »Ze  ussgandem  meyen«,  wie  E  und  D  haben,  ist  also  jeden- 
falls entstellt  aus:  se  ingandem  meyen.  —  Ueber  die  Folgen  dieses  Bran- 
des s.  B.  Urkb.  IV  204,  zum  15.  Juli  1355. 


254  Orösiere  Basier  Annalen. 

juaM         Anno  1354  [s&  ussgandem  meyen,  am  sunnentag  se  nacht,]  ^ 
sügent  die  von  Basel  und  verbranten  Dyrmnach^). 
Anno  1354  fieng  die  eist  angsteimuntz  an'). 
[D,  Bi]  Anno  1354^)  waid  Zürich  belegert,  und  Iftgen  dar- 
Yor  80  tusent  man').  ^ 

i:^         [D,  Br]  Darnach  im  ersten  jar  ward  Karolus  keiser. 

[279»»]  ♦Anno  1355  rögent  die  von  Basel  für  Ylfurt«). 
oet"i8  t^»  ^']  Anno   1356  an  sant  Lux   tag  was  der  grosi  erd- 

bidem,  da  Basel,  Liestal  und  vil  Schlosser  verfielen  7). 

[280]  Und  in  der  gantzen  stat  fand  man  an  allen  thurnen  t> 
noch  grossen  buwen  kein  m&ren,   die  da  gantz  blipen  weren, 
sonder  all  zerspalten  und  zerfallen^). 

1.  SUtt  defl  EingftU.  aas  E  4t  ^  h»i  S  nar:  »m  lestaiL  Ug  meyena.  3.  Spüerer 

Zuflftti  in  E :  Dry  nQw«r  aiigst«rpf«iiiug  BMsler  mftntx  band  gthon  so  tU  als  2  8trasz- 
borger  pfesnig.  4.  D  and  Br:  1352  (LIl  statt  LIV). 

1)  Auf  einen  Sonntag?  fiel  1354  der  1.  Juni.  Der  letste  Mai,  wie  S 
hat,  ist  somit  nicht  die  richtige  Präzisierung  des  allerdings  unbestimmten 
Datums  in  £:  a&  usigandem  meyen,  am  sunnentag  se  nacht. 

2)  Dürmenach  a.  d.  HL,  1  St  nördl.  von  Pfirt. 

3)  Diese  Münse,  die  ihren  Namen  yon  dem  darauf  geprägten  Kopf 
oder  Angesicht  des  Bischofs  hatte,  erscheint  urkundlich  schon  136t;  a.  B. 
Urkb.  IV  236.  Die  sie  betreffende  Verordnung  aber,  im  Kothcn  Buche 
S.  31  (abgedr.  bei  Ochs  II  397),  trägt  kein  Datum,  und  wiewohl  sie  dort 
erst  1363  eingetragen  wurde,  so  ist  sie  doch  jedenfalls  älter  und  kaxm  da- 
her möglicherweise  schon  im  alten,  1356  beim  Erdbeben  yerbrannten  Buche 
gestanden  haben.  Sollte  nun  dennoch  in  unserm  Texte  die  JTahrzahl  13M. 
wie  sowohl  S  als  £  hat,  entstellt  sein,  so  kann  sie  doch  niemals  1362  ge- 
lautet haben,  sondern  wohl  höchstens  1359  stett  1354  (Villi  statt  TDIj, 

4)  Wiewohl  beide  Hss.  1352  haben,  so  zeigt  doch  der  nachfolgende 
Artikel  über  Karls  IV  Kaiserkrönung,  dass  hier  die  Belagerung  Zürichs 
yon  1354  gemeint  ist,  zu  welcher  auch  Basel  seinen  Zuzug  stellte;  s.  B. 
Chron.  IV  144,  A.  6. 

5)  Diese  Zahl  ist  jedenfalls  zu  hoch. 

6)  Ulfurt,  1  St.  nördl.  von  Altkirch.  Wurstisen  S.  175  nennt  als  Ziel 
dieses  Zuges  Illxach,  nördl.  von  Mülhausen.  Urkundlich  bezeugt  ist  jedoch 
aus  dieser  Zeit  einzig  die  Belagerung  von  Llsle  am  Doubs,  deutseh  »ler 
lle«,  4  St.  wesü.  von  Montb^liard;  s.  B.  Urkb.  IV  221  und  B.  Chron.  IV  Hi 
A.  6.  Diese  Belagerung,  deren  genaues  Jahr  vor  1357  wir  nicht  kennen, 
könnte  möglicherweise  noch  zu  jener  Fehde  gehören,  in  welcher  auch  BIa- 
mont  belagert  wurde,  und  die  mit  dem  Frieden  vom  25.  Febr.  1355  ihr 
Ende  fand;  s.  oben  S.  253,  A.  2.  Sollte  nun  lilfurt  oder  lUzach  entstellt 
sein  aus  >zer  lle«,  so  könnte  allerdings  diese  Belagerung  nur  im  Janaar 
oder  Februar  1355  stattgefunden  haben,  oder  die  Jahrzahl  müsste  Ter- 
sehrieben  sein  aus  1354  (LV  aus  LIV). 

7)  In  S  ist  der  Anfang  des  entspr.  Abschnitts  compiliert  aus  Closener 
und  den  Basler  Zusätzen  zur  Sachs.  Weltchronik,  woran  sich  dann  das 
Folgende  anschliesst. 

8)  In  S  folgt  hier  weiter  noch  ein  Auszug  aus  den  B.  Zus.  zur  Sachs. 
Weltchronik;  s.  B.  Chron.  IV  370  ff. 


1354^1366.  26b 

[Br]  Anno  domini  1358,   exaltationis  eanctae  crucis,  9UG"^^|4 
dam  navis  nautae  ^)  negligentia  in  parte  Majoris  civitatis  Basi- 
liensis  pontem  Reni  cum  parte   anteriori  tetigit,   quo  impetu 
fracta,  plus  quam  200  peregrini  naufragio  perieie. 

[282]  *Anno  1364  an  sant  Niciaus  abent  fieng   der  kaltü^Ui« 
winter  an  und  weret  bisz  an  ostertag^).  10^24 

[Dy  K,  Br]  Anno  1365  machtent  die  von  Basel   das  gross  i365 
ungelt  und  Schätzung  3). 

[282^]  *Anno  1365  jar^)  kament  in  das  Elsas  in  dem 
loheumonat,  yor  Margrette^},  die  Engellender  und  Brittanier,  }J|[{  ^^ 
40  000  KÜ  rosz  und  ftisz^^],  und  kämmen  für  Zäheren  nider 
bisz  Straszhurg^],  und  heruff  umb  Straszhurg  bisz  gen  Colmar. 
Da  yeibrantens  und  verwüstentzs  alle  ding,  und  fiengen  wih 
imd  man,  und  schatztend  die  umb  ir  gut.  Und  wer  nut  s& 
1:.  geben  hatt,  den  schlügen  sy  zu  todt,  und  was  fromer  frouwen 
und  dochteren  sy  funden,  die  notzogentden  sy.  Und  flirent 
darnach  für  Mumpelgart  widerumb  heim^).  Und  lagen  die 
Engellender  3  wüchen  im  land*). 

5.  S:  13(»  (Y  stoit  lY).       7.  AUe  Hu:  1370  (LXX  sUtt  LZV).        17.  8:  iridtniab  hism. 

i;  £i  hiesfl  Ulrich  Boche  und  war  yon  Zürich;  s.  Wuxstiflen  S.  177. 

2)  D.  h.  vom  5.Dec.  1363  bis  Ostern  1364;  TgL  B.  Chron.  V  57. 

3)  Neben  dem  herkömmlichen  Wein-  und  Mühlenungeld  erhob  der 
Rath  1365  das  »neue  grosse  Ungeld«,  welches  bis  1375  unverfindert  bei- 
behalten wurde;  s.  die  Jahrrechnungen  von  1365  bis  1375.  Wegen  der 
grossen  Lasten,  welche  der  Stadt  aus  den  Folgen  der  bösen  Famacht  er- 
wuchsen, wurde  hierauf  im  Sept.  1376  diese  Steuer  aufs  neue  erhoben, 
jedoch  nur  bis*  1379;  s.  das  Wochenrechnungsb.  S.  151,  zum  27.  Sept.  1376, 
und  die  Jahrrechnungen  von  1377  his  1379,  S.  62,  66  u.  72,  ferner  das 
Stenerhueh  von  1377  und  den  datumlosen  Rathsbeschluss  im  Bd.  St  91  No.  2, 
S.  40,  der  seinem  Inhalte  nach  nur  ins  Jahr  1376  gehören  kann.  VgL  auch 
Heusler  S.  235  ff.  und  Schönberg  S.  129,  A.  2.  Das  Jahr  1370,  wie  alle  Hss. 
haben,  und  dem  auch  Wurstisen  S.  184  folgt,  ist  also  jedenfalls  irrig  und 
scheint  entstellt  aus  1365. 

4)  In  S  folgt  hier  ein  kurzer  Zusatz  aus  Königshofen  VIII  486. 

5)  Vgl.  Mathias  v.  Neuenburg  S.  214  und  Königshofen  a.  a.  O.,  wo- 
nach sie  schon  am  5.  Juli  vor  Strassburg  erschienen.  Das  Datum  im  Texte 
mag  sich  daher  auf  ihr  Erscheinen  vor  Colmar  und  überhaupt  im  Obern 
Elsasa  beziehen;  vgl.  Basels  Brief  vom  22.  Juli  an  Strassburg,  in  Schilters 
Anmerkungen  zu  Königshofen,  S.  891. 

6)  Diese  Zahl  hat  auch  Königshofen  VIII  486. 

7)  D.  h.  über  die  Vogesen  nach  Zabem  herab  und  bis  Strassburg. 

8)  Vgl.  Annales  Fairisienses,  in  B.  Chron.  IV  377,  wonach  sie  hinter 
Masmünster  über  die  Vogesen  sogen.  —  In  S  folgt  hier  ein  Zusatz  aus 
Königshofen  VUI  489. 

9)  Vgl.  Königshofen  a.  a.  O.,  wonach  sie  im  Qanien  im  Elsass  4  Wochen 
blieben,  nimlich  vom  4.  Juli  bis  Ende  des  Monats.  Ihr  Aufenthalt  im 
Obern  Elsass  mochte  somit  allerdings  3  Wochen  wihren. 


256  Grössere  Basler  Annalen. 

Aprii^  [282]  *Aniio  1366  uff  den  hochen  dornstag  aügent  die  von 

Basel   gen  Brisach  ^),   wider  graff  Eggen  von  Friburg'),  und 
April  3  kamen  am  stillen  fritag  wider  heim. 

[D]  Anno  1366  ward  die  bürg  z&  Fryburg  im  Briasgouw 
zerbrochen*). 

voroctie  i'^^^^]  Anno   1367   vor  sant  Gallen  tag*)   sügent  die  von 

Basel  mit  dennen  von  Nuwenburg  und  Brisach  für  Endingen, 
zu  hilff  dennen  von  Friburg^)  wider  graff  Eggen  von  Fribu^. 
Ort.  18  Und  uff  sant  Lux  tag  da  beschach  der  streitt,  und  wurden  die 
stet  geschlagen,  und  verlürend  die  von  Basel  ir  panner  ^).  Dar- i  < 
nach  ward  die  sach  vertragen^),  und  haben  die  von  Friburg 
sich  der  eigenschafft  von  graff  Eggen  abkoufft  mit  20  000  marck 
Silbers,  von  wellichem  gelt  koufft  graff  Eggk  von  Friburg  die 
herschafift  Baden  willer  ^). 

1.  Ä:  1365  (V  sUti  VI).  6.  S:  uff  sant  Oallen  tag;  D  and  B:  Tor  s.  OaUra  tag 

7.  D:  gen  Endingen,  und  f&rent  dannen  an  sant  Lux  tag  mit  schaden;   Br:  ad  Eadin- 
gen,  et  reverri  sunt  circa  Galli,  nt  potuenint. 

1 )  Vgl.  B.  Chron.  IV  18. 

2)  Egon  VII.    Ueber  die  Ursachen  dieses  Zuges  s.  B.  Chron.  V  57. 

3)  Im  April  oder  Mai  d.  J. ;  s.  ebend.  S.  58,  A.  2.  Es  wurde  hierauf 
am  25.  Juni  ein  Friede  geschlossen,  der  jedoch  nicht  lange  währte;  s.  B. 
Urkb.  IV  277.  —  Der  entspr.  Abschnitt  in  S  stammt  aus  Königshofen 
IX  793. 

4)  Ueber  diesen  Zug  vgl.  B.  Chron.  IV  428  ff. ,  V  58  und  KönigahofeD 
1X794. 

5)  Die  hier  genannten  Städte  hatten  sich  schon  1356  verbündet  und 
1365  dieses  Bündniss  erneuert;  s.  B.  Urkb.  IV  206  ff.  u.  266 ff. 

6)  Ueber  dieses  Fanner,  welches  1548  wieder  nach  Basel  gelangte  und 
sich  jetzt  im  Histor.  Museum  befindet  s.  B.  Jahrbuch  1882,  S.  232  ff.  Ueber 
die  gefangenen  Basler  s.  B.  Urkb.  IV  301. 

7)  Am  30.  Man  1368;  s.  B.  Urkb.  IV  299  ff.,  oder  vollständiger  im  Frei- 
burger Urkb.  I  512  ff. 

8)  D.  h.  die  Stadt  Freiburg  musste  dem  Grafen  15000  Mark  sahlen 
und  überdiess  um  25000  Gulden  die  Herrschaft  Badenweiler,  welche  Graf 
Konrad  von  Fürstenberg  1364  durch  Erbschaft  erlangt  hatte,  dieaem  ab- 
kaufen, um  sie  dem  Grafen  von  Freiburg  absutreten;  s.  den  Frieden  vom 
30.  MäTE  und  den  Kaufbrief  vom  13.  April  1368,  beide  im  Freibnrger 
Urkb.  I  512  u.  529  ff.  Da  um  diese  Zeit  auf  1  Mark  6  Gulden  giengen,  so 
machten  zwar  25000  Gl.  noch  keine  5000  Mark.  Jedoch  musate  Freiburg 
wegen  Badenweiler  noch  weitere  Zahlungen  leisten,  so  dass  im  Ganzen  die 
Summe  von  20000  Mark  wohl  erreicht  werden  mochte;  s.  B.  Urkb.  IV  302 
und  vgl.  B.  Chron.  V  60,  A.  6.  —  In  S  folgt  hier  zunächst  aus  Königshofen 
IX  795  die  Nachricht,  dass  die  Freiburger  diese  Summe  theüweise  von 
Herzog  Leopold  von  Oestreich  entlehnten,  und  weiter  noch  folgender  Zu- 
satz, der  wohl  von  Schnitt  selber  herrührt:  Das  uberig  gelt  namen  sy  utf 
umb  jerlich  zinsz  von  dennen  von  Bern;  wellichs  sy  widerumb  abgelöst 
band  anno  1532. 


1366—1871.  257 

"^Anno  1368  veibranten  die  von  Bern  Munster  im  Gran-}}J<^7) 
wald  !)•  ''•    ^ 

[284]  Anno  1370  gefror  der  win  an  reben^).  1370 

[283^]  *Anno  1368  ward  Altkilch  von  den  Walhen  ver-(i37i) 
:>  Stollen  3). 

[D,  Br]  Anno  1371  ward  Ystein  zerbrochen  von  dem  ertz- 1371 
priester,  herr  Wemher  Schaler^). 

[284]  Anno  1371  engend  die  von  Basel  mit  dem  bischoff 
von   Veiand  für  Blauwenstein,    und  lagen  darvor  6  wuchen 
ound  3  tag^). 

3.  S:  1371;  K:  13^0. 

6.  D  und  Br:  Anno  MCCC. 

1)  Die  Verheerung  von  Moutier-Grandyal,  in  der  Fehde  Berns  mit 
Johann|Ton  Vienne,  dem  Bischoff  Ton  Basel,  geschah  um  "Weihnachten  1367, 
also  nach  damaligem  Jahresanfang  1368;  s.  Jnstingers  Bemerchronik 
S.  133. 

2)  Wie  K  so  haben  auch  aUe  sonstigen  Quellen  1370;  ygl.  B.  Chron. 
V  59  und  Züreherohron.  S.  81. 

3)  YgL  B.  Chron.  V  59,  wonach  der  UeberfaU  dieses  östreiehischen 
Städtchens  durch  Ingelram  von  Couey  am  22.  August  1371  geschah.  Letxtere 
Jahrxahl  verdient  den  Vorzug  vor  1368,  wie  S  hat,  zunächst  schon  weil 
üoney  noch  im  Oct  1368  von  Herzog  Leopold  eine  Zahlung  von  2000  Gl. 
empfieng,  noch  mehr  aber  weil  in  dem  Bündniss,  welches  Leopold  am 
14.  Januar  1370  mit  Basel  schloss,  Altkirch  noch  als  ein  thatsächlich  in 
seinem  Besitz  befindlicher  Ort  erscheint;  s.  B.  Urkb.  IV  308  u.  317.  Ver- 
muthlich  wurde  die  Jahrsahl  1371  zuerst  entstellt  in  1369  und  dann  weiter 
in  1368  (LXXI  in  LXIX,  dann  LXVHII  in  LXVni). 

4)  Die  in  D  und  Br  verstümmelte  Jahrsahl  ist  jedenfalls  in  1371  zu 
ergänzen.  Denn  im  August  d.  J.  erscheint  W.  Schaler,  der  spätere  Gegen- 
bischof, im  Bunde  mit  Henmann  von  Beohburg  und  Andern  in  offener 
Fehde  gegen  Bischof  Johann,  und  schon  im  April  wurde  ein  Ungenannter 
SU  Kirehen  verhaftet  und  nach  Basel  geführt,  weil  er  Istein  an  die  Feinde 
des  Bischofs  verrathen  hatte;  s.  Trouillat  IV  723  u.  315,  femer  Fester, 
Regesten  d.  Markgrafen  von  Baden  I  No.  h  715.  Jedoch  wurde  Istein  damals 
nicht  zerstört  Denn  W.  Schaler  behauptete  sich  im  Besitz  dieser  Burg 
bis  zum  13.  Mai  1372,  wo  sie  von  den  Baslem  eingenommen  wurde,  um 
fortan  mehrere  Jahre  lang  deren  Ffandbesitz  zu  bleiben;  s.  B.  Chron.  IV 19, 
A.  3.  Nachdem  aber  Bischof  Johann  1373  mit  Schaler  Frieden  geschlossen, 
gab  er  am  12.  Dec.  d.  J.  seine  Einwilligung,  dass  Letzterer  das  Pfandrecht 
über  die  Burg  von  Basel  wieder  auslöste;  s.  B.  Urk.  IV  357  ff.  u  371. 

5)  Ueber  diese  Burg  s.  B.  Chron.  IV  25,  A.  2,  u.  V  147.  lieber  diesen 
Zug,  der  in  der  zweiten  Hälfte  von  1371  geschah,  s.  im  St  A.  die  Jahr- 
rechnung von  1371,  S.  37.  Ueber  die  Fehde  Bischof  Johanns  mit  Butsoh- 
mann  von  Blauenstein  s.  den  Friedensvertrag  vom  23.  März  1373,  im  B. 
Urkb.  IV  S55.  Doch  wurde  Basel  noch  1374  wegen  Blauenstein  von  mehre- 
ren EdeUeuten  befehdet;  s.  Leistungsb.  I  69. 

Btder  Cluomkfln.    YL  17 


258  Grössere  Basier  Annalen. 

1372         Anno  1372^)  branten  die  von  Mumpelgart  umb  Basel ^). 

(1372?)  '''Anno  1371  verbran  die  stat  Zug  in  Eydgnossen^). 

(Juni  1)         '^Ajino  1372  uff  den  ersten  tag  heumonatz^}  kam  vor  der 
sonnen  u%ang  zu  Basel  ein  grosser  erdbidem^),  und  fiel  sant 
Jörgen  stenny  bild  ^)  von  dem  munster,  und  yil  grosser  quader-  ^ 
stein. 

Angiut  [284^]  Anno  1372  im  augusto  galt  ein  mass  wein  1  s.'' 
[des  gelts,  da  13  s.  ein  gülden  teten]^).  Darnach  im  herbst^; 
da  galt  im  Elsas  4  masz  wein  1  d.,  und  ein  halber  som  1  s.  ^^j. 

'^Anno  1372  verbran  die  stat  Stein  am  Bodense  ob  Schoff-i^ 
hussen^^). 

1.  8  u.  D:  1371 ;  Br:  1377  (VH  statt  n).  7.  B:  V  s.;  D  a.  Br:  1 1.  —  Du  Eingckl 

erg.  au  D  a.  Br.  9.  Alle  Hss:  V  man  (statt  lY). 

1)  Sowohl  1371  in  S  ^s  1377  in  Br  sind  entstellt  aus  1372.  Denn 
in  Br  folgt  unmittelbar,  als  ein  Ereigniss  desselben  Jahres  (illius  anni, 
ein  aussergewöhnlicher  Weinpreis,  welcher  nachweisbar  ins  Jahr  1372  ge- 
hört; s.  unten  Anm.  9. 

2)  Graf  Steffan  von  Montb^liard  hatte  sich  schon  im  Sept  1368  mit 
Ingelram  von  Coucy  verbflndet,  und  ihre  Fehde  gegen  Oestreich  begann 
spätestens  1369  und  währte  bis  1375;  s.  Tuefferd,  Histoire  des  comtei  de 
Montb^liard,  S.  177  ff.,  auch  B.  Chron.  V  58,  u.  vgl.  oben  S.  257,  A.  3.  In 
dieser  Fehde  aber  hatte  Basel  schon  1369  Oestreich  Hilfe  geleistet,  und 
am  14.  Januar  1370  hatte  die  Stadt  mit  Herzog  Leopold  ein  förmliches 
Bündniss  bis  zum  April  1372  geschlossen;  s.  B.  Chron.  a.  a.  O.  und  B.  Urkb. 
IV  316  ff. 

3}  Diese  Nachricht  finde  ich  nur  indirekt  bestätigt  durch  die  Zur- 
cherchron.  S.  83,  i.  d.  Anm.,  z.  J.  1372 :  Damach  geschach  grosser  schad  in 
8  stetten  von  brand  und  von  grosse  der  wasser. 

4)  Sollte  heissen:  braohmonatz;  y gl.  Königshof en  IX  864,  und  Klin- 
genberg S.  103  L  d.  Anm. 

5)  Das  Folgende  findet  sich  in  lateinischer  Uebersetzung  auch  in  der 
Hs.  K,  jedoch  dort  nur  als  Zusatz  zu  der  in  Anm.  4  erwähnten  Stelle  w& 
Königshofen;  s.  B.  Chron.  V  42. 

6)  An  seine  Stelle  trat  das  noch  jetzt  yorhandene  Bild. 

7)  Statt  des  Eingekl.  folgt  in  S.  ein  Zusatz  aus  Königshofen  IX  S69. 

8)  Der  Guldencurs  schwankte  in  Basel  1372  zwischen  IIV2  ^  ^^^ 
stieg  aber  schon  1374  auf  14  s;  s.  im  StA.  die  Jahrrechnungen. 

9)  Vgl.  XI.  B.  Annalen,  in  B.  Chron.  V  60,  wonach  die  Weinpreisc 
allerdings  schon  im  Herbst  1372  bedeutend  sanken,  jedoch  so,  dtM  der 
hier  erwähnte  billige  Preis  yon  2  s  für  den  Saum  (96  Mass]  erst  1373  eintnt. 

10)  Wenn  V2  Saum  (48  Mass)  1  s  oder  12  d.  galt,  so  ergeben  sieh  für 
I  d.  nur  4  Mass.  Es  erscheint  daher  V,  wie  alle  3  Hss.  haben,  entstellt 
aus  rV,  während  umgekehrt  bei  Wurstisen  S.  185  dieses  IV  in  VI  ent- 
stellt ist 

11)  Diese  Nachricht  finde  ich  nirgends  bestätigt.  Vielleicht  aber  ist 
hier  Stein  a.  Rh.  yerwechselt  mit  dem  nahen  Diessenhofen,  welches  g^^Q 
Ende  1371  abbrannte;  s.  Thommen,  Urk.  z.  Schweizergesch.  11 14  u.  17. 


1372—1374.  259 

^Anno  1372  verbran  Schoffhussen  i).  1372 

Anno  1372  fiel  ein  grosser  söhne  am  pfinstabent,  das  er  lui  15 
die  bom  niderstruckt^). 

Anno    1373     am    osterabent    gebar    ein    küg    z&    ^^^ipriiie 
&  dicken  by  Zürich  ein  kalb,  was  ein  halber  hirtz  und  ein  halb 
kalb,  einnem  buren  hiesz  Bertschin  Falckner. 

[D,  K,  Br]  Anno  1373  gieng  2&  Basel  die  miintz  usz  mit 
den  sieben'). 

[D,  Br]  Anno  1373  [in  septembri]  was  Mulberg  der  schft-  sept. 
lömacher^)  in  der  Kleinen  stat  Basel,   liesz  im  [in  estuario]  uff 
ein  tag  60  schrepffhfirnlin  ansetzen. 

[285^]  Anno  1374  am   drytten  tag  jenners  was  der  Rein  J^% 
so  grosz,  das  er  zu  Basel  an  der  brücken  zwey  joch  hinweg 
f&rt^];  [mfist  man  in  schiffen  über  Bin  faren]®). 
IS  [290]  Und  des  selbigen  jars  ^)  ward  der  Birsich,  der  durch 

die  stat  gat,  also  grosz,  das  man  mit  weidlingen  an  dem  Fisch- 
marck  und  am  Kommerck  für;  euch  gieng  der  Birsich  über 
den  Stockbrunnen  am  Kommerck. 

3.  K:  niderbiaelL  4.  S:  D«jttieken;  £:  Wiedieken.  6.  8:  BercUn;  E:  Bari-  , 

•chiiL  7.  D  n.  K:  1372;  Br:  1373.  9.  n.  10.  Dm  EingeU.  erf.  ans  Br. 

14.  Dm  EingeU.  erg.  aas  E. 

1)  Am  6.  Mai  d.  J.;  s.  Stumpf,  Schweixerchron.  V  cap.  17. 

2)  VgL  KL  B.  Amialen,  in  B.  Chron.  V  61. 

3)  8t&bler,  mit  dem  BiBchoÜEiBtabe,  waren  schon  früher  geprftgt  worden, 
bis  1354  an  ihre  Stelle  die  Angster  getreten  waren;  s.  oben  S.  254.  Nach- 
dem aber  Bischof  Johann  im  März  1373  das  Münsrecht  an  die  Stadt  ver- 
pfändet hatte,  ersetite  der  Bath  den  Bischofskopf  wieder  durch  den  Basel- 
stab, der  zugleich  das  städtische  Wappen  darstellte.  Ueber  diese  Verpfän- 
dung 8.  B.  Urkb.  IV  342  ff. 

4)  Wohl  mit  Hecht  yermuthet  Wurstisen  S.  201  in  diesem  Schuster 
den  Vater  des  spätem  Fredigermönchs  Johann  von  Maulburg;  ygl.  Gerung, 
Bl.  xb,  z.  J.  1403. 

5)  Genau  mit  demselben  Datum  findet  sich  diese  Nachrieht  auch  in 
E,  BL43,  und  sie  wird  bestätigt  durch  das  älteste  Wochenrechnungsb. 
S.  71  ff.  Nun  hat  aber  S  auf  BL  290  dieselbe  Nachricht  nochmals,  nämHch 
zum  9.  Januar  1378,  und  dem  entsprechend  erwähnen  sowohl  Stumpf  Xu 
Cap.  28  als  Wurstisen  S.  186  u.  191  diese  Zerstörung  der  Rheinbrücke 
zweimal,  zum  3.  Januar  1374  und  zum  9.  1378.  Jedoch  finden  wir  eine 
solche  zweite  Zerstörung  durch  keine  ältere  Quelle  bestätigt  Wohl  aber 
kann  1378  entstellt  sein  aus  1374  (VIII  aus  Vmi,  und  dieses  aus  IIII), 

und  ebenso  der  9.  Januar  aus  dem  3.  (Villi  aus  VIII,  und  dieser  aus  III).  ' 

6)  Bis  Mitte  Mai  wurde  der  Verkehr  durch  eine  Fähre  Termittelt;  s. 
Wochenrechnungsb.  a.  a.  O. 

7)  In  S,  Bl.  290,  und  ebenso  in  M,  folgt  diese  Nachricht  unmittelbar  i 
auf  die  irrigerweise  z.  J.  1378  datierte  Zerstörung  der  Bheinbrücke;  Tgl.  i 
oben  Anm.  5. 

17* 


260  Grösiere  Basler  Annalen. 

1374         Disz  jais  regnet  es  als  vil,  das  es  nie  über  Ewen  tag  schon 
Aug.  was,  und  im  ougsten  ward  es  schon;  und  kämmen  funff  grosser 
Rein  uff  einanderen  ^). 

[285^]  *Anno  1374  veibranten  die  von  Basel  das  scUosi 
Pfeffingen').  5 

Anno  1374  verbranten  die  von  Basel  das  schloaz  Hassen- 
burg^].  Und  was  burgermeister  her  Hartman  Bott,  und  der 
▼on  Erenfels  zunStmeister  ^). 
Febr.  28  [286]  Anuo  1374  am  zinstag  nach  Mathie  im  homung 
ward  ein  kMerknecht  z&  Basel  erhenckt^);  der  hat  gestSllenn 
Moyses  SchAnkind  und  Pettei  Agstein,  warend  beyde  wezelei 
z&  Basel  ^].  Da  erwürben  die  kftffer  und  zymmerlutt^  an  her 
Burckharten  München  von  Lantzkron  dem  alten  ^),  das  er  innen 
vergunnen  wolt  in  herab  zu  schniden  lossen;  dan  er  des  selbigen 
jars  richter  über  das  bl&t  was  ^).     Also  ward  es  innen  erloupt  n 

8.  8:  Toa  Onmenfela;  E:  von  Blnnfela.  11.  8:  Fetter  Angateüi. 

13.  8:  lAntxkoni. 

1)  Vgl.  M.  T.  Neuenburg  S.  215,  der  b.  J.  1374  drei  BheingrösseD  er- 
wShnt,  nftmlich  Eum  6.  und  21.  Januar,  und  sum  14.  Februar. 

2)  Dieser  Zug,  für  den  ich  kein  urkundliches  Zeugniss  kenne,  gehört 
vermuthlich  zur  (Fehde  dieses  Jahres  zwischen  Bischof  Johann  und  der 
Stadt  Basel;  über  diese  s.  B.  Chron.  IV  19,  A,  7,  femer  Heusler  8. 272£ 
Da  in  dieser  Fehde  Strassburg  den  Baslem  bewafihete  Hilfe  leistete,  so 
mag  sich  auf  diesen  Zug  gegen  Pfeffingen  auch  die  £nt8ch&digung8ford^ 
rung  Graf  Walraffs  d.  filtern  Ton  Tierstein  an  Strassburg  beziehen,  Ober 
deren  Befriedigung  zwischen  letzterer  Stadt  und  Basel  bis  1383  ein  Streit 
sich  hinzog;  s.  B.  Urkb.  V  19  ff. 

3)  Ueber  diesen  Zug  s.  B.  Chron.  IV  20,  femer  im  Woohenreehnungsb. 
S.  93  ff.,  zum  7.  u.  14.  Oct  d.  J. 

4)  Hartmann  Freuler  yon  Ehrenfels;  s.  B.  Chron.  V  554,  wo  er  bei  der 
Neuwahl  von  1375  als  Alt-Oberstzunftmeister  erscheint. 

5)  Er  hiess  Hannemaxm  Röteler  imd  war  Fassbinder;  s.  seine  U^ 
fehde  im  Leistungsb.  I  64i>. 

6)  Thflring  Schönkind,  gen.  Moyses,  mochte  wohl  früher  Qeldwechaler 
gewesen  sein.  Seit  1362  jedoch  trieb  er  kein  Geschäft  mehr,  sondern  sa» 
im  Rath  ab  Aohtbürger.  Peter  zum  Agstein  hingegen,  damals  Bathsherr 
der  Zunft  zum  Bären,  blieb  Wechsler  bis  1378,  wo  er  Achtbürger  wurde; 
s.  B.  Chron.  V  549  ff. 

7]  Beide  Handwerke  gehörten  zur  Zunft  der  Maurer  und  Zinunerleute. 

8)  Ueber  B.  MOnch  d.  altem,  welcher  am  25.  April  1376  starb,  a  6. 
Chron.  IV  18,  A.  1,  und  Trouillat  IV  746. 

9)  Als  königlicher  Vogt,  der  über  das  Blut  zu  richten  hatte,  erscheint 
er  schon  1359;  s.  Heusler  S.  199,  A.  3.  Noch  kurz  yor  seinem  Tode  scheint 
er  auf  dieses  Amt  zu  Gimsten  Herzog  Leopolds  verzichtet  zu  haben. 
Denn  am  21.  Januar  1376  wurde  letzterer  durch  Karl  IV  mit  der  Vogtei 
belehnt;  s.  B.  Urkb.  IV  384.  —  Ueber  die  Befugnisse  des  Vogts  imXIV Jah^ 
hundert  s.  Heusler  S.  200  u.  210. 


1374.  261 

Also  tr&gen  die  küffei  und  zymerlut  ein  tottenbom  mit  innen 
hinusz  under  den  galgen^).  Und  da  der  dieb  erhenokt  ward, 
das  man  in  herab  mftcht  nemen,  wenn  man  wolte,  da  gieng 
der  hencker  die  leytteien  herab  und  sprach  zu  Juncker  Hugen 

5  Marckschalck,  der  des  selbigen  jars  vogt  was  2),  und  zu  den 
lathsbotten ') :  hab  ich  recht  gericht?  Do  sprach  der  yogt  und 
mengklich:  du  hast  recht  gericht^  Und  ward  der  hencker  von 
den  ktfferen  erbetten,  das  er  wider  die  leitteren  uff  gieng  und 
in  abnem,  und  in  die  leitteren  harab  liesz.     Da  ward  er  in 

»den  bom  geleit,  und  ward  getragen  z&  sant  Elszbetten^)  zu 
Basel.  Und  do  man  in  in  das  grab  wolt  legen,  do  rürt  er 
sich  in  dem  bom.  Da  ward  der  bom  uffgebrochen,  und  nam 
man  in  herusz  und  fCirt  in  in  Steinnencloster.  Die  mer  kam 
bald  in  die  statt  ^).    Da  nam  der  vorgenant  Petterman  Agstein 

15  der  wexler  ein  schwort  *),  und  gieng  uff  den  Nadelberg  in  des 
hencker  husz^).  Da  sasz  der  hencker  ob  tisch;  do  stach  er 
in  an  der  stat  zft  todt.  Und  ward  der  hencker  in  den  totten- 
bom, darin  der  dieb  gelegen  was^),  geleit,  des  geliehen  in  dem 
selbigen  grab  vergraben. 

1.  8:  die  konffer  und  symerhit  ein  toitendbom.  3.  S:  wenn  w»  woltte. 

&  8:  s&  dem  rathsbotten.  8.  8:  Ton  den  koofferea.  14.  8:  Pettenaann 

Aüfenatein. 

1)  Der  Galgen,  ursprünglich  vor  dem  St  Johannthor  gelegen,  stand 
seit  Anfang  des  XIV  Jahrhunderts  auf  dem  Qellert,  vor  dem  St.  Alban- 
thor;  8.  B.  Urkb.  IV  245  £ 

2)  D.  h.  Unterrogt  oder  Stellvertreter  für  B.  Münch,  da  dieser  das 
Amt  nicht  selber  ausübte;  H.  Marschalk  erscheint  als  Edelknecht  schon 
1348,  als  Unterrogt  1367  bis  1376;  s.  Brückner  IX  984  u.  Heusler  S.  200, 
A.  1.  Vielleicht  ist  er  derselbe  H.  M.,  welcher  1394  als  Bitter  starb;  s. 
Wurstisen  S.  220. 

3)  Die  Baihsglieder.  W&hrend  der  Vogt  im  Blutgerichte  den  Vorsitz 
filhrte,  gab  der  gesanmite  neue  Rath  des  betr.  Amtsjahres  als  Beisitzer 
das  Urtheil;  s.  Heusler  S.  148. 

4)  Diese  Kapelle,  an  Stelle  der  jetzigen  Kirche  d.N.,  war  bis  1401 
die  Oottesackerkapelle  der  St  Ulrichsgemeinde,  deren  Sprengel  sich  mit 
der  jetzigen  St.  Elisabethengemeinde  deckte,  während  ihre  Pfarrkirche  St. 
Ulrich  ausserhalb  dieses  Sprengeis  lag,  n&mlich  in  der  inneren  Stadt,  an 
der  Bittergasse;  s.  Joh.  Bemoulli,  im  B.  Jahrb.  1894,  S.  241. 

5)  Die  innere  Stadt,  im  Gegensatz  zu  den  Vorstädten,  wo  St  Els- 
bethen  und  das  Steinenkloster  lagen. 

6)  Schon  1368  war  er  für  1  Jahr  verbannt  worden,  weil  er  einen 
Zimmermann  verwundet  hatte;  s.  Leistungsb.  I  33. 

7)  Schon  1424,  und  yon  da  an  bis  ins  XIX  Jahrhundert,  wohnte  der 
Henker  auf  dem  Kohlenberg;  s.  die  Urk.  yon  1424  im  St.  A.,  Spital,  No.  378. 
Vermuthlich  wohnte  er  dort  schon  im  XIV  Jahrhundert,  und  so  könnte 
>Nadelberg«,  wie  S  und  M  haben,  entstellt  sein  aus:  Kolenberg. 

8)  Der  Dieb  wurde  nachher  auf  ewig  aus  der  Stadt  verbannt  und 
schwur  deshalb  Urfehde;  s.  Leistungsb.  I  64^. 


262  Grössere  Haider  Annaleo. 

iiifg  [286^]  Anno  1374  uff  zinstag  nach  crucziSy  was  dei  9.  tag 

meyens^},  ward  zu  Basel  ein  Jude  gehenckt  an  die  fCisz,  und 

Mai  11  zwen  hund  neben  im^).  Am  dritten  tag  begeit  er:  man  solt 
in  an  halsz  hencken  wie  ein  Crist,  dan  er  begerte  Cristen  zu 
werden  und  beerte  nit  by  leben  zti  blipen.  *Dnd  als  vil  ^ 
pfaffen  und  begynen  zä  im  hinusz  giengen  und  sy  in  tag  und 
nacht  verh&tten,  do  begert  der  Jud,  das  man  in  touffen  wolle. 
Das  thett  der  lippriester  zu  sant  Albann,  und  band  ein  gelten 
mit  Wasser,  das  er  vor  under  dem  galgen  gesegnet  hatt,  und 
reicht  mit  einner  Stangen  hinuff  und  tauffet  in  am  galgen.  i ' 
Item  er  bat  ouch  umb  das  sacrament^];   das  ward   im  ouch 

Mai  21  geben.  Und  hieng  also  13  tag^);  da  was  der  pfinstag.  Da 
gieng  die  frouw  von  Botzenhussen^)  sampt  anderen  wibberen 
vom  adel  und  sunst,  und  namen  in  ab  dem  galgen,  und  hütten 
sinne  under  dem  galgen  über  nacht.  Und  alsz  fil  wurm  inis 
sinnem  lib  und  in  sonders  in  den  gemechten  gewachssen  wa- 
rend,  die  grublenten  sy  herusz  mit  nadlen  und  guffen,  und 
wüschen  in  mit  win.  Und  als  man  das  thor  uffthett®),  trügen 
sy  in  den  graben  umb  zum  Crutze^)  in  ein  husz.  Da  ward 
im  der  jungst  tauff  geben,  da  er  als  kranck  was^  das  er  das  ^ 
sacrament   nit  entpfachen   m5cht.     Und  starb  und  ward  be- 

Mai  23  graben  am  zinstag,  als  es  gUch  14  tag  was  alsz  er  gehenckt 
wart;  und  lit  zu  sant  Petter  vergraben. 

1.  B:  nach  crucziB,  was  der  YH  tag  meyess;  in  den  andern  Hsb.  fehlt  dieses  Datas. 
6.  B:  nnd  sy  tag  nnd  nach  Terh&tten.  15.  S:  hütten  sinnen  nnter  dem  galf». 

22.  8:  gehenckt  war. 

1)  Dieser  Dienstag  fiel  1374  nicht  auf  den  T.'Mai»  wie  S  hat,  sondern 
auf  den  9. 

2)  Ueber  diese  Hinrichtung  b.  Wochenrechnungsb.  S-  80.  Ueber  eine 
spätere  derselben  Art,  s.  J.  1435,  wo  jedoch  der  Gerichtete  am  iweiten 
Tage  herabgenommen  wurde,  s.  das  Tagebuch  Gattaro's,  im  B.  Jahrb.  ISSo, 
S.  49  ff. 

3)  Um  die  letzte  Oehlung. 

4)  Vom  9.  bis  21.  Mai. 

5)  Vielleicht  die  Mutter  des  Domherrn  Heinrich  von  Ratsamhausen, 
der  1386  bei  Sempach  fiel  und  im  Münster  begraben  wurde;  s.  Trouillat 
IV  790. 

6)  Die  äussere  Ringmauer,  welche  sämmtliehe  Vorstädte  umscbloss, 
wurde  zwar  erst  1386  bis  1398  ausgebaut;  s.  unten  S.  271.  Wie  sich  jedoch 
aus  der  Wachtordnung  Ton  1374  ergibt,  so  war  an  Stelle  dieser  Mauei 
schon  damals  eine  proTisorische  Befestigung  vorhanden,  d.  h.  ein  Graben 
mit  Ffahlhag;  s.  diese  Ordnung  bei  K.  Vischer,  Henmann  Sevogel,  S.  69  ff. 
Das  im  Texte  erwähnte  Thor  ist  also  vermuthlich  das  dem  Galgen  am 
nächsten  gelegene  äussere  St  Albanthor. 

7)  D.  h.  durch  die  St.  Albanvorstadt  und  rings  um,  dem  Graben  dei 
inneren  Stadt  entlang,  bis  in  die  Vorstadt  »um  Kreuz«,  d.  h.  die  jetzige 
St.  Johannyorstadt. 


1374.  263 

[287]  Anno  1374  uff  den  8.  tag  may*)  da  brand  der  graff  J£f^3Pj 
von  Nidouw  uff  den  von  Falckenstein^).  Und  am  drytten  tag 
darnach  schickten  die  von  Basel  hundert  schützen  und  iien 
weickmeistei ')  euch  fui  Falckenstein ,  dem  von  Nidouw  zu 
hUff,  und  lagend  daivoi  14  wüchen,  untzs  sy  es  gewunnen^]. 
Und  ward  daruff  gefangen  graff  Hans  von  Tyerstein  ^)  und  der 
von  Bücheck  ^),  und  16  personen  die  wurden  enthouptet^). 
Und  hatten  die  von  Basel  ir  holtzsy  gewerff^),  das  noch  im 
werckhoff  leytt^),  vor  dem  schlosz. 

i'j         [Br]  Anno  1374  est  castrum  Pfirt  incendio  consumptum  ^^j. 

1.  S:  da  bimnd  der  ron  Nidouw  den  graffen  ron  Falckenstein.    E  43^  hat  ftberhanpt 
nur:  Aano  1374  Terbranien  die  Baeler  die  bnrg  Falckenstein.  7.  S:  BSche^t. 


1]  Ueber  dieses  Datum  0.  unten  Anm.  4. 

2)  D.  h.  Henmann  yon  Bechburg,  der  Besitzer  von  Neu  Falkenstein, 
oberhalb  Baistal.  Dieser  hatte,  im  Verein  mit  dem  Freiherm  Burkhard 
von  Buchegg  und  Oraf  Hans  von  Tierstein-Pfef fingen,  auf  der  Strasse  des 
Obern  Hauensteins  einige  nach  Basel  reisende  Kaufleute  ausgeplündert, 
und  deshalb  befehdete  sie  Graf  Budolf  IV  von  Nidau,  als  Landgraf  des 
Buchsgaues,  in  dessen  Gebiet  die  That  geschehen  war;  s.  B.  Chron.  V  65, 
Justingers  Bemerchronik  S.  139  und  B.  Urkb.  IV  363  £,  femer  M.  Birmanns 
Gesaminelte  Schriften  II  153. 

3}  Ueber  Konrad  den  Werkmeister  s.  B.  Chron.  V  63,  A.  2. 

4)  Die  Einnahme  erfolgte  in  der  Woche  yom  6.  bis  12.  August;  s. 
Wochenrechnungsb.  S.  88,  sum  12.  August,  Wenn  nun  die  Belagerung 
genau  14  Wochen  währte,  wie  auch  die  Kl.  B.  Annalen  in  B.  Chron.  V  65 
angeben,  so  fUlt  ihr  Anfang  in  die  Woche  vom  30.  ApriI/6.  Mai.  Das 
Datum  des  8.  Mai,  wie  S  su  Anfang  dieses  Abschnittes  hat,  ist  demnach 
jedenfalls  entstellt,  vielleicht  aus  dem  3.  Mai  (VUI  aus  III).  —  Nach  der 
Einnahme  wurde  die  Burg  keineswegs  zerstört,  wie  £  (s.  Varianten)  angibt; 
8.  B.  Chron.  V  65,  A.  12. 

5)  Der  mit  seinem  Bruder  Walraff  d.  jungem  und  mit  H.  von  Bech- 
bürg  1386  bei  Sempach  fiel;  s.  unten  S.  271,  A.  2. 

6)  Burckhard  von  Buchegg;  s.  B.  Urkb.  IV  364,  wo  noch  weitere  ge- 
fangene Edelleute  genannt  sind,  die  dem  Grafen  von  Nidau  in  Gewahrsam 
übergeben  wurden. 

7)  Die  Enthaupteten  waren  Knechte;  s.  ebend.,  auch  Justinger  a.  a.  0., 
and  vgl.  das  Wochenrechnungsb.  S.  89,  zum  19.  Aug.  —  Gtegen  den  Schloss- 
herm  H.  von  Beehburg,  der  sich  nicht  unter  der  Besatzung  befand, 
schlössen  Basel  und  der  Graf  von  Nidau  erst  am  14.  Sept.  d.  J.  ein  förm- 
liches Bündniss;  s.  B.  Urkb.  IV  363  ff. 

8)  Diese  Wurfmaschine  war  erst  nach  1369  als  Ersatz  für  eine  frühere 
erstellt  worden;  s.  B.  Chron.  V  59. 

9)  Ueber  ein  neues  Geworf,  welches  um  1424  an  dessen  Stelle  trat, 
8.  Wurstisen  6,  397. 

10)  Diesen  Brand  bringt  Wurstisen  S.  186  in  Verbindung  mit  der  Fehde 
zwischen  Basel  und  Bischof  Johann  von  Vienne;  doch  bleibt  es  fraglich, 
ob  er  überhaupt  durch  Feindeshand  entstanden  sei. 


264  Grössere  Basler  Annalen. 

Augasi         P'l  Anno  1374  in  augusto^]  obtentum  es  Befort*). 

[287]  Anno  1374   zooh    der   hertacg   von  Luttringen  mit 
grossem  yolck  in  das  Elsas'). 
1375         Anno  1375  diss  jars  ward  der  summer  über  die  man  heisi, 
Aagnttund  regnet  in  14  wüchen  nie^)  [und  weret  unts  in  ougsten].  & 
Und  was  des  selbigen  summers  also  fil  fliegen,  das  nieman 
erweren  mftcht.    [Und  yerbran  der  wyn  an  den  reben,  das  man 
wont,  es  wolte  alles  verderben.    Und  ward  doch  also  wolKeil, 
das  ein  soum  wins  8  s.  galt,  und  1  vierntzel  korns  10  8. 
1375         [287^]   Anno    1375   ward   Brunnentrut^^)   verbrand,    nacbit 
Sept.  29  Michaelis. 

üToT.  3  Anno  1375  am  samstag  nach  aller  heiligen  tag  waid  die 
oappel  zu  sant  Niclaus  zu  Minderen  Basel  [widerumb]  gewicht^). 
Anno  1375  da  kam  ein  gesellschafft,  das  warend  Engel- 
lender  und  Brittanier,  Ficarder,  ein  gesamlet  yolck,  wol  funff-  is 
zigtaussent  pfert^),  onne  das  ffiszyolck,  des  was  ein  grosse 
zal.  Die  hatten  25  houptleutt,  und  ir  obberister  houptman 
hiesz  der  her  von  Kussin  ^).    Und  kament  by  Zäheren  herusz^j, 

4.  B  v.  D:  1380  (LUX  statt  LXXY).    Hmter  »der  iiimmerc  hat  einsiy  B:  und  dar  ovgsL 
6.  Dm  EingÄl.  «rg.  au  E.  v.  D.  7.  Dm  EingaU.  mir  in  D;  statt  deaMB  hat  S: 

und  ward  deimoclit  ein  gemeTner  lierbpet  10.  Br:  eaatnim  Porrentnit         11.  Br: 

circa  Michaelis.  13.  K:  widenunh  gemacht.  14.  Br  nur:  Anno  dosini  137^ 

exereitna  Anglonim  pars  incendio,  pars  gladio  a  Bemensibns  apud  elanstnua  Frowea* 
hrnnn  snccnlniit. 

1)  In  der  Woche  vom  20./26.  AuguBt;  8.  Wochenreohnungsb.  S.  89. 

2)  Dieser  Zug  gegen  das  östreichische  Beifort  kostete  Basel  679  Ib: 
s.  die  Jahrrechnung  1374/75,  S.  53.  Vermuthlich  gehört  derselbe  su  Basels 
Fehde  mit  Bischof  Johann,  mit  welchem  Herzog  Leopold  sieb  verbündet 
hatte;  s.  Heusler  S.  272  ff. 

3)  Johann  I.    Ueber  diesen  Zug  s.  Königshofen  IX  677. 

4)  Vgl.  die  Limburger  Chronik,  inMon.  Genn.D.Chron.  IV  71,  s.J.1375. 

5)  Vgl  Br:  castnim  Forrentrut,  also  nur  das  Schloss.  Wohl  mit 
Unrecht  bringt  Wurstisen  S.  186  diesen  Brand  in  Verbindung  mit  der  Fehde 
swischen  Basel  und  Bischof  Johann.  Denn  schon  Anfangs  d.  J.  sehloM 
Herzog  Leopold,  des  Bischofs  Verbündeter,  mit  Basel  Frieden;  s.  B.  Urkb. 

IV  372  ff. 

6)  Ueber  diese  schon  1255  gestiftete  Kapelle  an  der  Obern  Rhein- 
gasse,  auf  dem  Areal  des  jetzigen  Gesellschaftshauses,  s.  R.  Waekemagei 
im  Histor.  Festbuch  yon  1892,  S.  255  ff.  Die  Einweihung  Ton  1375  galt 
vermuthlich  einem  Neubau. 

7)  Diese  Zahl  stimmt  nicht  zu  der  weiter  unten  folgenden  Schfitsiing 
der  14  Schaaren  zu  je  4000  Mann  mit  Einschluss  des  unbewaffneten  Trosses. 
Vgl.  auch  die  Limburger  Chronik,  in  Mon.  Germ.  D.  Chron.  IV  71:  me 
denne  20000  gewapende  man,  ane  schützen  unde  andere  lade. 

8)  Ingelram  von  Coucy,  der  schon  am  24.  Sept.  d.  J.  zu  Masmünster 
im  Ober-Elsass  erschien,  yereinigte  sich  erst  im  Not.  mit  dem  Hauptheere, 
welches  am  5.  Oct.  bei  Zabem  die  Vogesen  überschritten  hatte;  s.  B.  Chioo. 

V  61,  A.  8,  und  Königshofen  IX  815  ff. 

9)  Aus  den  Vogesen,  yon  Lothringen  her. 


1374—1375.  265 

und  f&rend  foi  Andlouw  und  Ebersheimmunster  ^),   und  lagen 
da  aUesampt  mer  den  10  wüchen^].    üff  Michaelis  ^j  brachen  (Not.  25) 
87  uff  und  zogent  fuz  Sehlestat  und  Colmai  haruff^),  und  namen 
alles   für  sich  biss  an  Rein^),  und  faxend  für  Basel  in  das 
5 Oberland*).     Und   zoch  der  erst  huffen  uff  sontag,    was   der 

4.  tag  decembris^),    uff  mittag   zft  Basel  für.    Und   kam   einD«c.  (2) 
schar  nach  der  anderen,  bisz  man  zalt  14  scharen,   und  weret 
untz  an  zinstag^] ;  und  schätz  man  yeliche  schar  uff  4  taussent,  Dec.  4 
gewaffhet  und  ungewaffaet^).    Und  zochen  über  den  Houwen- 

10  stein,  gewunnen  Waidenburg  ^<^),  do  was  graff  Sigmund  von 
Tierstein  in.  Do  ward  er  imd  alle  sinne  diener  gefangen  ^^), 
und  was  von  armen  leutten  was,  das  erstachen  sy  i^).  Gewun- 
nen Frydouwe^'),  Alttruw^^),  Arwangen  und  etliche  Schlosser 
an  der  Aren   gelegen;   und   fürend   über  die  Arouw^^),    und 

\.  8:  Ebenteiamnnster. 

1)  Andlau  und  Ebersheimmanster,  beide  nördL  von  Schlettitadt. 

2)  Vom  24.  Sept.,  wo  Couey  im  EIbsss  erschien,  bis  cum  25.  Not., 
wo  der  allgemeine  Aufbruch  erfolgte,  sind  es  nur  9  Wochen;  Tgl.  oben 

5.  264,  A.  8,  und  imten  Anm.  3. 

3)  Statt  Michaelis  (29.  Sept)  lies:  Katharine  (25.  Not.).  Denn  erst  an 
letzterm  Tage  erfolgte  der  allgemeine  Aufbruch  aus  dem  Ober-Elsass  nach 
Basel  und  dem  Obern  Hauenstein;  s.  Königshofen  IX  819. 

4)  D.  h.  neben  diesen  Städten  Torbei,  landaufwärts. 

5)  Sie  sogen  dem  Rhein  entlang  neben  Breisach  Torbei;  s.  Justinger 
8.  142. 

6)  Oberland  hiess  Ton  Basel  aus  alles  Land  jenseits  des  Jura,  also 
sunächst  auch  das  Thal  der  Aare. 

7)  Der  4.  Dec.  fiel  1375  auf  keinen  Sonntag,  wohl  aber  auf  den  nach- 
folgend erwähnten  Dienstag. 

8)  lieber  eine  weitere  Schaar,  welche  wahrscheinlich  erst  am  7.  Deo. 
Torbeiiog,  s.  B.  Chron.  V  62. 

9)  VgL  oben  S.  264,  A.  7. 

10)  IValdenburg  war  sammt  Liestal  Ton  Bischof  Johann  am  28.  Not. 
1374  an  Oestreieh  Tcrpfändet  worden;  s.  Boos,  Urkb.  S.  435ff.  Im  Febr. 
1379  jedoch  erscheint  dieser  Ort  im  Pfandbesitz  Qraf  Sigmunds  II  Ton 
Tieistein  und  seiner  beiden  Söhne  Sigmund  und  Otto;  s.  B.  Urkb.  IV  426  ff., 
auch  Trouillat  IV  764. 

11)  Im  Juli  1378  erscheint  er  wieder  frei;  s.  Boos,  Urkb.  S.  442.  Ueber 
eine  neue  Gefangenschaft,  in  welche  er  im  Febr.  1379  für  kurze  Zeit  ge- 
rieth,  s.  B.  Urkb.  IV  426  ff. 

12)  Auch  wurde  das  Städtchen  zerstört;  s.  Justinger  S.  143. 

13)  Burg  und  Städtchen  Friedau  lagen  am  L  Ufer  der  Aare  bei  einer 
Brücke,  schräg  gegenüber  TOn  Murgenthal;  s.  Bahn,  Die  mittelalterl.  Kunst- 
denkmäler  des  Cantons  Solothum,  S.  72,  'auch  Zürcherchron.  S.  84  und 
8.  XLVm  der  Nachträge. 

14)  Die  Burg  Altreu. 

15]  Die  Aare.  Die  meisten  der  Torher  genannten  Burgen  lagen  schon 
auf  dem  r.  Ufer. 


266  Grösaere  Basler  Annalen. 

leitten  sich  im  Ergeuw  imd  Bürgenden  i),  wol  syben  mil  weitt 
breitt,  timb  und  umb.  Und  leytten  sich  in  das  closter  Frouwen- 
biun  wol  uff  12  hundert.    Do  kämmen  die  von  Bein  mit  2000, 

j^^^^^und  ubeifiellen  sy  an  sant  Steffens  tag  anno  1375  in  dei 
nacht 3),  und  [288]  erschlügen  und  verbrandten  iren  der  vigent  s 
wol  by  1100^),  und  fiengent  8  heren.  Damach  stürmten  die 
Engellender  Buren ^)  ein  gantzen  tag;  darinnen  was  der  graff 
von  Nidouw  und  etlich  Berner.  Also  ward  der  Engellender 
erworffen  und  erschossen  220  man,  und  ward  der  graff  von 
Nidouw  euch  erschossen.  i^ 

Febr.'26  ^^  ^']  Auuo  1376  boschach  der  ufilouff  zu  Basel  an  der 
fasznacht^),  und  wurden  10  ir  h5upter  am  Kornmerckt  ab- 
geslagen^). 

Febr!^26  [289^]  Auuo  1377  uff  den  26.  tag  hornungs  verbran  der 
Kornmerck  zu  Basel.  i» 

Febr.  29  Auuo  1377  uff  den  28.  tag  hornungs  verbran  die  Spallen 
zA  BaseP). 

[E  43^,  D]  Anno  1377  machtent  die  von  Basel  ein  müntz, 
15  s.  für  ein  guldin^). 

1.  S:  weitt  bereit!  3.  S:  12  biuder.  5.  S:  iren  der  Tiengent  wol  bj  Xl«. 

12.  D:  und  wurden  10  ir  bSapter  «.s.w.;  Br:  qua  (seditionej  nobUes  non  modid  inst 
interempti.  14.  S,  E  n.  M:  26.  tag  bomnngs;  D:  1372  in  der  rasten;  Br:  in  qna- 

drageeima.        16.  S:  nff  den  XXXIII  tag  homnngs  Terbrand  Spallens;  Br:  7.  febraariL 

1)  D.  h.  östlich  und  westlich  von  der  Murg,  welche  i wischen  Aaigan 
und  Klein-Burgund  die  Grense  bildete. 

2)  In  der  Nacht  yom  26./27.  Dec;  vgl.  B.  Chron.  V  62. 

3)  1100  vielleicht  entstellt  aus  600,  wie  die  K.1.  B.  Annalen  haben 
(XI°  aus  yi<=);  8.  B.  Chron.  a.  a.  0.  Vgl.  auch  Justinger  B.  144:  me  denne 
800,  und  Klingenberg  S.  105:  wol  by  hunderten. 

4)  Büren  an  der  Aare  gehörte  dem  Grafen  Rudolf  von  Nidau,  dem 
leisten  seines  Stammes. 

5)  Vgl.  B.  Urkb.  IV  389:  uf  die  junge  vasnacht  —  also  Dienstags 
den  26.  Februar. 

6)  Ueber  diesen  Auflauf  und  seine  Folgen  s.  B.  Chron.  V  62  u.  120  ff., 
ferner  B.  Urkb.  IV  384  ff.  u.  395  ff.  ^  In  S  ist  diese  Nachricht  compiliert 
mit  dem  entspr.  Abschnitt  der  Böteier  Chronik;  s.  B.  Chron.  V  120. 

7)  Das  Datum  >XXXIII  tag  hornungs«,  wie  S  hat,  ist  offenbar  ent- 
stellt aus  XXVIII.  Ebenso  kann  auch  7.  Februarii,  wie  Br  hat,  entstellt 
sein  aus  27.  oder  28,  und  zudem  ist  Br  die  einzige  Hs.,  welche  diesen 
Brand  am  Spalenberg  demjenigen  am  Kommarkte  vorausgehen  lAsst.  Die 
spätem  Chronisten  jedoch,  sowohl  Wurstisen  S.  190  als  Joh.  Qrou  S.  53, 
folgen  hierin  Br,  und  gerade  über  den  Brand  am  Spalenberg  bringt  Gross 
noch  verschiedene  Einzelheiten ,  die  in  den  Gr.  R  Annalen  fehlen.  Im 
Wochenrechnungsb.  S.  164  hingegen  finden  wir  einzig  für  die  Woche  vom 
22./28.  Febr.  d.  J.  einige  Auslagen  für  Löscharbeiten  erwähnt. 

8)  S.  den  Münzvertrag  vom  7.  März  d.  J.,  im  B.  Urkb.  IV  400  ff.,  femer 
das  Wochenrechnungsb.  S.  164,  zum  28.  Febr.  d.  J. 


1375—1381.  267 

[W,  D,  Bi]  Anno  1378  an  der  10  000  ritter  tag  ward  eiaf^^.^^ 
brieftragei  erschlagen i)  uff  Buig,  von  der  thümbropstie  wegen; 
das   tat  joncher  G5tzman  von  Baden  >)   von  graff  Otten  yon 
Tieistein  w^en^). 
&         [D,  Bi]  Anno  1380  ward  der  steinen  stookbrunn  am  Korn-  isso 
merckt  gemacht^]. 

[290^]  *Anno  1380  verbran  sfi  Bern  ein  yorstat  und  230 
huser^]. 

[291]  Anno  1381  warend  vom  B5tzberg  untz  in  das  Elsas  i3si 
10  by  hundert  morder.  Deren  fil  wurden  uff  die  reder  gesetzt, 
und  sonderlich  der  muller  z&  Ougst*),  der  wirt  zu  Grissen^) 
l^dex  den  gesten  mit  der  ax  niderzunt]  und  sin  dochterman^). 
Und  sin  weib  ward  lebendig  vergraben;  die  hat  verjechen, 
das  sy  14  jar  darzü  geholffen  hatt. 
1^  Anno  1381  verbrandt  hertzog  Lupoid  von  Osterrich  Liechs- 
tal^],  und  die  schwürent  im^^^). 

1.  D  n.  Br:  Anno  1388.    Statt  »ward  ein  briefkrager  ....  Ton  der  th&mbropiti«  wegen« 
hat  Br:  qnendam  latorem  eorie  epUcopaUa  ante  enriam  prepositnrae  interfecit. 
3.  D  n.  Br:  C&ntsman  ron  Baden.  9.  S:  onas  in  daa  Elsas.  12.  Das  Eingekl. 

erg.  ans  D  n.  K;   vgl.  Br:   qni  secnri  pro  lomine  atebatnr,  quando  bospites  cnbitnm 
dneebat.  14.  8,  B  n.  K:  14  jar;  D:  14  tag;  Br:  14  diebos. 

1)  Er  hieM  Peter  und  war  ein  Knecht  Humberts  Ton  BiUens,  welcher 
1376  sngleich  mit  Otto,  dem  Sohne  Graf  Sigmundi  von  Tierstein,  als  Dom- 
propst erwähnt  wird;  b.  Leistungsb.  I  83,  imd  vgL  Beiträge  XII  511  mit 
Thommen,  Urk.  IL  73  u.  106. 

2]  Ueber  ihn,  der  1386  bei  Sempach  fiel,  8.  Boos,  Urkb.  S.  747,  und 
über  sein  Verhältniss  zum  Hause  TierBtein  8.  Thommen,  Urk.  II  73 ,  und 
Trouillat  lY  416.  Bei  diesem  Todtschlag  hatte  er  Ewei  Helfershelfer,  und 
alle  drei  wurden  am  14.  Juli  d«  J.  auf  2  Jahre  yerbannt;  s.  Leistungsb.  I  83. 

3]  Wiewohl  er  erst  1418  als  der  Letzte  aus  dem  Famsburger  Zweige 
des  Hauses  Tierstein  starb,  so  erscheint  doch  an  seiner  Stelle  als  Dom- 
propst schon  1380  Konrad  Münch  von  Landskron,  der  spätere  Bischof;  s. 
Trouillat  IV  760. 

4)  Vgl  in  der  Jahresrechnung  1379/80,  S.  83,  eine  Reihe  von  Zahlun- 
gen an  verschiedene  PriTaÜeute  >Yon  des  Kommergtz  weg^n«. 

5)  Am  25.  Not.  d.  J.;  s.  Justinger  S.  151. 

6)  In  der  Mühle  zu  Äugst,  an  der  Brücke  über  die  Ergolz,  wurde 
damals  noch  gewirthet;  s.  Boos,  Urkb.  8.  833.  Ueber  die  Richtstätte  da- 
selbst, oberhalb  des  Dorfes,  s.  ebend.  6.  909  ff. 

7]  Griesheim  am  r.  Rheinufer,  8  St.  unterhalb  Basel. 

8)  Statt  9 sin  dochterman«  hat  Br  irrig:  >uxor  filii  ejus  et  suauxor«, 
und  lässt  deshalb  2  Frauen  lebendig  begraben  werden. 

9)  Hinter  Liechstal  hat  einzig  S  den  erst  für  die  Zeit  nach  1400, 
richtigen  Zusatz:  in  Baszier  herschafft  gelegen. 

10}  Zugleich  mit  Waldenburg  war  auch  Liestal  um  1375  vom  Bischof 
Johann  dem  Grafen  Sigmund  II  von  Tierstein  verpfändet  worden;  s.  oben 
S.  265,  A.  10.    Da  nun  dieser  die  Auslösung  verweigerte ,   so  verbündete 


268  Grössere  Basler  Annalen. 

13S1         [D]  Anno   1381   sohlftg   Heintsman   Hagen   in   Minderen 
Basel  sinen  br&dei  ze  tod,  der  lieaz  nun  kleine  kind. 

[Bi]  Circa  iliud  tempus  fuit  magna  pestilentia  in  tota 
quasi  Almania^).  Biagenses  uno  die  obsequias  habueiunt  1100 
funerum^);  in  Nflienberga  media  pars  hominum  peste  ceeidit;  s 
Fianckfuidü  obsequiae  600  funemm  in  uno  die  erant;  Argen- 
tinae  quoque  mortui  sunt  15000  homines  oonscripti,  exceptis 
egenis  et  pauperibus'). 

1382         [Br]  Anno  1382  Argentinenses  obtinuerunt  Wyttenheim^]. 

[Br]  Eodem  anno  j&agrabat  incendio   curia,    quae   dicitur  tu 
Schürhoff,  in  atrio  ecclesiae  Basiliensis^). 

oct.  5         [D,  K,  Br]  Anno  1382  [quinta  octobris]  ward  der  steinen 
Stockbrunn  uff  Burg  gesetzt. 

[E  45^,  D,  Br]  Anno  1382   erstach  ein  statschriber  sinen 
gevatter,  was  underschriber^),    in  [sinem]  hus  zum  Hasen  amu 
KornmSrckt^). 

4.  Br:  1600  Auernm  (XTIo  lUtt  He).  12.  Das  EingekL  «rg.  »ni  Br. 

15.  B:  in  dem  hu;  D:  in  linem  hu;  Br:  patrem  snvm  in  domo  raa. 

sich  am  18.  Oot.  1381  der  Bischof  gegen  ihn  mit  Henog  Leopold;  s.  Thom- 
men,  Urk.  II  153.  Schon  am  16.  Not.  jedoch  finden  wir  Letztem  wieder 
in  friedlichem  Verkehr  mit  dem  Grafen,  und  am  29.  Not.  erscheint  der 
Bischof  wieder  als  Herr  des  Städtchens;  s.  Thommen,  Urk.  II  153  o.  155, 
und  Boos,  Urkb.  S.  455  ff.  Der  hier  erwfihnte  Ueberfall  muss  also  iwischen 
dem  18.  Oct  u.  16.  Not.  d.  J.  erfolgt  sein. 

1)  Diese  Fest  w&hrte  Ton  1379  bis  1381;  s.  Chion.  Moganünum,  in 
Chron.  d.  d.  Städte  XVIII  202  ff. 

2)  VgL  ebend.  B.  204:  tunc  dioebatur,  quod  una  leptimana  1100  ho- 
mines ibi  moriebantur. 

3)  Ueber  Stxassburg  Tgl.  Königshofen  IX  772. 

4)  Wittenheim,  bei  Mülhausen,  gehörte  Hans  Ulrich  Tom  Huse,  wel- 
cher sammt  seiner  Verwandtschaft  mit  Strassburg  in  Fehde  lebte.  Auf  die 
Eroberung  der  Burg,  wobei  das  gleichnamige  Dorf  Terbrannte,  folgte  achon 
am  15.  April  1382  ein  FriedensTertrag;  s.  Strassburger  Urkb.  VI  46ffl 

5)  Ueber  diesen  Hof,  jetst  MOnsterplati  No.  19,  s.  B.  Chron.  IV  57«  A  5. 
—  Das  Datum  dieses  Brandes  ist  nicht  su  ermitteln,  da  die  Woehenrech- 
nungen  Ton  1381  bis  Mitte  1384  Terloren  sind. 

6)  Ueber  diesen  Todschlag,  den  der  Stadtschreiber  Johann  ron  Alt- 
dorf am  Unterschreiber  Johann  Vamauer  begieng,  s.  das  Urtheil  Tom  5.  Not. 
d.  J.  im  Leistungsb.  1 102^,  femer  B.  Chron.  IV  134.  Vamauer  wurde  schon 
1377  mit  einer  Sendung  nach  Xaisersberg  betraut,  und  Termuthlioh  ist  er 
auch  jener  Johannes,  welcher  schon  1374  als  des  Stadtschreibers  Schüler 
erscheint;  s.  Wochenrechnungsb.  S.  74  u.  164. 

7)  Dieses  Haus,  auf  dessen  Areal  jetst  der  Rathausthurm  steht,  ge- 
hörte noch  IUI  1420  den  Nachkonmien  des  Stadtschreibers  Job.  tob  Alt- 
dorf; s.  Stadt.  Urk.  1420  Not.  18. 


1381—1384.  269 

[K]  Das  ein  pfaff  A  Basel  an  der  leiter  stund  ^),  der  hatt  (i3b2?) 
gestolen  me  denn  zweytusend  golden  wert  heiltumb^). 

[K,  Br]  Anno  1384  [22.  februarii]^]   bran  das  münster  z^l^^^^ 
Strosburg,  und  geschach  schaden  me  denn  für  hunderttusend 
5  gülden^). 

[Br]  Anno  1384,   20.  mai,  ingens  pluyiarum  tempestas  in  lui  20 
quadkm  valle  ultra  opidum  Loufenberg  tres  villas  submersit^); 
octo  homines  perierunt;    tuguria  aliqua  istarum  yillarum  in- 
tegra,   etiam  infantuli  in  cunis,  ad  Basileam  usque  in  Kheno 
10  defluxerunt. 

[291^]  Anno  1384  verbranten  die  von  Basel  das  dorff  und 
schlosz  Brattelen*). 

[292]  Anno  1384,  das  graff  Walraff  von  Tyerstein  der  jung  ?} 

3.  K:  1383;  Br:  1383,  tLMmsjL 


1)  Am  Pranger,  auf  dem  Kommaikt;  Tgl.  ein  StrafurtheU  Ton  1355 
zu  Stranburg,  in  Chron.  d.  d.  St&dte  IX  1021. 

2}  Diese  Nachricht  ohne  Jahnahl  steht  in  K  swisehen  den  beiden 
Ungeldem  von  1365  u.  1385,  welche,  dort  die  Jahnahlen  1370  u.  1379 
tragen.  Vermuthlich  hängt  ihr  Inhalt  lusammen  mit  jener  dureh  das  pSpst- 
liche  Schisma  veranlaiaten  Bewegung  gegen  die  Geistlichkeit,  weiche  1382 
auch  in  Basel  die  Oberhand  gewann,  so  dass  von  den  Geistlichen  s.  B. 
dieselben  Steuern  gefordert  wurden  wie  von  andern  Einwohnern.  8.  hier- 
über Chron.  Moguntinum,  in  Chron.  d.  d.  Städte  XVIII 209,  und  ygl.  hieau 
im  B.  Urkb.  V  3  ff.  die  Urfehde  des  aus  dem  Gefängniss  entlassenen  Dom- 
herrn Johann  Fröwler  von  Hinbaoh,  vom  17.  Juni  1382. 

3)  Laut  Xönigshofen  IX  725  geschah  dieser  Brand  >1384  an  sant 
Gerdrat  abende«  (16.  Ifärs).  Für  den  22.  Februar,  wie  Br  hat,  weiss  ich 
keine  Erklärung. 

4]  Ueber  den  wirkliehen  Schaden  ygl.  Königshofen  a.  a.  O. 

5)  Bei  Sulz,  oberhalb  Laufenburg;  s.  Wurstisen  S.  45. 

6)  Fratteln  gehörte  damals  xu  3/4  Fetermann  Ton  Eptingen  gen.  Huser, 
und  SU  V4  Gottfried  von  Eptingen  gen.  von  Fratteln;  s.  Boos,  Urkb.  S.  485 
u.  535  £  Nachdem  Basel  am  1.  Juni  d.  J.  dem  Schwäbischen  Städtebande 
beigetreten  war,  wurden  am  1.  Juli  mehrere  EdeUeute  aus,  der  Stadt  ver- 
bannt, und  am  17.  Not.  geschah  diess  auch  mit  Gottfried  von  Eptingen, 
weil  seine  3  Söhne  sich  su  Basels  Feinden  hielten;  s.  B.  Urkb.  V  46  ff., 
auch  Leistungsb.  1 107  u.  108,  und  TgL  Heusler  S.  278.  Diese  Fehde  mit 
Gottfried  Ton  Eptingen  und  seinen  Söhnen,  in  welcher  1385  mehrere  Bas- 
ler in  Gefangenschaft  geriethen,  wurde  erst  am  8.  Januar  1390  beigelegt; 
8.  B.  Urkb.  V  64  u.j  147  ff. 

7)  Der  jüngere  hiess  er  sum  Unterschied  Ton  Walraff  dem  altem, 
mit  welchem  1403  die  ältere  Ffeffingerlinie  des  Hauses  Tierstein 
erlosch. 


270  Grössere  Basier  Annalen. 

und  her  Burchart  Munch^)  zu  der  Mugken  in  der  stuben^j 
uff  pferden  stachen  mit  speren^]. 

(1385)  [290]  Anno  1384^)  satstend  die  von  Basel  ein  gross  ungelt 
uff  sich  selber,  von  einnem  pfundt  4  d.  von  beiden  teilten,  die 
da  koufften  und  verkoufftent  Wer  uff  1000  marck  wert  hatt, 
müst  al  wftchen  geben  5  s.^};  wer  uff  500  marck  hat,  müszt 
geben  3  s.;  wer  100  marck  wert  hat,  gab  2  s.;  wer  40  Ib  weit 
hat,  gab  1  s.;  wer  20  Ib  wert  hat,  gab  6  d.,  und  darunder  3  i. 
Item  Ton  einnem  som  weins  im  husz  3  s.,  von  einner  yiertzel 
körn  2  s.*]. 

13B5  [K,  Br]  Anno  1385  ward  der  grosz  gott  in  dem  miinfitei 
uff  Burg  u^esetzt^).  [Cujus  longitudinem  in  eadem  ecclesia 
ante  petitionem^)  in  pavimento  2  crucibus  signatam  invenies.] 

I.  statt  »s&  der  Magicen«  iL  s.  w.  bat  Br:  armati  «qnii  inridentes  gradns  ia  doao 
dicta  ser  Mnclcen  ascendenmt,  et  in  stnba  ob  speetacnli  memoriam,  impoeitia  fautii 
eqaisqae  calearibuB  adaetia,  ^ter  alt«ram  sna  hasta  impetiit  3.  S:  137S, 
E  IL  K:  1379.                6.  B:  mftu  geben  3«.                 10.  Alle  Hn:  mia.  (statt  Ilfi.). 

II.  Br:  Anno  1385  erecta  est  magna  cmz  cum  salratore  cmciflzo  in  ecclesia  B«si- 
liensL  12.  Das  EingekL  erg.  aas  Br.  13.  Die  Zahl  2  ror  cracibns  bot  in  BIl 

1)  Dieser  war  ein  Enkel  des  oben  S.  260  erwähnten  B.  M.  des  Vogts 
(f  1376),  ein  Sohn  des  gleichnamigen  Edelknechts  (f  1410}  und  Vater  des 
1444  bei  St  Jakob  gefallenen  B.  M.  Wiewohl  er  hier  >HerT«  heisst,  und 
in  der  Hs.  Br  »miles«,  so  wurde  er  erst  Ritter  swischen  1398  u.  1404,  und 
starb  1431 ;  s.  Arnold  Manche  Regesten  des  (Geschlechtes  Münch  (Ha,  der 
Oeffentl  Bibliothek)  Bd.  II  357  u.  377^  und  ebend.  die  Stammtafel. 

2)  Ueber  diese  Trinkstube  des  Adels  s.  B.  Chron.  lY  5,  A.  8,  und 
V  79,  A.  1. 

3)  Vgl.  die  Variante  in  Br:  gradus  ascendenmt  Sofern  hier  nicht 
eine  spfttere  Ausschmückung  Torliegt,  so  können  damit  wohl  nur  die  Stufen 
vor  der  Hausthür  gemeint  sein. 

4)  Ueber  das  frühere  Ungeld,  das  bis  1379  erhoben  wurde,  s.  oben 
S.  255,  A.  3.  Das  »neue  grosse  Ungeld«  hingegen  trat  erst  durch  eine 
Verordnung  vom  21.  Febr.  1385  ins  iLeben  und  wurde  bis  1387  erhoben; 
s.  Gr.  Weisabuch,  BL  47,  womit  die  Steuersätze  unsres  Textes  übereinstun- 
men,  und  Tgl.  Jahrrechnungsb.  1 122,  130  u.  140.  Da  nun  die  Verordnung 
Ton  1385  vom  Februar  datirt,  so  mögen  die  Berathungen  hierüber  irohl 
schon  1384  begonnen  haben.  Aus  letzterer  Zahl  aber  konnte  leicht  1379 
entstehen,  wie  die  Hss.  E  und  K  haben  (LXXVnil  aus  LXXXIIII)  und 
ebenso  137^,  wie  S  hat. 

5)  Auf  1  Mark  Silbers  giengen  damals  5 Vi  Ib;  s.  Jahrrechnungsb.  I 
134,  z.  J.  1386. 

6)  S.  die  Verordnung  von  1385  im  Gr.  Weissbuch,  BL  47,  wonach  das 
Kornungeld  vom  Viemzel  nicht  2  s  betrug,  wie  alle  Hss.  haben,  sondern 
4  s.  Sollte  aber  »viertzel«  entstellt  sein  aus  »sack«,  dann  wSre  2  s. 
richtig. 

7)  Ueber  diesen  Crucifix  s.  Fechters  Top.  S.  12,  auch  oben  S.  116. 

8)  Der  am  Fuss  dieses  Kreuzes  befindliche  Opferstock  für  den  Mfin- 
sterbau;  s.  Fechter  a.  a.  0. 


le 


1385—1386.  271 

[Br]  Anno  1404  in  vigilia  penthecostes  factum  et  finitum  [j^^^px 
est  opus  magni  organi  in  eoolesia  Basiliensi  ^). 

[D,  K]  Anno  1386  am  9.  tag   des  höwmonets   umb   den^^^ 
imbis  beschach  die  Schlacht  sft  Sempach;  und  wurden  da  ei- 
s  schlagen  heitsog  Lätpold  von  Oesterrich,  der  von  Ochsenstein, 
zwen  heuen  von  Tieistein,  der  von  Hasemburg,  und  vil  ander 
fiirsten  und  herren^). 

[294]  Anno  1386  am  herbst  ward  die  usseren  ringkmuren 
und  der  graben  umb  die  statt  Bassel  angefangen  zu  machen '), 
16  und   ward   anno  1398    volbracht.     Welliche   muren   hat   von  i398 
eionem  Bein  zu  dem  anderen  41  thurn  und  1099  zinnen^). 

Anno  1386  galt  zu  Basel  ein  viertzel  körn,  ein  sester  erwis,  1^.^^?) 
ein  sester  zybelen  und  ein  sester  hanffsamen  glich  ^);  gulten 
nämlich  yedes  8  s. 

3w  D  n.  K:  am  8.  Ug.  9.  D:  and  der  bnig^nb  we  Basal  aiigefkiigeiL 

10.   S:  Tolbrach. 

1)  1404  igt  jedenfalls  entstellt,  und  swai  vennuthlich  aus  1394 
(MCCCCIV  aus  MGCCXCIV).  Denn  die  Reehnungsbücher  des  MOnster- 
baues,  die  aus  dieser  Zeit  allerdings  nur  s.  J.  1399/1400  und  1405/6  er- 
halten sind,  erwähnen  schon  s.  J.  1399  eine  Orgel,  die  an  Festtagen  ge- 
spielt -wurde,  und  femer  zum  Juni  1406  die  Vollendung  eines  »parvuni 
opus  organicum« ,  also  einer  kleinem  Orgel  neben  der  grossen;  s.  im  St. 

A.  den  Liber  fabricae  1399/1400,  S.  49  ff.,  und  1405/6,  S.  69.  —  Ochs  11 178 
setst  die  Nachricht  unsere  Textes  auf  Pfingsten  1303  und  besieht  sie  mit- 
hin auf  die  alte,  beim  Erdbeben  von  1356  zerstörte  Orgel,  und  diesem 
Irrthum  folgt  Fechter  sowohl  in  seiner  Top.  S.  11  als  im  B.  Neujahrsblatt 
1850,  S.  26. 

2)  Johann  von  Ochsenstein,  des  Herzogs  LandTogt  im  Elsass,  femer 
die  Grafen  Hans  und  Walroff  der  jüngere  von  Tierstein,  Gebrüder,  und 
ELans  Ulrich  von  Hasenburg.  —  Der  entspr.  Abschnitt  in  8  stammt  aus 
Schnitts  Wappenbuch,  Bl.  254  ff.,  abgedr.  bei  Th.  von  Liebenau,  Die  Schlacht 
bei  Sempach,  S.  222  ff. 

3)  An  der  ftussem  Ringmauer  um  die  Vorstädte  war  schon  seit  1362 
gearbeitet  worden,  wiewohl  mit  Unterbrechungen;  s.  die  Jahrrechnungen 
von  1362  ff.  imd  vgL  oben  S.  262,  A.  6.  Vennuthlich  war  jedoch  der  Bau 
nach  der  bösen  Fpsnacht  von  1376  ins  Stocken  gerathen.  Gleich  nadi  der 
Schlacht  bei  Sempach  aber  wurde  am  30.  Juli  1386  der  Zimmermann 
Heinrich  Puer  als  st&dtischer  Bauherr  angestellt,  und  dieser  leitete  fortan 
den  Bau;  s.  B.  Urkb.  V  78  ff. 

4)  Diess  alles  bezieht  sich  nur  auf  Gboss  Basel.  Die  Zahl  der  Thürme 
und  Zinnen  stimmt  genau  mit  der  Wachtordnung  von  1425;  s.  im  St.  A. 
liber  Diversar.  Remm,  BL  118. 

5)  Aehnliches  berichtet  die  D.  Colmarer  Chronik  z.  J.  1386,  die  Kl. 

B.  Annalen  hingegen  z.  J.  1382;  s.  B.  Chron.  V  64.  Das  Jahr  1376  hin- 
gegen, zu  welchem  die  Hs.  E43b  die  vorliegende  Nachricht  hat,  finde  ich 
durch  keine  andre  Quelle  bestätigt 


272  Grössete  Basier  Annalen. 

■ 

138S  [K]  Anno  1388  zugent  dei  hemchaft  von  Oestemdi  lani- 
YOgt^)  me  denn  mit  2  tusent  man  2)  gen  Glaris  in  das  land  und 
wiudent  da  me  denn  halb  erschlagen,  und  ward  Wesen  die 
statt  von  den  fründen  veibrant^). 

[K]  Anno  1388  verbranten  die  von  Zürich  und  Eidgnosen& 
Baden  und  Fricktal.^). 

1390  [E,  Br]  Anno  1390^)  was  die  gr&sten  Einsidelfart,  die  nie 
waid,  und  komen  me  liit  dar  dann  hundertsechentusent  men- 
schen*). Und  verdarb  nie  me  dann  ein  mensch:  einem 
Schwitzer  ward  sin  messei  ingedruckt  7).  » 

1391  [D]  Anno  1391  schwur  man  herren  Friderich  von  Blaneken- 
hein,  bischoff  ze  Straszbu^,  ze  Basel  zur  Mucken  als  einem 
pfleget  des  bischtümbs  Basel  ^).  Wann  herr  Tmer  yon  Sam- 
stein,  bischoff  ze  Basel,  dazemal  zu  solichei  armüt  komen  was*}, 
das  man  den  vorgenanten  von  Straszburg  von  siner  notrestikeit  ü 
wegen  durch  das  capitel  und  die  stat  Basel  ^^)  darsü  erkoset. 

7.  K:  1380  (LUX  sUtt  LXXXX).  Eb«nBO  Br  Unter  1380:  Eod«m  anno  ent  aaans 
jubilens  ad  beatam  Mariam  in  looo  Her«mitanun,  at  ibi  eonrancrant  oltra  dad.«s  ecn* 
tena  milia  bominam  da  omnibua  nationibiu  Obriitianitatia.  8.  K:  ledienbnnderi- 

toaend.  10.  ingedmek.  11.  D:  Blanekanstein. 

1)  Oestreichischer  Landvogt  ün  Argau  und  Turgau  war  1388  Giaf 
Hugo  von  Montfort,  der  jedoch  nirgends  als  ein  Führer  dieses  Zuges  er- 
wfthnt  wird.  Der  einsige  unter  den  Führern,  der  früher  Landvogt  gewesen, 
war  Peter  von  Torberg;  s.  Thommen,  Urk.  I  516  u.  II  221,  und  vgL  Zürcher- 
chron.  S.  173  ff.  Yermuthlich  will  übrigens  der  Ausdruck  »Landrogt«  hier 
nur  besagen,  dass  keiner  der  Herioge  bei  diesem  Zuge  war. 

2)  Ueber  diese  Zahl  vgL  Zürcherohron.  S.  137,  A.  1. 

3)  Der  entspr.  Abschnitt  in  S  stammt  aus  Etterlin. 

4)  Die  Bäder  ausserhalb  der  Stadt  Baden  wurden  Ton  den  Zflrehem 
im  Juli  1388  verbrannt,  worauf  die  Verheerung  des  Frickthals  durch  die 
Bemer  erst  im  Januar  1389  erfolgte;  s.  Züroherchron.  8.  148,  A.  1,  u.  S.  155. 

5)  Das  Jahr  1380,  auf  welches  beide  Hss.  weisen,  bot  keinen  Anlsss 
SU  einem  aussergewöhnlichen  Zudrang  der  Pilger,  wie  er  hier  erwShnt  wird. 
Diese  Jahrsahl  scheint  jedoch  entstellt  lu  sein  aus  1390,  wo  auf  Anord- 
nung Bonifaz  IX  das  römische  Jubeljahr  gefeiert  wurde;  vgL  Br:  Eodem 
anno  erat  annus  jubilens. 

6)  Der  Wortlaut  in  beiden  Hss.  würde  1  Million  Menschen  ergeben. 
Stellen  wir  aber  »hunderte  vor  »sechen«,  so  erhalten  wir  die  keineswegs 
übertriebene  Zahl  von  110000.  VgL  Rupert,  Gonstanser  Chroniken  8.  260, 
wonach  in  Einsiedeln  bei  der  grossen  Engelweihe  von  1466  in  14  Tagen 
über  130000  Pilger  gei&hlt  wurden. 

7)  D.  h.  es  gieng  ihm  in  den  Leib. 

8)  Anfangs  Juni  d.  J.;  s.  B.  Urkb.  V  168  ff. 

9)  8.  B.  Chron.  V  351,  und  vgL  B.  Urkb.  V  129 ff.,  136 ff.,  162 £  u. 
166  ff. 

10)  Die  Wahl  war  iwar  Sache  des  Domkapitels;  doch  geschah  sie  im 
vorliegenden  Fall  mit  Zustimmung  des  Raths;  s.  B.  Urkb.  V  169. 


1388—1404.  273 

[D]  Anno  1393  waid  heu  Cüniat  Münch  von  Landskion^)  i3«3 
Ton  dem  capitel  zu  bischoff  eiwelt,  und  schwfti  im  die  stat 
Basel  und  das  bisohtümb^). 

[296]  Anno  1393  [circa  Nicolai]^)  kam  heitzog  Lupoid  von  ror  Dae.  6 
5  Oesterreich^}  gen  Basel,  und  macht  mit  der  stat  Basel  einen 
pundt  uff  10  jai  lang. 

[Bt]  Anno   1396  in  autumno  opidum  Zofingen   est   igne  ism 
consumpttun,  et  tantum  nna  domus  supeistes  mansit^). 

[Bi]  Hebdomada   sequenti   in   Binfeldia    30  domus   igne 
io  oorruerunt. 

[Bi]  Anno  1397  in  augusto  oonsumptum  est  opidum  Tels-  ^^L^ 
perg  igne  fulminis.*). 

[296^]  *Anno   1402  von  letaie  bisz  uff  osteren^}  erschein  i4M^  ^ 
all  abent  gegen  der  sunnen  undergang  am  himel  ein  pfauwen-  bb  » 
15  schwants  hoch  ufl^ericht,  das  in  mengklich  soeben  möcht. 

[297]  Anno  1403  kam  ein  grosser  hagel  zu  Basel^),   und  ims 
weiet  by  4  mil^)  wegs  weit  und  breit.     Der  warff  grosz  bom 
U83B  dem  erderich,  und  warff  die  grossen  müren  zu  sant  Johans 
in  den  kilchoff,  und  thet  grossen  schaden. 

2ü  [D,  K]  Anno  1404  [an  sant  Sebastians  tag]  ward  die  capell  i|^  ^o 

4.  S,  D  IL  Br:  13M.    Dm  Eiagakl.  erg.  au  9r;  D:  vS  NieoUL  7.  Br:  1393 

(m  lUtt  YI).  11.  Br:  1396.  13.  8:  Anno  1400.  16.  D:  d«r  gron  hmgel. 

17.  B,  D  Q.  Br:  40  mil  (lUtt  4). 

1)  Ueber  ihn  8.  B.  Chron.  V  352,  A.  3. 

2)  Im  AnguBt  d.  J. ;  s.  6.  Urkb.  V  204. 

3)  Leopolds  IV  Besuch  in  Basel  fiel  swischen  den  15.  Not.  1393,  wo 
er  in  Bnsisheim  das  hier  erwähnte  Bündniss  schloss,  und  den  4.  Dec.,  wo 
er  bereits  in  Winterthnr  urkundete;  s.  B.  Urkb.  V  206  ff.  undThommen,  Urk. 
II  291.    Ueber  den  Besuch  selbst  s.  Jahrrechnungsb.  I  243. 

4)  Hier  folgt  einsig  in  S  eine  offenbar  von  Schnitt  herrührende  Ein- 
schaltung über  Leopolds  IV  Abstammung. 

5)  Vgl.  Stumpf,  Sohweizerchron.  VII  Cap.  33,  i.  J.  1396. 

6)  VgL  Wurstisen  S.  13,  s.  J.  1397. 

7]  Dieses  Datum  für  den  Cometen  von  1402  wird  nicht  nur  bestätigt 
durch  Etterlin  S.  122,  der  übrigens  die  irrige  Jahixahl  1400  hat  wie  die 
Hb.  S,  sondern  auch  durch  eine  Hs.  der  Züroherchronik;  s.  dort  S.  162, 
Var.  9:  1402  jar  im  ingenden  mersen.  Die  D«  Colmarerchron.  S.  16  hin- 
gegen datiert  ihn  »1402  jor,  iwischent  osteren  und  süngihten«  (26.  M&rz 
bis  24,  Juni),  l&sst  ihn  aber  nur  8  N&chte  nach  einander  scheinen. 

8)  Am  22.  Juni;  s.  im  St.  A.  das  Zinsbuch  D  des  Steinenklosters, 
BL  13b. 

9)  40,  wie  alle  Hss.  haben,  dürfte  entstellt  sein  aus  4  (viersig 
aus  Tier). 

Bftsler  Chroniken.    YL  IS 


274  GböBsere  Bailer  Azmalen. 

süm  Eilenden  Ciüts  vor  dem  Oberen  thor^)  se  Mindaen  Basel 
gewicht^). 
NoV^         [297]  Anno  1406  am  fritag  nach  aller  heiligen  tagnamen 
die  von  Basel  graff  Beinharten  und  graff  Hansen  von  Tyei- 
Kot.  7  Stein')  das  schlosz  Pfeffingen  in,   und  kämmen  am  sontag  in  & 
der  nacht  wider  heim^). 
1406  [K]  Anno  1408  koment  sft  Lüttich  bi  30  tusent  umb^). 

ubidJ^  [299]   ♦Anno    1409    umb    Nicolai^)   band   die   von    Basel 

Badenwiller  verbrant. 
jiä  [Br]  Anno  domini  1410  junii  electus  est  quidam  Johannes*)  i** 

in  magistrum  officiorum,  vulgariter  ammeister. 
Kot.  27         [D]  Anno  1410  quinta  ante  Andree  fiengen  die  von  Basel 
an  Tstein  brechen®),  und  brauten  das  darnach  im  anderen  jai*). 

2.  K:  geiDMlit  3.  8:  1402  (D  statt  YI).  8.  8:  Anno  1400  «mb  mckMli«. 

10.  Br:  XCOCC,  X  Jnaii 

1)  So  hiess  das  Riehenthor  im  Gegensati  cum  BlAsithor. 

2)  Ueber  diese  Kapelle  und  das  alte  Kreuz,  das  ihr  den  Namen  gab. 
s.  K.  Wackemagel  im  Histor.  Festbuch  1892,  S.  233  ff.,  femer  B.  Urkb.  V 
329  u.  358,  und  B.  Tasehenb.  1856,  8.  175  ff.  Ihre  Kirehweih  wurde  jedodi 
nicht  am  Sebastianstag  begangen,  sondern  allj&hrlich  am  2.  Sonntag  der 
Fasten;  s.  Wackemagel  a.  a.  O.,  8.  234. 

3)  Die  Söhne  Walraffs  d.  jungem;  s.  B.  Chron.  IV  23,  A.  4  und  vgl 
oben  8.  269,  A.  7,  und  S.  271,  A.  2. 

4)  Vgl  B.  Chron.  IV  23  und  V  135.  Den  Friedensschluss  Tom  6.  Not. 
s.  B.  Urkb.  V  360  ff. 

5)  Vgl.  B.  Chron.  V  138,  A.  1.  Der  entspr.  Abschnitt  in  S  stammt 
aus  dem  Anonymus  bei  Appenwiler;  s.  B.  Chron.  IV  430. 

6)  Michaelis,  wie  S  hat,  scheint  entstellt  aus  Nicolai.  Denn  dieser 
Zug  geschah  erst  am  10.  Dec,  also  Dienstags  nach  Nicolai;  s.  Wnrstiaeii 
S.  216  und  ygl  B.  Chron.  V  141. 

7)  Hans  Wiler.  —  Der  entspr.  Abschnitt  in  S  stammt  aus  der  Röteler 
Chron.;  s.  B.  Chron.  V  143. 

8)  Ueber  diesen  Abbruch,  der  am  13.  Januar  1411  beendigt  wurde, 
s.  B.  Chron.  IV  432  und  Wochenausgabenb.  m  20,  femer  B.  Jahrbuch  18S1 
8.  229  ff. 

9)  Dieser  angebliche  Brand  nach  dem  Abbruch  hat  keinen  Sinn.  Hin- 
gegen ist  es  auffallend,  dass  Isteins  Eroberung,  vom  11.  Not.  1409,  hier 
gar  nicht  erwfthnt  wird.  Auf  diese  aber  folgte  die  im  Januar  1411  toU- 
endete  Zerstörung  allerdings  erst  »darnach  im  anderen  jar«.  Die  Tor- 
liegende  Nachricht,  welche  einsig  in  D  sich  findet,  seheint  mithin  eine  sehr 
verstOmmelte  und  entstellte  Wiedergabe  des  Urtextes  lu  sein. 


1406—1416.  275 


[D,  Bt]  Anno  domini   1414  dominica    esto   miohi^)  '6<^e8-^'^^^^  ^g 
senint  a  civitate  Basiliensi  nobiles   burgenses   cum   sociis   de 
stubis  nobüium,  pioptei  ipsorum  privilegia  conseiranda;  et  post 
oetavam  leveisi  sunt  3). 
s  [K]  Anno  domini  1414  die  omnium  sanotorum^)  incepit  Kot.  i. 

consilium  sanctum  in  Constantia. 

Item  Sigismundus  intiavit  Basileam  cum  honoie,  1414  jor^). 

Et  anno   1416  circa  dominicam   cantate^)  oombustus  fuit|^^_ 
Constantie  Jeionimus  Huss. 
10         [Bi]  Anno  1416  erat  hombilis  teriemotus  Baaileae,  et  pluies 
homines  timoie  perteniti  ciyitatem  ezeuntes   in  suis  oitis  et 
agiis  peinoctarunt^). 

1)  Genauer  Samstags  den  17.  Februar;  s.  das  YeneichnisB  der  27  Weg- 
gexogenen  im  Leittungsb.  11  75. 

2}  Ueber  diesen  Streit  s.  B.  Chron.  Y  148. 

3)  Uebar  dieses  Datum  s.  B.  Chron.  V  ISl,  A.  7» 

4)  Der  König  kam  am  7.  Juli  von  Solotbum  und  erreichte  am  11. 
Strassbiirg;  s.  lustinger  S.  219  und  D.  Beichstagsakten  VII  195.  Ueber 
seinen  Empfang  in  Basel,  wo  er  in  dem  früher  vom  Domherrn  Jost  Schürin 
bewohnten  Hof  am  Münsterplatz  (dem  jetzigen  untern  Gymnasium)  abstieg, 
8.  Wochenausgabenb.  lY  2  ff. 

5)  Richtiger:  circa  dominicam  ezaudi  (31.  Mai).  Denn  der  Sonntag 
Oantate  fiel  1416  auf  den  17.  Mai,  und  Hieronymus  von  Prag,  der  hier  ge- 
meint ist,  wurde  erst  am  30.  Mai  yerbrannt. 

6)  Ueber  dieses  Erdbeben  Tom  21.  Juli  vgl.  B.  Chron.  Y  44  und  oben 
S.  226. 


18* 


Beilagen, 


I. 

Schnitts  Aufzeiclmungen  aus  Basels 

ältester  Zeit. 


5 


Neben  jenen  wenigen  Nachrichten  ans  Basels  Ältester  Zeit, 
welche  den  Gr.  Ba^er  Annalen  angehören,  enthalt  die  Handschrift 
8  noch  einige  weitere,  die  jedoch  meistens  auf  bekannte  Quellen 
sich  zurflckfOhren  lassen.  So  beruht  zunächst  die  Nachricht  von 
Basels  Eroberung  durch  C&sar  auf  Königshofens  Weltchronik  ^].  Die 
Erwähnung  Bischof  Haitos  hingegen,  i.  J.  811,  stammt  ans  den  lo 
Annalen  Ton  Fulda,  und  die  Zerstörung  durch  die  Ungarn,  mit  der 
irrigen  Jahnahl  897,  aus  Richer,  worauf  dann  dasselbe  Ereigniss 
zum  richtigen  Jahre  917  nochmals  erwähnt  wird,  und  zwar  nach 
Hermann  Ton  Reichenau  ^).  Aus  Bertholds  Fortsetzung  dieser  letateni 
Quelle  stammt  sodann  die  Nachricht  Tom  Basler  Concil  Ton  1061'),  is 
während  der  Abschnitt  über  das  Stift  St.  Leonhard,  z.  J.  1002,  auf 
noch  erhaltenen  Aufzeichnungen  dieses  Klosters  beruht^]. 

Drei  beiläufige  Erwähnungen  baselischer  Bischöfe  hing^en, 
z.  J.  891,  1189  u.  1197,  stimmen  wörtlich  flberein  mit  einer  um 
1550  geschriebenen  Chronik  der  Bischöfe^},  sowie  auch  mit 20 
Stumpfs  Chronik,  und  mögen  daher  auf  irgend  einem  älteren, 
jetzt  Terlorenen  Bischofskataloge  beruhen.  Die  erste  dieser  drei 
S&llen,  auf  BL  205^,  schliesst  sich  an  die  aus  Regino  stam- 
mende Nachricht  z.  J.  891,  vom  Tode  Erzbischof  Sunderolds  von 
Mainz    im  Kampfe    gegen    die  Normannen*},    und  lautet:    •Deaz'H 

1)  Vgl  Hs.  S,  Bl.  60,  mit  Chron.  d.  d.  Städte  IX  700  u.  702. 
2}  Vgl.  Bl.  113b  u.  202,  femer  Bl.  205  b  u.  206  b,    mit  Mod.  Oerm. 
S.  S.I354,  XXV  273  u.  V  112. 

3)  Vgl  Bl.  219  mit  Mon.  Germ.  S.  S.  V  271. 

4)  Vgl.  BL  213  mit  dem  Band  H  von  St  Leonhard,   im  St  Axehiv, 
und  mit  B.  Urkb.  1 19;  femer  vgl  oben  S.  246,  A.  4. 

5)  Ueber  diese  Bisohofschronik  s.  oben  S.  170. 
6]  S.  Mon.  Germ.  S.  S.  I  603. 


Beilage  I.  277 

glichen  der  biBchoff  von  Basel,  genant  RAdolfusc.  Ebenso  wird 
anf  BL  137,  in  der  Kaiserbistorie,  zum  Tode  Kaiser  Friedrichs  auf 
dem  Kreuzzuge  bemerkt:  >Und  mit  im  ein  bischoff  von  Basel,  ge- 
nant Heinrich  von  Homberg,  anno  1189c.    Endlich  wird  noch  anf 

sBL  235  beim  fünften  Erenzznge,  wo  Nauclems  mit  der  entstellten 
Jahrzahl  1197  (statt  1217)  als  Quelle  diente,  unter  den  mitziehen- 
den Bischöfen  auch  >Lupoldu8  Ton  RSttelen  ein  bischoff  z&  Baselc 
genannt. 

Was  nun  die  Richtigkeit  dieser  drei  Zusätze  betrifft,  so  wissen 

10  wir  von  jenem  Bischof  Rudolf  bis  jetzt  nur,  dass  er  allerdings  Tor 
895  starbt).  Bischof  Heinrich  Ton  Horburg  hingegen  starb  1190, 
jedoch  nicht  mit  dem  Kaiser,  sondern  erst  auf  der  Heimfahrt  von 
jenem  Kreuzzuge^).  Ltltold  Ton  Röteln  aber  lebte  wohl  noch  um 
1197,  jedoch   nicht  mehr  1217,   als  der  fünfte  Kreuzzug  wirklich 

IS  erfolgte.  In  der  Gestalt,  wie  diese  Zus&tze  uns  erhalten  sind,  er- 
scheinen sie  also  nur  noch  als  entstellte  Bruchstücke  jener  Ter- 
lomen  Quelle. 

Weiter  bleibt  hier  einzig  noch  die  Nachricht  voni  Zuge  Attilas 
Ton    451    nach    Gallien    zu    erwfihnen,    wobei   5  zerstörte  Städte, 

20  darunter  auch  Basel,  mit  Namen  genannt  werden.  Mit  Ausnahme 
Ton  Mainz,  das  hier  durch  Augsburg  ersetzt  ist,  sind  es  dieselben 
5  rheinischen  Städte,  welche  schon  die  Gesta  Treyirorum  nennen, 
und  welche  Königshofen  zuerst  durch  Cäsar  und  nachher  durch  die 
Franken  lässt   erobert  werden*).-     Die  Ersetzung   von  Mainz  aber 

35  durch  das  fem  Tom  Rhein  gelegene  Augsburg,  wie  unser  Text  sie 
hat,  lässt  Termuthen,  dass  in  der  Hs.  S  auch  dieser  Abschnitt,  wie 
so  mancher  andre,  auf  der  Augsburger  Weltchronik  berahe,  deren 
zahlreiche  und  von  einander  vielfach  abweichende  Druckausgaben 
mir  keineswegs  alle  bekannt  sind^).     Da  jedoch  diese  Erklärung 

30  nur  eine  muthmassliche  ist,  so  lassen  wir  diesen  kurzen  Abschnitt, 
der  sich  in  der  Hs.  S  auf  BL  189^  findet  und  statt  451  die  un- 
genaue Jahrzahl  454  trägt,  zum  Schluss  hier  im  Wortlaute  folgen. 

Anno  domini  454,  z&  der  zitt  Valenoiany  desz   keysers, 

zoch  der  greuwiich  konig  Attila,   der  Hunnen  konig,  uss  nüt 

» drymalhundertduflsent  man  in  Dutschland,   und  verdarb  und 

zerstört  vil  grosser  stett,  als  nämlich  Basel,  Augspuig,  StrasK- 

bürg,  Wurms  und  Coln,  und  vil  andere  mei. 

•         •  •    • 

1)  S.  Trouillat  1 120,  A.  1,  und  vgl.  Beiträge  VII  6. 

2)  8.  Annales  Marbaoenses,  Mon.  Germ.  S.  S*  XYII 165. 

3)  VgL  Mon.  GeräL  S.  S.  Vm  133  mit  Chron.  d.  d.  Städte  IX  700  u.  703. 

4)  VgL  oben  S.  169,  A3. 


278  GrOisere  Bader  Annalen. 


n. 

Die  Spätem  Basler  Aanalen. 
1421—1480. 

Gleichsam  eine  Fortsetzung  zu  den  Grossem  Baaler  Aniulen 
bilden  jene  kurzen,  von  1421  bis  1480  reichenden  Annalen,  welck 
uns  einzig  in  Berlingers  Etterlin  erhalten  sind^).  Diese  Aofseick- 
nungen,  die  wir  zum  Unterschied  von  den  Grossem  und  den  Kleineni 
Basler  Annalen  als  die  » Spätem c  bezeichnen  können,  gehören  zu  & 
den  jüngsten  Einträgen  des  genannten  Buches').  Auch  sind  sie 
dort  über  BL  31^  bis  97^  völlig  ordnungslos  zerstreut,  so  dass  die 
Zugehörigkeit  jedes  einzelnen  Artikels  keineswegs  feststeht,  son- 
dern theilweise  fraglich  bleibt.  Zudem  sind  mehrere  derselben  nur 
als  Zusätze  an  ältere  Einträge  angefügt  und  deshalb  sehr  unToll-i» 
ständig  erhalten. 

Auch  in  diesem  ordnungslosen  und  fragmentierten  Zustande 
zeigen  diese  Annalen  immer  noch  deutlich  genug,  dass  sie  —  nach 
ihrem  Hauptinhalte  wenigstens  —  in  Basel  Terfasst  wurden.  Denn 
nicht  nur  berichten  die  meisten  Artikel  über  hiesige  Begebenheiten,  ^ 
und  zwar  oft  ohne  die  Stadt  zu  nennen,  sondern  z.  B.  1444  heisseo 
die  Basler  einfach  >wir«,  und  z.  J.  1451  wird  »unser  burgermeister« 
erwähnt').  Einzig  zwei  Artikel  z.  J.  1440  und  1443  scheinen  aof 
nahe  Beziehungen  ihres  Verfassers  zum  Städtchen  LaufenbuTg  sa 
weisen^).  Im  übrigen  jedoch  müssen  wir  bei  der  mangelhaften » 
Erhaltung  dieser  Annalen  auf  weitere  Yermuthungen  über  deren 
Verfasser  gänzlich  verzichten. 

Dem  Inhalte  dieser  Annalen  lassen  wir  aus  Berlingen  Etterlin 
noch  eine  vereinzelte  Nachricht  z.  J.  1423  über  das  Steinenklostei 
vorausgehen,  welche  ihrer  Schrift  nach  allerdings  nicht  zu  den  späten,  ^ 
sondern  zweifellos  noch  zu  den  alten  Einträgen  dieser  Hs.  gehdii 
Möglicherweise  fand  sie  Berlinger  in  derselben  Vorlage  wie  seine 
Bruchstücke  der  Grossem  Basler  Annalen.  Doch  gehört  diese  Nach- 
richt von  1423  jedenfalls  nicht  zum  ursprünglichen,  kaum  bis  1412 
reichenden  Bestuide  dieser  Quelle,  und  so  möge  es  gestattet  sein,  ss 
in  Ermanglung  einer  passenderen  Stelle  sie  hier  unterzubringen. 

1)  8.  B.  Chron.  V  459. 

2}  Diese  spätem  Einträge  unterscheiden  sich  von  den  frühem  nieht 
nur  durch  veränderte  Schriftzüge,  sondern  namentlich  auch  dadurch,  dass 
alle  Zahlen  mit  arabischen  Ziffern  geschrieben  sind;  s.  ebenda. 

3)  8.  unten  S.  282  u.  283. 

4)  8.  unten  S.  281  u.  282.  Aus  Laufenburg  stammte  z.  B.  das  Basler 
Geschlecht  der  Seevogel,  welches  erst  um  1480  erlosch.  Jedoch  bieten  diese 
Annalen  keinerlei  Merkmal,  um  ihren  Verfasser  gerade  in  diesem  Ge- 
sehlechte  zu  suchen» 


Beilage  IL  279 

Im  übrigen  ordnen  wir  die  Artikel  dieser  Späteren  Annalen 
lediglich  nach  der  Zeitfolge,  ohne  Rflcksicht  auf  ihre  Stelle  in  der 
Hb.,  und  bei  denjenigen,  welche  nur  als  Bruchstücke  erhalten  sind, 
ergänzen   wir  das  Nöthigste    in   Cursiv.     In  dem   »Anno«,   womit 

5  nahezu  jeder  Artikel  beginnt,  fehlt  in  der  Hs.  meistens  die  Initiale, 
welche  roth  ausgeführt  werden  sollte.  Auch  trägt  nur  ein  einziger 
Artikel,  z.  J.  1421,  eine  Ueberschrift,  und  diese  verweisen  wir  des^ 
halb  unter  die  Varianten.  Hinsichtlich  der  Rechtschreibung  aber 
gilt  auch  hier  dasselbe,  was  schon  oben  zur  Chronik  des  Schwaben- 

lokriegea  bemerkt  wurde  ^). 


[71]  Anno  1423^)  wart  das  frowenoloster  zu  Basel  an  deni42s 
Steinen,  Predigerordens,  durch   Herr  Giselbrechten,  gemelten 
Ordens  prorincial  in  Tütschen  landen,  gereformiert '). 

Dazemal   was    Herr   Hans   Ryeh   von  Rychenstein   ritter 
15  burgeimeister^). 


[52^]  Anno  1421^)  donstags  vor  unsere  herren  uffart  tag|^^j^24 
lüff  ein  wilder  wolff  den   Sprung  ab,  und  durch  den  Fisch- 
merokt  und  über  den  Platz,  und  zu  sant  Johanns  thor  usz*). 

Im  selben  jar^)  an  sant  Lucien  abent  und  am  tag  was  DecisiLis 
20  der  Rhyn  also  giosz,   das  man  mit  eim  schifft)  für  an  dem 

11.  Hf :  1432  (XXn  lUit  XXm).  14.  Dm  Folgaade  L  d.  Ha.  alt  iiMhtrlglleh«r 

ZiiMts.  16.  Hi:  1421    Einiig  dieser  Artikel  trftgt  eise  üebersclirift:  Von  eiaem 

wilden  wolff. 

1)  S.  oben  S.  4.  2)  Ueber  diesen  Abschnitt  s.  oben  8.  278. 

3)  Giselbreoht  Ton  Utrecht  Ueber  diese  Reformation,  die  im  Not. 
1423  durchgeführt  wurde,  b.  eine  Notiz  im  6t  Archiv^  Steinenkloster,  BdD, 
Bl.  12,  femer  Joh.  Meiers  Chronieon  de  Eraedicatoribus  (Hs.  £  ni  13  der 
OeffentL  Bibliothek)  BL  89,  auch  Wurstisen  S.  242. 

4)  Seit  Juni  1423;  s.  Schönberg  S.  780.  Er  stund  sugleich  an  der 
Spitse  des  vom  Rathe  su  dieser  Reformation  ernannten  Ausschusses;  s. 
Wurstisen  a.  a.  O« 

5)  Da  das  hier  ErzAhlte  in  dasselbe  Jahr  gehört  wie  die  naehfolgende 
Ueberschwemmung,  so  ist  die  Jahrsahl  1422,  wie  die  Hs.  hat,  jedenfalls 
entstellt  aus  1421;  s.  unten  Anm.  7. 

6)  Durch  den  Rheinsprung,  Fischmarkt  und  St  Petersplats  cum 
St  Johannsthor. 

7)  Diese  Ueberschwemmung  geschah  im  Dee.  1421;  s.  Wochenaus- 
gabenb.  V  224  u.  226,  und  vgl.  D.  Colmarer  Chron.  &  26. 

8)  YgL  D.  Colm.  Chron.  S.  26:  mit  eime  hochbort  —  also  mit  einem 
Fraehtsdiiff,  im  Ctegensats  su  den  leichten  Kähnen  oder  >WeidUngen€, 
welche  keinen  Tie^ang  haben.  Laut  der  genannten  Quelle  gieng  auf  dem 
Fischmarkt  das  Wasser  über  den  Brunntrog  hinaus. 


280  Gröfsere  Basler  Annalen. 

Fischmerckt,  und  in  dei  Kleinen  Stat  in  dei  Ryngaflsen  mit 
weydlingen;  und  wert  2  tag  und  2  nficht. 

1424  [73]  Anno  1424,  als  der  kiieg  zu  Mülberg  gerichtet  was^j 
und  die  gemeind^)  und  die  soldner  zu  rosz  und  ze  fusz  widei 
heiuff  zugent,  als  sy  gon  Brysaoh  kament,  do  mustent  sy  in  & 
der  gemeind  siechen  g^n  Altkiloh^),  und  woltent  gon  Befort 
sin  gesogen  mit  einander^).  Do  ward  es  wendig^),  und  kament 
zusammen  zu  Volckensperg^^},  und  zugent  mit  3  rechten  houpt- 
banern^}  und  mit  2  rennfänly  von  der  stat  von  Basel,  on  an- 
der baner.  Und  warent  der  gemeind  5  tusent®),  und  deren  t- 
von  Mulberg  1500,  ze  rosz  und  ze  fusz^},  und  zugent  wider  in 
jnU  13  dise  stat  uff  sant  keyser  Heinrichs  tag,  nach  mittag  do  es 
3  schlug. 

Jiüi24         [60^]  Anno  1424  an  sant  Jacobs  abent^^)  uxu  aber  der  Ryn 
ah  grosZj  das  er  2  joch  hinweg  fürt  an  der  Rynbrucken,  yon  u 
12  untz  das  die  glock  2  schlug  ze  mittem  tag.    Und  fürent 
9  man  damit  hinweg,  die  kament  alle  wider  ussz. 


1)  8.  B.  Chron.  V  182. 

2)  D.  h.  die  Borger,  im  Gegensati  su  den  Söldnern.  Ausser  letiten, 
welche  die  Mehrsahl  bildeten,  zogen  nämlich  auf  diesem  Zuge  über  d(K) 
Freiwillige  mit,  um  dadurch  das  Btirgerrecht  su  erlangen;   8.  B.  Chron. 

IV  29  u.  148. 

3)  D.  h.  sie  sollten  mit  der  andern  Streitmacht,  welche  Ton  Basel 
gegen  Ludwig  von  Ch&lon  ausgesogen  war,  bei  Hirsingen,  1  6t«  Ton  Alt- 
kirohi  sich  yereinigen;  s.  ebend.  S.  32ff. 

4)  D.  h.  zum  ^Schutze  des  östreichizchen  Beifort  gegen  L.  7on  Ch&lon; 
8.  ebend. 

5)  Die  Ursache  s.  ebend.  S,  33. 

6)  Dieses  Zusammentreffen  bei  Folgensburg  (2^9  St  von  Basel]  ist 
nur  so  zu  erklären,  dass  die  Ton  Mfllburg  Kommenden  den  Gegenbefehl 
auf  dem  Wege  zwischen  Malhausen  und  Altkirch  erhielten  und  nun  sofort 
den  n&chsten  Weg  nach  Basel  einschlugen,  also  wahrscheinlich  über  Flachs- 
landen, Z&singen  und  Knöringen,  wfthrend  die  aus  Basel  Gezogenen  tod 
Hirsingen  wieder  tlber  Waltighofen  zurückkehrten. 

7)  Die  gesammte  Bürgerschaft  war  in  4  Panner  getheilt;  s.  B.  Chron. 

V  97,  A.  3. 

8)  Diese  Zahl  ist  jedenfalls  su  hoch;  s.  B.  Chron.  IV  187,  A.  6. 

9)  Vgl  ebend.  S.  29,  wonach  die  gegen  Mülburg  gesandte  Streitmacht 
nur  1000  Mann  betrug. 

10]  Das  hier  folgende  Bruchstück  steht  in  der  Hs. .  als  Zusatz  zur 
entspr.  Nachricht  der  Röteler  Chronik;  s.  B.  Chron.  V  188.  Das  Datuo, 
welches  dort  fehlt,  ergftnzen  wir  aus  B.  Chron.  IV  435.  VgL  audi  Bd  V  319, 
femer  Wurstisen  S.  244  und  Woohenausgabenb.  VI  47  ff. 


Beilage  IL  281 

[73]  Anno  1426  uff  sant  Agaten  tag  do  schlug  man  hexi  ^^^^^  ^ 
Daniel  Ouwei  rittei  den  kopff  ab^),  und  ward  vergraben  zu 
den  Barfussen. 

[36^]  Anno  1439,  ab  die  Armeniaci  su  Dameikilch  lagent^),  ^g^ 
» do  galt  ein  mosz  win  10  d.^);  und  im  nechsten  herpst  darnach  (Oet) 
gab  man  ein  mosz  umb  2  d. 

[73]  Anno  1440  uff  sant  Lux  tag  do  wart  die  linden  bu^^^^ 
dem  Römer  ^)  in  den  hindern  hoff  gsetst. 

[82^]  Anno  1442  in  der  wuchen  vor  der  pfaffen  yasznaoht  ^^^^^^^  ^^ 
1^  wart  zu  Basel  unser  lieben  fiawen  bild  uff  den  altar  zu  sant 
Andres  gesetzt^).    Und  hat  man  das  salve  vor  2  jär  gsungen®). 

Anno  1442  mitwochen  vor  nativitatis  Marie  wart  die  grosse  s«pi  5 
glogcken  gössen,  die  bopst  Felix  gab^). 

[74]  Anno  1442  uff  sant  Martins  tag  reyt  küng  Friderich  kot.  u 
i^Ton  Oesterrich  gon  Basel  in  die  stat^). 

[56^]  Anno  1442   do  schanckt  man  win  an   18  enden  in 
der  etat  und  uff  dem  Heissen  Stein  ^).     Aber   das  nechst  jftii443 
darnach  wart  nit  ein  mosz  daruffen  geschenckt,  also  ein  hert 
jar  kam  darnach  ^o). 
»         [60^]  Axmo  1442  uff  Nicolai  fieng  ein  grosse  kelti  an,  undj^^^ 
wert   also   lang,    das   alle   reben   erfrurend,   die   nit  gedeckt 

16.  >m«  hinter  »enden«  itt  in  der  Hfl.  nicht  molir  lesbnr,  weil  giBx  abgerieben. 

17.  rikr  das  erg&nste  »nnd«  weist  die  He.  keine  Likeke. 

1)  VsL  im  Woohenausgabenb.  VI  198  die  hierauf  beiaglichen  Aus- 
gaben. HinsichÜloh  des  Proiesses  erfahren  wir  daraus  nur,  dass  »Ton  des 
ritters  wegen«  eine  Gesandtschaft  des  Rathes  nach  Solothurn  abgeordnet 
wurd^  und  dass  des  Ritters  2  Pferde  in  Waidenburg  waren  angehalten 
worden. 

2)  Also  im  Mftri  d.  J.;  s.  B.  Chron.  IV  52. 

3)  Genau .  denselben  Preis,  nur  in  andrer  Form,  s.  unten  bei  Adelb. 
Meyer  schon  zum  Herbst  1438 :  1  som  win  von  Will  4  ib.  VgL  auch  B. 
Chron.  V  477. 

4)  In  Basel  ist  kein  Haue  d.  N.  zu  finden..  Ueber  ein  solches  in 
Laufenburg  jedoch  s.  unten  8.  282,  z.  J.  1443. 

5)  Ueber  diese  Kapelle,  wo  die  Bruderschaft  der  Sr&mer  sich  ver- 
gammelte, a  Fechters  Top.  8.  80. 

6)  Die  Bewilligung,  das  Salve  Regina  in  dieser  Kapelle  jeden  Sams- 
tag Abend  singen  su  lassen,  hatte  die  Zunft  sum  Safran  vom  Stifte  St  Peter 
durch  Urk.  vom  22.  Juni  1439  erlangt;  8.  Urk.  No.  16  des  ZunftarohiTs  s. 
Safran. 

7)  Ueber  diese  Glocke  s.  Wurstisens  Mansterbescbreibung,  8.  425  ff. 
Ueber  ihren  Umguss  von  1493  8.  oben  S.  5. 

8)  VgL  B.  Chron.  IV  52. 

9)  Ueber  den  Heisten  Stein  vgl.  ebend.  S.  282,  auch  Fechters  Top. 
S.  43. 

10)  In  Folge  des  strengen  Winters  von  1442/43;  8.  unten. 


282  Grössere  Bailer  Annalen. 

worend,  und  vil  bAmen^j.     Dazemal  sprach  man:  es  were  vil 
kelter   denn    der   winter,    dem    man   sprach    der  kalt  winter, 
1407  welcher  was  in  dem  jar  do  man  zalt  1407  2]. 
1U3         [95]  Anno  1443  do  wart  der  meister  iirten  gmaoht,  die  zu 
Louffenberg  gmacht  wart;  costet  100  Ib.  6  d.    Und  wer  buiger  ^ 
was,  der  gab  10  s.;  und  wer  nit  burger  was,  der  gab  16  s.  zem 
R8mer<). 
^^^         Anno  1444  sonntag  vor  Oszwaldi  mustent  die  dienstknecht 
an  dem  bollwerok  und  an  den  graben  wercken^). 

Aug.  (1)         Darnach  uff  sant  Osswalds  tag*)  gebAt  man  alle  bAm  undi« 
übenwerchmuren  und  heg  abshowen,   und  gartenhuailin  ab- 

(jaU  30)  Bbrechen,   von  der  Armenjäcken  wegen.     Und  uff  den  selben 
tag*)  wart  Brugg  verraten  und  gebrent. 

Desselben  mals  lagent  die  Eydgnossen  vor  Zarich  ein  teil, 
und  der  ander  teil  vor  Varssberg^).  Und  was  ynen  also  not]: 
von  Varszberg  su  fliechen,  den  Eidgnossen,  ongejagt,  das  dei 
von  Basel  grosse  büchsen  sy  dft  liessent  ligen^);  ward  ynen 
darnach  widerumb,  do  wir  Rynfelden  das  schloas  g^wunnen 
mit  grossem  costen,  den  wir  hattent. 

▲«g.  26  [75^]  Anno  1444  uff  mitwochen  nach  Bartholomei*)  be-^ 

Schach  die  Schlacht  ze  Sant  Jacob.  Do  zugent  nach  mittemacht 
mit  den  Eidgnossen  by  anderthalbhundert  von  Liechstal  und 
Waidenburg  ^^).  Wurdent  ze  beden  siten  vü  erschlagen^  [76]  lin- 
der welchen  was  ein  hertzog  von  Schotten  ^i)  und  der  oberist 

1)  Die  Kälte  wfthrte  bis  Ende  M&n  1443 ,  und  Anfangs  Mai  wurde 
es  wieder  kalt  und  schneite  2  Tage;  TgL  Berler  und  die  Strassbuiger 
Archivchroniki  beide  im  Code  historique  de  Strasbourg  II  57  u.  157. 

2)  VgL  B.  Ghron.  V  66  u.  136. 

3)  VgL  oben  S.  281,  s.  J.  1440. 

4)  Vgl.  den  hierauf  bezüglichen  Ruf  vom  30.  Juli  d.  J.,  im  Biifb.  I 
134^  femer  Wurstisen  S.  380. 

5)  Genauer  am  Samstag  vor  Oswald,  d.  h.  am  1.  August;  s.  den  beti. 
Ruf,  B.  Chron.  IV,  212. 

6)  Dieser  Ueberfall  geschah  2  Tage  vorher,  Donnerstags  d.  30.  Juli; 
S.  B.  Ghron.  V  480. 

7)  Die  Belagerung  Zürichs  hatte  Anfangs  Juli  begonnen,  diejenige 
Ton  Famsburg  erst  im  August. 

8)  Vgl.  B.  Ghron.  V,  360  u.  380. 

9)  Die  nachfolgenden  Bmchstücke  stehen  in  der  Hs.  als  2iia5tse  n 
Etterlins  Bericht  über  die  Schlacht  bei  St  Jakob. 

10)  Ueber  diesen  Zuiug,  der  sich  in  Liestal  ansehloss,  TgL  B.  Chion. 
IV  176. 

11)  Vermuthlich  ist  hier  der  Führer  der  schottischen  Söldner,  Mont- 
gommery,  gemeint  Dieser  fiel  jedoch  nicht  bei  St  Jakob,  sondern  ent 
später,  am  2.  Febr.  1445,  bei  Ebersheimmünster;  s.  den  Berieht  in  Schihei« 
Anxnerkungen  su  Königshofen,  S.  983  ff. 


Beilage  IL  283 

meisteT  sant  Johans  oidens  in  Fianokrioh^),  8o  6000  pfeid 
under  im  hat,  otich  Herr  Burekart  Münch^  der  hat  gerett^  do 
er  saeh  die  Switzei  dot  ligen:  hie  watten  wii  in  losen^). 

[80]  Anno  1449  uff  mentag  vor  Oszwaldi  was  ein  sollicher  j^^  4 
s  toindf  das  er  die  linden  niderwarff  uff  Burg  und  su  den  Bai- 
furaen'). 

[82]  Anno  1451  uff  der  heiligen  3  kiing  abent  starb  biachoff  jt^  5 
Friderich  2e  Byn^). 

[31*]    Anno   1451    uff  Martini  ^j   reit   herr   Bemhart   ©on  not.(io) 
\o  Ratberg  ritter^),   unser  burgermeister,  und  sin  gsellschaft  hie 
ufi8z    diser   stat   gon  Rom;  und  kam  wider  von  Rom  hieh&rj^t 
gon  Basel  uff  donnstag  in  der  fronvasten  ze  pfingsten^}. 


[41*]  Anno  1454  mitwochen  vor  Heinrici  imperatoris  kam  j^ 
der  hertzog  von  Burgundi  har  gon  Basel  in  dise  stat^).     Do 
15  kam  der  £rom  jung  Hans  Waltenhein  mnb  sin  jung  leben  ^). 


10 


[95*]  Anno  1459  do  tet  der  Crützer^^^]  sin  erste  predig  in  ^^ 


13 


dem  miinster  in  sim  rechen  kutzh&t^^),  uff  sant  keiser  Heinrichs 
tagy  und  was  ein  tümherr. 

[80]  Anno  1460  uff  sant  Othmars  tag,  den  16.  tag  novem-  ^^  ^^ 
»bris,  wart  die  statt  Yeldtkiloh  ob  Constantz  verbrennt ^^j. 


9.  Hf :  reit  der  obgvmuit  ritter. 


1)  Bobert  de  Brei6:  8.  Tuetey,  Los  ^oorcheun  sous  Charles  VII, 
Bd.  I  230. 

2)  Dieselbe  Aengserung  8.  bei  Berlei  a.  a.  O.,  8.  58.  YgL  jedoch  die 
ältere  und  bessere  Version  bei  Appemriler,  in  B.  Chron.  IV  255. 

3)  Dieses  Bruchstack  steht  in  der  Hs.  als  Zusatz  cum  entspr.  Bericht 
Appenwilers  und  ist  hier  aus  diesem  erg&nst;  s.  B.  Chron.  IV  302. 

4)  Vgl  ebend.  S.  305. 

5)  Genauer:  vigilia  Martini  (10.  Nov.);  s.  B.  Chron.  IV  426. 

6)  Diese  Nachricht  steht  in  der  Hs.  als  Zusats  sum  Berichte  Bein- 
heims über  diese  .Bomfahrt,  und  aus  letiterer  ist  der  Name  »herr  B.  t.  B.< 
ergänzt;  s.  B.  Chron.  V  427. 

7)  Ueber  die  Rackkehr  Tgl.  «bend.  IV  57  ff. 

8)  Vgl.  ebend.  IV  317. 

9)  Am  11.  Juli  im  Turnier;  s.  ebend.,. auch  Bd.  V,  306  u.  322. 

10)  Ueber  Johann  Cratzer  s.  Berler  S.  70  ff.,  auch  B.  dhron.  IV,  333, 
und  Viseher,  Gesch.  d.  Basler  Universit&t,  S.  141  u.  207.  Ueber  die  damals 
neu  errichtete  Stelle  des  Predigers  am  Münster  s.  Joh.  Bemoulli,  im  B. 
Jahrbuch  1895,  S.  154ff. 

11)  Ueber  dieses  Abieichen  der  Domherren  s.  B.  Chron.  V  400,  A.  3. 
Die  Stelle  des  Münsterpredigers  wurde  bei  ihrer  Stiftung  mit  einer  Dom« 
herrenpfründe  yerbunden;  s.  B.  Jahrbuch  1895,  S.  155. 

12)  Feldkirch  im  Vorarlberg.  VgL  Zürcherchron.  S.  242,  wo  das  Datum 
»Samstag  nach  sant  Othmerstag  (22.  Nov.)  sieh  auf  die  Hinrichtung  der 
Brandstifter  lu  beliehen  scheint 


284  QröBsere  Basler  Annalen. 

(1492?)  [93]  Anno  1460^)  was  gai  ein  kalter  winter,  das  vil  alter 

menschen  spiaohen:  yn  gedächte  solliches  langweiendes  winters 
^^t!^^  ^i^-     ^  fieng  an  uff  aller  heiligen  tag  im  59.  jai,  und  weit 
jg^l)  bisz  sant  Gertruden  tag  zu  mittem  mertzen. 

jaiJ*S         [^^]  Anno  1462  uff  Timotei  toas  der  Ryn  ulerfroren^  obcrtr  5 
halb  der  Rynbruok  furuff  bisz  zu  der  Pfaltz  und  zu  den  Cart- 
hüsem^). 
April  2t         Anno  1462  mitwochen  vor  sant  Jörgen  tag  kam  der  zem 
Wind  härusz^). 

ka%!vi         [^^^]  Anno  1464  mentag  nach  Bartholomei  verbrann  diet 
capell  und  bruderhusz  zu  Unser  Fräwen  im  Stein  ^}  gantz  mit 
einander. 
Aprii^l^         [^^^]  Anno  1466  uff  mitwochen  nach  dem  balmtcig  zu  nackt 
ward  Clingental  willigcklichen  von  frftw  Amalien  von  Mulinen, 
so  nit  gern  im  oloster  was,  anzündt  mit  büchsenbulver.    Ist  13 
darumb  im  kercker  by  der  schaffnerie  durch  abbruch  zitlichei 
narung  gstorben^). 

inüfx         [^^^]  Anno  1468  donnstags  sant  Agnesen  tag  ward  Landi- 

kron  yngnomen  von  Blost  dem  vogt  von  Tierstein  ^),   den  die 

von  Solaturn  daruff  hattent  gsetzt.  ^ 

1470         [83^]  Anno  1470  zugen  die  Walhen,    Lamparter  genant, 

über    den   Schwartzwald   gon    Brysach    und   darnach    in  das 

1)  Da  die  Hb.  hier  das  Jahr  1460  und  nachher  1449  angibt,  so  und 
diese  Jahrcahlen  jedenfalla  entstellt  Nun  berichten  sowohl  dia  Züreher- 
chron.  S.  ti%  als  auch  Tsehachtlans  Bemerchron.  S.  220  von  strenger  Kllte 
und  starkem  Schneefall  im  Februar  1464.  Der  Basler  Appenwfler  jedoch, 
der  die  merkwürdigen  Witterungserseheinungen  aus  dieser  Zeit  Jahr  f&r 
Jahr  niederschrieb,  kennt  fOr  Basel  nur  den  kalten  Winter  von  1461/61; 
s.  B.  Chron.  IV  336  u.  339.  Es  mag  daher  1449  entstellt  sein  aus  1461 
(XLIX  aus  LXI),  und  1460  aus  1462.. 

2)  Dieses  Bruchstück  steht  in  der  Hs.  als  Zusatz  zum  entspr.  Berieht 
Appenwilers  und  ist  daher  hier  aus  letzterm  ergänzt;  s.  B.  Chron.  IV  339 
und  Tgl.  die  vorige  Anm. 

3)  Von  1423  bis  1447  erscheint  urkundlich  Feter  zem  Winde.  Sdion 
1454  jedoch  lebte  in  Basel  aus  diesem  Geschlecht  nur  noch  eine  Frau;  s. 
Jahrrechnungsb.  U  347  und  B.  Urkb.  VII  236,  und  vgl.  Sehönberg  8. 638. 
Das  Haus  d.  N.  lag  an  der  Hutgasse,  jetit  No.  3  u.  6.  Die  hier  erwihote 
Entlassung  finde  ich  in  keiner  sonstigen  Quelle  erwfihnt;  die  Jahxiabll462 
ist  daher  nicht  verbürgt 

4)  Mariastein,  3  St  von  Basel.  Ueber  die  An£ELnge  dieses  WalKahrti- 
ortes  8.  die  Urk.  des  Concils,  vom  14.  Mira  1442,  bei  Trouülat  V  S.  791, 
femer  Wurstisen  S.  20. 

5)  Dieses  Bruchstück  steht  in  der  Hs.  als  Zusati  zum  entspr.  Beridit 
Appenwilers  und  ist  aus  diesem  ergänzt;  s.  B.  Chron.  rV347,  und  Tgl 
ebend.  IV  66  und  V  191,  ferner  Karl  Burckhardt,  i.  d.  Mittheilungen  VIII 18. 

6)  Kunzmann  Blost;  vgl.  B.  Chron.  V  192. 


Beilage  U.  285 

Ebaas^);  namen  den  armen  liiten  alles,  das  nit  vor  ynen  ver- 
borgen was. 

In  disem  jar,  fritags  vor  sant  Peters  tag  2)   frti  umb  die  pe?r.  le 
5.  stund,  kam  ein  grosser  erdbidem. 

$  [86^]   Anno   1474    mitwochen   vor   sant  J5rgen  tag   ksun]^^^^^ 

hertrög  Sigmund  gon  Basel  und  was  ein  Swytzer  worden'); 
was  10  tag  hie  zu  Basel^),  und  mit  im  500  Swytzer^]. 

[87]  Anno  1474  fritags  nach  Bartholomei  ^}  migent  die  van  Aug.  26 
Bctsel  zu  rossz  und  zfusz  gon  Tattenriet   Wann  do  vor  8  tagen  ^) 

»bat  der  hertzog  von  Burgund  sampt  sinen  dienern®)  grossen 
roab  von  lüten  und  vich  gnomen. 

Uff  fritag  nach  Mathei  anno    74  do  zoch  man  zu  dem  s«pt.  23 
andern  mal  ussz*). 

[87^]  Anno  1474  mitwuchen  Jiff  aller  seelen  tag  zugentNor.  2 

15  die  von  Basel  und  die  von  Lutzern  gon  Ellicourt;    aber  uff 
aller  heiligen  tag  zugent  vor  ynen  usz  die  von  Zürich  ^%  alle  not.  1 
usser  diser  stat  Basel  by  einer  summa  6000 1^),  alle  in  disem 
jar.     Aber   des   hertzogen   von   Osterrichs   reysiger   züg   zoch 
yemer  darzu,   und  euch  die  von  Sträszburg,    das  Elsasz  und 

10  Brysq^w  12).    Und  die  von  Bern  warent  vor  uszgezogen,   ein 

1)  Ueber  einen  ähnlichen  Zusug,  s.  J.  1473,  ygl.  B.  Chron.  IV  357. 

2)  Vor  Fetri  Stnhlfeier;  s.  ebend.  S.  355. 

3)  Anspielung  auf  die  kurz  yorher  (30.  Man)  geschloBsene  Ewige 
Richtung  iwischen  ihm  und  den  Eidgenossen.  —  Ueber  seinen  Empfang 
zu  Baael  vgl  B.  Chron.  II  79. 

4)  Am  1.  Mai  war  er  bereits  in  Breisaoh;  s.  ebend.  S.  81. 

5)  Vertragsgem&ss  waren  es  400.  Diesen  Zuiug  hatten  ihm  die  Eid- 
genossen auf  den  18.  April  nach  Basel  zu  stellen  versproehen,  um  ihm  zur 
Einnahme  der  verpfilndeten  Lande  behilflich  zu  sein ;  s.  Witte  i.  d.  Zeitschr. 
f.  Gesch.  d.  Oberrheins,  N.  F.  Bd.  VI  19. 

6]  In  der  Hs.  schliessen  sich  diese  Bruchstücke  als  Zusätze  an  den 
entspr.  Bericht  der  Chronik  der  Bnrgunderkriege ;  s.  B.  Chron.  Y  510. 

7)  Also  um  den  18.  od.  19.  August:  vgl.  B.  Chron.  11 102,  auch  Witte 
a.  a.  O.,  S.  50,  wonach  der  burgundische  Einfall  in  den  Sundgau  jedenfalls 
erst  nach  dem  15.  Aug.  erfolgte. 

8)  Er  selber  war  nicht  im  Lande,  sondern  belagerte  Neuss. 

9)  Nfimlich  nach  Dattenried,  zur  Ablösung  des  frühem  Zuzuges;  s. 
B.  Chron.  11 111  und  vgl.  oben  z.  26.  August  d.  J. 

10)  Weitere  Orte  der  Eidgenossenschaft,  welche  an  diesem  Tage  Ton 
Basel  auszogen,  s.  B.  Chron.  11.  118. 

11)  Diese  runde  Zahl,  welche  eher  zu  niedrig  als  zu  hoch  ist,  imifasst 
die  Summe  der  in  jenen  Tagen  aus  Basel  gesogenen  Basler  und  Eidge- 
genossen.  Die  1000  Oestreicher,  welche  laut  B.  Chron.  11  117  ebenfalls 
durchzogen,  jedoch  nicht  übernachteten,  sind  nicht  mitgerechnet  Die 
Sehfitzung  bei  Knebel,  auf  10000,  ist  eine  rein  muthmassliche;  s.  B.  Chron. 
nil8. 

12}  Ueber  diese  Zuzüge  s.  ebend.  S.  116,  auch  Witte  a.  a.  O.,  S.  369  ff. 


286  Grössere  Basler  Annalen. 

teil  4  tag,  ein  teil  5  tag  ^).  Und  zoch  yemerdar  volek  zu,  also 
das  der  gantzen  summa  ward  18  000  mann 2).  Und  kament 
unser  volck  Ton  Basel  und  die  Eydgnossen  har  widerum  in 
Not!^2i  ^^^®  ^^^  ^^  mentag  vor  Catherine  anno  74.  Und  bleib  uff 
unser  sitten  nie  kein  man  tod^);  das  was  der  will  gottes  on  s 
allen  zwyfel. 

▲ügfl         [^"^l  ^^  zinsztag  vor  Laurentii  anno  75  do  zoch  man  gon 
Blamont^). 

D«c^i9  [^^]  Anno  1476  donstags  vor  Thome  apostoli*)  eriruncherU 

ettlich  der  Eidgnossen  knecht  im  Ryn^  by  dem  Saltztum«  i» 

jm^6  [^^]  Anno  eo.  77  sonntags  vor  3  regum^)  ward  der  hertzog 

von  Burgund  vor  Nanse  erschlagen, 

1480         [97^]  Anno  eo.  80  ward  Clingental  gereformiert^). 

In  disem  jär^)  under  Mazemiliano  dem  fursten  von  Oster- 
rieh  hat  widerum  b  angehept  der  krieg,   den   man  nempt  denis 
andern  Burgundischen  krieg. 


1)  Die  Bemer,  welche  über  Biel  und  Fruntrat  zogen,  waren  von  Bern 
schon  am  28.  Oct.  aufgebrochen,  also  4  Tage  vor  dem  1.  Nov.;  s.  Schillings 
Bernerchronik,  Ansg.  ▼.  Tobler  1 177.  Die  Freiburger,  welche  nodt  ihnen 
sogen,  mochten  also  schon  am  27.  Oct.  aufgebrochen  sein. 

2)  Die  genaue  Zahl  s.  B.  Ghron.  III  305. 
3}  YgL  ebend.  U  125. 

4)  Es  war  diess  ein  neuer  Zusug  von  Basel  su  dem  bereits  vor  BU- 
mont  stehenden  Belagerungsheere;   s.  ebend.  n  276  u.  278,  auch  V  515  ff. 

5)  Dieses  Datum  steht  in  der  Hs.  als  Zusatz  zu  Etterlins  Berieht 
über  diesen  Vorfall. 

6)  Zusatz  zu  Etterlins  Bericht.' 

7)  Ueber  diesen  Keformationsyersuch  s.  Karl  Burckhardt,  L  d.  Mit- 
theilungenVIII  18  ff.,  und  ygl.  unten  die  Spätem  Aufzeichnungen  bei  Schnitt. 

8)  Der  Krieg  um  die  hurgundische  Erbschaft,  zwischen  MaTimilian 
und  Ludwig  XI,  war  nach  dem  Waffenstillstand  Tom  11.  Juli  1478  schon 
im  Juni  1479  wieder  ausgebrochen  und  währte  fort  bis  1482,  wo  am  23.Dec 
der  Friede  yon  Arras  geschlossen  wurde;  s.  Lichnowsky,  Gesch.  d.  Hauses 
Habsburg  VIII,  Reg.  No.  89  u.  176. 


Beilage  UL  287 

ni. 

Zerstreute  spätere  Einträge  in  Berlingers 
Etterlin. 

Zu  den  spätem  Einträgen  in  Beilii^ere  Etteilin  gehören  neben 
a  Annalen  EunAcliet  einige  lateinische  Notizen  aus  dei  Oeachichte 
Jterthame ').  Hiezu  benatzte  Berlinger  znerat  hinten  die  Bl&tt- 
r  des  gedruckten  Registers  von  Etterlina  Chronik,  wo  diese 
en    unter    der    Ueberschrift  >Nota<    mit    der    Eroberung    von 

beginnen.  Ihre  Fortsetzung  hingegen  Enden  wir  Tom  auf 
'  bis  32,  wo  sie  mit  Tarquinius  Superbas  schliessen.  Weitet 
folgen  auf  Bl.  33''  n,  34  einige  auf  Breisach  bezflgliche  Nach- 
n  in  deutscher  Sprache,  dann  wieder  lateinische  aber  den  Bau 
itiassburger  Monsters,  und  ferner  auf  Bl.  35  noch  Einiges  ans 
Item  Papstgeschichte.  Wie  die  Nachrichten  Ober  den  Sttass- 
I  Monsterbau,  so  weisen  auf  diese  Stadt  auch  drei  lateinische 
en  aus  dem  Burgunderkriege,  die  sich  als  Zusätze  zum  ent- 
senden Text  EtteiUns  auf  Bl.  84'',  86''  u,  87  finden.  Zwei 
che  Aufzeichnungen  auf  Bl.  11^  n.  U\  z.  J.  1282  u.  1376, 
e  wir  Tormals  den  OrOssem  Basier  Annalen  zugewiesen  hatten^], 
len  bei  genauerer  PrOfung  doch  nicht  dorthin  zu  gehOten,  da 
[nit  aiabiscben  Ziffern  geschriebenen  Jahizahlen  sie  als  spätere 
Ige  kennzeichnen.     AuBseideni    bemerken  wir   von  Berllngers 

drei  veieinzelte  Einträge  z.  J.  1514,  1531  u.  1551,  auf  Bl. 
110  n.  S^.  Von  rerschiedenen  späteren  Händen  aber  folgen 
•  auf  Bl.  120'*  noch  einige  Nachrichten  z.  J.  1574  n.  1623. 
der  letzten  dieser  Hände  bemerken  wir  am  Fuss  der  Seite 
die  halb  verwischten  Worte:  ....  iLutenhurgei,  bürget  tu 
P  im  jähr  1601'[?].  Wir  haben  also  hier  ohne  Zweifel  den 
meines  spätem  Besitzers  des  Buches;  doch  sind  damit  die  spätem 
ksftle  von  Berlingers  Ett«rlin  noch  keineswegs  anfgehellt. 
Die  oben  erwähnten  Notizen  aus  dem  Alterthum  und  aus  der 
geschichte  glauben  wir  hier  abergehen  zn  dürfen,  obschon  wii 
7eltchionik  nicht  kennen,  aus  welcher  sie  stammen  mOgen. 
btigen  Aufzeichanngen  hingegen,  so  unbedeutend  sie  zum  Theil 
sind,  lassen  wit  alle  hier  folgen. 


[33*]  Zur  Eroberung  Mailands  durch  Friedrich  I: 

Disei  keysei  bracht  ouch  mit  im  vod  Meylandt  die  swen  (t»9 

gea  Gervanum  und  Prothasium,  die  blibent  zu  Biytaoh*), 

1}  Vgl.  B.  Chron.  V  «69. 

t)  S.  ebend.  8. 17  u.  37,  und  vgl.  oben  S.  341,  A.  4. 

}]  Vgl  eine  ähnliche  Notis  in  B.  Chton.  IV  327,  A.  4. 


288  Qrötaere  Baaler  AniuJen. 

f&it    Reinaldolff   der    ertsbisohoff   lu    Cdln^)    dahin   uff  dem 
Kyn. 

(18S1)         [34]  Anno  1340  hat  keyser  Ludwig  Brysach  und  andere 

stett  dem  loblichen  husz  Osterrioh  versetst'). 
1185         Anno  1185  ward  Brysach  umbiogen  mit  einer  ringmure').  i 

[11^]  Albrecht  der  erst  hertzog  su  Osterrich  ist  von  sinem 
vatter  küng  Ktidolffen  2u  gewaltigem  gesetzt  über  das  land 
(12S2)  Osterrich,  anno  1291^).     Und  sin  gemachel  was  ein  hertiogin 
von  Kernten  B),  die  gebar  im  11  kinder. 

(1376)         [46^]  Anno  domini  1386  schl&g  man  zu  Basel  pfennig,  k 
die  hiesz  man  mAtli*). 


1277         [3  4]  Tunis  Argentoratensis  ecolesie  anno  Christi  1277  incepta, 
1365  et  postea  anno  domini  1365  usque  ad  galeam  consummata  est^j. 
735         Eto  Augiensis  abbas,  Argentine  episcopus  factus,  coeno- 
bium  nominis  sui  Ettenheim  oonstruxit  anno  domini  735®).      n 

(1473)  [84^]  Petrus  de  Hagenbach  Argentoratensibus  et  Basilien- 
sibus  superbissime  scripsit:  quod  non  opus  haberent  senatu  et 
consulibus,  quos  eligerent  ex  sartoribus  et  sutoribus;  nam  ipae 
mox  relit  adesse  et  sistere  presidem,  qui  neo  sartor  nee  cal- 
oearius  esset*).  ^ 

3.  1340  in  der  Hi.  nftditriglidi  eonigltrt  au  1140.  0.  Hb.:  21  kmd«r. 

19.  Hfl.:  1305. 

1)  Reinald  yon  Dassel. 

2)  Diese  Verpftndiiog  geschah  1331;  s.  Thommen,  Urk.  I  212. 

3)  Vgl.  hiesu  die  Urk.  yom  Juli  d.  J.,  bei  Trouillat  I  399,  und  An- 
nales  Marbacenses,  Mon.  Qerm.  8.  S.  XVII 16. 

4)  Diese  Belehnung  erfolgte  schon  1282. 

5)  Elisabeth,  die  Tochter  Qraf  Meinrads  von  Gön  und  Tirols  weldier 
1376  Statthalter  und  1386  Hersog  von  Kärnten  wurde;  s.  Grote,  Stamm- 
tafeln S.  53. 

6)  Diese  Münze  erscheint  in  Basel  schon  1376;  s.  im  Wochenrech- 
nungsb.  S.  505  die  Frohnfastenrechnungen  yon  1376.  Sie  galt  so  yiel  als 
ein  Heller;  s.  den  Münzvertrag  yon  1387,  im  B.  Urkb.  Y  102. 

7)  S.  Königshofen  IX  722. 

8)  Ettenheimmünster,  in  der  Ortenau,  wurde  allerdings  um  735  ge- 
gründet, jedoch  yom  damaligen  Bischof  Witgem.  Wohl  aber  wurde  duieb 
Bischof  Eddo  dieses  Kloster  um  763  erneuert;  s.  ebend.  S.  750,  A.  4. 

9)  Vgl  in  B.  Chron.  HI  373  ff.  Basels  Beschwerden  gegen  Hagenbadi. 
wo  zwar  kein  solcher  Brief,  doch  manche  sonstige  Drohung  dieser  Art  er 
wähnt  wird. 


Beilage  III.  289 

[87]  Cum  in  superiori  Burgundia  in  Ellekurt  et  aliis  op-  (i474) 
pidis  exercitum  equestiem  haberet  Caiolus,  in  dies  iriumpentem 
in  SongauTiam  et  depredantem,  Argentoratenses  cum  aliis  con- 
federatis  Ellekurt  oppugnant  et  occupant,  antehac  occisis  Bui- 

sgundionum  duobus  millibus^]. 

[86^]  Dux  Lotheiingie  Reinhaidus,  cum  sibi  quoque  metu- (i475) 
eret  a  Carolo,    petiit  in   fedus  recipi.     Quo  tempore  Carolus 
Burgundie  dux  totam  Lotharingiam,    excepta  civitate  Nanse, 
invadit.     Sic  Reinhardus  ad  arcendum  malum  vicinum  et  ad 

lü  defendendam  hano  patriam  in  fedus  recipitur^),    et  per   oon- 
federatos  illi  auxilium  decernitur. 

[44^]  Anno  1514  profesto  sancti  Sebastiani^]  hora  7.  post^^^^^ 
meridiem  fuit  Basilee  terremotus  satis  validus. 

[110]  Anno  domini  1531  mense  februarii  in  littore  HoUan- ]^^\ 
5  die  non  longo  ab  Herlemo^)  mare  piscem  ejecit  mortuum,  qui 
long^   fuit  pedibus  68;    crassitudini  ejus,    qui  viderunt,    30, 
oris  hiatui  13  pedes  tribuunt. 

[8^]  Im  1431  jor  wart  das  räthusz  zu  Mülhusen  gebuwen^].  1431 
Anno  1551    ist   es   wider   verbrunnen.     Des   selben  järs   hatissi 
»  mans  wider  angfangen  buwen. 


[120^]    Anno    1574    den    30.   mey.  ist  küng  Carolus  der  21*1^3^ 
mündt  von  Franckreich  gestorben,  nachdem  er  dreysächen  jar 
regierdt  hatt. 

Nach  Christi  geburt  1623  ist  ein  erschreckenlige  deirung  1623 
5  gewesen,  da  ein  viertzel  körn  28  pfundt  gulten  hatt,  und  ein 

}%  Hb.:  1513.  17.  Hb.:  oris  hiattts.  21.  Das  Folgende  von  Bpiterer  Hd. 

24.  Das  Folgende  Ton  andrer  Hd. 

1)  Uebei  diesen  Zug,  im  Noy.  1474,  s.  B.  Chron.  II  116  f.  u.  V  511. 

2)  Am  18.  April  1475;  s.  ebend.  Y  510,  A.  5. 

3}  Vgl.  ebend.  I  20  u.  V  199,  auch  unten  Ertzberg  z.  J.  1514.  Alle 
diese  Berichte  setzen  dieses  Erdbeben  auf  St  Sebastians  »Tag«,  also  auf 
den  20.  Januar  1514. 

4)  Harlem. 

5)  Diese  Notiz  z.  J.  1431  stammt  aus  der  Mülhauser  Chronik  bei 
Adelb.  Meyer,  BI.  30^;  s.  Mossmann,  Cartulaire  de  Mulhouse  III  534,  und 
Tgl.  unten  die  Einleitung  zu  Adelb.  Meyer.  Das  Folgende  hingegen,  z.  J. 
1551,  ist  Zusatz  von  Berlinger. 

Baaler  Chronikon.    YI.  19 


290  GrÖBiere  Basler  Annalen. 

küpflein   saltz   ein   halben   gülden,    und   ein   pfund    ancken 
5  blapert^). 

Aber  uff  die  selbige  zeit  ist  ein  schwährer  krieg  gewesen 
zwüschen  hertzug  Leoboldus  und  dem  graff  von  Mansfelden^). 

Nach  Christi  gebuit   1 623  ist  die  schreckenliche  dürung  s 
gewesen,  da  ein  iiertzel  körn  30  pfund  gulten  hatt,  und  das 
küpflein  saltz  Yj  gl*i  ^^^  ^^^  pfund.  ancken  6  batzen^). 

5.  Dm  Folgend«  tob  uidrer  Hd. 

1)  VgL  Joh.  Qrosfl,  Kurse  Basierchronik,  S.  248,  ferner  unten  gani 
dieselbe  Nachricht,  nur  yon  andrer  Hand. 

2)  Leopold  V,  Kaiser  Ferdinands  II  Bruder,  und   Graf  Ernst  tod 
Mansfeld,  der  damals  in  Niedersachsen  kämpfte. 

3)  Dieser  Preis  stimmt  sum  obigen  Butterprds  Ton  5  Flappart;  denn 
10  Flappart  oder  12  Batien  galten  gleich  viel,  nftmlich  1  Pfund  Geld. 


VI. 


Die  Spätem  Au&eiclmiingen 

bei  Schnitt 


1400—1487. 


19* 


Einleitung. 


iNeben  der  Anonymen  Chronik  und   den  Gr.  Basler  An- üebenieht 
naien  enthält  Schnitts  Handschrift,  wie  wir  früher  sahen,  aus 
unbekannter  Quelle  noch  eine  Keihe  von  Nachrichten,  welche 
mit  grössern  imd  kleinem  Unterbrechungen  den  Zeitraum  von 

5 1400  bis  1487  umfasst^).  Von  jenen  zerstreuten  Nachrichten 
des  XY.  Jahrhunderts,  welche  wir  schon  oben  als  Beilage  zur 
Anonymen  Chronik  haben  folgen  lassen'),  unterscheiden  sich 
diese  schon  dadurch,  dass  sie  nicht  zum  ursprünglichen  Bestände 
der  Hs.  gehören,  sondern,  zu  jenen  spätem  Einträgen,  welche 

icvon  Schnitt  mit  blasserer  Tinte  erst  nach  1537  hinzugefügt 
wurden  3).  Soweit  der  Raum  es  gestattete,  wurden  sie  zwischen 
den  alten  Inhalt  der  Hs.  jeweilen  beim  betreffenden  Jahr  ein- 
geschaltet. Wo  sie  jedoch  zu  umfangreich  waren,  wie  z.  J. 
1480 — 1485,   da  wurde  der  nöthige  Raum   durch  Einheftung 

15  eines  Doppelblattes  geschaffen^).  Einige  Nachrichten  z.  J.  1459 
u.  1487  hingegen,  welche  nicht  so  umfangreich  waren,  für  die 
aber  an  richtiger  Stelle  sich  kein  Raum  mehr  fand,  wurden  in 
der  Hs.  erst  weiter  hinten  eingetragen.  Doch  wurde  hiebei 
nicht  versäumt,  an  der  richtigen  Stelle  auf  dasjenige  Blatt  zu 

20  verweisen,  wo  sie  zu  finden  sind^). 

Von  diesen  Aufzeichnungen  ist  uns  einzig  derjenige  Theil,  ^£^^^°' 
welcher  die  Jahre  1439  bis  1445  betrifft,  noch  in  einer  andern 
Hs.  erhalten,  nämlich  bei  Cosmas  Ertzberg^),  und  zwar  besser 

1)  S.  oben  S.  173. 

2)  S.  oben  S.  224  ff. 

3)  S.  oben  8. 166. 

4)  Bl.  328—329;  g.  oben  8.  171. 

5)  Weil  zur  Nachricht  von  der  Wallfahrt  nach  Mont  St  Michel  die 
Jahrsahl  1459  schon  in  Schnitts  Vorlage  entstellt  war  in  1449,  so  steht  in 
der  Hs.  die  betr.  Verweisung  bei  letzterm  J«Jire,  d.  h.  auf  Bl.  320;  die- 
jenige z.  J.  1487  hingegen  s.  Bl.  331. 

6)  S.  unten  die  Einleitung  zu  Ertzberg. 


294  Späteres  bei  Schnitt. 

und  Yollständigei  als  bei  Schnitt.    Auch  für  die  übrigen  Theile 
jedoch  dürfen  wir  von  unserm  Compilator  schon  deshalb  keine 
Vollständigkeit  erwarten,  weil  er  aus  seiner  Vorlage  jedenfalls 
alles  wegliess,  was  er  schon  vorher  in  seinen  sonstigen  Quellen 
gefunden  hatte.    Aus  eben  diesem  Grunde  sind  auch  von  ein-  s 
zelnen  Nachrichten  nur  noch  Bruchstücke  vorhanden,  die  sich 
an  den  altern  Inhalt  der  Hs.  als  Zusätze  anschliessend). 
deneTb«^.         Halten  wir  uns  an  das  Vorhandene,  so  finden  wir  sunächst 
von  1400  bis  1438  nur  ein  einziges  Datum  »uff  den  18.  decem- 
bris«,  und  dieses  ist  nachweisbar  entstellt  aus:  18  kal.  decem-io 
bris^j.    Diesem  ersten  Theile  lag  also  jedenfalls  ein  lateinischer 
Urtext  zu  Grunde,  während  in  den  folgenden  Theilen  keine 
derartige  Spur  mehr  zu  finden  ist.     Von   1439  bis  1487  hin- 
gegen sind  die  Daten  häufig  und  lauten  hier  durchweg  nach 
Heiligen-   und  Wochentagen.     Da  jedoch   einzig   die   Nach-u 
richten  von  1439  bis  1445  auch  bei  Ertzberg  sich  finden,  so 
muss  wohl  für  das  weiter  Folgende  ein  andrer  Verfasser  vor- 
ausgesetzt  werden.     Wir  haben   mithin,    so   gering  auch   der 
Gesammtumfang  ist,  doch  mindestens  drei  verschiedene  Theile 
zu  unterscheiden,  nämlich  einen  ursprünglich  lateinischen  von » 
1400  bis   1438,    einen  zweiten  von   1439  bis  1445,    den   auch 
Ertzberg  hat,  und  den  dritten,  der  bis  1487  reicht  und  nament- 
lich von  1480  an  ausführlicher  ist  als  die  frühem. 

Weiter  gehört  in  der  Hs.  S  zu  den  spätem  Eintragen  noch 
jene  schon  früher  erwähnte  und  auch  in  der  Beinheimischen  s 
Hs.  erhaltene  Beschreibung  der  ehemals  üblichen  Bräuche  bei 
der  alljährlichen  Bathswahl  vor  Johannis  und  beim  Bezüge 
des  Martinszinses,  welche  erst  1521  und  1524  abgeschafft  wur- 
den ^j.  In  Kücksicht  auf  die  Eigenart  dieses  Schriftstücks 
jedoch,  welches  über  ein  Menschenalter  jünger  ist  als  die  letz-  se 
ten  jener  frühern  Au&eichnungen,  glauben  wir  dasselbe  ge- 
sondert geben  zu  sollen  und  lassen  es  daher  hier  nur  als 
Beilage  folgen. 

So  verschiedenen  Ursprungs  nun  bei  jenen  Nachrichten 
des  XV.  Jahrhunderts  die  einzelnen  Theile  sein  mögen,  so» 
stellen  wir  sie  in  der  vorliegenden  Ausgabe  immerhin  zusam- 
men als  ein  Ganzes,  das  von  1400  bis  1487  reicht,  und  welches 
wir  zum  Unterschied  von  der  gleichfalls  nur  bei  Schnitt  er- 
haltenen Anonymen  Chronik  als  »die  Spätem  Aufzeichnungen 

1)  S.  unten  S.  296,  i.  J.  1426,  und  S.  300,  z.  J.  1480. 

2)  S.  unten  S.  296,  s.  J.  1402. 

3)  S.  oben  S.  76  u.  172. 


Einleitung.  295 

bei  Schnitt«  benennen  können.  So  gering  auch  dei  Umfang 
ist,  80  enthält  doch  namentlich  der  letzte  Theil  verschiedene 
beachtenswerthe  Abschnitte,  und  schon  früher  sahen  wir,  wie 
z.  B.  der  Bericht  über  den  misslungenen  Concilsversuch  von 

s  1482  durch  Jakob  Burckhardt  in  seiner  eingehenden  Dar- 
stellung dieses  tragischen  Ereignisses  verwerthet  wurde  ^). 

Da  die  Nachrichten  von  1439  bis  1445  bei  Ertzberg  besser  Anagabe. 
erhalten  sind  als  bei  Schnitt,  so  legen  wir  in  der  vorliegenden 
Ausgabe  für  diesen  Theil  der  Au&eichnungen  die  erstere  Hs. 

10  zu  Grunde  2).  Zur  Unterscheidung  setzen  wir  vor  jeden  dieser 
Abschnitte  ein  eingeklammertes  E,  während  wir  beim  übrigen 
Text  einfach  die  Blattzahlen  von  Schnitts  Hs.  angeben.  Die 
wenigen  Ergänzungen  aber,  welche  Schnitt  für  die  Jahre  1439 
bis  1445  zum  Ertzbergischen  Texte   bietet,   unterscheiden  wir 

15  alle  durch  eckige  Klammern.  In  denjenigen  Theilen,  für 
welche  Schnitts  Hs.  die  einzige  Grundlage  bildet,  ergänzen  wir 
an  den  fragmentierten  Nachrichten  von  1428  und  1480  das 
Nöthigste  in  Cursiv  aus  dem  in  der  Hs.  vorausgehenden  altern 
Texte.    Ein  anderes  Bruchstück  hingegen,  das  in  der  Hs.  sich 

20  z.  J.  1462  an  den  Bericht  der  gedr.  Augsburger  Weltchronik 
über  die  Schlacht  bei  Seckenheim  anschliesst,  glauben  wir  in 
unsrer  Ausgabe  gänzlich  übergehen  zu  dürfen,  da  es  nur  ein 
Yerzeichniss  der  Gefangenen  enthält  und  zwar  genau  dasselbe, 
welches    in    Kremers    Geschichte   Friedrichs   des   Siegreichen 

25  schon  längst  gedruckt  ist').  In  den  wenigen  Abschnitten  von 
1439  bis  1445,  für  welche  Ertzbergs  Hs.  die  Grundlage  bildet, 
behalten  wir  auch  dessen  Kechtschreibung  bei,  und  für  diese 
verweisen  wir  auf  die  Einleitung  zu  Ertzbergs  sonstigen  Auf- 
zeichnungen.   Für  die  aus  der  Hs.  S  stammenden  Abschnitte 

30  hingegen  gilt  durchweg  dasselbe,  was  schon  früher  zu  Schnitts 
Rechtschreibung  bemerkt  wurde  ^). 

1)  S.  oben  S.  174. 

2)  Die  betr.  Abschnitte  nehmen  in  Ertzbergs  Hb.  S.  64 — 65  ein;  s. 
unten  die  Einleitung  xu  Ertsberg. 

3)  Vgl  Bl.  322b  der  Hs.  mit  Kreme;  S.  277. 

4)  S.  oben  S.  107  ff. 


1400  [296^]  Anno  1400  machten  die  von  Basel  ein  pundt  mit 
Bein  und  Solluturn,  20  jar  lang^],  und  8chriben  einanderen: 
truw  lieb  eidgnossen. 

KoT.^  [^^'^]    ^^^^   ^^^^    ^^  d®^   ^^'  ^^'  decembris')    was    ein 

grosse  uffrür  su  Basel  von  wegen  der  mints^). 

1404  Anno  1404  wurden  alle  beginnenhusser  abgethon  z&  Basel 
durch  eines  Predigermunch  predigen,  genant  bruder  Hans  von 
Mulburg^);  dan  er  stettigs  wider  die  füllen  bettler  prediget. 

1428  [304^]  Anno  1428  kam  ein  grosser  erdbtdem  zu  Baselj  das 

die  ziegel  ah  den  decheren  ßeleni^  und  fil  kemmy  zerbrach. 
Und  fiel  dasE  cruts  im  munster  uff  sant  Gallen  thur^)  herab, 
und  geschach  den  Barfusseren  grosser  schaden. 

1438  [306]  Anno  1438   galt  ein  viertzel  dinckel  4  Ib  4  s.,  ein 

viertiel  rocken   6  1b,  ein  viertzel  habren  2V2  Ih^),    ein  sester 

11.  Hb.:  Mut  O&Uen  thnrn.  IZ  Et.:  gesdiMli  Burftuxeren  groaMB  sdiAAeiL 

1)  S.  die  Urk.  vom  23.  Jan.  1400,  im  B.  Urkb.  V  290  ff. 

2)  Das«  dieses  Datum  im  latein.  Urtext  »18.  kalendas  deoembris« 
lautete  (14.  Nov.),  ergibt  sich  schon  aus  Wurstisen  S.  204. 

3)  Ueber  die  tieferen  Ursachen  dieser  Bewegung,  su  welcher  die  Aen- 
derung  der  Münse  nur  den  äussern  Anlass  bot,  s.  Heusler  8.  375  ff.,  femer 
August  Burckhardt,  i.  d.  Beitragen  XV  414  ff. 

4)  Ueber  Johann  von  Maulburg  und  seinen  Streit  wegen  der  Beginen 
B.  Wurstisen  S.  201  ff.  u.  205  ff.,  femer  B.  Chron.  V  537,  auch  Gerungs  band* 
sehriftL  Chronik,  Bl.  x. 

5)  Bis  hier  gehört  in  der  Hs.  dieser  Abschnitt  noch  zu  den  alten  Ein- 
trägen imd  stammt  aus  dem  Bericht  des  Anonymus  bei  Appenwiler  über 
das  Erdbeben  yom  12.  Dec.  1428;  s.  B.  Chron.  IV  436. 

6)  In  den  Ecken  zwischen  dem  Chor  und  den  beiden  Querschiffen 
weist  das  Münster  allerdings  noch  jetzt  den  Unterbau  zweier  Ostthürme 
auf,  und  somit  wäre  unter  »sant  Gallen  thum«,  wie  die  Hs.  hat,  der  nörd- 
liche dieser  Thürme,  neben  der  Galluskapelle,  zu  yerstehen.  Jedoch  bleibt 
es  sehr  fraglich,  ob  diese  zwei  Thürme  jemals  ausgebaut  wurden;  s.  Stehlin, 
Baugeschichte  des  Basler  Münsters,  S.  33.  Es  liegt  daher  die  Annahme 
viel  näher,  dass  hier  »thum«  entstellt  sei  aus  »sant  Gallen  thur<,  ujad  dass 
mithin  nur  das  Kreuz  auf  dem  Giebel  über  der  GaUuspforte  gemeint  sei 

7)  Die  hier  angegebenen  Getreidepreise  traten  erst  im  August  dieses 
Jahres  ein,  in  Folge  der  Missemte,  und  währten  bis  zur  Ernte  Ton  1439; 
Ygl.  B.  Chron.  IV  46  u.  52,  auch  V  428  u.  477,  ferner  Gemng  BL  y. 


1400—1440.  297 

räben  1  s.  2  d.,  ein  sestei  zybelen  1  s,,  ein  sester  erbis  8  s., 
ein  sester  linsy  7  s.,  ein  sester  bonnen  9  s.,  ein  sester  hanff- 
sommen  11  s.,  und  ein  masz  landtwin  10  d.,  und  ein  masz 
Eissesser  i  s.  4  d.^). 

5         Anno  1439  uff  Bamabe^)  giengen  die  von  Basel  mitt  crutz  j^^j2) 
zu  Unsrer  Frouwen  insz  Thotmaus^),  mit  1000  menschen.    Dar- 
nach an  sant  Alban  tag  giengent  die  usz  der  Kleinnen  stat  Jou  21 
Basel  ouch  in  das  Thotmasz  mit  crutz,  wol  mit  200  menschen. 

[£]  Anno  im  1439  uff  fritag  vor  Margarethe  giengen  dieJuuio 

i')Ton  Basel  zu  Unser  Frowen  gon  Einsidlen,  wol  mit  1000  mön- 

sehen  ^)  und  mit  24  priestern,  mit  zweyen  crutzen;  eins  trüg 

man  den  mannen,  und  das  ander  den  frowen  vor.     Giengen 

den  ersten  tag  gon  Seckingen   [hat  yeder  priester  ein  mesz], 

den  andern  gon  Brück  [hielt  man  ouch  mesz]  den  dritten  gon 

IS  Zürich,  und  den  vierden  gon  Einsidlen^),  all  so  ernstlich,  das 

es  yederman  erbarmt^).    Und  empfieng  sy  der  abbt^)  mit  dem 

heylthüm  und  grosser  wirdikeit.     Und  die  von  Zürich  t£ten 

den   luten  und  empiiengen  sy  fruntlich,  arm  und  rieh,   und 

schanckten  yederman  all  gsellschafften^). 

20         [E]  Anno   im    1440,    am    mentag   nach  Jude   nach    demoet?3i 

herbst*),  da  die  von  Zürich  und  Switz  uneinhCIig  wären,  und 

die  von  Zürich  mit  vil  volks  an  den  Spicher  ^^j  füren,  da  zugen 

die  von  Switz  ussz^^]  mit  andern  Eidgnossen.     Uff  das  fftren 

S.  Hf.:  gi6A6B.  6.  Hb.:  mit  XM  mensoheii  (stoti  M).  9.  Ueb^ncluift  in  E: 

Alt  gMebiehtes,  abgesehiiben.  20.  E:  bmIl  Judica.    In  8  fehlt  dieser  Absehniti 

1)  Zu  diesen  Weinpreisen  vgl.  Baaler  Chron.  V  477  u.  Qerun^  a.  a.  O. 

2)  Genauer  am  Tage  nach  Bamabas,  nämlich  Freitags  den  12.  Juni; 
s.  im  Hufb.  I  103^  den  Ruf  von  Mittwoch  dem  10.  Jimi  1439.  lieber  diesen 
Bittgang  und  seine  Veranlassung,  die  Fest,  s.  B.  Chron.  IV  252. 

3)  Todtmoos  bei  St  Blasien  im  Sohwarzwald,  8  St  von  Basel. 

4)  Das  scheinbar  genauere  »1400  homines«,  wie  B.  Chron.  IV  253  hat, 
ist  yermuthlich  verschrieben  aus  900  (XIIIIc  aus  Villi  <:). 

5]  Diese  letzte  Tagereise  geschah  wohl  theilweise  zu  Schiffe,  über 
den  8e& 

6)  Dass  es  jedermann  rührte. 

7)  Kudolf  Yon  Hohensaz;  s.  Mülinen,  Helvetia  Sacra  I  80. 

8)  D.  h.  soweit  sie  den  Baslem  bei  der  Mahlzeit  Gesellschaft  leisteten, 
hielten  sie  dieselben  frei. 

9)  An  diesem  Tage  begannen  zwischen  Zürich  und  Schwyz  die  drei- 
tägigen, doch  erfo^losen  Unterhandlungen  der  Vermittler,  zu  denen  auch 
eine  Gesandtschaft  Basels  gehörte;  s.  Klingenberg  S.  264. 

10)  Speicher  oder  Ff&ffikon  am  Zürchersee. 

11)  Nach  Abbruch  der  Unterhandlungen  begannen  am  2.  Not.  beid- 
seitig die  Feindseligkeiten;  s.  Klingenberg  S.  265. 


298  Späteres  bei  Schnitt. 

die  von  Zürich  wider  heym^).  Und  min  herren  von  Basel 
hatten  grosz  arbeit,  das  sy  den  krieg  richteten,  und  ward 
gericht^). 

lUaz^l         [^]  Anno  1441  uff  reminiscere^)  sohwürent  die  von  Basel 
ein  punt  mit  den  von  Bern  und  Solothorn,  hie  asu  Basel.    Des»-  & 
glichen  schwüren  sy  zu  Bern  und  ze  Solotorn  uns  euch,  in 
bywesen  unser  hotten.     [Und  schriben  einanderen:  truw  lieb 
eydgnossenj. 

▲og.^  [^]  Anno  1443  an  sant  Laurentzen  tag   da   zugent  die 

von  Basel  für  Louffenberg,  und  Iftgen   14  tag  darvor^},  ouehi« 
die   von   Bern    und   Solothorn.     Ward   gericht,   das    die  von 
Louffenberg  den  von  Basel,  Bern  und  Solothorn  10  000  gülden 
für  den  costen,  und  den  von  Basel  für  das,  so  inen  genommen 
was,  1  tusent  gülden  geben  selten^). 
A^g^         [E]  Anno  1445  an  zinstag  vor  sant  Oswalds  tag  zugendie^^ 
von  Basel  in  das  Briszgouw,  und  waren  by  600  man  von  Eid- 
gnossen  by  inen*).     Und  zugen  für  Nuwenburg,  da  nomen  sy 
by  300  houpt  vich.     Da  dannen  gon  Heitterszhein,  lagen  sy 
über   nacht.      Darnach   gon  Krotzingen,    da   brauten    sy  dry 
d&rffer^),    ward   fyent   geschruwen.      Damach   zugen    sy   gon3> 
Kilchoffen^).     Da   was   hertzog  Albrecht   von   Oesterrich   mit 

1)  Naobdem  am  4.  Not.  Uri  und  Unterwaiden  den  Schwyzera  sieb  an- 
geschlossen, erfolgte  am  5.  der  Hücksug  der  Zürcher;  s.  Klingenberg  S.  266. 

2)  Auf  die  frübem,  am  2.  Not.  abgebrochenen  Unterhandlungen  folg- 
ten Tom  12.  bis  18.  Not.  neue,  die  einen  Frieden  herbeifübrten.  Doch  der 
endgUtige  Vertrag  kam  erst  am  1.  Dec.  zu  Stande;  s.  Eidg.  Absdi.  n  143 
u.  773  ff. 

3)  Der  Bundeabrief  ist  Tom  2.  Man ;  8.  B.  Urkb.  VII 1  ff.  Das  Datum 
»uff  reminiscerec  (12.  Man)  mag  sich  jedoch  auf  den  Schwur  beliehen. 

4)  Bis  zum  23.  August,  wo  der  nachfolgend  erwähnte  Vertrag  ge- 
schlossen wurde.  Ueber  diesen  Zug  Tgl.  unten  Adelb.  Meyer  s.  J.  1443, 
ferner  Klingenberg  S.  327  ff.  und  Schillings  Bemerchron.,  Ausg.  ron  TL  t. 
Liebenau  und  W.  F.  t.  Mfllinen,  S.  41. 

5)  Diesen  Vertrag,  Tom  23.  August,  s.  B.  Urkb.  VII  24  ff.  —  SUtt 
dieses  Abschnitts  hat  S  auf  Bl.  307  als  spätem  Zusatz  zum  entspr.  Beridt 
Etterlins  über  diesen  Zug  die  irrige  Angabe:  »Und  was  deren  von  Basel 
houptman  her  Hans  Bremenstein  oberister  zunfftmeister.«  Im  amtlichen  Ver* 
zeiohnisB  der  damaligen  Hauptleute  jedoch  findet  sich  dieser  Name  nicht, 
und  zudem  wurde  Bremenstein  erst  1457  Oberstzunftmeister;  s.  libef 
DiTcrsar.  Herum,  Bl.  86*». 

6)  Von  Bern  und  Solothum.  Ueber  diesen  Zug  TgL  B.  Chron.  IV  187ffM 
276  ff.,  V  286  ff.,  376  ff.  u.  490. 

7)  Ueber  diese  3  Dörfer  s.  ebend.  IV  190,  A.  1  u.  3,  und  TgL  IV  276, 
V  287  u.  490. 

8)  Auf  denBnnd  der  3  Dörfer  folgte  Ton  Seite  der  Basler  kein  Trmteree 
Vorrücken  gegen  die  feindliche  Stellung  bei  Kirchhöfen,  sondern  sie  bliebes 
bei  Krotzingen  stehen,  um  hier  den  Angriff  zu  erwarten ;  s.  ebend.  IV 189- 


1441—1449.  299 

siner  macht,  halt  den  Kirchoff  inn,  und  den  Reinberg^)  ouch 
inn.  Da  zugen  die  von  Basel  gegen  im  in  das  veld,  sttinden 
da  wol  dry  stund  und  warten  ir;  da  weiten  sy  nit  von  dem 
berg^).     Stiessen  sy  an  wol  18  ddrffer'),  brannten  die,  ob  es 

i  sy  mflgen  w51te,  das  sy  zu  inen  kämen.  Komen  aber  nit,  sun- 
der lügten  einander  an.  Da  zugen  die  von  Basel  heym,  und 
brannten  Oetliken  die  wierburg^),  was  Juncker  Adelbergs  von 
Berenfels<^]. 

[E]  Anno  im  1445  uff  sinstag  nach  unser  lieben  &owen  ^^^  ^^ 

}  tag  se  mittem  ougsten  zugen  die  von  Basel  gon  Rinfelden  für  8«pt  i4 
die  barg,  und  Iftgen  davor  bisz  uff  des  heiligen  crutz  tag.    Da 
gaben  sy  das  uff,  das  man  sy  mit  der  hab  liesz  abziechen®]. 

[316^]    Anno   1446    am   nechsten   mitwftchen   nach    dem  |^  28 
wiennechtag  wasz  der  Birseck  also  grosz,  das  er  6  husser  am 
<  Fischmarckt  niderwarff 7). 

[323^]    Anno  1449    hat  her   Hans   von  Falckenstein   das  1449 
schlosz  Yarnsperg^)  hertzog   Albrechten   von   Oesterrich   umb 
armüt  willen  verpfendt^)  und  das  selbig  gelt  mit  sinner  bül- 
schaff,  einer  von  Hagenbach  i<^),  zu  Seckingen  verzert. 

7.  S:  und  TerbnuiieB  Oetlincken,  and  was  deren  Ton  Basel  honptnaa  her  Amoldt  TOn 
Berenfele  ritter  bnrgermeirter.  17.  Hb.:  Yamsper. 

1)  Die  Höhe  östlich  yon  Kirchhöfen. 

2)  D.  h.  beide  Parteien  stunden  sich  3  Stunden  lang  unthätig  gegen- 
über, indem  die  Oestreioher  ihre  yortheilhafte  Stellung  nicht  aufgaben,  die 
Basler  aber  sie  in  derselben  nicht  angreifen  wollten;  s.  B.  Chron.  a.  a.  0. 

3)  So  yiel  verbrannten  die  Basler  im  Ganzen,  mit  Einschluss  der  schon 
erwfthnten  3  Dörfer;  s.  ebend.  IV  190,  A.  6,  und  vgl.  V  376  u.  490. 

4)  Ueber  jiieses  Schloss,  das  sie  auf  dem  Heimweg  erst  folgenden  Tags 
(5.  August)  erreichten,  s.  ebend.  IV  192,  A.  5. 

5]  Ueber  ihn  s.  ebend.  Die  Fassung  dieses  Schlusses  in  S  (s.  Varian- 
ten) ist  jedenfalls  irrig.  Denn  Arnold  v.  B.,  ein  Bruder  Adelbergs,  war 
einer  jener  am  10.  April  d.  J.  aus  dem  Rath  ausgeschlossenen  Lehenträger, 
welche  erst  im  Not.  in  ihre  Aemter  wieder  eingesetzt  wurden ;  s.  ebend.  V  264. 

6)  Ueber  diese  Belagerung  vgl.  ebend.  IV  193  ff.,  259  ff.,  V  289  ff., 
377  ff.  u.  490. 

7)  VgL  Jahrrechnungsb.  lU  426.  Ueber  zwei  dieser  Bäuser,  deren 
leere  Hofstätten  der  Rath  1472  u.  1479  zur  Allwende  kaufte,  s.  B.  Urkb. 
Vni  333  u.  457.  Alle  6  lagen  zweifellos  auf  den  dem  Birsig  zugekehrten, 
jetzt  abgetragenen  Seiten  der  Kronen-  und  Schwanengasse.  Laut  gefl. 
Mittheilung  von  Dr.  Karl  Stehlin  wurde  ihr  Areal  erst  im  XVII.  Jahr- 
hundert aufs  neue  mit  Wohnhäusern  überbaut. 

8)  Ueber  diese  Burg  s.  oben  S.  232  ff. 

9)  Ueber  diese  Verpfändung  und  über  den  schlechten  Haushalt  Hans  von 
Falkensteins  s.  Birmann  im  B.Jahrbuch  1882,  S.87  ff.,  femer  B.Urkb.  VIU  327. 

10)  Vermuthlich  eine  Tochter  Antons  imd  Schwester  Feters  v.  H.,  des 
nachmaligen  Landvogts. 


300  Sp&teres  bei  Schnitt. 

1459  Anno  1459  hat  her  Thoman  von  Falckenstein  ^j  von  heitsog 
Sigmunden  von  Oestenich^)  durch  hilff  her  Blarquarden  von 
Baldeok  ritter^),  domallen  vogt  zfi  Vamspeig,  das  schloa 
Varnsperg  widerumb  zu  handen  bracht^). 

U49(?)  [450]  Anno  1449  in  dem  sumer^)  erhüb  sich  s&  Muiten, 
zh  Erlach,  Nuwenburg  und  ser  Landeren  ®j,  und  daselbens  nmb. 
ein  geselschafft  von  jungen  knaben,  bjr  8  und  9  jaren  und  bisz 
in  11  oder  12  jaren  alt,  ungefarlich  ob  150  knaben,  mit  einnem 
fenly,  trftg  ein  junger  knab,  und  zoch  durch  Franckreich  in 
Normandi  zu  Sant  Michel,  wider  irer  eiteren  wussen  und 
willen.  Und  vermeinten  die  eiteren,  so  sy  es  understunden 
züi  weren,  das  die  kind  stürben.  Also  zochen  die  knaben 
durch  die  land,  und  wurden  von  mencklichem  wol-  entpfangen 
und  gehalten,  und  hatten  ouch  in  den  stetten  ein  grossz  zu- 
louffen  und  uffsechens,  und  kämmen  alle  gesimd  und  frisch 
wider  heim^). 

Äug^t         [326^]   Anno  1474  uff  domstag  vor  Lorentziy  liessen  die 
von  Basel  ein  hannen  verbrennen  s)  uff  dem  Kollenberg,  der 
hat  ein  ey  geleit.    Und  wardt  das  ey  ouch  verbrant;  dan  man 
voroht,  esz  wurd  ein  wurm  darusz,    Und  der  hencker  schneid; 
den  hannen  uff  und  fand  noch  3  eyer  in  im  ligen^j. 
Angl^S         [327^]   Anno    1479    uff  sontag   nach    Bartholomey,    nach 
mittag  umb  die  6.  stund,  verbrand  zu  Louffenberg  120  husser 
und  15  menschen  ^<)). 
H80  [330]  Anno  1480   thett  der  Bin  grossen  schaden^^);  und 

10.  Hb:  in  Nonnaadm.  15.  Hs:  feflond  nnd  frist 

1)  Zu  dieser  Auslösung  war  Thomas  durch  seinen  Bruder  Harn  lehos 
1455  ermftohtigt  worden;  s.  Boos,  Urkb.  III  933  ff. 

2)  Diesem  hatte  1450  sein  Vetter  Albrecht  die  ▼orderOstreichischcn 
Lande  abgetreten. 

3}  Sein  Bruder  Hans  v.  B.  war  mit  Thomas  v.  F.  verschwägert;  s. 
B.  ürkb.  VIII  505. 

4)  Vgl.  Brückner  XVIII  2131. 

5)  Laut  der  Kölhoffischen  Cölnerehronik  währten  die  Knahenwall- 
fahrten  nach  Mont  St  Michel  nur  von  1455  bis  1457;  s.  Chron.  d.  d.  Städte 
XIV  799.  F\^r  die  obem  Rheinlande  jedoch  begannen  sie  erst  gegen  Ende 
1457;  s.  B.  Chron.  IV  330,  A.  4,  femer  Oerung  Bl.  y.  Die  Jahnahl  1449. 
wie  die  Hs.  hat,  erscheint  daher  sehr  fraglich. 

6)  Landeron  am  Bielersee. 

7)  Nicht  so  günstig  lautet  der  Bericht  bei  Gerung  a.  a.  O. 

8)  Er  wurde  vorher  getödtet;  vgl.  B.  Chron.  II 102. 
9]  Vgl.  ebend.:  alia  duo  ova. 

10)  Vgl.  ebend.  V  527. 

11)  In  der  Hs.  schliesst  sich  das  Folgende  als  Zusats  an  einen  Ab- 
schnitt über  die  Rheingrösse  vom  Juli  1480,  der  aus  dem  Anonymus  bei 
Schnitt  und  demjenigen  bei  Ertzberg  compüiert  ist;  s.  oben  S.  232. 


1459—1480.  301 

sohwalt  sich  hindersich  ubei  den  Kornmerok  bisz  zürn  Gleyen  ^]. 
Und  für  die  brugk  zu  Keyserstül  und  ze  Louffenberg,  Seckingen, 
Rinfelden  hinweg^). 

[328]   Anno  1480  uff  die  liechtmesz^)  wurden  die  closter-JJJ^ 
frouwen  zft  Clingental  zu  Minderen  Basel  usz  irem  oloster  ver-  ^ebr.  2 
triben  und  uszgestossen  durch  die  Predigermunch  ^)  zu  Basel, 
mit  hilff  hern  Fetter  Botten  burgermeisters  zu  Basel  ^];   und 
ward  bemelt  closter  zu  Clingentall  mit  anderen  closterfrouwen 
Predigerordens  von  der  observantz  besetzt*). 

Also  die  vertribnen  und  uszgestosznen  &ouwen  enthielten 
sich  ettlich  zu  Sittzenkilch  in  des  Margraffen  land^),  ettliche 
XU  Werr^jy  ettliohe  by  iren  frunden;  und  zu  lest  sind  sy  all 
zusammen  kommen  gon  Mulhussen^).  Do  haben  sy  sich  nider- 
gelann  und  da  beharret,  bisz  das  sy  wider  genn  Basel  kom- 
men sindt.  Do  warend  sy  sechs  wuchen  an  einem  offnen  wirt, 
mit  namen  zum  Storchen  ^^j,  bisz  zu  end  der  sach. 

Disse  ding  kommen  für  die,  so  von  alterhar  dem  closter 
Clingentall  verwandt  warendt,  nämlich  für  hertzog  Sigmund 


1)  Das  Hans  >sum  Qleyen«  (zur  Schwertlilie),  später  »zur  Klayen« 
genannt,  bildete  einen  Theil  des  jetzigen  Hauses  No.  1  der  Gerbergasse. 
Sonstige  Berichte  erwähnen  nur  die  Ueberschwemmung  des  Fisohmarktes; 
8.  B.  Chron.  V  531.  Diese  Wassersnoth  am  Kornmarkt  mochte  jedoch  in 
dem  gleichzeitigen  Anschwellen  des  Birsigs  ihre  Ursache  haben. 

2)  Vgl  B.  Chron.  a.  a.  O. 

3)  Ueber  die  Reformation  von  Klingenthal,  ihre  Ursachen  und  den 
darüber  geführten  Streit  s.  Karl  Burckhardt,  in  den  Mittheilungen  VIII 15  ff. 
Nachdem  die  bisherigen  37  Nonnen  wegen  ihres  Widerstandes  schon  am 
10.  Januar  waren  verhaftet  worden,  kam  am  28.  ein  Vergleich  zu  Stande, 
worauf  sie  Montags  vor  Lichtmess,  am  31.  Januar,  das  Kloster  verliessen; 
s.  ebend.  S.  19  ff. 

4)  D.  h.  durch  den  Provinzial  des  Predigerordens  in  Deutschland, 
Jakob  Ton  Stubach,  welchem  Sixtus  IV  die  Reformation  dieses  Klosters 
aufgetragen  hatte;  s.  ebend. 

5)  Die  Reformation  geschah  hauptsächlich  auf  Betreiben  des  Raths, 
der  sich  schon  seit  1459  beim  päpstlichen  Stuhl  hiefür  verwendet  hatte; 
s.  ebend.  S.  16  ff.    Ueber  P.  Rots  Betheiligung  s.  ebend.  S.  19. 

6)  Der  neue  Convent  von  13  Nonnen  aus  dem  Kloster  Engelspforten 
zvL  Gebweiler  hielt  seinen  Einzug  schon  am  13.  Januar;  s.  ebend.  S.  20. 

7)  Zu  Sitzenkirch,  bei  Kandem,  war  ein  Frauenkloster. 

8}  Zu  Wehr,  6  St.  östl.  von  Basel,  war  bis  1273  der  ursprüngliche 
Sitz  des  Klosters  Klingenthal,  und  von  jener  Zeit  her  besass  es  dort  noch 
ansehnliche  Güter. 

9)  Im  März  1482;  s.  Eidg.  Absch.  UI 1,  S.  116. 
10)  Im  Gasthof  d.  N.  an  der  jetzigen  Stadthausgasse.    Dieser  Aufent- 
halt föllt  in  den  Sept.  und  Oct.  1482;  s.  K.  Burckhardt  a.  a.  0.,  S.  29. 


302  Späteres  bei  Schnitt. 

von  Osterrioh  als  leohter  castvogt  des  closteis  Clingentall^). 
Der  schickt  graff  Oschwalden  von  Dierstein  domallen  landvogt 
zu  Ensseszheim  2),  margraff  R&dolff  her  zft  Rottelen,  und  gemein 
Eydgnossen  von  allen  orten  ^j,  mit  namen  her  Hans  Waldman 
domallen  burgermeister  sft  Zürich^),  mit  sampt  der  dostei-  & 
frouwen  frundtschaffk.  Do  ward  hin  und  wider  in  der  sach 
zwisohet  beyden  closteren  getediget,  das  die  Prediger  allen 
kosten  und  schaden  selten  ussrichten  und  zallen^).  Und  mftsten 
die  olosterfrouwen  von  der  observantz  wider  usz  dem  cloetei 
wichen  <^);  die  kämmen  all  in  her  Fetter  Rotten  husz^.  i^ 

Do  das  die  Predigermunch  hortendt,  das  der  costen  ubei 
sy  solt  uszgan,  da  luden  sy  zft  gast  alle  bottschafiten  von  dei 
Herschafft  und  gemeinen  Eydgnossen^],  [328^]  und  beclagten 
sich  hoch  und  schwerlich,  wie  das  innen  der  u%eleyt  costen 
zft  unmessig  grossem  verderben  irs  closters  stund,  und  mftchteni} 
die  conventbruder  nit  mer  erhalten  noch  emeren.  Also  waid 
von  gemelten  bottschafflben  erkant  und  beschlossen,  das  yedei 

15.  Hl.:  ifi  onm«  grossen  ▼•rdsrben. 

1)  Ueber  seine  Parteinahme  für  die  vertriebenen  Nonnen  s.  K.  Burek- 
hardt  S.  22  ff.    Zum  Kastvogt  ernannten  diese  ihn  erst  1483 ;  s.  ebend.  S.  31. 

2)  Oswald  von  Tierstein  ergriff  schon  im  Not.  1480  Partei  für  die 
vertriebenen  Nonnen.  Als  östreiohischer  Landvogt  jedoch  folgte  er  auf 
WilheUn  von  Rappoltstein  erst  1482^  und  1487  verlor  er  dieses  Amt;  s. 
ebend.  S.  24  ff.,  femer  Eid^.  Asch.  III  ],  S.  127,  und  vgl  unta 
S.  305,  A.  7. 

3}  S.  K.  Burckhardt  S.  26  ff. 

4)  Waldmann  henkelte  Namens  der  Eidgenossen  den  am  12.  Oct 
1482  zu  Neuenburg  a.  Rh.  zwischen  den  Parteien  vermittelten  Ausgleich. 
Auch  war  er  als  Gesandter  auf  dem  Anfangs  Oct.  1483  au  Basel  gehaltenen 
Tage;  s.  Eidg.  Absch.  HI  1,  S.  133  u.  165. 

5)  Auf  den  am  11.  März  1482  zu  Basel  gefällten  Schiedsprach  der  Eid- 
genossen und  Herzog  Sigismunds,  der  schon  ganz  zu  Gunsten  der  Ter- 
triebenen  Nonnen  lautete,  folgte  am  12.  Oct.  d.  J.  der  Vertrag  von  Neuen- 
bürg a.  Rh.,  und  gestützt  auf  eine  Bestimmung  dieses  letzteren  forderten 
hierauf  die  Ausgetriebenen  vom  Predigerorden,  d.  h.  von  dessen  Kloster  in 
Basel,  den  Ersatz  ihres  Schadens  und  aller  Kosten,  deren  Betrag  sie  auf 
36000  Gl.  berechneten;  s.  Eidg.  Absch.  HI  1,  S.  116  u.  133,  auch  K.  Burck- 
hardt S.  27  ff. 

6)  Im  Oct  1482;  s.  Burckhardt  S.  29. 

7)  Er  wohnte  damals  am  Münsterplatz,  im  spätem  Falkensteinerhof. 
jetzt  No.  11,  laut  gef.  Mittheilung  v.  Dr.  K.  StehUn. 

8)  D.  h.  nach  langen  Verhandlungen  über  diese  Streitfrage  hieltec  die 
Gesandten  der  Eidgenossen  und  Herzog  Sigismunds  am  30.  Sept  14^ 
neuerdings  einen  Tag  zu  Basel,  der  bis  zum  8.  Oct.  währte,  und  wohl  erst 
damals  erfolgte  das  hier  erwähnte  Gastmahl;  s.  K.  Burckhardt  S.  30  und 
Eidg.Absoh.ini,  S.  165  ff. 


1482.  303 

theyl  den  halben  costen  geben  solt^j.    Und  ist  dei  cost,  so  in 
disser  handlung  uffgeloffen  ist,  thüt  36  000  guldin. 

Anno  1482  kam  ein  bischoff  Predigerordens,  mit  namen  i482 
Andreas  Craynensis  2),  von  Welschen  landen  3)  gon  Basel.    Der 

5  selbig  bischoff  was  wider  den  bapst  Sixten  des  namens  der 
viert,  von  wegen  sinnes  ergerliohen  huszhaltens,  und  linder- 
stund  ein  gemein  consilium  wider  den  bapst  Sixtum  zu  be- 
rufen, uff  das  er  abgesetzt  und  ein  anderer  bapst  gemacht 
wurde.    Uff  sollich   bracht   der   gemelt  bischoff  von  keysser 

loFriderich  dem  drytten  und  von  yil  anderen  stetten,  cumunen 
und  pottentaten  versiglette  mandaten  und  brieff,  das  man  ein 
consilium  sAlte  halten^),  nämlich  in  der  stat  Basel. 

Alss  nun  sollich  mandaten  und  brieff  einnem  ersammen 
rath  der  stat  Basel  von  dem  bischoff  uberantwurt  ward,  und 

15  ein  rath  befand,  das  es  des  keyssers  befeloh  was,  weiten  sy 
sich  nit  darwider  setzend,  sonder  bewilgetten  dem  bischo^ 
sollichem  sinnem  befelch  nachzukommen. 

Also  uff  unser  frouwen   verkundung   tag  in   der    vasten  xm  25 
anno  1482  verkundt  der  ertzbischoff  Craynensis  im   munster 

20  zu  Basel  ein  gemein  consilium  der  gantzen  Christenheit  usz, 
wider  den  bapst  Sixtum.  Man  liesz  in  ouch  in  der  stat  Basel 
usz  und  inrytten  und  sinnem  furnemen  stat  [329]  thtin^). 

In  dem  begab  sich,  das  der  bapst  so  vil  by  keysser  Fride- 
richen  versch&ff,  das  der  keysser  sin  band  abzoch  und  ouch 

^siime  mandatten  und  vorigen  befelch  abthett  und  sich  des 
consiliums  nit  mer  annemen  wolt^).  Do  das  beschach,  do 
schreib  der  bapst  in  alle  land,  und  thett  den  bischoff  und  ein 

1)  Nicht  ganz  die  Hälfte  der  geforderten  36000  OL,  wohl  aber 
1 1 500  OL  wurden  dem  Predigerklostei  durch  den  Spruch  vom  8.  Oct  1483 
als  zu  zahlende  Entsch&digung  auferlegt;  s.  £idg.  Absch.  a.  a.  O.  Die 
Zahlung  dieser  Summe  erfolgte  jedoch  erst  1487;  8.  Burckhardt  S.  31. 

2)  Das  Bizthum  Laibach,  welches  das  Herzogthum  Krain  umfasst,  war 
erst  1461  errichtet  worden  und  stand  unter  keinem  Erzbischof^  sondern 
unmittelbar  unter  dem  Papste,  daher  Bischof  Andreas,  ein  geborner  Slövene, 
sich  Erzbischof  nannte.  Ueber  ihn  s.  Jakob  Burckhardt  i.  d.  Beiträgen 
VI  ff. 

3)  N&mlioh  von  Rom,  wohin  er  als  Gesandter  Kaiser  Friedrichs  ge- 
kommen war;  s.  ebend.  S.  25  ff.  u.  106. 

4)  Schreiben  dieser  Art  sind  keine  erhalten;  über  die  Frage,  ob  solche 
jemals  vorhanden  waren,  ygL  ebend.  S.  27  und  51. 

5)  Schon  am  26.  März  wurde  ihm  auf  sein  Gesuch  freies  Geleit  zu- 
gesichert; 6.  ebend.  S.  29. 

6)  In  diesem  Sinn  schrieb  der  Kaiser  an  Bischof  Andreas  und  an 
Basel  am  19.  Oct  d.  J.;  s.  ebend.  S.  57  ff. 


304  Späteres  bei  Schnittt 

statt  Basel  in  den  höchsten  bann^).  Also  nam  ein  stat  Basel 
Jan.  6^^  ^^^  bischoff  Crajrnensis  uff  der  hejrlligen  dry  kunigen  abent 
anno  1483  gefencklich  an,  und  legetten  in  uff  Spallenthor^) 
in  einen  sali,  darin  er  etlich  lange  zitt  lag^).  Zi&  lest  kam  er 
in  verzwifflung  und  widermüt,  und  erhanckt  sich  selbe  in  der  ^ 
gefencknusz^).  Also  ward  er  in  ein  vasz  geleyt  und  uff  dem 
1485  Rin  hinweg  geschickt  anno  1485^). 

In  dissen  hendlen  warendt  die  von  Basel  stettigs  in  des 
bapsts  bann  und  Ungnaden,  daruff  dan  gemeynei  stat  ein 
mercklicher  grosser  costen  gieng,  bisz  sy  des  bapst  gnad  wider-  \^ 
umb  erlangen  möchtend^).  Zu  lest  do  schickt  der  bapst  ^J  ein 
legatten,  was  ein  Barfussermunch  genant  Benediotus  Mansella 
de  Pontecurvo,  gen  Basel  ^).  Do  m&st  ein  gantzer  rath,  nuw 
und  alt,  recht  mit  schwartzen  und  grauwen  rocken  barhoupt 

1)  Die  Bannbulle  gegen  Bischof  Andreas  s.  St&dt  Urk.  1482  Juli  16. 
Ijreil  nun  Basel  dessen  Auslieferung  verweigerte,  so  verhängte  der  Legat 
Angelus,  Bischof  von  Sessa,  Anfangs  Nov.  über  die  Stadt  den  Bann,  und 
noch  am  14.  Dec.  erliess  Sixtus  IV  gegen  Basel  eine  Kreuszugsbulle;  s.  6. 
Urkb.  VIII  498,  500  u.  502  ff.,  und  vgl.  J.  Burckhardt  a.  a.  0.,  S.  61  ff. 

2)  Nachdem  er  in  seiner  Wohnung  in  Klein-Basel  seit  mehreren 
Woehen  war  bewacht  worden,  erfolgte  seine  Verhaftung  schon  am  18.  Dee., 
am  Schluss  einer  Verhandlung  vor  versammeltem  Rathe,  bei  welcher  die 
päpstlichen  und  kaiserlichen  Gesandten  als  Kläger  gegen  ihn  aufgetreten 
waren.  Da  jedoch  der  Rath  sich  3  Tage  Bedenkzeit  vorbehielt,  so  wurde 
er  vorläufig  nur  im  Rathause  gefangen  gehalten,  und  erst  nach  einer  neneo 
Verhandlung,  vom  21.  Dec.,  wurde  er  ins  Oefängniss  auf  dem  innem  Spalen- 
thor  verbracht  und  vorübergehend  sogar  gefesselt;  s.  J.  Burckhardt,  S.  67 ff., 
und  AVochenausg.  S.  507—511.  Dort  aber  widerrief  er  schon  am  2.  Januar 
seine  Aeusserungen  gegen  den  Papst  und  unterwarf  sich  der  päpstlichen 
Gerichtsbarkeit;  s.  Stadt.  Urk.  1483  Jan.  2.  Der  5.  Januar,  auf  welchen 
unser  Text  seine  Verhaftung  setzt,  beruht  also  jedenfalls  auf  Irrthum. 

3)  Er  blieb  gefangen,  da  der  Papst  seine  Auslieferung  forderte,  wäh- 
rend umgekehrt  der  Kaiser  verlangte,  dass  er  nicht  ausser  Landes  gefuhrt, 
sondern  auf  deutschem  Boden  vor  Gericht  gestellt  werde.  Die  Verhand- 
lungen hierüber  s.  bei  J.  Burckhardt  S.  83  ff. 

4)  In  der  Nacht  vor  dem  13.  Nov.  1484;  s.  Brilinger  Bl.  110,  auch 
Wochenausgabenb.  S.  616,  z.  13.  Nov.  d.  J.,  und  vgl.  J.  Burckhardt  S.  93  ff 
Ueber  den  muthmasslichen  Beweggrund,  warum  der  Bischof  gerade  damals 
sich  entleibte,  s.  ebend.  S.  97  ff. 

5)  Dies  geschah  erst  am  12.  Januar  1485,  weil  die  Ankunft  des  Legaten 
Benedikt  Mansella  abgewartet  wurde;  s.  Brilinger  a.  a.O.,  femer  Wochen- 
ausg.  S.  626  u.  628,  und  vgl.  J.  Burckhardt  S.  100  ff. 

6)  Die  Schuld  hieran  lag  hauptsächlich  am  Legaten  Angelus;  s.  ebend. 
S.  80  ff. 

7)  Auf  den  im  August  1484  verstorbenen  Sixtus  IV  war  Innocens  VIII 
gefolgt. 

8)  Sein  Beglaubigungsschreiben,  vom  30.  Nov.  1484,  s.  bei  Burckhardt 
S.  96  ff.     Er  traf  Anfangs  Januar  1485  in  Basel  ein;  s.  ebend.  S.  100. 


1483—1487.  905 

und  uinbgurtet  für  das  munster  gan,  und  sych  vor  dem  munBter 
bekennen  unrecht  gethann  haben,  und  umb  verziohnusz  und 
gnad  bitten.  Also  nam  der  legat  ein  yeden  besunder  und  fürt 
in  by  der  hand  in  das  munster  für  den  k3r,  do  sprach  er 
sinnen  gemeinlich  die  absolucion ^). 

[331]    Anno   1486    lebt   bruder  Claus   von   Underwald  in(i487) 
einnem  wald,  an  menschliche  spiss,  uff  20  jar^]. 

[451]  Anno  1487  uff  zinstag  nach  sant  Johans  tag  ze  ^un-^^ 
wenden,  was  sant  Johans  und  Paulus  tag,  nach  mittag  umb 
i<idie  5  kam  ein  grosser  hagel,  desz  glichen  kein  mensch  nie 
gedacht  oder  erhört  hatt^).  Es  fiellen  stein  als  grosz  als  werff- 
kugelen  und  als  hunnereyer,  die  zerschlügen  die  ziegeldecher 
und  die  glaszfenster.  Und  schätz  man  den  schaden,  so  zu 
Basel  beschechen  wer,  ob  70000  guldin^j. 

ib         Anno   1487    da   haben   sich    die   nachgeschribnen   herren  i487 
wider  hertzog  Sigmunden  von  Osterrich  z&sammen  verbunden'), 
nämlich  graff  Jörg  von  Sargans  <^),  graff  Gaudentz  von  Mettsch 
zu  Kirchberg,  graff  Oschwald  von  Dierstein^,  graff  Heinrich 
von  Furstenberg  der  junger^),  her  Hansz  Wernher  von  Zym- 

2ö  meren,  Hans  von  Vehingen,  Gotthart  Hartlieb,  Cristan  Winckler, 
Jacob  Stritt,  Pauly  Marquart,  Thoman  Bipperlin  *),  Anna  Spiessin. 

12.  Hs:  und  also  hunnereyer.  14.  He.:  besechen  wer,  ob  LXXM  gnldin. 

21.  Hb.:  Thom«n  Bipperin. 

1)  Ueber  diese  Ceremonie,  die  sich  am  23.  Januar  1485  vollzog,  s. 
J.BuTckhardt  S.  101  ff.,  auch  Brilinger  a.  a.  0.  und  Stadt  Urk.  1485  Jan.  23. 

2)  D.  h.  er  starb  1487,  nachdem  er  20  Jahre  im  Ranft  als  Einsiedler 
gelebt  hatte;  Tgl.  B.  Chron.  V  538. 

3)  Vgl  B.  Chroo.  V  535,  auch  unten  Ertzberg  s.  J.  1487. 

4)  VgL  B.  Chron.  a.  a.  0. :  über  die  60  tusend  guldin. 

5)  D.  h.  sie  missbrauchten  ihren  Einfluss  beim  Hersog  zum  Schaden 
des  Kaisers;  s.  hierüber  Lichnowsky,  Gesch.  d.  Hauses  Habsburg  VIII  74  ff., 
sowie  auch  den  kaiserlichen  Aechtungsbrief  vom  8.  Januar  1488,  im  Fürsten- 
bergischen  Urkb.  IV  61  ff.   Mit  letzterm  stimmen  die  hier  folgenden  Namen- 

6)  Ueber  diesen  letzten  Sprössling  der  Qrafen  von  Werdenberg«^argans 
s.  St  Oaller  Neujahrsblatt  1888,  S.  28  ff. 

7)  O.  V.  Tierstein  war  seit  1482  des  Herzogs  Landvogt  im  Elsass  und 
Bieisgau;  s.  oben  S.  302,  A.  2.  Im  Aechtungsbriefe  vom  8.  Jan.  1488  wird 
er  noch  genannt.  Bald  nachher  jedoch  starb  er;  s.  Fürstenb.  Urk.  IV  61 
und  vgl.  B.  Jahrbuch  1883,  S.  82. 

8}  Dieser  allein  wurde  im  Mai  1489  begnadigt  und  fiel  1499  bei 
Dornaoh;  s.  Fürstenb.  Urk.  IV  63  u.  84.  »Der  jüngere«  heisst  er  hier  zum 
Unterschied  von  H.  v.  Fürstenberg-AVolfzch,  welcher  1490  starb;  s.  ebend. 
UI  530  ff. 

9)  Vgl.  ebend.  IV  61 :  Thoman  Puperlin. 

BMler  Chroniken.    VI.  20 


306  Sp&tereB  bei  Schnitt. 

Sind  ouoh  von  wegen  ir  miszhandlung  duich  keysser  Fride- 
richen  in  acht  und  ban  gethon^),  und  verluttet  und  ver- 
schossen, das  sy  niemand  behussen  oder  hoffen,  desiglichen 
essen  und  trincken  geben  dorfft 

2.  Ha.:  in  aeh  und  ban. 


1)  S.  Farstenb.  Urk.  IV  61.  Diesem  Aechtungsbiiefe  vom  8.  Jan.  14SS 
gieng  schon  am  6.  Oct.  1487  ein  Haftbefehl  voraus;  s.  Liehnowsky  VIII, 
Kegesten  No.  1029. 


Beilage. 


Die  Beschreibung  zweier  alter  Bräuche. 

Die  nachfolgende  Beschreibung  der  frühem  Bräuche  bei  der 
Rathflwahl  und  beim  Bezug  des  Martinszinses  findet  sich^  wie  schon 

&  früher  bemerkt,  in  der  Hb.  S  auf  BL  347 — 348,  aber  zugleich  auch 
in  der  Beinheimiachen  auf  Bl.  196^ — 198^).  Wiewohl  nun  der 
letztere  Text  einzelne  Ergänzungen  bietet,  die  wir  in  eckigen  Klam- 
mem beifügen,  so  erweist  sich  immerhin  der  erstere  im  Ganzen  als 
der  Yollständigere,  so  dass  wir  ihn  dieser  Ausgabe  zu  Grunde  legen 

10  müssen.  Auch  beruht  lediglich  auf  dieser  Hs.  8  eine  Abschrift 
bei  Cosmas  Ertzberg^}. 

Da  die  hier  beschriebenen  Bräuche  erst  1521  und  1524  ab- 
geschafi^t  wurden,  so  kann  dieses  Schriftstück,  dessen  Verfasser  wir 
nicht  kennen,  wohl  erst  um  1530  entstanden  sein.    Seine  Bedeutung 

15  aber  wurde  schon  von  Wurstisen  erkannt,  der  es  in  seiner  Münster«- 
beschreibung  grOsstentheils  ausschrieb^). 


Ein  alter  bruch  s&  Basel  gewessen. 

Ee  ist  ein  alt  haikomen  der  stat  Basel,  das  man  alweg 
uff  Bontag  vor  Johannis  bapstiste  z&  sunwenden  einnen  burger-  J^^  ^4 

20  meiste!  und  einnen  oberister  zunfftmeister,  euch  einnen  er- 
sammen  lath  geordnet  und  gesetzt  hatt.  Und  was  die  chur 
und  walh  also:  Nämlich  uff  samstag  vor  Johannis  am  morgen 
fireuw  ward  in  einnem  ersammen  rath  dry  erenman  uszge- 
schickt^),   do  ein  jeder  zu  dem  eren  ampt  des  burgermeister- 

isthiimbs  wol  dugentlioh  was.     Under  dennen  ward  vom  lath 

1)  Vgl  oben  8.  78  ff.,  172  u.  294. 

2)  S.  unten  die  Einleitung  lu  Ertaberg. 

3)  S.  Beiträge  XII  473  ff. 

4)  D.  h.  es  wurden  3  Rathsglieder  erwählt,  und  diese  begaben  sieh  in 
Austritt,  indess  nun  aus  dem  dreifachen  Vorschlage  die  Walü  des  Bürger- 
meisters getroffen  wurde. 

20* 


308  SpAtereB  bei  Schnitt. 

einnei  s&  einnem  burgermeister  eiwelt^).  Und  nach  mittag  so 
gieng  ein  rath  in  des  bischoffs  hoff^)  und  zeigt  dem  bischoff 
oder  sinner  gnaden  anweldt^]  die  dry,  so  sy  z&m  burgermeister- 
thümb  uszgeschickt,  ouch  wellichen  sy  zu  einnem  burgermeister 
erweit  betten;  darby  liesz  es  dan  der  bischoff  blipen^}.  Doch  :> 
so  was  der  bischoff  der  walh  einnes  oberisten  zunfftmeisters 
fry;  den  mScht  er  nach  sinnem  willen  und  gefallen  er- 
wellen. 

Ouch  so  was  der  bruoh,  das  des  bischoffs  vier  lecfaen- 
geschlecht  ^),  als  Berenfels®),  Riehen,  Eptingen^),  Schonenberg  ^i,  » 
yetlicher  uff  obgeschribnen  samstag  nach  mittag  ein  gesattlet 
pferdt  uff  das  ein  [ins  richthusz]^)  stellen  müst.  Daruff  sassen 
die  vier  amptlutt  am  Stattgericht  z&  BaseP^j,  und  hatt  yetlicher 
ein  weisz  steblin  in  der  hand,  und  ritten  durch  die  statt,  und 
rtifft  einner  nach  dem  anderen:  Ich  butt  uch  morn  uff  denu 
hoff  für  min  gnedigen  heren  den  bischoff,  knecht  und  die 
meister  —  das  sind  edel  und  burger  —  wan  man  [die]  glocken 
am  morgen  hört  lütten,  bim  eyd!     Ouch  uff  den  selbigen  tag 

10.  Hb.:  Schonoaw;  In  B  fehlen  diese  4  Kamen. 

1)  Der  Kath  hatte  eigentlich  nur  das  Recht  eines  dreifachen  Vor- 
schlages, aus  welchem  dann  der  Bischof  die  Wahl  zu  treffen  hatte.  Schon 
frühe  jedoch  war  die  Gewohnheit  entstanden,  von  Seite  des  Käthes  in 
Betreff  dieser  Wahl  Wünsche  eu  äussern,  denen  dann  der  Bischof  r^el- 
massig  entsprach,  und  so  wurde  in  Wirklichkeit  der  Bürgermeister  aller- 
dings durch  den  Rath  gewählt  und  durch  den  Bischof  nur  bestätigt.  Der 
Dreiervorschlag  des  Rathes  war  also  zur  leeren  Förmlichkeit  geworden. 

2j  Der  Bischofshof,  neben  dem  Kreuzgang  des  Münsters. 

3)  Die  Procuratoren  des  geistlichen  Gerichts. 

4)  D.  h.  er  bestätigte  den  vom  Rathe  Vorgeschlagenen. 

5)  Die  hier  genannten  4  Adelsgeschlechter  waren  mit  den  bischöf- 
lichen 4  Hofämtem  des  Schenken,  des  Kämmerers,  des  Maischalls  und  d<^ 
Truchsessen  belehnt;  s.  die  Kundschaft  vom  12.  Nov.  1496  über  den  Martics- 
zins,  im  St.  A.,  Bisthum  B^sel,  Bd.  E  1  (ohne  Paginatur). 

6)  Die  Bärenfelser  besassen  das  Schenkenamt  seit  1377;  s.  B.  Urkuc- 
denb.  IV  399. 

7)  Die  Eptinger  von  Blochmont  besassen  das  Marschallamt  als  Erbes 
des  1415  erloschenen  Geschlechts  der  Marschalke;  s.  im  St  A.,  Rothb. 
S.  81,  und  B.  Chron.  V  79,  A.  1. 

8)  »Schonouw«,  wie  die  Hs.  hat,  ist  entstellt  aus  Schönenberg;  s.  die 
in  Anm.  5  erwähnte  Kundschaft  von  1496.  Aus  der  Hs.  S  gieng  dieser 
Fehler  auch  über  in  Wurstisens  Münsterbeschreibung;  s.  Beiträge  XII 474 
und  vgl.  oben  S.  105. 

9)  Das  Rathaus. 

10)  üeber  diese  Amtleute  oder  Fürsprecher,  welche  bis  1385,  d.h.  bis 
zur  Verpfändung  des  Schultheissenamtes,  vom  Bischof  waren  ernannt  wor- 
den, 8.  Heusler  S.  209. 


Beilage.  309 

assent  alle  statkneoht  ^)  zu  nacht  uff  dem  richthusz,  und  nach  dem 

nachtmal  so  rüfften  die  knecht  sampt  und  sonders  durch  die  statt 

und  in  allen  vorstetten,  glich  wie  die  amptlut  hievor  gerftfft  hatten« 

Und  mornist  am  sontag,  so  man  das  erst  in  rath  lutt,  do 

^  kam  ein  rath  uff  dem  richthusz  sampt  allen  iren  amptlutten 
und  dienneren  zusammen,  und  so  man  das  ander  lutt,  so  gieng 
ein  rath  [hinuff]  in  des  bischoffs  hoff;  do  was  ein  morgensupen 
bereit.  Nachdem  die  selbige  gessen  was,  gieng  der  bischoff 
[mit  sinem  adel  und  thümbherren]  sampt  dem  rath,  so  das  ver- 

^gangen  jar  nuw  gewessen  was,  in  das  husz  vor  dem  munster 
über,  do  man  yetz  ein  schon  nuw  husz  buwet^),  und  erkiesz- 
ton  erstlich  die  kieser,  so  einnen  eren  rath  erkiessen  und  er- 
wellen  sottent,  nämlich  zwen  von  thümbfaeren,  zwen  vons 
gotzhusz  dienstmannen,  zwen  von  der  hochen  Stuben,  zwen  von 

&den  zunfften^).  Und  wan  die  also  geordnet  wurden,  so  gieng 
der  bischoff  mit  den  rethen  harusz  zu  dem  steinnin  stock  uff 
dem  platz ^);  do  [was  es  mit  heydenschwerck-tucheren  behenckt, 
und'  lasz  man  die  kiesser  öffentlich.  Die  schwüren  dan  vor 
einner  gantzen  gemeind  ein  eyd.     Und  nach  gethonnem  eyd 

0  80  gieng  der  bischoff  mit  den  kiesseren  wider  in  das  husz,  und 

erkossen  einnen  rath,  sampt  burger-  und  oberister  zunfitmeister. 

Und    nach    der   crwellung  gieng  der  bischoff  sampt  den 

kiesseren  widerumb  mit  einner  solemniteit  herusz  uff  den  platz 

zu  der  steinny  sul  oder  stock.     Da  batt  dan  ein  alter  burger- 

^meister    ein   bischoff,    das  sin  gnad  weite  innen  ein   burger- 

5.  B:  äff  das  richihiuz,  und  all  diener,  weroklfit  und  ander.  7.  B:  hinaiF  ins 

bischoffs  hoff;  do  was  dan  zugerfist  ein  morgenbrot.         8.  Hs.:  die  selbigen  gessen  was 

1)  Hier  sind  wohl  nicht  nur  die  4  Rathsknechte  gemeint,  sondern  alle 
niedem  Bediensteten  der  Stadt  überhaupt,  welche  das  obrigkeitliche  schwarz 
und  weisse  Kleid  trugen. 

2;  Vgl.  Wurstisens  Beschreibung  des  Münsters,  Beiträge  Xu  474: 
»in  der  stift  hausz  neben  dem  münster«.  Gemeint  ist  offenbar  das  Haus 
No.  8  auf  dem  Münsterplatz  (jetzt  Lesegesellschaft),  wo  das  geistliche  Ge- 
richt des  Bischofs  seinen  Site  hatte.  Demnach  scheint  der  Ausdruck  »im 
buwhuse  uff  Burg<,  welchen  hier  einzig  Ertzbergs  Abschrift  hat,  auf  Irrthum 
zu  beruhen.  Denn  unter  diesem  » Bauhaus c  wäre  das  alte  städtische  Werk- 
haus zu  verstehen,  welches  1513  vom  Rathe  an  die  Bauverwaltung  des 
Münsters  verkauft  wurde  und  das  Areal  der  jetzigen  Häuser  No.  4  u.  5 
des  Münsterplatzes  einnahm;  s.  Wurstisen  a.  a.  O.,  S.  481. 

3)  D.  h.  der  abtretende  Rath  wählte  aus  seiner  Mitte  2  Ritter,  2  Acht- 
bürger und  2  Zünftige,  und  diese  6  ergänzten  sich  alsdann  durch  2  Domherren, 
so  dasB  es  8  Kieser  wurden.  Ursprünglich  jedoch,  vor  dem  Eintritt  der  Zünfte 
in  den  Rath,  waren  unter  diesen  8  Eaesern  4  Achtbürger;  s.  Heusler  S.128. 

4)  Auf  dem  Münsterplatz.  Ueber  diesen  steinernen  Stock  und  den 
Bischofsstuhl,  beides  an  der  Mauer  des  nördlichen  Seitenschiffs  am  Münster 
d.  Wurftisens  Münsterbeschreibung  S.  472  u.  474. 


810  Sp&teiM  bei  Schnitt. 

meister  und  oberittei  sunfftmeister  und  ein  ratb  geben,  die 
dits  Jan  ein  eren  regiment  in  der  loblichen  etat  Basel  Ter- 
•echent.  Also  ward  demnach  die  houpter  und  ein  eren  rath 
öffentlich  verlessen.  Und  alle  die,  so  erweit  waren  in  einnem 
eren  regiment,  die  müsten  von  stund  an  hersft  stan  und  offent-  i 
lieh  schweren  ein  eyd,  in  wellichem  ingeUpt  was  des  bischoffs 
und  der  stifft  nuts  se  furderen  und  schaden  cü  wenden. 

Disser  bruch  und  alt  harkommen  ist  durch  ein  rath  Ton 
1621  Basel  aberkant  und  abthon  worden  anno  1521  jar^),  und  wiit 
iets  furterhin  uff  sant  Petters  blatx  ein  rath  und  houpter  ubi-  iö 
kundt').     Und  t8t  her  Adelberg  Meyer  der  erst  burgermeisterj 
so  uff  sant  Petters  blats  uszger&fft  und  usskundt  ward'). 

Es  hatt  der  bischoff  von  Basel  ein  alt  harkommen  und 
Not.  11  bruch  A  Basel  gehept,  das  alweg  uff  Martini  in  der  mess^]  alle 
procuratores  des  geistlichen  g^richts  z&  Basel,  ouch  der  schult-  li 
heisa  und  amptlutt  am  statgericht,  mftsten  umbritten  in  der 
statt^J,  darrii  alle  stattknecht  mftstent  mit  innen  umbgan,  und 
von  ieglichem  husz  in  der  stat  uffheben  2  d.^).    Und  wer  sich 
die  2  d.  sft  geben  wideret,  dem  ward  gebotten  uff  momist  in 
des  bischofEs  hoff.  Do  sassen  die  vorgenanten  schultheisa,  schriber  3p 
und  amptlut  zu  gericht,  und  stftnd  ein  grosse  straff  daruff. 
1(24         Darnach  anno  1524  erkant  ein  rath  zft  Basel,  das  ir  schuli- 
heisi,  ouch  amptlut  und  statknecht,  dem  bischoff  den  rappen^ 
nit  mer  selten  helffen  uffheben;  sonder,  weite  der  bischoff  den 
uffheben,  so  mochte  er  das  durch  sinne  schriber  thftn  ®).    Also, » 
Not.  11  do  sant  Martins  tag  kam,  liesz  er  nut  mer  uffheben. 

8.  Hl.:  dem  biselioff;  B:  doo  biiolioft. 

1)  Durch  die  neue  Verfassung  vom  12.  Marx  d.  J.;  s.  Heusler  6. 427  ff. 
Die  bisher  abliche  Morgensuppe  sm  Wahlsonntag  in  des  Bischofs  Hof 
wurde  dureh  eine  Mahlseit  des  Raths  im  Rathause  ersetst,  velehe  alljihr- 
lieh  am  Kaiser  Heinrichstage  (13.  Juli)  stattfand;  s.  Erkanntnissb.  m  195, 
sum  8.  Juli  1521. 

2)  Die  Beeidigung  des  neuen  Käthes  geschah  in  dem  am  genannteD 
Fiats  gelegenen  Qesellschaftshause  der  Staehelsohatsen ;  s.  Heusler  &  429. 

3)  lieber  die  Neuwahl  des  Raths  am  16.  Juni  1521  s.  ebend.  S.  430. 
4}  Die  Basler  Messe  wAhrt  vom  27.Oct.bis  10.  Nov.,  also  bis  Tor  Martiiii. 
5)  D.  h.  in  der  innem  Stadt,  nicht  in  den  Vorstädten. 

6]  Näheres  Aber  den  Martinsiins  s.  im  St.  A.,  Bisthum,  Bd.  £  1.  lieber 
seinen  Ursprung  s.  Heusler  S.  47  ff. 

7)  2  Pfennige  machten  einen  Rappen. 

8)  S.  Heusler  S.  431  ff.  Den  betr.  Beschluss  finde  ich  nicht  im  Er- 
kanntnissbuch.  Hingegen  s«  den  Protest  des  bischöflichen  Coadjuton 
Nikiaus  von  Diesbaoh,  Stadt  Urk.  1524  Nov.  11. 


vn. 


Die  Anonyme  Chronik  bei 
Cosmas  Ertzberg, 


sammt  dessen  eigenen  Au£seichnungen. 


1431—1532. 


Einleitung. 


Ochon   im   vorigen   Bande    wurde    bei   Besprechung   der  ^^f"^^ 
Grössern  Basler  Annalen  die  Handschrift  ^  II  6  a  der  Oeffent- 
lichen  Bibliothek  erwähnt  als  eine  solche,    in  welcher  diese 

&  Annalen  wenigstens  theilweise  erhalten  sind  ^).  Der  Schreiber 
dieser  Hs.  war  damals,  als  jener  Band  erschiei),  noch  unbekannt, 
indem  auf  keinem  der  paginierten  Blätter  sein  Name  zu  finden 
war.  Seither  jedoch  wurde  durch  Herrn  Oberbibliothekar 
Dr.  C.  Chr.  BernouUi  das  vorderste,  auf  die  Innenseite  der  Holz- 

0 decke  geklebte  Blatt  aufgeschnitten,  und  so  traten  einige 
kurze  Aufzeichnungen  zu  Tage,  in  welchen  sich  der  frühere 
Rathsubstitut  und  sf^tere  Kauf hausschr eiber  Cosmas  Ertzberg 
als  den  Schreiber  dieser  Hs.  zu  erkennen  gibt. 

Das  Geschlecht  Ertzberg  oder  Etzberg^),  welchem  unser 

»Chronist  angehörte,  war  in  Liestal  ansässig ^j,  und  wohl  von 
dorther  stammte  mithin  sein  Vater  Heinrich,  geb.  1431^), 
welcher  erst  um  1460  nach  Basel  kam^),  um  hier  seinen  Beruf 
als  »Bartscheerer«  auszuüben.  In  der  Folge  jedoch  erlangte 
er  das  Amt  eines  t Unterkäufers«,  d.  h.  Waarenmaklers<^j,  und 

fi  am  14.  October  1473  wurde  ihm  auch  das  Bürgerrecht  geschenkt 
»umb  sin  dienst,  so  er  der  statt  gen  Trier  getan  hat«  ^).  Ohne 
Zweifel  war  er  also  in  dieser  Stadt  aus  Anlass  der  dor- 
tigen Zusammenkunft  Kaiser  Friedrichs  und  des  Herzogs  von 

1)  S.  B.  Chron.  V  1  ff. 

2)  Qebräuchliclier  wurde  später  die  Schreibung  Ertzberger. 
3}  S.  Boo8,  Urkb.  S.  788,  804  u.  857. 

4)  S.  unten  Ertzbergs  eigene  Aufzeichnungen. 

5)  Während  er  auf  der  Steuerliste  von  1454  noch  fehlt,  erscheint  er 
1467  im  MitgliederverzeichnisB  der  Soheererzunft  zum  Stern;  s.  das  Ord- 
nimgsbuch  dieser  Zunft,  I  95. 

6)  Ueber  dieses  Amt  s.  Geering,  Handel  und  Industrie  d.  Sta&t  Basel, 
S.  166  ff. 

7]  S.  Rothes  Buch  S.  232,  wo  er  als  Bartscheerer  und  Unterkäufer 
bezeichnet  wird. 


314  Cosmas  Ertzberg. 

Burgund^).  Doch  wissen  wii  nicht,  in  welcher  Eigenschaft 
er  sich  dort  aufhielt,  und  noch  weniger,  welches  die  Dienste 
waren,  welche  er  Basel  daselbst  leistete.  Auch  erfahren  wir 
nichts  über  seinen  weitern  Lebenslauf. 

Aus  einem  räthselhaften  Verse,  den  uns  Cosmas  Ertzberg  ;• 
über  seine  Geburt  hinterlassen  hat,  ersehen   wir  nur,  dass  er 
am  14.  Sept.  geboren  war,  d.  h.  am  Feste  der  Kreuzeserhöhung ^j. 
Das  Jahr  aber  muss  jedenfalls  noch  vor  1470  liegen,  da  er  schon 
1483  sammt  seinem  Bruder  Heinrich  auf  hiesiger  Universität 
immatrikuliert  wurde ^j.     Im  Februar    1488    wurde    er  in  diei« 
Zunft  der  Scheerer  oder  zum  Stern  aufgenommen,  welcher  sein 
Vater  angehörte,   und  zwei  Monate  später  folgte  er  auf  den 
zum  Gerichtschreiber  beförderten  Johann  Gerster  als  Substitut 
des  Stadtschreibers.     In  dieser  Stellung  blieb  er  bis  zum  Jnli 
1494,  wo  er  Kaufhausschreiber  wurde^).     Im  Jahre  1508  be-ts 
warb  er  sich  um  die  erledigte  Stelle  des  Rathschreibers,  jedoch 
ohne  Erfolg^].     Er  blieb  daher  in  seinem  bisherigen  Amte  bis 
zum  August  1532^),  wo  er  in  den  Ruhestand  trat.     Wohl  in 
Rücksicht  auf  seine  langjährigen  und  guten  Dienste  geschah 
es,   dass  der  Rath  ihm  auch  fernerhin  den  bisherigen  Jahres- ^ 
gehalt  von  30  Ib  beliess.    So  lebte  er  nun  als  »alter  Kaufhaus- 
schreiberc  bis  1550,  wo  er  in  hohem  Alter  starb ^J. 

Wohl  bald  nach  seiner  Anstellung  als  Kaufhausschreiber 
hatte  Ertzberg  auch  seinen  eignen  Hausstand  begründet.  Denn 
schon  1514  bewarb  sich  »Cosman  Ertzbergs  sun<  um  den  vom  i> 
Herzog  von  Mailand  für  Basel  bewilligten  Freiplatz  auf  der 
Universität  Pavia,  jedoch  vergeblich.  Ebenso  erfolglos  meldete 
sich  derselbe  im  Juli  1515  für  die  erledigte  Stelle  des  Sub- 
stituten auf  der  Stadtkanzlei,  und  1517  für  das  Stipendium 
zum  Besuche  der  Pariser  Universität®].  Falls  nun  dieser  sein  x 
Sohn  identisch  ist  mit  Gregor  Ertzberg,  welcher  1511  die 
hiesige  Universität   bezog   und   1517    sich   vergeblich    um  die 


1)  Ueber  diese  Zusammenkunft  s.  B.  Chron.  II  20  ff. 

2)  S.  unten  Ertzbergs  eigene  Aufzeichnungen. 

3)  S.  die  Universitätsmatrikel  z.  J.  1483. 

4)  Ueber  dieses  Amt  s.  Qeering  a.  a.  0.,  S.  164  ff. 

5)  S.  Oeb.  VII  125  b  und  vgl.  B.  Chron.  IV  140,  A.  5. 

6)  S.  Oeb.  VIII  20  b,  wo  neue  Bewerber  um  dieses  Amt  eingetragen  sind 

7)  S.  im  St.  A.  die  Jahrrechnungen  von  1533  bis  1550,  wo  neben  dem 
Qehalt  des  Kaufhausschreibers  regelm&ssig  noch  dasjenige  des  >alten  Kauf- 
hausschreibers<  figuriert.  In  der  Jahrrechnung  des  Amtsjahres  1550/^1 
jedoch  ist  dieser  Posten  durchgestrichen. 

8)  8.  Oeb.  VU  152,  159b  u.  164b. 


Einleitung.  315 

Kaplanei  zum  Elenden  Kreuss  vor  dem  Riehenthor  bewarb^), 
80  war  er  geistlichen  Standes  und  kann  somit  nicht  der  Vater 
jenes  1520  gebomen  Severinus  Ertzberger  sein,  welcher  1533 
als  Zögling  in  das  neu  gegründete  Alumneum  aufgenommen 

s  wurde  und  nachher  von  1544  bis  1566  Professor  der  griechi- 
schen Sprache  war').  Wohl  aber  mochte  Letzterer  ein  Sohn 
oder  Enkel  von  Cosmas  Bruder  Heinrich  sein,  von  welchem 
wir  nui  wissen,  dass  er  1483  auf  hiesiger  Universität  imma- 
trikuliert wurde.     Denn  den  Namen  Heinrich  trug  wiederum 

»des  Severinus  Sohn,  geb.  1547,  welcher  1576  als  Pfarrhelfer 
bei  St  Peter  starbt).  Weiter  ist  aus  diesem  Oeschlechte  noch 
Christoff  zu  nennen,  welcher  1560  bis  1568  Zunftmeister  der 
Weber  war^),  sodann  Cosmas,  geb.  1553,  welcher  1597  Zunft- 
meister der  Oerber  wurde  und  1610  starbt),  sowie  auch  Hans, 

&dei  Zunftmeister  der  Gerber  von  1631  bis  1643^). 

Die   vom  Kauf hausschreiber   Cosmas  Ertzberg   gefertigte  ^anJichnft 
Handschrift  besteht  aus  mehr  als  100  Blättern  in  kl.  4^,  welche    und  iiir 
ak  Wasserzeichen  den  Ochsenkopf  mit  dem  Kreuz  aufweisen. 
Der  Einband  ist  noch  der  ursprüngliche,  nämlich  zwei  Holz- 

odeckel  mit  rothem  gepresstem  Riickenleder.  Die  Paginatur 
hingegen  ist  neu  und  reicht  nur  bis  S.  91,  da  die  zweite  und 
grössere  Hälfte  der  Hs.  völh'g  leer  geblieben  ist.  Das  Blatt 
Ton  S.  41 — 42  ist  sehr  beschädigt,  und  seine  Rückseite,  wo 
ein  Selbstmord  von  1532   erzählt  wird,  war  früher  überklebt. 

s  Dasselbe  geschah  auch,  wie  schon  erwähnt,  mit  dem  vordersten, 
in  der  jetzigen  Paginatur  nicht  inbegriffenen  Blatte,  wo  Ertz- 
beig  über  sich  und  seinen  Vater  einiges  mittheilt. 

Als  Gaixzes  betrachtet,  erscheint  der  Inhalt  dieser  Hs.  beim 
ersten  Anblick  als  ein  ordnungsloses  Durcheinander  von  Nach- 

9  richten  aus  verschiedenen  Zeiten.  Auch  zeigt  schon  die 
wechselnde,  bald  grössere,  bald  kleinere  Schrift,  dass  diese 
Au&eichnungen  jedenfalls  nur  nach  und  nach,  im  Verlauf  der 
Jahre,  hier  eingetragen  wurden.  Wohl  dieältesten  unter  ihnen 
sind  Ertzbergs  schon  erwähnte  Mittheilungen  auf  dem  vorder- 

ssten  Blatte,  welche  übrigens  nur  bis  1494  reichen.    Auf  diese 


1)  S.  die  Matrikel  s.  J.  1511,  und  Oeb.  VH  167. 

2)  S.  Thommen,  Gesch.  d.  Universität  Basel,  S.  358,  femer  Schwarzb. 
BL  28. 

3)  S.  ebend.  S.  ItS,  A.  3. 

4)  S.  im  St  A.,  Rathsbesatiungen,  Bd.  II. 
5}  8.  ebend.,  auch  Tonjola  8. 191. 

6)  8.  ebend.  Bd.  III. 


316  Cosmas  Brtsberg. 

folgen  auf  den  nächsten  Blättern  zuerst  die  Grössern  Basler 
Annalen  %  und  zwar  in  der  Weise  getheilt,  dass  die  auf  Basel 
bezüglichen  Nachrichten  S.  1 — 7  einnehmen^  während  die  aus- 
wärtigen erst  auf  S.  27 — 29  folgen.    Die  dazwischen  liegenden 
S.  8 — 26  waren  somit  ursprünglich  für  eine  etwaige  Fortsetzung  ^ 
des  einheimischen  Theiles  bestimmt.    Hinter  den  ausländischen 
Nachrichten  aber  folgt  auf  S.  31 — 34^)  die  bekannte  Urkunde 
von  1445  zur  Verbannung  des  Basel  feindlich  gesinnten  Adels 'i, 
und  weiter  noch,  auf  S.  36 — 39,  einige  Aufzeichnungen  von 
1473  bis  1489  aus  unbekannter  Quelle,  welche  jedoch,  gleicht» 
den  Gr.  Basler  Annalen  und  der  Urkunde  von  1445,  auch  bei 
Schnitt  in  der  Hs.  S   noch  erhalten  sind.     Die  als  Zwischen- 
raum leer  gelassene  S.  35  aber,  sammt  dem  Fuss  von  S.  34  und  36, 
wurde  in  der  Folge  mit  Auszügen  aus  Appenwilers  Chronik 
beschrieben^),  und  ebenso  findet  sich  aus  der  Fortsetzung  diesen^ 
Chronik  ein   Abschnitt  z.  J.  1482  <^)  auf  S.  S,  also   unmittelbar 
hinter  dem  einheimischen  Theil  der  Gr.  Basler  Annalen. 
AnfteicL  ^^^  ^^^  bisher  erwähnten  Abschriften  und  Auszüge  aus 

nongen.  altem  Quellen  folgen  S.  41 — 43  einige  Nachrichten  aus  Ertz- 
bergs  eigener  Zeit,  z.  J.  1519,  1520  und  1529  bis  1532.  Diese  t^ 
finden  sich  in  keiner  andern  Hs.,  und  wenn  wir  beachten, 
wie  hier  z.  B.  bei  der  Birsigüberschwemmung  von  1529  ganz 
besonders  die  Verheerung  im  Kaufhaus  hervorgehoben  wird, 
so  werden  wir  unwillkürlich  daran  erinnert,  dass  Ertzbei^  ge- 
rade zu  jener  Zeit  Kaufhausschreiber  war.  Wir  brauchen  also : 
für  diese  Aufzeichnungen  keine  verlorne  Quelle  vorauszusetzen, 
sondern  dürfen  sie  unbedenklich  ihm  selber  zuschreiben. 

Weitere  Einträge  dieser  Art,  d.  h.  solche  die  sich  einzig 
in  dieser  Hs.  finden,  bemerken  wir  noch  auf  S.  9,  15  und  1 
also  zerstreut  über  jenen  Zwischenraum,  der  die  Gr.  Basler 
Annalen  in  zwei  Theile  trennt.  Sie  betreffen  Begebenheiten 
von  1506  bis  1521  und  gehen  mithin  jenen  Aufzeichnungen 
auf  S.  41 — 43,  die  von  1519  bis  1532  reichen,  noch  voraus. 
Mit  ihnen  vereint  bilden  sie  ein  Ganzes,  welches  in  dürftigen 
Umrissen  die  Zeit  von  1506  bis  1532  umfasst  und  im  (regen- 
satz  zu  den  Abschriften  aus  altern  Quellen  als  Ertzbei^  eigenes 
Werk  zu  betrachten  ist. 


1)  S.  B.  Chron.  V  1  ff. 

2)  S.  30  blieb  leer. 

3)  S.  B.  Urkb.  Vlieiff. 

4)  Vgl.  S.  34—36  mit  B.  Chron.  IV  338,  351  ff.  u.  358. 

5)  Vgl.  S.  8  mit  B.  Chron.  V  533.    In  der  Hs.  ist  die  Jahnahl  1492 
entstellt  in  1452. 


Einleitung.  317 

Wie  schon  die  wechselnden  Schriftziige  zeigen,  so  sind  alle 
diese  selbständigen  Aufzeichnungen  unsres  Schreibers  von  Jahr 
zu  Jahr  entstanden,  also  jeweiien  nach  geschehenem  Eieigniss. 
Die  Stellen,   die  sie  im  Buche  einnehmen,  geben  uns  mithin 

:>  einige  Anhaltspunkte  zur  Bestimmung  der  Zeit,  um  welche 
die  vorausgehenden  oder  nachfolgenden  Quellenabschriften  ge- 
fertigt wurden.  Wenn  z.  B.  die  altern,  mit  1506  beginnenden 
Aufzeichnungen  alle  in  dem  Zwischenräume  stehen,  welchen 
Ertzberg   anfänglich    zwischen    dem    einheimischen    und   aus- 

» wärtigen  Theil  der  Gr.  Basler  Annalen  gelassen  hatte,  so  er- 
gibt sich  hieraus,  dass  er  letztere  Schrift  schon  vor  1506  hier 
eingetragen  hatte.  Die  Nachrichten  von  1473  bis  1489  hin- 
gegeiiy  auf  S.  36 — 39,  kann  er  spätestens  um  1519  abgeschrie- 
ben haben,  da  schon  auf  S.  41  seine  eigenen  Aufzeichnungen 

'•»  aus  letzterm  Jahre  folgen. 

Wohl  erst  nach  1532,  also  nach  seiner  Versetzung  in  den ^ weitere^ 
Ruhestand^),  lernte  Ertzberg  eine  weitere,  bis  1529  reichende 
Quelle  kennen,  welche  gleich  den  frühem  auch  in  der  Hs.  S 
noch  erhalten  ist.    Den  grössten  Theil  ihres  Inhalts,  von  1487 

u  bis  1529,  trug  er  ziemlich  ordnungslos  auf  S.  10 — 15  ein^), 
soweit  dort  der  Baum  noch  frei  war.  Einige  Nachrichten  von 
1492  bis  1495  jedoch  finden  wir  erst  auf  S.  40,  also  gleichsam 
als  Fortsetzung  zu  der  schon  früher  auf  S.  36 — 39  eingetragenen 
Quelle,  welche  mit  1489  schliesst.    Weiter  folgt  noch  am  Fuss 

^  von  S.  41  die  Nachricht  von  der  Pulverexplosion  von  1526, 
und  ebenso  gehört  hieher  eine  Notiz  am  Fuss  von  S.  29,  über 
Waldmanns  Tod  von  1489.  Auch  die  dürftigen  Nachrichten 
von  1444  bis  1449,  die  am  Fuss  von  S.  7  stehen,  fand  unser 
Schreiber  wohl  in  derselben  Hs.  wie  die  Nachrichten  von  1487 

0  bis  1529.  Denn  alle  diese  zerstreuten  Fragmente  finden  sich 
gleich  dem  Hauptinhalt  auch  in  der  Hs.  S. 

Eine  fernere  Quelle,  die  unserm  Schreiber  erst  später  in 
die  Hände  kam,  trug  er  weiter  hinten  auf  S.  64 — 65  ein,  mit 
der  besondern  Ueberschrift:     »Alt  Geschichten,  abgeschriben.« 

'^Es  sind  dies  jene  Nachrichten  von  1439  bis  1445,  welche  auch 
unter  den  Spätem  Aufzeichnungen  bei  Schnitt  uns  erhalten 
sind^).  Auf  diese  Abschrift  aber  folgt  S.  67  eine  kurze  Notiz 
über    den   1500   verstorbenen   Stiftspropst  Heinrich   Vogt   von 


1)  S.  oben  S.  314. 

2)  Auf  S.  10  beginnen  diese  Abschriften  nur  mit  1499;  aber  auf  S.  12 
ündet  sich  eine  Nachricht  von  1487. 

3)  S.  oben  S.  293  u.  297  ff. 


318  CofmM  Ertiberg. 

Luzein,  welcl)en  Eitsberg  als  seinen  und  seines  Vaters  Gönnei 
preist.    Ausserdem  noch  brachte  er  nachträglieh  theils  auf  dem 
vordersten  Blatt,  theils  auf  S.  9,  36  und  37,  jeweilen  am  Fun 
der  Seiten  sowohl  deutsche  als  lateinische  Verse  an,  ron  welchen 
wenigstens  einer,  über  die  Papstglocke  des  Munsters,  auch  in  > 
Wurstisens  Munster beschreibung  noch  erhalten  ist^). 
M«adi^         Sahen   wir   bisher,    wie   Ertsberg    durchweg   nur   solche 
HaDdiciirift.  Quellen  ausschrieb,   die  auch  von  Schnitt  in  der  Hs.  S  ver- 
weirthet   wurden,    so    fehlt   es    doch   nirgends   an    deutlichen 
Spuren,  welche  zeigen,    dass  er  bei  diesen  Abschriften  nicht  i« 
etwa  die  genannte  Hs.  vor  sich  hatte,  sondern  dass  die  Ueber- 
einstimmung   mit   ihr   lediglich   auf  der   Gemeinsamkeit  der 
benützten  Quellen  beruht.     Denn  hin  und  wieder  stossen  wir 
in  diesen  gemeinsamen  Abschnitten  bei  Ertzberg  auf  Stellen« 
welche  in  S  fehlen.     Zu    den   bisher   erwähnten  Abschriften» 
fügte  er  jedoch  später  noch  weitere,  indem  er  hiezu  die  frei 
gebliebenen  Blätter  hinter  S.  15,  43  und  67  benutzte.     Diese 
spätem  Einträge  stimmen  durchweg  mit  den   entsprechenden 
Theilen  der  Hs.  S  überein,    und  diess  gilt  auch  von  solchen 
Abschnitten,   welche  dort  nachweisbar  aus  mehreren  Quellen» 
compiliert  sind.     So  ist  z.  B.  die  Beschreibung  des  deutschen 
Bauernkriegs  von  1525  in  S  zusammengesetzt  aus  der  gedruck- 
ten Augsburger  Weltchronik,    aus  Carion   und  aus  Sebastian 
Franck.     Aber  dennoch  findet  sich  das  Ganze  auch   bei  Erts- 
berg, und  selbst  in  der  Entstellung  des  Namens  Waldburg  in  a 
»Waldkirch«  folgt  er  getreulich  dieser  seiner  Vorlage.     Schon 
dieses  Beispiel  zeigt  wohl  zur  Genüge,  dass  wir  hier  für  unsem 
Schreiber  keine  andre  Quelle  voraussetzen  dürfen  als  eben  die 
noch  vorhandene  Hs.  S. 

Diese  Abschriften  aus  der  Hs.  S  scheint  Ertzberg  damit» 
begonnen  zu  haben,  dass  er  am  Fuss  von  S.  14,  wo  Basels 
drei  Zuzüge  zum  Feldzuge  von   1515  erwähnt  werden,  noch 
die  betreffende  Notiz  aus  S  über  die  Schlacht  bei  Marignano 
beifügte.    Von  hier  ausgehend,  benützte  er  die  nächstfolgenden 
leeren  Blätter,  nämlich  S.  16 ff.,  um  aus  derselben  Hs.  weitere^ 
Nachrichten  aus  den  Jahren  1518  bis  1526  einzutragen.    Doch 
hielt   er   sich   hiebei   an  keine  bestimmte  Ordnung,    sondern 
nahm  zwischenein  auch  Abschnitte  aus  früherer  Zeit  auf^  wie 
z.  B.  von  1482.     Ueberhaupt  fuhr  er  nicht  weiter  fort  als  bis 
S.  21,  so  dass  S.  22 — 26  nach  wie  vor  leer  blieben     Eine  Fort-«* 
Setzung  dieser  Abschriften  finden  wir  daher  erst  weiter  hinten 

1)  8.  BeitriLge  XII  426. 


J 


Einleitung.  319 

auf  S.  44  ff.,  also  hinter  Ertsbergs  eigenen,  bis  1532  reichen- 
den Aufzeichnungen.  Hier  nun  holte  er  zuerst  noch  zwei 
Begebenheiten  von  1509  nach,  um  dann  weitere  Nachrichten 
von   1526  bis  1529  folgen  zu  lassen.    Nachdem  er  noch  einen 

&  Abschnitt  z.  J.  1521  beigefügt  hatte,  brach  er  jedoch  auf  S.  50 
wieder  ab,  und  so  blieben  S.  51 — 63  leer,  während  S.  64,  65 
und  67,  wie  wir  oben  sahen,  schon  von  friiherher  beschrieben 
waren.  Hinter  diesen  altern  Einträgen  setzte  nun  Ertzberg 
auf  S.  6  8  ff.  seine  Abschriften  aus  S  neuerdings  fort,  indem  er 

i)  aus  den  Jahren  1525  bis  1531  die  ausführlichen  Berichte  über 
den  Bauernkrieg,  die  Reformation  in  Basel  und  die  beiden 
Eappelerkriege  eintrugt).  Dieser  letzte  Theil  blieb  jedoch  un- 
vollendet; denn  die  Abschrift  bricht  mitten  in  der  Todtenliste, 
welche  in   der  Hs.  S  auf  die  Schlacht  bei  Kappel  folgt,  auf 

» S.  85  unversehens  ab.  Da  nun  letztere  Hs.  erst  1541  vollendet 
wurde,  so  war  Ertzberg,  als  er  seine  Abschriften  fertigte,  be- 
reits ein  hochbetagter  Mann.  Vermuthlich  waren  es  also  Krank- 
heit oder  Altersbeschwerden,  welche  die  Vollendung  seiner 
Arbeit  verhinderten,  bis  dann  1550  sein  Tod  erfolgte. 

\  Hinter  diesen  letzten  Abschriften  aus  der  Hs.   S  folgen  sdfieiraiae 

auf  S.  87  und  91  von  späterer  Hand  noch  zwei  vereinzelte  Auf-      Jj^^^^ 
Zeichnungen  von  1554  und  1561,  welche  wohl  am  ehesten  von 
Professor  Severinus  Ertzberg,   dem  Grossneffen  unsres  Schrei- 
bers^),    herrühren    mögen.      Nachdem    derselbe   jedoch    1566 

»gestorben  war,  erfolgte  kein  weiterer  Eintrag  mehr,  und 
so  blieben  die  übrigen  Blätter  des  Buches  leer.  Wenn  nun 
Wurstisen  im  Quellen  Verzeichnisse  seiner  1580  erschienenen 
Baslerchronik  neben  andern  Autoren  auch  »Heinrich  Ertzberg« 
nennt,  so  meint  er  damit  wohl  nichts  andres  als  die  vorligende 

>Hs.,  die  er  s.  Z.  von  dem  1576  verstorbenen  Pfarrer  d.  N., 
dem  Sohne  des  Professors  Severinus^},  entlehnt  haben  mochte. 
Von  ihren  spätem  Schicksalen  jedoch  wissen  wir  nur,  dass  sie 
im  XYU.  Jahrhundert  von  Dr.  Remigius  Fäsch  (f  1670)  erwor- 
ben  wurde,   dessen  reichhaltige  Büchersammlung  1823  an  die 

b  Oeffientliche  Bibliothek  übergieng.  Wir  müssen  es  somit  auch 
völlig  dahingestellt  lassen,  von  wem  wohl  jene  zwei  Seiten 
einst  überklebt  wurden,  deren  eine  die  einzige  war,  auf  welcher 
Cosmas  Ertzberg  sich  mit  Namen  nannte,  während  die  andre 
den   1532  erfolgten  Selbstmord  des  Kaufmanns  Christoff  Baum- 

0  ^arter  erzählte. 

1)  S.  oben  S.  104. 

2)  S.  oben  S.  315. 

3)  S.  ebend. 


320  Cosmas  Ertsberg. 


voT^^Sftu  Neben  Ertzbergs  eigenen  Aufzeichnungen  enthält  diese 
Hft&dsciirift.  Hg.,  wie  wii  sahen,  verschiedene  Abschriften  aus  altem  Quellen, 
die  uns  jedoch  alle  auch  in  Schnitts  Hs.  erhalten  sind.  Soweit 
nun  dieselben  einfach  auf  letzterer  Hs.  beruhen,  heschränkt 
sich  ihr  Werth  für  uns  allerdings  auf  jene  wenigen  Zusätze  i 
z.  J.  1529,  welche  schon  oben  in  der  Ausgabe  von  Schnitts 
Chronik  ihre  Stelle  gefunden  haben  ^).  Die  übrigen  Abschriften 
hingegen,  welche  schon  vor  der  Hs.  S  entstanden  sind,  ver* 
dienen  unsre  volle  Beachtung  nicht  nur  deshalb,  weil  Ertz- 
berg  der  Sprache  seiner  Vorlagen  offenbar  genauer  folgt  alsij 
Schnitt,  sondern  namentlich  auch,  weil  er  diese  seine  Quellen 
nirgends  zu  Compilationen  verarbeitet  wie  jener,  sondern  sie 
einfach  abschreibt,  so  dass  wir  in  jedem  seiner  Abschnitte  stets 
nur  eine  und  dieselbe  Quelle  vor  uns  haben. 

Wenn  nun  für  die  6r.  Basler  Annalen  dennoch  die  Hs.  S  u 
den  Vorzug  verdient,  so  liegt  der  Grund  lediglich  darin,  dass 
Schnitt  diese  Quelle  aus  einer  bessern  und  vollständigem  H$. 
kannte  als  Ertzberg,  dessen  Vorlage  sie  offenbar  nur  in  sehr 
verkürzter  Gestalt  enthielt^).  In  den  übrigen  Quellen  hin- 
gegen weist  Letzterer  beim  Vergleich  mit  Schnitt  zwar  einzelne'-^ 
Kürzungen  auf.  Andrerseits  jedoch  erscheint  sein  Text  an 
manchen  Stellen  auch  als  der  vollständigere,  so  dass  er  un- 
bedingt vor  Schnitt  den  Vorzug  verdient. 
otronS*  ^^   ^^^  ^^®'  ^^  Betracht   fallenden  Abschriften   gehören 

zunächst  jene  wenigen  Nachrichten  von  1439 — 1445,  welche  ^ 
schon  oben  unter  den  »Spätem  Aufzeichnungen  bei  Schnitt« 
ihre  Stelle  gefunden  habend).  Es  bleiben  uns  daher  neben 
Ertzbergs  eigenen  Aufzeichnungen  hier  zur  Ausgabe  nur  noch 
die  Nachrichten  von  1473 — 1489,  welche  er  schon  vor  1519  in 
die  Hs.  eintrug,  und  ebenso  die  erst  nach  1532  eingetragene^^ 
Chronik  von  14S7 — 1529,  sammt  den  kurzen  Notizen  von 
1444—1449*). 

Ueberblicken  wir  nun  diese  beiden  Schriften,  so  erscheint 
namentlich  bei  der  zweiten  die  Möglichkeit  keinesw^  aus- 
geschlossen, dass  wir  hier  die  Aufzeichnungen  verschiedener  Vei-  ^' 
fasser  vor  uns  haben,  die  im  Lauf  der  Jahre  auf  einander  folgten. 
Doch  fehlt  es  an  genügenden  Merkmalen  zur  sichern  Abgren- 
zung ihrer  Arbeit,  und  selbst  zwischen  der  altern,   mit  1473 

1)  8.  oben  8.  120  u.  121. 

2)  8.  oben  8.  239  ff. 

3)  8.  oben  8.  317. 

4)  8.  oben  8.  316  u.  317. 


Einleitung.  321 

beginnenden  Schrift  und  der  jungem,  die  bis  1529  reicht,  yer- 
mögen  wir  nur  den  einen  Unterschied  festzustellen,  dass  lets- 
tere  ron  Ertzberg  ein  Jahrzehnt  später  eingetragen  wurde  als 
erstere.    Fügen  wir  aber  diese  beiden  Schriften  an  einander, 

5  so  erhalten  wir  ein  Ganzes,  das  von  1473  bis  1529  reicht,  und 
in  welchem  die  Ordnung  nach  der  Zeitfolge  einzig  dadurch 
unterbrochen  wird,  dass  hinter  der  mit  14S9  schliessenden 
altem  Schrift  zunächst  noch  die  zur  Jüngern  gehöjrenden  Notizen 
von  1444 — 1449  sammt  der  Nachricht  von  dem  Hagel  von  1487 

10  folgen.  In  ihrer  Gesammtheit  können  wir  diese  Aufzeich- 
nungen, in  Ermanglung  einer  bessern  Benennung,  als  »Ano- 
nyme Chronik  bei  Ertzberg«  bezeichnen.  Ihre  verschiedenen 
Verfasser  aber,  so  viel  ihrer  sein  mögen,  haben  alle  wenigstens 
das  gemein,  dass  sie  durchweg  jedenfalls  in  Basel  schrieben. 

15         Vergleichen  wir  diese  Chronik,  wie  sie  uns  bei  Ertzberg  J^g^^, 
erhalten  ist,  mit  den  entsprechenden  Theilen  von  Schnitts  Hs.,HMid8chrift 
8o    bemerken  wir  in  letzterer   zunächst  bei   den  Burgunder- 
kri^en  einige  Zusätze,  deren  Zugehörigkeit  zur  gemeinsamen 
Quelle  uns  zweifelhaft  erscheint,  und  welchen  wir  deshalb  ihre 

20  Stelle  schon  oben  in  der  I.  Beilage  zur  Anonymen  Chronik 
bei  Schnitt  angewiesen  haben  ^).  Ebenso  finden  wir  bei  Schnitt 
einzelne  unbestimmte  Daten  z.  J.  1511 — 1513  durch  andre  und 
genauere  ersetzt,  die  er  augenscheinlich  aus  dem  Bothen 
Buche  der  Zunft  zum  EUmmel  schöpfte^).    Weiter  jedoch  ent- 

25  hält  die  Hs.  S  auch  eine  kurze  Nachricht  vom  sog.  Albelen- 
krieg  von  1512,  welche  zwar  bei  Ertzberg  fehlt,  von  der  wir 
aber  schon  früher  sahen,  dass  sie  jedenfalls  zur  vorliegenden 
Chronik  gehört  3).  Im  übrigen  sind  es  nur  wenige  und  meistens 
geringfügige  Ergänzungen,  welche  der  Text  von   S  zu  dem- 

30  jenigen  bei  Ertzberg  bietet. 

Auf  die  Anonyme  Chronik  lassen  wir  in  unsrer  Ausgabe  Antgsbe. 
noch  Ertzbergs    eigne   Aufzeichnungen   folgen,   also  zunächst 
jene  persönlichen  Nachrichten  auf  dem  vordersten  Blatte,  welche 
nur  bis  1494  reichen,  dann  die  Notiz  auf  S.  67,  über  den  schon 

^  i500  erfolgten  Tod  seines  Gönners,  des  Stiftspropsts  Heinrich 
Vogt  von  Luzern,  und  weiter  noch  jene  von  1506  bis  1532 
reichende  Beihe  von  Ereignissen  aus  Basels  Lokalgeschichte, 
welche  über  verschiedene  Blätter  zerstreut  sind^).  Die  am  Fuss 
verschiedener  Seiten  angebrachten  Verse  hingegen  geben  wir 

1)  S.  oben  S.  230. 

2)  S.  unten  S.  329,  A.  8  u.  9,  und  330,  A.  5. 

3)  S.  oben  S.  189. 

4)  S.  oben  S.  315  ff. 

BmIot  ChronikaiL    VI.  21 


322  Cosmas  Ertiberg. 

nui  als  Beilage,  und  ebenso  jene  Einträge  von  späterer  Hand, 
als  deren  muthmasslichen  Verfasser  wir  Cosmas  Enkel  Sererinus 
Ertzberg  bezeichnet  haben  i). 

Die  Lücken,  welche  auf  S.  41    durch  Beschädigung  des 
Blattrandes,  und  auf  S.  42  durch  die  frühere  Ueberklebung  ent-  & 
standen  sind^),  ergänzen  wir  durchweg  in  Cursiy.    Soweit  die- 
selben auf  S.  41   Ertzbergs   eigene  Aufzeichnungen  z.  J.  1519 
und  1520  betreffen,  sind  sie  in  der  Hs.  auf  dem  innern  Bande 
Yon  einer  spätem  Hand  bereits  ergänzt.    Jedoch  entsprechen 
mehrere  dieser  Ergänzungen   schwerlich  dem   ursprünglichen  it 
Texte,  da  sie  unverkennbar  länger  sind  als  der  zerstörte  Zeilen- 
raum, auf  welchem  sie  sollten  gestanden   haben.    In  solchen 
Fällen  ergänzen  wir   daher  die   Lücken  nach  eigener  Muth- 
massung,  wobei  wir  die  Ergänzung,  welche  die  Hs.  hat,  imter 
die  Varianten  verweisen.    Die  nicht  ergänzten  Lücken  hingegen,  m 
welche  auf  derselben  S.  41  die  aus  der  Anonymen  Chronik 
stammende  Nachricht  von  der  Pulverexplosion  von  1526  auf- 
weist,  ergänzen  wir  aus  der  Hs.  S,  und  zwar  gleichfalls  in 
Cursiv.     Die  wenigen  Ergänzungen  aber,  welche  letztere  Hs. 
zum  übrigen  Texte  der  Anonymen  Chronik  bietet,  unterscheiden  3» 
wir  einfach  durch  eckige  Klammern. 
Mi^iban  Hiusichtlich  der  Rechtschreibung  bemerken  wir  nur,  dass 

Ertzberg  in  den  Umlautzeichen  über  den  Vokalen  vielfach 
schwankt,  und  dass  wir  diese  Schwankungen  im  Druck  nicht 
berücksichtigen.  Das  gedehnte,  im  Dialekt  wie  o  gesprochene  a,  s 
über  welches  er  bald  ein  ganzes,  bald  nur  ein  halbes  Binglein 
setzt,  geben  wir  immer  durch  ä.  Ebenso  setzt  er  über  e  bald 
nur  einen,  bald  zwei  Punkte,  bald  auch  ein  a,  was  wir  immer 
durch  6  geben.  Auch  über  o  finden  wir  bald  ein  e,  bald  zwei 
Punkte,  wofür  wir  durchweg  ö  setzen.  Bei  u  sodann  bezeich-  3t 
net  er  den  Umlaut  regelmässig  mit  einem  Punkt,  was  wir 
durch  ü  wiedergeben.  Beim  Diphthongen  uo  hingegen  setzt 
er  über  u  bald  nur  einen  Punkt,  bald  ein  halbes  oder  auch 
ein  ganzes  Binglein,  wofür  wir  immer  ü  setzen. 

1)  S.  oben  S.  319. 

2)  S.  oben  S.  315. 


Die  Anonyme  Chronik. 

[36]  Anno  1473  gab  man  ein  kalbskopff,  ein  kabeskopff  und  1473 
ein  soum  wins  umb  ein  glichen  pfenning,  yeden  umb  1  8^); 
was  im  heissen  summer^). 
&  Im  selben  jar  fand  man  zittig  trübel  uff  suntag  voi  Johan-  J«»  20 

nis  Baptiste^). 

Im   selben  jar  was   der   keiser  Friderich   zu   Basel,    mit 
Maximiliano  sinem  sune^). 

[37]  Des  hertzogen  von  Burgunds  geschichten. 

to  Hagenbach. 

Anno  1474,  nona  maji,  ward  herr  Peter  Hagenbach,  des  ^l^^ 
hertzogen  von  Burguns  landtvogt  in  Briszgow  und  Elisas  ec, 
zu  Brisach  enthouptef^). 

Ellycurt. 

\h         Darnach  eodem  anno,  videlicet  74  ipsa  animarum,  zugendNoT.  2 
min  herren  von  Basel  mit  grosser  macht  für  Elicurt  [z&  den 
Eydgnossen  und  anderen  stetten;]  ward  gewunnen^').    Und  am 
wiennechtoben  nechst   darnach  wurden  18  Lamperter,  die  da-Dec24 
selbs    gefangen  wären   worden,    umb  ir  uncristenliche  werck 

2u  vor  Steinendior  zu  Basel  verbrannt^). 


1)  So  wenig  galt  1473  nicht  der  Wein  im  allgemeinen,  sondern  einzig 
der  Baslerwein,  der  damals  völlig  verdarb;  8.  Oerung  z.  J.  1473,  und  vgl. 
B.  Chron.  IV  357. 

2)  Ueber  diesen  Sommer  vgl.  B.  Chron.  II 17  u.  20,  IV  356  u.  357,  und 
V  538,  auch  Gterung  a.  a.  0. 

3)  Vgl.  B.  Chron.  IV  366. 

4)  In  der  Hs.  folgt  mit  andrer  Tinte  ein  Zusatz  aus  Appenwiler;  s. 
B.  Chron.  IV  358  ff. 

5)  VgL  ebend.  EL  85  ff.  und  IV  361. 

6]  Vgl.  ebend.  11 118fi:  und  V  511,  auch  oben  S.  285. 
7)  VgL  ebend.  ü  150. 

21* 


324  Cosmas  Ertibeig. 

Grannse  und  Murten. 

j^'ö         Anno  eo.  76,  vigilia  invocavit,  verlor  der  hertsog  von  Bur- 
jQni  22  gund  sin   g&t  vor  Granson  ^).    Und   im   selben  jar,    uff  der 
10000  ritter  tag,  wurden  durch  der  Eidgnossen  pünt  im  uff 
20  000  man 3)  vor  Murten  erschlagen.  & 

Nannsee. 

1^77         Anno  ec.  77,  vigilia  epiphanie  domini,  ward  hertsog  Karle 
von  Burgund  vor  Nannse  erschlagen^]. 

[38]  Der  grosz  Rin. 

jnu^         Anno  ec.  80  umb  sant  Jacobs  tag  in  der  ernne^)  ward  den» 
Hin  so  grosz,  das  er  drü  joch  an  der  Rinbruck  hinw^  f&rt^). 
Und  für  man  mit  weidlingen  am  Vischmerckt,  und  [über  Rin] 
die    Ringassen    uff^'),    von    sannt    Niclaus    biss    zum    Oberen 
Ziegelhoff  7). 

Brück  inn  Flanderen.  <& 

1488  Anno  ec.  im  1488  im  meyen^),  als  R&mischer  kunig 
herr  Maximilian  ec.  von  den  sinen  z&  Brück  in  Flanderen 
gefangen,  und  das  heilig  Rfimisch  rych  von  keiser  Friderichj 
siner  kuniglichen  majestet  herren  und  vatter,  z&  erledigung 
des  selben  gemandt  ward,  schickten  min  herren  von  Basel  2^? 
zti  solicher  hilff  und  entschuttung  im  obgenanten  jar  und 
zit  dahin  200  man^)  z&  fftsz  wol  gerust,  die  sy  mit  grossem 


1)  Vgl.  B.  Chron.  U  352  ff.  u.  V  520. 

2)  Diese  Zahl  hat  der  Bericht  der  Basier  Hauptleute;  8.  ebend.  HI  U. 

3)  Vgl.  ebend.  III  90  ff.  u.  V  525.  —  Den  latein.  Vers  über  Karls  Tod, 
der  in  der  Hs.  hier  am  Fuss  der  Seite  folgt,  s.  unten  in  der  Beilage. 

4)  »In  der  Ernte«  heisst  der  Jakobstag  zum  Unterschied  von  Phiüppi 
und  Jacobi  (1.  Mai).    Ueber  diese  Rheingrösse   Yon    14S0   vgL   B.  Chroo. 

V  531  ff.,  und  Brilinger  z.  J.  1480.  Ueber  eine  sehr  ähnliche  Ueberschwem* 
mung,  welche  genau  in  derselben  Jahresseit  1424  erfolgte,  YgL  B.  Chroo. 
IV  435  u.  V  183  u.  319. 

5)  Am  24.  Juli;  s.  ebend.  V  531. 

6)  Jetzt  obere  Bheingasse,  in  Klein  Basel. 

7)  Ueber  die  St.  Kiklauskapelle  und  über  diesen  Hof  s.  K  Chron. 

V  29,  A.  8,  und  532,  A.  6.  —  Ueber  das  gleichzeitige  Austreten  des 
Birsigs  s.  Brilinger  a.  a.  0.,  und  oben  S.  301,  A.  1. 

8)  Basels  Zuzug  zum  Beichsheere  brach  schon  am  19.  April  auf;  doch 
erst  Anfangs  Mai  zog  das  Heer  von  Cöln  aus  gegen  Brügge,  wo  sofort 
Maximilians  Freilassung  erfolgte.  Ueber  diesen  Zug  s.  Heusler,  i.  d.  Bei- 
trägen IX  192  ff. 

9}  Genauer  150;  s.  ebend.  S.  195. 


1444—1489.  325 

costen    daselbs    hielten^).      Was    houptman   jungkheir    Peter 
Offenburg  >). 

Heyttersxheiner  zug. 

Anno  ec.  im  1489  uff  sambstag  nach  Michaelis  arohangeli  ^^^  3 

i  zugen  min  herren  von  Basel  ussz  [mit  dem  houptpanner],  wol 

mit  3000  mannen'),  in  willen  sich  für  Heiterszhein  se  legen 

und  das  ze  zerbrechen,  umb  das  graff  Rüdolff  von  Werdem- 

berg,    groszmeister  [39]   und  comenthür  zu  Heiterszhein  sant 

Johanns   ordens^),    herr    Hansen    von    Berenfels    ritter,    herr 

it  Härtung  von  Audio  ritter,  bed  burgermeister  zu  Basel,    und 

ander  edel,  frowen  und  man,  so  von  einer  widerladeten  oder 

heymfftreten  herr  Hansen  von  Berenfels  tochter  kamen,  ange- 

randt  und  sinen  hochmüt  an  inen  begangen  hatt^).    Doch  ward 

die   sach   durch   die  kungklichen  rSte  zu  recht  betedinget*), 

15  und  Heiterszhein  durch  min  herren  von  Basel  und  der  Herr- 

schaflft   lut  ingenommen   und   besetzt^),    bisz   zu  usztrag  und 

rechtvertigung   der   sach.    Und   zogen   min   herren   mit   dem 

huffen^)  uff  mentag  darnach  wider  heym.  0ct5 


[7]  Anno  ec.  1445  jar  uff  des  heiligen  crutz  tag  z&  herbst  ^^  ^^ 
20  ward  das  slossz  Binfelden  von  minen  herren  von  Basel  und 
SwitB*)  gewunnen. 

Die  Schlacht  an  der  Birsz. 

Anno   1444  uff  mitwuch  post  Bartholomei   beschach   die  ^^^ 
stacht  by  sant  Jacob  an  der  Birsz  vor  BaseL 

L  Wm  hoi^tmsii  v.  8.  w.  bowoU  in  der  Hb.  als  in  S  nur  iIb  ZnsnU,  mit  bliaieror  Tinte. 

1)  Sie  blieben  dort  bis  Aug^t  d.  J.;  s.  Heuiler  a.  a.  O.,  S.  215. 

2]  Ueber  P.  Offenbnrg  den  jungem,  den  spätein  Bargermeister,  s.  B. 
Chron.  V  300,  A.  1.  Seine  Briefe  aus  diesem  Feldsuge  s,  bei  Heusler 
a.  a.  O.,  S.  195  ff. 

3}  Richtiger:  2000;  vgl.  B.  Chron.  V  319  und  oben  S.  80. 

4)  Ueber  ihn  s.  oben  S.  80,  A.  6. 

5)  Ueber  diesen  Ueberfall  vgl.  die  oben  in  Anm.  3  erw&hnten  Berichte. 

6)  Ueber  diese  Vermittlung  s.  B.  Chron.  V 195  u.  319.  Zu  »königlichen< 
Rathen  wurden  übrigens  die  Betreffenden  erst,  als  1490  die  Regierung  der 
östreichischen  Verlande  von  Herzog  Sigismund  an  Maximilian  übergieng. 

7)  Ueber  diese  gemeinsame  Besetzung  durch  Basel  und  Oestreich  s. 
B.  Chron.  V  319,  A,  4,  und  oben  S.  80. 

8)  D.  h.  mit  der  Hauptmacht,  die  nur  bis  Sohliengen  gesogen  war; 
8.  B.  Chron.  V  195  u.  319. 

9)  D.  h.  von  Basel  und  den  Eidgenossen  von  Bern  und  Solothum; 
TgL  B.  Chron.  IV  193. 


326  Cosmas  Ertiberg. 

Blochmont. 

1449  Anno  1449  ward  Blochmont  von  der  stat  Basel  gewannen, 
herr  Herman  von  Eptingen  ritter  mit  einen  dieneren  gon  Basel 
gfangen  gef&rt^). 

[12]   Der  grosz  grusamlich  hagel.  ^ 

jnBi^  Anno  ec.  1487  nff  Johannis  und  Pauli,  was  der  26.  tag 
junii  genant  braohmonet,  was  ein  solicher  grusamlicher  un- 
gehorter  grosser  hagel  zu  Basel  und  im  land,  das  die  stein 
etlich  wol  als  grosz  als  eiger,  euch  fast  und  gr&sser,  den 
halben  theil  der  tücheren  und  {finsteren  inn  der  stat  erschlfig^].  i" 

[29]  Waldman. 

1489  Anno  1489  ward  herr  Hanns  Waldman,  ritter  und  ein 
burgermeister  der  stat  Zürich,  [mitsampt  ettlichen  der  retben 
zCl  Zürich]  mit  dem  seh  wert  gericht'). 

[40]  Vom  stein  zu  Ennsisheym.  i^ 

^^^^  Anno  1492  uff  mitwuch  vor  sant  Martins  tag  ze  mittem  tag, 
by  schönem  hymmel,  viel  vom  hymmel  ein  stein  by  Ennaiszheim 
mit  blitz  und  tonnersohlag^).  Der  was  isenfirtzfarw  glich,  einer 
eilen  hoch,  zwo  eilen  wyt  umb  sich,  und  by  2Y2  ^*  schwer^). 

Vom  brand  uff  dem  Hfiwberg  z&  Basel.  ^ 

▲  rii^^  Anno  ec.  1495  uff  sant  Oeryen  tag,  vor  mittnacht  umb 
die  1 1 .  stund,  gieng  für  usz  in  Michel  Meigers  stall  uff  dem 
HAwberg  zft  Basel  ^);  verbrunnen  huser  und  schüren  ob  36^;. 

2.  Hl.:  Anno  1450. 

1)  8.  B.  Chron.  IV  299  ff. 

2)  Vgl.  ebend.  V  318  u.  535,  auch  oben  S.  305. 

3)  Vgl  ebend.  V  194. 
4}  Vgl.  oben  S.  5. 

5)  VgL  AnBhelmI411 :  uf  dri  centnei  schwer,  und  ebenso  Etterlin  S.22S. 

6)  Michael  Meyer  von  Baldersdorf  war  der  Sohn  Heinrich  Haiders* 
dorfs  gen.  Meyer,  der  von  1411  bis  1445  Zunftmeister  und  Rathsherr  der 
Brodbecken  war;  s.  im  St  A.  das  Urtheilb.  z.  J.  1441,  und  Schönberg 
S.  776  ff.  Michael  M.  sass  im  Rath  von  1476  bis  1518,  suerst  als  Rathsherr 
der  B&renzunft  und  später,  seit  1512,  als  Achtbürger.  Schon  1489  bewohnte 
er  den  Hof  Gunaoh  am  Heuberg,  sp&ter  sum  Löwensom  genannt,  jetzt 
Gemsberg  No.  2  u.  4;  s.  St&dt  Urk.  1489  Aug.  21,  und  vgL  unten  Adelb. 
Meyer  s.  J.  1495. 

7)  lieber  den  sonstigen  Schaden  dieses  Brandes  s.  Wochenausgabenh 
1495,  S.  274  ff.  Um  M.  Meyer  vor  der  Rache  der  GeschAdifften  su  sehütsen. 
musste  der  Rath  am  2.  Mai  ihm  sicheres  Geleit  zur  RücUehr  nach  Basel 
geben;  s.  Erkanntnissb.  1 144. 


1449—1496.  327 

Pfingstmesz  zu  Basel. 

Anno  ec.  94  uff  fiitag  vor  Martini  ward  nach  erkantnüsz  ^^* 
eins  räts^)  die  pfingstmesz ')  zu  Basel  mit  dem   lüff  uff  dem 
läthuse  abgethan  und  uszkundet. 

5  Hering. 

Anno  ec.  95  uff  fritag  voi  dem  palmtag  galt  1  thonn  heiing,  ^^^  ^^ 
gut  weischaSt,  3  gülden  1  oit ;  und  gab  man  1 1  bering  umb  1  s. 

Anoken. 
XTff  den  selben  tag  gab  man  1  Ib.  ancken  umb  6  d.  zu  Basel. 

10  [13]   Uolman  von  Schietstat. 

Anno  ec.  im  1493    [erhüb  sich  ein  buntschüch  zu  Schiet- 1493 
statt  uff  dem  Ungersberg^).    Und]  uff  den  Id.  tag  meyens  ward  Mai  is 
[Hans]  Uolman,    stSttmeister   z&  Schletstat,    [ein   anheber   des 
buntschüchs]  zu  Basel  gefierteilt  ^),  uff  der  von  Schlettstat  clag. 
15  [Und  sin  mitgesel  Claus  Ziegler  ^)  ward  z&  Schietstat  gericht, 
und  fiUen  die  finger  abgehouwen  ®). 

Heinrich  Rieher,  dazemal  der  junger. 
Anno  1496  vigilia  Arbogasti  ward  Heinrich  Bieher^)   ze^^^o 

9.  Hb.  :  off  dem  selben  tag. 

1)  Dieser  am  5.  Mai  gefasste  Beschluss  wurde  am  7.  durch  offenen 
Ruf  verkündigt;  8.  Erkanntnisab.  1 139 ^  und  Rufb.  II  33. 

2)  Diese  Messe  vor  Pfingsten,  gleich  der  noch  jetzt  bestehenden  yor 
Martini,  war  der  Stadt  1471  durch  Kaiser  Friedrich  bewilligt  worden,  und 
beide  währten  je  14  Tage;  s.  B.  Urkb.  Vm  311.  Schon  1487  war  die  Ab- 
schaffung der  Pfingstmesse  beschlossen,  doch  dieser  Beschluss  wieder  auf- 
gehoben worden;  s.  Erkanntnissb.  I  72  u.  76 1>. 

3}  Nordwestl.  y.  Schlettstadt.  —  Ueber  diese  Verschwörung  Tgl.  Berler, 
Ausg.  im  Cod.  historique  de  Strasbourg  II  104  ff.,  und  H.  Schreiber,  Der 
Bundschuh  zu  Lehen,  S.  2  ff. 

4j  Vgl.  Wochenausgabenb.  1493,  S.  165. 

5)  Nikiaus  Zigler,  von  Stotzheim;  s.  Berler  S.  105. 

6)  Ein  Beispiel  s.  bei  Schreiber  S.  4. 

7)  H.  R.  der  jüngere  war  Rathsherr  der  Bärenzunft  und  ein  Sohn  des 
gleichnamigen  Oberstzunftmeisters.  Schon  1494  finden  wir  Letztem  sammt 
seinen  Söhnen  Heinrich  und  lienhard  in  schwere  Prozesse  verwickelt, 
welche  1495  noch  fortwährten;  s.  Oeb.  VII.  36 >>  und  Erkb.  I  140  ff.  Im 
Juni  1495  wurde  Heinrichs  d.  j.  Schwager,  der  Salzmeister  Nikiaus  Hauen- 
stein, wegen  Betrugs  bestraft,  und  zugleich  bei  der  Rathserneuerung  der 
alte  Rieher  als  Oberstzunftmeister  übergangen.  Heinrich  d.  j.  aber  war 
so  tief  verschuldet,  dass  im  Oct  d.  J.  sein  nahe  beim  Kaufhaus  gelegenes 
Haus  versteigert  wurde.  Bald  hierauf  erhob  er  gegen  Basel  eine  Klage 
am  Holgericht  zu  Rotweil,  und  zugleich  trat  er  in  persönliche  Beziehung 
zu  König  Maximilian,  der  im  Februar  1496  den  alten  Rieher  sammt  beiden 


S28  OoamM  Ertiberg. 

Basel  TOT  Steinenthor  enthouptet')  [uad  tu  den  Augosti&eien 
vetgtaben.] 

Das  huBe  ztm  Spanbett  zu  Stiassbuig. 
j^^.         Aubo  1497  uff  donrstag  nach  sant  Uoliichs  ttig^)   verbiaii 
das  wirtshuse   t&m  Spanbett  zft  Sttassburg,    und  verbrunnen  s 
daiinn  über  24  mau,  wib  und  kinder^).    Got  hab  ii  aller  seien. 

[10]   Täten  vom  Schwitaerkrieg,  anno  im  1499 
besoheen. 
^^^^  Anno  99  uff  &itag  vor  dem  palmtag  beschach  die  Schlacht 

uff  BtüderholU*).  n 

jqii  1«  Im  selben  jai  uff  zinstag  nach  Maigarethe^j   üesi  keyset 

Maximilian  des  Bychs  paner  toi  Coatentz  widei  ein  Eidtgnos- 
Bohafil  fli^en.    Et  macht  sich  abei  bald  wider  inn  die  stat;  dann 
die  Eidtgnossen  uff  den  tag  &isch,  mätig  und  willig  w&ien. 
joii  n         Im   obgenanten  jar  uff  Marie  Magdalene   beschach   die  i' 
Schlacht  by  Dotnach*]. 

[11]  Von  den  leysen,  so  ein  stat  Basel  in  Meyland  mit 
andern  Altern  gemeyner  löblicher  Eydgnoschafft 
gethan  hatt. 
Lugariset  lug.  i, 

wa         Anno   ec.   im  1500  und  dritten  jai  sind  min   henen  dei 
Wn  14  stat   Basel    uff  zinstag    nach    Gi^orii    uszgezogen    gemeynei 

Söhnen  lu  Bemen  Dienern  ernaDiite.  Mitto  Juni  jedoch  gelang  es  dem 
Batb,  Heinricli  d.  j.  auf  Wildenatein  bei  Bubendorf  lu  Terbaften,  vorauf 
er  in  BmbI  toi  Gericht  geitellt  wurde.  8.  hierabei  Sudt.  Urk.  1195  luai  13, 
Oot  IS  u.  17,  und  1496  Febr.  32,  ferner  Woehenauig.  14H,  S.  344  ft,  und 
HiaaiTenb.  XIX  33,  41,  42  u.  44. 

1)  S.  Wochenausg.  1496,  8.  349.  Uebei  leine  Schuld  ■.  im  HiMirnb. 
XIX  53  Buela  Brief  vom  18.  Juli  an  den  OstteiehiKheD  Landvogt,  worin 
der  Rath  nnr  Teriichert,  daM  Rieher  eo  vieles  gestanden  habe,  das«  et  Ära 
Tnd  reichlieh  verdiene.     Uebet   die   spitere  Tradition,   venech    er  Batelt 

tehluss  an  die  Eidgenossenschaft  hStte  verlündem  wollen,  s.  Ochs  IV  411. 

a    Bruder  lienhard,  der   mit  ihm  verhaftet,   sber  oachher  begnadigt 

ide,  brach  später  seinen  Eid,   schwur  aber  1501   neuerdings  Urfdide; 

iUdt  Urk.  1501  Aug.  30. 

3]  >Donr«tag>,  wie  die  Hs.  hat,  scheint  entstellt  aus:  samstag  (8.  Juli!, 
die  Strassbuiger  Archivchronik  hat;  s.  oben  S.  191,  A.  3. 

3)  Ueber  diese  Zahl  s.  ebend.  A.  4. 

4)  Vgl.  oben  S.  B. 

5)  Dasselbe  Datum  hat  Bteonwalds  Chronik,    Ausg.  in  Balthasar« 
ivetia  IV  556. 

«)  VgL  oben  S.  II. 


1497—1512.  329 

Eidgnossohafit  zft,  gon  Belletz^),  als  sy  sich  fiii  Lugaris')  wider 
den  künig  von  Fianckiich^)  legerten,  mit  600  mannen.     Und 
kämen  mit  der  hilff  gottes  wider  heym  frfilich  uff  frytag  nach  ipru  21 
dem  ostertag.    Was  der  erst  zug,  nachdem  und  ein  stat  Basel 

s  ein  ort  der  Eidgnosschafft  worden  was. 

Aimo  ec.  im  1507  zooh  man  gon  Grenow  mit  dem  kiinig  im? 
von  Franckrioh^),  lut  der  yereyn^}. 

Anno  ec.  im  1500  und  zechenden  zugend  gemein  Eidt-  1510 
gnossen  inn  Meyland  zum  bapst*)  mit  dem  bischoff  von  Wallis^. 

10         Im  1511  jar  vor  wyennechten  s)  zugend  aber  min  herren  ^^^^ 
von  Basel  mit  gmeinen  Eydtgnossen  in  Meyland;  nampt  manDM.  25 
den  wintherzug. 

[12]  Anno  im  1512  uff  pfingsten*)  zugend  aber  min  herren  >8i2^ 
von    Basel   und   gmein   Eidtgnossen    mit    dem    cardinal   von 

15  Wallis  ^0)  inn  Meyland,  durch  das  Etschland  hinin  mit  den 
Yenedigeren,  und  gwunnen  damals  Meyland  ^^).  [Und  schanckt 
der  bapst  dennen  von  Basel  ein  guldin  panner  mit  dem  eng- 
lischen gr&tz,  als  er  dan  euch  yedes  ort  der  Eydgnoschafflt 
mit  einem  sonderen  zeichen  im  panner  begabt]  ^').    Nampt  man 

»  den  Pafyerzugi^). 

10.  »Im  Iftll  jar«  i  d.  Hi.  conig.  mu:  Im  obgenuten  ju. 

1)  Bellinzona. 

2)  Ueber  diesen  Zug  nach  Locamo  vgl.  oben  S.  19  u.  81,  ferner  unten 
Adelb.  Meyer  s.  J.  1503. 

3)  Ludwig  XII 

4)  Ueber  diesen  Zug  nach  Genua  vgl.  oben  S.  30. 

5)  Das  sehnjährige  Bündnisa  mit  Ludwig  XII,  vom  16.  M&n  1499, 
war  zwar  durch  den  Krieg  von  1503  unterbrochen  worden,  galt  jedoch 
keineswegs  als  aufgehoben;  1.  den  Vertrag  in  Eidg.  Abach.  in  1,  S.  755  ff., 
und  vgl  ebend.  in  2,  S.  363  g,  s.  24.  Febr.  1507. 

6)  Qemfias  dem  mit  Julius  IE  am  14.  März  d.  J,  geschlossenen  Bünd- 
niss.    Ueber  diesen  Zug  in  das  Mail&ndische  Tgl.  oben  S.  31. 

7)  Matthäus  Schinner;  s.  oben  S.  31,  A.  1. 

8)  Der  Auszug  erfolgte  schon  am  21.  Nov.,  und  am  31.  Dec.  die 
Heimkehr;  s.  oben  S.  33,  A.  5,  u.  S.  34,  A.  5.  In  S  ist  das  genaue  Datum 
ergänzt  aus  dem  Eothen  Buch  der  Zunft  zum  Himmel,  Bl.  221. 

9)  An  diesem  Tage  rückte  das  Heer  von  Verona  aus  in  Feindesland; 
8.  oben  S.  35.  In  S  ist  dieses  Datum  ersetzt  durch  dasjenige  des  Auzzugs 
aus  Basel  (6.  Mai),  und  zwar  auf  Grund  des  schon  erwähnten  Zunftbuches 
zum  Himmel. 

10)  Kardinal  war  Schinner  seit  1511;  s.  oben  S.  31,  A.  1. 

11)  Ueber  ihren  Weg  s.  oben  S.  34  ff. 

12)  VgL  oben  a  37  u.  83. 

13)  Ueber  die  Eroberung  von  Payia  s.  oben  S.  36. 


330  Gosmas  Ertsberg. 

jinl  [Anno  1512  ufF  samstag  vor  Uolryoy  zügent  die  von  Basel 
mit  gemeynnen  Eydtgnossen,  in  willen  das  Eachental^}  inzü- 
nemen.  Zochent  doch  nit  witter  den  gon  Suisee^),  kamen 
in  acht  tagen  wider  heim  9).  und  wiit  der  albelenkrieg^j 
genempt.]  % 

j^  Im  1513  [im  brachmonat]^)  da  zochen  sy  abei  inn  Meyland, 
und  geschach  die  grosse  schlacht  zu  NawSren,  und  behielten 
die  Eidgnossen  den  sig  wider  den  konig  in  Franckrich. 

[14]  Der  zug  gon  Dyssyon. 

Aug.  20  Anno  eo.  im  1513  jar  uff  sambstag  vor  Bartholomei  sindh 
min  herren  der  stat  Basel  mit  500  mannen^)  uszgesogen  in 
Franckrich,  für  Dyssion,  mitsampt  anderen  Eidgenossen.  Deren 
hye  durchzogen  ob  18  000  ^j,  on  die,  so  durch  andere  Strassen 
durchzogen  wären,  in  massen  ob  40  000  Eidgnossen  sesamen 
komen^).  Da  ward  ein  frid  gemacht,  aber  durch  unträwe  deit& 
Frantzosen  nit  gehalten^). 

[12]  Erdbidem. 

jan.^20         Anno  ec.  1514  uff  Sebastiani,  umb  die  7  nach  mittag,  was 
zu  Basel  und  darumbher  ein  grosser  erdbidem  ^^). 

14.  Hb.:  LH  EidgaosMn;  8:  XLM. 

1)  Das  Val  d'Aniigorio  sammt  Domo  d'Ossola,  das  zum  Herzogthum 
Mailand  gehörte.  Zu  diesem  Zuge  s.  im  St.  A.,  Bd.  St  91  (9),  die  In- 
struction Tom  3.  Juli  für  die  Basler  Hauptleute,  sowie  auch  ihren  Creditbriel 

2)  Bei  ihrer  dortigen  Ankunft  am  5.  Juli  kam  den  Baslem  Ton  Luzern 
her  Gegenbefehl,  und  so  blieben  sie  dort  stehen,  bis  derselbe  auch  toq 
Basel  bestätigt  wurde;  s.  im  St  A.,  Bd.  St  91  (9),  den  Brief  der  Basier 
Hauptl.  Tom  5.  Juli. 

3)  Also  am  10.  Juli. 

4)  Albelen  heisst  eine  im  Sempachersee  reichlich  Torhandene  Art  Fische. 

5)  Während  in  der  Es.  das  Datum  gänzlich  fehlt,  hat  S:  im  brach- 
monat,  uff  fritag  nach  corporis  Christi.  Der  erste  TheU  dieses  Datums  ift 
richtig  für  die  Schlacht  bei  Novara,  vom  6.  Juni,  der  zweite  hingegen  für 
den  Auszug  der  Basler,  der  am  genannten  Freitag  (27.  Mai)  erfolgte ;  TgL 
oben  S.  44  u.  46,  A.  3.  Während  nun  letzteres  Datum  unverkennbar  aus 
Bl.  211  des  Zunftbuohes  zum  Himmel  stammt  und  erst  von  Schnitt  hier 
eingeschaltet  wurde,  gehört  das  erstere  »im  braohmonatc,  yermuthlich  zum 
Urtexte  dieser  Chronik  und  wurde  von  Ertsberg  übergangen,  yon  Schnitt 
hingegen  beibehalten,  obschon  es  zum  zweiten  gar  nicht  stimmt 

6)  Genauer  600;  s.  oben  S.  49,  A.  5. 

7)  Ueber  diese  Zahl  s.  oben  S.  54,  A.  5. 

8)  Vgl.  ebend,  A.  7. 

9)  8.  oben  8.  55  £F. 

10)  Vgl.  B.  Chron.  I  20,  auch  unten  S.  334,  und  Kilchmann  z.  J.  1514. 


1512—1526.  331 

[14]  Meyland. 

Anno  ec.  15  uff  mitwuch  vor  Gangolffi,   was  der  9.  tag^^^ 
meyens^),  sind  min  herren  von  Basel  aber  gezogen  zum  hert- 
zogen   von  Meyland  mit  anderen  unseren  lieben  Eidgnossen, 

5  wider  den  kunig  von  Franckrich^],  zft  entschuttung  Meylands, 
das  der  Frantzosz,  über  und  wider  die  bericht  zu  Dission  be- 
scbeen,  understünd  ze  überfallen  und  abzestelen.  Waren  zum 
selben  zug  houptman  Juncker  Henman  Offemburg,  und  venner 
meister  Ebuins  Lutzelman,  mit  200  mannen. 

10         Im  obgenanten  jar  uff  mentag  nach  Johannis  Baptiste  sind  Jnm  25 
aber    min   herren  von  Basel  in  Meyland  zu  den  obgenanten 
gezogen  mit  600  mannen.    Waren  houptman  herr  Hanns  Trut- 
man  zunffbmeister,  und  venner  Hanns  Ber. 

Im  selben  jar  uff  fritag  sant  Bartholomeus  tag  sind  aber-  Aug.  24 

u  mals  min  herren  von  Basel  zu  beden  obgemelten  zeichen  mit 
800  mannen  in  Meyland  gezogen.  Waren  houptman  Juncker 
Heinrich  Meltinger,  und  venner  Hanns  Richart  der  Wynluten 

meistert). 

[15]  Meyland. 

20         Anno   1521    zugen   min   herren   von  Basel   mit  gmeinen  1521 
Eidtgnossen  inn  Meyland,  zum  bapstLeo^). 

[41]  Grosser  tonnerschlag  in  zugthurn. 
Anno  1526  uff  mitwuch  in  der  fronvasten  ze  herbst,  umb  l^^.  ,^ 

, '  8«pt.  19 

die  5.  stund  nach  mittag^  kam  ze  Basel  by  sonnenschin,  un- 
25  geregnet,  ein  grosser  tonnerschlag  in  den  zugthurn^]  zwuschen 
Eschemerthor  und  sant  Albanthar,  wo  vil  pulver  lag.  Davon 
der  thurn  ougenblick/tcA  uff  den  grundt  zerschleifftj  grosz 
quaderstein  zum  cappellin  vor  Eschem^Mor,  deszglichen  bisz  in 

2,  Ha.  n.  B:  X  tag  meyens  (X  statt  VL). 

1)  Zum  Mittwoch  stimmt  nioht  der  10.  Mai,  wie  sowohl  E  als  S  haben, 
sondern  der  9.    Ueber  die  hier  folgenden  Zuzüge  vgL  oben  8.  66  ff. 

2)  Franz  I,  als  Nachfolger  des  am  1.  Januar  1515  yerstorbenen 
Ludwig  XII. 

3)  Ueber  Hans  Bichart  gen.  Maser  vgl.  oben  S.  67,  A.  9.  —  In  der 
Hs.  folgt  hier  am  Fuss  der  Seite  noch  die  aus  der  Hs.  S  abgeschriebene 
Nachricht  der  gedr.  Augsburger  Weltchronik  über  die  Schlacht  bei  Mari- 
gnano;  s.  oben  S.  318. 

4)  D.  h.  durch  das  Mailändische  in  die  Bomagna.  Ueber  diesen  Zug 
8.  B.  Chron.  I  26  und  Anshelm  IV  421  ff. 

5)  Dieselbe  Stunde  s.  oben  S.  84.  Vgl  jedoch  B.  Chron.  I  54  u.  413, 
wonach  es  kurz  nach  6  Uhr  geschah.  —  Ueber  die  im  Text  in  Cursiv  er- 
gänzten Lücken  s.  oben  S.  322. 

6)  Ueber  diesen  Thurm  s.  oben  S.  84,  A.  6. 


332  Cosnuui  Ertiberg. 

sant  Alban  voistat,  und  ubei  Bin  in  die  CariAus  getriben  wur- 
detij  und  an  vü  ennden  yenster  sersohlagen,  thür  und  thor 
ufgestossen^  21  menschen  umbbraoht  und  vil  yerwAst. 

[15]  Capeller  sag. 

j^         Anno  1529  im  biaohmonet  zugend  min  henen  von  Basels 
unseren   eidtgnoMen   von  Zürich,   Bern,   Schaffhusen   ee.  su, 
wider  die  Lfinder^)  und  die  von  Zug^).    Was  der  erst  Cap- 
peller  sug;  da  erhielt  man  das  wort  gottes,  lib,  ere  und  gut 

1)  Die  drei  Waldstftdte;   dabei  Tergiast  jedoch   der  Schreiber  auch 
Luiem  lu  nennen.    Ueber  diesen  Zug  i.  oben  S.  137  u.  198. 

2)  Das  Folgende  ist  rermathlich  ein  Zussts  Ertibergs. 


Ertzbergs  eigene  Aufzeielmungen. 

Pater. 

Das  oondlium  zA  Basel  angefengt  waa,  1431 

Heinrich  Ertzbergs^)  gebererin  sin  genas. 

Filius. 
Cosmas  Ertzberg  ist  an  das  liecht  geboren, 
Als  das  heilig  crüts  ze  erheben  ward  erkoren^);  sept  14 

Kanstu  mich  lesen  und  verstan, 
Die  jarzal  ich  dich  wissen  lan. 

10  Cosmas. 

Anno  1488  uff  Marci  ewangeliste  kam  ich  z&  hem  Niclausen  j^^  25 
Rusch  statschriber,  und  bleib  by  im  als  Substitut  bisz  uff  Apo- 
linaris  im  94  jar,  als  ich  kouffhusschriber  uff  den  selben  tag  J^  23 
ward^). 

\i         Anno  1488  ot^eschriben  hett  mir  Cosma  min  vatter  uff^^^^  21 
donrstag  nach  esto  michi  der  Scherer  zunffb  zum  Sternen^]  er- 
nüwert.     Costet  nemlich  die  zunffb  1  guldin,   1  viertel  win^), 
meister  Hans  Rfiwlin,  meister  der  zunfft^^),  1  s.,  und  dem  stuben- 
knecht  6.  d.,  lut  mins  vatters  handtgschrifft. 

»  Soli  deo  gloria^). 

[67]   Probst  zu  Lutzernn. 
Anno    im    1500   uff  den tag   starb   herr   Heinrich  isoo 

22.  In  der  Hs.  «ine  Lfteke  Ar  das  Datam  gelassen. 

]]  Ueber  ihn  8.  oben  S.  313. 

2)  Sein  Geburtstag  fiel  mithin  auf  Kreuierhöhung  (14.  Sept)  Doch  weiss 
ich  aus  dem  übrigen  Verse  die  Jahrsahl  nicht  lu  ermitteln;  1.  oben  S.  314. 

3)  Vgl.  ebend. 

4)  Die  Halbsunft  der  Scherer  nannte  sich  nach  ihrem  Hause  sum 
Goldenen  Stern,  jetit  Freie  Strasse  No.  71. 

5}  1  Viertel  hielt  4  Maass,  und  8  Viertel  machten  1  Ohm. 

6)  Er  bekleidete  dieses  Amt  von  1461  bis  1499. 

7)  Den  Vers  über  Reich  und  Arm,  der  in  der  Hs.  am  Fuss  dieser 
Seite  folgt,  s.  unten  in  der  Beilage. 


334  Cosmas  Ertiberg. 

Vogt,  doctoi  und  prost  zft  Lutseinn^),  mins  vatten  seligen  und 
min  guter  gfinner. 


[15]  Das  münster  se  Basel  ward  entwicht,  und  widet 

gewicht  oder  reconcilyert 

A  rii^         Anno  ec.  1500  sexto  uff  mentag  nach  sant  Marx  tag,  was  i 
der   27.  tag  aprellens,    warff  ein  Student  der  glocknerknaben 
einen  mit  einem  bodenstuck  ^)  an  sin  houpt,  das  es  im  geoffiiet 
und  bl&trünsig.    Dadurch  das  münster,  düinn  solichs  geschach, 

April  2S  entwicht,  und  morndes  am  zinstag  frft  uff  die  6.  stund  vom 
wichbischoff')  loblich  reconcilyert  und  wider  gewicht  ward,      i« 

[9]  Von  einem  kalten  winther. 

1514  Anno  ec.  1514  was  ein  grosser  kalter  winther,  desK  glichen 
dhein  mönsch  uff  die  selb  zit  mocht  gedencken,  also  das  der 
Bin  von  Clingenthal  bisz  zu  sant  Alban  über  und  über&oren 
was  by  dryen  wuchen  lang,  das  man  darüber  gieng  und  reyt^l  ^^ 
Jan.  20  Im  obgesohriben  jar  kam  ein  erdbidem  uff  sant  Sebastians 
tag,  nach  mittag  umb  siben  uren,  schier  eins  patemosterge- 
betts  lang,  das  man  meynt,  er  wölte  etlich  huser  nider- 
werffen*). 

1615         Anno  1515  was  ein  vast  warmer  winther,  also   das  etliche 
n.  Anru  ^  ^  mertzen  und  aprellen  kelter  gewesen  sind  denn  alle 
kelte  im  gantzen  winther.     Und  viel  im  aprellen  me  schnee, 
denn  den  selben  gantzen  winther  gefallen  was. 

1516         Anno   ec.   1516    was    ein   dürrer    warmer    summer,    desz 
glichen,  als  der  gemein  man  vermeint,  sitt  dem  heissen  sum-^'> 
An«.  22mer  anno  73  ye  gewesen  ist*).     Und  im  selben  jar  uff  fritag 
vor  Bartholomei  fand  man  nüwen  win  am  merckt  z&  Basel 
veil,  kam  von  Hadtstat^)  ussz  dem  Elisas. 

1)  Er  wurde  1486  Propst  des  Stifts  St.  Leodegar  su  Lusem  und  starb 
am  22.  Juli  1500;  8.  Mülinen,  HeWetia  Sacra  146. 

2)  Mit  einer  Erdscholle. 

3)  Telamonius  Limpurger,  Bischof  von  Tripolis,  war  Weihbisdiof 
seit  1498;  s.  Wurstisens  Epitome,  in  Scriptor.  Bas.  minores,  S.  227  ff. 

4)  D.  h.  der  Rhein  überfror  am  11.  Januar,  und  erst  gegen  Ende  de> 
Monats  trat  Thauwetter  ein.  Schon  am  25.  jedoch  begann  man  durch  die 
Eisdecke  eine  Rinne  eu  hauen,  so  dass  sie  nur  14  Tage  lang  wirklieh 
passierbar  war;  s.  oben  S.  59  ff. 

5)  Vgl  B.  Chron.  I  20  u.  V  199. 

6)  Vgl.  oben  S.  323. 

7)  2  St  südl.  V.  Colmar. 


.     1506—1520.  335 

[17]  Anno  ec.  im  1519  jar  ist  unsers  herm  gots  tag^)  ^tni^ 
sant  Johanns  Baptisten   oben  gefallen^),   und  hett  man  sant 
Johans  bannfast  an  unsers  heim  gots  oben  gehalten').  jimi22 

Anno    1521,    nach    wienneohten    gerechnet^),    was    ein  ^ 
^  solicher  waimei  winther,  dess  glichen  kein  m&nsch  sui  selben  dm.  25 
zit  gedencken  möcht.  Und  viel  im  meitzen  des  selben  jars  zwüren  ^^ 
mer  schnees,  denn  davor  den  gantzen  winther  ge£allen  was. 

[41]   Vom  grossen  wassergussz  des  Birsichs. 

Anno  im  1519  jar  u£f  den  29.  tag  des  brachmonets,   ^^  jq1ü29 

ouff  mitwuch  sant  Peter  und  sant  Paulus  tag  zA  mittemacht 
gegen  dem  donstag  uff  die  zw&lffte  stund  in  der  nacht,  kam  Jui  so 
ein  solich  ungewamet  schnell  wasser  des  Birsichs  vor  Steinen- 
thor ^),  schwalt  sich  vor  den  gatteren,  als  die  nüt  hoch^)  gnüg 
uffgezogen  wären  ^),  also,  da  er  sin  gang  getuann^  das  er  durch 

&die  stat  in  sinem  flusz  by  V/2  mannen  hoch  ward^);  und  stürmt 
man  darüber  in  der  stat  uff  das  ein.  Da  was  grosse  not,  desz 
glichen  kein  mSnsch  nye  hye  zu  Basel  von  wasser  in  solicher 
zit  ye  gehört  noch  gesechen  hatt;  denn  vil  starcker  muren  und 
sust  gebuw  dadurch  verfielen.     Und  wä  der  Bin  in  der  selben 

u  nacht  mit  siner  grössy  den  Birsich  verschwelt^  hette  unseglichen 
schaden  in  der  stat  gethan.  Denn  er  in  die  kilchen  an  den 
Steinen  3  schüch  hoch  gestanden  ist^]. 

Anno  20  uff  fritag  nach  unsers  herrgots  tag  galt  1  viemzel  ^^^  ^ 
dinckel  ze  Basel  36  s.,  und  darnach  am  neoh^^en  merckt^^)  18s.;  Jon!  15 

s  das  was  umb  das  halb  abgeschlagen. 

13.  BUii  des  Erg&nzten  liat  die  Hs.  auf  dem  innern  Bande,  Ton  sp&terer  Hd.:  mit 
den  pfileren  nit  14.  Statt  d.  Erg.  bat  Hs.:  gehaben  mftebt.  16.  Statt  d.  Erg. 

hat  Hs. :  kilchen.  IS.  Statt  d.  Erg.  bat  Hb.  :  nnd  ander. 

1]  Das  FrohnleiclmamsfeBt. 

2)  Seit  1356  war  dieser  Fall  nioht  mehr  eingetreten;  8.  bei  Qrotefend 
den  Kalender  zum  24.  April. 

3)  D.  b.  die  Vigilie  des  Johannisfestes,  die  ein  Fasttag  war,  wurde 
schon  am  22.  Juni  begangen,  weil  auf  den  23.  das  Frohnleichnamsfest  fiel. 

4)  Nach  dem  Jahresanfang  mit  Weihnachten. 

5)  VgL  B.  Chron.  I  24  u.  382,  auch  Brilinger  z.  J.  1519. 

6)  Ueber  diese  und  die  folgenden  Lücken  in  der  Hs.  s.  oben  S.  322. 

7)  Ueber  diese  Vorrichtung  an   der  Stadtmauer,  beim  Einlauf  des 
Birsigs,  8.  oben  S.  133,  A.  11. 

8)  Vgl.  Brilinger  a.  a.  O.,  wonach  in  der  Steinenvorstadt  das  Wasser 
in  Mannshöhe  floss. 

9)  VgL  ebend.:  ad  duomm  altitudinem  cubitorunL 
10)  Am  nächsten  Freitag  (15.  Juni). 


336  Connas  Ertibeig. 

1620  Anno  1520  uffUdalrioi  episcopi  band  min  henen  mit  uer 
und  aller  firtren  gemeiner  Eidgnossohafit  botschaf/V  die  pimt 
und  vereyn  einander  geachworen  ^),  lut  des  punfo,  des  datum 
wiset  anno  1501 2). 

[43]  Der  grosz  Birsich  sft  Basel.  ^ 

152»  Anno  im  1529  uff  mentag  vor  Viti  und  Modesti,  was  der 
™  '^14.  junii  genant  brachmonet,  ward  der  Birsicb  im  Leymthal 
so  unseglioh  grosz'),  das  er  im  kouffhusz  eins  halben  mans 
hoch  was.  Fürt  den  zolltrog  ab  siner  stat,  das  man  in  anbin- 
den müst  an  die  mitler  sül  im  kouffhusz.  und  die  buehseni:' 
mit  dem  kouffhuszpetschafft,  so  das  wasser  ab  dem  trog  hin- 
weg gef&rt,  ward  in  Lux  Iselins  Stuben  by  dem  Kornmerckt- 
brunnen^j,  darin  das  wasser  gieng,  funden.  Das  gewelb^)  im 
kouffhusz  zerbrach,  und  sust  vil  gebuw  an  huseren  und  der 
statmuren,  by  dem  Eselthurn  und  anderswa.  Daby  wol  zeis 
bedencken,  was  grosser  not,  der  glichen  zA  Basel  nye  gehAit 
worden,  wassers  halb  gewesen  ist.  Oot  w&Ue  sich  unser  erbarmen. 
1630  Damach  im  30  uff  den  4.  tag  july  genant  hfiwmonet,  was 
uff  [J4alrici,  kam  aber  ein  grosser  Birsich  usz  dem  LeymUial*}, 
mit  grosserer  ungestflmikeit  denn  der  vorder,  aber  nit  so  gar  2?  ; 
grosz,  sunder  by  4  sch&ch  nyderer. 

Kornthüre  zu  Basel,  und  darumb  in  anstossenden        | 

lannden. 

Anno  ec.  1530  obgesohriben  galt  1  yierntzel  dinckel  von 
3  Ib.  bisz  uff  4  und  4V2  Ib.  z&  Basel  ?).  ^ 

8.  Ha.:  «ins  halben  mana  tiaff  boeh. 

1)  Die  Bünde  der  Eidgenossen  sollten  alle  5  Jahre  beschworen  wer-  i 
den.  In  Folge  verschiedener  Umstände  geschah  diess  jedoch  seit  der  Auf*  ^ 
nähme  Basels  nur  1502,  1507,  1514  u.  1520;  s.  Eidg.  Absch.  m  2,  S.  166  k, 
383  h,  800  a  u.  1238  a,  Ueber  den  Schwur  Yon  1507  in  Basel  b.  B.  Chron. 
IV88ff.y  und  über  den  späteren,  von  1526,  s.  oben  S.  196.  Ueber  die 
kirchliche  Feier  im  Münster,  welche  jeweilen  dem  Schwur  auf  dem  Korn- 
markte  vorausging,  s.  BriHngers  Ceremoniale  S.  95,  1.  J.  1520. 

2}  Den  Bundesbrief  vom  9.  Juni  1501  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  1291  ff., 
sowie  auch  bei  B.  Thommen,  Der  Basler  Bundesbrief,  S.  5  ff. 

3)  VgL  oben  S.  132  ff.  u.  177  ff.,  femer  B.  Chron.  1 102  ff.  u.  485. 

4)  Ueber  Lucas  Iselin  s«  oben  S.  119,  A.  1.  Sein  Haus  war  am  Markt- 
plati  das  jetzige  No.  11.  Was  in  B.  Chron.  IV  404  von  diesem  Hause 
z.  J.  1530  berichtet  wird,  bezieht  sich  jedenfalls  auf  die  Ueberschwemmung 
von  1529,  da  diese  grösser  war  als  jene  von  1530. 

5)  D.  h.  die  Ueberwölbung  des  Birsigs. 

6)  Vgl.  oben  8.  134  und  B.  Chron.  1 111  u.  485. 

7)  Näheres  über  diese  Preise  von  1530  s.  oben  S.  147  ff.,  und  vgl 
B,  Chron.  I  111. 


1520—1532.  337 

Im  31.  jar  neohst  darnach  galt  1  vierntsel  dinckel  von  i63i 
5  Ib.  biaz  uff  6  und  7  Ib.,  und  1  sack  mit  kernnen  7  Ib.  ^).  Grott 
der  allmechtig  Terlih  unns  gnad,  das  wir  siner  guttäten  und 
gaben  danokbar,  die  in  sinem  lob  und  unser  notturfft,  nit  zt 
:iuberfluss  ny essen,  damit  wir  solicher  und  ander  der  glichen 
joch  grösserer  straffen  unnserer  sunden  halb  nit  wartend  syen. 
Denn  in  diser  thiire  gross  jämer,  eilend,  angst  und  not, 
hungers  halb,  ersechen  worden,  so  cleglich  ze  beweynen  ge- 
wesen ist. 


10  [42]  Anno  1532  uff  suntag  vor  Oswaldi  hett  Stoffel  Boum-  i&32  ^ 

garter  der  gewantman']  in  sinem  huse  zum  Eberstein  ^),  under 
dem  kouffhuse  gelegen,  z wuschen  den  oberen  zweyen  iameren*) 
ze  mittem  tag  leider  sin  eelich  hus&owen  Elszbethen  Davidin, 
Kenrich  Davids  eeliche  tochter^),  und  der  selben  Elszbetheln 

ts  und  sin  eelich  kind,  by  4^2  jar  alt,  bede  uff  den  tod  verwundt 
und  ermurt;  und  von  stund  an  uff  das  ober  teil  des  huses 
gangen,  und  by  der  winden  harusz^^),  barf&sz  und  barhftuptig, 
&e>elich  an  die  gassen  gesprungen  und  sich  selbs,  gott  er- 
barms,  ze  tod  gefeilt. 

30  Morndes  am  mentag  ist  über  solichen  erschrockenlichen  Ang.  5 

hanndel,  desz  glichen  wenig  gehört,  im  richthuse  underem 
hymel  gestftlt^)  und  erkant  worden:  Wa  Stoffel  by  leben  bliben 
were,  das  man  in  uff  ein  karren  gesetzt,  an  die  4  crutzgassen 
gefftrt^},  daselbs  mit  glflgenden  zangen  gepfetz,  darnach  zu  der 

25  richtstat  by  dem  galgen^]  gefftrt,  da  geradbrecht  und  uff  das 
rad  gelegt  solt  haben.  So  er  aber  tod  sye,  das  man  in  uff 
einem  tilen  hinusz  schleiffen,  sine  glider  radbrechen,   uff  das 

25.  Hs.:  riehiUt 

1)  VgL  oben  S.  149. 

2)  VgL  B.  Chron.  1 140  ff.  u.  IV  98  ff.,  auch  oben  S.  161  ff.  u.  203. 
3}  Uebei  dieses  Hans  s.  B.  Chron.  IV  98,  A.  4. 

4)  Diese  und  die  weiter  folgenden  Lücken  auf  S.  42  der  Hb.  rühren 
von  der  frühem  Ueberklebung  dieser  Seite  her;  s.  oben  S.  315,  319  n.  322. 

5)  Ueber  H.  David  s.  oben  S.  162,  A.  2. 

6)  Auf  den  Estrieh  und  sum  Aufsug  hinaus;  s.  B.  Chron.  IV  99  und 
vgl.  oben  S.  162. 

7)  Im  Hofe  des  Bathauses;  vgL  B.  Chron.  a.  a.  O. 

8)  Hierüber  vgl.  B.  Chron.  IV  99,  A.  3. 

9)  >Beim  Ga]gen<  heisst  hier  die  Bichtstätte  auf  dem  Geliert,  vor 
dem  St.  Albanthor,  sum  Unterschied  von  derjenigen  vor  dem  Steinenthor, 
welche  für  andre  Todesarten  bestimmt  war,  und  wo  deshalb  weder  Bad 
noch  Galgen  stand. 

BmImt  Cbroniken.    VI.  22 


338  CosmM  Ertsberg. 

rad  legen,  damit  uffriohten,  ein  kleine  zit  also  stan  laBseo. 
widei  von  dem  rad  nemmen,  in  ein  feun  (als  den,  so  sieh  er- 
tSdet  hett)  schlaohen,  uff  den  Rin  legen  und  hinfaren  lasse, 
wie  denn  besoheen  ist. 

Er  hett  euch  ein  brieff,  mit  siner  hand  geschriben,  an  sich  » 
in  der  weiche  mit  einem  nestel  gebunden^).  Darinn  man 
eigentlich  gefunden  hatt,  wie  er  mit  vorbedachtem  müt  und 
furgefaszter  mejnung  des  willens  gewesen  sye,  mit  sinem  wib, 
kind  und  im  selbs  ze  handien  (wie  obstat,  leider  bescheen  ist), 
und  in  solicher  geschrt|^if  destminder  nit  got  angerftfft,  im  akti 
einem  verzwiffleten  sänder  gnSdig  ze  sind,  euch  darinn  an- 
zogen, was  in  durzä  geursaoht  und  bewegt  hab,  doch  nit 
gen&gsam. 

1)  Ueber  diesen  Brief  Tgl.  oben  S.  163  u.  303. 


Beilage. 


Verse  und  spätere  Aufzeielmuiigen  in 
Ertzbergs  Handschrift. 

Wie   wir    oben    sahen,    sind    schon    die  Nachrichten,    welche 
5  Ertzberg  auf  dem  vordersten  Blatt  über  sich  und  seinen  Vater  gibt, 
zum  Theil  in  Reime  gefasst^).     Auch  von   den  sonstigen  Versen, 
welche  die  Hs.  theils  auf  jenem  Blatte,  theib  auf  S,  36  u.  37  ent- 
hält, mag  wohl  der  eine  oder  andre  ihn  zum  Verfasser  haben,  doch 
schwerlich  alle.     Denn  wenigstens  der  Vers   über  die  Papstglocke, 
10  welcher  sich  auf  S.  9  findet,  ist  uns  in  etwas  abweichender  Fassung 
auch  in  Wurstisens  Münstarbeschreibung  erhalten').    Immerhin  lassen 
wir,  in   Rücksicht  auf  die  Abweichungen,   auch   diesen   Vers  hier 
folgen.     Den  Schluss  aber  bilden  jene  Tcreinselten  Aufzeichnungen 
z.  J.  1554  u.   1561,   von  welchen  wir  oben  sahen,   dass  sie  wahr- 
isBcheinlich  von  Severinus  Ertzberg  geschrieben  sind^). 


Der  rieh,  det  redt,  und  mengklich  sweig, 
Sin  red  bisz  uff  die  wulken  steig. 
Der  arm  redt  euch,  und  mengklich  sprach, 
Er  hatt  euch  geredt,  sin  nyeman  lach. 
2)  Der  rieh  man  hatt  frunden  vil; 

Den  armen  ze  frund  nyeman  wiH). 

[37]    1477. 
Cernite  nunc  duces:  Burgundum  gloria  neeat. 


1}  S.  oben  S.  333. 

2)  S.  Beitrage  Xu  426. 

3)  S.  oben  S.  319. 

4}  Diese  Verse  stehen  in  der  Hb.  am  Fusb  des  vordersten  Blattes* 
unterhalb  Ertsbergs  Aufzeichnungen  über  sieh  und  seinen  Vater. 

22* 


340  Coflmafl  Ertiberg 

Oo  der  einstliohen  grossen  not, 
Da  Kazle  dei  Burgunder  im  bl&t  rot 
Ze  Nannse  tod  lag  uff  der  heidt; 
Das  gedieht  die  jarzal  seidt^). 

[36]    14S4.  s 

Febrl^u  Valentine,  tuos  celebrans  Basilea  triumphos 

Presulis  officians  labitur  ense  tibi^). 

Uff  die  Pfalts  ze  Basel. 

Hie  qui  stat,  montes  videt,  ortos,  flumina,  fontes, 
Urbes  et  castra,  conspieit  quoque  villas  et  astra.  t« 

Epitaphium  sue  sepulture  in  Berona'). 

Decanus  canus  in  Kirchberg  ^j  atque  decanus 
Rursum  dentescit,  nigrescit,  hie  requiescit. 


[9]  Bapstglock. 

1442  Ein  M,  darsü  vier  C, 

So  vil  X,  zwei  1,  nit  me, 

Da  ward  babst  Felixs  glock  z&  Basel  gegossen, 

Zwey  jar  vor  der  schlacht  der  Eidgnossen. 

i4«i9  Darnach  im  nünundachtzigisten  jar 

Brach  die  selb  glock,  das  ist  war, 
Und  was  zft  der  selben  zit 
Die  selb  glock  10  eil  wyi^j. 


1)  Wie  aus  diesen  Versen  die  Jahnahl  1477  herauszulesen  seil  ist 
mir  nicht  yerstindlioh. 

2)  Am  St  Vslentinatage  (14.  Febr.)  1484  wurde  der  bischöfliche  OfS- 
zial  Matthäus  Müller  im  Todtengässchen  ermordet;  s.  Brilinger  i.  J.  U84. 

3)  Wohl  am  ehesten  das  Chorherrenstift  Beromflnster,  3  St  n.  t. 
Lusem. 

4)  Es  bleibt  fraglich,  welcher  von  den  verschiedenen  Orten  d.  N.  hier 
gemeint  ist.  Für  Basel  der  nächste  ist  das  2  St  südöstl.  von  Sissadi  ge- 
legene Dorf  d.  N.,  dessen  Pfarrer  wohl  seitweise  Dekan  des  Sisgauei 
Kapitels  gewesen  sein  mochte ;  doch  stimmt  das  Begräbniss  in  Beromünster 
nicht  besonders  su  diesem  Kirehberg,  dessen  Pfarrer  wir  aus  dem  XV.  Jahr- 
hundert überhaupt  nur  zum  kleinem  Theil  kennen;  s.  Boos,  Urkb.  II  618 
u.  636  ff.,  femer  Brückner  XXII  2589  ff. 

5)  Denselben  Vers,  sowie  auch  Weiteres  über  diese  Qlocke  s.  iu 
Wurstisens  Münsterbeschreibung,  Beiträge  XII  426. 


\i 


Beilage.  341 


[87]  Fon  usslendisohen  sachen. 

Anno  1554  sind  su  Wien  in  Oesteiioh  einem  Ungerischen  ibn 
gudschyman  zwei  losz  lauffent  worden,    und   sind   den  Kol- 
markt uf  gelaufen  und  for  einem  hus,  das  man  dozemal  des 

5  Schinkschusters  hus  hat  genendt,  an  einen  wagen  gelaufen. 
Und  iBt  das  ein  mit  der  brüst  do  fornen  an  die  deihsel  oder 
an  das  gesteil  gelaufen,  und  ist  im  dur  den  lib  gangen  und 
bim  hindern  schenke!  wider  usien  gangen,  und  ist  also  doran 
steken  bliben,  bis  es  der  nochrichter  hinweg  hatt  gefiert. 

10         [91]    Anno   1561    im  jenner  <)  überfror   der  Rin  von   der  i&6i 
Rinbrucken  bis  zu  der  Kardus,   und  blib   iiber&oren    bis   zu 
mittag  um  die  elfe,  brach  er  wider  uff  in  der  mite  ein  wenig. 

1)  Am  19.  Januar;  s.  Wuritisens  Baslerchron.  S.  637. 


vm. 


Die 


Aufeeichnungen  Adelberg  Meyers 


374—1542. 


Einleitung. 


5         Wie  die  Abschriften  Ertsbeigs,  so  stehen  mit  den  A.Qf-g^][||^^ 
Zeichnungen  Schnitts  in  vielüachem  Zusammenhang  auch  die- 
jenigen Adelberg  Meyeis^).    Von  der  Hand  dieses  mit  Schnitt 
befreundeten  Biiigeimeisteis^)  ist   uns   in   dem  Sammelbande 
D  n  1    dex   hiesigen   Kirchenbibliothek  ^j   ein   Heft   erhalten, 

to  welches  jetst  noch  30  Blätter  in  fol.  mit  dem  Wasserseichen 
des  Baselstabs  enthält.  Seine  alte  Foliatur  jedoch  sählt 
32  Blätter,  wovon  Bl.  25  und  28  fehlen  ^j,  und  ausserdem  waren 
noch  yor  einem  Jahrsehnt  —  bevor  der  Band  neu  gebunden 
wurde  —  hinter  BL  32    die   innern    Bänder   yon   mindestens 

1»  8  ausgeschnittenen  Blättern  vorhanden. 

Den  Inhalt  dieses  Heftes  bilden  sunächst  auf  Bl.  1 — 14  lahait. 
allerlei   Aussäge    aus    den   Bathsbüchern,    nämlich   aus    dem 
Grossen  Weissbuch,  dem   Leistungsbuch  II  und  dem  Rothen 
Buche.    Auf  diese  folgen  bis  Bl.  16   noch  vermischte  Nach- 

»»richten,  welche  theils  aus  den  Gr.  Basler  Annalen,  theils  aus 
der  Deutschen  Golmarerchronik  stammen^).  Doch  sind  die- 
selben ebensowenig  nach  der  Zeitfolge  geordnet  wie  die  Aus- 
züge aus  den  Bathsbiichern.  Bl.  17 — 22  hingegen  sind  angefüllt 
mit  Abschriften   einselner  Abschnitte   aus  Schmtts   Hs.,    und 

&  diese  reichen,  nach  den  Jahren  geordnet,  von  363  bis  1446. 
Auf  Bl.  23  sodann  folgt  ein  mit  Einleitung  versehenes  Ver- 
zeichniss  der  Basler  Bürgermeister,  welches  ursprünglich  bis 

1)  Ueber  sein  Leben  8.  unten  die  Einleitung  zur  Meyerischen  Familien- 
chronik. 

2)  8.  oben  8.  93. 

3)  Ueber  diesen  Sammelband,  dessen  Hauptstack  die  Chronik  H.Offen- 
burgs  bildet,  8.  B.  Chron.  V  219. 

4]  Verloren  ist  jedooli  nur  Bl.  25;  über  Bl.  28  8.  unten  8.  346. 

5)  Ans  letsterer  Quelle  stammen  auf  Bl.  ldi>  u.  16  die  Naohriohten 
s.  J.  1162,  1347  u.  1364,  wobei  die  erstem  swei  Jahrsahlen  entstellt  sind 
in  1142  XL  1341. 


346  Adelberg  Meyer. 

B1.  28  reichte.  Letzteres  Blatt  fehlt  zwar,  wie  schon  bemerkt, 
in  dieser  Hs.  Doch  ist  dasselbe  nicht  verloren,  sondern  es 
findet  sich  in  der  Beinheimischen  Hs.,  und  zwar  angeklebt 
auf  Bl.  297 1). 

Den  Hauptinhalt  von  Bl.  29 — 30   bilden  Aufzeichnungen  :< 
aus   Mülhausen,    welche   von    1340  bis  1475    reichen.     Doch 
gehen  denselben  auf  Bl.  29  zwei  vereinzelte  Notizen  aber  die 
Belagerung  der  Burg  Rötehi,  von  1332,  und  über  die  Ermor- 
dung  König   Albrechts    voraus,    wovon   die    erstere   auch  in 
Schnitts  Hs.  sich  findet,  und  zwar  unter  den  spätern  Zuntzen^;.  i» 
Die  letzten  zwei  Blätter  hingegen,  Bl.  31 — 32,  scheint  Meyer 
ursprünglich  für  die  AufiBcichnungen  ans  späterer  Zeit,  d.  h. 
aus  dem  ausgehenden  XV  und  beginnendem  XYI  Jahrhundert 
bestimmt  zu  haben  und  zwar  so,    dass  er  als  Zwischenraum 
zwischen  der  alten  und  der  neuem  Zeit  die  Vorderseite  voni' 
Bl.  31  leer  liess.     Erst  auf  Bl.  31^  u.  32  nämlich  finden  wir 
einige  Nachrichten  von  1494  bis  1510,  die  uns  zum  Theil  auch 
bei  Schnitt  erhalten  sind').    Nachdem  aber  diese  Eintrage  ge- 
fertigt waren,   welche   übrigens   die   betreffenden   Seiten   nur 
theil  weise   füllten,   scheint  Meyer   nachtraglich   noch  weitere» 
AufEcichnungen  aus  älterer  Zeit  gefunden  zu  haben,  die  er  nun 
auf  dem  bisher  leer  gelassenen  Baume  hinter  der  Mülhauser- 
chronik  anbrachte,  d.  h.  am  Fusse  von  Bl.  30^  und  auf  dem 
bisher   nur   zum   kleinem  Theil  beschriebenen  Bl.  31.     Hier 
nämlich  finden  wir  ausser  einer  Notiz  z.  J.  1362  aus  dem  Bothen  ^ 
Buche  ^)    noch    verschiedene  Nachrichten   von    1403  bis   1I4B, 
welche  offenbar  aus  der  BLs.  S  abgeschrieben  sind^).    Aus  un- 
bekannter Quelle  hingegen  stammen  auf  Bl.  31^  vier  Notizen 
z.  J.  1403,  1438,  1443  u.  1465. 

Nachdem  durch  diese  Einträge  Bl.  31  u.  32  annähernd  ge- « 
füllt  waren,  blieb  immerhin  am  Fuss  derselben  noch  einiger 
Raum,  und  auch  diesen  liess  der  schreibselige  Bürgermeister 
nicht  unbenutzt.  Denn  hier  finden  wir  auf  Bl.  31^  eine  aus 
dem  Kleinen  Weissbuch  stammende  Bemerkung  über  das  ehe- 
mals beim  Tode  eines  Bischofs  übliche  Verhalten  des  Raths^j,  i> 


1)  8.  B.  Chron.  V  454. 

2)  S.  oben  S.  250. 

3)  S.  oben  8. 170. 

4)  8.  B.  Chron.  IV  17. 

5)  Diese  stammen  ursprünglich  theils  aus  den  Gr.  Baaler  Annalen 
(1403—1420),  theOs  aus  Appenwilers  Hs.  (1425—1446),  und  s.  J.  1424  sin 
dem  Liber  DIt.  Herum. 

6)  8.  B.  Chron.  IV  86. 


Einleitung.  347 

und  weiter  auf  Bl.  31  u.  32  noeh  einige  Nachrichten  aus  un- 
bekannter Quelle  z.  J.  1450  u.  1459.  Ebenso  wurde  auch  auf 
andern  Blättern  der  da  und  dort  leer  gebliebene  Baum  nach- 
träglich noch  angefüllt.    So  finden  wir  am  FuMe  von  Bl.  15^ 

^eine  aua  dem  Leistungsbuch  II  67^  stammende  Notiz  über  die 
Marktyerlegung  von  1410,  und  auf  dem  früher  leer  gelassenen 
Bl.  16^  einen  Auszug  aus  der  Dienstordnung  der  Gerichts- 
beamten. Diese  Ordnung  ist  uns  einzig  noch  im  Kl.  Weiss- 
buch erhalten^),  jedoch  ohne  Jahrzahl.     Bei  Meyer  hingegen 

I«  trägt  sie  die  allerdings  irrige  Jahrzahl  1445;  sein  Auszug  stammt 
also  nicht  aus  dem  genannten  Buche,  sondern  aus  irgend  einem 
jetzt  verlornen  Schriftstück.  Da  übrigens  diese  Ordnung  nach- 
weisbar aus  der  Zeit  zwischen  1390  u.  1405  stammt '),  so  dürfte 
das  irrige  Jahr  1445  verschrieben  sein  aus  13953).    Weiter  ist 

\i  noch  am  Fuss  von  Bl.  17  eine  Bemerkung  angebracht  über  die 
bekajinte  Erwähnung  Basels  durch  Ammianus  Marcellinus,  und 
auf  dem  früher  frei  gebliebenen  Bl.  22^  findet  sich  zunächst 
eine  Notiz  z.  J.  1495  über  das  Auftreten  der  Blattern,  sodann 
aus  dem  Oeffnungsbuch  VII  65  das  Verzeichniss  der  1499  aus- 

»  gewanderten  Edelleute,  und  schliesslich  aus  dem  Bothen  Buch 
eine  Verordnung  von  1427^). 

Wie  sich  sowohl  aus  der  Aufzeichnung  auf  Bl.  22  V  über  .^^^^^^ 
die  Blattern  von  1495  als  aus  der  Einleitung  zum  Verzeichniss     ^^^ 
der  Biu^ermeister  auf  Bl.  23  ergibt,  so  wurden  die  betreffenden 

5  Theüe  der  Hs.  erst  1543  geschrieben^).  Das  genannte  Ver- 
zeichniss aber  wurde  von  Meyer  auf  dem  jetzt  in  die  Bein- 
heimisohe  Hs.  versetzten  Bl.  28  noch  fortgeführt  bisjl547,  also 
bis  zu  seinem  Tode  ^).  Im  übrigen  jedoch  war  wohl  die^ganze 
Hs.  schon  1543  vollendet,  da  ihr  gesammter  Inhalt  sich  in  der 

0  1545  gefertigten  Beinheimischen  Hs.  bereits  vorfindet ^j.  Der 
Schreiber  dieser  letztem,  Berlinger,  hat  übrigens  auch  in  diesem 
von  Meyer  geschriebenen  Hefte,  das  ihm  als  Vorlage  diente, 
noch  mannigfache  Spuren  seiner  Thätigkeit  hinterlassen.    Zu- 


1)  S.  £1  Weissb.,  BL  24  ff.,  abgedr.  in  den  Rechtsquellen  von  Basel 
163  ff. 

2]  S.  Eechtsquellen  I  63^  i.  d.  Anm.  Dast  der^betreffende  Theil  dea 
Buches  schon  1405  geschrieben  wurde,  darüber  8.  B.  Chron.  IV  124  u.  126. 

3)  NämUch  MGCCGXXXXV  aus  MCCCLXXXXV. 

4)  Abgedr.  in  den  Rechtsquellen  1 111. 

5)  S.  unten  s.  J.  1495. 

6)  8.  B.  Chron.  V  454.  Meyer  starb  1548  am  S.Juni,  also  noch  vor 
der  diesjährigen  Neuwahl  des  Raths. 

7)  S.  B.  Chron.  V  451. 


348  Adelbeig  Meyer. 

nächst  ergänst  er  im  Text  einzelne  fehlende  Wörter  und  fügt 
auch  überall  die  Ueberschriften  bei,  die  wir  in  der  Beinheiiiii- 
achen  Hb.  wiederfinden.     Sodann  setet   er  su   manchen  Ab- 
schnitten ein  »S.  G.<^)  sammt  einer  Zahl,   womit  er  auf  das- 
jenige   Blatt    seines    gedruckten    Ett erlin    verweist,     wo    der  s 
betreffende  Abschnitt   eingetragen   ist.      Wo   aber   bei  Meyei 
zwei  verschiedene  Nachrichten  dasselbe  Ereigniss  berühren,  da 
verweist  er  regelmässig  auf  das  entsprechende  Blatt,  indem  er 
angibt,  das  wievielte  vor  oder  hinter  dem  vorliegenden  es  sei. 
Ebenso  verweist  er  auch  öfter  auf  die  Beinheimische  Hs.,  in- » 
dem  er  das  Blatt  angibt,   wo   dort  schon  ein  Abschnitt  ver- 
wandten Inhalts  zu  finden  ist; 
SÜiJilrä«  ^^  dieser  Beinheimischen  Hs.  bildet  der  Inhalt  von  Meyen 

Hudsehrift.  Heft  den  nächstfolgenden  Theil  hinter  der  früher  erwähnten 
Abschrift  von  Schnitts  Chronik  ^).    Mit  Ausnahme  des  Bürger- 1» 
meisterverzeichnisses,  das  erst  weiter  hinten  auf  Bl.  29 1  ff.  folgt, 
finden   wir  nämlich  hier,    auf  BL  240 — 268,    den   gesammten 
sonstigen  Inhalt  dieses  Heftes  zu  einem  meist  nach  der  Zeit- 
folge, zum  Theil  aber  auch  nach  dem  Stoff  geordneten  Garnen 
vereinigt,  das  von  der  ältesten  Zeit  bis  1510  reicht.     EUeran» 
schliesst  sich  auf  Bl.  268^  der  politische  Theil  jener   sdion 
früher  erwähnten,  von  1537  bis  1540  reichenden  Fortsetzung 
zu  Schnitts  Chronik^).    Die  gleichfalls  zu  dieser  Fortsetzung 
gehörenden  Witterungsnaohricfaten  von  1537  bis  1542  hingegen 
finden  sich  auf  Bl.  262^ — 263  hinter  dem  heissen  Sommer  von  s 
1420  eingeschaltet,  d.h.  also  mitten  unter  den  gesammelten  Nach- 
richten  aus   älterer  Zeit.     Zugleich  aber  bemerken    wir  hiet 
noch  einzelne  Auszüge  aus  altern  Quellen,   welche  in  Meyers 
Heft,  so  weit  es  uns  erhalten  ist,  so  wenig  zu  finden  sind  wie 
jene  Fortsetzung  zu  Schnitts  Chronik.   Hierher  gehören  sunädist » 
die  aus  dem  Rothen  Buche  stanunenden  Abschnitte  über  Basels 
Name  und  Ursprung,  über  die  Theurung  von   1439  und  über 
die  Ajmagnacken  von  1444^).     An  letztern  aber  schliesst  sich 
ein  Bericht  über  die  Schlacht  bei  St.  Jakob  aus  unbekannter 
Quelle,  und  ebenso  ungewiss  ist  die  Herkunft  zweier  weiterei  -^ 
Abschnitte  über  den  Streit  Bischof  Johanns  von  Venningen  mit 
der  Stadt,  und  über  den  Besuch  Karls  des  Kühnen  im  Elsass. 

1)  Da  hier  EtJ^rlins  Chronik  gemeint  ist,  so  w&re  man  versucht  diese« 
S.  C.  als  »Schweizer  Chronik«  su  deuten.  Jedoch  steht  mebmials  deutlich 
>In8  S.  C«,  80  das  dieses  S  die  Initiale  eines  Personennamens  su  sein  scheint 

2)  S.  B.  Chron.  V  451. 

3)  S.  oben  S.  103. 

4)  S.  B.  Chron.  IV  46,  52  u.  150. 


Einleitung.  349 

Schon  oben  sahen  wir,  dass  in  Meyers  Heft  hinter  Bl.  32 
früher  noch  weitere  Blatter  folgten  ^),  und  auf  eines  dieser  jetst 
verlornen  Blätter  scheint  auch  eine  jener  Verweisungen  sich 
zu  beadehen,  welche,  wie  schon  bemerkt,  von  Berlingers  Hand 

sin  diesem  Hefte  sich  öfters  finden >).  Auf  Bl.  13^  nämlich, 
wo  von  Meyers  Hand  der  Bericht  des  Rothen  Buches  über  die 
Armagnacken  von  1444  eingetragen  ist^),  fugt  Berlinger  am 
Schlüsse  noch  bei:  »Und  lag.  Such  hernach  fol.25.c  filit  diesen 
Worten    »Und  lag«  beginnt  nun  eben  jener  vorhin  erwähnte 

» Bericht  aus  unbekannter  Quelle  über  die  Schlacht  bei  St.  Jakob, 
der  sich  in  der  Beinheimischen  Hs.  unmittelbar  an  den  aus 
Bl.  13^  unsres  Heftes  abgeschriebenen  Bericht  des  Rothen 
Buches  anschliesst  Berlinger  muss  also  beide  Berichte  in 
diesem   Hefte  vorgefunden  haben.     Das  Blatt  aber,  wo  der- 

i>  jenige  aus  unbekannter  Quelle  stand,  war  keinesfalls  das  jetzt 
fehlende  Bl.  25,  und  swar  schon  deshalb  nicht,  weil  ja  von 
Bl.  23 — 28  das  Verzeichniss  der  Bürgermeister  reicht^).  Es  kann 
somit  hier  —  wie  diess  auch  bei  andern  Verweisungen  in 
diesem    Hefte  nachweisbar  ist  —  das  25.  Blatt  nur  in  dem 

>  Sinne  gemeint  sein,  dass  von  Bl.  1 3  an  noch  25  Blätter  gezählt 
werden,  also  bis  zum  jetzt  verlornen  Bl.  38.  Wie  dort  dieser 
Berieht  über  St.  Jakob,  so  mochten  auf  den  übrigen  Blättern 
auch  jene  andern  jetzt  nur  noch  in  der  Beinheimischen.  Hs. 
erhaltenen  Abschnitte   sich  finden,    und   zwar   nicht   nur  die  ' 

5  wenigen  Nachrichten  aus  älterer  Zeit,  sondern  vermuthlioh  auch 
die  Fortsetzung  zu  Schnitts  Chronik.  Wie  nahezu  der  ganze 
Inhalt  der  Beinheimischen  Hs.,  so  finden  sich  übrigens  alle 
die  hier  aufgezählten  Stücke  auch  in  Berlingers  Etterlin^). 
Jedoch   bietet  der  dortige  Text   auch  in  denjenigen  Theilen, 

u  welche  in  Meyers  Heft  fehlen,  beim  Vergleich  mit  der  Bein- 
heimischen  Hs.  nur  unwesentliche  Ergänzungen. 

Berlinger  folgte  jedenfalls  den  Weisungen  Meyers,  als  er  ^**^^Ji. 
die  verschiedenartigen  Nachrichten,  welche  dieser  in  seinem  Mmb«nd«ii 
Hefte  gesammelt  hatte,  in  der  Beinheimischen  Hs.  nach  der 

s  Zeitfolge  ordnete,  so  dass  daraus  wenigstens  äusserlich  ein 
Ganzes  wurde.  Für  unsern  Zweck  jedoch  verdient  das  von 
Meyer  selbst  geschriebene  Heft  den  Vorzug,  da  nur  in  diesem 

1)  S.  oben  S.  345. 

2)  S.  oben  S.  348. 

3}  Diesen  Bericht  s.  B.  Chron.  IV  52  ff. 
4)  S.  oben  S.  345. 

5}  S.  BerlingeiB  Etterlin,  BL  6  ff.,  55  ff.,  61b  ff.,  S4b  u.  91  ff.,  und 
vgl.  B.  Chron.  V  469. 


350  Adelberg  Meyer. 

die  gesammelten  Nachrichten  rieh  mit  einiger  Sicherheit  nach 
ihren  Quellen  unterscheiden  lassen.     Gerade  letsteres  aber  ist 
hier  umso  nothwendiger,  da  Meyers  Sammlung  zum  gro«sten 
Theil  auf  noch  erhaltenen  Quellen  beruht  und  somit  für  uns 
keine  weitere  Bedeutung  hat.  Dahin  gehören  vor  allem  die  Aus>  < 
züge  aus  den  Bathsbüchern  ^)  und  die  Abschriften  aus  Schnitts 
Hs.,  also  der  gesammte  Inhalt  yon  Bl.  1 — 14  u.  17 — 22.    Ebenso 
sind  die  Auszüge  aus  den  Or.  Basler  Annalen,  auf  BI.  14 — lt> 
u.  30^*^3 1,   schon    oben   in    der  Ausgabe   dieser  Quelle   ver- 
werthet.    Vom  Yerzeichniss  der  Bürgermeister  aber,    das  auf  t^ 
Bl.  23 — 28  folgt,   hat  für  uns    einrig  die  Einleitung    einigen 
Werth.    Das  Yerzeichniss  selbst  hingegen  dürfen  wir  hier  wohl 
ganzlieh  übergehen,    da  es  sehr   unvollständig  ist   und    auch 
lediglich   auf  den    noch    vorhandenen    Bathsbüchern    beruht. 
WerthvoUer  als  dieses  erscheint  die  auf  Bl.  29 — 30  folgende  '^ 
kurze  Chronik .  von  Mülhausen,  welche  uns  einzig  hier  erhalten 
ist,  und  deren  Aufnahme  in  Meyers  Sammlung  rieh  aus  den 
Beziehungen  seines  Vaters  Nikiaus  zu  dieser  Stadt  erklärt,  wo 
derselbe  zur  Zeit  der  Burgunderkriege  das  Amt  eines  Schult- 
heissen   bekleidete '].     Da  jedoch   diese   Aufzeichnungen    aus  "^ 
unsrer  Nachbarstadt  auf  Grund  der  vorliegenden  Hs.  schon  im 
Mülhauser   Urkundenbuch    veröffentlicht   sind^),    so    erscheint 
eine  neue  Ausgabe  an  dieser  Stelle  unnothig.     Dasselbe  gih 
auch  von  der    dieser  Mülhauserchronik   vorausgehenden  Auf- 
zeichnung z.  J.  1332  über  Röteln,  deren  Wortlaut  nach  Schnitte  » 
Hs.  sich  schon  oben  in  den  Gr.  Basler  Annalen  findet^}.    Die 
weiter  folgende  Notiz   über   die  Ermordung  König  Albrechts 
hingegen  ist  so  entstellt  und  werthlos,  dass  wir  sie  wohl  völlig 
übergehen  dürfen^). 

Das  Wenige,  was  uns  aus  dem  ganzen  Hefte  noch  heraus-  * 
zugeben  bleibt,  beschränkt  sich  somit  auf  einige  über  BI.29 — 32 


1)  Den  chronikalen  Inhalt  dieser  Rathsbücher  s.  in  B.  Chron.  IV  17  ff. 
Die  Urkunden  hingegen  i.  im  B.  Urkb.  IV  ff.  Eine  Verordnung  ron  1357. 
auf  Bl.  12  b,  ist  gedruckt  in  »Basel  im  XIV  Jahrhundert«,  S.  225,  und  un- 
gedruckt bleiben  einsig  6  Verordnungen  Ton  1369,  1372,  1385,  1397  und 
1408,  auf  Bl.  lli>  13,  welche  sich  im  Rothbuch  S.  37,  41  u.  51,  und  im 
Leistungb.  II  26  b  u.  60  finden. 

2)  Laut  dieser  Chronik,  z.  J.  1475,  abgedr.  bei  X.  Mossmann,  Cartu- 
laire  de  Mulhouse  IV  569. 

3)  S.  ebend.  HI  527  u.  534  ff.,  ferner  IV  5G9. 

4)  S.  oben  S.  250. 

5)  Sie  trftgt  die  Jahrzahl  1375.  Ein  nachträglicher  Zusatz  über  die 
Königsmörder,  der  in  der  Hs.  auf  diese  Notiz  folgt,  stammt  offenbar  auf 
Mathias  von  Neuenburg. 


Einleitung.  351 

zerstieate  Chromkalien  aus  den  Jahren  1403  bis  1465  und 
1494  bis  1510,  und  weiter  gehört  hierher,  noch  die  Ein- 
leitung zum  Verseiehniss  der  Bürgermeister  auf  Bl.  23  ff.,  so- 
w^ie  auch  die  Notiz  über  das  Stadtgericht  und  die  Bemerkung 
über  Ammianus,  beide  auf  S.  16^.  Ausserdem  glauben  wir 
ihres  Inhalts  wegen  noch  die  zwei  Notizen  über  die  Markt- 
verl^ung  von  1410  und  die  Ausgewanderten  von  1499  bei- 
fügen zu  sollen,  obschon  sie  beide  aus  noch  vorhandenen  Raths- 
büchem  stammen^). 

Seihen  wir  nun  diese  zerstreuten  AuÜEeiehnungen  alle 
nach  der  Zeitfolge  an  einander,  so  erhalten  wir  ein  allerdings 
ziemlich  dürftiges  Ganzes,  welches  bis  z.  J.  1510  reicht,  und 
wobei  die  Erwähnung  des  Ammianus  sammt  der  Einleitung 
zum  Bürgermeisterverzeichniss  den  Anfang  bildet.  An  den 
Schluss  aber,  also  hinter  1510,  fugen  wir  noch  jene  drei  Ab- 
schnitte z.  J.  1444,  1466  u.  1474,  welche  uns  nur  in  der  Bein- 
heimischen Hs.  erhalten  sind,  und  weiter  lassen  wir  aus  der- 
selben Hs.  auch  jene  Aufzeichnungen  von  1537  bis  1542  folgen, 
welehe   wir  schon  früher  als  eine  von  Meyer   verfasste  Fort- 

»  Setzung  zur  Chronik  Schnitts  bezeichnet  haben ').  Eine  gleich- 
falls von  Meyer  begonnene  Familienchronik  hingegen,  welche 
den  vordersten  Theil  der  Beinheimischen  Hs.  einnimmt  und 
von  seinen  Nachkommen  bis  ins  XVII  Jahrhundert  fortgeführt 
wurde^),   geben  wir   schon    ihres   Umfangs  wegen  gesondert, 

■>  als  eine  für  sieh  bestehende  Schrift. 

Meyers  oben  ^  erwähnte  Fortsetzung  zu  Schnitts  Chronik  Wirdignag. 
bietet  namentlich  in.jhrem  zweiten  Theile,  der  den  Streit  von 
1537  mit  Wilhelm  Argent  und  die  Musterung  von  1540  erzählt, 
nicht  unwesentliche  Ergänzungen  zu  den  entsprechenden  Be- 

}  richten,  welche  über  dieselben  Ereignisse  theils  in  Schnitts 
Fortsetzung  zu  seiner  Weltchronik,  theils  in  der  Ryffischen 
Chronik  erhalten  sind^].  Auch  unter  jenen  Abschnitten,  welche 
die  alten  Zeiten  betreffen,  sind  wenigstens  die  zwei  ersten, 
über  Robur  und  über  die  Bürgermeister,  nicht  blose  Abschriften 

&  aus  altem  Quellen,  sondern  offenbar  von  Meyer  verfasst,  und 
wiewohl  sie  nicht  frei  sind  von  Irrthümern,  so  verrathen  sie 
immerhin  ein  sehr  achtbares  Streben,  über  Fragen  der  Ver- 
gangenheit sich  Rechenschaft  zu  geben,  soweit  diess  bei  den 
damaligen  Hilfsmitteln  möglich  war. 

1)  S.  oben  S.  347. 

2)  S.  oben  S.  103  u.  348. 
.3)  S.  B.  Chron.  V  452  ff. 

4}  Vgl.  B'  Chron.  I  150  ff.  u.  159  ff.,  und  oben  S.  211  ff.  u.  21S. 


352  Adelberg  Meyer. 

Unter  den  übrigen  Nachrichten  aus  älterer  Zeit  beruhen 
mehrere,  wie  wir  sahen,  wenigstens  mittelbar  auf  noch  erhal- 
tenen Notizen  in  den  Rathsbüchern,  so  namentlich  z.  J.  1395, 
1410  u.  1499^).  Diejenigen  von  1494-bis  1510  hingegen  stam- 
men aus  einer  Quelle,  welche  auch  Schnitt  in  seiner  CSompi-  ^ 
lation  yerwerthet  hat').  Wie  diese,  so  beruhen  bei  Meyer  auch 
die  übrigen  Chronikalien  des  XV  Jahrhunderts  wohl  meistens 
auf  zeitgenössischen  Quellen.  Immerhin  dürfte  der  Bericht 
z.  J.  1444,  über  die  Schlacht  bei  St.  Jakob,  hievon  eine  Aus- 
nahme machen,  indem  einzelne  darin  enthaltene  üngenauig-  '• 
keiten  die  Vermuthung  nahe  legen,  dass  dieses  SohrifUtück 
erst  geraume  Zeit  nach  der  Schlacht  sei  niedergeschrieben 
worden.  Auch  erscheint  die  Möglichkeit  nicht'  ganz  ausge- 
schlossen, dass  der  unbekannte  Verfasser,  der  wohl  hauptsäch- 
lich aus  der  mündlichen  Ueberlieferung  schöpfte,  bereits  auch  i^ 
die  erst  1507  in  Basel  gedruckte  Chronik  Etterlins  gekannt 
habe').  Doch  ungeachtet  dieses  späten  Ursprungs  ist  gerade 
dieser  Bericht  wohl  der  werthvoUste  Theil  der  durch  Meyer 
uns  erhaltenen  Aufzeichnungen,  indem  er  über  die  Haltung 
Basels  während  der  Schlacht  sehr  wichtige  Aufschlüsse  gibt  ^* 
die  wir  in  den  zeitgenössischen  Schriften  vergeblich  suchen 
würden.  Nicht  ohne  Grund  ist  daher  gerade  dieser  Bericht 
auch  das  einzige  Stück,  welches  schon  längst  im  Druck  ver- 
öffentlicht  wurde,  nämlich  durch  L.  A.  Burckhardt  in  der 
Säcularschrift  von  1844  zur  Schlacht  bei  St.  Jakob  ^).  ^ 

▲aigab«.  Der  vorliegenden  Ausgabe  legen  wir  das  von  Meyer  eigen- 
händig geschriebene  Heft  zu  Grunde,  soweit  uns  dasselbe  noch 
erhalten  ist.  Seine  Schreibweise  erscheint  jedoch  mehr  oder 
weniger  nachlässig,  indem  z.  B.  Artikel  und  Fürwörter  bei  ihm 
öfter  fehlen.  Tn  der  BLs.  sind  nun  zwar  von  Berlingers  Hand» 
diese  Mängel  meistens  ergänzt,  wie  dieser  denn  auch  die 
meisten  Nachrichten  mit  Ueberschriften  versah.  Jedoch  lassen 
wir  alle  diese  Zuthaten  grundsätzlich  weg,  um  Meyers  Eigen- 
art in  keiner  Weise  zu  verwischen,  und  nur  in  solchen  Fallen, 
wo  das  Fehlen  eines  Nebenwortes  das  richtige  Verständnis  ^ 
erschweren  könnte,  ergänzen  wir  dasselbe  in  Cursiv.  In  einem 
Abschnitt   z.  J.  1501   hingegen,    der    uns   auch  in  der  Ha  S 


1)  S.  oben  S.  347. 

2)  S.  oben  S.  346. 

3)  S.  unten  z.  J.  1444  die  Anmerkungen. 

4)  S..  die  Säculanohrift :  Die  Schlacht  bei  St  Jaokb  in  den  Berichteo 
der  Zeitgenossen,  S.  Uff. 


Einleitung.  353 

erhalten  ist^),  ergänzen  wir  aus  dieser  einige  Worte,  die  wir 
durch  eckige  Klammern  unterscheiden.  Hinsichtlich  Meyers 
Rechtechreibung  bemerken  wir  nur,  dass  er  für  uo  ein  u  mit 
halbem  Ringlein  setzt,  was  wir  im  Drucke  durch  ü  wieder- 

&  geben.  Auch  lässt  er  öfter,  der  mundartlichen  Aussprache 
folgend,  hinter  ck  und  tz  das  t  weg,  indem  er  z.  B.  körn- 
meick  schreibt  statt  kornmerckt,  oder  gesetz  für  gesetzt. 
Die  Zahlen  schreibt  er  durchweg  mit  arabischen  Ziffern. 

Sowohl  für  drei  Abschnitte  aus  älterer  Zeit  als  auch  für 

f>  die  ganze  Fortsetzung  zu  Schnitts  Chronik  sind  wir,  wie  schon 
bemerkt,  auf  die  Beinheimische  Hs.  angewiesen,  und  für  diese 
Theile  gilt  mithin  die  Rechtschreibung  Berlingers  ^j.  Zugleich 
aber  unterscheiden  sich  dieselben  vom  ersten,  auf  Meyers 
eigener  Hs.  beruhenden  Theil  unsres  Textes  schon  durch  die 

i  Blattasahlen,  welche  hier  nicht  über  32  hinaufreichen,  während 
sie  für  die  Beinheimische  Hs.  durchweg  auf  die  200  lauten. 
Der  erste  Abschnitt  aus  letzterer  Hs.,  über  die  Schlacht  bei 
St.  Jakob,  schliesst  sich  dort,  wie  schon  bemerkt,  an  den  vor- 
ausgehenden Bericht  des  Rothen  Buches  an^j,  und  sobald  wir 

0  ihn  von  diesem  trennen,  so  fehlt  ihm  ein  richtiger  Anfang. 
Der  ursprüngliche  Anfang  dieses  Berichtes  ist  uns  also  ver- 
loren, und  deshalb  ergänzen  wir  das  Nöthigste  in  Cursiv  aus 
dem  in  der  Hs.  vorausgehenden  Berichte  des  Rothen  Buches. 
Die  Fortsetzung  zu  Schnitts  Chronik  hingegen  besteht,  wie  wir 

soben  sahen,  aus  zwei  in  der  Hs.  völlig  getrennten  Theilen^), 
und  deshalb  bildet  sie  auch  in  unsrer  Ausgabe  kein  nach  der 
Zeitfolge  geordnetes  Ganzes,  sondern  den  politischen  Ereig- 
nissen von  1537  bis  1540  gehen  die  bis  1542  reichenden 
Witterungsnachrichten   noch    voraus.     Auch   behalten  wir    in 

b  dieser  Fortsetzung  die  durchweg  vorhandenen  Ueberschriften 
bei.  Die  geringen  Ergänzungen  aber,  welche  hier  Berlingers 
Etterlin  zum  Texte  der  Beinheimischen  Hs.  bietet,  unterschei- 
den wir  durch  eckige  Klammern,  während  wir  für  einige  in 
beiden  Hss.  eingeklammerte  Zwischensätze  die  runden  Klam- 

s  mern  beibehalten. 

1)  Vgl.  oben  8.  170. 

2)  Vgl  oben  S.  4  u.  29. 

3)  S.  oben  8.  348. 

4)  S.  ebend. 


Baaler  Chroniken.    VI.  23 


[1 7]  Ein  treffenliohei  gelertei  Romer,  mit  namen  Ammianus 
S64  Maxoellinus^),  der  noch  gebuit  Christi  anno  364  jor^  nmb  die 
selbige  sit  geiogeii  ist  mit  dem  abtrinnigen  keisei  Juliano  wider 
die  Tuschen^),  der  gedenck  der  stat  Basel  mit  einem  wortlin 
und  schribt  also  darvon:  »Robnr,  nit  ver  gelegen  von  Basilia«*).  ^ 
Bi  disem  Robürg  wellen  ettlich  veiston  Rotpe^*)  oder  Boten- 
bürg,  oder  etwas  der  geliehen.  Es  mag  euch  sin,  das  Bobür 
hie  genomen  werd  für  ein  veste.  Nun  ist  kein  eitere  yeste 
[umb  Basel]  dan  Lantskron;  das  bewisen  die  alten  pfenig,  die 
man  do  gefunden*).  Nun  ist  Botperg  die  veste  noch  am*» 
Blowen,  ob  Lantikron  uffhin^). 

[23]   Item  hamoch  wirt  angesoigt  einer  fry  stat  Basel  irs 
alten  harkomen,  die  besateung  irs  r^ment,  burgermeister-  und 
suniltmeisterthum  \ind  der  rot,  wie  sy  von  alter  har,  als  ich 
1225  find  vom  1225  jor  und  lenger ^j,  euch  noch  dem  erbidem,  ist*.» 


9.  Dm  KiiffeU.  «rf.  wu  BL  16^.  10.  Hi.:  die  mu  do  geAudea  aassigt   Hs.: 

Boiib«rf.  14.  Hi.:  wie  ee  tob  alier  bar.  15.  Hb.:  1230  jor. 

1)  Dieter  Abschnitt  steht  in  der  Hs.  doppelt,  nämlich  am  Fuss  von 
Bl.  16^  u.  17,  jedoch  das  erste  Mal  durchgestrichen.  Wir  folgen  daher 
dem  Texte  Ton  Bl.  17. 

2)  Dieses  Jahr  ist  nur  riehtig  für  den  Regierungsantritt  des  hier  nidit 
genannten  EAisers  Valentinian  I,  in  dessen  Regierungsieit  die  hier  folgende 
Erw&hnung  Basels  bei  Ammian  gehört;  s.  die  folgende  Anm. 

3)  Ammian  nahm  allerdings  an  Julians  Feldzug  gegen  die  Alemannen 
Theil.  Die  früheste  Enrfthnung  Basels  jedoch  gehört  erst  in  die  Regie- 
rungsieit Valentinians  I,  nSmlieh  ins  Jahr  374. 

4)  Eine  Druokausgabe  Ammians  war  in  Basel  bei  Hieronjrmus  Frohei 
schon  1533  ersohienen.  Einen  Abdruck  der  hier  erwähnten  Stelle  aus  Bueb 
XXX,  Cap.  3,  8.  s.  B.  bei  Trouillat  I  27. 

5)  B[otberg,  nahe  bei  Mariastein  und  Landskron. 

6)  Ueber  den  im  April  1516  swischen  Rheineck  und  Landskron  ge- 
machten Fund  Ton  800  römischen  Münzen  s.  Brilinger  z.  J.  1516. 

7)  Vgl.  im  St.  A.  die  1534  Tom  Stadtschreiber  H.  Ryhiner  Terfasste 
Einleitung  des  Eid-  und  Ordnungenbuches;  die  yeste  Robur,  am  Blaueo 
gelegen. 

8}  Die  früheste  Erwähnung  des  Raths  findet  sich  in  einer  datumloBen 
Urkunde  aus  der  Zeit  von  1185—1190;  s.  B.  Urkb.  I  40  und  Heusler  S.IOOC 


364—1356.  365 

1356  jor^),  ir  legiment  besets  band  bisz  uff  1543  jor,  als  dias  isu 
geachribea  ist.    Find  man  lüter,  das  kein  gebomer  edelman 
vom  adel  in  regiment  nie  gesetz  ist  worden ').    Was  abez  ur- 
saoh  ist,  hab  ich  nit  mögen  finden.    Aber  rittet  vom  adel  hat 

»man  allwegen  im  nüwen  rot  yiei  oder  fiinff  gehept^).  Von 
dennen  hat  man  alle  joi  einen  x&m  burgermeistei  ezwelt;  und 
dan  ein  obersten  zun£ftmeistei  von  der  Muoken^]  oder  von  der 
Stuben  süm  SufBsen^],  oder  von  den  zänfften*};  und  dan  aber 
8  von  der  stuben^);  und  von  ieglicber  sünffk  1  rotzberren  ^), 

10  wart  vom  rot  erkosen*),  und  ein  meister,  wart  von  der  zunilt 
erkosen  ^0).  Dise  all  samen  band  den  nüwen  rot  besessen, 
sind  z&samen  von  Stuben  und  zänfiten  44^^). 

Das  ander  jor,  so  man  aber  ein  nuwen  rot  erweit  bat, 
so  bat  man  aber  ein  nuwen  burgermeister  gemacht  von  den 

1.  Hs.:  13&5  ^or.  2.  Hs.:  das  mui  kein  gebomer  edelmui.  3.  He.:  ur- 

saebt  igt.  IX  Ftr  die  Zsbl  44  ist  in  der  He.  leerer  Bann  gelaasen. 

Speiiell  8.  J.  1230  hingegen,  wie  die  Hb.  hat,  ist  keine  Bolche  Urkunde  er- 
halten, wohl  aber  s.  J.  1225;  i.  B.  Urkb.  I  75.  Es  mag  also  1230  auf 
üdseber  Lesung  Meyers  beruhen  (XXX  statt  XXV).  Ueber  die  Wahl  und 
Zuiammensetsung  de«  Raths  jedoch  gibt  auch  diese  Urk.  Von  1225  noch 
keinerlei  AufschluBs.  Ueber  die  Entstehung  des  Raths  s.  Heusler  8.  104  ff. 
und  146  ff. 

1)  Die  noch  vorhandenen  Rathsbesatsungen  beginnen  mit  1357;  s.  B. 
Chron.  V  548  ff. 

2)  D.  h.  es  Bässen  im  Rathe  keine  Freiherren,  wohl  aber  von  jeher 
4  Vertreter  des  bischöflichen  Lehenadels. 

3)  Nämlich  5  mit  Einschluss  dcB  BQrgermeiBters.  DasB  die  Zahl  der 
Ritter  erst  durch  die  Handfeflte,  also  um  1264,  auf  4  beschrftnkt  wurde, 
darüber  b.  Heusler  S.  155  ff. 

4)  Der  Stube  zur  Mücke,  welche  bald  nach  1413  eingieng,  gehörten 
ausschliesslich  adlige  Geschlechter  an,  und  aus  diesen  wurde  nie  ein  Oberst- 
sunftmeister  gewählt;  s.  B.  Chron.  V  79,  A.  1. 

5)  D.  h.  auB  den  Achtbürgem. 

6)  Nachdem  im  XTV  Jahrhundert  dieses  Amt  mit  seltenen  Ausnahmen 
durch  Achtbürger  war  bekleidet  worden,  wurde  dasselbe  von  1425  bis  1522 
in  regelmässigem  Wechsel  das  eine  Jahr  von  einem  Achtbürger,  das  andre 
von  einem  Zünftigen  versehen;  s.  Schönb.  S.780  ff.,  u.  unten  die  Allg.  Beilage. 

7)  D.  h.  aus  den  Achtbürgem. 

8)  Seit  1337;  s.  Heusler  8.  194  ff. 

9)  D.  h.  bis  1521  von  den  8  Kiesem,  unter  welchen  sich  neben 
6  Rathsgliedem  2  Domherren  befanden ;  s.  ebend.  S.  374  u.  427  ff. 

10}  Die  Zunftmeister  sassen  im  Rathe  seit  1382  und  wurden  schon  seit 
1401  nicht  mehr  von  der  Oesammtheit  ihrer  Zunftbrüder  gewählt,  sondern 
nur  von  den  Sechsem;  s.  ebend.  S.  373  ff. 

11)  Nämlich  1  Bürgermeister,  1  Oberstsunftmeister,  4  Ritter  und  8  Acht- 
bürger von  der  Hohen  Stube,  und  von  jeder  der  15  Zünfte  1  Rathsherr 
und  1  Meister,  also  lusammen  44. 

23* 


356  Adelberg  Meyer. 

obemelten  litteiten,  daizü  aber  ein  nüwen  zunfftmeister,  wie 
vorstot,  und  erkosen  aber  8  von  der  Stäben,  und  von  ieglicher 
zünfft  ein  rotzherren  und  einen  meister;  die  hand  dan  das 
selbig  jor  den  nuwen  rot  besessen,  mit  sampt  den  ritteren 
obemelt^).  Und  ist  dan  der  vorgemelt  nuw  rott,  der  vor  er*  > 
kosen  und  gesessen  ist,  der  alt  rot  worden,  wie  man  dan  noch 
uff  disen  tag  brucht,  und  die  rittere  vom  adel  allw^^n  im 
nuwen  rot  bliben. 

1543         Item  man  findt  ouch  nit,  vom  erbidem  bisz  uff  1543  jor, 
das  kein  von  der  Stuben,    so  er  schon  die  ritterschafft   z&m  t« 
Helgen  Grab,  oder  mit  dem  keisser  gon  Rom  zogen,  oder  in 
schlachten  erlangt  hab,  z&  keim  burgermeister  nie  erwelt  ist 
worden  ^). 

Item  man  findt  ouch  nit,   sid  dem  erbidem   und  darvor, 
das  man  kein  von  der  Stuben,  ouch  kein  von  zunfften,  zft  keim  t^ 

1502  burgermeister  nie  erweit  hat,  dan  in  dem  jor  do  man  zalt  15ü2. 
do  sind  ritter  abgangen  ^j.  Do  ist  dorzemol  burgermeisterthüm 
an  Stuben  und  an  zunfft  komen^],  wie  es  dan  harnoch  stott^l 


1395  [16^]  Item  anno  1395  jor<^)  was  bruch  zu  Basel  am  stat- 

10.  Hb.:  dM  man  kein  Ton  der  stftben.  11.  Hb.:  mit  den  keiBser. 

14.  Hb.:  Bid  den  erbidem.  19.  Hb.:  1445  jor. 

1)  Der  Verf.  geht  also  yon  der  irrigen  Meinung  aus,  als  ob  alljihrlich 
dieselben  4  Ritter  im  Rathe  geblieben  wären,  so  dass  der  regebnissge 
Wechsel  zwischen  altem  und  neuem  Käthe,  wie  er  für  die  Achtbü^er  und 
alle  Zünftigen  galt,  sie  nicht  betroffen  hUtte. 

2)  Auch  dieses  ist  irrig.  Denn  schon  im  XIV  Jahrhundert  wurden 
3  Achtbürger,  Hartmann  Rot,  Konrad  zur  Sonnen  und  Jakob  Zibol,  je  fui 
1  Jahr  zu  Bürgermeistern  erwählt,  und  Hans  Rot  und  sein  Sohn  Peter, 
welche  nach  einander  yon  1444  bis  1486  dieses  Amt  oft  bekleideten,  waren 
beide  nur  Achtbürger,  die  den  Ritterschlag  erlangt  hatten.  Hingegen 
wurden  allerdings  1500  und  1501  keine  Bürgermeister  ernannt,  sondern 
nur  Statthalter,  wiewohl  unter  den  damaligen  Achtbürgem  sich  Hans  Milch- 
mann befand,  der  schon  seit  mehreren  Jahren  Ritter  war;  s.  Heusler  S.A\' 
und  unten  die  Allg.  Beüage. 

3)  D.  h.  1502  wurde  der  Achtbürger  Peter  Offenburg  Bürgermeister, 
der  kurz  vorher  Ritter  geworden  war;  s.  Heusler  a.  a.  O. 

4)  Der  erste  Zünftige,  der  Bürgermeister  wurde,  war  1515  Jakob 
Meyer  zum  Hasen ;  s.  ebend.  S.  425. 

5)  In  der  Hs.  folgt  hier  das  Verzeichniss  der  Bürgermeister;  s.  oben 
S.  345  u.  350. 

6)  Dieser  ganze  Satz  bildet  in  der  Hs.  nur  die  Einleitung  zu  einesi 
Auszug  aus  der  alten  Gerichtsordnung,  welche  einsig  im  KL  Weissbueh 
erhalten  ist,  jedoch  dort  ohne  Jahrzahl;  s.  Rechtsquellen  von  Basel  I  63  f 


1395—1465.  357 

gericht^}^  do  sossen  5  vom  rott,  5  von  der  gemein,  der  schuU- 
hes  und  der  vogt^). 

[15^]  Item  anno  1410  jor  hielt  man  den  merckt  ufF  dem  uio 
Barfusserplatz^),   wie  man  den  ietz  haltet  am  Kornmerck.    Do 
^  wart  durch  rot  erkent**],   das  man  nun  hinfür  den  haben  sott 
uff  Burg  vor  dem  munster,  wie  von  alter  har,   bi  pen  1  Ib.  d. 

[31*^]  Item  anno  1443  jor  zugen  Basel,   Bern  und  Sollen- Mti 
thurn  für  Louffenberg,  und  logen  2  wuchen  dorvor<^).    Do  ward 
es  betadiget  und  gestillet  durch  her  Friderich  ze  Rin  bischoif 
]«>  und  her  Rudolff  von  Ramstein;   machten,  das  die  Herschafft 
inen  solt  geben  11000  gl.  für  abzug*). 

Item  anno   1438  jor  was  ein  grosse  thure  umb  BaseP);  um 
galt  dosemol  1  viertzel  rocken  8  Ib.  d.,   ein  viertzel  körn  4  Ib. 
4  s.,   ein  viertzel  habren   2  Ib.  d.,    1  som  win  von  Will  4  Ib., 
15  von  Hapgesen  5  Ib.  d.^). 

Darnoch  1465  jor  galt  ein  salm  V/2  Ib.  d.^),  und  18  seck  1405 
rocken  ouch  V/^  Ib.  d. 

Item  Anno  1403  jor  fritag  vor  balmtag  zugen  die  von  Basel,  l^.. 
Colmer  und  ander  stett  für  Gemer,  und  gewonnen  ^^j. 

IS.  Hb.:  1100  gl.  18.  Hs.:  1402  jor. 

Nun  ist  aber  nachgewieseOi  dass  diese  Ordnung  nur  zwischen  1390  u.  1405 
kann  entstanden  sein,  und  dass  sie  schon  1411  durch  eine  neue  ersetzt 
wurde;  s.  ebend.  I  63,  A.  1,  und  vgl.  B.  Chron.  IV  126.  Es  beruht  somit  die 
Jahrsahl  1445,  wie  die  Hs.  hat,  jedenfalls  auf  falscher  Lesung,  und  zwar 
wohl  am  ehesten  von  1395  (MCCCCXXXXV  statt  MCCCLXXXXV). 

1)  Ueber  das  Stadtgericht  s.  Heusler  S.  207  ff. 

2)  In  der  Hs.  folgen  hier  zwei  Abschnitte  aus  der  alten  Gerichts- 
ordnung; 8.  RechtsqueUen  I  68. 

3)  Dieser  Platz  war  viel  kleiner  als  der  jetzige,  bis  1529  der  Kirchhof 
und  Galten  'der  Barfüsser  dazugeschlagen  wurde;  s.  B.  Chron.  I  106,  und 
R.  Waekemagel  im  Festbuch  d.  Histor.  Museums  v.  1894,  S.  233  ff. 

4)  Diese  Rathserkanntniss,  ohne  Datum,  s.  im  Leistungsb.  II  67 1>. 

5)  Vom  10.  bis  23.  August;  s.  oben  8.  298. 

6)  Diesen  Vertrag  s.  B.  Urkb.  VII  24  ff.  —  In  der  Hs.  folgt  hier  noch 
derselbe  irrige  Zusatz  wie  in  der  Hs.  S;  vgl.  oben  S.  298,  A.  5. 

7)  Ueber  diese  Theurung,  die  bis  1439  fortw&hrte,  vgl.  B.  Chron. 
IV  45  ff.,  und  V  428  u.  477,  auch  oben  S.  296. 

8}  Vgl  die  Weinpreise  in  6.  Chron.  V  478  u.  oben  S.  297.    Demnach 

bezeichnet  hier  Weil  die  gewöhnliche,  Habsheim  aber  die  beste  Qualität 

9)  Genauer  kostete  der  Salm  2  s.  mehr,  n&mlich  4  Ol.  oder  4  Ib.  12  s., 

während  die  18  Säcke  Rocken,  je  zu  5  s.,  in  der  That  90  s.  oder  4V8  Ib. 

ausmachten;  s.  B.  Chron.  IV  66,  A.  6. 

10]  Ueber  diesen  Zug  gegen  Gemar,  von  1403,  vgl.  B.  Chron.  V  131. 


368  Adelberg  Meyer. 


14M  [32]  Item  anno  1450  joi  reit  hertsog  Albreeht  von  Osterich 

zu  Basel  in^].  Und  reit  im  entgegen  bischoff  Friderieh  ze 
Bin,  her  Rudolff  von  Ramstein  fryher,  margroff  Rudolff  von 
Rotelen,  bisz  gon  Bratelen'),  darnoch  von  der  stat  wegen  vil 
im  harnist.  Schanek  man  im  ein  vergulten  beoher,  was  100  gl.  3. 
wert,  darsü  200  gl.  dorin,  und  was  er  versert  die  3  tag').  Und 
hielt  man  im  dantz  zur  Mücken  bisz  mitnacht^),  und  aller 
adel  nechst  umb  die  statt  komen  harin.  Und  wart  ingefurt 
in  Offenburg  hoff^]. 

(U&3)  [31]    Item  anno  1450  jor  im  ougsten  ist  der  steinbrunen  t» 

(1448)  zu  Eschemerthor*)  und  bi  sant  Urben^)  gemacht  worden. 
1459  Item    anno    1459  jor   galt   der   win    umb   Basel  umbhei 

1  mos')  5  d.  und  4  d.;   und  darnoch  erfruren  die  reben*},  galt 

1  mos  1  8. 

1495  [22*^]  Item  anno  1495  jor  brochten  die  kriegsknecht  usni^ 

Franckrioh  die  bösen  frantzosen  oder  bloteren^^),  die  mengen 
stoltzen  man  und  wib  erlembt  band,  da«  sy  zu  eilenden  taten 
worden,  vill  doran  verdorben.  Hand  noch  geregiert  und 
gangen  uff  disen  tag  anno  1543  jor  allenhalb  in  der  Dutschen 
natzion.  y 


6.  Hs:  8  Ug.  8.  Hi.:  neck«  umb  sUU.  11.  Hs:  £8ok«nii«rthor. 

12.  Hb.:  umb  Basel  nmbber  18  mos  d  5  d. 


1)  Am  19.  August;  vgl.  B.  Chron.  IV  304  u.  V  426. 

2)  Er  kam  von  Freiburg  im  Ueebtland;  s.  ebend.  IV  304,  A.  3. 

3)  Vom  19.  bis  21.  August,  wo  er  abreiste;  s.  ebepd.  S.  305.  »3  tag«. 
wie  die  Hs.  hat,  beruht  also  jedenfalls  auf  einem  Lesefehler  (Vni 
sUtt  III). 

4)  Am  20.  August;  s.  ebend.  S.  304. 

5)  Ueber  diesen  Hof,  wo  damals  Henmann  Offenburg  wohnte,  •.  6. 
Chron.  V  206,  A.  6. 

6)  Auf  dem  Postament  des  St  Jakobsbrunnen  in  der  Aesehenvorstadt 
stand  die  Jahrsahl  1453,  welche  erst  vor  wenigen  Jahren  in  Folge  einer 
Reparatur  yerschwunden  ist;  aber  diesen  Brunnen  s.  die  Festschrift  tos 
1901,  S.  352. 

7)  Der  St.  Urbansbrunnen  am  Blumenrain  wurde  laut  Beinheim  schon 
1448  errichtet;  s.  B.  Chron.  V  408. 

8)  »18  mos«,  wie  die  Hs.  hat,  ist  möglicherweise  entstellt  aus: 
1  gr.  mos. 

9)  Ueber  den  Frost  vom  22.  Mai  d.  J.  s.  B.  Chron.  IV  332. 
10)  Vgl.  oben  S.  191. 


144^1499.  359 


Item   anno    1499  jor,    im    Domacher   Schwiteeikrieg    bi  14M 
Baaely  wichen  dise  hainoch  genempt  un  der  statt  Basel  mit 
üb  und  gütt  hin  und  anweg,  dann  sy  in  der  statt  sossen^): 

Her  Herman  yon  Eptingen'). 
&  Der  von  Fammerkü'). 

Friderich  von  Lewenberg^). 
Her  Arnold  von  Rotberg  <^j. 
Heinrich  von  Baden*). 
Eglin  von  Wessenberg  7). 
1^  Marx  Bioh^). 

Pentelin  von  Flachsland. 
Jocob  von  Eptingen*). 

[31^j   Item  anno   1494  jor  firitag  vor  Martini  ^^)  wart  die  i4»4 
pfinstkouflTlutenmess,  die  man  hielt  wie  sant  Martin  mesK^^), 
15  abthon   und   uff  den  obemelten  tag  menglioh  verkündet  mit 
dem  ruff. 

1 — 3.  0«b.:  Dias  hienaeh  benempien  find  in  den  kriegaloiffen  Ton  ans  gewichen  and 
mit  Üb  und  g&t  tob  der  statt  gesogen.  5.  Oeb.:  WsBierkft.  9.  Hs.: 

Weasenbug;  Geb.:  Weseenbeig.  10.  Oeb.:  Man  Biob  tob  BicbeBsieiB. 


1)  Nachfolgendes  Veneichnifls  stammt  aus  dem  Oeffnungsb.  VII  65; 
daher  die  Varianten. 

2)  Dieser  starb  am  9.  Mai  1502  und  wurde  in  Basel  zu  St.  Martin  be- 
graben; s.  Tonjola  8.  218.  Vermuthlich  war  er  der  Sohn  jenes  Altem 
Hermann  t.  E.,  welchem  1449  sein  Schloss  Blochmont  war  serstört  worden, 
und  der  iwischen  1477  u.  1480  starb;  s.  Trouillat  V  871. 

3)  Die  Gebrüder  Claude  und  Aim6  von  Neuch&tel,  Herren  von  Vau* 
marcus,  verkauften  1489  ihr  Out  Michelfelden  bei  Hüningen  an  Michael 
Meyer  von  Baldersdorf ;  s.  St&dt  Urk.  1489  Oct.  26.  Dieses  Geschlecht  war 
eine  Bastardlinie  der  alten  Grafen  von  Neueh&tel. 

4)  Hans  Friedrich  M.,  Sohn  des  Hans  und  Neffe  des  1493  verstorbe- 
nen Konrad  M.  von  Mflnehenstein  und  Löwenberg;  s.  Boos,  Urkb.  IH  1040. 

5)  Ueber  seine  Ritterwürde  vgl.  B.  Chron.  II  364  und  III  16. 

6)  Ueber  Hans  Heinrich  von  Baden  s.  B.  Chron.  V  318,  A.  8. 

7)  Dieser  hatte  erst  am  26.  April  d.  J.  den  Eid  der  niedergelassenen 
Edelleute  geleistet;  s.  Oeb.  Vn  64. 

8)  Nach  dem  Tode  seines  Vaters  Peter  Reich  von  Reichenstein  war 
er  1465,  noch  minderj&hrig,  ins  Bürgerrecht  aufgenommen  worden;  s.  Oeb. 
IV  27  b.  £7  var  Besitier  der  Landskron,  die  sein  Vater  1462  gekauft  hatte; 
8.  Schöpflin-Ravenes,  Alsace  illustr^e  IV  155. 

9)  Jakob,  QötM  Heinriehs  Sohn  von  E.,  von  der  Sissaeher  Linie,  hatte 
1465  das  Bürgerrecht  gekauft;  s.  Oeb.  IV  40. 

10)  Dieses  Datum  beiieht  sich  nicht  auf  den  betr.  Rathsbeschluss,  wohl 
aber  auf  dessen  Ausrufung;  s.  oben  S.  327,  A.  1. 

11)  Die  noch  jetzt  bestehende  Messe  vor  Martini.    Ueber  beide  Messen 
8.  ebend.  A.  2. 


360  Adelberg  Meyer. 

A  rii^^  ^"^^^  ^^^°^  anno  1495  jor  uff  sant  Jergen  tag  gieng  fiii  ua 

uff  dem  Hewberg^)  in  Juncker  Michel  Meiger')  hus,   genant 
der  Fiowler  hus^)^  gegen  Grienen  Helm^]  über;  und  gieng  an 
in  badstuben,   darnoch  in  stall,    und  verbriinen  ob  36  huser 
und  schüren. 
1501  Item  anno  1501  joi  kam  zä  Basel  ein  wamung  von  gott, 

das  nämlich  vielen  allenhalb  in  der  statt  uff  die  lut,  jung  oder 
alt,  crutzlin  und  sust  zeichen  uff  blose  hutt,  uff  wisz  duch  als 
hemder,  duchlin,   schurtz  und  ander,   von  mancherley  farwen 
[und  gestalt,  glich  wie  ölfaruw,]^)  das  menglich  kont  sechen;  i 
was  ser  erschrockenlich  ^). 
1&03  Item  anno   1503  jor  zinstag  noch  Gregori  sind   die   von 

Basel  uszzogen   gon  Lucaris^)   mit    gemeinen    EÜdnosen,   mit 
600  mannen,  wider  den  kung  von  Franckrich^);   komen  wider 

Apru  21  heinn  fritag  noch  osteren.    Disz  was  der  erst  zug,  den  die  von  u> 
Basel  tetten,  als  sy  Eidnossen  woren  worden. 
1509         [Z2^]  Item  anno  1509  jor,  vor  pausten '),  viengen  die  von 
Mai  27  Enszheim  ettlich  buren  zu  Hunigen,  under  dennen  woren  ett- 
lieh  der  statt  Basel  eigen  ^®).    Und  was  das  die  ursach:  es  woren 
die  vom  regiment  von  Enszheim  ^i),  ussz  befelch  der  keiserlichen  ^ 
mayestett^^)  inen  anze  vor  deren  den  bösen  d.  oder  hilffgelt^^l 

IS.  Hb.:  Hnnigen  and  dennen  woren. 

1)  Ueber  diesen  Brand  vgl.  oben  S.  326. 

2)  Junker  hiess  er  erst  seit  1512,  wo  er  der  Hohen  Stube  beitrat; 
s.  ebend.  Anm.  6. 

3)  Gemeint  ist  das  jetzige  Haus  zum  Löweniom,  Gemsberg  No.  2  u.  4. 
damals  auch  »Hof  Gunach«  genannt;  s.  oben  S.  326,  A.  6.  Dem  Ge> 
schlechte  der  Fröwler  gehörte  dieses  Haus  schon  um  die  Mitte  des  XV  Jahr- 
hunderts nicht  mehr,  da  der  einzige  damals  in  Basel  noch  lebende  Spröß- 
ling desselben,  der  Rathsherr  Konrad  F.,  in  der  St.  Johannvorstadt  wohnte; 
s.  Schönberg  S.  635. 

4)  Jetzt  Gemsberg  No.  5. 

5)  Das  Eingekl.  erg.  aus  der  Hs.  S;  s.  oben  S.  352. 

6)  Vgl.  Anshelm  11  321. 

7)  Locamo.    Ueber  diesen  Zug  vgl.  oben  S.  19,  81,  192  u.  328. 

8)  Ludwig  Xn. 

9)  Also  im  Mai  d.  J.  Dieses  Datum  mag  richtig  sein  fOr  den  ersten 
Bezug  der  nachfolgend  erwähnten  Steuer.  Die  hier  berührte  Verhaftung 
hingegen  erfolgte  erst  in  der  Nacht  vor  Freitag  dem  7.  Sept  d.  J. ;  s.  Mis- 
sivenb.  XXIV  101  den  Brief  Basels  an  die  Ostreich.  Regierung  zu  Ensisheim. 

10)  Nämlich  5;  s.  ihre  Urfehde  im  St  A.,  Urkunden,  Bd.  V  3. 

11)  Die   Regierung   der   östreichischen  Vorlande,    die   ihren   Sitz  zu 
Ensisheim  hatte. 

12)  Den  Kaisertitel  führte  Maximilian  seit  1508. 

13)  Den   sog.  Hilfspfennig,    auch   »böser  Pfennig«  genannt,  eine  tod 
Maximilian  in  seinen  Erblanden  damals  neu  errichtete  Steuer. 


1495—1510.  361 

oder  wo  sy  das  nitt  thetten  uud  ussrichteten,  wurd  man  mit 
inen  handÜen.  Sollich  zoigten  der  statt  Basel  eigenlut  an; 
de  verbot  inen  die  statt  nütz  ze  geben  ^);  über  das  wurden 
sy  mit  anderen  gefangen^).  Do  solich  die  stat  in  ward,  brechen 
5sy  in  der  nacht  uff,  das  sy  am  tag  zu  Plötzen ')  woren,  und 
viengen  bi  den  30  puren  ^)  und  fürten  sy  in  die  statt  und  leiten 
sy  in^].  Wart  darnoch  vor  gemeinen  Eidnosen  gericht,  anno 
1510  jor«).  1510 


[265]    Anno  1444  zoch  der  Delphin  durch  Burgund  harusz  h« 
!<)  mit  grosser  macht  in  Tütsche  land,  in  un'llen  die  Eidgnossen  und 
ein  stat  Basel  ze  vemütigen  und  gantz  underzehringen.     Ward 
im  dUmUln  uffgthon  on  stich  und  schlag  Mümpelgart  das  schloszj 
Aftiilch  und  ander  stetf). 

Und  lag  umb  Hagnow  und  Waldshut  und  allenthalb  im 
Island^},  50000  starck^],  und  hat  ze  hilff  allen  adeP^)  und  was 
zu  ynen  gehört,  fiengen  an  im  land  die  puren  ze  vochen,  ze 
schetzen  und  anders  mer,  und  was  ynen  niemand  zu  lieb.  Und 
was  ynen  von  stetten,  flecken  und  lüten  mocht  werden,  do 
was  kein  undezlässen,  was  nieman  sicher. 
i»  In  dem  zugen  by  1200  Eidgnossen  redlicher  lüten;  waren 
die  600  Eidgnossen  von  allen  orten,  die  vor  Varszberg  lägen, 
zu  denen  kamen  im  abherziechen  vil  Solaturner  und  Wallen- 

5.  »in  nacht«  ist  in  der  Hs.  eorrigiert  aus:  an  morgen  frfl. 

1)  Im  Erkanntnissb.  ist  dieser  Beachluss  nicht  verzeichnet. 
2]  Am  7.  Sept;  s.  oben  S.  360,  A.  9. 

3)  Blotsheim,  IV2  St.  v.  BaseL 

4)  Genauer  24;  s.  ihre  Urfehde  im  St.  A.,  Urkunden,  Bd.  V  5. 

5)  Die  Gefangenen  wurden  beiderseits  noch  vor  dem  24.  Sept.  wieder 
entlassen,  doch  unter  dem  Versprechen,  auf  Erfordern  sich  wieder  zu 
stellen;  s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  471. 

6)  Den  zu  Zürich  geschlossenen  Vertrag  s.  Stadt.  Urk.  1510  Sept.  26, 
und  TgL  Eidg.  Absch.  III 2,  S.  471  ff.  Die  völlige  Erledigung  dieser  Streit- 
sache erfolgte  erst  Anfangs  1511;  s.  im  St  A.,  Urkunden,  Bd.  V  3  ff. 

7)  Bis  hieher  ist  der  Text  nur  ein  Auszug  aus  dem  entsprechenden 
Bericht  im  Rothen  Buch;  s.  B.  Chron.  IV  53. 

8)  D.  h.  von  Hagenau  im  Unter  Elsass  bis  hinauf  nach  Waldshut 
Dies  geschah  jedoch  erst  nach  der  Schlacht  bei  St.  Jakob,  im  Sept  1444; 
s.  B.  Chron.  IV  180  u.  257  u.  V  361  u.  364  ff. 

9)  Diese  übertriebene  Zahl  haben  auch  andre  Berichte,  so  z.  B.  in 
B.  Chron.  V  481. 

10]  Den  östreichischen  Adel  im  Elsass, 


362  Adelberg  Meyer. 

burger,  ouch  LiechUtalei,  da8  ixen  ward  uff  1200^).  Dann  die 
▼on  Basel ')  inen  für  Varszberg  ins  leger  ylends  emputten,  wie 
das  die  Jacken  ^j  sich  ISgereten  [265^]  umb  Basel,  als  Brattelen 
und  Muttents;  dorumb  brächen  sy  uff  und  verliessent  Varss- 
berg.  Und  do  sy  kamen  gon  Brattelen  by  Basel,  und  gon  ^ 
Muttents,  do  griffen  die  Switzer  und  die  Jacken  einander  an*). 

In  dem  kam  das  gschrey,  eh  sy  einander  angriffen,  in 
die  8tat  Basel,  das  die  Eidgnossen  harab  zugen,  sy  ansegziffen^). 
Do  schickt  von  stunden  an  ein  stat  Basel  den  Eidgnossen  ein 
hotten:  sy  selten  den  Birssrein  nit  harab  komen,  denn  es  were  i» 
alles  Yol  volck.  Und  den  selben  hotten,  den  die  stat  gesehickt 
hat  ynen  su  gut,  nämen  sy  uff,  er  weit  sy  ssaghafitig  machen, 
und  stochen  yn  zu  tod^).  Darnach  griffen  sy  an,  wie  obstat'), 
und  schlugen  einander  vom  morgen  bisz  in  die  nacht,  und 
bleib  grosz  yolck,  dann  die  Eidgnossen  ein  hefftigen  grossen  is 
stand  tetten^]. 

In  solichem  kam  das  geschrey  in  die  stat  Basel;  ward 
der  räth  und  gmein  volck  übel  zefriden,  lüffen  zusamen  im 
harnist  mit  dem  houptbaner  uff  den  Kommerckt^),  weiten  die 


burger  die  Eidgnossen  nit  lassen,  und  weiten  zum  thor  hinusz^^i.  ^ 


1)  Schon  aus  dem  Lager  vor  Famsburg  zogen  12  bis  1300  Mann, 
und  als  weitere  Verstärkungen  in  Liestal  sich  anschlössen,  stieg  ihre  &hl 
auf  1500;  s.  B.  Chron.  IV  176.  Der  Irrthum  im  Torliegenden  Text  mag 
dadurch  entstanden  sein,  dass  hier  der  Verf.  mit  seiner  sonstigen  Qaelle 
die  entsprechenden  Angaben  Etterlins  compilierte;  vgL  Etterlin  S.  171. 
Scheiden  wir  aber  das  dorther  Stammende  aus,  so  lautete  der  ganse  Satx 
ursprünglich  nur:  In  dem  sugen  by  1200  Eidgnossen  redlicher  Iflten,  die 
vor  Varsiperg  lagen. 

2)  Diesen  Irrthum  hat  auch  Etterlin.  Nicht  Ton  Basel  jedoch  kam 
den  Eidgenossen  jene  Botschaft,  die  sie  lu  dem  Zuge  bewog,  sondern  Toa 
Liestal;  s.  Frands  Chronik  S.  206. 

3)  Die  Armag^acken. 

4)  Ueber  die  Gefechte  bei  Pratteln  und  Muttens  vgl.  Etterlin  a.  a.  0. 

5)  Sie  hatten  2  Boten  vorausgesandt;  s.  B.  Chron.  IV  177. 

6)  Ueber  diesen  Boten  vgl  Etterlin  S.  172. 

7)  Auf  den  Tod  dieses  Boten  folgten  nicht  erst  die  oben  erw&hnten 
Gefechte  bei  Pratteln  und  Muttenz,  sondern  bereits  das  Haupttreffea 
zwischen  St.  Jakob  und  Oundoldingen. 

8)  Bis  hier  berichtet  Etterlin  annähernd  dasselbe.  Von  allem  Folgen- 
den hingegen  findet  sich  bei  ihm  keine  Spur. 

9)  Die  Versammlung  der  Bürgerschaft  in  Waffen  auf  diesem  Platie 
war  schon  seit  1392  für  jeden  Allarmfall  vorgeschrieben;  s.  die  Ordnungen 
Yon  1392  und  vom  Febr.  1425,  im  St  A.,  Bd.  St.  91  No.  2,  BL  3,  und  im 
Liber  Div.  Rerum  Bl.  129  ff. 

10)  D.  h.  sie  hegten  die  Erwartung,  dass  der  Rath  einen  solchen  Aus- 
lug beschliesse. 


1444.  383 

In  dem  gieng  der  räth  sEusamen^),  berieten  sich,  wie  sy  im 
thun  weiten;  dann  sy  grossy  wainung  hatten  der  stat  Basel 
halb^.  Indem  sich  der  räth  beraten  was,  wie  man  die  sach 
ann  dhand  nemen  weit,  do  was  ein   metzger,  der  nam  dem 

spanerherren  das  paner  usz  der  band  und  schrey:  harnftch,  wer 
ein  Baszier  syge!^)  Und  den  herren  ward  nit  mer,  dann  das 
sy  hiessen  yeglichen,  der  do  uszhin  zoch,  ein  strowwüsch  bin- 
den under  sinen  gürtel  stossen  zu  einem  Wortzeichen«). 

Do  nun  die  burger  zu  rosz  und  fusz  in  das  veld  kämen  ^), 

10  do  hielt  ein  grosser  huffen  Delphinischer  glich  gegen  ynen^j, 
wären  still  und  regten  sich  nit,  und  warteten,  ob  die  ron 
Basel  fiirer  hinusz  weiten ''),  desz  sy  eigentlich  in  willen  wären. 
Also  wären  fromm  liit,  geistlich  und  weltlich,  uff  den  thürnen; 
die  Sachen  [266]  mer  dann  20000  man,  welche  die,  so  von  der 

i^stat  hinusz  gezogen,  nit  sechen  mochten®).  Die  selben  uff  den 
thiimen  schickten  denen,  so  uszhin  zogen  wären,  ein  hotten 
über  den  andern,  zeigten  ynen  an:  wo  sy  fürzugen,  so  werend 

1]  Schon  Morgens  frühe,  auf  den  Bericht  jener  2  Boten  der  Eid- 
genossen hm,  war  in  den  Rath  geläutet  worden;  8.  B.  Chron.  IV  177. 

2)  Schon  luxn  voraus  hatte  der  Feind  einen  Angriff  gegen  die  Stadt 
auf  Freitag  den  28.  Aug.  geplant;  8.  d.  Aeusserung  eines  öBtreiohischen 
Reisigen,  im  St  A.,  Colmarer  Richtung  Bl.  577  b,  abgedr.  L  d.  Sftcularschrift 
Ton  1844  inr  Schlacht  bei  St.  Jakob,  S.  28. 

3)  Zum  Pannerherm  wurde  stets  nur  ein  Rathsherr  ernannt,  und  dieser 
übergab  das  Panner  fOr  so  lange,  als  die  Rathssitzung  währte,  seinem  Vor- 
fähndrich,  welcher  allerdings  häufig  ein  Metxger  war.  Der  wirkliche  Ver- 
lauf beschränkt  sich  also  vermuthlioh  darauf,  dass  ein  Metsger,  welcher  als 
Vorfthndrieh  während  der  Rathssitzung  das  Panner  trug,  die  ob  der  langen 
Sitzung  ungeduldig  gewordene  Menge  aufforderte,  zu  ihm  zu  treten,  zum 
Zeichen,  dass  sie  nöthigenfalls  auch  ohne  Befehl  des  Ratbs  hinausziehen 
wollten.  Die  herkömmliche  Uebersetzung  von  »hamSch«  in  »mir  naohc 
ist  ganz  irrig,  da  das  Wort  hier  einfach  »herzu«  (d.  h.  zu  mir)  bedeutet. 

4)  Ein  Seitenstüok  zu  diesem  Erkennungszeichen  ist  mir  nicht  be- 
kannt. Dass  aber  der  Rath  zu  diesem  Auszuge  schliesslich  seine  Zustim- 
mung gab,  das  erhellt  schon  daraus,  dass  der  Bürgermeister  Rot  sammt 
andern  Rathsherren  die  Führung  übernahm;  s.  B.  Chron.  IV  178.  Vgl. 
übngens  ebend.  S.  298  ff.  den  Zug  von  1449  gegen  Blochmont,  welcher  eben- 
falls dem  Rathe  abgetrotzt  wurde. 

5)  Das  FussYolk  rückte  bis  zur  Katharinenkapelle,  wo  jetzt  das  Denk- 
mal steht,  und  die  Reisig^  auf  der  Strasse  rechts  bergan,  etwas  weiter 
hinaus;  s.  B.  Chron.  IV  177,  A.  11,  und  178,  A.  3. 

9)  Bei  Gundoldingen,  s.  ebend. 

7)  Vgl  hiesu  eine  Kundschaft  im  B.  Urkb.  VII  290. 

8)  Damit  ist  #obl  zunächst  die  vom  Daufin  geführte  Nachhut  gemeint, 
welche  im  Südwesten  Tor  der  Stadt  hielt,  aber  in  Wirklichkeit  höchstens 
6000  Pferde  zählte;  s.  Colmarer  Richtung  Bl.  644,  im  B.  Taschenb.  1662, 
S.  50. 


364  Adelberg  Meyer. 

sy  all  verlorn.  Noch  betten  sy  sich  doran  niit  kert;  aber  es 
begab  sich  in  der  stund,  das  einer,  hiesz  herr  Hans  von  Rech- 
berg von  der  Hochen  Rechberg,  rannt  ennet  dem  Ryn  zu  mit 
einem  grossen  züg^},  und  fürt  ein  rot  paner^);  das  sach  man 
do.  Do  rieten  die  wysen  und  sprächen:  wir  band  yets  war-  i 
nung  gnug,  lond  uns  yetz  gemach  wider  hindersich  ziechen! 
Als  euch  beschach^). 

Do  das  die  Delphinischen  saohen,  meinten  sy,  die  Basler 
wölten  den  Eidgnossen  ze  hilff  kommen;  dann  sy  dazemäl  in 
allem  stritt  wären.     Hetten  sy   gewiszt,   das  sy  wider   in  die  u 
stat  hetten  wellen,  hetten  sy  inen  ein  grossen  schaden  mögen 
thun  und  vil  umbbringen;  dann  sy  wärent  gantz  ungeordnet^). 

Darumb  so  hAte  sich  yederman  vor  solichem  torlichen 
ylen  on  bevelch  und  rotschleg  der  oberkeit.  Dann  es  wer  wol 
daruff  gestanden,  wo  der  allmeohtig  gott  nit  verh&tet  hett,  das  u 
man  umb  ein  stat  Basel  komen  were,  und  alles  erwürgt  wer 
worden,  das  in  der  stat  befunden  wer^);  das  hette  das  hüpsch 
ylen  gethon,  das  sy  an  dhand  hatten  genomen.  Därumb  so 
hflt  sich  alle  weit,  des  will  ich  sy  trüwlich  gewamet  haben; 
hab  ouch  darumb  das  geschriben  aller  weit  zu  einem  Spiegel,  > 
sich  wissen  darnach  ze  halten,  nit  on  vorwissen  und  rotschleg  der 
oberkeit  also  hinusz  ze  ziechen,  wie  dann  wir  von  Basel  dämalen 
thon  hatten.     Des  well  uns  der  allmechtig  got  fürer  behäten. 

(1466)  [242^]  Anno  1220^)  hatten  der  bischoff  von  Veningen  und 

1)  Kechberg  hatte  am  Abend  vorher  von  Seckingen  aus  die  Anna- 
gnacken vom  Aufbruch  der  Eidgenossen  aus  dem  Lager  vor  Famsburg 
benachrichtigt;  b.  Colmarer  Richtung  BL  952,  abgedr.  i.  d.  Sficularschrift 
von  1844,  S.  38.  Wenn  er  nun  selber  in  aller  Frühe  von  Seckingen  auf- 
gebrochen war,  so  konnte  er  allerdings,  auf  der  rechtsrheinischen  Strasse 
ziehend,  noch  früh  genug  die  Gegend  des  Greniecherhorns  erreichen,  wo 
er  für  die  ausgesogenen  Basler  sichtbar  wurde. 

2)  Die  Farbe  Oestreichs. 

3)  Vgl.  B.  Chron.  IV  178  u.  V  359. 

4)  Diese  Behauptung  beruht  wohl  ebensosehr  auf  Uebertreibung  wie 
das  Ausderhandnehmen  des  Panners;  vgl.  oben  S.  363,  A.  3. 

5)  Vgl.  B.  Chron.  IV  178  u.  257. 

6)  Das  hier  Erz&hlte  bezieht  sich  offenbar  auf  die  Verhandlungen, 
welche  zwischen  Bischof  Johann  von  Venningen  und  der  Stadt  im  Sept. 
1466  geführt  wurden;  s.  Heusler  S.  394  ff.  Sollte  nun  schon  in  der  Ur- 
schrift unsres  Textes  eine  Jahrzahl  gestanden  haben,  so  müsste  >1220< 
entstellt  sein  aus  1 466.  Da  jedoch  gleich  nachher  eine  Urkunde  Friedrichs  n 
erw&hnt  wird,  die  ins  Jahr  1218  gehört,  so  mag  wohl  letztere  Jahrzahl  in  der 
Vorlage  unsres  Textes  als  Randbemerkung  gestanden  haben  und  nachher  aus 
MisBverständniss  in  den  Text  gelangt  und  in  »1220«  entstellt  worden  sen. 


1444—1474.  365 

die  thumheiien  ein  ansprach  an  ein  etat  Basel  von  wegen  des 
kornungelts,  so  ein  stat  Basel  angesechen  hait^j.  Do  vermeint 
der  bischoff,  das  ungelt  solt  im  zugehören;  dann  der  Römisch 
küng,  küng  Friderich  von  Sicilien,  der  hetti  die  fryheit 
:>  etlichen  bisohoffen  geben,  das  sy  möchten  in  iren  bistumben 
handien  und  fiirnemen,  es  were  der  müntz,  zollen,  und  ungelt 
halb.  Also  wart  der  brief  gehört;  do  stund  das  ungelt  nit 
darinn^).     Do  bleib  die  stat  darby^j. 

[267]   Anno  1474  kam   der  hertzog  von  Burgund  in  disz  i474 

10  land,    Sundtgäw  und  Elsas  ^),    mit   einem    grossen    mechtigen 

volck,   wol  mit  2000  Lamparter ^) ;  die  selben  woren  vor  lang 

hie  im  land  gelegen,   umb  Luder ^)  und  däselben  [267^)  umb- 

her,    eh    das   der   hertzog   ins.  land   kam.     Und   do  er   kam, 

bracht  er  mit  im  wol  by  4000  mann^)   und  vil  büchsen  und 

isgeziig;    und   kam    des  ersten  in  das  Wylertal,   und  leit  sich 

umb  Colmar^).     Dodannen   zoch  er  gon  Brysach,  do  ward  er 

empfangen  vom  bischoff  von  Basel  und   der   stat  Basel  bot- 

schaft®).     Dodannen   für   er   gon  Enszheim,    do   hat  er  alles 

volck  by  einander,  so  er  von  dem  land  Sundtgow,  Elsas,  dem 

20  Wald,    euch   Rynfelden,    Seckingen,    Louffenberg,    Waldshut 

hat^^^),  und  was  in  die  landtschafft  gehört,  die  musten  all  ge- 

1)  VgL  Heusler  S.  396.  Dieses  Ungeld  war  keine  neue  Abgabe,  son- 
dern bestand  schon  seit  alter  Zeit;  s.  ebend.  S.  164  ff. 

2)  S.  jedoch  die  Urkunde  Friedrichs  11  für  Bischof  Heinrieh  von  Thun, 
Tom  12.  Sept.  1218,  wo  das  Ungeld  ausdrücklich  erwähnt  wird,  im  B.  Urkb. 
I  61,  und  Tgl.  Heusler  S.  109. 

3)  Ueber  den  weitem  Verlauf  des  Frosesses  s.  Heusler  S.  399  ff. 

4)  Aus  Lothringen  kommend,  Qberschritt  er  die  Vogesen  am  22.  Dec. 
1473,  also  kurz  Tor  dem  Weihnachtstage,  womit  nach  damaliger  Zeitrech- 
nung das  Jahr  1474  begann;  s.  den  Bericht  Gerhard  Megkynchs,  bei  Ochs 
IV  230  ff.,  der  im  St.  Archiv  leider  nicht  mehr  su  finden  ist,  und  vgl.  B. 
CÜiron.  n  39  ff.  u.  46  ff.,  und  V  506  ff. 

5)  D.  h.  er  brachte  2000  Reisige  mit,  und  su  diesen  stiessen  am 
23.  Dec.  bei  Colmar,  aus  der  Gegend  von  Lure  kommend,  noch  weitere 
1500  oder  mehr,  so  dass  die  ganze  Streitmacht  gegen  4000  Reisige  lählte; 
s.  Megkynch  a.  a.  0. 

B)  Lure  in  Burgund,  westl.  von  Beifort. 

7)  S.  oben  Anm.  5. 

8)  Aus  dem  Weilerthal,  wo  er  am  22.  Deo.  su  Maienmünster  über- 
nachtet hatte,  zog  er  am  23.  neben  Colmar  vorbei  nach  Kiensheim;  s. 
Megkynch  a.  a.  0.  Ueber  seine  vergeblichen  Unterhandlungen  mit  Cobnar 
8.  ebend.  und  vgl.  B.  Chron.  H  39  und  V  507. 

9)  Ueber  seinen  Aufenthalt  zu  Breisach,  der  vom  24.  bis  31.  Dec. 
währte,  vgl.  B.  Chron.  II  40,  46  ff.,  49  u.  76,  auch  V  507. 

lo;  Vgl.  ebend.  II  41  u.  48. 


366  Adelberg  Meyer. 

liiet  komen  mit  iiem  geiiig  und  wol  gebutit  su  im;  mmteret 
und  beMoh  sy  uff  dem  Ochienveld  <).  Darnftch  zoeh  er  wider 
hinweg,  und  lien  her  Peter  von  Hagenbach  su  einem  hmdt- 
vogt').  Der  treib  groesi  unfur  im  land,  nam  geistlichen  und 
weltlichen  das  ir,  wider  alle  recht  Er  brächt  euch  manchen 
vom  leben  zum  tod.  Er  br&cht  euch  vil  t&chteren  su  schänden, 
wider  iren  wiUen.  Nach  eollichem  ward  er  gfangen  und  lu 
Brysach  gerichtet'). 

1)  Die  weite  Ebene,  die  sich  sQdweetl.  von  Ennsheim  bis  gegen  Tann 
und  Mülhausen  ausdehnt.  Ueber  diese  Musterung,  Tom  3.  Januu  1474. 
8.  B.  Chron.  n  42. 

2)  Dieses  Amt  bekleidete  Hagenbach  schon  seit  1469;  s.  Beitr^e 
XIII  335. 

3)  Am  9.  Mai  1474;  vgl.  B.  Chron.  II  86  ff.,  IV  360  und  V  509. 


[262]   Von  einem  frftgen  verwänten  summer,  der  ein 

winsthüry  bracht. 

1&37 

[262^]    Anno   1537    von    Martini   bisz   in    die    vasten    des  not.  ii 
38.  järs  was  gar  kein  winter,  des  sich  yederman  verwunderet  1538  Min 

&ab  der  wermy^);   und  rust   noch  wyhenachten   yederman  sinj^^]^ 
reben  mit   uffidechen,   schniden,  sticken,   binden,   und  yersach  i>m.  25 
sich  nieman  keiner  kelty  mer,  und  erzfiigten  sich  die  reben 
im  aprillen  wol;  meint  yederman,  alles  bösz  wer  hinweg.    Also 
begab  es  sich  am  mentag,  zinstag  und  mitwochen^)  nach  dem  ^^^^  ^^ 

10  palmtag,   das  die  3  tag  grosz  himelgfrist  und  ryffen   komen,  1»  «•  >''• 
und  die' reben  hie  in  der  stat,  umb  die  stat,  und  allenthalb 
im  land  wyt  und  breit,  gar  hinweg  nam;  dann  sy  vast  hussen 
waren   von  wermy  der  zitt.     Also   schlug   der  wyn  uff:   galt 
landtwin   ein  som  4  Ib.  d.,    [ouch  5  Ib,]')    der  vor  gulten  hat 

t&  15  8.^),  und  galt  des  Elsassers  ein  som  6  Ib.  d. 

Damftln  schanckt  man  in  der  stat  ein  mäsz  win  umb  1  s., 
und  ein  mäsz  Elsasser  umb  1  s.  2  d.,  und  nit  thürer;  ward 
also  geben  bisz  zum  andern  herpst.  Dann  die  stat  in  nit 
thärer  wolt  lassen  geben;  er  hette  sunst  mer  gulten.    Die  stat 

io  verbot  ouch,  kein  wyn  usz  der  stat  zfflren.  Die  stat  koufit 
ouch  vil  win  und  schanckt  die  mäsz  umb  1  s.^);  das  weret  bisz 
zu  herpst  des  1539.  järs«).  *^ 

Von  einem  grossen  herpst. 

Anno  1539  zu  herpst  ward  so  treffenlichen  vil  win,  das 

25  nieman  mocht  gedencken  7).    Welcher  sin  Überschlag  thon  hat, 

was  im  werden  solt,   dem  ward  noch  so  vil.     Und   ward  ein 

1)  Vgl.  B.  Chroii.1154. 

2)  Vgl.  ebend.  S.  155:  linstag,  mitwuchen  und  donstag  den  16.,  17.  u. 
1^.  April. 

3)  Aehnliche  Preise  zum  5.  Mai  d.  J.  8.  ebend. 

4)  Vgl.  oben  S.  164.  Der  dort  z.  J.  1536  angegebene  Preis  von  2  Pfennig 
für  die  Mass  stimmt  zu  dem  vorliegenden,  da  der  Saum  96  Mass  hatte, 
und  der  Schilling  12  Pfennige. 

5)  Vgl.  B.  Chron.  1156. 

6)  D.  h.  der  Wein  blieb  theucr  bis  Anfangs  Sept.  d.  J.;  s.  ebend. 
7]  Vgl.  ebend.  S.  157. 


368  Adelberg  Meyer. 

grosse  vassathüri;  dann  ein  sfimig  vassE  galt  ein  halben  guldin^ 
und  ouch  10  8.  Welcher  eim  lech  ein  halb  fuder  oder  ein 
stuck,  der  fult  im  eins  dar,  gegen  das  er  im  1er  leich  bisz 
zum  herpst.  Und  galt  [263]  ein  som  win  umb  die  stat  15  s., 
im  KIsasz  das  fuder  10  Ib.,  und  [ouch]  9  Ib.  d.^).  ^ 

Von  einem  heissen  dürren  summer,  und  von 
wolfeili  und  thiiri  des  korns. 

1540         Das   1540  jär  nampt  man  den  heissen  summer^).     Dann 
^^^^  vom  hornung  an  bisz  uff  Andree  des  40.  jars   sind  all  monat 
NoY.  30  so   trucken    und  heisz  gsin,    und   so  ein   treffenlicher    heisser  i» 
Summer,  des  nieman  gedencken  mocht;  dann  es  in  der  zit  nit 
über   10  tag  gregnet  hat^).     Was   damäln  grosser  mangel  an 
Wasser:  die  Wisen  lag  trocken,   die  Birsz  was  klein,   der  Ryn 
ouch  vast  klein.    Es  was  von  der  Kleinen  Stat  bisz  ans  cäpelin 
uff  der  brück  im  Ryn  gantz  trocken,  ouch  hinuff  für  die  Cart-  r 
huBz,   ouch  hinab  bisz  gon  Klüben;   uff  der  andern  sitten  von 
der  Birsz  bisz  an  Pfaltzen.     Und  hatten   die  büchsenschützen 
ein  schiessen  ob  der  Pfaltzen  uff  dem  grien,  ouch   enet  Ryn 
bim  cäpelin  uff  dem  grien,  ouch  vor  sanct  Johans  thor  uff  dem 
grien ^j.     Und  hat  die  stat  all  nacht  wachten  am  Ryn.     Manii< 
mocht  ouch  in  der  Kleinen  Stat  nit  malen;   muszt  yederman 
zu  sanct  Alban  malen.     Man   für  hiehär  zur  müly  von  Ryn- 
felden,  usz  der  Marggräfschafft.  von  Gebwiler   und   allenhalb 
ze  ring  umbhär;  dann  nienen  kein  wasser  was,  und  hatten  die 
lüt  grossen  mangel  an  mel.    Es  hat  ouch  däzemäl  ein  stat  ein  ^ 
Rynmüly   uff  dem   Ryn,   by   der  Schifflüten   husz^);    darnach 
fürt  maus  über  Ryn  by  der  Carthusz  in  wasserrunsz^^}. 

Es  ward  ouch  disz  jär  so  treffenlichen  vil  win  und  starck, 
und  so  ein  grosser  herpst,  als  vor  [nie]  gsin^),  und  wurden  die 
vasz  vil   thürer.     Aber  die  stat  ordnet  ein  sfimig  vasz  [263^]^ 
nit  thürer  zgeben  dann  umb  10  s.     Und  ward  vil  win  uszge- 
schüttet  von  wegen  grosser  hitz,  das  er  essich  ward,  ouch  nit 

1)  Vgl.  B.  Chron.  I  157:  4  pfundt  und  5  pfundt  Bassler  werung.  Ver* 
muthlich  sind  dort  Pfunde  von  240  Rappen  gemeint,  welche  den  doppelten 
Werth  der  hier  im  Text  angeführten  Pfunde  von  240  Pfennigen  hatten. 

2)  Vgl.  ebend.  S.  158  u.  160  ff. 

3}  Vgl.  ebend.,  wonach  es  von  Anfang  des  Sonmiers  bis  11.  Nov.  nur 
3  mal  regnete,  und  nie  länger  als  2  bis  3  Tage. 

4)  Vgl.  ebend.  S.  161:  gschach  aUz  noch  Martini  (11.  Nov.}. 

5}  Dieses  Zunfthaus,  neben  dem  Rheinthor  an  der  Brücke,  war  1553 
abgebrannt;  s.  ebend.  S.  142. 

6)  Ueber  diese  Mühle  vgl.  ebend.  S.  161. 

7)  Vgl.  ebend.  S.  1 60. 


1540—1542.  1537.  369 

mocht  gfassst  weiden.  Und  was  ein  wynw&lffeili  allenthalb, 
eh  da8  er  in  die  yassz  kam.  Man  fand  ein  som  win  von  dem 
anderen  jäi  ^)  umb  5  s.,  und  von  disem  jär  den  nüwen  umb 
die  stat  ein  som  umb  7  s.,  und  10  s.^}.  Sobald  er  aber  gfaszt 
5  yirajd,  schlug  er  uff;  galt  der  som  18  s.,  ein  pfund,  und  ein  guldin. 

Darnach  im  41.  und  42.  jären  ward  sur  win,  und  nit  so  ^^^ 
gBX  TÜ;  galt  der  win  vom  40.  jär  4  guldin,  der  ander  7om  39.  ^^^ 
3  guldin,  und  der  vom  41  und  42  jären  2  guldin. 


[268^]  Von  Wilhelm  Argents  von  Friburg  usz  Oecht- 
1^  land  und  siner  helffern  handlung. 

Es  was  einer  zu  Friburg  in  Oechtland,  hiesz  Wilhelm 
Argent,  der  hat  etwas  ansprach  an  den  küng  von  Franckrich'), 
[269]  dadurch  es  zu  einer  rechtvertigung  kam  vor  den  Eid- 
gnossen^);  do  lag  er  dem  küng  ob.     Des  ward  im  ein  urtel- 

IS  brief  von  Eidgnossen  ^) ;  dorab  wolt  der  küng  nüt  thun^').  Do 
begert  der  Argent  an  gmein  Eidgnossen,  ime  zu  erlouben,  die 
Frantzosen  niderzuwerffen^);  ward  ime  zuglassen,  doch  ussert- 
halb  der  Eidgnoschaffb^). 

Do  begab  es  sich  anno  1537 '),  das  dry  brflder  usz  Franck-  1537 

20  rieh  gon  Basel  komen  zu  studieren,  wären  vom  adel,  genant 
die   von  Roschefort  ^^).     Do  macht  der   vorgenant  Argent  sin 

1)  Von  1539;  vgl.  oben  S.  367. 

2)  Vgl.  B.  Chron.  1 160. 
3}  Frana  I. 

4)  Die  gegenseitigen  Klagen  vor  der  Tagsatsung  begannen  schon  1533; 
s.  Eidg.  Absch.  IV  1  c,  S.  22  u.  101. 

5)  Ueber  dioBes  Urtheil,  das  am  26.  Juni  1534  und  am  17.  August  be- 
stätigt wurde,  vgl.  ebend.  S.  337  w,  338  z,  u.  466. 

6]  Seine  Weigerungsgründe  s.  ebend.  S.  454  u.  541. 

7)  D.  h.  auf  der  Tagsatzung  vom  27.  Oct.  1 534  äusserte  er  die  Absicht, 
gegen  die  Angehörigen  Frankreichs  fortan  Gewalt  au  brauchen.  Er  wurde 
jedoch  zur  Geduld  ermahnt;  s.  ebend.  S.  419  h. 

8)  In  diesem  Sinne  deutete  er  selber,  jedoch  willkürlich,  das  erlangte 
Urtheil,  weil  ihm  nur  innerhalb  der  Eidgenossenschaft  der  Angriff  auf 
Frankreichs  Angehörige  ausdrücklich  verboten  war;  vgl.  ebend.  S.  451  m,  u.466. 

9)  Ueber  den  hier  folgenden  Handstreich  vgl.  B.  Chron.  I  151  ff.  und 
oben  S.  212  ff.,  femer  Wurstisen  S.  614  ff.  und  Buxtorf,  Basler  Stadt-  und 
Landgeschichten  d.  XVI  Jahrhunderts,  II 48  ff. 

10)  Von  diesen  Gebrüdern  von  Rochefort  sind  sowohl  aus  der  Univer- 
sitätsmatrikel  als  aus  den  in  der  vorigen  Anm.  erwähnten  Quellen  nur  zwei 
nachweisbar,  nämlich  Franz  und  Sanctius;  s.  oben  S.  212,  A.  7  u.  8.  Wohl 
aber  waren  es  überhaupt  3  Franzosen,  welche  überfallen  wurden,  nämlich 
ausser  den  2  Genannten  noch  ihr  Diener  Marcus  Regier ;  s.  oben  S.  212,  A.9. 

Basltr  Chroniken.    VI.  24 


370  Adelberg  Meyer. 

practick,  wie  er  möchte  die  diy  biAder  zu  sinen  banden 
bringen^).  Nun  was  ein  lidiger  Aigent  oder  ein  banckart, 
studiert  zu  BaseP).  Mit  dem  selben  banckarten  ward  so  vil 
duicb  den  Wilhelm  Argent  und  sine  helfer  gehandlet,  das  er 
solt  lugen,  wie  er  die  dry  bruder  m&chte  usz  der  stat  bringen^]  ^ 
spatzieren  gon  ins  dorff  Hiiningen^). 
Not  ^24)  ^^   begab    es    sich   am  samstag   noch   sanct  Martins    des 

bischofs  tag^)  obgmeldten  järs,  do  was  die  practica  gmacht 
durch  den  schuldheissen  von  Bellicken^);  der  solt  ein  schifflin 
zu  Basel  kouffen,  als  er  gthon  hat,  und  am  Ryn  vor  sanct '» 
Johans  thor  hangen  lassen,  gegen  Hüningen  zu^j;  und  wann 
yeman  yn  fragte,  was  das  schiflin  do  th&t,  solt  der  schuldhesz 
sagen:  er  weite  allerley,  so  in  der  mesz  zu  Basel  kouft  wer, 
hinweg  f&ren^}.  Darzu  lägent  ouch  zu  Hiiningen  im  dorff  vier 
landsknecht  mit  iren  handbüchsen,  und  ouch  einer,  hiess  den 
Mettelin,  was  Wilhelm  Argents  seh  woger  ^),  wartende  all  ul& 
schifflin.  Do  was  der  anschlag,  wie  vorgmeldet,  das  der  toi- 
genant  banckart  solt  lugen,  wie  er  die  dry  brflder  möchte 
bewegen  mit  im  spatzieren  ^ze  gon  bisz  gon  Hüningen,  und 
solt  inen  anzeigen :  es  lag  do  ein  Frantzftsisoher  houptman,  ^' 
weite  dem  küng  knecht  [269^]  annemen,  die  Sprüngen  und 
kurtzwileten  do^^).  Also  hat  er  sy  Überret,  das  die  zwen 
eltisten  brfider^^)  mit  im  uszhin  giengen,  als  ouch  beachach. 

1)  Es  war  nicht  der  erste  Handstreich  dieser  Art,  den  er  ausführt«; 
8.  Eidg.  Absch.  IV  Ic,  S.  454,  749k,  u.  833  k,  s.  J.  1535  u.  1536. 

2)  Jakob  Argent;  über  ihn  s.  oben  S.  212,  A.  3. 

.  3)  Der  ganze  Plan  wurde  Terabredet  auf  dem  Schloss  zu  Blodelsheiou 
welches  auf  dem  1.  Rheinufer  zw.  Neuenburg  und  Breisach  lag  und  Hans 
Truchsess  von  Wolhusen  gehörte;  s.  Eidg.  Absch.  S.  914. 

4)  Ueber  die  damalige  Lage  von  Gross  Hüningen  s.  oben  S.  212,  A.  iv. 

5)  Dieses  Datum  ist  ungenau,  da  der  Ueberfall  erst  am  24.  Not.,  d.  h. 
am  zweitnächsten  Samstag  nach  Martini  geschah;  s.  B.  Chron.  I  150  und 
oben  S.  212. 

6)  Ambrosius  Krenkli;  s.  oben  S.  213. 

7)  D.  h.  wohl  an  der  Stelle,  wo  die  vom  St.  Johannsthor  nach  Hüningen 
führende  Strasse  sich  der  Kheinhalde  nähert  und  wo  in  der  Nähe  eine 
Kapelle  stand;  vgl.  oben  S.  213,  A.  1  u.  3. 

8)  Noch  heute  währt  die  Basler  Messe  vom  27.  Oct.  bis  10.  Nov.: 
vgl.  oben  S.  327,  A.  2. 

9)  Pancratius  Mötteli;  s.  oben  S.  212,  A.  5. 

10)  Es  lagen  in  der  That  dort  frisch  angeworbene  Landsknechte;  $. 
Wurstisen  S.  615.  Eine  andre  Vorspiegelung  Jakob  Argents,  um  die  FraL- 
zosen  nach  Hüningen  zu  locken,  s.  B.  Chron.  I  151.  —  Ueber  die  Werbung 
von  Landsknechten,  wie  sie  damals  dort  betrieben  wurde,  s.  die  Kund- 
schaften in  Stadt  Urk.  1538  April  9  und  Mai  6. 

11)  Franz  und  Sanctius;  s.  oben  S.  369,  A.  10. 


1537.  371 

Und  wie  sy  für  sanct  Johans  thoi  kamen  gc^en  Uiiningen, 
do  das  schiflia  am  Ryn  was,  do  lagen  an  der  erden  an  der 
straflz^}  die  vorgmeldten  vier  landsknecht  und  der  Mettelin. 
Und  als  der  banckart  der  Verräter   mit  den  zweyen   brAdern 

5  für  sy  gangen  und  für  sy  komen,  do  vielen  die  vier  lands- 
knecht und  der  Mettelin  die  zwen  br&der  mit  gwalt  an,  und 
2um  schifflin  zu,  das  was  bereitet  mit  knechten,  die  sy  fftren 
äolten.  Also  ward  der  jünger  bruder  gfangen  2)  mit  sim  knecht, 
der  mit  im    gangen  was  3),    und    brächten   yn    mit  gwalt   ins 

t<)  schifflin.  Der  elter  bruder  wart  sich  so  redlich  und  manlich, 
daa  er  inen  entran,  und  lüff  gegem  holtz  zu^).  Do  hatten  sy 
etlich  rüter  euch  besteh,  die  iiengen  yn,  und  fürten  yn  ylends 
durch  die  Hardt  nider.  Und  das  schifflin  für  ylends  den  Kyn 
ab  gon   Bellicken   zu,    gegen   Otmarszhein   am   staden^),    do 

'Sgiengen  sy  usz  uud  fürten  yn^)  den  nechsten  uff  das  schlosz 
Schwartzenburg  ^). 

Nach  solcher  geschieht  wurden  ylends  in  die  Hardt  der 
stat  soldner  geschickt^)  zlugen,  ob  sy  in,  den  eltisten  bruder, 
möchten  erylen  und  erreten;  dann   er  ward  durch  die  rüter, 

2üdie   am    holtz   hielten,    (wie   vorstat),    uff   ein    rossz   gesetzt^). 
Darzu  wurden  euch  ylends  uff  dem  Ryn   etlich  im  weidling 
hinab  geschickt;  aber  die  nacht  viel  in,  das  man  nüts  schaffen 
mocht.     Aber  morndis  wart  man  innen:   das  sy  yn  durch   die  not.  (25) 
Hardt  gf&rt,  und  were  kranck  und  wund  worden  am  vochen^^); 

22>do  het  er  sich  übel  gehept  des  ryttens  halb,   do   betten  sy  in 


1}  VgL  oben  S.  370,  A.  7.  Der  dortige  Abhang  gegen  den  Rhein  hin 
war  zu  einem  solchen  Hinterhalt  sehr  geeignet. 

2)  SanctiuB  von  Rochefoit;  s.  oben  S.  369,  A.  10. 

3}  Er  hiesa  Marcus  Rogier  und  war  von  Beruf  Organist;  s.  ebend. 

4)  Die  Untere  oder  EUässer  Hardt  reichte  damals  gegen  Basel  und 
Hüningen  weiter  herauf  als  jetzt,  imd  diesem  Gehölze  zu  lief  nun  Franz 
von  Rochefort,  wiewohl  er  bereits  verwundet  war;  vgl.  B.  Chron.  1 152  und 
Wurstisen  S.  615. 

5)  Otmarsheim  liegt  IV2  St.  unterhalb  Bellingen,  doch  auf  dem  1.  Ufer, 
in  einiger  Entfernung  vom  Strome. 

6)  D.  L  den  jungem  Hochefort  sammt  dem  Diener. 

7)  Dieses  Schloss,  bei  Münster  im  Weilerthal,  also  östl.  von  Colmar 
gelegen,  gehörte  Wirich  von  Qemmingen,  und  dieser  hatte  es  W.  Argent 
eingeräumt;  s.  Eidg.  Absch.  S.  931 0.  Schon  nach  6  Tagen  wurden  jedoch 
die  Gefangenen  nach  der  Hohen  Königsburg  abergeführt;  s.  Buztorf  II  53. 

8)  Nämlich  berittene  Söldner,  deren  die  Stadt  auch  in  Friedenszeit 
stets  einige  hielt. 

9)  D.  h.  darauf  gebunden;  B.  Chron.  I  152. 
10)  Vgl.  oben  Anm.  4. 

24* 


372  Adelberg  Meyer. 

gän  lassen;  do  er  nit  yolgen  mocht,  do  hat  yn  einer  mit  der 
büchsen  stod  geschossen,  und  hat  [270]  yn  morndis  der  suw- 
hirt  im  holtz  fanden  i);  der  hats  anzeigt. 

Also  nach  diser  thät  hat  sich   ein   stat  Basel    umb   den 
handel  erkundiget  und  befunden,  das  der  Argent  der  banckart  ^ 
die  sach  also  triplet  hat  2),   und  der  schuldhes  von  Bellicken 
also  am  Ryn  mit  den  knechten  gewartet.    Den  selben  schuld- 
hes liesz  ein  statt  Basel  durch  ire  burger  fachen^),  der  wären 
600  man  zu  fusz^),   die  zugen  by  nacht ^).     Do    alle  thor  zu 
wären  ^'j,  dämalen  seit  man  erst  den  bürgeren,  solten  sich  rasten,  i@ 
uff  die  8.  stund  by  sanct  Bläsis  thor  ze  sin;  do  gab  man  ynen 
den  eyd,   was  sy  thun  solten.    Was  ein  finsteri  wftsti  nacht, 
und  do  sy  gon  Bellicken  kämen,  umbgäben  sy  das  dorff  und 
husz,  do  er  innen  was,  und  begriffen  yn  in  sinem  hosz,  namen 
yn  gefangen  und  zugen  glich  wider  hinweg.    Morndis  am  tagi^ 
schickt  ein  ersamer  räth  nächhin  200  wolgerüster  knechten^!, 
damit  das  ynen  nüts  begegnete;   und  kamen  mit  einander  in 
die  stat  umb  die  zechene  vor  mittag,  und  brächten  den  schuld- 
hes Yon  Bellicken  mit  ynen.     Der  ward  yngeleit  und  etliche 
zit  in  der  gefängnusz  enthalten  und  gfragt^).    Nach   solichei^' 
zit  ward   er  verurteilt  am  rechten,  und  im  sin   houpt  abge- 
schlagen*). 

21.  Em.:  ta  reeliteii;  E:  &m  recltt«ii. 

1)  In  der  Hardt,  in  der  Nfthe  von  Kembs,  also  3  St  von  Basel;  vgl 
B.  Chron.  a.  a.  O.,  und  oben  S.  213. 

2]  Ueber  einen  iweiten  Mithelfer  in  Basel,  den  frühem  Schreiber 
Eucharius  St&helin,  s.  oben  S.  212,  A.  4. 

3]  Für  seine  Berechtigung  zur  Vornahme  einer  solchen  Verhaftung 
auf  fremdem  Gebiet  berief  sich  Basel  auf  ein  Privileg,  welches  ihm  »ein 
römischer  König  oder  Kaiser  Yor  3  oder  400  Jahren«  ertheilt  habe;  s.  Eidg. 
Absch.  IV  1  c,  S.  911  c,  und  vgl.  dazu  Heusler  S.107  ff.  über  eine  nicht  mehr 
vorhandene  Urk.  Friedrichs  II. 

4)  600  war  wohl  die  Zahl  der  Ausziehenden  überhaupt,  mit  Einsehlun^ 
derer,  welche  erst  am  folgenden  Morgen  ausrückten.  Denn  sowohl  in  B. 
Chron.  I  152  als  auch  oben  S.  214  werden  die  in  der  Nacht  Ausgesogenen 
nur  auf  300  geschätzt,  während  die  Zahl  der  am  Morgen  Nachrückenden 
zwischen  200  und  400  schwankt 

5)  In  der  Nacht  vom  27./28.  Nov.;  s.  ebend. 

6)  Der  Thorschluss  erfolgte  gleich  nach  Sonnenuntergang. 

7)  Vgl.  B.  Chron.  I  152:  by  400.  Diese  trafen  die  von  Bellingen  Heim- 
kehrenden schon  bei  Eimeldingen. 

8)  D.  h.  gefoltert.  —  Ueber  sein  sonstiges  Verhalten  im  Gefängnis 
s.  Buxtorf  II  52  ff. 

9)  Am  4.  April  1538;  n.  oben  S.  215. 


1537—1538.  373 

Nach  soliohem^)  ward  erkundet,  wer  Wilhelm  Argent  ent- 
halten het,  und  befunden  vil  vom  adel,  &Smbd  und  landsessen  '). 
Also  kam  disez  handel  für  gmein  Eidgnosaen,  die  nämen  sich 
des  handeis  an').  Dann  ein  stat  Basel  entlich  der  meinung 
s  was,  mit  hilff  der  Eidgnossen  für  das  schlosz  Swartzenburg  ze 
ziechen  und  das  zu  brechen;  hatten  euch  uszgeleit  zum  baner^}, 
und  das  geschütz  harfür  gethon,  stund  im  werckhoff  alles 
gerüst.  Also  schriben  gmein  Eydgnossen  dem  regiment  zu 
Eniriszheim,  [270^]  das  sy  das  schlosz  Swartzenbmg  ynnemen 

10  solten,  als  ouch  beschach^). 

Nach  disem  ward  ein  g&tlicher  tag  angesetzt  gon  Sliengen^}. 
Dahin  kämen  der  herr  von  Mamold  von  Salin  ^},  keiserlicher 
majestet  botschafft,  und  die  edlen  von  Sickingen^),  und  der 
stat  Basel  botschaSi,  nämlich  herr  Bernhard  Meyer  banerherr^) 

15  und  der  statschriber^<^).     Und  ward  do  gerichtet,  nämlich: 

Das  sich  Wilhelm  Argent  und  alle  sine  helffer  yerschriben 
solten,  niemerme  gegen  einer  stat  Basel  das  zu  ungutem  zu 
bedencken.  Zum  andern,  das  der  Frantzosz,  der  von  Brosche- 
fort,   der  im  schiflin  hinweg  gf&rt  wart,  on  alle  entgeltnusz 

20  lidig  solt  glässen  und  gon  Basel  gfertiget  werden,   als  ouch 
beschechen  ist.^^).     Zum   dritten,  das  den  vier  adelspersonen, 


1)  Nämlich  nach  der  Verhaftung  des  SchultheiBsen,  also  schon  Ende 
Nov.  1537. 

2)  Ihre  Namen  8.  unten  S.  374. 

3)  Auf  der  Tagsatxung  vom  6.  Dee.  zu  Baden;  8.  Eidg.  Absch.  IV  1  c, 
S.  91 1  c,  wo  auch  S.  910  statt  »Leonhard  Meyer«  lu  lesen  ist :  Bernhard  Meyer. 

4)  S.  hierüber  im  St  A.  Bd.  8t  91  No.  3,  lum  20.  Dec.  1537,  und  vgl. 
B.  Chron.  1 153. 

5)  Die  Tagsatzung  schrieb  an  die  östreichische  Begierung  zu  Ensis- 
heim  schon  am  8.  Dec.  1537;  s.  Eidg.  Absch.  S.  913  ff.,  wo  ein  Auszug  dieses 
Briefes.  Die  Einnahme  von  Schwarzenburg  scheint  jedoch  erst  im  Januar 
1538  erfolgt  zu  sein,  und  es  wurden  dort  nur  4  Gefangene  gemacht,  da 
die  Hauptschuldigen  vorher  bei  Nacht  hatten  entfliehen  können;  s.  ebend. 
S.  931  o,  zum  3.  Febr.  1538,  und  8.  933,  femer  B.  Chron.  I  153  ff. 

6)  Ueber  den  Tag  zu  8chliengen,  vom  14.  M&rz  1538,  und  über  den 
dortigen  Vertrag  vom  15.  vgl.  Eidg.  Absch.  S.947  k  und  B.  Chron.  1 155. 

7)  Nikiaus  von  Gilley,  Herr  zu  Marnold;  s.  Eidg.  Absch.  IV  Ic,  im 
Personenregister.    »Von  Salin«  finde  ich  dort  nicht. 

8)  Die  Brüder  Schweighard  und  Franz  Konrad  von  Sickingen,  als  un- 
betheiligte  Vertreter  und  Verwandte  der  in  die  Sache  verwickelten,  weiter 
unten  genannten  Edelleute;  s.  Eidg.  AbscL  8.  947  k  u.  949. 

9)  Der  sp&tere  Bürgermeister,  damals  noch  Rathsherr  der  Zunft  zum 
Schlüssel 

10)  Heinrich  Ryhiner. 

11)  Sanctius  von  Bochefort  wurde  am  24.  Märe  nach  Basel  gebracht 
und  dem  Rath  übergeben;  s.  B.  Chron.  1 155  und  vgl.  ebend.  S.  151,  A.  2. 


374  Adelberg  Meyer. 

nämlich  Wigrich  von  Gemmingen,  Hanns  Truoksäsz  von  Wol- 
husen,  Sigmund  von  Tiutenberg,  Peter  Schenr  von  StrSsBburg^\ 
ire  8chIo82,  hab  und  gAter,  so  keiserlich  majestet  von  wegen 
des  Argentischen  handeis  verdechtnusshalb  yngezogen  und 
hand  anlegen  lassen,  widerumb  ynen  geantwort  werden  selten,  ^ 
als  euch  beschechen  ist.  Dargegen  selten  und  wölten  die  toi- 
gmeldten  vom  adel  sich  verschriben  under  iren  siglen  gegen 
gmeinen  Eidgnossen,  und  besonder  gegen  einer  stat  Basel,  fni 
sy  und  ire  verwannten  versprechen  und  zusagen:  was  sidi 
gesagter  Argentischen  Sachen  halb  gegen  ynen,  iren  hab  und  < 
g&teren  zutragen,  von  dessen  wegen  an  ein  stat  Basel,  noch 
gmein  Eidgnossen,  ir  aller  lüt,  hab  und  gAter,  niemerme  rechen, 
weder  spruch  noch  vorderung  furnemen,  ze  haben  noch  le 
brachen,  inn  noch  usserthalb  rechten,  in  kein  wys.  Dann 
euch  die  vom  adel  von  den  Eidgnossen  und  stat  Basel  um 
sorgen  ze  Iftssen,  ynen  schin  ze  geben.     Ist  alles  volsogen. 

Darnach  in  kurtzer  [271]  zit^)  ist  Wilhelm  Argent  in 
Lothringen  ergriffen  worden,  gfangen  und  dem  kiing  von 
Franckrich  Überantwort;  hat  yn  lassen  richten  vom  leben 
zum  tod.  '- 

Von  einer  gehaltenen  musterung  zu  Basel, 
und  fröidzug  gon  Liechtstal. 

Ftbr^^e  Montags  nSch  der  alten  Casznacht^)  im  1540  jftr  was  aller- 
ley  rüstung  in  allen  landen.  Was  die  ursach,  das  man  sagt^ 
keiserlich  majestet  weite  den  glouben  rechtvertigen,  als  er:^ 
euch  uff  dem  tag  im  Niderland  Was,  von  wegen  der  stat  Jennt 
und  anderer;  dadurch  sich  mengklich  versach  undrust^).  Abo 
thet  ein  stat  Basel  euch,  und  gebot  allen  iren  bürgeren  und 
hindersftssen  zu  stat  und  land:   das  yederman  solt  gerüst  m 

0.  Hb.:  also  ouclt;  £:  als  ouch. 

Während  seiner  Gefangenschaft  hatte  ihm  W.  Argent  mit  Abhauen  beider 
Hände  gedroht,  falls  nicht  bis  Ostern  (21.  April)  1538  ein  Lösegeld  von 
5000  Kronen  fdr  ihn  besahlt  würde;  s.  Eidg.  Absch.  IV  Ic,  S.  919  g.  Sein 
Diener  aber,  Marcus  Rogier,  war  sehon  Ende  Dec.  freigelassen  worden, 
damit  er  die  Eltern  seines  Herrn  zur  Zahlung  des  Lösegeldes  bewege;  s.  oben 
S.  214,  A.  6,  und  Buxtorf  U  53. 

1)  Ueber  diese  Mithelfer  W.  Argents  s.  oben  S.  213  ff.,  auch  S.  370,  A3. 
und  S.  371,  A.  7. 

2)  Im  Februar  1539;  s.  oben  S.  215. 

3)  Dieses  Datum  bezieht  sich  auf  die  nachfolgend  erzählte  Musterung; 
s.  B.  Ghron.  1 158  und  IV  100  ff.,  femer  ein  Fragment  aus  Gasts  Tagebuch, 
in  Wurstisens  Analekten  S.  134. 

4)  Ueber  diese  Besorgnisse,  sowie  Über  die  nachfolgende  Berathung 
Tgl.  B.  Chron.  IVlOOff. 


1540.  375 

mit  einem  hainist  und  gwer,  dann  man  sy  musteren  wurd  uff 
obgmeldten  tag.  Dem  selben  nach  rieten  bed  räth  von  diser 
musterung,  wie  sys  an  dhand  nemen  weiten,  ob  sy  all  yn- 
woner  beder  stetten  Basel  in  ein  huffen  komen  lassen,  darzu 

9  die  jungen  burger  uff  15  jor  alt,  oder  ob  sy  allein  uff  den 
zünfflen  und  gselschafiten  die  musterung  besechen  weiten.  Do 
meinten  etlich,  man  solts  in  eim  huffen  bsechen.  Der  ander 
teil  meint:  es  wer  nit  gut,  das  man  beder  stett  macht  zusampt 
den  jungen  bürgeren   (wie  vorgmeldt)  liesz   zusamen   komen; 

10  dann  hiemit  vernftm  yederman  die  macht  beder  stetten,  und 
wer  ouch  nie  also  gebrucht  worden.  Desz  hat  sich  ein  räth 
an  den  alten  rätsfründen  und  bürgeren  erkundet,  ouch  in  den 
alten  rätsb&cheren  suchen  lassen,  und  hat  nienen  befunden, 
das  es  ye  geschechen  syg,    das   man    beder   stett  macht  hat 

15  lassen  zusamen  in  ein  huffen  komen.  Darumb  so  hat  ein  er- 
samer  räth  ouch  [271^]  also  an  dhand  genomen,  und  die 
muLsterung  uff  allen  zünfiten  und  gselschafften  durch  12  ver- 
ordnet rätsfründ  besechen,  die  do  giengen  zu  allen  zünfften, 
gselschafften  und  vorstetten  i),  do  yederman  by  einander  was, 

29  uff  mittag.  Also  teilten  sich  die  selben  herren  in  4  teil.  Und 
muszt  do  ein  yeglioher  behalten^),  das  der  harnist  sin  wer; 
welcher  nit  harnist  hat,  ward  uffgeschriben. 

Do  die  mustenmg  ein  end  hat,  do  zugent  die  ziinfft  und 
gselschafften  in  der  stat  umbhär,  doch  yeglich  allein,  imd  hat 

25  yegliche  zunfit  ir  fänlin;  dann  sy  hatten  ob  12  nuwer  fänlin 
gmacht^].  Zügen  also  in  beden  stetten  umbhär  im  harnist  und 
gewer,  und  assen  zu  nacht  uff  allen  zünfften  und  gselschafften, 
in  grossen  frfiiden,  gselschafft  und  einigkeit.  Und  assen  die 
vier  höipter  der  stat  Basel  mit  ynen,  nämlich  herr  Adelberg 

3oMeyger   burgermeister,    herr   Theodor   Brand   oberster   zunSl- 

meiflter,  und  herr  Jacob  Meyer  alter  burgermeister,  herr  Marx 

Heidelin  alter  zunfitmeister,  und  all  räthsherren  und  meistert). 

Uff  diser    musterung  ward  ouch  allen  bürgeren,  hinder- 

sässen  und  ynwonern  der  stat  Basel  angezeigt,  das  man  ynen 

35  von  allen  zünfften  und  gselschafften  ein  &&idzug  gon  Liechtstal 
zulassen  wurd;   wem  do   gelegen  sin  wurd,    der   möcht  sich 

1)  D.  h.  zu  den  15  Zünften  sammt  der  Hohen  Stube,  femer  su  den 
3  Gesellschaften  Kleinbasels,  die  im  dortigen  Richthause  yersammelt  waren, 
und  au  den  4  Yorstadtgesellschaften;  vgl.  B.  Chion.  IV  101. 

2)  D.  h.  eidlich  erklären;  vgl.  ebend.  S.  102. 

3)  lieber  diese  Umzüge  vgl.  ebend.,  sowie  auch  B.  Chron.  I  158. 

4)  Ueber  weitere  Vergnügungen  der  nächstfolgenden  Tage  8.  Gasts 
Tagebuch  a.  a.  O. 


376  Adelberg  Meyer. 

MftMo  rüsten.  Also  ward  ein  tag  ernempt,  nämlich  mentag  vor 
pfingsten^)  anno  1540  wurd  man  am  morgen  &A  uffhin 
ziechen,  damit  sich  mengklich  wisst  zu  richten,  doch  das  yeder- 
man  zu  stat  und  land  sich  der  zerhouwnen  hosen  miLÜigen, 
und  nieman  die  lassen  machen  noch  tragen  solt.  & 

Nach  disem  erkant  ein  ersamer  räth  ouch,  das  man  solt 
allen  unseren  underthänen  sagen,  den  in  impteren,  allen 
yftgten  sollichs  zuschriben,  euch  denen  von  Louffen  und  den 
5  dArfferen,  als  Rynach,  Oberwilr,  Alszwik,  [272]  Terwili  und 
Ettingen'):  welcher  mit  unseren  bürgeren  &&id  haben  weit,  ü 
der  mficht  sich  rüsten  und  mit  ynen  uffhin  ziechen  gon  Liechts- 

Kai  10  tal,  oder  am  mentag  vor  pfingsten  zu  nacht  zu  LiechtstaJ  sin, 

Kfti  11  oder  am  zinsztag  uff  den  imbisz;  dann  man  wurd  am  zinsztag 
nach  dem  imbisz  wider  heim  ziechen.    Doch  vor  allen  dingen, 
das  die  flecken  und  dfirffer  wol  bewart  wurden,  und  yederman  i» 
der  zerhowenen  hosen  und  wammist  mfissig  gieng,  das  w§lt 
ein  ersamer  räth  habend). 

Hm  10  Also  zugen  die  burger  von  beden  stetten  am  mentag  vor 
pfingsten  hinuff  gon  Liechtstal  mit  1000  mannen'),  wol  gerast 
mit  cleidung  und  harnist;  und  wurden  zu  houptliiten  geben  ^^ 
herr  Adelberg  Meyer  burgermeister  und  herr  Marx  Heidelin 
alter  zunfftmeister,  und  meister  Peter  Gernler  des  räths  zu  eim 
venrich.  Als  sy  gon  Liechstal  kamen,  des  selben  tags^)  kamen 
die  &mpter,  nämlich  Varszberg,  Wallenburg,  Honburg,  Bam- 
stein,  Münchenstein,  Betticken ^),  Riechen  und  Hümngen''!^ 
ouch  dahin,  und  bliben  all  den  mentag  do. 

lui  11  Am  zinsztag  nach  dem  imbis  zoch  man  harab,    und  die 

von  Liechtstal  mit  ynen^).    Als  man  gon  Sanct  Jacob  ann  die 

1)  Anfänglieh  sollte  dieser  Zug  gleich  nach  Ostern  stattfinden;  s.  £. 
Chron.  IV  102. 

2)  Sowohl  Laufen  mit  der  zugehörigen  Thalsohaft  als  auch  die  ge- 
nannten 5  Dörfer  gehörten  swar  cum  bischöflichen  Gebiete,  waren  aber  seit 
1525  mit  Basel  verburgrechtet  und  hatten  die  Reformation  angenommen; 
8.  Heusler  S.  434. 

3)  Genauere  Zahlen  s.  oben  S.  219.  Ueber  den  Zug  überhaupt  Tgl 
B.  Chron.  I  159  ff.  und  Gast  a.  a.  O.,  s.  10.  u.  11.  Mai  1540. 

4)  Vgl.  B.  Chron.  I  159.  Nach  Gast  jedoch  kamen  die  Landleute  nach 
Liestal  erst  Dienstags  den  11.  Mai. 

5)  Bettingen,  bei  Riehen,  gehörte  su  Basel  schon  seit  1513  und  stand 
deshalb  auch  nach  der  1528  erfolgten  Erwerbung  Riehens  noch  lange  Zeit 
unter  besondrer  Verwaltung. 

6}  Gross  Hüningen;  s.  oben  S.  212,  A.  10. 

7)  Nicht  nur  von  Liestal,  sondern  aus  allen  Vogteien;  s.  B.  Chron. 
1 159  und  oben  S.  218. 


1540,  377 

Birsz  kam,  waien  die  von  LoufFen  und  die  5  dftifFer  do  war- 
tende, und  wären  ir  all  uiF300  mit  eim  fänlin^).  Und  als  der 
gants  huffen  zusamen  kam  by  Sanct  Jacob  imm  feld,  waren 
deren  im  der  etat  1000  man,  wol  gerüst,  und  deren  usz  den 
sämptern  on  Louffen  und  die  5  d6rffer  1300')  [und  demnach 
die  gantze  summ  2600.]  Also  ward  die  Ordnung  gmacht,  und 
7  man  in  ein  glid;  mocht  nit  mer  sin  von  wegen  der  gassen 
in  der  stat.  Also  wurden  die  fänlin  geordnet:  zum  ersten 
gieng  der  stat  fänly  voranhin  allein;  darnach  in  eim  glid  das 

lofänly  von  Louffen  als  vons  bischofs  wegen'),  darneben  [272^] 
Varszberg,  Wallenburg^),  Honburg,  Münohenstein,  Betticken 
und  Siechen^).  Zügen  also  in  die  stat^^)  und  in  die  Cleiny 
Stat,  darnach  uff  den  Kommerckt^;  darnach  gieng  yederman, 
wo  er  hin  bescheiden  was.     Was  vorhin  allen  vögten  gseit, 

15  und   uszteilt  in  alle  herbergen  zu  beden  stetten,   wie  vil  an 
yeglichem  ort  sin  solten^).    Sy  wurden  ouch  aUe,  die  usz  den 
^mptem   und  Louffental  sampt  den   5  d&rfferen,  geladen  uff 
allen  zünfften  und  gselschafften  am  mitwochen  zu  imbisz  und  M»i  12 
zu  nacht  zu  essen.    Ward  ouch  yeglichem  Yogt  anzeigt,  wohin 

20  er  mit  sinen  ziechen  solt  zu  essen.  Und  wart  geordnet  an 
allen  orten,  was  man  essen  solt,  an  eim  wie  am  andern,  näm- 
lich :  zum  imbis  voressen,  darnach  ein  gsotten  fleisch,  darnach 
ein  brätis;  zu  nacht  ein  kalbfleisch  in  eim  suren  brfilin,  und 
ein    gebrfttis   von   fleisch,    und   gsotten   salmen,    darnach    ein 

IS  bachens  als  kAchlin.  Und  ässen  disen  tag  die  zwey  mal  alle, 
die  2u  Lieohtstal  waren  gsin,  und  all  zunfftgsellen.  Und  gab 
die  2wey  mal  nieman  kein  ürti,  sonder  ein  ersamer  räth  der 
stat  Basel  zalts  alles.  Dann  sich  die  burger  und  landlüt  zu 
Liechstal  und  darnach  in  der  stat  Basel  so  redlich  und  früntlich 

30  mit  einander  gehalten,  das  kein  miszhelligkeit  noch  truncken- 

1.  Hb.:  do  warteUn;  E:  do  wartende.  12.  £:  Zogen  also  in  bedl  stet. 

1)  Vgl  B.  Chron.  I  159. 

2)  Die  genauem  Zahlen  s.  oben  S.  219,  A.  3  u.  5,  wonach  die  Land- 
leute mit  Einschluss  der  Laufenthaler  und  der  5  Dörfer  1380  Mann  zählten. 

3)  Vgl.  oben  S.  376,  A.  2,  femer  Gast  a.  a.  O. 

4)  Die  Besehreibung  dieser  2  Fahnen  s.  oben  S.  218. 

5)  Bei*  dieser  Aufsählung  fehlt  Liestal,  w&hrend  z.  B.  Bettingen  nur 
ein  kleines  Dörflein  war. 

6)  Die  innere  Stadt  von  Gross  Basel ,  innerhalb   der   alten  Qrabent 
wurde  h&ufig  »die  rechte  Stadt«  genannt 

7]  Also  aus  Klein  Basel  wieder  zurück  auf  diesen  Platz. 
8)  lieber  die  hier  folgende  Bewirthung  vgl.  B.  Chron.  1 159  ff.  und  Gast 
a.  a.  O.,  z.  12.  Mai. 


378  Adelberg  Meyer. 

heit  von  nieman  befunden.  Und  wurden  su  disen  iwey  malen 
gespiszt  mar  dann  6000  menschen  ^). 
Mai  13  Momdis  am  donnstag  nach  dem  imbis  zugen  die  ämpter 
hinweg,  item  die  von  LoufFen  und  die  5  dörffei,  all  in  einer 
Ordnung.  Also  gäben  unnsere  burger,  die  zu  Liechtstal  waren  s 
gsin  und  andere,  ynen  das  gleitt  in  eim  besonderen  huffen 
biss  zu  Sanct  Jacob  an  die  Birsz,  und  gsegneten  do  einander, 
und  zugen  die  unnseren  wider  haryn'). 

1)  D.  h.  bei  jeder  dieser  2  Mahlzeiten  mehr  als  3000,  also  jedefimal 
ausser  den  2500  Theilnehmem  am  Zuge  noch  etwa  500  Stadtbewohner;  ygL 
oben  S.  219,  A.  5. 

2)  Vgl  B.  Chron.  I  160. 


IX. 


Die  Familienchronik  der 
Meyer  zum  Pfeil. 


1633—1666. 


Einleitung. 


W  ie  wir  schon  &iihei  sahen,   so    besteht  der  vorderste  ^*i^äi. 
Theil    der    Beinheimischen  Handschrift    aus  einer  Familien- 
chronik   Adelberg  Meyers  und   seiner  Nachkommen^).     Was 
dieser  Bürgermeister  einst  irgendwo  über  seine  dritte  Ehe  und 

&die  Geburt  seiner  Kinder  aufgezeichnet  hatte,  das  finden  wir 
dort  auf  BI.  2^ — 3  von  Berh'ngers  Hand  eingetragen,  und  weiter 
folgt  auf  Bl.  5 — 6  eine  Urkunde  von  1515,  über  die  im  Steinen- 
kloster für  das  Geschlecht  der  Meyer  gestiftete  Jahrseit.  Auf 
den  jetzigen  Bl.  19 — 20  aber  prangen  die  gemalten  Wappen 

10  von  des  Bürgermeisters  Vorfahren,  sowie  auch  diejenigen  seiner 
beiden  Brüder  und  ihrer  Frauen,  wobei  die  begleitenden  Auf- 
schriften ebenfalls  von  Berlinger  herrühren.  Zugleich  wurde 
zwischen  Bl.  3  u.  5  —  also  vor  die  Urkunde  der  Jahrzeitstifbung  — 
das  jetzige  Bl.  4  eingefügt,  nämlich  die  mit  der  Jahrzahl  1499 

15  versehene  Abbildung  einer  Kapelle,  in  welcher  ein  Geistlicher 
vor  einem  Altare  kniet. 

Diese  7  Blätter,  welche  ursprünglich  nicht  an  den  Anfang, 
sondern  an  den  Schluss  der  Hs.  geheftet  waren  3),  blieben 
lange  Zeit   ohne  Fortsetzung,    bis  das  Buch    zu   Anfang   des 

2()XVU.  Jahrhunderts,  d.  h.  spätestens  1616,  in  den  Besitz  des 
Rathsherrn  Hans  Eonrad  Meyer  gelangte^).  Dieser,  ein  Ur- 
enkel des  Bürgermeisters  Adelberg,  trug  zuerst  auf  Bl.  6,  hinter 


1)  8.  B.  Chron.  V  452  ff. 

2]  Dies  ergibt  sioh  aus  einer  Bemerkung  auf  Bl.  20,  wo  Hans  Konrad 
Meyer  auf  das  Yerzeichniss  der  Bürgermeister  verweist:  >hier  vomen  am 
folio  295«. 

3]  8.  B.  Chron.  V  453.  Doch  müssen  wir  es  dahingestellt  lassen,  von 
wem  er  sie  zum  Geschenk  erhalten  oder  geerbt  habe,  da  sein  Vater  erst 
1629  starb,  und  da  sein  1610  verstorbener  Oheim  Bernhard  einen  8ohn 
hinterliess.  Meine  ebend.  S.  455  geäusserte  Yermnthung  ist  daher  su  be- 
richtigen. 


382  Meyeriaohe  Familienohronik. 

der  Urkunde  der  Jahrzeitstiftung,  die  Grabschrifi  seines  nim 
1426  ermordeten  Vorfahren  Nikiaus  Meyer  des  altem  ein, 
überklebte  sie  jedoch  später  mit  einem  Blatte,  auf  welchem 
er  alle  im  Steinenkloster  befindlichen  Gräber  seiner  Ahnen 
beschrieb.  Sodann  fagte  er  sowohl  der  Familienchronik  seines  s 
Urgrossvaters  Adelberg,  auf  Bl.  2^ — 3,  als  auch  den  Wappen- 
tafeln auf  Bl.  19 — 20  noch  einige  Zusätse  bei  und  heftete  zu- 
gleich, um  fär  Fortsetfungen  Raum  zu  schaffen,  sowohl  hinter 
Bl.  6  als  hinter  Bl.  20  je  12  Blätter  ein,  also  die  jetzigen 
Bl.  7—18  und  21—32.  '• 

Auf  Bl.  7  ff.,  als  Fortsetzung  der  Aufzeichnungen  Adelbergs, 
trug  er  zuerst  in  Kürze  den  Hausstand  von  dessen  Sohn  Hans 
Ludwig  ein,  also  seines  Grossvaters,  sowie  auch  denjenigen 
seines  Vaters  Nicklaus,  indem  er  von  diesen  beiden  die  Namen 
ihrer  Frauen  und  die  Geburtsdaten  sämmtlicher  Kinder  ver-r 
zeichnete.  Damit  war  die  Verbindung  hergestellt  zwischen  des 
Urgrossvaters  Adelberg  und  seinem,  Hans  Konrads,  eigenem 
Hausstande,  und  diesen  verzeichnete  er  nun  ebenso  ausführlich, 
wie  jener  den  seinigen,  indem  er  bei  jedem  seiner  eilf  Kinder 
nicht  nur  den  Tag  und  die  Stunde  ihrer  Geburt,  sondern- 
namentlich  auch  alle  ihre  Taufpathen  nennt.  Diese  Haus- 
chronik schliesst  auf  Bl.  9  mit  dem  1654  erfolgten  Tode  seiner 
Frau,  und  auch  die  Zusätze,  zu  welchen  die  Todesfälle  mehrerer 
Kinder  ihn  veranlassten,  reichen  nicht  über  1656  hinaus.  In 
der  That  starb  er  selber  bald  nachher,  im  Juni  1659.  -^ 

Erst  nachdem  er  diese  seine  Familienchronik  bq^onnen 
und  fortgeführt  hatte,  kamen  ihm  noch  ähnliche  Aufzeichnungen 
seines  Vaters  und  Grossvaters  in  die  H&nde,  die  er  nun  ebenfalls 
in  sein  Buch  abschrieb.  Den  Hausstand  des  Erstem  Hess  er  auf 
BL  9^ — 10  hinter  seinem  eigenen  folgen;  denjenigen  des  GrroM- "^ 
Vaters  hingegen  finden  wir  auf  zwei  Blättern,  die  er  noch  vor 
dem  jetzigen  Bl.  2  einheftete  ^),  also  unmittelbar  vor  den  Auf- 
zeichnungen des  Urgrossvaters  Adelberg.  Ausserdem  bemerken 
wir  noch  auf  Bl.  4,  d.  h.  auf  der  Rückseite  des  oben  erwähnten 
Bildes  von  1499,  einige  Todesfälle  aus  den  Jahren  1548  bis  > 
1577.  Auch  diese  sind  alle  von  Hans  Konrads  Hand  geschrie- 
ben; doch  gibt  sich  hier  z.  J.  1548  des  Urgrossvaters  Adelberg 
Bruder,  Bürgermeister  Bernhard  Meyer,  als  Verfasser  zu  er- 
kennen, und  nachher  z.  J.  1563  in  gleicher  Weise  dessen  Neffe, 
der  schon  erwähnte  Hans  Ludwig.     Eine  weitere  Reihe  von 

1)  In  der  Hs.  sind  iie  jetzt  beide  als  Bl.  I  beseiohnet;  s.  B.  Chroc. 
V  453,  A.  1. 


Einleitung.  383 

Todesfällen  hingegen,  welche  die  Rückseite  von  Bl.  6  fallt  und 
Ton  1576  bis  1629  reicht,  hat  wohl  keinen  andern  Verfasser 
als  unsem  Hans  Konrad. 

In  den  Wappentafeln,  welche  er  auf  Bl.  19 — 20  vorfand, 

&  waren  zunächst  seines  Urgrossvaters  Adelberg  vier  Ahnen  mit 
ihren  Frauen  je  durch  ein  Wappenpaar  vertreten,  sodann  Adel- 
berg selber  mit  seinen  drei  Frauen,  und  weiter  noch  dessen 
zwei  verheirathete  Brüder,  wiederum  jeder  durch  ein  Wappen- 
paar.    Diesem  Vorbilde  entsprechend  finden  wir  nun  in  Hans 

10  Konrads  Fortsetzung  dieser  Tafeln,  auf  Bl.  21  ff.,  zunächst  die 
Nachkommen  von  Adelbergs  Bruder  Bernhard  bis  ins  zweite 
Glied  verzeichnet,  indem  die  verheiratheten  Söhne  und  Töchter, 
und  ebenso  die  Enkel,  je  durch  ein  Wappenpaar  vertreten  sind. 
In   gleicher   Weise   folgen    die   Nachkommen    Adelbergs,    bis 

t^  herab  auf  Hans  Konrad  und  seine  Kinder.  Auch  hier  fügte 
er  hin  und  wieder  nachträgliche  Zusätze  über  Todesfalle  u.  dgl. 
noch  beL  Nach  ihm  aber  fanden  diese  Wappentafeln  einen 
weitern  Fortsetzer  so  wenig  als  die  Familienchronik. 

Nach   diesem   kurzen   Ueberblick   über   die   vorhandenen  A^«!^«'^ 

.  .  •  Meyers 

2ii  Aufzeichnungen  wenden  wir  uns  zu  ihren  Verfassern.    Adel-  Vorfahren. 
berg  Meyer  entstammte  demjenigen  Geschlechte  dieses  Namens, 
welches  nach  seinem  Wappen,  einem  goldnen  Pfeil  mit  Halb- 
mond im  blauen  Felde,  in  Basel  die  »Meyer  zum  Pfeil«  genannt 
wurde  und  im  Steinenkloster  sein  Familienbegräbniss  hatte*). 

i^Der  Erste,  der  dort  begraben  wurde,  war  Henmann  Meyer, 
welcher  bald  nach  1400  starb.  Sein  Sohn  Nikiaus,  der  im 
Schloss  zu  Büren  sesshaft  war,  ist  auch  der  einzige,  von  dem 
wir  wissen,  dass  er  sich  nach  diesem  halbwegs  zwischen 
Grellingen  und  Liestal  gelegenen  Dorfe   »Meyer  von  Büren« 

3ii  nannte.  Er  ist  wohl  auch  jener  Clevin  Meiger,  welcher  1421 
und  1425  auf  den  Verzeichnissen  der  reicheren  Bürger  Basels 
steht,  welche  als  Reisige  zu  dienen  und  Knechte  und  Pferde 
zu  stellen  hatten^).  Bald  nachher,  1426,  starb  er  eines  gewalt- 
samen Todes,  indem   er  sammt  seinem  Knechte  von  einigen 

35  seiner  Hörigen   in  der  Nähe  Basels,    bei  Gundoldingen,    er- 


1}  S.  unten  Beilage  I.  —  Der  Name  wurde  yielfacli  auoh  »Meiger« 
geschrieben,  was  aber  für  die  Aussprache  gans  dasselbe  bedeutet,  da  beides 
wie  »Maijer«  ausgesprochen  wurde.  Eine  eingehendere  Monographie  über 
dieses  Geschlecht,  Ton  August  Burckhardt,  soll  im  II.  Band  der  Basler 
Biographien  erscheinen. 

2}  Diese  Listen  s.  bei  Vischer-Merian,  Henmann  Seevogel,  S.  88  u.  92. 


384  Meyerische  Familienchronik. 

Bohlagen  wurde.  Sein  Sohn  Hans  Ludwig,  Adelbergs  Gross- 
vater,  starb  zwischen  1449  und  1454.  Er  hinterliess  einen 
minderjährigen  Sohn  Nikiaus,  welcher  in  Basel  im  Hause 
seines  Vormundes  Heinrich  von  Beinheim  aufwuchs  i). 

Dieser  Nikiaus  der  jüngere,  Adelbergs  Vater,  vermählte 
sich  1473  mit  Barbara,  der  Tochter  des  Rathsherrn  Ulrich  zum 
Luft').  Bald  nachher,  1474,  versah  er  in  Mulhausen  das 
Schultheissenamt'),  und  im  folgenden  Jahre  zog  er  im  Bur- 
gunderkriege mit  den  Baslern  zur  Eroberung  von  Grandson^}. 
Nach  Basel  zurückgekehrt,  wurde  er  hier  Mitglied  des  Stadt- 
gerichts ^),  was  ihn  jedoch  nicht  hinderte,  sich  bald  aufs  eng^e 
mit  einem  hier  wohnenden  Strassburger  zu  befreunden,  der  zwar 
von  angesehener  Familie,  aber  ein  sehr  lockerer  Geselle  war. 
Als  nun  dieser  im  Juli  1478  wegen  eines  Diebstahls  zum  Tode 
verurtheilt  wurde,  liess  er  ihn  auf  dem  Wege  zur  Richtstatt 
durch  einige  jEremde  junge  Leute  mit  Gewalt  befreien  ®).  Als  in- 
tellektueller Urheber  dieser  That  erkannt,  musste  er  bald  nachher 
selber  flüchten.  Doch  wurde  er  schon  im  folgenden  Jahre  gegeo 
Erlegung  einer  Geldstrafe  vom  Bathe  wieder  begnadigt  7),  und 
als  im  Mai  1480  die  Stelle  des  Rathschreibers  neu  zu  besetzen 
war,  erhielt  er  dieses  Amt®),  in  welchem  er  fortan  bis  an  sein 
Lebensende  blieb.  Denn  als  1497  auch  die  Stelle  des  Stadt- 
schreibers frei  wurde,  war  es  nicht  Meyer,  sondern  Lucas 
Seibach,  dem  dieses  wichtige  Amt  übertragen  wurde.  Im 
August  1500  aber  wurde  auch  ein  neuer  Rathschreiber  ei-^ 
nannt*},  und  hieraus  dürfen  wir  wohl  schliessen,  dass  kuix 
vorher  Nikiaus  Meyer  gestorben  war^<^). 

Dieser  Nikiaus  wohnte  im  Hause  »zum  Pantier«  (jetst 
Rittergasse  No.  22  und  24),  welches  einst  seinem  Vormunde 
Heinrich  von  Beinheim  gehört  hatte  ^^),  und  an  ihn   erinnert « 


1)  Vgl.  Beilage  II  und  Schönberg  S.  618. 

2)  S.  ebend. 

3)  S.  Mossmann,  Cartulaire  de  Mulhouse  lY  569. 

4)  S.  B.  Chron.  II  225. 

5)  S.  Beiträge  XII  232. 

6)  S.  B.  Chron.  III  195  ff.  u.  533  f.,  ferner  Beiträge  XII  227  ff. 

7)  S.  Beiträge  XII  245. 

8)  S.  B.  Chron.  IV  139.  Dass  der  Rathschreiber  Niklaua  Meyer  iden- 
tisch ist  mit  dem  Vater  Adelbergs,  ergibt  sich  aus  einer  Stelle  im  Schlüssel- 
sunftbuch  III  128^,  s.  J.  1508,  auf  welche  mich  Dr.  August  Burekhardt 
aufmerksam  gemacht  hat. 

9)  S.  B.  Chron.  IV  140. 

10)  Jedenfalls  starb  er  vor  1508;  s.  Schlüsselzunftb.  III  128^. 

11)  S.  B.  Chron.  V  332  u.  337,  ferner  Beiträge  XII  233. 


Einleitung.  385 

noch  der  mit  dem  Wappen  dei  Meyer  gezierte  Schlussstein 
eines  gothischen  Thürbogens,  der  aus  diesem  Hause  stammt 
und  sich  jetzt  im  Historischen  Museum  befindet.  An  ihn  er- 
innert auch  ein  noch  mehrfach  vorhandener  colorierter  Holz- 

5  schnitt,  welcher  das  gevierte  Wappen  der  Meyer  und  seiner 
Ehefrau  Barbara  zum  Luft  mit  einer  Frau  als  Schildhalterin 
darstellt  1).  Ferner  finden  sich  auf  der  Oefientlichen  Bibliothek 
noch  jetzt  nicht  nur  mehrere  alte  Drucke,  meist  belletristischen 
Inhalts,   welche   nachweisbar  aus    seinem  Besitze   stammen^), 

10  sondern  auch  eine  von  ihm  schon  1471  gefertigte  und  reich 
illustrirte  Handschrift,  welche  Thüring  von  Ringoltingens 
Uebersetzung  der  Historie  von  der  schönen  Melusine  enthalt^). 

Dieses  Nikiaus  ältester  Sohn  war  Adelberg,  welcher  1474  ^^l^^l^ 
geboren  wurde  ^)  und  jedenfalls  noch   vor  1500   in   die  Zunft 

15  zam  Safran  sich  einkaufte^).  Nachdem  er  später  dort  Sechser 
geworden,  wurde  er  1514  Rathsherr  und  1521  Bürgermeister. 
Er-  war  mithin  der   erste  Träger  dieses  Amtes,   welcher  unter 

'  der  im  März  dieses  Jahres  beschlossenen  neuen  Verfassung 
gewählt  wuide  ®].    Schon  als  Rathsherr  hatte  er  Basel  auf  der 

»  in  Zürich  gehaltenen  Tagsatzung  vom  Februar  1517  vertreten  7), 
und  als  Bürgermeister  finden  wir  ihn  von  1526  bis  zum  Früh- 
jahr 1529  auf  nicht  weniger  als  16  Tagsatzungen,  welche 
meistens  in  Baden,  doch  z.  Th.  auch  in  Luzern  und  Einsiedeln 
gehalten  wurden^).     Ebenso  finden  wir  ihn  im  Mai  1525   an 

25  der  Spitze  jener  Abordnung  des  B^ths,  welche  nach  Liestal 
ritt  und  sich  vergeblich  bemühte,  die  aufständischen  Landleute 
zur  Heimkehr  zu  bewegen^].  Doch  ist  es  vermuthlich  seiner 
Umsicht  zu  verdanken,  dass  Basel  wenigstens  von  der  drohen- 
den  Gefahr,    d.  h.  vom  Zuge   der  Aufständischen  gegen  die 

30  Stadt,  noch  rechtzeitig  benachrichtigt  wurde.  Seine  bleibende 
Bedeutung  aber  liegt  hauptsächlich  darin,  dass  im  Rathe  die 
Anhänger  der  Reformation  an  ihm  und  dem  damaligen  Oberst- 
Zunftmeister    Jakob  Meyer    zum  Hirzen   ihre   Führer    hatten. 


1)  S.  hierüber  B.  Chron.  V  219,  A.  3. 

2)  S.  Histor.  Featachrift  von  1901,  S.  271. 

3)  Jetzt  Cod.  0118  der  Oeffentlichen  Bibliothek.    Am  Schluss:  Fini- 
tum  per  me  Nicolaum  Meiner,  feria  sezta  ante  dominicam  judica  anno  1471. 

4)  S.  unten  S.  393,  wonach  er  74  jährig  starb. 

5)  Biese  Zunft  nämlich  vertrat  er  nachmals  als  Rathsherr. 

6)  S.  Heusler  S.  428  ff. 

7)  S.  Eidg.  Absch.  m  2,  S.  1038. 

8)  S.  Eidg.  Absch.  IV  la,  z.  J.  1526  ff.,  und  IV  Ib,  z.  J.  1529. 

9)  S.  oben  S.  125. 

Basier  ChronikaB.    YI.  25 


386  Meyerische  Familienchronik. 

gleichwie  umgekehrt  an  der  Spitze  der  Altgläubigen  Biirger- 
meiaterHeinriohMeltinger  und  OberstsunftmeisterLuoasZfeiglei 
standen.  Auf  die  langen  Jahre  des  Kampfes,  wo  beide  Par- 
teien sich  misstrauisch  gegenüberstanden  und  der  Sath  deshalb 
fortwährend  in  schwieriger  Lage  sich  befand,  folgte  1529  der  & 
völlige  Sieg  der  Reformation,  und  so  galt  es  nun,  die  neue 
Ordnung  der  Dinge  allseitig  durchzufuhren  und  lu  befestigen. 
Auch  dieser  Aufgabe  untersog  sich  Adelberg  im  Verein  mit 
Jakob  Meyer,  welcher  1530  ebenfalls  Bürgermeister  wurde. 
Doch  ist  zu  bemerken,  dass  vom  April  1529  an  —  also  nach  r^ 
dem  Siege  der  Reformation  —  Adelberg  auf  keinen  Tag- 
tötzungen mehr  erschien,  sondern  dass  solche  Gesandtschaften 
in  den  nächsten  Jahren  theils  durch  Jakob  Meyer,  theils  durch 
Adelbergs  jungem  Bruder  Bernhard  versehen  wurden.  Hin- 
gegen nahm  er  trotz  vorgerücktem  Alter  noch  Theil  an  jenem  ^ 
Freudenzuge,  welchen  im  Mai  1540  Basels  bewaffnete  Bürger- 
schaft nach  Liestal  unternahm  ^).  Als  Bürgermeister  aber  blieb 
er  im  Amte  bis  zu  seinem  Tode,  der  am  8.  Juni  1548  er- 
folgte >). 

Adelberg   Meyer    war   dreimal    verheirathet:    zuerst    mii^ 
Katharina,  der  Tochter  des  Rathsherrn  und  Wechslers  Balthasar 
Hütschi,  dann  1509  mit  Margaretha,  der  Tochter  des  damaligen 
Oberstzunftmeisters   Hans  Trutmann,    und   endlich    1533    mit 
Katharina,  einer  Tochter  des  gewesenen  Rathsherrn  Andreas 
Bischoff,  welcher  1529  beim  alten  Glauben  geblieben  und  nachs 
Freiburg  i.  B.  ausgewandert  war').     Aus   dieser   dritten    Ehe 
stammen  alle  ihn  überlebenden  EJnder,   und  deshalb  beginnt 
er  auch  seine  Familienchronik  erst  mit  1533^). 
^Keye^         Der    erste  Fortsetzer    dieser   seiner   Aufzeichnungen    war 
Adelbergs  jüngerer  Bruder  Bernhard.     Dieser,   von  Beruf  ein  >- 
Wechsler,  gehörte  schon  1521  als  Sechser  der  Bärenzunft  dem 
Grossen  Rathe  an  und  war  einer  jener  wenigen  Ehrenmänner, 
welche  damals  Festigkeit  genug  besassen,    um  die  Annahme 
der  französischen  Jahrgelder  zu  verweigern^).     Später  trat  er 
in  die  Zunft  zum  Schlüssel,  wo  er  im  Februar  1529,  nach  dem  ^ 
Siege  der  Reformation,  zum  Rathsherrn  erwählt  wurde*).    Von 
dieser  Zeit  an  erscheint  er  häufig  als  Basels  Gesandter  sowohl 

1)  S.  B.  Chron.  1 159. 

2)  S.  ebend.  IV  104,  femer  unten  S.  393, 

3)  8.  unten  S.  416. 

4)  S.  unten  S.  391. 

5)  S.  B.  Chron.  I  215. 

6)  S.  oben  S.  120. 


Einleitung.  3g7 

auf  den  Tagsatzungen  i)  als  namentlich  auch  beim  Bischof. 
Die  langen  und  oft  schwierigen  Unterhandlungen  mit  Letz- 
terem führte  er  mit  grossem  Geschick,  so  dass  schliesslich  der 
fiix  die  Stadt  sehr  günstige  Vertrag  vom   iO.  August  1547  zu 

»  Stande  kam').  Auch  geschah  es  wohl  vornehmlich  in  An- 
erkennung dieser  seiner  Verdienste,  dass  er  1549,  nach  dem 
Tode  seines  Bruders,  als  dessen  Nachfolger  zum  Bürgermeister 
gewählt  wurde.  Denn  schon  seit  längerer  Zeit  war  es  sonst 
üblich,  zu  dieser  höchsten  Würde  nur  solche  zu  wählen,  welche 

I  irorher  Oberstzunftmeister  gewesen  waren,  und  seit  dem  Siege 
der  Reformation  bildet  Bernhard  Meyer  von  dieser  Regel  bei- 
nahe die  einzige  Ausnahme^).  Er  blieb  auch  im  Amte  bis  zu 
seinem  im  März  1558  erfolgten  Tode^). 

Der  zweite  Fortsetzer  der  Familienchronik,  Adelbergs  Sohn  ^^J^^ 

%  Sans  Ludwig,  geb.  1539,  wurde  1578  Zunftmeister  zum  Safran 
und  starb  im  Oct.  1607^).  Dessen  ältester  Sohn  war  jener 
Adelberg  der  jüngere,  geb.  1560,  welcher  1613  Rathsherr  der 
Schiff leutenzunft  wurde,  aber  1617  von  seiner  Frau  geschieden 
und  w^en  angeblicher  Zauberei  zu  lebenslänglichem  Haus- 

»  arrest  verurtheilt  wurde*).  Der  dritte  Fortsetzer  hingegen  war 
Hans  Ludwigs  jüngerer  Sohn  Nikiaus,  geb.  1565,  welcher  am 
S.  Nov.  1629  starb  7)  und  keinerlei  Aemter  scheint  bekleidet  zu 
haben.  Der  Sohn  dieses  Nikiaus,  Hans  Konrad,  geb.  1589, 
wurde  Schaffner  zu  St.  Clara  ^),  und  war  von  1646  bis  zu  seinem 

&  am  22.  Juni  1659  erfolgten  Tode  Zunftmeister  zu  Schmieden*). 
Dieser  war  der  vierte  und  letzte  Fortsetzer  der  Meyerischen 
Familienchronik,  und  so  wollen  wir  dieses  Geschlecht,  das 
noch  heute  blüht,  hier  nicht  weiter  verfolgen. 

Die  Aufzeichnungen  des  Bürgermeisters  Adelberg  Meyer  WArdigmig. 
D  über  seinen  Hausstand,  verbunden  mit  denjenigen  seines  Sohnes 
Hans  Ludwig,  seines  Enkels  Nikiaus  und  des  Urenkels  Hans 

1)  S.  Eidg.  Absch.  IV  Ib,  s.  J.  1530  ff. 

2)  S.  Heusler  S.  445  u.  448  ff. 

3)  Ausser  ihm  ist  einzig  noch  Henmann  Offenbturg  su  nennen,  der 
jedoch  nur  1542  Bürgenneister  war. 

4)  S.  Tonjola  S.  278,  und  vgl.  unten  S.  393. 

5)  S.  im  St.  A.,  Rathsbesatzungen  Bd.  HI,  auch  Tonjola  S.  228,  und 
unten  S.  394. 

6]  S.  B.  Chron.  V  455,  A.  6,  und  vgl.  unten  S.  394. 

7)  S.  Tonjola  8.  234,  wo  der  Todestag  entstellt,  und  ebend.   S.  235, 
wo  er  riehtig  angegeben  ist. 

8)  S.  ebend.  S.  234. 

9)  8.  Rathsbesatzungen  III  und  vgl.  unten  S.  398. 

25* 


388  Meyerische  Familienchronik. 

Konrad,  bilden  zusammen  eine  Familienchronik,  welche  yier 
Generationen  umfasst  und  von  der  ersten  Hälfte  des  XVL  Jahr- 
hunderts bis  in  die  Mitte  des  XVII.  hinabreicht.  So  belang- 
los nun  dieselbe  für  Basels  politische  Geschichte  ist,  so  hat  sie 
immerhin  einigen  Werth  nicht  nur  für  die  Genealogie  eines 
zeitweise  hervorragenden  Geschlechtes,  sondern  vor  allem  ia 
kulturgeschichtlicher  Hinsicht.  So  gewährt  uns  z.  B.  schon 
die  Aufzählung  der  vielerlei  Personen,  welche  für  die  stets 
zahlreichen  Kinderschaaren  als  Taufpathen  erbeten  wurden, 
einen  Einblick  in  die  gesellschaftlichen  Beziehungen  einer  an- 1^ 
gesehenen  Bürgerfamilie  jener  Zeit.  Wir  glauben  daher  das 
Programm  der  Basler  Chroniken  nicht  allzusehr  zu  über- 
schreiten, indem  wir  diese  Familienchronik  durch  aUe  ?iei 
Generationen,  also  bis  ins  XVII.  Jahrhundert  hinab,  hier 
folgen  lassen.  Hat  uns  im  vorigen  Bande  die  Offenbuigische  ^ 
Familienchronik  1)  ein  Achtbürgergeschlecht  gezeigt,  welches 
im  XV.  Jahrhundert  emporkam  und  in  der  Reformationszeit 
seine  Bedeutung  allmälig  verlor,  so  führen  uns  die  vorliegen- 
den Aufzeichnungen  ein  zünftiges  Bürgergeschlecht  vor,  ab 
dessen  Höhepunkt  im  Gegentheil  das  letztgenannte  Zeitalter  ^i 
erscheint'). 
Attigab«.  In  der  vorli^enden  Ausgabe  halten  wir  uns  nicht  an  die 
Reihenfolge  der  einzelnen  Theile  in  der  Hs.,  sondern  wir  reihen 
die  Ebiuschroniken  der  vier  Generationen  nach  der  Zeitfolge 
an  einander,  also  zuerst  die  betreffenden  Aufzeichnungen  Adel-  -^ 
bergs  (Bl.  2^ — 3),  dann  diejenigen  seines  Sohnes  Hans  Ludwig 
(Bl.  1  j,  seines  Enkels  Nikiaus  (Bl.  9^ —  1 0}  und  seines  Urenkels 
Hans  Konrad  (Bl.  7^ — 9)').  Die  Reihe  der  Todesnachrichten 
sodann,  welche  auf  Bl.  4  sich  findet  und  theils  von  Adelbeigs 
Bruder  Bernhard,  .theils  von  Hans  Ludwig  verfasst  ist^). -^ 
schalten  wir  zwischen  den  Hauschroniken  Adelbergs  und  Hans 
Ludwigs  ein.  Die  weitern  Todesfälle  hingegen,  welche  BL  6^ 
einnehmen  und  wohl  alle  Hans  Konrad  zum  Verfasser  haben, 
lassen  wir  dem  Hausstande  dieses  Letztern  vorausgehen,  also 
hinter  demjenigen  seines  Vaters  Nikiaus  folgen^).  Als  L  Bei- ^ 
läge  geben  wir  die  Urkunde  von  1515,  sammt  der  Grabschrift 
des   1426  ermordeten  Nikiaus  des  altem,   und  Hans  Konrads 

1)  S.  B.  Ghron.  V  300  ff. 

2)  Vgl  auch  die  Hausehronik  Diebold  Ryffs,  in  B.  Chron.  I  226  ff. 

3)  S.  oben  S.  381  ff. 

4)  S.  oben  S.  382. 

5)  Ueber  eine  weitere  Einschaltung  an  dieser  Stelle  s.  unten  6.  389,  A.2. 


Einleitung.  389 

Beschreibung  der  Gräber  (Bl.  5 — 6),  während  die  Aufschriften 
der  von  Adelberg  begonnenen  und  von  Hans  Konrad  fort- 
geführten  Wappentafel,  welche  Bl.  19 — 29  einnimmt,  als 
n.  Beilage  folgen. 

Schon  in  der  Hauschronik  des  Bürgermeisters  Adelberg, 
die  noch  von  Berlingers  Hand  geschrieben  ist,  bemerken  wir 
in  der  Hs.  verschiedene  Zusätze  seines  Urenkels  Hans  Konrad, 
und  diese  unterscheiden  wir  im  Drucke  durch  eckige  Klam- 
mem. Hans  Konrads  ältere  Aufzeichnungen  hingegen,  worin 
er  auf  Bl.  7  den  Hausstand  seines  Grossvaters  Hans  Ludwig 
und  seines  Vaters  Nikiaus  aufzählt  i),  erscheinen  neben  den 
eigenen  Aufzeichnungen  dieser  Beiden  sehr  entbehrlich.  Das 
Wenige  aber,  was  sie  zum  Hausstande  des  Nikiaus  noch  als 
Ergänzung  bieten,  bringen  wir  bei  diesem  nur  als  Zusätze  in 
eckigen  Klammern  an^).  Auch  unter  den  Todesnachrichten  auf 
Bl.  6^  lassen  wir  alle  diejenigen  von  Hans  Konrads  Eltern  und 
und  Grosseltern  weg,  da  diese  sich  gleichlautend  schon  in  den 
betreffenden  Hauschroniken  vorfinden.  Die  Zusätze  sodann, 
welche  Hans  Konrad  seiner  eigenen  Hauschronik  erst  nach- 
träglich beifugte,  verschieben  wir  an  den  Schluss  derselben, 
indem  sie  durchweg  die  erst  in  spätem  Jahren  erfolgten  Todes- 
falle seiner  Kinder  betreffen.  Da  übrigens  diese  Zusätze  sich 
meist  gleichlautend  auch  in  der  Wappentafel  finden,  so  bringen 
wir  die  wenigen  Ergänzungen,  welche  die  dortige  Redaktion 
bietet,  gleich  hier  an,  und  zwar  zum  Unterschied  in  eckigen 
Klammem. 

In  der  Hauschronik  Adelbergs,  die  von  Berlingers  Hand  ,^j^J^„ 
geschrieben  ist,  behalten  wir  dessen  Rechtschreibung  bei,  im 
Gegensatz  zu  den  übrigen,  von  Hans  Konrad  gefertigten 
Theilen.  In  diesen  aber  ist  schon  bei  der  Hauschronik  Hans 
Ludwigs,  und  noch  mehr  bei  Nikiaus,  die  ursprüngliche  Recht- 
schreibung theilweise  verwischt  und  durch  diejenige  Hans 
Konrads  ersetzt.  Zudem  noch  schwankt  Letzterer  auch  in 
seinen  eigenen  Aufzeichnungen,  indem  er  z.  B.  bald  auff 
schreibt,  bald  uff.  Wir  verzichten  daher  auf  jeden  Versuch 
einer  Herstellung  der  ursprünglichen  Formen,  indem  wir  so- 
wohl bei  Hans  Ludwig  als  bei  Nikiaus  genau  der  schwanken- 
den Rechtschreibung  folgen,  wie  sie  in  Hans  Konrads  Abschrift 

1)  Vgl.  oben  S.  382. 

2)  Die  einzige  Ausnahme  bildet  die  Notiz  vom  Tode  dieses  Nikiaus, 
die  wir  ohne  Klammern,  als  Inhalt  von  Bl.  7,  auf  dessen  Hausehronik  folgen 
lassen. 


390  Meyerisehe  Familienchronik. 

sich  uns  darstellt.  Die  emsige  Aenderung  aber,  die  wir  auch 
bei  den  eigenen  Aufzeichnungen  dieses  Letztem  uns  gestatten, 
betrifft  die  sinnlose  Erweiteiung  von  i  su  ei,  wenn  er  z.  R 
zeinstag  schreibt  für  zinstag,  oder  göttein  für  göttin 
(Tau^the).  Da  dieses  ei  für  i  nicht  etwa  in  der  mundait-  i 
liehen  Aussprache  begründet  ist,  sondern  nur  des  Schreibeis 
Unsicherheit  in  der  hochdeutschen  Rechtschreibung  bekundet, 
so  ersetzen  wir  es  im  Drucke  durch  einfaches  i.  Hingegen 
behalten  wir  als  Umlautzeiohen  über  den  Vokalen  die  zwei 
Punkte  bei,  wie  die  Hs.  sie  hat,  also  nicht  nur  bei  ü,  sondern  i« 
auch  bei  ä  und  ö,  da  die  Zeichen  &  und  ö  dem  XYII.  Jahr- 
hundert nicht  mehr  entsprechen  würden. 


[2*^]   Uff  mentag  vor  Simonis  und  Jude  anno  1533   waid|^(^27 
mir  Adelbergen  Meyer,    der  adtt  der  stat  Basel  bugermeister, 
vermächlet  jungfräw  Catherin  Bisohoffin,  durch  Schickung  des 
allmechtigen  gottes,  zu  der  heiligen  ee. 

:»         Uff  mitwochen  nftch  sanct  Jftoobs  tag  anno  1534  genasz  |&^ 
min  &ftw  olq^eldt  irs  ersten  kinds,  am  morgen  frft  umb  die 
vier  de   stund;   ward  gnempt   Jacob.     Und    was   gotti   Conrat 
Schnitt   des   rftths,   und   Martin   Fickler,    und  göttenen   fräw 
Dorothe  zum  Tantz^).     [Starb  lediger  weisz.] 

10         Uff  des   heiligen   crüts   tag   zu  herpst    anno   1535    nach  ^^^  ^^ 
mittag,  ze  abend  umb  die  6.  stund,  genasz  min  frftw  obgmeldt 
irs  anderen  kinds;  was  ein  töchterli,   ward  genempt  Barbara. 
Was  gfitti  Bastian  Hügli   miner  herren  kneoht^),  und  warent 
g&ttenen  frftw  Agnes  Hertzogin,  und  Madien  Hort  von  Haltingen 

uir  hebamm. 

[Anno  1550  hatt  obgemelte  Barbara  mit  herren  Hans 
Riespach  verheiratt;  starben  beid  ohne  leibserben.]  ^] 

Uff  zinsztag   nach   invocavit,    den   27.  februarii^)   in    der  ^^^^ 
Tasten  anno  1537,   am  morgen   umb  die  9.  stund,  genasz  min 

20  frftw  obgmeldt  irs  dritten  kinds;  was  ein  töchterlin,  wart  ge- 
nempt Mazimilla.  Was  gStti  Ulrich  Wiglin  miner  herren  mar- 
staller  ^),  und  gSttenen  &ftw  Margred  Falcknerin,  und  Margred 
Kriegenen  ir  Vorgängerin. 

[Anno   1553  hatt  obgemelte  Maximiliana  mit  Heironimo 

25  von  Külch*)  yerheirattet.     Anno  1577  sindt  beide  ehegemächt 

1)  Dorothea  hiess,  laut  gütiger  Mittheilung  Yon  Dr.  K.  Stehlin,  die 
Ehefrau  des  Goldsohmieds  Balthasar  Angelrot,  dem  schon  1507  das  Haus 
zum  Tanx  an  der  Eisengasse  (jetzt  No.  20)  gehörte,  und  der  yon  1523  bis 
1543  im  Rathe  sass. 

2)  Also  einer  der  4  Rathsknechte. 

3)  Beide  starben  im  Mai  1552;  s.  N&heres  In  Gasts  Tagebi^ch,  z.  17.  Mai 
1552,  auch  unten  Beilage  IL 

4)  Der  nftehste  Dienstag  nach  Inyocavit  fiel  1537  auf  den  20.  Februar. 
Ist  aber  der  27.  richtig,  so  ist  InYocayit  yerwechselt  mit  Reminiscere. 

5)  Der  frühere  Söldner;  s.  oben  8.  126. 

6]  H.  von  Kilch  wurde  1565  Zunftmeister  der  Schmiede;  s.  Raths- 
hesataungen,  Bd.  II. 


10 


392  Meyeriscbe  Familienchronik. 

verscheiden  ^)j  ligen  beide  zuo  sant  Martin  begraben,  auff  dem 
kiilchhoff^)  neben  der  kleinen  külchthüren^),  gleich  doran  wie 
man  in  külchen  geht,  auff  der  rechten  seitten.  Gk>tt  geh  inne 
beide  eheleüth  ein  freliche  aufferstendnusz;  amen.] 
F  b^  [^^  ^™  Sonntag  vor  der  herren  vasznacht  anno  1539  nach 
dem  imbis,  zu  äbent  umb  die  6.  stund,  genasz  min  tAw  ob- 
gmeldt  irs  vierden  kinds;  was  ein  knab,  hiesz  Hanns  Ludwig. 
Was  götti  herr  Hans  Gast,  liitpriester  zu  sanot  Martin^},  und 
meister  Josz  Merckler  der  tischmacher,  und  göttenen  &äw  Anna 
Battenen,  meister  Batt  Summers  frow^]. 
^^26  ^^  fritag  vor  sanct  Yerenen  tag  anno  1541  starb  min 
huszfräw  obgmeldt,  &äw  Catherin  Bischoffin,  diser  hievor  ge- 
schribner  vier  kinden  muter,  und  lit  begraben  im  münster  im 
crützgang,  obwendig  der  thüren,  so  ins  bisohoffs  hoff  gädt^), 
in  des  alten  Bären  grab,  irs  groszvatters^).  Gott  trftst  aliis 
glöibig  Seelen. 

[Ir  vatter  was  Andresz  Bischoff  von  Hiiltalingen^);  ir 
mutter:  Bärbel  Berin,  Hans  Beren  dochter;  ir  groszvatter: 
Clausz  Bischoff;  ir  groszmutter:  Anna  Grienenzweig  ^),  Clausz 
Grienenzweig  scbultesz  zuo  Ober  Baden  ^o)  dochter.]  ^' 

20.  Der  F1188  dieser  und  die  folgende  Seite  der  Hs.  eind  leer. 

1}  Vgl.  unten  S.  393. 
2)  Der  jetzige  St  MartinskirchplatB. 

3}  Die  Thür  des  südlichen  Seitensohiflfs  heisst  hier  die  kleine,  snm 
Unterschied  vom  Haupteingang  auf  der  Westseite. 

4)  Ver&sser  eines  Tagebuches,  das  im  Bd.  VII  erscheinen  soll. 

5)  Beat  Summer,  Rathsherr  der  Brodbeckersunft  seit  1529. 

6)  Diese  jetzt  vermauerte  Thür  liegt  zwischen  den  beiden  Kreuzgingen. 

7)  Ihre  Mutter  Barbara  war  eine  Tochter  des  Rathsherm  Hans  Bir 
altem  (-{-  1502),  dessen  Grabstein  noch  am  betr.  Orte  steht;  s.  B.  Biographien 
159  ff. 

8)  Ueber  ihn  s.  ebend.  S.  81.  Das  Dorf  Hiltelingen,  wo  er  Herr  war, 
lag  nordöstlich  yon  Klein-Hüningen  und  wurde  1678  durch  die  Franzosen 
zerstört;  s.  Karl  Tschamber,  Friedlingen  und  Hiltelingen,  S.  74. 

9)  Nach  Nikiaus  Bischoffs  1488  erfolgtem  Tode  vermählte  sie  sich  io 
zweiter  Ehe  mit  dem  gleichfalls  verwittweten  Rathsherrn  Hans  Bar  d. 
altem;  s.  B.  Biographien  I  65.  Falls  sie  nun  die  einzige  Gemahlin  Nlklau» 
Bischoffs,  also  die  rechte  Mutter  seines  Sohnes  Andreas  war,  so  folgt 
hieraus,  dass  die  Gemahlin  dieses  Letztem,  Barbara  Bär,  nur  ihre  Stief- 
tochter kann  gewesen  sein,  also  eine  Tochter  Hans  Bars  aus  erster  Ehe. 

10)  Ueber  ihn  und  seinen  Vater,  den  1485  verst.  Mathias  Eberler 
gen.  Grünenzwig  zum  Agstein,  s.  B.  Biographien  I  65,  auch  B.  Chron. 
m  415  ff: 


1539—1577.  393 


[4]  Herr  Adelbeig  Meyer,  buigeimeister  der  statt  Basel,  ist  ^^  ^ 
gestorben  uff  Medardi,  vor  sant  Johans  tag,  als  man  zalte  1548 
jor^);  lüt  in  Heman  Meyers  an  der  Steinen  in  sim  grab  auch 
begraben  2).  Geschriben  durch  mich  Bernhard  Meyer,  burger- 
&  meister  der  statt  Basel,  uff  Johannis  im  1549  jor.  Seines  alters  ^^  24 
herm  Adelberg  Meyer  burgermeister  74  jähr.  Herr  Oszwaldus 
Myconius,  pfarrherr  im  münster,  hielt  die  predigt  ausz  dem 
3.  capitel  Esaya.     Ist  28  jähr  burgermeister  gewesen  ^j. 

Item  uff  sontag  vor  lethare   den  13.  tag  mertzen,   uff  die  ,^^3 

10  nüne  znacht,  anno  1558  jor,  starb  herr  Bernhardt  Meyer,  burger- 
meister der  statt  Basel,  desz  obgemelten  herren,  her  Adelberg 
Meyers  seligen  bruder.    Und  uff  zinstag  nach  obgemeltem  son-  M&n  is 
tag  ward  er  an  den  Steinen  im  doster,   in   der  kilchery,  inn 
Heman  Meyer  seligen  grab  bestattet  ^j. 

15         Anno  1404  ist  Heman  Meyer  begraben  worden^).  i404 

Item  uff  sant  Verena  tag,  den  ersten  tag  September  anno  ^^|  ^ 
1558  jor,   nach  mittnacht  zwischen  zweyen  und  dreyen  starb 
her  Ajidres  Bischoff,  her  Adelberg  Meyers   seligen  schwiher. 
Und  uff  frittag  nach  dem  obgemeldten  tag  ward  er  zu  Fryburg  sept  2 

120  im  Briszgew  in  sin  grab  vergraben  ^). 

Auff  samstag  vor  oculy,  den  13.  mertzen  anno  63,  zu  nacht  ]^  ^3 
nach  den  einen  starb  her  Hieronimus  Frobenius,  min  schwiher  7); 
und  uff  montag  dornoch  ward  er  im  miinster  begraben^).    Gott 
throst  die  liebe  sei ;  der  wel  unsz  auch  ein  selig  endt  verlühen. 

25  Seines  alters  62  johr. 

Auff  den   23.  december   anno   1577    starb   der   ehrenvest  ]^  23 
fürnehmm  und   weysz  herr  Hieronimus  von  Külch   des  rahtz, 

seines  alters Und  den  27.  disz  monat  starb  auch  Dee.  27 

die    ehr-  und  thugentreiche   frauw  Maximilla  Meyerin,    sein 

9.  Hl.:  dem  13.  tag.  28.  In  der  Es.  Baum  gelassen  Ar  Angabe  des  Alters. 

29.  Hs.:  die  ebre  thugentreiche. 

1)  Vgl.  B.  Chron.  IV  104,  auch  Qasts  Tagebuch,  zum  8.  Juni  1548. 

2)  lieber  Henmann  M.  und  sein  Grab  s.  unten  Beilage  I.    Adelbergs 
Grabschxift  s.  bei  Tonjola  8.  278. 

3)  Seit  1521;  s.  unten  die  Allg.  Beilage. 

4)  Seine  Grabsehrift  s.  bei  Tonjola  a.  a.  O. 

5)  Laut  Wurstisen  S.  553  starb  er  1402. 

6)  S.  B.  Biogr.  I  81. 

7)  Kfimlich   der   Schwiegerrater    von   Adelberg   Meyers   Sohn   Hans 
Ludwig;  Tgl.  unten  S.  394. 

8)  Seine  Grabschrift  s.  bei  Tonjola  S.  19. 


394  Meyeiiiche  FamilMnchronik. 

ehegenauihly  ihres  alters  40  johr;  ist  her  burgermeister  Adelbeig 
Meyer  doohter  gewesen.  Qott  geb  innen  fröliche  aufferstend- 
nusi.  Ligen  beide  begraben  zuo  sant  Marty^),  neben  dem 
kleinen  thürlei  anffem  külohhoff'). 


^  ^i&39         [1^]  Am  sontag  yor   der    herren  fasznacht  ano    1539  jar  i 

wardt  ich  Hansz  Ludtwig  Meyer  geboren'). 
^^         AufF  mentag  den  27.  tag  homung  ano  1559  jar  wardt  mir 
Hanss  Ludtwig  Meyer    yermechlet  jungfrow  Anna  Frobeny, 
herren  Hieronimuss  Frobeni  ehlich  dochter,  durch  ansehickung 
des  allmechtigen  gottes,  suo  der  heyligen  ehe.  i* 

Auf.  1  UfF  zinstag  den  ersten  tag  augusti  ano  1559,  zwischen 
zechen  und  elffen  zuo  nacht,  genasz  mein  weib  ires  ersten 
kindts,  eines  kneblin;  hats  nit  lenger  bey  ire  tragen  dan 
16  wuchen. 

^  1560         xJfF  mentag  den  5.  augsten  1560  jähr,  am  morgen  umb  die  u 
5.  stundt,  gnasz  mein  frauw  obgemelt  ires  andern  kündts,  wass 
ein  kneblin;  wardt  genandt  Adelberg ^}.    Warendt  getty  docter 
Simon  Sultzer<^}   und  herr  Hansz  Fillser,   und   gotten   fiauw 
Ursula  ir  hebam. 

oet^s         Uff  sontag  vor  sant  Gallen  tag,  den  12.  octobrisz  ano  1561, » 
am  morgen  noch  den  8.  gnasz  mein  &auw  ires  3.  kindts,  wa» 
ein  kneblein;  wardt  genandt  Jeronimus*].     Wardt  gettin  herr 
Rudolff  Schenokh,    undt   Koszman   mein   dischmaoher,    undt 
gotten  die  Bärbel,  die  den  alten  Polle^)  hat. 

^662         XTff  mitwuchen  vor  wienaoht  ano  1562,  umb  die  drey  nooh^ 
mittag,  genasz  mein  &auw  ires  4.  kindts,  wasz  ein  kneblein; 
wardt   genandt   Hansz  Ludtwig^).    Warendt  getty   herr  Jerg 
Züohle  und  herr  Frantz  Ulrich  Wasserhun*),  und  gotten  frauw 
Anna  F&ckleren. 


1)  Ihre  gemeinsame  Grabschrüt  s.  bei  Tonjola  S.  223. 

2)  Also  neben  der  Thür,  'welche  jetst  vom  St.  Martingplati  in  den 
Chor  ftLhrt. 

-    3)  Vgl.  oben  S.  392. 

4)  Ueber  ihn  s.  B.  Chron.  V  455,  A.  6,  auch  unten  S.  401 ;  seinen  Haus- 
stand s.  S.  419. 

5)  Seit  1552  war  er  Antistes  der  baslerischen  Kirche,  als  Nachfolger 
Yon  Oswald  Myconius.    Seine  Grabsohrift  s.  bei  Tonjola  S.  33. 

6)  8.  unten  S.  396. 

7)  Gewöhnlich:  BoUi. 

8)  8.  unten  S.  397. 

9)  S.  Tonjola  8.  189. 


1539—1569.  395 

Uff  oder  noch  judica  ano   1564  gnan    mein  &auw  irer  um 
zweyer  kinder,  das  5.  und  6.,  watend  bede  knaben.     Ist  der 
eist  an   die  weit  kommen  uff   änstag  den  21.  merts,  sobenian}! 
swischen  4  und  5  uhren;  wardt  genandt  Bemhart^).    Waren 

jgettin  herr  AUezander  Löffel')  und  her  Gilg  WerenfelsE,  und 
gotten  jung&auw  Bärbel  Zügerin.    Der  andere  knab  an  die 
weit  kommen  am  mittwuchen,  am  anderen  tag,  auch  zwischen  lOn  22 
4  und  5  uhren  zoben;  hat  in  die  hebam  thaufft,  und  ist  glich 
yerscheiden. 

14  [1^^]  Uff  freitag  den  7.  december  ano  1565  genasz  meinj^^ 

&auw  ires  7.  kindts,  am  morgen  uff  die  fierte  stundt;  war  ein 
kneblin,  wardt  genandt  Nidausz^).  Warendt  gettin  junckher 
Niclausz  von  Wendelstorff  und  herr  Hansz  Schwartz  der  schult- 
hesz^),  und  gotten  Katereina  Riecherin. 

t5         Uff  fireitag  den  14.  tag  martii  anno  1567  gnas  mein  frauw  Js^L  4. 
ires  8.  kindts,  am  morgen  zwischen  7  und  8  uhren;    war  ein 
meitlein,    ward   genembt   Ester.     War   gettin   herr   Heinrich 
Lutterburger^),  und  gotten  frauw  Helena  Gebhartin  und  jung- 
frauw  Anna,  des  zum  Faickhen  seligen  dochter  ^). 

20         Uff  mentag  den  24.  meyen  anno  1568  gnas  mein  &&uw  is^ 
ires  9.  kindts,  am  morgen  zwischen  7  und  8  uhren;    war  ein 
kneblein,  wardt  genandt  Jacob  ^].    Warendt  gettin  herr  Hansz 
Friderich  Mentzinger  Stattschreiber  ^),  und  herr  Ulrich  Schult- 
hesz'},  und  gotten  frauw  Magdtlen  Jeckhelmenin  ^^}. 

25         Uff  zinstag  den  29.  noyember  anno  1569  gnasz  mein  frauw  im9 
ires  10.  kindts,  am  morgen  noch  4  uhren;   war  ein  kneblein, 

5.  Hfl.:  Allwuider  Laffel.  19.  Hi.:  Beliffl  doekt«r. 

1)  Ueber  ihn  und  seinen  HauBStand  s.  unten  8.  420. 

2)  Er  wurde  1565  Rathsherr;  8.  Rathsbesatsungen,  Bd.  II. 

3)  8.  unten  8.  397  ff. 
4]  S.  Tonjola  8.  224. 

5)  Er  wurde  1578  Zunftmeister  sum  Schlflssel;  8.  Bathibesatsungen, 
Bd.  II,  auch  Tonjola  8.  145. 

6)  Ausser  dem  Hause  »sum  goldenen  Falken«,  jetst  Freie  8tra88e 
No.  9,  wurde  auoh  das  ebendort  No.  51  gelegene  Haus  sum  Falkenberg 
schon  damals  oft  einfach  »lum  Falken«  genannt  Laut  gQtiger  Mittheilung 
von  Dr.  K.  Stehlin  gehörte  letiteres  Haus  1561  einem  Hans  Meyer,  und 
dieser  ist  vielleicht  derselbe  wie  jener  Hans  Rudolf  M.,  welcher  1564  starb 
und  bei  8t.  Leonhard  begraben  liegt;  s.  Tonjola  8.  182.  Zu  welchem  Ge- 
schlechte Meyer  er  jodoch  gehörte,  ist  mir  nicht  bekannt. 

7]  Vgl  unten  8.  397. 

8)  Ueber  ihn  s.  B.  Chron.  IV  141  und  Tonjola  8.  33. 

9)  Er  wurde  1575  Oberstzunftmeister,  1579  BQrgermeister  und  starb 
1599;  B.  Tonjola  8.  142. 

10)  Doetor  Felix  Flatters  Frau;  s.  ebend.  8.  57. 


396  Meyerische  Familienchronik. 

waid  genent  Andres.  Waren  gettin  herr  Jacob  Hoffman  der 
alt^),  und  herr  Jacob  Mereda'),  und  gotten  Balthasar  Migels 
hauss&auw'). 

1571  XJff  sontag  den  6.  meyen  anno  1571  gnasz  mein  £row  ires 

11.  kindts,    zu  nacht  nach   den  11  uhren;  war  ein  meitlein,  s 
wardt   genent  Madien.     Und   war   gettin   herr   Ulrich  Essig, 
und  gotten  Hansz  Jacob  Gumans  frauw,  und  die  Mattisenen 
XU  Benckhen.     Wardt  auch  suo  Benckhen  gedaufit^). 

1573  Uff  sontag  den  13.  September^)  anno  1573  gnasz  mein  firauw 
ires  12.  kindts;  wasz  ein  meitlein,  wardt  genent  Ester.  Waszi« 
der  gettin  herr  Margs  Russinger  ^},  und  gotten  jungfrauw 
Helenna  Dann,  herr  Christoffel  Daunen  dochter  ^),  und  herr 
Fetter  Steckhlein  &auw  von  Therwiller  ^).  Wardt  zu  Benckhen 
oct  12  gedaufit,  starb  den  12.  october  ano  1573  johr. 

A  ^^30  ^^  ^^'^  ^^'  ^^^^^  anno  1574  johr  genasz  mein   frauwi:* 

ires  13.  kindts,  was  ein  meitlin,  starb  an  der  geburdt 

sepi"!         [^^^^]    Uff  sontag    den    18.  September»)    ano    1575  johr, 
zwischen  9  und  10  uhren,   genasz  mein  frauw  ires   14.  kindts; 
war    ein   meittelin,    ward    genandt   Anna.     Was    gettin    hen 
Jacob   Hechtmeyer,    und   gotten  jungfrauw   Anna  Wagnerin,  %■ 
und  Anna  ir  forgengerin. 

^  1576         XTff  den  25.  augsten  anno  1576  starb  mein  söhn  Iionimus 
Yorgemelt,  zuo  Neiiwenburg  am  See.    Gott  drest  die  liebe  seil. 
Seines  alters  15.  johr  ^»). 
^1576         XJff  sontag  den  9.  december  anno  1576  johr,  uff  den  obeni^ 
zwischen  5  und  6  uhren,  starb  mein  hausz&auw  Anna  Frobeni, 
diser  aller  yorgemelter  kinderen  mutter,  an  der  geburdt  ires 

9.  Hl.:  12.  MptembQr.  17.  Hb.:  17.  MpiemlMr. 

1)  Et  war  Rathsherr  und  starb  1572;  8.  Tonjola  S.  222. 

2)  Ueber  den  Kauf  hausschreiber  Jacob  Merede  s.  Gteering  S.  513  und 
Tonjola  S.  189. 

3)  B.  Meiels  Ehefrau  Margaretha,  geb.  Krieg  yon  Bellikon,  starb  1576; 
8.  ebend.  S.  223. 

4)  Hans  Ludwig  Meyer  hatte  das  Schloss  su  Benken  1568  durch  Rauf 
erworben;  s.  Brückner  IV  315. 

5)  Nicht  der  12.  Sept.,  wie  die  Hs.  hat,  war  1573  ein  Sonntag,  sondern 
der  13. 

6)  Ein  Rathsherr;  s.  Tonjola  S.  133. 

7)  Ueber  Christo£f  d'Annone,   auch   »Danon«   genannt,    s.  Geering 
S.  453  u.  478. 

8)  Der  Titel  »herr«  l&sst  yermuthen,  dass  Peter  Stöeklin  in  dem  da- 
mals noch  reformierten  Terwil  Pfarrer  war. 

9)  Der  17.  Sept.,  wie  die  Hs.  hat,  war  1575  kein  Sonntag,  wohl  aber 
der  18. 

10)  S.  oben  S.  394. 


1671—1587.  397 

15.  kindts;  und  bleibt  alles  bey  einander,  ligt  begraben  in  dei 
külchen  bey  sant  Martin^).  Gott  diest  die  glaibige  seil;  der 
verlieh  iren  undt  unfiz  allen  ein  &eliche  ufferstendtnusz  am 
jüngsten  tag,  amen. 

5  Uff  den    17.  juli  ano  1577   starb    mein    söhn  Jacob  vor-^^^^ 

gemelt^);  wardt  auch  begraben  zuo  sant  Martin.  Gott  trest 
die  liebe  seil. 

Uff  den  20.  tag  februari   ano   1583  jar   starb   mein  söhn  ^^^  ^ 
Hansz  Ludwig  forgemelt*)  zuo  Seelen^)  in  Flanderen,  alsz  er 

10  mit  hauptman  herr  Hansz  Heinrich  Irmme  seligen^)  in  die 
Niderlandt  gezogen  und  sein  Schreiber  gewesen;  und  ist  do- 
selbsten  erlich  bestattet  worden.     Gott  drest  die  glaibige  seil. 

Uff  den  15.  tag*)  october  1607  johr  ist  der  ehrenvest  fiir-o^j5 
nem    und    weisz  herr  ELansz  Ludtwig  Meyer  des  rahtz,    alsz 

15  obgmelten  kindern  vatter,  seliglichen  im  herrn  yerscheiden. 
Der  almechtig  gott  wolle  imme  und  unsz  allen  zuo  seiner  zeitt 
am  jüngsten  tag  ein  freliche  aufferstendtnusz  verliehen,  amen. 
Seines  alters  im  68.  johr.  Ligt  in  sant  Martis  külchen  be- 
graben,  bey  seiner  iErauwen  Anna  Frobenin  selig.    Hatt  dry 

^sohn  und  ein  dochter  verlassen,  so  auch  in  den  standt  der 
heyligen  ehe  sindt  kommen,  mit  namen  Adelberg,  Bernhardt, 
Niclausz  und  Anna  Meyer  ^]. 


Laus  deo  semper. 

[9*^]   Auff  moDtag   den    15.  maius    anno    1587    ward    mirjj[^^^^ 
25  Niclausz  Meyer  ^)  vermächlet  jungfrauw  Salome  Eckhenstein, 
heren  Hans  Jerg  Eckhenstein  thumherenschaffioier®)  und  &auw 
Elszbeta   Speyrerin^*)    ehelich   dochter.     Der   allmechtig  gott 

23.  Diese  Uebenchrift  steht  i.  d.  He.  nicht  hier,  soBdern  Aber  Bl.  10. 

1)  Vgl.  Tonjola  S.  223. 

2)  S.  oben  S.  395. 
3}  S.  oben  S.  394. 

4)  Vermuthlioh  ist  Seeland  gemeint,  das  an  Flandern  gr&nzt  und  ur- 
sprünglich dazu  gehörte. 

5)  Ueber  ihn  und  seine  Werbung  für  Herzog  Franz  von  Alen^on  und 
die  aufstfindigen  Niederländer  s.  B.  Cluron.  1 184,  auch  B.  Biographien  I  47. 

6)  Vgl.  Tonjola  S.  228:  16.  October. 

7)  Ueber  alle  4  s.  unten  S.  419. 

8)  Vgl.  oben  S.  395. 

9)  S.  Tonjola  S.  61. 

10)  S.  ebend.  S.  65  und  unten  S.  419. 


398  Meyerische  Familienchronik. 

welle    unsz    sein    genaden    und    heyligen    segen    verleiehen, 
amen. 

jun?3         ^®^    ^'  J^^^   anno    1571    ist    mein    hausifrauw    Salome 
Eckhenstein  im  minster  gethaufit  worden.    Her  docter  Feligs 
Plattner  1),   frauw  Margret  Gebhardin^j  und  frauw  Waldburg  s 
Obermeyerin^)  waren  gettin  und  gotten. 

Febr.^  Uff  soutag  der  heren  fasznacht,  den  18.  februari  anno  1588, 
am  morgen  zwischen  6  und  7  uhren,  gnsjßz  mein  hauss&auw 
Salome  ires  ersten  kindts,  war  ein  knab;  wardt  genandt  Adel- 
berg^).  War  getti  herr  dooter  Felix  Plattner ,  herr  Heinrich  le 
Jeust  helffer  bey  St.  Petter^},  und  gotten  jung&auw  Coidula 
Yon  Eptingen. 

Apru^i  Uff  sinstag  den  1.  aprillis  anno  1589,  am  morgen  zwischen 

5  und  6  uhren,   genas  mein  hausifrauw  ires    andern    kindts, 
war  ein  knab;  wardt  genempt  Hans  Conradt^).    Sindt  gottin  i& 
junckher  Hans  Conradt  von  Uilm,  landvogt  suo  Röttellen,  und 
herr  docter  Hipolittus  a  Colibus  stattschreyber^),  und  gotten 
jung&auw  Mareya  Offenburgerin^). 
jttU^         Uff  zinstag   den    7.  juli   anno   1590^),    am   morgen    umb 
5  uren,  genasz  mein  hauszfrauw  ires  driten  kindts,  war  ein  y* 
knab;  war  genandt  Hans  Ludwig.    Sindt  getin  herr  Bartlome 
Merian  des  rahtz^^^),  herr  Samuwel  Ubelle  grichtschreyber^M, 
und  gotten  jungfrauw  Anna  Grieneus,  docter  Jacob  Grieneus 

oet.^  dochter  12).     [Ludwig  ist  den  26.  october  1634  verscheiden.] 

19.  Hb.:  den  8.  jiüeL  21.  Hb.:  Abu»  GreiBM 

1)  Felix  Platter. 

2)  Es  gab  2  Frauen  d.  N.,  welche  1585  und  1626  starben;  s.  Tonjola 
S.  157  u.  186.  Da  die  Letitere  31  Grosskinder  hinterliess,  so  ist  ihr  Alter 
Ton  26  Jahren,  wie  Tonjola  hat,  jedenfalls  irrig,  also  vermuthlich  entstellt  aus  76. 

3)  Die  Frau  von  Nikiaus  Iselin;  s.  ebend.  S.  197. 

4)  Ueber  ihn,  wie  über  die  andern  Kinder  von  Nikiaus  M.,  s.  unten 
Beilage  II. 

5)  Ueber  H.  Jeust  oder  Just  s.  B.  Jahrbuch  1879,  S.  180,  und  TonjoU 
S.  141. 

6)  S.  unten  S.  402  ff. 

7)  Dieses  Amt  bekleidete  H.  a  Collibus  nur  1589—1593;  s.  Geering 
S.  478,  und  Thommen,  Gesch.  d.  Universitftt  Basel,  S.  182  ff. 

8)  VgL  unten  S.  402 :  Margreta  von  Offenburg. 

9)  Nicht  der  8.  Juli,  wie  die  Hs.  hat,  war  1590  ein  Dienstag,  sondern 
der  7.  Juli. 

10)  Er  starb  zu  Liestal  1609;  s.  Tonjola  8.  329. 

11)  S.  Uebelin  wurde  Rathsherr  und  starb  1609,  s.  ebend.  8.52. 

12)  Anna  Polybia,  des  Antistes  Joh.  Jakob  Gryn&us  Tochter,  yenn&hite 
ivich  bald  nachher  mit  Oberstsunftmeister  Bonaventura  von  Brunn ;  s.  Thom- 
men 8«  951,  A.  1. 


1571—1598.  399 

Uff  sontag  den  17.  december^)  ano  1592,  zu  nacht  umbj^^^ 
9  uhien,  genasz  mein  haussfirauw  ires  fierten  kindts,  wai  ein 
dochter;  wai  genant  Maieya.  War  gotten  jungfrauw  Sara 
Deael  ein  Welsche  doohter^),  und  &auw  Margret  Erlacher, 
Sund  gettin  herr  Andresz  Reiff  des  raths^).'  [Mareya  ist  den 
9.  tag  septembris  1629  yerscheiden.]^}  g^^  9 

Uff  freitag  den  18.  october  ano  1594,  am  morgen  umbjjj^^^ 
6  uhren,  genasz  mein  frauw  ires  fiinfften  kindts,  war  ein  doch- 
ter; war  genandt  Salome.  War  gotten  frauw  Salome  Scherer 
10 und  des  herrn  Beadt  Hallen^)  dochter,  und  gettin  herr  Hans 
Jacob  Huober  des  rahtz  zum  Saffern  ®).  Ist  im  herrn  entschloffen 
den  30.  october  ano  1600.  ^^3^ 

[10]  Auff  freitag  den  14.  may  anno  1596,  am  morgen  umb  ^^^ 
11  uhren,  gnasz  mein  frauw  Salome  ires  6.  kindts,  war  ein 
15  dochter;  wardt  genantt  Elszbett^j.  Waren  gotten  herr  docter 
Bohinusz  hausz&auw®}  und  jung^auw  Elszbett  Reichnerin, 
herr  docter  Friderich  Reichner  seligen^)  hinderlossene  eheliche 
dochter,  und  gettin  herr  docter  Martin  Schmilatzgie  der  Polag^<^). 

Uff   mitwuchen    den    31.  may  ano   1598,    zu  mitag  umb^3j 
20 12  uhren,  genasz  mein  frauw  ires  7.  kindts,   war  ein  dochter, 
genandt  Anna^^).     Und    war   gotten  ^2)    ....    [Anna   ist   auff 
donerstag  den  15.  januarius  1629  yerscheiden.]  ^3) 

1.  Hb.  :  14.  deeemb«r.  18.  Nach  »BoUaun  Iwiuzfiraiiir«  Baum  gel.  ftr  d.  Namcii. 

1)  Nicht  der  14.  Dec.,  wie  die  Hs.  hat,  war  1592  ein  Sonntag,  sondern 
der  17.  Dieses  richtige  Datum  hat  Hans  Konrad  Meyer  auf  BL  7;  s. 
oben  S.  389. 

2}  YieUeioht  D^sal? 

3)  lieber  Andreas  Ryff  s.  Beiträge  IX  1  ff  u.  XIII  1  ff.,  auch  B. 
Chron.  I  198. 

4)  Ihre  Verheirathung  s.  unten  S.421. 

5)  Ueber  den  Rector  Joh.  Beat  Häl  oder  Helius  s.  Th.  BurcUiardt- 
BiedexmanD,  Qesch.  d.  Gymnasiums  zu  Basel,  S.  62. 

6)  D.  h.  Rathsherr  der  Safranzunft;  über  ihn  s.  Tonjola  S.  147. 

7)  Ueber  ihre  Verheirathung  s.  unten  Beilage  11,  i.  J.  1615. 

8]  Kaspar  Bauhin  war  seit  dem  2.  Febr.  1596  in  zweiter  Ehe  yer- 
mahlt  mit  Maria  BrOggler  von  Bern,  welche  schon  1597  starb;  s.  Beiträge 
Vn  115ff.  u.  148,  auch  Tonjola  S.  44. 

9}  F.  Ryhiner  der  Arzt  war  Zunftmeister  zu  Gärtnern,  aber  zeitweise 
auch  Oberst  eines  Schweizerregiments  im  Heere  der  Hugenotten. 

10)  Ueber  M.  Chmielecky  s.  Thommen  8.  361,  auch  Tonjola  S.  73  und 
Boxtorf-Falkeisen  II  2  S.  2. 

11)  Sie  yerehelichte  sich  mit  Theodor  Burckhardt;  s.  Tonjola  S.  235. 

12)  Hier  folgen  in   der  Hb.  dieselben  3  Namen  wie  nachher  beim 
8.  Kinde;  doch  sind  sie  durchgestrichen. 

13}  S.  Tonjola  S.  235. 


400  Meyeriflche  Familienchroiiik. 

sept^  U^  montag  den  8.  septembei  ano  1600,  umb  1  uhien  nach 
mitag,  genasK  mein  &auw  ires  8.  kindto,  war  ein  dochter;  war 
genant  Madien.  Und  war  gotten  Jungfrau w  Kleff  Kerlerin, 
des  provisor  dochter  i],  und  frauw  Judit  Jestetterin  [herr  Carli 
Zellari  haussfrauw]  >],  und  gettin  herr  Melchior  Hertenstein^).  ^ 

ii^*^[l8t  den  14.  tag  mertz  1628  verscheiden.] 

^^603         xjff  den  ersten  october  anno  1603,  umb  2  uren  nach  mitag. 
genass    sie    ires    9.   kindts;    war   ein  dochter,    genant    Judit. 
Wai    gotten   jungfrauw    Chrischan    Freyin,    herr    Emanuwel 
Freyen  dochter,  frauw  Caterina  Wonlein  %  und  gettin  freyhen  i 
von  Stredein. 

Jnu^  Uff   sontag    den   14.  juli   ano   1605,    umb    11    uhren   zor 

mitag,  genasz  mein  hauszfrauw  ires  10.  kindts;   war  ein  söhn, 
genandt  Niclauss.     War    gettin    herr   docter  Johan   Friderich 
Reichner  stattschreyber^),  herr  Johan  Beitan,  und  jungfrauw :' 
Gertrutt  Burkartin,  herren  Samuwel  Burkhart<^}  dochter.     [Ist 

Aag.^ie  d^^  16.  äugst en  anno  1626  verscheiden.] 

NoT^  Auff  den    7.  november   ano    1608    ist    mein    hauszfrauw 

Salome  Eckhenstein,  dieser  aller  vorgemelter  10  kindern 
mutter,  ist  grosz  schwanger  des  leibs  gewesen,  seliglichen  auss : 
diser  weit  verscheiden;  ligt  begraben  in  der  külchen  suo  sant 
Martin 7).  Gott  threst  die  glaibige  sei;  der  verlieh  iren  und 
unsz  allen  ein  freliche  ufferstendtnusz  am  jüngsten  tag,  amen. 
Ires  alters  37  jähr. 


1629 
Not.  8 


[7]  Uff^}  sontag  den  8.  november  ano  1629,  uff  den 
oben  zwischen  4  und  5  uliren,  starb  mein  lieber  vatter  hen 

7.  Es.:  Tor  mitag.  1*2.   Ha.:  nacli  mitag. 

1)  Cleopba,  Heinrich  Cherlers  des  Arftes  Tochter. 

2)  Das  Eingekl.  erg.  aus  der  vorhergehenden,  in  der  Hb.  z.  Th.  dorch- 
gestr.  Noti«  über  das  7.  Kind;  s.  oben  S.  399,  A.  12.  —  Die  Grabschriften 
der  Eheheute  Cellarius  s.  bei  Tonjola  S.  90  u.  52. 

3)  Ein  Rathsherr;  s.  ebend.  S.  231. 

4)  Katharina  Wohnlich,  des  Rathsherm  Hans  Ulrich  Sohulthess  Ehe- 
frau; 8.  Tonjola  S.  154. 

5)  Dieses  Amt  bekleidete  Ryhiner  erst  seit  1605;  s.  Ochs  VI  35"^. 
Sp&ter  wurde  er  Bürgermeister  und  starb  1634;  s.  Tonjola  8.  79. 

6)  Ein  Sohn  Christoffs,  des  1578  verst.  Stammvaters  der  Burckhardte. 
Ueber  ihn  und  seine  Tochter  s.  den  1893  gedr.  Burckhardtischen  Stamm- 
baum, Taf.  1  u.  6,  ferner  Tonjola  S.  85. 

7)  Ihre  Qrabschrift  s.  bei  TonjoU  S.  229. 

8)  Ueber  diese  Notii  s.  oben  S.  389,  A.  2. 


[ 


1600—1629.  401 

NicIauBz  Meyer,  obgemelter  kinder  vatter,  seines  alters  64  johr  ^j. 
Gott  geb  imme  ein  freliche  ufferstendtnusz,  amen. 


[6*»]    Auflf  den  25.  januari  16082)  ist  frauw  Cordula  Truch- JJJ^  ^^^^ 
sessin  von  Reinfelden,  herr  Bernhart  Meyers  eheliche  hausz- 
s frauw 3},  seliglichen  im  herrn  verscheiden,  ires  alters  34  johr; 
ligt  im  miinster  begraben. 

Auff  den  14.  tag  augsten  1610  ist  frauw  Anna  Meyerin  ^j,  ^^^^  ^^ 
herrn  Jacob  Riedin*^)  eheliche  hauszfrauw,  seliglichen  im  herrn 
entschlaffen,  ires  alters  35  johr.     Und  den    17.   dito  ist  herr  Avg.  i? 
loJocob  Riedin,  das  war  3  tag  noch  seiner  lieben  hauszfrauw*), 
seliglichen  im  herrn  entschlaffen.     Gott  drest  die  seil.    Ligen 
beyde  im  minster  begraben^). 

Den  25.  october  ano  1610  ist  herr  Bernhardt  Meyer  selig-  oct.  25 
liehen  im  herrn  entschlaffen ;  ligt  bey  seiner  lieben  hausz&auw 
IS  selig,    Cordula  Druchsessin,  im   minster  begraben;  sein  alters 
47  johl«). 

Adelberg  Meyer*),  den  6.  tag  augsten  ano  1629  seliglichen  j^^^y  ^^ 
ausz  disem  jamerthal  verscheiden,   seines  alters   69  johr,  ligt 
zuo  sant  Theodoren  begraben  i<^). 


1)  Laut  Tonjola  8.  234  starb  er  an  der  Pest.  Diese  Seuche  herrschte 
in  Basel  wirklich  1629,  und  nicht  1625,  wie  Tonjola  a.  a.  O.  angibt.  Die 
ächte  Qrabschrift,  mit  richtigem  Jahr  und  Tag  seines  Todes,  s.  ebend. 
S.  235. 

2}  Vgl.  ebend.  S.  52:  27.  Januar.  Dieses  Datum  wird  bestätigt  durch 
ein  gedrucktes  Oedenkblatt  in  der  Hs.  D  II  1  der  Kirchenbibliothek, 
welches  auf  einem  colorierten  Holzschnitt  die  Wappen  der  Meyer  und 
Truchsess  weist  mit  der  Inschrift:  Bernhard  Meier,  Cordula  Truchsessin 
von  Rbeinfelden  sein  gemahe),  27.  jan.  1608.  Weiter  enth&lt  dieses  Blatt 
noch  verschiedene  Sprüche  und  Verse  erbaulichen  Inhalts. 

3}  Vgl.  oben  S.  395  und  unten  Beilage  II. 

4)  Vgl.  oben  S.  396. 

5)  Jakob  Raedin  war  Beisitzer  am  Stadtgericht  und  vermuthlich  ein 
Sohn  des  gleichnamigen,  1573  verstorbenen  Oberstsunftmeisters;  vgl.  Ton- 
jola S.  55  u.  125. 

6)  Dass  er  3  Tage  nach  seiner  Frau  starb,  sagen  auch  ihre  Orab- 
schriften;  s.  ebend.  S.  54  u,  55.  Ihre  dortigen  Todestage  jedoch,  13.  und 
18.  August,  sind  also  jedenfalls  ungenau. 

7)  Von  diesem  Ehepaar  ist  im  Histor.  Museum  eine  Wappenscheibe 
¥on  1609  erhalten. 

8)  S.  oben  S.  395.    Seine  Orabschrift  fehlt  bei  Tonjola. 

9)  S.  oben  S.  394  und  unten  Beilage  II. 
10)  Seine  Grabschrift  fehlt  bei  Tonjola. 


BmI»  Chroniken.    VL  26 


402  Meyerisehe  Familienchronik. 


If'g  [7^]   Auff  den  6.  tag  apprel  anno  1589  johr  bin  ich  Hansz 

Conradt  Meyer  auff  die  weldt  geboren  i).  Und  sindt  meine 
thaufl^ttin  junokher  Hans  Conradt  yon  Ulm,  landtyogt  suo 
Röttelen,  herr  docter  Heypoledus  a  ColipuB,  Stattschreiber  suo 
Basel,  und  die  edle  jungfrauw  Margreta  yon  Offenburg'). 

1^  Auff  mentag  den  18.  december^)  anno  1609  wardt  mix 
Hansi  Cunradt  Meyer  junckfrauw  Judit  Schenauwerin,  herren 
Daniel  Schenauwer  selig  ^)  und  &auw  Mareya  Iselein  eheliche 
dochter,  durch  Schickung  des  allmechtigen  gottes  suo  der 
heiligen  ehe.  t 

1M2         Judit  Schenauwerin  war  auff  den   29.  hornung  ano  1592 
geboren.    War  gettin  herr  Jacob  Scherer,  gotten  frauw  Beadtrigs 
yon  Offenburg  und  jungfrauw  Mareya  Grineus,    herr    doctei 
Jacob  Grineus  dochter  ^). 
j  u^         ^^  ^^^  mentag  den  23.  juli  anno  1610,  in  der  nacht  umb  i^ 
12  uren,  genasz  mein  frauw  ires  ersten  kindts;  wardt  genant 
Mareyen   Magdelena.    Und  wasz   göttin   herr   docter  Martein 
Schmoletzgein*)  und  Hansz  Jacob  Sotzein^],  und  gotenen  frauw 
Margret    Schenauwerin    und    jungfrauw    Mareien   Magdelena 
Falckhnerin,  herr   Sebastian  Falckhner^)  ehlich  dochter;    und»* 
war  im  minster  gethaufft  worden^), 
j  Bi^28         ^^  ^^^  sontag  den  28.  juni  anno  1612,  in  der  nacht  umb 
2  uren,  genass  mein  &auw  ires  anderen  kindts;  wardt  genant 
Salomea.     Und  waren  göttin  herr  Apolinariss  Eckhenstein  des 
rahtz  ^®}  und  herr  Michel  Angelos  Zenoin  ^^),  und  gotenen  &auw  ^ 

6.  Ha.:  8.  4eo«iiiber. 

1)  Vgl  oben  S.  398. 

2)  Vgl.  ebend.:  Mareya  Offenburgerin. 

3)  Auf  den  8.  Dec.,  wie  die  Hs.  hat,  fiel  1609  kein  Montag,  wohl  aber 
auf  den  18. 

4)  D.  Sohönauer,  Dompropsteischafiner,  starb  1599;  s.  Tonjola  S.  45. 

5)  Vgl.  oben  S.  398,  A.  12. 

6)  M.  Chmieleoky;  s.  oben  S.  399,  A.  10. 

7)  Jakob  Socin  starb  gleich  nachher,  am  23.  Aug.  d.  J.,  erst  24jfthrig; 
s.  Tonjok  S.  149. 

8)  S.  ebend.  S.  308. 

9)  Hier  folgt  in  der  Hs.  ein  Zusatz  Ober  ihren  Tod;  s.  unten  S.  407. 
E.  J.  1656. 

10)  8.  Tonjola  S.  60. 

11)  Ueber  den  Seidenfärber  M.  A.  Zenoini  s.  Qeering  8.  479.     £r  war 
vernifthlt  mit  Anna  Maria  Eckenstein;  s.  Toigola  8.  270. 


1589—1619.  403 

Madien  Scherb^)  und  jungfrauw  Mareyen  Obeieidt^),  hen 
HansE  Heinrich  Obereidt')  ehliche  doohter;  und  war  im 
minster  gethaufft  worden. 

Uff  den  freitag  den  17.  juni  anno  1614,  vor  mitag  ^n^^  j^i7 
5  halber  swelff  uren,  genasz  mein  frauw  ires  driten  kindts;  ward 
genant  Elszbeth.  Und  waren  gelte  herr  HansB  Jundt,  meiner 
gnecÜg  herren  meyer  suo  Bottlingen^),  und  göten  frauw  Anna 
▼on  Kiileh,  und  mein  Schwester  jungfrauw  Elszbeth  Meyerin  ^); 
and  war  im  minster  gethaufft  worden*]. 

10  [8]  Uff  den    donerstag   den    13.  juni  anno   1616,   in  d®'j^i3 

nacht  umb  2  uren,  genasz  mein  frauw  ires  vierten  kindts; 
wardt  genant  Judit.  Und  wasz  göttin  herr  Samuwel  Burck- 
hart  der  elter  ^),  und  gotten  frauw  Elszbeth  Kuderin  und  jung- 
frauw   Susanna   yon  Brun^);    und   war   im    minster  gethaufft 

IS  worden  •). 

Uff  den  samstag  den  23.  januari  anno  1619,  vor  mitag  i^|^^^ 
umb  halber  zwelffe,  genaaz  mein  &auw  iresz  fiinfften  kindts; 
wardt  genandt  Niclausz.  Und  wasz  göttin  der  hoch  undt  wohl 
geborenen  graven  undt  herren,  herren  Rudolph  grave  zuo  Sultz, 
3D  landgraye  in  Clegeüw^®)  ec.,  und  herr  Heinrich  Brukhner, 
meiner  gnedig  herren  rahtschreiber,  hatz  in  namen  iro  gnaden 
verrichtet  ^i],  und  herr  Hansz  Casper  Friesz  ^^).  Und  war  gotten 
jungfrauw   Elszbeth  Iselein   zuo   Sant   Martein,   herr   Lucasz 

4.  Hb.:  nacb  mitag.  16.  Hi.:  naeh  mitag. 

1)  Leonbard  Felbera  Ehefrau;  s.  Tonjola  S.  206. 

2)  Später  die  Gemahlin  des  Landyog^  Hans  Jakob  Uebelin;  s.  ebend. 
S.  248. 

3)  Rathsherr  Hans  Heinrieh  Obeniedt;  s.  ebend.  8.  235. 
4}  Bottmingen? 

5j  S.  oben  S.  399. 

6)  Hier  folgt  in  der  Hs.  ein  Zusatz  über  ihren  Tod;  s.  unten  S.  406. 

7)  Ein  Sohn  des  oben  S.  400  erwähnten  Samuel  B.    Ueber  ihn  s.  den 
Burckhardtischen  Stammbaum,  Taf.  6,  auch  Tonjola  S.  247. 

8}  Qeb.  1599,  verehelichte  sie  sich  später  mit  Jakob  Sehultfaess  und 
starb  1629;  s.  Tonjola  S.  160. 

9)  Hier  folgt  in  der  Hs.  ein  Zusatz  Aber  ihren  Tod;  s.  unten  S.  406. 

10)  Yermuthlich  ein  Bruder  des  regierenden  Grafen  Alwig  VII,  von 
der  Klettgauer  Linie;  s.  Grotefend,  Stammtafeln,  S.  118. 

11)  Ein  Rathsherr;  s.  Tonjola  S.  204. 

12)  D.  h.  er  war  Pathe  in  Vertretung  des  Raths. 

26* 


404  Meyerisohe  Familienchronik. 

Iselein^)  eheliche  dochter;  und  wai  zuo  sant  Fetter  gelhaufii 
worden'). 
yj^l  Uff  den  mentag  den  5.  februari  ano  1621,  nach  mitag  umb 
zwo  uren,  genasz  mein  frauw  ires  Begasten  kindts;  wardt  ge- 
nant Hansz  Cunradt.  Waren  göttin  herr  Lucas  liechtenhan']  i 
und  herr  Hansz  Ulrich  Burckhart,  mein  ach  woger  ^)y  und  gotten 
&auw  Engel  Iselein,  mein  baaz;  und  war  im  minater  gethauft 
worden. 

Dttc^u         ^^    mittwuchen    den   morgen    umb    halber    achte,    den 
11.  december  ano  1622,  genaaz  mein  frauw  irea  aibenden  kindta:  i' 
wardt  genant  Anna.     Waren  göttin  herren  Hieronimuas  ron 
Brun  ^]  und  frauw  Saren  von  Speyr  ^),  jung&auw  Mareya  Resch- 
pingerein,  herre  Lienhart  Reachpinger  ^]  eheliche  dochter;  und 
war  im  minster  gethaufft  worden. 
1*23         Auff  aontag  zuo   nacht  umb  10  uhren,  den   19.  tag  jenern 
ano  1623,  iat  mein  lieba  dechterlein  Anna  Meyerin  im  herren 
entachlaffen,  aeinea  altera  5  wuchen ;  ligt  im  minater  in  meinei 
baaz  Anna  Eokhenateinnin  grabatein  begraben®).     Grott   wolle 
innen  und  unaz  allen  ein  frelichen  aufferatendtnuas  im  herren 
verliehen,  amen. 

jiuü^  [8^]  Uff  aontag  den  6.  juni  ano  1624,  den  morgen   umb 

7  uhren,  genaaz  mein  liebe  hauazfrauw  irea  achten  kindts; 
wardt  genent  Emanuwel.  Und  waa  gettin  herren  Sebastion 
Sperlein  burgermeiater  *),  herre  Emanuwel  Schenauwer  i®),  und 


1)  Hans  Lucas  Iselin  der  jüngere,  seit  1607  Rathsherr  der  Schmie- 
denzunft, starb  1626;  s.  Tonjola  S.  66.  »Zu  St.  Martin«  hieas  er  zum 
Unterschied  yon  Hans  Lucas  J.  d.  altern,  der  seit  1605  Rathaherr  zum 
Safran  war  und  bei  St.  Feter  wohnte;  s.  unten  S.  406.  In  der  St.  Martins- 
gasse  wohnte  er  im  Bärenfelserhof,  jetzt  No.  18,  und  yon  ihm  stammt  aus 
diesem  Hause  das  vertäfelte  Zimmer,  welches  sieh  jetzt  im  Histor.  Museum 
befindet. 

2)  Hier  folgt  in  der  Hs.  ein  Zusatz  über  seinen  Tod ;  s.  unten  S.  406, 
z.  J.  1646. 

3)  Seit  1606  yermählt  mit  der  oben  S.  400  erw&hnten  Gertrud  Buiek- 
hardt;  s.  den  Burckhardtischen  Stammbaum,  Taf.  6,  auch  Tonjola  S.  82. 

4)  Ein  Sohn  Samuels  und  Enkel  Ghristoffs  des  Stammvaters,  also  ein 
Schwager  L.  Liechtenhans.  Seit  1614  war  er  yermShlt  mit  Hans  Konia^ 
Meyers  Schwester  Maria;  s.  unten  Beilage  H,  ferner  den  Burckhardtischen 
Stammbaum,  Taf.  6,  auch  Tonjola  S.  239. 

5)  S.  Tonjola  S.  310. 

6)  Rudolf  Kuders  Ehefrau;  s.  ebend.  S.  192. 
7]  S.  ebend.  S.  158. 

8)  Die  Grabschrift  dieser  Anna  Eckenstein  fehlt  bei  Tonjola. 

9)  Seb.  Spörlin ;  s.  ebend.  S.  243. 
10)  Ein  Rathsherr;  s.  ebend.  S.  100. 


1621--1631.  405 

jungfiauw  Mareyen  Sohwartz,  heim  Maige  Schwartsen  ^)  eh- 
liehe  dochter.  Und  war  zuo  sant  Theoderen  gedaufR  duioh 
herren  Jacob  Brandtmüllei^). 

Uff  montag  den  4.  juni  1627,  den  morgen  umb  2  uhren,  ^^^  ^ 

sgenass  mein  liebe  hauszfrauw  ires  neinten  kindts;  war  genant 
Daniel.  Und  was  gettin  herr  hauptman  Sebastian  Ramspeekh, 
Blesznischer  amptman^),  herr  Jacob  Rieden  zuo  sant  Fetter^), 
und  jungfrauw  Katterein  Hoffmanin,  herr  Heinrich  Hoffman 
seligen^}  eheliche  dochter.     Und  war  zuo  sant  Theoderen  ge* 

ludauffl  durch  herrn  Jacob  Brandtmüller  ^). 

Uff  &eitag  den  15.  tag  meyen  anno  1629  johr,  den  ii^or-^^l^ 
gen  umb  8  uhren,  genasz  mein  liebe  hauszfrauw  ires  zehnten 
kindta;  war  genandt  Anna  Margret.    Und  wasz  gettin  junckher 
Haniball  von  Berenfelsz  zuo  Krentzach,  frauw  Maigredt  Ram- 

i'vspekh  und  jungfrauw  Magdelena  Sperlein^),  herre  burger- 
meister  Sebastion  Sperlin  eheliche  dochter.  Und  war  zuo 
sant  Theoder  durch  herre  Jacob  Brandtmüller  der  jünger  ^)  ge- 
thaufft  worden.  Grott  gebe  seinen  heyligen  reichen  segen,  hier 
zeitlich  und  dort  ewiglich,  amen. 

2)  [9]  Uff  donerstag  den  6.  october  ano  1631,   in  der  nacht  J^^^g 

umb  9  uhren  —  wie  man  das  freidenfeir  auff  dem  Rein  auff 
zwey  grosen  schüffen  anzindt  hat,  wie  die  herren  Staden  dem 
künig  ausz  Spanien*)  ein  grose  schiff-aimada  eroberet  und  be- 
kommen haben  ^^)  —  ist  mein  liebe  hauszfrauw  mit  irem  elffben 

^'>  kindt  genesen;  war  ein  söhn,  heiszt  Hansz  Lucas.     Und  wasz 

4.  Ha.:  den  moren  amb  12  ahren.  9.  Ha.:  Mlige  ehelielie. 

1)  8.  ToDJola  S.  239. 

2)  Pfarrer  Jakob  Brandmüller  d.   ältere   storb   am  1.  Nov.  1629;   8. 
ebend.  S.  308. 

3)  Das  Kloster  St.  Blasien  hatte  in  Basel  einen  Amtmann,  der  im 
St.  Bläaierhof  wohnte,  jetzt  Untere  Rebgasse  No.  23. 

4}  Hans  Jakob  Rüedin,  Dompropsteischaffner,  starb  1652;   s.  Tonjola 
8.  96.    Seine  Wohnung  bei  St.  Feter  vermag  ich  nicht  nachzuweisen. 

5)  Dieser,  ein  Rathsherr,  war  erst  im  Sept.  1626  verstorben;  s.  ebend. 
S.  157. 

6)  Hier  folgt  in  der  Hs.  ein  Zusatz  über  Daniels  Tod;  s.  unten  S.406, 

s.  J.  1634. 

7)  M.  Spörlin  verehelichte  sich  1630  mit  Andreas  Burckhardt,    dem 
spätem  Bürgermeister;  s.  Burckhardtischer  Stammbaum,  Taf.  III a. 

8)  J.  Brandmüllers  des  altem  Sohn;  s.  Tonjola  S.  308,  und  vgl.  oben 

Anm.  2. 

9)  Die  Generalstaaten  im  Kriege  mit  Philipp  IV. 

10)  In  der  Seeschlacht   vom  12.  Sept.   d.  J.,    an   der  Mündung  der 
Scheide. 


406  Meyerisehe  Familienchronik. 

gettin  hen  rahtxherr  Hanss  Lucan  Iselein  luo  sant  Fetter^), 
herr  magister  Hanss  Jacob  Grets,  und  frauw  Elsbeta  Wollebin, 
herrn  magister  Samuwel  Kessler  hausi&auw.     Und  was  sno 
sant  Theodeien  durch  herrn  magister  Niolausz  Hertiog  gedanft 
worden.     Oott  gebe  seinen  heyligen  reichen  segen  suo  allen  & 
christgleübigen  seien,  amen. 
^^         Auff  den  heyligen  pfüngstag,   den   14.  tag  meyen  anno 
1654,  zoben  umb  8  nhren,  ist  mein  hertiliebe  hausi&auw  und 
ehegemahl  frauw  Judit  Sohenauwerin,  obgemelte  elff  kinder 
mutter,   seliglichen  im  herren  entsohloffen^),  nachdem  sie  in  k> 
dieser  seitt  62  johr,  13  wuchen  und  3  tag')  christelich  gelebt 
hatt.     Der  allmechtig  gott  wolle  iro  an  dem  jüngsten  tag  ein 
freliohe  aufferstendtnusz  verliehen,  amen.  Im  ehestandt  45  johr^). 

sei^         [S^]   Auff  zinstag  in  der  nacht,   den  30.  September  anno 
1634,  starb  mein  söhn  Daniel ^)  selliglichen  in  gott  dem  herren;  i» 
ist  in  sant  Martins  kiilche  begraben.    Was  7  johr  4  monet  alt. 

]fftn%  t^^l   ^^^  ^^'  ^  merts  ano  1641  ist  mein  dochter  obge- 

melt^)   in   seiner   langwürigen    kranckheit   den   morgen    umb 
8  uhren  verscheiden.    Gott  geh  imme  ein  freliohe  aufferstendt- 
nusz am  jingsten  tag,  amen.    Ligt  zuo  sant  Martin  in  der  kulch  % 
1034  bq^aben,  so  ich  die  selbige  begrebnusz  ano  1634  gekaufit  hab. 
Seines  alters  26  johr  9  monet. 

^^^  [8]  Auff  den   4.  merts  ano  1646  ist  mein  son  Niclausz^ 

zuo  Pareysz  gestorben,  demnach  er  10  gantzer  johr  dem  goldt- 
schmidthandtwerg  nochzogen  undt  etlich  hundert  meill  wegss 
gereiszt,  und  zuo  Pareisz  begraben;  seines  alters  27  johr. 

Mai  15         Auff  freitag  zuo  nacht  umb  12  uhren,  den  15.  tag  meyen 
ano  1646,  ist  mein  liebe  dochter  Judita ^)  im  herren  verschei- 

Mai  17  den;    auff  den  heiligen  pfingstag  zuo   sant  Martin   begraben. 
Herr    schwager   Johan   Rudolff  Dieterich,    pfarherr    zuo  sant::« 

1)  Vgl.  oben  S.  404,  A.  1,  und  s.  Toigola  S.  163. 

2)  S.  Tonjola  S.  246. 

3)  Von  ihrem  Geburtstag,  29.  Febr.  1592,  bis  zum  Todestng,  14.  Mai 
1654,  sind  es  genauer  62  Jabre,  10  Wooben  und  5  Tage;  vgL  oben 
S.  402. 

4)  Damit  schliesst  auf  Bl.  9  der  Hausstand  Hans  Konrads.  Ueber  die 
Zusfttse  auf  Bl.  7.  u.  8,  die  wir  hier  noch  folgen  lassen,  s.  oben  S.  389. 

5)  S.  oben  S.  405. 

6)  N&mliob  Elsbeth.  Denn  unmittelbar  auf  die  Geburt  dieser  lets- 
tem  folgt  in  der  Hs.  auf  Bl.  7^  diese  Todesnaobricht;  TgL  oben  S.  403. 

7)  8.  ebend. 

8)  S.  ebend. 


1634—1656.  407 

Theodei,   hat  ime  die  leichtpredig  gehalten.     Grott  geh  imme 
ein  freliche  auffeistendtnusz.     Seines  alteis  30  johr. 

[7^]   Auff  mitwuchen   [ssoben]   den    13.  augsten  ano   1656^^^,3 
ist  mein  dochter  Mareya  Magdelena  i)  seliglichen  verscheiden, 

^  demnach    es   seines   alters   46  jar   gelebt   hat,    [und   ist   auff 
Mareya   himelfardt   in   sant   Martins   külchen  zur   erden   be-  Ang.  t5 
stattedt.]    Und  ist  ime  zur  letze  von  [ansechelichen  dechtern 
und  jung&auwen  basen]  21  schenne  krentzlin  vereit  worden. 
[Man  hat  sie  alle  auff  die  todtenbai-tuch  geneit,  und  zuo  im 

lo  au/f  die  todenbor  gelegt  worden.]  ^j 

7.  SUU  des  Eingekl.  lubt  die  Ha.  »vf  BL  7b  nur:  ron  gfaiten  f rinden. 

1)  8.  oben  S.  402. 

2)  Das  Eingekl.  erg.  aus  der  Wappentafel;  8.  oben  S.  389. 


Beilagen. 


I. 

Der  Meyer  Jahrzeit  und  Begräbniss. 

Die  nachfolgende  Urkunde  von  1515,  über  die  Jabrzeitstiftung 
des  Oescblechtes  Meyer,  ist  im  Original  verloren  und  auch  in  unsrer  i 
Handschrift  insofern  unvollständig,  als  ihr  Tagesdatum  fehlt.     Statt 
dessen  ist  am  Schluss  eine  Bemerkung  beigefügt,  welche  nach  ihrem 
Inhalt  von  einem  Anhänger  des  alten  Glaubens  herzurühren  scheint, 
da   sie  von   der    »zerstArung  der  kilchen«    spricht.     Zu   dieser  Ur- 
kunde, welche  von  Berlingers  Hand  auf  Bl.  5 — 6  der  Beinheimiaehen  i» 
Hs.  eingetragen  ist,  setzte  Hans  Konrad  Meyer  eine  Randbemerkung, 
in  welcher   er  eine   ältere,    seither   verlorne  Stiftungsurkunde    der 
Meyerischen  Jahrzeit  von  1402  erwähnt^).    Weiter  noch,  auf  Bl.  6, 
Hess  er  auf  diese  Urkunde  eine  Inschrift  folgen,  welche  den  gewalt- 
samen Tod    seines  Vorfahren   Nikiaus   Meyers   von  Büren    meldet  ü 
Vermuthlich  fand  er  diese  Inschrift  auf  einem  Gedenkstein,  welcher 
bei   Gundoldingen   die  Unglücksstätte  bezeichnete,   aber  bereits  so 
verwittert  war,  dass  das  Datum  nicht  mehr  konnte  gelesen  werden. 

Diese  Inschrift  auf  Bl.  6  überklebte  Hans  Konrad  später  selber 
noch  mit  einem  Blatt,  auf  welchem  er  in  Kürze  die  im  Steinen- Se 
kloster  vorhandenen  Grabmäler  seiner  Vorfahren  beschreibt'}.  Dabei 
verweist  er  mehrmals  auf  »der  custerey  bermentbuechlein«  und  neben- 
hin erwähnt  er  auch  »der  custery  jarzeitbuch«.  Diese  beiden  Bücher 
des  Steinenklosters  sind  nicht  mehr  vorhanden;  doch  aus  beiden 
sind  uns  in  Wurstisens  Analekten  noch  Auszüge  erhalten.  Voms^ 
Jahrzeitbuche  berichtet  dieser  Sammler,  dass  es  von  der  Nonne 
Ursula  von  Stoffeln,  welche  1526  starb,  »ganz  fieissig  compoi^ 
tiert«  worden  sei^).  Ueber  das  Geschlecht  der  Meyer  jedoch  sind 
Wurstisens  Auszüge  aus  diesem  Buche  sehr  kurz^);  denn  abgesehen 

1)  S.  unten  S.  409,  A  6,  u.  411. 

2)  6.  unten  S.  412. 

3)  S.  Wurstisens  Analekten  S.  326  ff.  u.  335. 

4)  S.  ebend.  B.  330. 


Beilage  L  409 

von  einigen  Todesjahren  *)  ist  alles,  was  sie  enthalten,  auch  im  oben 
erwähnten  Jahrzeitbriefe  von  1515  zu  finden.  Konrad  Meyer  hin- 
gegen verweist  auf  dieses  Buch  einzig  fftr  die  Angabe,  dass  seiner 
Vorfahren  Jahrzeit   allj&hrlich  am  23.  Mai  sei  begangen  worden'). 

5  Im  übrigen  stimmt  er  meist  wörtlich  überein  mit  den  Auszügen, 
welche  Wurstisen  aus  einem  1519  geschriebenen  »libellus  sepultu- 
rarum  seu  monumentorum«  gibt^),  also  aus  einem  Gräberbuche,  und 
nur  dieses  kann  somit  gemeint  sein  mit  dem  von  Meyer  mehrmals 
erwähnten  »der  custerey  bermentbuechlein«. 

10  Vergleichen  wir  Meyers  Text  mit  diesen  Auszügen  Wurstisens, 

welche  zwischen  1580  und  }588  entstanden  sind,  so  bemerken  wir 
bei  Ersterem  allerdings  verschiedene  Zusätze,  die  sich  jedoch  theils 
auf  die  schon  erwähnten  Hinweise  auf  das  Jahrzeitbuch  und  das 
Gräberbuch,  theils  auf  die   etwas  ausführlichere  Beschreibung   der 

i&  Grabsteine  beschränken,  und  wofür  eine  Besichtigung  an  Ort  und 
Stelle  genüg^.  In  der  Aufzählung  der  Gräber  hingegen  ist  Wurstisen 
ungleich  vollständiger,  und  deshalb  legen  wir  hier  nicht  Meyers 
Text,  sondern  diese  Auszüge  Wurstisens  zu  Grunde.  Alle  Zusätze 
jedoch,    welche  Meyer   aufweist,  behalten   wir   bei,    indem   wir  sie 

2u  vom  Grundtexte  durch  eckige  Klammem  unterscheiden,  und  ebenso 
setzen  wir  über  das  Ganze  auch  Meyers  Ueberschrift.  Diese  Gräber- 
beachreibung  überhaupt  aber  ist  umso  werthvoUer,  als  seit  dem  1874 
erfolgten  Abbruch  des  Steinenklosters  von  den  beschriebenen  Grab- 
steinen nur  ein   einziger  noch  erhalten   ist,   welcher   sich  jetzt  im 

2&  Kreuzgang  des  Münsters  befindet^). 


a. 
[5]  Von  stifftung  der  Meiger  jftrzit. 

Wir  die   priorin  und  convent   des  gotshuss  sanet  Maria 
Magdalenen  an  Steinen^)  zu  Basel  thunt  kunth  allermengk- 
3u  liehen  mit  disem  brieff:    Als  dann  das  geschleoht  der  Meyer 
von  alter  har  in  unserem  gotshusz  ir  begrebnusz  by  der  hin- 
deren thür  in  der  kilchen  ^)  erweit  und  ir  järzit  mer  dann  vor 


1)  Diese  Jahrzahlen  hat  W.  auch  in  seiner  gedr.  Chronik  verwerthet, 
nämlich  in  der  Stammtafel  der  Meyer,  S.  553. 

2)  8.  unten  S.  412. 

3)  S.  Analekten  S.  359  iL 

4)  S.  unten  S.  413,  A.  3. 

5)  Ueber  dieses  Kloster,  auf  dessen  Areal  jetit  das  Theater  steht,  s. 
Fechters  Top.  S.  108  ff.  Als  Priorin  erscheint  1517  Ita  Frey;  s.  Mülinen, 
Helvetia  Sacra  n  166. 

6)  YgL  unten  S.  412:  bey  der  grosen  thür,  da  man  uszhin  gehet.  — 
In  der  Hb.  steht  hier  am  Rand  eine  Bemerkung  von  Hans  Konrad  Meyers 
Hand;  s.  oben  S.  408  und  unten  S.  411. 


410  Meyerisch«  Familienolironik. 

hundert  jären  gestifflet^];  do  dann  die  frommen  fümemen  heir 
Adelberg  Meyer  und  herr  Bernhard  Meyer  gebrfldere  sollich 
jftrzit  ernüweret  und  erbesseret  haben,  wie  es  nun  hinfor  ge- 
halten werden  soll;  und  haben  uns  zusampt  den  drissig  pfun- 
den  und  andern  guttäten,  mit  stürung  ettlicher  meszgewinder,  s 
so  unsere  vorelteren  von  iren  vereiteren  empfangen,  und  be- 
(1402)  wisen  ist  anno  viertzechenhundert'],  witter  haben  sy  uns 
yetz  geben  zwey  pfundt  ein  Schilling  ewigs  zinses  uff  einem 
eygenthumb.  Demnach  so  haben  wir  mit  einhelligem  rhät 
unsres  gemeinen  versamleten  capitels  für  uns  und  unsere  i» 
eewig  n&ohkomen  sollich  jftrzitt  nun  hinfur  j&rlioh  nBchvolgen- 
der  wysz  zu  halten  und  zu  begand  zugesagt: 

Des  ersten  so  sollen  wir  alle  jär  allen  Meigeren  dee  ge- 
schlechts  das  jftrzit')  dry  tag  .vorhin  ze  husz  und  hoff  verkün- 
den lassen,  wie  dann  im  alten  jftrzit  euch  stät^).  *^ 

Zum  anderen  soll  unser  sigerist  am  oben  und  am  tag  des 
järzits,  sodann  ann  unser  kilchwichung  und  momdis  am  mor- 
NoT.  ia.2gen,  deszglichen  an  aller  seien  äbent  und  am  tag,  der  Meiger 
grab  by  der  hinderen  thüren  mit  dem  bläwen  tuch  und  den 
zweyen  kertzen,  so  sy  darzu  verordnet  hand,  bedecken  und^' 
bezünden. 

[5^]  Zum  dritten  so  soUent  wir  uff  den  tag  dess  jftnits 
für  sechs  Schilling  wyszbrot  armen  lüten  by  der  Meiger  grab 
uszteilen.  Für  solliche  mflg  sol  man  jftrlich  dem  sigeristen  ze 
Ion  geben  zwen  Schilling.  ^ 

Zum  vierden  sollen  wir  am  nechsten  Sonnentag  vor  dem 
jftrzit,  deszglichen  ann  dem  tag  unserer  kilchwychung,  an  un- 
serem cantzel  durch  den  priester  öffentlich  lesen  und  verkün- 
den die  Meiger  harnSch  gemeldt,  die  dann  inn  unserem  gots- 
hus  begraben  ligen  und  also  im  seibuch  geschriben  stand,» 
nämlich:  Junckher  Henman  Meiger,  und  frow  Anna  AJexinen 
sin  gemachel  und  kinden^);   juncUier  Nidaus  Meiger*)  von 

22.  Hl.:  wir  niMr  dem  Ug. 
32.  Hl.:  imer  g«fliMh«l. 

1)  Genauer  1402;  8.  unten  S.  411.  • 

2)  Yeimuthlich  ist  1402  lu  erg&nzen;  b.  die  vorige  Anm. 

3)  Diese  Jahrieit  fiel  auf  den  23.  Mai;  s.  unten  S.  412,  A.  9. 
Aj  Im  seither  verlornen  Briefe  von  1402;  s.  unten  S.  411. 

5)  Als  Ehepaar  erscheinen  sie  schon  1380;  s.  unten  Beilage  II.  Laut 
Wurstisen  S.  553  starb  er  1402.  Doch  trug  sein  Grabstein  die  Jahrxahl 
1404;  s.  unten  8.412. 

6)  Henmanns  Sohn;  s.  unten  Beilage  Ü. 


Beilage  I.  411 

Büren  1)  iind  Heinrich  sin  kneoht  (die  bed  zu  Gundeltingen 
im  yeld  zu  rosz  erschlagen  wurden]  2),  und  frow  Anna  Stftrin 
sin  gemacheP);  junckher  Hanns  Ludwig  Meyer,  und  frow 
Catherin  von  Mutzwiler  sin  gemachel  und  kinden^);  junckher 

sNiclaus  Meiger^],  und  frow  Barbara  zum  Lufit  sin  gemachel^), 
und  Jacob  Meiger  und  Ludwig  sine  sün,  und  frow  Anna 
von  Lüterszdorff^),  Jacob  Meigers  gemachel.  Für  sollich  ver- 
künden soll  man  dem  priester  geben  zwen  Schilling. 

Zum  fänfften  sollen  wir  am  äbent  des  järzits  ein  gesungne 

lovigil  haben,  und  morndis  am  tag  ein  gesungen  seelampt,  mit 
zechen  gesprochen  seehnessen,  und  yedem  priester  geben  ein 
Schilling  sechs  pfennig. 

Zum  lotsten  sollen  wir  die  zwo  kertzen,  die  do  wegen 
fonff  pfundt,  für  und  für  in   der  schwSry  behalten,    wie  sy 

IS  y  atzen  sind,  also  ze  verston:  wann  der  dritteil  abgebronnen 
ist,  soll  man  sy  wider  ernüweren  und  machen  Ion. 

[6]  Desz  zu  wärem  urkhund  mit  unserem  insigel  verwaret. 
Datum  im  funffzechenhundertisten  und  funfftzechenden  järe.      t6i5 

Disz  jftrzit  ist  alle  jär  also,  wie  gemeldet,  gehalten  wor- 
»  den,  bisz  uff  die  zitt  der  zerstfirung  der  kilchen^). 

[5]  NB.  Anno  1402  jähr  ist  disses  jarzeit  gestifilet  worden,  1402 
lauth  einem  bergamendbrieff,  sampt  des  gottshausz  und  frauw 
eptissin  insigel  doran  gehengt*). 

6.  Hl.:  tiMr  itncn. 

1)  Mit  dem  Dorf  und  Schloss  Büren,  halbwegs  swischen  Liestal  und 
Grellingen,  wurde  er  1420  durch  Graf  Hans  von  Tierstein  belehnt. 

2)  Hierüber  8.  unten  S.  412  die  Inschrift  des  Gedenksteins.  Das  in  der 
Hs.  Eingeklammerte  gehört  jedenfalls  nicht  sum  Text  der  Urkunde,  son- 
dern war  ursprünglich  wohl  nur  eine  Randbemerkung  sur  ersten  Abschrift. 

3)  Er  verehelichte  sich  1420  und  starb  frühestens  1426;  ygl.  unten 
Beilage  11  und  Wurstisen  S.  553. 

4)  Er  war  des  Vorigen  Sohn  und  starb  noch  Tor  1454,  wo  sein  Sohn 
Nikiaus  als  Waise  erscheint;  s.  unten  Beilage  11  und  Sohönberg  S.  618. 

5)  Ueber  ihn  s.  B.  Chron.  II  225,  m  534  ff.,  IV 139  u.  Y  332.  Dass  er 
identisch  ist  mit  dem  Rathschreiber  d.  N.,  ergibt  sich  aus  dem  Schlüssel- 
zunftbuch lU  128  b.    Laut  Wurstisen  S.  553  starb  er  1500. 

6)  Als  Ehepaar  erscheinen  sie  schon  1473;  s.  unten  Beilage  IL  Bar- 
bara war  die  Tochter  des  Rathsherm  Ulrich  und  Schwester  des  Domherrn 
Arnold  sum  Luft,  mit  welchem  1517  das  Geschlecht  erlosch ;  s.  Wurstisen  S.  439. 

7)  Sie  war  von  Delsberg;  s.  unten  Beilage  U. 

8)  Bis  sur  Reformation.  Ueber  diesen  Zusatssur  Urkunde  s.  oben  S. 408. 

9)  Ueber  diese  von  Hans  Konrad  Meyers  Hand  geschriebene  Rand- 
bemerkung sur  Urkimde  Ton  1515  s.  ebend. 


412  Meyerisehe  Familienchronik. 


b. 

Die  Inschrift  zu  Gundoldingen. 

[6]  Hie^)  ward  der  fiom  eienhaft  Niclaus  Meyer,  seshafit 
zuo  Büren  im  schlosz,  und  Heinrich  sin  knecht,  bed  suo  roaz, 
M»M2^)  ^^^   etlichen  einen   underthonen   erschlagen  am  .  .  .  tag  des  & 
meyen  anno  14  .  ..3). 


c. 


[Der  Meyer  begrabtnusz,  im  gottshausz  sancta  Maria 
Magdalena  an  der  Steinen  zue  Basel.]'). 

Zu  nidrest  in  der  kilchen,  bey  der  grossen  thür  [da  man  *.. 
uszhin  gehet^),  ligen  drey  grabstein  neben  einander.]  Ein  stein 
[der  erst,  liget]  auf  der  lincken  seiten,  [neben  dem  gestüelj 
darauf  Meiers  wapen,  [ein  schilt  mit  einem  halben  monen  und 
ein  pfeil  darauf,  und  hat  der  schilt  ein  heim,  als  man  das 
findet  in  der  custerey  bermentbuechlein  entworffen^j  bey  demts 


buchstaben  K. 
U04  macht  1404<^) 


Darinn  ligt  junckher  Henman  Meier,  ist  ge- 
als  man  das  findet  geschriben  auf  dem  grab- 
stein.] Item  junckher  Claus  Meier  und  Henrich  sein  knecht, 
1426  die  beid  auf  dem  feld  erschlagen  wurden  anno  1426').  Item 
frauw  Anna  Störin  sein  gmahel,  junckher  Hans  Ludwig  Meiei  > 
sein  söhn,  jungfrauw  Margret  Meierin  sein  tochter^),  junckher 
Claus  Meier  des  gedachten  Hans  Ludwig  Meiers  söhn,  hei 
Ludwig  Meier  des  bestimpten  Clausen  söhn.  [Die  begräbtnus 
findet  man  in  der  custery  jarzeitbuch  bey  decimo  calendas 
1U123  junii»).  s 


1)  Im  Felde  bei  Qundoldingen ;  s.  oben  S.  411.    Ueber  diese  Insehrift 
s.  oben  S.  408. 

2)  Vennuthlich  ist  dieses  Datum  auf  den  23.  Mai  1426  su  erginsen. 
da  auf  diesen  Tag  die  Jahiseit  begangen  wurde ;  8.  unten  Anm.  9. 

3)  Ueber  das  Folgende  s.  oben  S.  408  ff. 

4)  Vgl.  oben  S.  409:  by  der  hinderen  thür  in  der  kilchen. 

5)  D.  h.  abgebildet. 

6)  Laut  Wurstiaen  S.  553  starb  er  schon  1402. 

7)  Vgl  oben  S.  411. 

8)  Diese  wird  im  Jabneitbriefe  von  1515  nicht  erwähnt;  s.  ebend. 

9)  Die  Jahrzeit  der  Meyer  wurde  somit  am  23.  Mai  begangen. 


Beilage  IL  418 

Der  ander  stein,  darauf  eins  kaufmans  schilt,  genant  herr 
Hans  Grallician  ^).  Darinn  ligt  Helena  Meierin,  herr  Hansen 
Gallicians  gemaheP). 

Der  dritt  stein  [der  do  ligt]  auf  der  rechten  Seiten  [neben 
&dem  gestüel.  Uff  dem  ist  gdxauwen  ein  schilt,  dorin  ein 
halben  mon  mit  eim  gefüderten  pfeil,  und  ein  heim  uf  dem 
schildt,  auch  mit  eim  gefüderten  pfeil,  und  an  den  orten  des 
Steins  vier  schilten,  stondt  uff  zweyen  iedem  ein  halben  mon 
mit  eim  gefüderten  pfeil,  auf  den  andern  zweyen  uf  iedem 
10  ein  berlin^],  als  man  disz  eigentlich  an  der  custery  berment- 
biechlin  findet  endtworffen  zu  letst  bey  dem  buchstaben  X.] 
Da  ligt  Helena  Bärin,  junckher  Bernhart  Meiers  &auw^]. 

Darnach  nit  weit  davon  [neben  den  dreyen  vorgedachten 
grabsteinen  ligt  an  der  linckhen  seithen  nechst  dem  gestüel  ein 
15  klein  steinlein,  drey  schuo  lang,  mit  einem  schiltlin,  dorin  ein 
halber  mon  mit  einem  pfeil ;  stotk  nit  entworffen  in  der  custery 
büechlin,  das  da  berment  ist.  Dorunder  ligt]  jungfrauw 
Gladia  Meierin,  junckher  Adelberg  Meiers  ehliche  tochter  von 
3  jaren*). 


20  II. 

Der  Meyer  Wappentafeln. 

In  den  Wappentafeln,  welche  in  der  Beinheimischen  Hand- 
schzift  auf  Bl.  1 9  ff.  von  Adelberg  Meyer  angelegt  und  von  seinem 
Urenkel  Hans  Konrad  fortgeführt  wurden,  sind  nur  die  verheiratheten 

1)  In  der  Hs.  der  Analekten  idt  hier  das  Wappen  der  Qallizian  ab- 
gebildet. 

2)  Yennuthlioh  eine  Tochter  Nikiaus  Meyers,  also  Adelbergs  Schwester. 
Sie  starb  i wischen  1515  und  1519,  da  sie  im  Jahrzeitbriefe  d.  J.  noch  nicht 
erwähnt  wird.  Ueber  Hans  Qallizian,  der  sich  nach  ihrem  Tode  wieder 
verheirathete,  jedoch  bald  nach  1522  starb,  s.  oben  S.  196,  A.  7. 

3)  Das  Wappen  des  Qerchlechtes  Bär,  welchem  Bernhard  Meyers 
Gemahlin  Helena  entstammte.  Dieser  Grabstein  befindet  sich  seit  Abbruch 
des  Steinenklosters  im  Kreuzgang  des  Münsters;  s.  B.  Biographien  I  82. 

4)  Sie  verehelichte  sich  1514  und  starb  noch  vor  1517,  da  in  diesem 
Jahre  Bernhard  Meyer  sich  wieder  verheirathete;  s.  B.  Biographien  a.  a.  O., 
und  vgl.  unten  Beilage  IL 

5)  Da  diese  Claudia  unter  Adelbergs  Kindern  aus  dritter  Ehe  nicht 
erwähnt  wird,  so  stammt  sie  aus  erster  oder  zweiter  Ehe;  vgl.  oben 
S.  386  ff.  und  unten  S.  416. 


414  Meyerische  Familienchronik. 

Familienglieder  beraeksichtigi  ^),  wobei  immer  die  Wappen  toh  Mann 
und  Frau  neben  einander  stehen  und  von  den  Namen  der  Betreffen- 
den begleitet  sind.  Die  ersten  Tier  Seiten,  die  noch  von  Adelbexg 
herrühren,  enthalten  zunächst  dessen  Ahnen  bis  hinauf  ins  vierte 
Glied,  femer  seine  drei  Frauen,  sowie  auch  seine  zwei  yerheiratixeten  ^ 
Brüder.  Der  weitere  Inhalt,  von  Hans  Konrad  hinzugefügt,  um- 
fasst  zunftchst  die  Kinder  und  Enkel  von  Adelbergs  Bruder  Bern- 
hard, und  verfolgt  hierauf  die  Nachkommen  Adelbergs  bis  herab 
auf  Hans  Konrads  Kinder.  Die  einzige  Störung  aber,  die  wir  an 
dieser  einfachen  Reihenfolge  bemerken,  besteht  darin,  dasa  die  te 
Kinder  von  Bernhards  Sohn  zweiter  Ehe,  Beat,  erst  hinter  den- 
jenigen Adelbergs  aufgeführt  werden,  und  diese  Verschiebung  heben 
wir  in  der  Druckausgabe  auf. 

Die  gemalten  Wappen  sind  durchweg  sauber  ausgeführt.     Doch 
stehen  diejenigen   der  vier  ersten  Seiten   (BL  19 — 20^),  die  noeh^^ 
unter  Adelberg  entstanden  sind,  künatlexisch  bedeutend  höher  als 
alle  spätem,   welche  erst   von  Hans  Konrad   hinzugefügt   wurden. 
Besonders  bemerkenswerth  ist  auf  Bl.  20,  oberhalb  der  Wappen  von 
Adelbergs  drei  Frauen,    das  einzeln    stehende  Wappen    der   Mejer 
zwischen  zwei  wilden  Männern  als  Schildhaltem.    Von  diesen  trägt  ^' 
der  eine,  mit  Eichenlaub  bekränzt  und  mit  braunem  Bart,  den  ge- 
wohnten Baumstamm,  während  der  andre,  ein  bärtiger  Graukopf  ohne 
Kranz,  mit  Köcher  und  Bogen  bewaffnet  ist    Während  im  übrigen 
die  unter  Adelberg  gemalten  Wappen  über  dem  Schilde  noch  durch- 
weg   den  geschlossenen   Stechhelm    aufweisen,    gibt    Hans  Konrad  ^ 
diesen  nur  den  bürgerlichen  Geschlechtern,  dem  Adel  hingegen  den 
offenen  Tumierhelm.    Ausserdem  ist  noch  zu  bemerken,    dass  auf 
Bl.  22  das  Wappen  von  Beat  Meyers  Gemahlin  Chrischona  Bischoff 
überklebt  ist,  und  zwar  mit  dem  bischofdschen  Wappen  in  blauem 
Felde.     An    seiner  Stelle  stand  also  vorher  vermutÜich   dasjenige  3( 
mit  dem  Bischofsstab   in  weiss  und  sdiwarz  getheiltem  Felde,    wie 
es  auf  Bl.  21^  als  Wappen  des  Eusebius  Bischoff  erscheint. 

Wie  die  Wappen  aus  Adelbergs  Zeit  vor  denjenigen  Hans 
Konrads  in  künstlerischer  Hinsicht  den  Vorzug  verdienen,  so 
zeichnen  sich  auch  die  von  Berlinger  in  rother  Schrift  beigefügten  3^ 
Namen  und  Ueberschriften  vor  denjenigen  Hans  Konrads  durch  ihre 
Zierlichkeit  aus.  ffingegen  war  es  Letzterer,  der  bei  den  meisten 
Ehepaaren  nachträglich  noch  das  Hochzeitsjahr  hinzufüg^te,  und  der 
auch  in  seiner  Fortsetzung  neben  den  Wappen,  Namen  und  Jahrzahlen 
noch  allerlei  sonstige  Notizen  über  die  betreffenden  Personen  anbrachte,  ^ 

Wiewohl  nun  z.  B.  Adelbergs  vier  Ahnen  schon  im  Jahrzeit- 
briefe von  1515  genannt  sind^j,  auch  vom  übrigen  Inhalte  manches 


1]  Eine  Ausnahme  macht  Hans  Konrad  erst  gegen  den  Schlus«,  wo 
er  neben  seinen  ledigen  BrQdern  auch  seine  sämmtHchen  Kinder  je  mit 
einem  Wappen  aufführt. 

2]  Vgl  oben  S.  410,  und  unten  S.  415. 


Beilage  IL  415 

flchon  in  der  Fanulienohronik  sich  findet,  so  wird  immerbin  dieseb 
letztere  Sehriftstflck  durch  die  Aufschriften  und  Zusätze  der  Wappen- 
tafeln noch  vielfach  ergänzt.  Wir  lassen  daher  die  Namen  und 
Jahrsahlen,  welche  unter  den  Wappen  stehen,  l^er  alle  folgen,  und 

iauch  die  nachträglichen  Zusätze  behalten  wir  alle  bei,  soweit  sie 
nicht  gleichlautend  schon  in  der  Familienchronik  sich  vorfinden. 
In  dem  noch  von  Adelberg  herrührenden  Theil  unterscheiden  wir 
die  von  Hans  Konrad  beigefügten  Jahrzahlen  und  sonstigen  Zusätze 
durch  eckige  Klammem.     In  Konrads  Fortsetzung  hingegen  fassen 

10  wir  in  runde  Klammem  nur  diejenigen  Zusätze,  welche  für  sich 
allein  keinen  selbständigen  Satz  bilden.  Da  die  vorhandenen  Ueber- 
schriften  die  Uebersicht  sehr  erleichtem,  so  glaubten  wir  eine  solche, 
welche  in  der  Hs.  offenbar  nur  aus  Versehen  fehlt,  in  Cursivschrift 
ergänzen    zu  sollen^).     ELingegen   kürzen   wir,    soweit   in  der   Hs. 

IS  Hans  Konrads  Hand  reicht,  einige  sich  stets  wiederholende  Wörter 
im  Drucke  durchweg  ab,  indem  wir  setzen:  M.  für  Meyer,  h.  für 
herr,  fr.  für  frauw,  s.  g.  für  sein  gemaheL  Für  die  gemalten 
Wappenpaare  aber,  die  in  der  Hs.  immer  oberhalb  der  Namen 
stehen,  setzen  wir  stets  nur  in  Cursiv:   2  W. 


20 [19]  2  TF.'):  Dis  sind  herr  Adelberg  Meiger  burger- 
meisters  vier  anen,  als  vatter,  grossvatter,  ane  und 
uräne,  sampt  iren  eefrowen;  und  ligen  all  vier  mann 
an  Steynen  im   closter  in  der  kilchen  begraben,   wie 

dann  ir  jarsitt  harnoch  meldet'). 

a        2  W,:  Henman  Meiger,  und  frow  Anna  Alezinen  sin  ge-  i38o 
maohel^)  [eine  von  Masemünster  ^),  anno  1380]. 

2  W,\  Niclaus  Meiger  von  Buren,  und  frow  Anna  StArin  uio 
sin  gemachel.   [anno  1420.] 

2W,\    Hans   Ludwig   Meiger,    und   frow   Katherin   von  1449 
M>Mutsiwiler  sin  gemachel.    [anno  1449.] 

1)  S.  unten  8.  418. 

2)  Diese  2  Wappen  sind  Meyer  und  Bischoff,  also  von  Adelberg 
H.  und  seiner  dritten  Gemahlin;  vgl.  unten  S.  416. 

3)  Von  dieser  Jahrzeit  findet  sich  in  der  Hs.  weiter  hinten  niohts 
mehr.  Hingegen  steht  weiter  vom  auf  Bl.  5  die  hierauf  besügliohe  Ur- 
kunde von  1515;  s.  oben  S.  409.  Dass  aber  die  Reihenfolge  der  Blätter 
unprünglich  überhaupt  eine  andre  war,  darüber  s.  oben  S.  381,  A  2. 

4)  lieber  dieses  und  die  folgenden  Ehepaare  s.  oben  S.  410  ff. 

5)  D.  h.  von  dort  gebOrtig.  Denn  das  Wappen  der  Ehefrau  ist  nicht 
dasjenige  der  Edeln  von  MasmOnster  (2  silberne  Leoparden  im  rothen 
Felde),  sondern  ein  mir  unbekanntes,  gold  und  schwars  schräg  getheilt 
und  im  Gold  eine  rothe  KugeL 


416  Meyerische  Familienchronik. 

117 j         2  TV,:  Niolaus  Meiger,  und  &ow  Barbara  sum  Lufit  sin 
gemaohel.    [anno  1473.] 

[19^]  2  W.^):  Dia  sind  herr  Adelberg  Meigers 
dry  mftteren'],  und  frow  Katherinen  Bischoffin  siner 

gemachel  ouoh  dry  mftteren.  ^ 

1473         1  TV.:  Sin  muter:  frow  Barbara  zum  LuA.    [anno  1473.] 
1  W.:  Sin  groszmuter:  frow  Elszbeth  Grflnenzwigin^). 
1  W,\   Sin  &nenen:  frow  Katherin  von  Boaseck^). 

1506         /  TF.:  Ir  muter  frow  Bärbel  B&renen.    [anno  1506.]^;. 

1  W,\  \x  grossmuter:  frow  Anna  Grftnenswigin *).  :«> 
t  TV.:  li  &nenen:  frow  Lucia  Peygerin^). 

[20]    t  TV.^):    Dis  sind  herr  Adelberg  Meigers  dry 
eefrowen,  so  im  gott  der  herr  zugeordnet  hat. 

/  TV.:  Die  ersti:  frow  Katherin,  herr  Balthasar  Hütschis ^ 
eeliche  tochter,  Ton  Basel.  ^^ 

1509         1  TV:  Die  andere:  frow  Margareth,  herr  Hans  Truttmann 

obersten  zunfitmeisters  von  Basel  eeliche  tochter  [anno  1509]. 
]5:)3         1  TV:  Die  dritte:    frow  Katherin,    herr   Andres   Bischoffs 
von  Hiltelingen  eeliche  tochter  [anno  1533]. 

[Herr  Hans  Truttmann  war  ano  1499  sechser  zum  Schlissel^^ 
ano  1503  rahtzherr,  und  ano  1508  zunfflimeister.]^^^]. 

[20^]  Dis  sind  herr  Adelberg  Meigers  beide  brftder,  so 
in  den  standt  der  ee  kommen  sind,  wieharnäch  stSt 

2  TV. :  Jacob  Meiger  und  frow  Anna  von  Lüterszdorff,  Ton 
Tellsperg,  sin  gemacheP^).  '^ 

1)  Die  Wappen  yon  Meyer  und  Bischoff;  vgl.  oben  S.  415,  A.  2. 

2)  D.  h.  die  weiblichen  Ahnen  auf  mütterlicher  Seite. 

3)  Laut  Wurstisen  S.  439  hiess  Ulrich  lum  Lufts  Ehefrau  nicht 
Elsbeth,  sondern  Magdalena  Eberler,  gen.  Grüneniwig. 

4)  Vermuthlich  eine  Tochter  Heinrich  Roseoks,  des  Anuneisters  tod 
1385  und  1389.  Unter  den  Eberler  gen.  Qrünenzwig  vermag  ich  ihren 
Gemahl  nicht  n&her  su  bestimmen. 

5)  S.  B.  Biographien  I  81. 

6)  Das8  diese  zweite  Gemahlin  Hans  Bars  d.  altem  wahrscheinlich 
nur  Barbaras  Stiefmutter  war,  s.  oben  S.  392,  A.  9. 

7)  Die  Gemahlin  Nikiaus  Eberlers,  gen.  Grüneniwig;  s.  ebend.  Anm.  10. 

8)  Ueber  dieses  Wappen  s.  oben  S.  414. 

9)  Ueber  diesen  Ratiisherm  und  Wechsler  s.  B.  Chron.  III  406  ff. 

10)  D.  h.  im  Amtsjahre  1507/8;  s.  unten  die  AUg.  Beilage. 

11)  S.  oben  S.  411. 


n.  417 

3  TV,:  Bernhard  Meiger,  &ow  Helena  Bärenen  und  frow 
Marge  Wßlfflenen,  sine  beyde  gemachel  [1514,  15171].]  |5U 


[21]  Bernhart  Meyer  burgermeister  einiger  son^) 

und  dochter. 

i         2  W,:  Niclaus  M.  (fr.   Helena  Bärin  söhn)  und  Catterin 
Riedein  8.  g. 

2  W,:  Hans  Ulrich  Egglin^)  und  fr.  Barbara  M.  9.  g. 

Niclaus  Meyers  einiger  son  und  drey  dechteren. 

2  W,:    Hans  Jacob  M.   und   &.  Margred  Huberin  s.  g.,  i&64 
10  1564. 

[21*]   2  W.:  Esebius  Bischoff *)  und  fr.  Angnes  M.  s.  g.»). 
2  W,:  h.  Baschen  Krug,   burgermeisters  sohn<^),    und  fr. 
Doredea  M.  s.  g. 

2  TV,:  h.  Rudolf  Huber   burgermeister 7],   und   &.  Elena 
uM.  s.  g. 

[22]  2  W.^}:  Batt  M.»)  {h.  Bernhardt  M.  und  fr.  Margret 
Wölfflein  söhn)  und  fr.  Crischon  Bischoffin  s.  g.  (h.  Andresz 
Bischoff  7on  HültelingeQ  und  fr.  Bärbel  Bärin  ehelich  doch- 
ter) ^o).  —  Diser  Batt  M.  ligt  im  münster  auff  dem  kleinen 
20  külchhoffii)  begraben,  doruff  ein  grabstein  mit  dem  Meyer- 
wapen  ^^j. 


1)  Diese  2  Jahrzahlen  belieben  sich  auf  Bernhards  zweimalige  Ver- 
heirathung;  vgl  oben  S.  413,  A.  4. 

2)  D.  h.  der  einzige  aus  erster  Ehe;  vgl.  unten  Beat  M.  —  Mit  dieser 
Ueberschrift  beginnen  die  Einträge  Hans  Konrads;  s.  oben  S.  414. 

3)  Ueber  Hans  Ulrich  Oeuglin  vgl  B.  Chron.  I  229. 

4)  Ueber  diesen  Buchdrucker,  meistens  Episcopius  genannt,  s.  R.  Wacker- 
nagel, Das  Rechnungsbuch  der  Proben  und  Episcopius,  S.  89  fL 

5)  8.  Tonjola  S.  129. 

6)  Sebastian  Krug  d.  jüngere,  ein  Sohn  des  Bürgermeisters  Kaspar 
Krug,  wurde  sp&ter  Rathsherr;  s.  Tonjola  S.  185  u.  186. 

7]  Joh.  Bud.  Huber  wurde  Bürgermeister  1594. 

8)  Das  eine  dieser  2  Wappen  (Bischoff)  ist  in  der  H.  überklebt;  s. 
oben  S.  414. 

9)  Ueber  Beat  M.  s.  Gast,  zum  2^.  April  1551. 

10)  Christiana  Bisohoff  war  mithin  eine  Schwester  Katharinas,   der 
dritten  Gemahlin  Bürgermeister  Adelbergs;  Tgl.  oben  8.  392. 

11)  Im  kleinem  Kreuzgang,  gegen  den  äiein. 
12}  Seine  Qrabschrift  fehlt  bei  Tonjola. 

BmIot  CDivoniktiL    Tl.  27 


418  Meyerisohe  FamilienchTonik. 


[22^]  Batt  Meyei  einiger  son  und  swon  dechteren^). 

2  W,:  Andres  M.   dei  hatt  zuo  Liesteil  gewont^  hat  ein 
Ringleren  von  geschlecht  gehapt  (und  &.  Froneck  Reichnerin 

8.    g.2). 

[23]  2  W,:    h.    Lucas   Gebhart  burgermeister '),    und    fr. 
Mareya  M.  s.  g.^]. 

• 

i5i6         2  W,:  Hans  Jacob  Keller  und  fr.  Bärbel  M.  s.  g.,  anno  1 556. 


[22]    Adelberg  Meyer  hurgermeisters  einiger  son  und  ztöon 

dechteren^). 

1559  2  W.\  Hans  Ludwig  M.  und  £r.  Anna  Frobeni  s.  g.,  1559^}.  t« 
2  W?)\  Disz  sindt  h.  Hansz  Ludwig  M.  schwecher  und 
schwiger:  Hieronimusz  Frobeniusz  der  war  der  erst  Eydt- 
gnosz,  so  zum  heylig  thauff  ist  dragen  worden,  wie  die  statt 
1601  Basel  in  bundt  mit  der  Eydtgnoszschafit  ist  komen  anno  1501  \ 
NB. :  Das  ist  das  alte  Frobeniwapen,  ob  sie  sindt  gadlet  wot-  u 
den,  haben  so  gefürt*). 

[22^]   2  IT.^o]:  Hans  Ryspach   und  fr.  Barbara  M.   s.  g., 
1550^^).  —  Im  meyen  ano  1552  ist  sie  verscheiden. 


1650 
1552 
Mai 


IS.  Hf.:  cum  heylig  thaff. 

1)  Vgl.  oben  S.  414  und  unten  S.  419,  A.  1. 

2)  Veronika  Byhiner  var  mithin  dieses  Andreas  zweite  Frau.  Die 
2  Wappen  sind  diejenigen  der  Meyer  und  Bingler. 

3)  Bürgermeister  wurde  er  erst  1592;  über  ihn  s.  Tonjola  8.  139. 

4)  S.  ebend.  S.  35. 

5)  Diese  Ueberschrift  fehlt  in  der  Hs.  Auch  hier  folgen,  wie  immer. 
nur  die  y erehelichten  ELinder;  s.  oben  S.  413& 

6)  S.  oben  S.  394  ff. 

7)  Diese  2  Wappen  sind  das  alte  Frobenische  und  dasjenige  Ton 
H.  Frobens  erster  Frau,  Anna  Laehner,  deren  Name  hier  fehlt;  s.  R.  Wacker- 
nagel, Das  Bechnungsbnch  der  Frohen  und  Episcopius,  S.  80. 

8}  Er  wurde  erst  am  6.  August  d.  J.  geboren,  nachdem  der  Bundes- 
schwur  schon  am  13.  Juli  erfolgt  war;  s.  seine  Grabschrift  in  Wurstisens 
Epitome,  Ausg.  in  den  Scriptores  rerum  BasiL  minores  S.  113,  wo  sie  ge- 
nauer ist  als  bei  Tonjola  S.  19.     . 

9)  VgL  oben  Anm.  7.  Vorher,  bei  Hans  Ludwig  M.  und  Anna  Froben« 
steht  das  sp&tere  Frobenische  Wappen  mit  dem  Schlangenstab. 

10}  Das  Wappen  der  Riesbach  ist  genau  dasselbe,  welches  später  die 
Siuber  führten;  vgl.  B.  Meyers  Wappenbuch  der  Stadt  Basel,  Taf.  36. 

11}  S.  oben  S.  391. 


Beilage  iL  419 

2  W.:  Hieronimus  von  Külch  und  fr.  Mazimilla  M.  s.  g.,  isss 
1553 1). 

[23]   Herr  Hans  Ludwig  Meyer  drey  sin  und  einige 
dochter,  so  in  die  ehe  komen  sind. 

5  3  TT.»):  Adelberg  M.»)  und  fr.  Ursel  Mentelin*),  fr.  Els- 

beth  Speyrerin^),  zwo  ehefrauwen. 

[23^]   2  W,:   Bemhart  M.  und  fr.  Cordula  Druckses  von 
Reinfelden  <^). 

2  W,\   Dis   sindt  Bernhart  M.  schwecher  und  sohwiger: 
i6Juncher   Jacob   Sigmund   Truchsessen    von   Keinfelden^}   und 
fr.  Salomea  von  Andlauw. 

2  W,\  Niclaus   M.    und   fr.    Salomea  Eckensteinin   s.  g.,  iss7 
1587  8). 

[24]  2  Wr.  Disz   sind  Niolausz  M.  schwecher  und  schwi- 
ll ger:    Gerg  Eckenstein    und  fr.   Eisbett  Speyrerin  s.  g.^).  — 
Den  10.  tag  augsten  1625  ist  mein  liebe  frauw  groszmutter  ^®)  ^^^  ^^ 
selig  von  diser  weit  verscheiden,   ires  alters  78  johr,   und  hat 
68  kinder,  kindeskinder  undt  anckhel  erlebt  ^^].     Iren   vatter 

Johannes  Speyrer,  ire  mutter 

20  2  W.:  Jacob  Riedin  und  fr.  Anna  M.  s.  g.^). 

Disz  sindt  Adelberg  M.  zwen  sin  und  zwon  dechteren. 

2  W.:  Hans  Ludwig  M.^']  und  fr.  Anna  Biesingerin  s.  g.^^),  icos 
1608. 

[24^]   2  WA^):    Disz    sind   Hansz  Ludwig  M.   schwecher 


1)  S.  oben  S.  391.  —  In  der  Hb.  folgen  hier  die  ELinder  yon  Beat  M.; 
8.  oben  8.  418. 

2)  Das  Wappen  der  von  Speyr  ist  hier  nicht  das  jetzige,  sondern  es 
weift  eine  Lilie  in  schräg  getheiltem  Feld,  halb  weiss  und  halb  blau. 

3)  S.  oben  S.  394. 

4)  S.  Tonjola  S.  241  u.  245. 

5)  Ueber  die  gleichnamige  Schwiegermutter  yon  Niklaus  M.  s.  unten. 

6)  S.  oben  S.  395  u.  401. 

7)  S.  Tonjola  S.  51  u.  52. 
8]  S.  oben  S.  395  u.  397  ff. 
9]  S.  oben  8.  397. 

10)  Elsbeth,  geb.  Yon  Speyr,  Hans  Konrad  Meyers  Groasmutter.    . 

11)  Vgl.  Tonjola  S.  65:  14  Kinder  und  55  Enkel 

12)  S.  oben  S.  401. 

13)  Dieser  Enkel  Hans  Ludwigs  d.  altem  starb  1637;  s.  Tonjola  S.  241. 

14)  Anna  Russinger;  s.  ebend.  S.  245. 

15)  Das  Wappen  der  Wagner,  ist  hier  keines  der  jetzigen,  sondern  es 

27» 


420  Meyerisohe  Familienchronik. 

1606  und  sohwiger:  Theodor  Businger^)  und  fr.  Anna  Wagnerin  s.  g., 
1608. 

1607  2  W.i  Hieronimusx  M.  und  fr.  Margret  Schulthes  s.g.,  1607. 
2  W.:  BonifaciuB  Iselein  und  fr.  Sara  M.  8.  g.,   1607.  — 

jn^  Den  9.  tag  juni  1630  ist  fr.  Sara  seliglichen  verscheiden,  seines  & 
alters  43  johr. 
1611         [25]  2  W,\   Cristoffel  Burkhart  und  Ursel  M.  s.  g.*),   1611. 

Disz  sindt  Bernhart  M. 3)  drey  sin  und  zwon  dechtereo. 
2  W, :  Jacob  M.  und  Ursula  Battierin  s.  g. 

1629  2  W. :   Bemhart  M.  und   Catterina  Schererin  von  Strub-  u 
hard,  1629. 

[25^]  2  JV.:  Ernst  Ludwig  M.  und  fr.  Engel  Elbe  s.  g. 
1613  2  W.:    Rudolff  Burckhart  und  fr.  Salome  M.  s.  g.^),  1613. 

1630  2  W.i  Hans  Ludwig  Ringler ^)  und  fr.  Eva  M.  s.  g.,  1630. 

[26]   Disz  sind  Niciausz  Meyers  und  frauw  Sallome     i^ 
Eckenstein  fier  söhn  und  fünff  dechteren, 

wie  hernach  folgt<^). 

1 W. :  Adelberg  M.,  bestelter  hauptman  der  herschafft  Venedig. 
1609         2  W,:    Hans  Conrad  M.  und  &.  Judit  Schenauwer  s.  g., 
1609.  —  Ir  vatter  Daniel  Schenauwer,  ir  mutter  Mareya  Iselein;  ^ 
ir  groszvatter  Theobaldt  Schenauwer  7),  ir  groszmutter 

2  W, :  Disz  sindt  Hansz  Conradt  M.  schwecher  und  achwi- 
ger:    Danniell  Schenauwer  und   fr.  Mareya  Iselin  s.  g.^.   — 


JnU 


^^^  Anno  1569  den  24.  juli  war  die  frauw  Mareya  Iselin  auff  die 


weit  geboren.     War  gettin  herr  Frantz  Gernler,  und  gottens 
^  [^  Margret  Brunerin  ^)  und  Catterina  Zügerin.     Starb  anno    1 634 
den  1 5.  october. 


weift  in  rothem  Felde  einen  weiblichen  Centauren  mit  DrachenflOgeln  statt 
der  Arme. 

1)  £r  starb  als  Rathsherr  1610;  s.  Tonjola  S.  53.    Das  hier  wiederholte 
Jahr  1608  bezieht  sich  also  nur  auf  die  Vereheliehung  seiner  Tochter  Anna. 

2)  Ein  Enkel  des  gleichnamigen  Stammvater?;  s.  den  Burckhardtischeo 
Stammbaum,  Taf.  IV  a,  auch  Tonjola  S.  235  u.  242. 

3)  S.  oben  S.  419. 

4)  Des  obigen  Christoff  Bruder;  s.  den  Burckhardtischen  Stammbaum. 
Taf.  IV  a, 

5)  Er  war  Salzschreiber  und  starb  1634;  6.  Tonjola  S.  165. 

6)  S.  oben  S.  398  ff. 

7)  S.  Tonjola  S.  50. 

8)  S.  oben  S.  402. 

9)  Die  Gemahlin  Andreas  Ryffs;  s.  Tonjola  S.  50. 


Beilage  IL  421 

[26^]  1  W.i  Ludwig  M.,  bestelter  hauptman  dei  herschafft 
Venedig. 

1  W,:   Nidaus  J4.  —  Den  16.  tag  augsten  1626  ist  mein  ^^^  ^^ 
lieber  biuder  Niclausz  M.  zuo  Bressa  in  Itallien   in   kriegs- 

5  diensten  seliglichen  gestorben,  ligt  bey  andern  soltatten  auff 
dem  wähl  begraben  ^j.  Der  allmechtig  gott  wolle  ime  und 
einem  jeden  zuo  seiner  zeitt  ein  frelich  aufferstentnusz  ver- 
liehen, amen.    Seines  alters  22  johr. 

2  W.\    Hans  Ulrich  Burckhart  und  fr.  Mareya  M.  s.  g.^),  leu 
10  1614.  —  Den  9.  septembris  1629  ist  mein  Schwester  Mareya  M.  J^^ 

verscheiden,  seines  alters  36  johr'),  ligt  in  sant  Martin  külchen 
b^^aben.     Gott  verlieh  imme  ein  freliche  aufferstendtnusz. 

[27]    2W.\   Lucas  Gebhart  und  fr.  Elsbet  M.  s.  g.,  1615.  ms 
2W,:   Theoder  Burckhart  und  fr.  Anna  M.  s.  g.^),  1614.    leu 
i&  2  W.^):  Matteus  Haltmeyer  pfarherr  zuo  Sant  Gallen,  und  i62o 

fr.  Madien  M.  s.  g.,  1620.    —   Den  14.  mertz  1628   ist  meinJJ^j^ 
Schwester  zuo  Sant  Gallen  verscheiden,  seines  alters  28  jor. 

[21^]  2  fV.\  Jacob  Leffel,  Judit  M.,  1621.  i82i 

2  W.:  Hans  Conrad  Meyer  und  Judita  Schenauwerin 
20  eheliche  kinder,  wie  volgt,  anno  1609  johr®).  looo 

1  W.:  Niclausz  M.,  1619.  1619 
[28]  2  W,:   Hans  Conrad  M.  der  apotecker,  1621,  Ursula  1021 

Judita  Meyerin  vom  Hürtzen. 

2  WJ)\  Emanuwell  M.,  1624,  Margareta  Jäcklein,  1621.    1624 

1)  Da  am  16.  Aug.  1626  bei  Brescia  kein  Treffen  geliefert  wurde,  so 
kann  dieser  Nikiaus  M.  nicht  auf  der  Walstatt  gefallen  sein.  Wohl  aber 
wurde  in  der  altem  Basler  Mundart  »Wahl«  für  Wall  gesprochen,  und  so 
mögen  hier  die  Schanzen  von  Breseia  als  Grabstätte  gemeint  sein. 

2)  YgL  oben  S.  404,  A.  4. 

3)  Vgl.  oben  S.  399. 

4)  Dass  Anna  M.  als  Wittwe  eines  Theodor  B.  starb,  wird  bestätigt 
durch  Tonjola  S.  235.  Jedoch  kann  hier  nicht  der  1623  verst.  Bathsherr 
Thu  B.,  der  Sohn  Christoffs  des  Stammvaters,  gemeint  sein,  da  dieser  ver- 
mählt war  mit  Maria  Oberried,  welche  ihn  überlebte;  s.  den  Burckhardtischen 
Stammbaum,  Taf.  I.  Vielleicht  aber  ist  hier  dessen  Neffe  gemeint,  nämlich 
jener  Theodor,  Sohn  des  Hieronymus,  von  welchem  der  Stammbaum  Taf.  lUa 
nur  angibt:  »starb  ledig«  —  was  somit  su  berichtigen  wäre. 

5)  Das  Wappen  des  Ehemanns  ist  nicht  ausgeführt. 

6)  1609  ist  Hans  Konrads  Hochzeitsjahr,  während  die  weiter  folgen- 
den Zahlen  bei  seinen  Kindern  durchweg  das  Gfeburtsjahr  beseichnen;  vgl. 
oben  S.  402  ff. 

7)  Bas  Wappen  der  Jäcklin  ist  hier  nicht  das  jetzige,  sondern  weist 
in  schwarzem  Felde  einen  Schifferstachel  sammt  angehängtem  Salm,  und 
daneben  ein  Z. 


422  Meyerische  Familienohronik. 

ie27  1W.\  Danniell,  1627. 

1631  /  W,\  Hans  Lucas,  1631. 

1610  [28^]  1  W.i  Mareya  Magtelena,  1610. 

1612  1  TV.:   Salomea,  1612. 

16U  1  W.\  Elisabet,  1614.  s 

1616  [29]   1  W.:  Judita,  1616. 

1622  1  W.\  Anna,  1622. 

16»  S  W^):    Isaoh    Schilling,    Hans   Michel   Riedin ^),    Anna 
Margredta  M.,  1629. 

[29^]   2W.:    Hans   Conrad  M.    der   glaszer^),   Elisabethaio 
Freyin. 

1)  Das  Wappen  der  Schilling  ist  hier  nicht  das  jetzige,  sondern  das- 
jenige des  schon  damals  erloschenen  AchtbOrgergeschlechts  d.  N. 

2)  Dieser  Rüdin  war  also  Anna  Margarethas  zweiter  Ehemann. 

3}  Vermuthlioh  ein  Sohn  Hans  Konrads  des  Apothekers,  oder  Emanuels. 


X. 


Die  Chronik 
in  Ludwig  Kilchnianns  ScliuldbucL 


1468—1518. 


Einleitung. 


Jjudwig  Eilchmann,  dei  uns  in  seinem  Schuld-  oder  Zins-  kaci^iILi 
buch  einige  Aufzeichnungen  über  die  Ereignisse  seiner  Zeit^^^^ 
hinterlassen  hat,  gehörte  einem  Geschlechte  an,  welches  aus 

s  dem  Städtchen  Mellingen  im  Argau  stammte  ^).  Der  erste 
Kilchmann,  der  nach  Basel  kam,  war  Rudolf,  welcher  1412 
auf  dem  Zuge  gegen  Fürstenstein  das  unentgeldliche  Bürger- 
recht verdiente,  von  dem  wir  aber  sonst  nichts  wissen,  als  dass 
er  in  Klein  Basel  wohnte^].    Ihm  folgte  bald  nachher  Konrad, 

10  welcher  ebenfalls  in  der  Kleinen  Stadt  sich  niederliess  und 
sein  Bürgerrecht  1424  auf  dem  Zuge  nach  Mühlburg  erlangte^). 
Dieser  Konrad,  seines  Berufs  ein  Bäcker,  gehörte  schon  um 
1429  2u  den  wohlhabenderen  Gliedern  seiner  Zunft,  indem  er 
ein  Vermögen   von   2  bis  300  Gulden  versteuerte^),  und  von 

15  1440  an  sass  er  als  Zunftmeister  im  Rath^].  Um  diese  Zeit 
aber  —  wenn  nicht  schon  früher  —  fiel  ihm  von  einer  Seite, 
die  uns  nicht  mit  Namen  genannt  wird,  eine  sehr  beträcht- 
liche Erbschaft  zu%  in  Folge  welcher  der  bisherige  Bäcker- 
meister fortan  ein  Vermögen  von  10  000  Gulden  versteuerte^). 

1)  Ueber  die  dortigen  Vorfahren,  wie  über  da«  Geschlecht  überhaupt, 
s.  R  Wackemagel,  im  Histor.  Festbuch  sur  Basler  Vereinigungsfeier  1892, 
S.  258  ff. 

2)  S.  Eothes  Buch  S.  350..  —  Ein  Enkel  dieses  Rudolf  moehte  jener 
Henslin  K.  der  B&cker  sein,  in  dessen  Hause  beim  Riehenthor  .1475  eine 
Feuersbmnst  ausbrach,  welche  5  H&user  yersehrte,  und  welcher  schon  1453 
erwfthnt  wird;  s.  B.  Chron.  II  306,  und  Schönb.  S.  687.  Ebenso  gehört  hier- 
her wohl  auch  jener  Hans  K.,  der  sich  1528  um  das  SLornschreiberamt  be- 
warb; s.  Oeb.  VII  230. 

3)  S.  Rothes  Buch  8.  283.  In  Klein  Basel  wohnte  er  noch  1464;  s. 
Schönb.  S.  683. 

4)  8.  ebend.  8.  540. 

5)  8.  ebend.  8.  785  ff. 

6)  8.  unten  8.  456  die  Angabe  L.  SLilchmanns,  dass  bei  den  Augusti- 
nern Einer  begraben  liege,  »von  dem  .wir  unsser  guot  band«. 

7)  8.  8chönberg  8.  575  u.  683,  s.  J.  1446  u.  1453.   . 


426  Ludwig  Kilohmann. 

Mit  seinem  Gelde  scheint  Koniad  bald  auch  die  Grünst  des 
neu  erwählten  Reichsoberhauptes,  König  Friedrichs,  erlangt  zu 
haben.  Denn  als  dieser  im  September  1442  durch  das  Elsass 
reiste,  doch  ohne  Basel  zu  berühren,  da  stellte  er  ihm  zu  Tann 
für  sich  und  seine  Nachkommen  einen  Wappenbrief  aus^].  ^ 
Von  1446  an  sass  er  im  Rathe  nicht  mehr  als  Zunftmeister, 
sondern  als  Rathsherr^),  und  da  er  bei  der  Rathsbesatsung  vom 
Juni  1454  zum  ersten  Mal  fehlt,  so  starb  er  vermuthlich  zu 
Anfang  dieses  Jahres'). 

Von  seiner  Ehefrau  Agnes,  deren  Geschlechtsnamen  wiri» 
nicht  kennen,  die  aber  als  Wittwe  noch  1476  lebte ^},  hatte 
Konrad  4  Töchter*)  und  4  Söhne.  Von  den  Töchtern  keimen 
wir  einzig  Ursula^  welche  1452  als  Ehefrau  von  Lorenz  Schlier- 
bach, einem  Sohne  des  Rathsherm  Heinrich  Schlierbach,  er- 
wähnt wird®).  Unter  den  Söhnen  wurde  der  älteste,  Hans, » 
1457  für  1  Jahr  verbannt,  weil  er,  im  Verein  mit  Rudolf 
Schlierbach  und  Mathias  Grünenzwig,  Martin  den  Schreiber 
▼on  Klein  Basel  bei  Nacht  und  Nebel  angefallen  hatte;  doch 
wurde  ihm  wie  seinen  Mitschuldigen  gestattet,  diese  Strafe  mit 
12  Gulden  abzukaufen^).  Sein  Bruder  Hans  Konrad  hingegen» 
wurde  1461  auf  der  neu  errichteten  Universität  immatrikuliert®). 
Auch  er  wurde  1466  für  2  Jahre  verbannt,  weil  er  g^en  Hans 
Heinrich  Grieb,  den  Zunftmeister  zum  Schlüssel,  das  Messer 
gezückt  hatte  ^).  Als  er  hierauf  in  die  Dienste  des  Markgrafen 
Karl  von  Baden  getreten  war,  wurde  er  nach  seiner  Rückkehr  i^ 
angefordert,  entweder  dieses  Dienstverhältniss  aufiiugeben,  oder 
mit  seiner  Familie  die  Stadt  zu  verlassen  i^).  Trotzig  wählte 
er  1470  das  letztere;  jedoch  schon  1473  musste  ihn  der  Rath 
»uff  sin  demätig  bitte  wieder  ins  Bürgerrecht  aufnehmen  ^^j, 
und  2  Jahre  später,  1475,  erscheint  seine  Frau  als  Wittwe^).» 


1)  S.  St  A.,  Karihaus,  Urk.  No.  154,  vom  10.  Sept  —  Ueber  6m» 
Wappen  s.  R.  Wackemagel  a.  a.  O.,  S.  258.. 

2)  S.  Sohönberg  S.  787  ff. 

3)  Er  encheint  noch  auf  der  Steuerliste  Ton  1453/54;  s.  Sehdoberg 
S.  683. 

4)  S.  Wuritiaens  Analekten  S.  511,  auch  Schönb.  S.  770. 

5)  S.  unten  S.  456. 

6)  S,  WurstUens  Chronik  S.  435. 

7)  S.  Oeffnungsb.  m  60  und  Leistungsb.  II  139.  .     . 

8)  S.  UniTersitätsmatrikel  s.  J.  1461. 

9)  S.  Oeffnungsb.  IV  74. 

10)  S.  ebend.  V  52  b. 

11)  S.  ebend.  V  93b  und  Rothb.  S.  231. 
12}  S.  Schönb.  S.  768. 


Einleitung.  427 

Er   hinteiliess   eine   Tochter   Ursula   und   einen   Sohn   Lien- 
hard^). 

Konrads   dritter   Sohn,    Friedrich,    gab   schon    1462    sein 
Bürgerrecht  auf,  um  mit  Jakob  ze  Rin  im  Dienste  Kurfürst 

5  Friedrichs  V  in  die  pfalzische  Fehde  ziehn  zu  können^).  Später 
trat  er  in  den  Dienst  des  Basel  feindlich  gesinnten  Grafen 
Oswald  von  Tierstein,  und  für  diesen  überfiel  er  im  Frühjahr 
1469  mit  einigen  Helfershelfern  auf  dem  Rhein  bei  Hüningen 
einen  spanischen  Gesandten,    der  von  Basel  kam  und  nach 

10  England  reisen  wollte.  Mit  gespannter  Armbrust  zwang  er 
dessen  Schiff,  bei  Klein  Hüningen  zu  landen,  und  hierauf  nahm 
er  den  Gesandten  gefangen,  führte  ihn  auf  einem  Weidling 
über  den  Rhein  ans  linke  Ufer,  und  von  dort  weiter  zu  seinem 
Herrn  nach  Pfeffingen,  wo  der  Gefangene  erst  später,  auf  die 

15  Vorstellungen  des  Raths  von  Basel  hin,  seine  Freiheit  wieder 
erlangte  3).  Friedrich  Kichmann  aber  blieb  im  Dienste  Graf 
Oswalds^),  und  so  erscheint  er  z.  B.  auf  dem  Fehdebrief, 
welchen  dieser  am  6.  Oct.  1485  dem  Bischof  von  Basel  sandte^). 
Noch  1489  finden  wir  ihn  auch  im  Verzeichnisse  derer,  welche 

20  in  der  Stadt  ihr  Absteigequartier  hatten  und  hier  aus-  und 
einritten,  aber  doch  nicht  Bürger  waren  ^).  Nachdem  seine 
erste  Gemahlin,  Katharina  von  Neuhausen,  noch  vor  1484 
gestorben  war  7],  vermählte  er  sich  in  zweiter  Ehe  mit  Elsbeth, 
der  Tochter  Hans  Philipps  und  Schwester  des  spätem  Bürger- 

25  meisters  Henmann  Offenburg  ^),  welche  nach  seinem  noch  vor 
1496  erfolgten  Tode^)  sich  in  zweiter  Ehe  mit  Egloff  von 
Wessenberg  verheirathete  ^^).  Er  hinterliess  zwei  Söhne,  Martin 
und  Ulrich  ^^),  und  eine  Tochter  Ottilia,  welche  diesen  Namen 
vermuthlich  zu  Ehren  der  Gemahlin  seines  Herrn,  des  Grafen 


1)  8.  unten  S.  446  u.  456,  A.  11. 

2)  S.  Oeb.  m  128,  und  TgL  ebend.  IV  29  b,  ..  j.  U65. 
3]  S.  ebend.  V  25  b 

4]  S.  ebend.  VI  26b,  s.  J.  1479. 

5)  Biesen  Fehdebrief  8.  im  St.  A.,  AdelBarchiT  Tierstein,  Akten  II. 

6)  S.  Oeb.  VI  116. 

7)  8.  im  St  A.,  St  Theodor  C  das  Jahrzeitb.  BL  45  b  und  Karthaus, 
Urk.  No.  333,  vom  4.  Dec.  1484. 

8)  8.  B.  Chron.  V  309. 

9)  1496  erscheint  seine  Tochter  Ottilia  unter  Vormimdschaft;  s.  im 
St  A.,  Stadtgericht,  Appellationen,  BL  159  b,  und  den  Kleinbasler  Steuer* 
rodel  von  1497  für  die  Beichssteuer. 

10)  8.  B.  Chron.  V  310. 

11}  Ueber  diese  s.  imten  8.  431. 


428  Ludwig  Kilohmann. 

▼on  Tieistein  trug  i).  Diese  seine  Tochter,  bei  des  Vaters  Tode 
noch  minderjährig,  erbte  von  ihm  das  Schloss  Angenstein^), 
ein  tiersteinisches  Lehen,  das  er  vermuthlich  von  Graf  Oswald 
als  Belohnung  für  geleistete  Dienste  empfangen  hatte.  Schon 
1496  jedoch  wurde  diese  Burg  durch  eine  Feuersbrunst  be-  s 
schädigt^),  und  20  Jahre  später,  am  23.  April  1516,  wurde  sie 
durch  Ottiliens  Gemahl,  Junker  Wolfgang  von  lichtenfels,  um 
200  Gulden  an  Solothurn  verpfändet^).  Kaum  aber  war  diese 
Verpfändung  gefertigt,  so  wurde  Angenstein  am  14.  August 
d.  J.  neuerdings  ein  Raub  der  Flammen,  und  Wolfgang  von  u 
Lichtenfels,  der  das  Schloss  noch  bewohnte,  verlor  dabei  sein 
Leben*).  Seine  Gemahlin  hingegen  überlebte  dieses  Unglück 
und  heirathete  später  Hans  Lochmann,  den  Grerichtschreiber 
von  Klein  Basel  ^), 

Vor  ihrer  ersten  Verheirathung  hatte  Friedrich  Kilchmanus  i» 
Tochter   unter   der  Vormundschaft   ihres   Oheims    gestanden, 
nämlich  Ludwig  Kilchmanns^),  des  Verfassers  der  vorliegenden 
Aufiteichnungen.     Unter   des   alten   Konrad  Kilchmanns   vier 
Söhnen  war  Ludwig  wohl  der  jüngste,  luf^eich  aber  ruhigeren 
Sinnes  als  seine  drei  Brüder.  Vermuthlich  war  er  am  St  Ludwigs-  « 
tag  (25.  August)  geboren;  denn  noch  in  späterer  Zeit  gehörten 
zum  Silberschats  des  Kilchmannisohen  Hauses  twei  Schalen, 
die    »der  lieb  heilig  sant  Ludwig«    seiner  Mutter   geschenkt 
hatte  %  ohne  Zweifel  also  das  Geschenk  eines  Tau^then  cur 
Geburt    dieses    Sohnes.      Ludwig    war   jedenfalls    noch    sehr» 
jung,   als  er   1454  seinen  Vater  verlor;   denn  erst  1468   ver- 
mählte er  sich  mit  Elsbeth,  der  19  jährigen  Tochter  des  fiaths- 
herrn  und  nachherigen  Oberstsunftmeisters  Hans  Zschecken- 
bürlin,    und    von   dieser   wurde    ihm    1470    sein   Sohn   Hans 


1)  Graf  Oswald  von  Tierstein  war  yennählt  mit  Ottilia  von  Nusau; 
8.  M.  Birmann  im  B.  Jahrbuoh  1883,  S.  64. 

2)  S.  die  oben  S.  427,  A.  9,  erwähnte  Urkunde  Ton  1496. 

3)  S.  ebend. 

4)  S.  M.  Luti,  Gescb.  d.  Herrschaften  l^effingen  und  Birseck,  8. 297, 
und  vgl.  AdelsarchiY  Tierstein,  Urk.  No.  129,  vom  8.  Aug.  1517. 

5)  S.  R.  Wackernagel  im  B.  Jahrbuch  1891,  8.  33. 

6)  S.  im  St.  A.,  Elendenherberge,  Akten  10%  das  datumlose  Verseieh- 
niss  der  Kilchmannischen  Verwandten,  welche  yom  Rath  Entschftdigongen 
erhielten,  nachdem  in  Folge  der  Reformation  das  Vermögen  der  von  Ladwig 
und -Hans  Kilchmann  gestifteten  Pilgerherberge  auf  andre  Anstalten  Tcr^ 
theilt  worden  war. 

7)  S.  die  oben  erwähnte  Urk.  Ton  1496. 

8)  S.  Hans  Kilchmanns  Testament,  vom  22.  April  1621,  im  St.  A^ 
Karthaus  No.  468 ». 


Einleitung.  429 

geboren  1)  und  später  noch  eine  Tochter  Margreth,  die  jedoch 
frühe  starbt).  Um  diese  Zeit,  d.  h.  zwischen  1470  und  1474, 
wurde  er  wegen  einer  geringfügigen  Sache  vom  burgundischen 
Landvogt  Peter  von  Hagenbach  vor  Gericht  geladen  und,  als 
5  er  sich  stellte,  einige  Zeit  lang  gefangen  gehalten^).  Gleich 
nachher  aber,  d.  h.  jedenfalls  noch  vor  1476,  wurde  er  Meister 
der  Kleinbasler  Gesellschaft  zum  Greifen;  denn  als  solcher 
erscheint  er  unter  den  Kriegsräthen  des  Basler  Zuzuges,  welcher 
1476  bei  Murten  kämpfte«). 

10  Nachdem   1477  sein  Schwiegervater  gestorben  war^),  trat 

er  1481  mit  einem  Kapital  von  1200  Gulden  als  stiller  Theil- 
haber  in  eine  Handelsgesellschaft,  welche  seine  zwei  Schwäger 
Ludwig  und  Hans  Zscheckenbürlin  mit  Hans  Bär  gebildet  hatten, 
um   hauptsächlich  den  Handel  mit  Tuch   und   mit  »Bulffer«, 

15  d.  h.  mit  Spezerei  zu  betreiben^).  Inzwischen  aber  starb  1484 
auch  seine  Schwiegermutter,  Margaretha  Zcheckenbiirlin^),  und 
von  dieser  erbte  er  neben  anderem  Besitzthum  auch  einen  bedeu- 
tenden Antheil  an  den  Bergwerken  von  Plancher-les-Mines, 
von  Masmünster  und  von  Todtnau^].     Wie  einst  seine  Eltern 

30  ihre  und  ihrer  verstorbenen  Kinder  Jahrzeit  im  Kloster  Klingen- 
thal gestiftet  hatten'),  woselbst  sie  auch  sammt  2  Söhnen  und 
4  Töchtern  begraben  lagen  ^^),  so  stiftete  jetzt  Ludwig  am 
4.  Dec.  1484  für  sich,  seine  Eltern,  seinen  Sohn  und  seinen 
Bruder  Friedrich  eine  Jahrzeit  in  der  Pfarrkirche  zu  St.  Theodor  ^i), 

SS  und  zugleich  bedachte  er  mit  reichen  Vergabungen  auch  die 
Karthaus  ^3),  wo  bald  nachher,  1487,  sein  Schwager  Hieronymus 


1)  8.  im  St  A.,  das  Jahrseitbuch  von  St.  Theodor,  C,  Bl.  45t>,  auch 
B.  Chron.  I  331,  A.  4,  und  vgl  unten  S.  443. 

2)  S.  die  Urk.  im  St  A.,  Karthaus  No.  333,  und  vgl.  unten  S.  456,  A.  8. 

3)  S.  B.  Chron.  III  374  ff. 

4]  S.  im  St.  A.  Bd.  AG  8,  S.  111,  das  Verzeichniss  der  mitiiehenden 
Rathe. 

5)  B.  6.  Chron.  I  331,  A.  4. 

6)  S.  sein  Schuldbuch  Bl.  40  b. 

7)  S.  die  Urk.  im  St.  A.,  Karthaus  No.  329  u.  330. 

8)  S.  sein  Schuldbuch  BL  100—108. 

9)  S.  im  St.  A.  die  Jahrseitbacher,  Klingenthal  H.,  sum  13.  Nov.,  und 
St.  Theodor  C,  Bl.  45 ^u.  48. 

10)  S,  unten  j3.  456. 

11)  S.  die  Urk.  Karthaus  No.  333,  oder  das  Jahrieitb.  St  Theodor  C, 
BL70ff: 

12)  S.  Karthaus,  Urk.  No.332,  und  ebendortden  Liber  benefaotorum  L, 
BL  335. 


430  Ludwig  Kilohmann. 

in  den  Orden   tiat^j.    Ebenso  stiftete  er   1485    für  sich  und 
seine  Frau  eine  Jabrzeit  im  Steinenkloster 2). 

Seinen  Sohn  Hans  verheirathete  Ludwig  schon  1487,  also 
erst  siebzehnjährig,  mit  Anastasia,  der  Tochter  des  OberstEonft- 
meisters  Thomann   Sürlin^),    und    fortan    wohnte    das   junge  s 
Ehepaar  in  der  jetzigen  Greifengasse,    damals   »Burgergaese« 
genannt^),  während  Ludwig  im  Hause  an  der  Rheingasse  blieb ^}, 
wo  schon  der  alte  Konrad  Kilchmann  gewohnt  hatte  ^).     Die 
Heirath  des  jungen  Hans  Kilchmann  war  eine  vornehmere  als 
die   seines  Vaters;    denn  die  Sürlin   gehörten   von  jeher  zur » 
Hohen  Stube,  was  bei  den  Zscheckenbiirlin  so  wenig  der  Fall 
war  wie  bei  den  Kilchmann  ^j.     Nun  aber  wurde  diese  Ehe 
die  Veranlassung,  dass  beide  Kilchmann,  Vater  und  Sohn,  sich 
ebenfalls  in  die  Hohe  Stube  aufnehmen  liessen.     Als  Glieder 
dieser  Gesellschaft  gelangten  sie  beide  auch  bald  in  den  Rath;  u 
doch  ist  es  bezeichnend,   dass  zuerst  1490   der  kaum  zwanzig- 
jährige Sohn  gewählt  wurde,  und  erst  im  folgenden  Jahre  der 
Vater®).    Dieser  verkaufte  hierauf  1494,  nachdem  seine  beiden 
Schwäger    Hans    und    Ludwig    Zscheckenbiirlin']    gestorben 
waren,  seinen  Antheil  an   deren  Tuch-  und  Spezereigeschäft » 
um  1400  Gulden  an  Hans  Bär^o). 

Der  Sohn  aber  wollte  noch  höher  steigen,  und  deshalb 
unternahm  er  1496  die  Pilgerfahrt  nach  Jerusalem,  um  dort  den 
Ritterschlag  zu  empfangen  ^^).  Nach  seiner  glücklichen  Rück- 
kehr hatte  er  als  Ritter  fortan  im  Rathe  den  Vorrang  vor  den  s 
Achtbürgern,  also  auch  vor  seinem  Vater.  Wiewohl  nun  beide 
Kilchmann  vom  Rathe  hin  und  wieder  mit  besondern  Sen- 
dungen betraut  wurden  ^2),  so  fielen  immerhin  die  wichtigem 

1)  8.  B.  Chron.  I  347. 

2)  S.  Wurstisens  Analekten  8.  332. 

3)  S.  L.  K.  in  seinem  Schuldbuch,  Bl.  7,  9,  24  u.  30,  und  vgl.  Hansens 
Testament,  Karthaus  No.  468^ 

4)  S.  im  St.  A.  den   Kleinbasier   Steueriodel  für   die   Reichssteaer 
von  1497. 

5)  Jetzt  Obere  Rheingasse  No.  5,  7  u.  9;  s.  R.  Wackemagel,  im  Histor. 
Festbuch  1892,  S.  258. 

6)  S.  Sohönb.  S.  575,  s.  J.  1446. 

7]  Die  einzige  Ausnahme  unter  den  Zscheckenbürlin  bildet  Ludwig 
Kilohmanns  Schwager  Hans;  s.  B.  Chron.  I  332  L  d.  Anm. 

8)  S.  unten  die  Allg.  Beilage. 

9)  Hans  starb  1490,  und  Ludwig  1492;  s.  B.  Chron.  a.  a.  O. 

10)  S.  L^Küchmanns  Schuldbuch  BL  40  b. 

11)  S.  unten  S.  443. 

12)  Fflr  Ludwig  s.  solche  Sendungen  s.  J.  1497,  1502,  1505,  1506  u. 
1507,  in  Eidg.  Absoh.  UI  1,  S.  548,  B.  Chron.  IV  87  u.  89,  und  Bnn^sa 


Einleitung.  431 

Auftiäge  und  Ernennungen  vorzugsweise  dem  Erfahrenem  zu, 
also  dem  Vater.  Dieser  war  es  daher,  welcher  im  März  1497 
in  den  Neunerausschuss  zur  Yorberathung  einer  Yerfassungs- 
reyision  gewählt  wurde ^),  und  als  im  Juni  1500  kein  andrer 

s  Ritter  mehr  im  Rathe  sass  als  sein  Sohn,  so  wurde  dennoch 
nicht  dieser  zum  Bürgermeister  gewählt,  sondern  man  behalf 
sich  mit  dem  Auswege,  dass  der  Vater  zum  »Statthalter  des 
Bürgermeisterthums«  ernannt  wurde^). 

Da  Ludwig  Kilchmann  alle  seine  Geschwister  überlebte, 

IV  so  war  er  der  gegebene  Beschützer  ihrer  Hinterlassenen.  Von 
den  Kindern  seines  Bruders  Hans  Konrad,  als  deren  Vogt  er 
bereits  1476  erscheint^),  starb  Lienhard  schon  1493,  und  für 
diesen  stiftete  er  zu  St  Theodor  eine  Jahrzeit  ^).  Dessen 
Schwester  Ursula  hingegen  verheirathete  er  1494  mit  Eucharius 

15  Holzach,  dem  spätem  Kathsherm  und  Zunftmeister  der  Haus- 
genossen; doch  starb  sie  schon  1499,  und  ihre  zwei  Kinder 
folgten  ihr  bald*).  Von  Ottilia,  seines  Bruders  Friedrichs 
Tochter,  sahen  wir  Ludwig  als  Vormund  schon  oben*).  Von 
Friedrichs   beiden    Söhnen    aber,    Martin    und   Ulrich,    nahm 

30  wenigstens  der  ältere,  Martin,  die  Hilfe  seines  Oheims  Ludwig 
in  Anspruch.  Denn  dieser  setzte  ihm  ein  Leibgeding  aus,  doch 
mit  dem  Vorbehalt:  »so  fer  er  sig  haltet  in  mim  willen«. 
Schon  1496  jedoch  zog  Ludwig  die  Hand  von  ihm  ab,  »dorumb, 
daz  er  het  ein  wib  genomen  wider  min  willen«  7).    Den  Jüngern 

25  Neffen  hingegen,  Ulrich  oder  Elly,  nahm  er  in  sein  Haus  auf 
als  seinen  »Diener«,  und  als  dieser  1504  starb®),  nachdem  sein 
Bruder  Martin  ihm  schon  1499  im  Tode  vorangegangen  war'), 
da  stiftete  Ludwig  am  13.  Dec.  1505  für  beide  Neffen  eine 
Jahrseit  zu  St.  Theodor  lo). 


XVII  1993  u.  XXIII  2704.  —  Für  Hans  s.  Oeb.  VEI  93,   auch  B.  Chron. 
IV  88  u.  89,  8.  J.  1503  u.  1507. 

1)  S.  Eikanntniflsb.  1 159  und  vgl.  Heusler  S.  419. 

2)  S.  unten  die  Allg.  Beilage  und  ygL  Heusler  S.  417,  —  Ein  for- 
meUes  Bedenken  gegen  die  TVaU  des  Sohnes  zum  Bürgermeister  mochte 
allwidings  darin  liegen,  dass  dieser  wohl  Ritter  war,  aber  nicht  bischöflicher 
Lehentrftger;  Tgl.  Oeb.  VII  93  und  Heusler  S.  416. 

3)  S.  Stadt  Urk.  1476  Aug.  31. 

4)  8.  im  St  A.,  St  Theodor  C,  Bl.  86,. und  unten  S.  456.. 

5)  8.  unten  S.  445. 

6)  S.  oben  S.  428. 

7)  S.  Ludwigs  Schuldbuch,  BL  30. 
8]  S.  unten  S.  447  u.  456. 

9)  S.  Ludwigs  Schuldbuch,  Bl.  20t>. 
10)  S.  St  Theodor  C,  BL  75.  . 


432  Ludwig  Kilehnuum. 

Am  4.  Juli  1499  starb  Ludwigs  £he£rma  Ekbeth^},  und 
die  Ehe  des  einzigen  Sohnes  blieb  kinderlos.  Schon  1502 
scheinen  Vater  und  Sohn  jede  Hoffiiung  auf  Nachkommen- 
schaft au%egeben  zu  haben;  denn  durch  eine  Urkunde  Tom 
1 8.  Juli  d.  J.  bestimmten  sie  beide  für  den  Fall  ihres  Ablebens  * 
ihr  Stammhaus  an  der  Bheingasse^),  sammt  dem  grössten  Heil 
ihres  sonstigen  Vermögens,  zur  Errichtung  einer  Herberge  für 
arme  Pilger.  Zugleich  schrieben  sie  auch  die  Hausordnung 
dieser  Anstalt  genau  vor  und  bezeichneten  als  deren  künftige 
Pfleger  den  jeweiligen  Schultheissen  von  Klein  Basel,  die  i» 
Meister  der  dortigen  drei  Oesellschaften  und  den  P&rrherm 
zu  St.  Theodor»). 

Dass  Vater  und  Sohn  übereinkamen,  eine  Pilgerherberge 
zu  stiften,  das  erklärt  sich  namentlich  beim  Sohne  schon  daraus, 
dass  er  selber  ein  weitgereister  Pilger  war.  Denn  nachdem  «s 
er  1496  in  Jerusalem  den  Ritterschlag  erlangt  hatte,  war  er 
1499  nach  St.  Jago  geritten,  dann  im  Jubeljahre  1500  nach 
Som,  und  wahrscheinlich  schon  im  folgenden  Jahre  hatte  er 
in  Oesellschaft  seines  Vaters  auch  eine  Wallfahrt  nach  Aachen 
unternommen,  von  wo  aus  sie  dann  beide  noch  weiter  bis  nadi  a 
Antwerpen  reisten  und  die  dortige  Messe  besuchten^).  Bald 
nachher,  als  im  Frühjahr  1503  die  Eidgenossen  über  den 
Gotthard  zogen  und  Locarno  belagerten,  befanden  sich  beim 
Zuzüge  Basels  wiederum  die  beiden  Kilchmann*),  und  als  1507 
die  Eidgenossen  Ludwig  XII  zu  seinem  Zuge  nach  Italien  s 
4000  Söldner  bewilligten <^),  da  war  es  Hans  Kilchmann,  welcher 
den  mitziehenden  Baslern  vom  Rathe  zum  Hauptmann  gegeben 
wurde  7).  Wiewohl  nach  der  Meinung  der  Tagsatzung  dieser 
Zug  nur  nach  Mailand  gehen  sollte,  so  willigte  auch  Kiloh* 
mann  gleich  den  andern  Hauptleuten  dennoch  ein,  mit  aeiner  3.j 
Schaar  bis  Genua  zu  ziehen,  und  dort  betheiligte  er  sich  am 
25.  April  bei  der  Erstürmung  der  verschanzten,  die  Stadt  be- 
herrschenden Anhöhen,  sowie  an  dem  für  die  Genuesen  gleich- 
falls ungünstigen  Gefechte  des  nächsten  Tages,  welches  die 
Uebergabe    der  Stadt   zur  Folge   hatte  ^).    Vom  Könige   reich  •& 


1)  S.  unten  S.  443. 

2)  VgL  oben  S.  430,  A.  6. 

3)  Die  Urk.  s.  im  St  A.,  Elendenherberge  No.  100». 

4)  8.  unten  S.  443. 

5)  S.  unten  S.  446. 

6)  S.  Eidg.  Absch.  XU  2,  S.  363. 

7)  S.  unten  S.  448. 

8)  S.  seinen  Brief  vom  29.  April,  im  St.  A.,  Bd.  8t  91  (10). 


Einleitung.  433 

beschenkt  und  mit  einem  lebenslänglichen  Jahrgeld  bedacht  i), 
kehrte  er  hierauf  mit  seiner  Schaar  nach  Basel  zurück.  Aus 
diesen  Söldnern  aber  waren  s.  Z.  auf  dem  Hinwege,  zu  Alt- 
dorf bei  der  Musterung,  von  dem  französischen  Bevollmächtigten 

»Karl  von  Amboise  24  Mann  als  überzählig  zurückgewiesen 
worden  3),  und  wiewohl  sie  eine  theilweise  Entschädigung  be- 
reits erhalten  hatten,  so  erhoben  sie  doch  gegen  Kilchmann 
noch  weitere  Forderungen.  Der  Kechtsstreit,  der  sich  nun 
hieraus  entspann,  wurde  erst  im  Januar  1508  dahin  beigel^t, 

10  dass  der  Beklagte  jedem  dieser  Kläger  noch  2  Gulden  aus- 
zahlen musste^). 

Inzwischen  wurden,  noch  bevor  dieser  Streit  erledigt  war, 
im  Juli  1507  die  eidgenössischen  Bünde  von  sämmtlichen  Orten 
gegenseitig  neu  beschworen^),  und  hiezu  wurde  als  Vertreter  Basels 

»  nach  Bern,  Freiburg  und  Solothurn  Hans  Kilchmann  abgeordnet, 
während  sein  Vater  in  gleicher  Eigenschaft  nach  Luzern  sich 
begabt).  Nur  wenige  Wochen  jedoch  nach  seiner  Rückkehr, 
im  September,  begieng  Hans  Kilchmann  in  der  Nähe  von  Klein 
Hüningen,   beim  Neuen  Hause  ^),  an  einem  jener  gegen  ihn 

20  klagenden  Söldner,  Hans  Nadler  gen.  Sprengler,  einen  Tod- 
schlag "^j,  und  gleich  nach  der  That  floh  er  mit  seinem  Knecht 
in  die  »Freiheit«  des  Frauenklosters  St.  Clara.  Sofort  jedoch 
liess  der  Rath  diesen  Ort  bewachen,  bis  am  28.  Sept.  die  bei- 
den Eingeschlossenen  sich  eidlich  verpflichteten,  in  das  Kilch- 

2s  mannsche  Haus  zu  gehen  und  dort  das  Urtheil  des  Raths  über 
den  von  ihnen  verübten  Friedbruch  und  Todschlag  zu  gewär- 
tigen. Auch  der  an  der  That  unbetheiligte  Vater  musste  sich 
eidlich  verbürgen,  dass  sein  Sohn  sich  der  strafenden  Gerechtig- 
keit nicht  entziehen  werde.     Das  Urtheil,  dessen  Datum  wir 

30  nicht  kennen,  lautete  auf  ewige  Verbannung  aus  der  Stadt  und 
ihren  Umkreis  von  5  Meilen  ^).  Jedoch  Hans  Kilchmann  hatte 
einflussreiche  Freunde  unter  den  Eidgenossen,  und  so  wurde 
am  13.  Oct.  zu  Zürich  auf  der  Tagsatzung  beschlossen,  beim 
Käthe   von   Basel  durch   eine  Gesandtschaft   sich  für  ihn  zu 

1)  S.  unten  S.  448. 

2)  S.  hieraber  im  Bd.  St  91  (10)  die  Briefe  Hans  K.'s  vom  18.  März 
und  12.  April,  auch  denjenigen  Amboises  von  letsteim  Datum. 

3)  8.  Oeb.  VII  124. 

4)  S.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  383. 

5)  S.  B.  Gbron.  IV  89,  und  unten  S.  449. 

6)  Ueber  dieses  Wirthshaus  s.  B.  Chron.  IV  82,  A.  3. 

7)  S.  Diebold  Schillings  d.  Luzemers  Chronik,  S.  189,  femer  eine  Notiz 
in  M^urstisens  Analekten  S.  241. 

8)  S.  Oeb.  Vn  122b  u.  123. 

BMler  Chroniken.    VI.  28 


434  Ludwig  Kilehmann. 

verwenden,  damit  die  Yerbannnng  in  eine  Geldbiuse  um- 
gewandelt würde  ^].  Diese  letztere  Zumuthung  swar  wurde 
vom  Rathe  abgewiesen.  Doch  erlangten  die  Boten  der  Eid- 
genossen, dass  am  20.  Nov.  die  Verbannung  auf  5  Jahre  und 
auf  die  Stadt  und  ihre  Bannmeile  ermässigt  wurde,  als  ob  der  % 
Schuldige  nur  einen  »schlechten  Todsehlag«,  d.  h.  ohne  er- 
schwerende Umstände,  b^angen  hätte  2).  Da  jedoch  der  Tod- 
schlag beim  Neuen  Hause  geschehen  war,  d.  h.  auf  dem 
Gebiete  des  Markgrafen  Christoff  von  Baden,  so  musste  Kileh- 
mann  auch  mit  diesem  sich  abfinden,  und  swar  durch  Zahlung  tt 
einer  Busse  von  210  Gulden').  Die  Stadt  aber  musste  er  nun 
5  Jahre  lang  meiden^),  und  auch  nachher  wurde  er  nicht  mehr 
in  den  Bath  gewählt,  während  sein  Vater  in  dieser  Behörde 
bis  SU  seinem  Tode  blieb  ^). 

Ludwig  Kilchmann  starb  am  24.  Sept.  1518*),   und    sein:» 
Sohn  Hans,    der   Letste   seines  Stammes,    überlebte   ihn   nur 
wenige  Jahre.    Schon  im  Frühjahr  1521   fühlte  er  sich    »sins 
lybes  ettwas  bloid,  swach  und  kranke  und  berief  deshalb  am 
22.  April  SU  sich  in  sein  Krankensimmer  das  Stadtgeri^t  von 
Klein  Basel  sur  Bestätigung  seines  Testaments,  in  welchem  er  >> 
eine  lange  Beihe  von  Verfügungen  zu  Gunsten  seiner  Ehefran 
und   verschiedener   Basen   und   Nichten   traf,    daneben    auch 
seinen  »alten  Diener«  Hans  Beinhart  gen.  Strecknot  bedachte*;. 
Schon   im   nächsten  Jahre,    am  26.  Mars  1522,    erfolgte  sein 
Tod^),  und  wie  sein  Vater  und  sein  Oheim  Friedrich,  so  wurde  :^ 
auch  er  bei  der  PfEirrkirche  St.  Theodor  bestattet,  während  alle 
altern  Glieder   des  Greschlechtes  Kilchmann   ihre  Gräber   im 
Klingenthal  hatten*).     Seine  Wittwe  aber   finden   wir    schon 
1526  wieder  verheirathet,  und  swar  mit  dem  frühem   Stadt- 
Schreiber  von  Gebweiler,  der  in  diesem  Jahre  Stadtsohreiber  3^ 
von  Klein  Basel  wurde.    Seinen  Namen  jedoch   kennen   wir 
nicht,  da  er  im  Oeffiiungsbuehe  nur  als  »der  Kylchmannin  man« 
beseichnet  wird^*). 

1)  &  Eidg.  Abseh.  UI 2,  S.  383. 

2)  S.  Oeb.  VU  123. 

Z]  S.  die  oben  S.433,  A.  7  enrihnte  Notis  in  WnrstiBeiis  Analekten  8. 241. 
4>  Im  Dee.  1512  war  er  wieder  in  Basel;  s.  Stidt.  Urk.  1512  BealG. 
5'  S.  Oeb.  Vn  133^  ff.  die  RathsbeMtnngen  von  1509  ff. 

6)  8.  TonjoU  S.  298. 

7)  Dieses  Testament  s.  im  St.  A.^  Karthsus  No.  468  ^  —  Ueber  Hans 
Strecknot  vgl.  ebend.,  Elendenherberge  No.  110«. 

8)  S.  TonjoU  S.  298. 
9^  S.  unten  S.  450. 

10)  S.  Oebw  VII  214b 


Einleitimg.  435 

Gemäss  der  Stiftung  von  1502  wurde  nach  Hans  Kilch- 
manns  Tod  in  seinem  Hause  die  Filgeiheiberge  eingerichtet, 
jedoch  nicht  für  lange.  Denn  in  Folge  dei  Befoimation,  die 
nichts  mehr  von  Wallfahrten  wissen  wollte,   wurde  diese  An- 

5  stalt  aufgehoben,  und  ihr  Vermögen  fiel  zu  drei  gleichen 
Theilen  dem  städtischen  Spital,  der  Elendenherberge  auf  dem 
St.  Petersberg  und  dem  Siechenhause  zu  St.  Jakob  zu^).  Noch 
heute  aber  prangt  das  Wappen  der  Kilchmann  sowohl  an  ihrem 
einstigen  Hause   an   der  Rheingasse  ^j   als   auch   an  der  von 

10  ihnen  gestifteten  Kanzel  zu  St.  Theodor,  und  ebenso  auf  ihren 
beiden  Todtenschilden,  welche  früher  gleichfalls  in  dieser 
Kirche  hiengen  und  jetzt  im  Historischen  Museum  sich  befin- 
den'). Noch  werth voller  jedoch  sind  fiir  uns  die  wenigen 
Au&eichnungen,  welche  Ludwig  Kilchmann  in  seinem  Schuld- 

15  buche  hinterlassen  hat. 

Dieses  Buch,    welches  jetzt  sich    im  Basler  Staatsarchiv  ^2™«^^^ 
befindet  und  dort  die  Bezeichnung  »Karthaus  B«  trägt,  gelangte 
aus   Hans  Kilchmanns   Hinterlassenschaft    veimuthlich   durch 
den  Prior  Eüeronymus  Zscheckenbürlin,  Hansens  Oheim  und 

30  TestamentsvoUstrecker^],  in  das  Archiv  der  Karthaus.  Wohl 
erst  nachdem  1557  das  Besitzthum  dieses  Klosters  vollständig 
unter  weltliche  Verwaltung  gekommen  war^],  erhielt  das  Buch 
von  einer  Hand  des  XVI  Jahrhunderts  die  Aufschrift:  »Schuld- 
buch hern  Ludwig  Kilchmans,  00   wegen  seiner  affection   an 

25  das  gottshausz  Carthaus  komen«.  Der  ganze  Band,  aus  welchem 
15  Blätter  ausgeschnitten  sind^],  umfasste  ursprünglich  gegen 
250  Papier blätter  kl.  folio  (Wasserzeichen:  Ochsenkopf  mit 
Stern),  wovon  die  vordersten  24  das  alphabethische  Register 
der  Schuldner  mit  Angabe  ihres  Blattes  enthalten,  während  die 

30  übrigen  eine  mehrfach  ungenaue,  mit  der  Zahl  323  schliessende 
Foliatur  tragen.  Der  Einband  besteht  aus  Holzdeckeln,  die 
mit  blassrothem  Leder  überzogen  sind.  Das  Buch  scheint  von 
Ludwig  Kilchmann   um  1484  angelegt  zu  sein,  und  zwar  so, 

1]  S.  hieraber  einen  Brief  von  1535,  im  SU  A.,  Elendenherberge, 
Akten  10  a. 

2)  Ein  Zimmer  dieses  Hauses  hat  noch  spätgothisches  Yertäfer  aus 
Kilchmannischer  Zeit 

3)  Ueber  einige  weitere  Reliquien  dieser  Art  s.  B.  Wackernagel,  im 
Histor.  Festbuch  1892,  S.  26U 

4)  S.  im  St  A.,  Karthaus  No.  468»,  und  vgl.  oben  S.  429. 

5)  S.  B.  Ghron.  I  529. 

6)  Bl.  238—252. 

28* 


436  Ludwig  Kilchmann. 

dasa  er  für  jeden  Schuldner  ein  Blatt  bestimmte,  wo  ei  saeist 
den  Betrag  des  Hauptgutes  sammt  den  Bedingungen  eintrugt 
und   nachher  Jahr  für   Jahr    die   eingegangenen   Zinse    und 
Bücksahlungen.     Wiewohl  nun  nach  Ludwigs  Tode  sein  Sohn 
Hans  diese  Einträge  fortführte  ^),  so  füllen  sie  doch  sunidist  nur  & 
Bl.  1 — 54,   und  weiter  folgen  blos  noch  auf  BI.  75 — 85  einige 
Naturalzinse    aus    dem   Sundgau,   sowie  auf  Bl.  100 — 108  die 
Antheile   an   verschiedenen    Bergwerken.     Von    den    übrigen 
Blättern   aber   sind    nur   die    8   loteten    beschrieben,    nämlich 
Bl.  316^ — 323,    und   hier   erst    finden   wir   das   Wenige,    wasi 
Ludwig  Ki  Ichmann  über  sich  selbst,  über  seine  Familie  und 
über  die  Kreignisse  seiner  Zeit  berichtet. 
ciiro^kftier         Der  Inhalt  dieser  8  Blätter  ist  ein  sehr  gemischter,  indem 
sie  neben   den  ohronikalen  Aufseichnungen  auch  solche  übei 
Kilchmanns  kirchliche  Stiftungen  imd  die  dadurch  erworbenes  i^ 
Rechte  enthalten.    Noch  mehr  aber  erscheint  die  äussere  An- 
ordnung als  eine  rein  zufällige,  indem   der  Schreiber  offenbar 
die  hintersten  Blätter  suerst  beschrieb  und  dann  von  dort  aus, 
also  von  hinten  nach  vorn,   im  Lauf  der  Jahre  immer   weiter 
vorrückte.     Während  wir  nämlich   die  jüngsten  Eintrage  z.  J.  ^^ 
1515  und  1518  auf  Bl.  316^  finden,  sind  wohl  als  die  ältesten 
dieser  Aufzeichnungen  zwei  Notizen  auf  Bl.  323^  zu  betrachten, 
worin  Kilchmann  z.  J.  1494  und  1499  die  Verheirathung  und 
den  Tod  seiner  Nichte  Ursula  erwähnt.    Unmittelbar  auf  diese 
aber   folgt  dort  der  Feldzug  von  1503   nach  Locarno,   sodann  2» 
erst  Basels  Aufnahme  in  die  Eidgenossenschaft,  z.  J.  1501 ,  und 
schliesslich  noch  z.  J.  1504   der  Tod  Ulrich  Kilchmanns,    de» 
Neffen  unsres  Chronisten ').    Aus  dieser  Zeit,  d.  h.  jedenfalls 
nicht  jünger,    sind   ferner    die  Einträge   auf  Bl.  320,    wo   er 
baslerische  Begebenheiten  von  1470  bis  1499  zusammenstellte.  ^' 
und  ebenso  diejenigen  auf  Bl.  321,  wo  er  aus  demselben  Zeit- 
raum Einiges    über    seinen   Hausstand   und   namentlich   über 
seinen  Sohn  Hans  berichtet.    Die  folgenden  Blätter  aber,  bis 
Bl.  323,  füllte  er  hierauf,  d.  h.  frühestens  um  1506'},  mit  Ein- 
trägen über  seine  kirchlichen  Stiftungen  und  die  damit  ver-s 
bundenen  Rechte. 


1)  Der  letEte  dieser  Einträge  ist  Yom  23.  April  1521,  also  aus  der  Zeit 
wo  Hans  bereits  erkrankt  war  und  sein  Testament  bestätigen  liess;  s.  im 
Sckuldbuch  Bl.  9,  und  ygl.  oben  S.  434. 

2)  Letstere  Notis  auf  der  Vorderseite  von  BL  323. 

.    3)  Diese  Einträge  erwähnen  bereits  die  erst  im  Dee.  1505  gestiftete 
Jahrzeit  für  Ubich  und  Martin  Silohmann;  s.  oben  S.  431. 


Einleitung.  437 

Schon  bei  diesen  letztern  Aufzeichnungen  rückte  Kilch- 
mann  von  hinten  nach  vorn  vor,  indem  er  augenscheinlich  auf 
BI.  322^  begann  und  dann  Seite  für  Seite  bis  Bl.  321^  gelangte. 
Da  nun  die  Vorderseite   dieses  Blattes  schon  mit  den  Nach- 

5  richten  über  seinen  Hausstand  angefüllt  war,  so  finden  wir 
den  Schluss  der  kirchlichen  Stiftungen  wieder  hinten  ein- 
getragen, nämlich  am  Fuss  von  BI.  323  und  322^.  Nachdem 
hierauf  Kilchmann  noch  auf  BI.  320^  eine  chronikale  Notiz 
z.  J.  1506,  sowie  auch  ein  Gräberverzeichniss  seiner  Verwandten 

10  eingetragen  hatte,  da  war  auf  den  letzten  Blättern  des  Buches, 
▼on  Bl.  320  an,  für  weitere  Aufzeichnungen  kaum  noch  irgend- 
wo Raum  vorhanden.  Deshalb  finden  wir  die  Begebenheiten 
der  folgenden  Jahre  auf  Bl.  316^ — 319^  eingetragen,  und  zwar 
wiederum  so,   dass  sie  mit  1507   auf  letzterm  Blatt  beginnen 

IS  und  auf  Bl.  316^  mit  1515  schliessen. 

Mitten  unter  diesen  Aufzeichnungen  Ki  Ichmanns  finden 
sich  auf  Bl.  316^  und  317  von  unbekannter  Hand  einige  Ein- 
träge über  die  Kälte  und  das  Erdbeben  vom  Januar  1514, 
sowie  auch  über  frühere  Erdstösse  von  1498  und  1499.    Ausser- 

20  dem  sind  noch  von  Eüchmanns  Hand  zwei  kurze  Einträge  am 
Fuss  von  Bl.  318^  und  321  zu  erwähnen,  nämlich  über  eine 
kirchliche  Stiftung  von  1484  und  über  die  Schlacht  bei 
Murten^).  Den  Schluss  des  Ganzen  aber  bildet  auf  Bl.  316^ 
die  von  seinem  Sohne  Hans  geschriebene  Notiz  z.  J.  1518  über 

25  Ludwig  Kilchmanns  Tod. 

Da  die  auf  BI.  321  verzeichneten  Nachrichten  über  Kilch- Wftrdiffuir. 
manns  Hausstand  mit  seiner  schon  1468  erfolgten  Verheirathung 
beginnen,  so  umfassen  diese  Aufzeichnungen  im  Ganzen,  bis 
1518,  einen  Zeitraum  von   50  Jahren.     Der  chronikale  Inhalt 

»0  ist  jedoch  sehr  ungleich  und  theilweise  recht  dürftig.  Denn 
während  der  Verfasser  e.  B.  beim  Zuge  von  1503  nach  Locarno 
es  nicht  verrä.umt,  auch  seine  und  seines  Sohnes  Betheiligung 
zu  erwähnen,  begnügt  er  sich  über  die  Schlacht  bei  Murten 
mit  einer  ganz  kurzen  Notiz,   aus  welcher  wohl  Niemand  er- 

35  rathen  würde,  dass  er  auch  dort  dabei  war  und  mithin  genug 
davon  zu  erzählen  wüsste^].  Begreiflicher  erscheint  es  hin- 
gegen, wenn  er  die  Pilgerreisen  und  Kriegszüge  seines  Sohnes 
bis    1507    gerne    erwähnt,    nachher    aber    von    ihm    ^mzlich 

1}  Wie  der  vorausgehende  Inhalt  der  betr.  Seiten  zeigt,  so  wurde  die 
erstere  Notiz,  z.  J.  1484,  erst  1510  geschrieben,  und  die  letztere,  ^.  J.  1476, 
jedenfalls  erst  nach  1500.  .     . 

2)  S.  oben  S.  429,  A.  4. 


438  Ludwig  Kilchmaiiii. 

schweigt,  da  er  BonBt  von  dessen  im  Herbste  d.  J.  yerübtem 
Todsohlag   und   seiner   Verbannung   hätte   berichten    müssen« 
So  ungenügend  jedoch  seine  Aufseiohnungen  yieifach  ersehei- 
nen mögen,  so  enthält  schon  der  chronikale  Theil  doch  Mandies, 
was  wir  bei  andern  Basler  Chronisten  vergeblich  suchen  wär-^ 
den,  und  auch  die  Mittheilungen  über  Kilchmanns  kirchliche 
Stiftungen  sind  namentlich  für  die  Kulturgeschichte  durchaas 
nicht  ohne  Werth.     Zugleich  aber  erscheint  der  Inhalt  dieser 
8  Blätter  auch  in  sprachlicher  Hinsicht  beachtensweith,  indem 
bei  keinem  andern  Bajsler  Chronisten  der  Einfluss  der  Mundart  t- 
sich  in  der  Rechtschreibung  so  sehr  geltend  macht  wie  bei 
Kilchmann. 
s%okmi6  ^^^  schon  bemerkt,  so  gelangte  dajs  Sohuldbuch,  welches 

des  Schuld-  diese  Aufzeichnungen  enthält,  nach  dem  Erlöschen  des  Kilch- 
mannischen  Greschlechts  in  den  Besitz  der  Karthäuser  ^).    Dai^ 
jedoch  dieses  Buch  nach  seinem  sonstigen  Inhalte  Torwiegend 
geschäftlichen  Zwecken  diente,  so  wurde  es  nicht  der  Bibliothek 
dieses   Klosters   einyerleibt,   sondern   dem   Archiv   derselben. 
Während  nun  erstere  schon  1590  mit  der  Oeffentlichen  Bibliothek 
yereinigt    und    dadurch    der  Forschung    zugänglich    gemacht  s 
wurde'),  blieb  Kilchmanns  Schuldbuch  in  der  Verborgeuheit, 
bei  den  Archivalien  der  Karthaus,  bis  es  mit  diesen  1856  ins 
Staatsarchiv  gelangte.     Der   einzige   Geschichtsforscher   aber, 
welcher  dieses  Buch  kannte  und  als  Geschichtsquelle  beachtete, 
war  der  schon  1588  verstorbene  Christian  Wurstisen,  der  daraus  2i 
einen    kurzen   Auszug   in   seine   handschriftlichen   Analekten 
aufnahm  '). 

▲usfau.  ^  d^  vorliegenden  Ausgabe  von  Kilchmanns  AufiKich- 
nungen  stellen  wir  an  den  Anfang  die  auf  Bl.  321  eingetragenen  » 
Nachrichten  über  seinen  Hausstand,  die  von  1468  bis  1500 
reichen.  Auf  diese  erst  lassen  wk  den  Hauptinhalt  folgen, 
nämlich  die  von  1470  bis  1515  reichende  Reihe  von  chroni- 
kalen  Nachrichten,  die  sich  aus  der  Zusammenstellung  des 
Inhalts  von  Bl.  316^—320  ergibt,  sobald  wir  mit  BL  320  be-3» 
ginnen  und  mit  BL  316^  schliessen.  Dabei  schalten  wir  die 
vereinzelten  Notizen  aus  den  Jahren  1476  und  1494 — 1504, 
die  sich  auf  BL  321  und  323  finden,  hinter  dem  Inhalt  von 
BL  320  ein,  also  zwischen  die  Nachrichten  von  1499  und  1506. 


1)  SL  oben  8.  435. 

2)  8.  B.  duton.  I  532. 

31  S.  in  der  OeffentL  BibUothek  die  Hs.  1  H  14,  S.  193  a.  198. 


Einleitung.  439 

Hierauf  erat  lassen  wir  die  kirchlichen  Stiftungen  folgen, 
wie  sie  ohne  Jahizahlen  auf  Bl.  321^ — 323  sich  finden,  und 
woBu  noch  ein  Eintrag  auf  BI.  318^  gehört.  Die  gleichfalls 
datumlosen  Notizen  über  die  Gräber  der  Verwandten  hingegen, 
5  am  Fuss  von  Bl.  320^,  schalten  wir  noch  vor  diesen  Stiftungen 
ein,  also  gleich  hinter  den  mit  1515  schliessenden  Chronikalien. 
Den  Schluss  des  Ganzen  aber,  also  hinter  diesen  Stiftungen, 
bildet  die  auf  Bl.  316^  von  des  Sohnes  Hand  geschriebene 
Notiz  z.  J.  1518  über  Ludwig  Kilchmanns  Tod.    Die  lieber- 

10  Schrift  L  H.  S.,  die  in  der  Hs.  über  jeder  Seite  steht,  behalten 
wir  nur  über  dem  Anfang  bei,  also  über  Kilchmanns  Haus- 
stand auf  Bl.  321.  Die  Zusätze  aber,  womit  er  einzelne  Ab- 
schnitte erst  nachträglich  ergänzte,  trennen  wir  vom  yoraus- 
gehenden  Texte  nur  durch  einen  Gedankenstrich.     Die  noch 

15  durchweg  römischen  Ziffern  ersetzen  wir,  wie  gewohnt,  durch 
arabische. 

In  der  Bechtschreibung  setzen  wir  auch  hier,  wie  immer,  g^^buig 
für  das  vokalisch  anlautende  v  oder  w  im  Drucke  durchweg  u. 
Das  überschriebene  w  aber  lösen  wir  in  wu  oder  uw  auf,  je 

20  nachdem  dasselbe  vor  oder  hinter  dem  zugehörigen  Vokal 
steht;  also  z.  B.  für  schwoger  setzen  wir  im  Drucke  schwuo- 
ger,  für  frow  aber  frouw.  Im  allgemeinen  aber  schreibt 
£[ilchmann  sehr  nachlässig  und  flüchtig,  so  dass  er  z.  B.  in 
Wörtern  wie  min,  in  und  im,  auch  in  den  Endungen  em 

25  und  en,  sehr  häufig  n  für  m  setzt  und  umgekehrt  Diese 
Verwechslungen  von  m  und  n  sind  so  häufig,  dass  wir  im 
Druck  ohne  weitere  Bemerkung  sie  kurzweg  ändern.  Die 
sonstigen  einfachen  Schreibfehler  hingegen,  soweit  sie  keine 
sprachliche  Bedeutung  haben,  verbessern  wir  zwar  ebenfalls  im 

ao  Texte,  bemerken  sie  aber  zugleich  unter  den  Varianten.  Im 
übrigen  jedoch  ist  Kilchmanns  Rechtschreibung  gerade  deshalb 
beachtenswerth,  weil  in  ihren  vielfachen  Schwankungen  und 
Eigenthümlichkeiten,  wie  schon  bemerkt,  der  Einfluss  der 
mundartlichen  Aussprache  sich  stärker  fühlbar  macht  als  bei 

35  jedem  andern  Basler  Chronisten.  Wollten  wir  nun  hier  in 
ähnlicher  Weise  wie  z.  B.  bei  Konrad  Schnitt  verfahren  und 
alle  das  Verständniss  erschwerenden  Besonderheiten  unter  die 
Varianten  verweisen,  so  käme  diess  einer  völligen  Freisgabe 
der  Sprache  unsres  Textes  gleich.     Wir  halten  es  daher  für 

40  geboten,  sie  hier  im  Text  unverändert  beizubehalten,  obschon 
wir  uns  nicht  verhehlen,  wie  sehr  dadurch  für  manche  Leser 
das  Verständniss  erschwert  wird.  Um  jedoch  diesem  Uebel- 
stand  wenigstens  einigermassen  zu  begegnen,   versuchen   wir 


440  Ludwig  Kilehmann. 

zum  Schlu88,  über  Kilohmanns  Eigenart  im  Schreiben  uns  in 
Kürze  Rechenachaft  zu  geben. 

Beginnen  wir  mit  den  Vokalen,  so  spricht  und  schreibt 
Kilehmann,  der  Basler  Mundart  gemäss,  für  das  gedehnte  a 
immer  o,  also  z.  B.  Kloren  für  Klara,  und  ebenso  für  den  & 
Umlaut  von  o  stets  e,  also  elly  für  öl,  abzülessen  für  ab- 
zulösen, gent  für  gegönt,  kenen  für  können,  machte 
für  möchte,  u.  s.  w.  Zwischen  o  und  uo  aber  fühlt  sein  Ohr 
keinen  deutlichen  Unterschied,  und  deshalb  schreibt  er  meistens 
don  für  dün  (thun),  fos  für  füsz,  stol  für  stül,  schlog  foito 
schlug,  rotten  für  rüten,  foder  für  füder,  aber  umgekehrt 
auch  tuog  für  tod,  und  züogen  für  zugen  oder  zogen. 
Ueberhaupt  setzt  er  für  uo  niemals  &,  sondern  meistens  uo^ 
oder  auch  ü,  so  z.  B.  immer  zu  für  zuo.  Da  femer  in  der 
Mundart  schon  das  volle  u  mehr  oder  weniger  zu  ü  wird,  und  » 
der  Umlaut  immer  zu  i,  so  schreibt  er  fir,  kritz,  xniller, 
minster,  king,  zig,  ermirt,  ferkinden  u.  s.  w.  Wo  aber 
dieses  i  für  ü  im  Anlaut  steht,  da  setzt  er  ihm  stets  ein  w 
Tor  und  schreibt  daher  wich  für  üch,  wier  für  üwer,  und 
wibber  für  über,  auch  nwig  für  nüw.  % 

Der  Diphthong  ei  wird  bei  Kiehmann  häufig  zum  gedehn- 
ten e,  und  so  schreibt  er  metlin  für  meitlin,  geset  für 
geseit,  gelet  für  geleit,  gemen  für  gemein,  hen  fax 
hein  oder  heim,  reszen  für  reisen,  u.  s.  w.  Den  Diphthong 
ie  hingegen  behält  er  zwar  bei  in  Wörtern  wie  die,  fier^^ 
brief ,  lieb,  und  setzt  für  ihn  hie  und  da  nur  ein  einfadies  i, 
wie  z.  B.  in  winacht,  diner  und  Linhart.  Jedoch  in  Wor- 
tern wie  krieg,  ietlich,  priester,  gieng  u.  s.  w.  wird  der- 
selbe —  ähnlich  wie  ei  —  zum  gedehnten  e,  also  zu  kreg. 
etlich,  prester,  gen  (gengj.  Da  nun  in  der  Mundart  nicht« 
nur  ü  zu  i  wird,  sondern  auch  üe  zu  ie,  so  erstreckt  sieb 
diese  Verwandlung  von  ie  in  das  gedehnte  e  auch  auf  Wörter 
wie  früe,  füeren,  hüener,  stüel,  tüecher,  Uely  und 
rüeffen,  für  welche  wir  deshalb  freg,  feren,  hener,  stel, 
teger,  Elly  und  reffen  finden.  s 

Bei  den  Consonanten  ist  vor  allem  die  häufige  Verwen- 
dung von  g  im  Auslaut  hervorzuheben.  Für  das  gedehnte  i 
nämlich  schwankt  Kilehmann  beständig  zwischen  y  und  ig, 
also  z.  B.  zwischen  sy  und  sig,  oder  zwischen  ally  (alle}  und 
allig,  und  dem  entsprechend  schreibt  er  auch  umgekehrt  etwai^ 
hertzy  statt  hertzig  (hertzog),  woraus  wir  deutlich  ersehen 
können,  dass  in  der  Mundart  dieses  auslautende  g  meistens 
nicht  ausgesprochen  wurde.     Wenn  er  sodann  eigig  setst  für 


Einleitung.  441 

ewig,  und  nwig  für  nüw,  so  muss  mithin  die  Aussprache 
wie  eyig  odei  ejy,  und  wie  nüy  gelautet  haben.  Weiter 
noch  setzt  er  g  sowohl  für  ch  als  für  h  in  Wörtern  wie  segen, 
v^erjegen,  beschegen,  ziegen,  bruogen,  wugen,  er- 
.^schogen  (erstochen),  buog  und  tuog.  Hier  überall  nun 
mochte  dieses  g  wohl  wie  schwaches  h  gesprochen  werden. 
Das6  es  aber  vor  t,  s  und  z  für  die  Aussprache  ganz  wegfiel, 
das  zeigen  Kilchmanns  Schwankungen  zwischen  liechtmesz 
und    lietmisz,    schlacht   und   schlat,    wachsz   und  wasz, 

1^  hogzit  und  hotzit.  Ebenso  schreibt  er  g  für  das  im  Auslaut 
stehende,  jedoch  nicht  gesprochene  d  und  w  in  Wörtern  wie 
tuog  für  tod,  oder  bug  für  buw,  und  selbst  an  solche  fügt 
er  dieses  g,  die  sonst  auch  in  der  Schriftsprache  ganz  ohne 
Consonant   auslauten,    wie   z.  B.   zwei   und  zwo,    wofür    er 

15  z weg  und  zwog  schreibt.  Da  ferner  in  der  Mundart  k 
sich  zu  g  erweicht,  oder  genauer  zu  gg,  so  schreibt  er 
z.  B.  schigen,  schegen,  schog,  ertrungeü,  frangen  für 
schicken,  stecken,  stock,  ertruncken,  francken.  Doch 
umgekehrt  wird  die  Vorsylbe  ge,   wo  sie  Tor  einem  mit  h 

26  beginnenden  Worte  steht,  mit  diesem  h  zusammengezogen  in  k, 
also  z.  B.  gehan  in  kan,  und  geheissen  in  keissen. 

Zwischen  dem  auslautenden  cht  und  ch  fühlt  Kilchmanns 
Ohr  keinen  rechten  Unterschied,  d.  h.  er  sprach  es  wohl  durch- 
weg nur  wie  ch,  und  deshalb  schreibt  er  z.  B.  Holtzacht, 

25  Tornacht,  Ocht  (Aachen),  Frangenricht,  wichtbischoff. 
Doch  umgekehrt  erklärt  sich  hieraus  auch  z.  B.  der  Schreib- 
fehler liechmisz,  wo  er  dem  schriftdeutschen  liechtmesz 
vor  dem  mundartlichen  lietmisz  den  Vorzug  geben  wollte. 
Da  nun  ch,    wie  schon   bemerkt,    in  manchen  Fällen   kaum 

30  gesprochen  und  deshalb  durch  g  ersetzt  wurde,  so  schreibt  er 
z.  B.  für  t  ocht  er  nicht  etwa  nur  tocher,  sondern  durchweg 
toger.  Andrerseits  aber  scheint  ck  theilweise  wie  ch  ge- 
sprochen worden  zu  sein,  und  diess  mag  die  Ursache  sein, 
warum  Kilchmann  sowohl  für  cht  als  für  ch  oft  ck  setzt,  so 

35  z.  B.  durck,  jock,  gesprocken,  aber  auch  reck  für  recht, 
und  gerick  für  gerichtet. 

Wie  noch  heute  die  Mundart  das  auslautende  st  wie  seh 
spricht,  also  z.  B.  isch  für  ist,  so  gehen  bei  Kilchmann  st 
und  seh  sowohl  im  An-  als  im  Auslaut  in  einander  über.    Er 

40  schreibt  daher  z.  B.  schellen,  schegen,  schift,  schog, 
dchrds,  Schubben,  schuol,  erschogen,  geschorbben  für 
stellen,  stecken,  stift,  stock,  stros,  Stuben,  stuol,  er- 
stochen, gestorben,   aber  auch  umgekehrt  gewesten  und 


442  Ludwig  Kilchmann. 

mensten  für  geweschen  und  menschen,  und  linst  und 
remist  fui  linisch  und  lömisch.  Wie  sehr  überhaupt  st 
für  ihn  dasselbe  war  wie  seh,  das  zeigt  sich  schon  darin,  dass 
er  2.  B.  den  Wochentag  donstag,  der  in  der  Mundart  donsch- 
tig  heisst,  stets  mit  tt  schreibt,  also  donsttag.  Nach  seinem  & 
Gefühl  gehörte  somit  ein  zweites  t  hinein,  damit  nicht 
donschag  gelesen  werde.  Weiter  noch  schreibt  er  für  st 
mehrmals  auch  ss,  also  s.  B.  Bassion  und  schwesser,  und 
umgekehrt  ablost  für  ablosz,  sowie  auch  sz  für  seh  in  fisz- 
mert,  fleisz,  menszen,  biszof  und  eszmitwugen.  ^^ 

Da  n  theil weise  wie  ng  gesprochen  wurde,  so  schreibt 
Kilchmann  namentlich  für  nn  öfter  ng,  so  z.  B.  gewungen, 
entrungen  und  rang,  aber  auch  umgekehrt  statt  ng  nur  n, 
also  z.  B.  genen  für  giengen,  geganen  für  gegangen, 
gescheut  für  geschenkt,  gesunen,  sint  und  sogar  sindi^ 
für  gesungen  und  singt.  Zugleich  wird  auch,  wie  noch  in 
der  heutigen  Mundart,  im  Auslaut  auf  nd  oft  das  d  weg- 
gelassen und  mithin  hau,  sin  und  abgen  geschrieben  fdi 
band,  sind  und  abgönd,  sowie  auch  im  Zwischenlaut  z.  B. 
in  elenen  für  elenden.  Bezeichnend  für  die  mundartliche  ä- 
Aussprache  ist  femer  die  Schreibung  speng  für  spend,  sowie 
auch  ma  für  man,  stoü  für  stoünd  oder  stuond.  Weiter 
wird  noch  b  ausgestossen  Tor  t  und  st  in  Wörtern  wie  blit 
für  blibt,  und  bost  für  hobst,  und  ebenso  hinter  r  z.  B.  in 
erworen  für  erworben.  Das  t  hingegen  fallt  w^  vor  bs 
oder  p  z.  B.  in  librester,  und  ebenso  hinter  b  z.  B.  in  hoüb- 
man.  Dasselbe  geschieht  auch  mit  1  vor  t  in  sotten  und 
wotten  für  selten  und  weiten,  mit  1  vor  b  in  haby  für 
halby,  und  mit  r  vor  t  in  geliffet,  Kattisser  und  Gitlei 
für  geliffert,  Kartüser  und  Gürtler.  Femer  noch  wird  wsi 
ausgestossen  hinter  seh  z.  B.  in  Schitz  und  geschoren  for 
Schwitz  und  geschworen,  und  ebenso  fehlt  durchw^  das 
genitivische  s  in  den  Wochentagen  zigtag  oder  zittag  und 
samtag. 


I.  H.  S. 

[321]  Item  ich  Ludwig  Kilchman  han  min  frouwen^)  ge- 
nomen  am  zinstag  vor  sant  Marttis  tag  im  68  jor.  —  Was  sy  J|*^  g 
in  irem  altter  19  jor,  do  ich  sy  nam. 
5  Item  min  frouw  ist  genessen  minsz  suns  Hanszen  uf  men-  ]^  ^^ 

tag  noch  der  alltten  fasnacht  im  70  jor. 

Item  min  frouw  seilig  ist  gestorbben  uf  sant  Ullrichs  tag^^^^ 
im  99  jor. 

Item  uf  donsttag  for  dem  meitag  im  96  jor  ist  her  Hansz  ^^^  ^g 
10  min  sun  zu  dem  Helgen  Grab  gefaren,  und  ist  wider  komen 
uf  sunentag  for  sant  Kattrinen  tag,   oüch  im   96  jor;    irachtNoT.  20 
29  wugen  und  3  tag.     Und  ist  zu  Jerusziem  uf  die  zit  ritter 
geschlagen. 

Item  uf  mentag  noch  unszy  frowen  tag  der  liechmesz  im  ^^^  ^ 
15  99  jor  ist  her  Hansz  zu  dem  feren  Sant  Jocop')  ritten,  und 
ist  19  wugen  uszgesin. 

Item  her  Hansz  ist  geritten  uf  zittag  noch  sant  Franciscus  ]^  ^ 
tag  im  1500  jor  gon  Rom  in  das  jubbeljor,  und  ist  12  wugen 
underwegen  blibben. 
20  Item   her  Hansz  und  ich  sind  mit  einander  geritten  zu 

unszy  frowen  gon  Ocht^),  und  uf  die  selbi  zit  euch  gon  Anttorf 
in  die  mesz^j. 


[320]    Item  keisser  Fridrich  ist  zii  Bassel  ingritten  uf  frittag  ^^^^  ^ 
noch  sant  Freuen  tag  im  73  jor,  wol  mit  tussig  pferden^). 
25  Item  esz  wasz  ein  groszer   ertbidem  am  nechsten  frittag  ^^^^  ^^ 

noch  sant  Felttis  tag®}  im  70  jor. 

1)  Elsbeth  Zscheckenbarlin;   s.  im  St.  A.,   St.  Theodor,   das  Jahrseit- 
buck  C,  BL  45b,  ferner  die  Urk.  Karthaus  No.  333,  und  Tgl.  oben  S.  428. 

2)  Santiago  de  Compostella. 

3)  Aachen. 

4)  «Antwerpen. 

5)  Diese  Zahl  ist  jedenfalls  su  hoch.    Im  übrigen  8.  B.  Chron.  1 1  ff., 
lY  69  ff.  u.  358,  und  V  440. 

6)  St.  Valentinstag.    Ueber  dieses  Erdbeben  Tgl.  oben  S.  285. 


444  Ludwig  Kilchxnann. 

s«pt^u  Item  disz  mort  ist  beschegen  zu  Bassel:    Uf  desz  helgen 

critz  tag  im  herbs  im  75  jor,  zu  dem  Sternen  i)  gegen  dem 
Rosengartten  wibber^),  by  dem  Bluomen^),  do  wurden  ermiit 
die  frouw  im  husz^)  und  ein  knecht,  und  ein  metlin,  und  ein 
armmer  ma.     Das  mort  het  man  nie  kenen  fernemen^).  & 

Jaii^li  Item  uf  mentag  vor  sant  Jocop  tag  im  SO  jor  ist  der  Rin 

so  grosz  gesin,  das  man  het  die  hend  uf  der  Rinbruck  ge- 
westen  •). 

Aug.  22         Item  uf  zigtag  vor  sant  Barttelmeusz  tag  ^)  im  80  jor  bin 
ich  Ludwig  Kilchman  gesin  zii  Mentz,  und  han  doselb  gesegen  iv 
turnieren. 

jaiii^26  ^^°^  ^^  ^^  ®^^  groszer  hagel  gesin  uf  zigtag   noch  sant 

Johansz  tag  desz  toffers,  im  87  jor,  und  sind  stein  gefallen 
alsz  grosz  alsz  ganseier  und  henereier  under  einander^]. 

Dec^to  ^tem  uf  donsttag  for  sant  Tommansz  tag  im  76  jor  wottem^ 

200  knecht  zii  dem  hertzig  von  Lüttren  ^)  in  kreg  sigen,  und 
sossen  zii  Bassel  in  ein  schif.  Und  do  sig  kommen  zii  dem 
Saltzturn,  do  gen  das  schif  under,  und  ertrungen  wol  by  den 
60  manen  ^% 

2.  Ha.:  im  henb. 

1)  Genauer  zum  rothen  Stern;  8.  St&dt.  Urk.  1489  Febr.  25.  Es  iit 
das  jetsige  Haus  >zum  Korb«,  Schwanengasse  Ko.  2. 

2}  Zum  Rosengarten,  später  zum  Rosenkranz,  hiess  da«  jetzt  ab- 
getragene Eckhaus  zw.  Schwanengasse  und  Schiffl&nde. 

3)  Das  Gasthaus  zum  Blumen  (nicht  zu  Tcrwechseln  mit  dem  jetzigen 
Gasthause  d.  N.)  bildete  mit  der  St.  Brandolfskapelle  eine  freiztehemle 
Häuserinsel  mitten  auf  dem  Areal  des  jetzigen  Blumenrains. 

4)  Die  Wittwe  des  Mathias  zum  Sternen ;  s.  B.  Chron.  II  287  und  TgL 
Schönberg  S.  628  u.  759. 

5)  Ueber  die  vergeblichen  Nachforschungen  s.  B.  Chron.  II  288  u.  299, 
femer  Basels  Briefe  vom  18.,  19.  u.  21.  Sept  d.  J.  an  Terschiedene  Städte, 
im  Missiyenb.  XIV  179  ff.  Noch  1489  fiel  ein  Verdacht  auf  den  Krämer 
Mathias  Walter,  der  jedoch  bald  wieder  aus  der  Haft  entlassen  wurde;  s. 
Stadt  Urk.  1489.  Febr.  25. 

6)  Ueber  diese  Rheingrösse  s.  B.  Chron.  V  531  ff.,  auch  oben  8.  324. 

7)  Dieses  Datum  (22.  August)  zum  Turnier  su  Mains  wird  bestätigt 
durch  Ritter  Ludwig  von  Eptingen,  im  Stammbuche  dieses  Geschlechts. 
Die  Mainzer  Chronik  hingegen,  in  Chron.  d.  d«  Städte  XVIIL84,  setzt  dieses 
Turnier  auf  Sonntag  nach  Bartholomäus  (27.  August).  Ueber  das  StaxniB- 
buch  der  Herren  von  Eptingen  (jetzt  im  Besitz  der  Familie  Ton  Sonnen- 
berg in  Luzernj  s.  Th.  von  Liebenau  im  Anzeiger  f.  Schweiz.  Alterthinns- 
künde  1878,  S.  835  ff: 

8)  Vgl  B.  Chron.  V  535,  auch  oben  S.  305. 

9)  Lothringen. 

10)  Vgl.  B.  Chron.  m  85  u.  477  ff. 


1475--1499.  445 

Item  ess  wasz  ein  strit  for  Nansze  uf  mentag  ^)  foi  dem  ^^]^  .^v 
XII  tag  im   77  jor;    doselb  ward  erschlagen   der  hertzy  von 
Burggung. 

Item  uf  unszy  frowen  ebben  in  der  Tasten  ^j  im  99  jor  ^  ^2 
5  beschag  die  schlat  uf  dem  Bruoderholtz.    Und  dornoch  uf  sant 
Maria  Madlenen  tag  beschag  euch  in  dissem  jor  die  schlat  zu  Jau  22 
Tornacht»). 

[321]   Item  uf  samtag  vor  sant  Johansz  tag  im  76  jor  wasz  ^^^ 
der  strit  zii  Murtten,  und  komen  dem  hertzy  von  Burg^^  fil 
10  litten  umb,  by   den  22  tussig  man,  und  uf  unszer  sitten  nit 
30  man^]. 

[323^]   Item  ich  han  gen  Irsslin^),  minsz  brüoders  Hansz 
Conrats  seiligen  toger,  ein  man,  Kariusz  Holtzacht®),  uf  frittag  i^o^ 
for    sant    Paulusz   bekerd  tag  im  94  jor;   uf  den  selben  tag 
15  genen  sig  zu  kilchen. 

Item  Irssilin  ist  gestorben  uf  mitwugen  in  der  nacht,  do  ^^  ^7 
esz    12   schlog,    for  sant  Andresz  tag  im   99  jor;    [lit  zii  sant 
Joder  fergrabben  vor  sant  Felttis  alttar^)  und  het  zweg   kind 
ferloszen,  sind  metlin.  —  Diszy  bedy  kind  sind  tod. 

1.  Hb.:  ein  strit  for  lanixe.  4.  Hi.:  in  der  waeten.  12.  Ha.:  Hann  Cosrai 

Belügen. 

1)  Auf  einen  Montag  fiel  1477  allerdings  der  Dreikönigstag  oder 
zwölfte  Tag  (nach  Weihnachten).  Die  Schlacht  bei  Nancy  geschah  jedoch 
Tags  BUYor,  d.  h.  Sonntags  den  5.  Januar. 

2)  ^u  diesem  Datum  ygU  Anshelm  11  153:  Uf  den  22.  merzen,  was 
fritsg  Yorm  Palmtag,  und  zu  Basel  unser  frowen  abent.  —  Nach  dem  all- 
gemeinen Kalender  fiel  1499  die  Vigilie  Ton  Mari&  Verkündigung  (24.  März) 
auf  den  Palmsonntag.  Um  nun  dieses  zu  yermeiden,  wurde  im  Bisthum 
Basel  —  soYiel  sich  aus  obiger  Angahe  Anshelms  ergibt  —  in  solchen 
Fällen  das  Marienfest  Yor  die  Vigilie  des  Palmsonntags  Yerschohen,  also 
auf  den  23.  März,  und  somit  fiel  die  Vigilie  des  ersteren  Festes  auf  den  22. 
Das  Yorliegende  Datum  zum  Treffen  am  Bruderholz  steht  daher  keineswegs 
im  Widerspruch  zu  demjenigen  der  Chronik  des  Schwabenkrieges;  s.  ohen  S.S. 

3)  Ueber  die  Schlacht  bei  Domach  s.  oben  S.  11.  —  Ueber  die  Erd- 
beben Yon  1498  u.  1499  s.  unten  S.  455. 

4)  Vgl  B.  Chron.  III 14  u.  37. 

5)  Ueber  Ursula  Kilohmanns  Vater  Hans  Konrad  s.  oben  S.  426. 

6)  Eucharius,  ein  Sohn  des  Oberstzunftmeisters  Oswald  Holzach,  wurde 
1507  Rathsherr;  s.  B.  Chron.  I  30  u.  213,  ferner  im  St.  A.,  St.  Theodor  C, 
BL  74.  Er  war  Wittwer  und  hatte  einen  Sohn  erster  Ehe,  Eucharius  d.  Jüngern, 
den  spfttem  Arzt,  geb.  1486;  s.  B.  Chron.  I  416,  A.4,  und  Tonjola  S.  300. 

7)  Das  Eingekl.  ist  ergänzt  aus  einem  durchgestrichenen  Duplikat  dieser 
Notiz  auf  BL  323.  —  Ueber  die  Pfarrkirche  St.  Theodor  und  den  dortigen 
St.  Valentinsaltar  s.  R.  Wackemagel  im  Histor.  Festbuoh  1892,  S.  278  ff. 


446  Ludwig  Kildimanii. 

Wozu  ^^™  ^^  zigtag  in  dei  fronfasten  in  der  fasten i),  im  1503 
jor,  sind  min  herren  von  Bassel  gezogen  gon  Beltxentz^}  mit 
500  man'),  und  hend  die  selben  500  man  geliffet  in  irem 
kosten^};  und  sind  min  sun  her  Hanss  und  ich  ouch  mitzogen. 
Und  ist  min  schwuoger  Fetter  Offenburg  ^J  und  Fridrich  züi  i 
Linden  <^)  hoblit  gesin,  und  lifferher  Willem  Zegler^),  und  Hana 
Stoltz  und  Fetter  Brieffer^)  fettermeister*)  und  wibber  die 
wegenlit.  Und  sind  16  tag  gelten  for  ein  schlosz,  hiest 
Luggariss  ^<^),  wasz  2  mil  fir  Beltzentc  hinuss;  und  sind  by 
5  wugen  uszgesin  und  3  tag  ^^).  i« 

JoiMi  Item  uf   sunentag    for  sant   keisser  Henrichsz  tag^}   im 

1501  jor  hend  wir  den  Eignoszen  geschoren,  und  sig  unss  oüch, 
noch  der  pintbrieffen  lut  und  sag,  und  ist  ein  eigig  pindss. 
Disz  schweren  beschag  an  offem  Kormert  von  ein  gantzen 
gemeiny.  w 

13.  Hb.:  lat  und  Mt. 

1)  Genauer:  nach  der  fronfasten.  Die  Frühjahnfrohnfasten,  welehe 
immer  in  die  n&chste  Woche  nach  Aschermittwoch  fetUen  [daher  hier:  in 
der  fasten)  und  erst  am  Mittwoch  beginnen,  fielen  1503  auf  den  8.  bis 
11.  M&rs.  Der  hier  erwähnte  Auszug  hingegen  erfolgte  Dienstags  den 
14.  Mftrs;  s.  den  Eeisrodel  dieses  Zuges,  im  St.  A.,  Bd.  St  91  (8). 

2)  Bellinzona,  deutsch:  Bellents. 

3)  Genauer  600;  ygL  oben  S.  19,  und  femer  Anshelm  11  375. 

4)  D.  h.  die  Verpflegung  geschah  auf  Kosten  Basels  und  nicht  der 
3  Waldstädte,  auf  deren  Gesuch  hin  der  Zug  geschah. 

5)  Peter  O.  der  jüngere,  seit  1501  Bürgermeister,  war  in  erster  Ehe 
vermählt  mit  Juliana  Ton  Schönenberg,  welche  1484  noch  lebte,  aber  sp&tei 
nicht  mehr  erwähnt  wird;  s.  B.  Chron.  V  310.  Da  nun  L.  K.  ihn  hier  seinen 
Schwager  nennt,  so  mag  er  in  zweiter  Ehe  eine  yon  dessen  4  Schwest^n 
geheirathet  haben ;  vgl.  oben  S.  426. 

6)  Friedrich  Hartmann  gen.  sur  Linden,  seit  1501  Oberstsanftmeister, 
wohnte  schon  1475  an  der  Eisengasse,  wo  das  Haus  No.  23  zur  Linde  heisst; 
s.  Schönb.  S.  768,  und  vgl  oben  S.  19. 

7)  W.  Zeigler,  seit  1487  im  Rathe  als  Aohtbürger,  wurde  im  Juni  1503 
Bürgermeister. 

8)  Stoltz  und  Briefer  waren  Rathsglieder  und  beide  zünftig  zur  Gelten. 

9)  Nach  des  Verfassers  Schreibart  ist  »fettermeisterc  wohl  dasselbe, 
was  sonst  fiettermeister  oder  f&ttermeister  lauten  würde,  also  ein  Beamter, 
der  für  die  Pferdeverpflegung  zu  sorgen  hat 

10)  Die  Basler  erreichten  Locamo  am  27.  März,  und  am  10.  April  hoben 
sie  ihr  Lager  wieder  auf;  s.  den  oben  in  Anm.  1  erwähnten  ReisrodeL  Im 
Texte  mag  daher  »XVI  tag«  verschrieben  sein  für  XIV. 

11)  Vom  14.  März  bis  21.  April;  s.  den  Reisrodel  und  vgl.  oben 
Anm.  1. 

12)  Auf  diesen  Tag  trafen  die  Gesandten  der  Eidgenossen  in  Basel 
ein,  worauf  am  13.  Juli  der  Bundessohwur  erfolgte;  s.  £ädg.  Absch.  IQ,  2, 
S.  121  u.  126,  und  vgl.  oben  S.  18. 


1501—1506.  447 

[323]  Item  Elly  Kilchmani)  ist  gestorben  uf  sant  Andresz  ^  ^ 
obben  im  1504  jor;  lit  zu  sant  Joder  fergrabben  for  sant  Andresz 
altter^),  do  min  bruoder  Fridrich  sellig  lit^). 

[320^]  Item  uf  samtag  vor  sant  Nigklausz  tag^}  im  1^<)6i)^5(P) 

s  jor  het  man  Frantz  von  Brun  fir  recht  gesteh  zu  Bassel^).    Do 

het  er  ferjegen,   das  er  sin    fatter  hab  fergebben  mit  gift®); 

und   het  einer  im  geholffen,  het  keissen  Jery  Linder^},  wasz 

ein  tuogscherer.     Do  het   man  Frantzen  gerick,  und   ist  mit 

der  urttel  erkent,  das  man  in  seil  brenen  mit  heissen  zangen, 

ö  und  in  uf  ein  karren  setzen  und  durck  die  stat  feren,  und 

5  moUen  in  der  stat  brenen:  einist  am  Kormert,  und  das  ander 

mol  for  der  Gensz  an  den  Spalten  ^),   und  das  ander  mol  am 

Fiszmerty  und  das  drit  mol  an  der  Rinbruck,  und  das  fiert  mol 

abber  am  Kormert*),  und  das  5.  mol  for  dem  spitteP®).     Und 

15  dornoch  het  man  in  uf  ein  rad  geleit  ^^). 

1)  Ueber  Ulrich  K.  s.  oben  S.  431. 

2)  Ueber  diesen  Altar  s.  Ulstor.  Festbuch  1892,  S.  280. 

3)  Ueber  Friedrich  K.  s.  oben  S.  427. 

4)  Sollte  vielleicht  heissen:  nach  s.  Nikiaus,  oder:  vor  s.  Luden  tag 
(12.  Dec).  Wenigstens  wurden  die  Kosten  der  Hinrichtung  erst  Samstags 
den  19.  Dee.  verrechnet;  s.  Wochenausgabenb.  XII  974. 

5)  Ueber  diesen  Mord  vgl.  bei  Buxtorf-Falkeisen,  Basler  Stadt-  und 
Landgeschichten  aus  dem  XVI  Jahrhundert,  8.  8  ff.  den  Inhalt  eines  hand- 
schrifü*  Fragments,  welches  seither  verschollen  ist.  Demnach  war  der 
Mörder,  der  dort  nicht  genannt  wird,  der  einsige  Sohn,  und  sein  Vater 
Wittwer;  auch  verstrichen  zwischen  des  Vaters  Tode  und  der  Entdeckung 
des  Verbrechens  mehrere  Jahre.  Nun  lebte  1506  vom  Geschleohte  von 
Brann  ausser  Franz  einsig  noch  Morand,  welcher  gleich  seinem  schon  1491 
Tcrstorbenen  Vater  Heinrich  im  Rathe  sass  und  durch  seine  Gemahlin  Maria 
Zscheckenbürlin  mit  L.  Kilchmann  verschwägert  war;  s.  B.  Chron.1331, 
A.  4  und  Tonjola  S.  116.  Der  von  Franz  vergiftete  Vater  hingegen  war 
vermuthlioh  Jakob  von  Brunn,  welcher  1473  das  Bürgerrecht  kaufte  und 
im  Juli  1502  starb;  s.  Oeb.  V  105<>  und  Tonjola  a.  a.  O. 

6)  NSheres  über  die  Vergiftung  s.  bei  Buxtorf-Falkeisen  a.  a.  O. 

7)  Georg  Linder. 

8)  Das  Stammhaus  des  schon  damals  erloschenen  Geschlechts  zur 
Gense  (Gans),  jetzt  Schneidergasse  No.  34,  an  der  Kreuzung  dieser  Gasse 
und  des  Spalenberges  mit  der  Hutgasse. 

9)  Der  beschriebene  Weg  bildet  mit  seinen  Haltstellen  ungefSEÜir  ein 
Viereck.  Wenn  aber  auf  dem  Markte  der  Verbrecher  wirklich  beide  Mal 
gebrannt  wurde,  so  geschah  das  im  Ganzen  nicht  5,  sondern  6  mal.  Doch  auch 
die  Bechnung  über  diese  Hinrichtung,  im  Wochenausgabenb.  XII 974,  erwähnt 
nur  5  maliges  Brennen,  und  L.  K.  selber  schreibt  oben  zweimal  nach  ein- 
ander >da8  ander  mol«,  und  kommt  deshalb  am  Sohluss  nur  auf  »das  5.  mol«. 

10)  Der  Spital  lag  an  der  Freien  Strasse  gegenüber  dem  Münsterberg, 
also  am  Wege  vom  Kommarkt  zur  Richtstätte  vor  dem  St.  Albanthor. 

11)  Ueber  die  Hinrichtung  s.  Näheres  im  Wochenausgabenb.  XII  a.a.O. 


448  Ludwig  Kilehmann. 

De&a  Item  uf  mitwugen  noob  sant  Andreas  tag  im  1506  joi 
wasz  der  Rin  so  grosz^},  das  er  mir  in  min  keller^]  gen, 
wibber  ally  fasz  und  biss  uf  die  haby  siegen,  in  beden  kellet. 
Und  gen  der  Rin  zu  der  Kronen']  in  das  huaz.  Und  in 
dissem  jor  stou  ein  kommet  am  himmel,  alsz  ein  groszy  rotten^),  s 
Und  woren  wol  fier  ertbidem  ouch  in  dissem  jor^),  undworen 
ally  wasser  grosz.  Und  uf  dissy  zit  rang  denen  von  Seinen  ^) 
ein  jock  uf  der  brück  enweg. 

Wknl  [319**]  Item  uf  zigtag  noch  sant  Fridlinsz  tag  im  1507  jor'i 

ist  min  sun,  her  Hansz  Kilchman  ritter,  miner  heren  vom« 
Bassel  hoübman  worden,  und  het  kan  250  man  under  im^, 
und  ist  mit  den  selben  250  knecht  zogen  zu  dem  king  von 
Frangenrich  gon  Meiland  in  kreg^).  Und  han  kan  min  henen 
von  Eignoszen  by  den  6  tussig  knecht  i<^j,  und  sind  zogen  fir 
die  stat  Jenouw^i).    Doselb  band  siggewungen  3  letzy^),  undt 


1)  VgL  Strassburgei  Archivchronik,  im  Code  historiqae  de  Strasbouig 

II  217,  wo  ebenfalls  z.  J.  1506  ein  Austreten  des  Rheines  erw&hnt  vird. 
jedoch  »umb  Agnetis«,  also  sum  21.  Januar. 

2)  In  seinem  Haus  an  der  Rheingasse;  s.  oben  S.  430,  A.  5. 

3)  Der  Gasthof  d.  N.,  an  der  Schifflände. 

4)  VgL  hierüber  Brilingers  Chronik,  cum  13.  August  1506. 

5)  Zwei  derselben  s.  oben  S.  192. 

6)  Seckingen. 

7)  Dieses  Datum  scheint  sich  nicht  auf  Kilchmanns  Ernennung,  son- 
dern auf  den  Aufbruch  von  Basel  su  Besiehen.  Denn  schon  am  14.  Man 
sollte  die  Schaar  in  Altdorf  eintreffen;  s.  Eidg.  Absch.  UI  2,  S.  364.  —  Ueber 
diesen  Zug  vgl.  oben  S.  30. 

8)  Diese  Zahl  sollte  Basel  eu  den  4000  Söldnern  stellen,  welche  die 
Eidgenossen  auf  der  Tagsatsung  vom  24.  Febr.  Ludwig  XII  als  Begleitung 
für  seine  angebliche  Reise  nach  Mailand  bewilligt  hatten;  s.  Eidg.  Abseh. 
UI  2,  S.  362  ff.  In  Wirklichkeit  sogen  jedoch  von  Basel  284  Mann  aus,  und 
von  diesen  wurden  su  Altdorf  24  ausgemustert,  so  dass  noch  260  blieben; 
B.  im  St  A.  Bd.  St  91  (10)  die  Briefe  Karls  von  Amboise  und  Hans  Kilch- 
manns, beide  vom  12.  April,  und  Tgl.  ebend.  den  Musterro^el  Tom  22.  Man. 

9)  Die  Basier  zogen  mit  den  Zürchem  und  Schaffhausem  über  den 
Gotthard  nach  Varese,  wo  sie  auf  die  andern  Zusüge  warten  mnssten;  s. 
Anshelm  lU  43  ff. 

10)  Diese  Zahl,  im  Gegensatz  su  den  bewilligten  4000,  hat  auch  Htns 
Kilchmanns  Brief  vom  12.  April,  und  ebenso  Anshelm  III 45. 

11)  Von  Varese  wurden  sie  zuerst  nach  Alessandria  geführt,  angeblieh 
um  dort  den  König  zu  erwarten,  nachher  aber  weiter  bis  Genua;  s.  Ans- 
helm in  44  und  Schillings  des  Luserners  Chronik  S.  174  ff.,  femer  Eidg- 
Absch.  III  2,  S.  366  ff.  und  Küohmanns  Brief  vom  12.  April. 

12)  Ueber  diesen  Sturm,  yom  25.  April,  vgl.  im  Bd.  St  91  (10)  Hans 
Kilchmanns  Brief  vom  29.,  auch  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  367,   und  Anshebs 

III  45.    Laut  Hans  Kilehmann  waren  es    »3  starck  pastien  und  letiin«- 
Diese  Verschansungen  lagen  auf  den  die  Stadt  beherrschenden  Höhen. 


1506—1607.  449 

hend  under  dristen^]  denen  von  Jenouw  erschlagen  by  den 
tüssig  man,  eischogen  und  wund  macht.  Dornoch  hend  sig 
die  von  Jenouw  an  desz  kingsz  von  Frangenrich  gnod  gebben. 
Und  sind  uf  unszer  sitten  by  den  100  wund  worden  und.er- 
"^  schogen^],  und  sind  unszer  lit  10  wugen  by  dem  king  im  feld 
gesin.  Und  het  der  king  gebben  eim  fosknecht  4^2  gülden 
Binst,  imd  eim  houbman  6felttigen  sold,  ein  monet;  und  het 
mim  sun  gescheut  zum  sim  sold  by  den  200  Rinster  gülden, 
und  im  zügeset,  alsz  lang  min  sun  leb,  alli  jor  uf  unszy  frowen  Febr.  2 
in  tag  zii  der  lietmisz  zu  gebben  180  frangen^).  Und  het  ein 
gnedigen  king;  und  die  herren,  die  by  dem  king,  sind  im 
ouch  gnedig  gesin. 

Item  uf  sunentag  vor  sant  keisser  Henrichsz  tag  im  1507  ^^7^^ 
jor  hend  wir  Eignoszen  den  bunt  geschoren,  den  wir  ally  5  jor 
1»  seilen  tuon.    Item  und  sind  disz  die  hotten  gesin,  die  von  ort 
zu  ort  geritten  sind^): 

Her  Lienhart  Greb   alltter  ziinfmeister,  gon  Zürich  und 
gon  Schoffhussen. 

Her  Hansz  Kilchman  ritter,  gon  Solturn  und  gon  Bern 
2i»  und  gon  Frigbürg. 

Ludwig  Kilchman,  gon  Lutzern. 

Hansz  Grof,  Ury. 

Waltter  Hamesch,  Switz. 

Mattis  Yselin,  Underwalden  ob  dem  Wald. 

Ludwig  Striib,  Underwalden  nid  dem  Wald. 

Fridrich  Hartman,  Zug. 

Hansz  Stoltz,  Glarisz. 

Item  ich  gib  den  zu  der  Herren^)  ally  jor  10  s  noch  dem 
XII  tag,  nochdem  und  ich  von  inen  ein  schrift  hau  usz  irem 

4.  Hs:  um«»  ritten.  10.  Es:  kü  gebben  C  und  LXXX  frangen  sft  gen. 

27.  Hb.:  GUrin  Huiez  StoltE. 

1)  AUe  in  der  Yorigen  Anm.  erwähnten  Berichte  wisaen  ausser  dem 
Sturm  vom  25.  April  nur  noch  von  einem  Gefechte  des  folgenden  Tages, 
auf  welches  am  27.  die  Uebergabe  der  Stadt  erfolgte. 

2)  Vgl.  Hans  Kilchmanns  Brief  vom  29.  April:  von  allen  Eidgnossen 
nit  ob  100  man  dot  und  wunt  und  geschossen. 

3)  Diese  Belohnungen  rührten  wohl  daher,  dass  neben  Zürich  und 
Unterwaiden  die  Basler  die  ersten  waren,  welche  sich  bereden  Hessen,  von 
Varese  nach  Alessandria  und  weiter  noch  gegen  Genua  2u  ziehen,  obschon 
sie  von  der  Tagsatsung  hiezu  keineswegs  ermächtigt  waren;  s.  den  Brief 
der  Solothumer  Hauptleute  rom  12.  April,  in  Eidg.  Absch.  UI  2,  S.  366. 

4]  Vgl.  B.  Chron.  IV  89  ff.,  wo  auch  dasselbe  Verzeichniss  wie  hier. 

5)  Die  Kleinbasler  Gesellschaft  zur  Häre  (zum  Netz).  Ueber  ihr  Haus 
an  der  Rheingasse,  neben  der  St.  Niklauskapelle,  s.  R.  Wackemagel  im 
Festbuch  1892,  S.  257. 

Basier  Chroniken.    YI.  29 


2.1 


naoh 
Jan.  6 


450  Ludwig  Kilehmaiin. 

buoch^),   min  lebtag  lang  und  nit  lengei^),  und  bin  inen  nit 
witer  schuldig  mit  keinen  dingen. 

se  t^  l^^^]  ^^^  uf  samtag  foi  sant  Matheus  tag  im  1508  jor 
sind  min  herren  von  Lutsren  und  Underwalden  komen,  und 
by  18  von  Zwing,  imd  einer  von  Schiti  und  einer  von  Wury,  s 
imd  hend  bruoder  Fritien  wider  hen  gefert').  Und  sind  disser 
von  Lutzren  und  Underwalden  und  Zwirig  aller  gesin  bj  den 
250  man^),  und  hend  die  selben  gessen  zürn  Brunen  und  uf 
der  Schmiden  hüsz.  und  zu  dem  Safren ;  doselb  hei  man  erlich 
kocht.  Und  hend  die  ret  al  by  inen  gessen  uf  etlicher  schub-  u 
ben,  und  min  gpiediger  her  von  Bassel  und  der  wichtbiszot 
und  min  her  von  Litzel  oüch^],  und  al  tomherren  Ton  der 
bogen  schift.  Und  het  min  her  von  Bassel  inen  gesdient  ein 
halb  foder  win,  und  das  kappitel  12  mosz  maisiger  ^),  und  min 
her  von  Litzel   4  mosz  maisiger    Und   het   min   beren   diasu 

8«pti6hogzit  kost  by  den   800  Ib. ^).     Und  sind  am   samtag,   alsz  for 

sept  20  stot,  gon  Bassel  kommen,  und  sind  am  mitwugen  wider  hein 
zogen;  wasz  by  den  5  tagen.  —  Me,  das  man  nochicb  fand, 
das  oüch  wibber  den  Fritzen  ist  ganen,  macht  by  den  40  Ib. 
aber  uszgen^].  9 

Not.  (4)  Item  in  der  mesz  uf  sant  Marttis  tag  im  1508  jor  ist  ein 
schif  underganen  ob  Klinouw  in  dem  Rin*),  und  sin  doselb 
ertrungen  by  den  40  menszen,  und  sind  ebben  fil  usskommen. 
Die  schiflit  von  Zwirig  hend  das  schif  ferfert.  Do  hend  min 
herren  von  Zwirg  den  einen  schiffman  gefanen,  und  hend  ab» 

1.  Hs.:  bis  imer  nÜ  witer  9.  Hs.:  der  Scluiiden  hftts  und  ift  den  Safrea. 

15.  He.:  und  liet  min  her. 

1)  Es  handelt  sich  also  hier  um  die  mit  der  OeseUschaft  Terbundene 
Bruderschaft 

2)  Von  den  noch  erhaltenen  Büchern  dieser  Gesellschaft  reicht  kerne« 
weiter  surflck  als  1554. 

3)  Vgl.  B.  Chron.  IV  92  ff. 

4)  Diese  Zahl  scheint  Terschrieben  aus  150;  vgL  ebend.  S.  94.  Laut 
D.  Schilling  d.  Lusemer  S.  229  kamen  Ton  Lusem  nur  50  aus  der  Stadt 
und  50  Tom  Lande.  Neben  den  18  Zürohem  sind  somit  nur  noch  etwa 
30  Unterwaldner  lu  rechnen. 

5)  Bischof  Chrifltoff  von  Utenheim)  sein  Weihbisehof  Telamonius 
Limpurger  und  Diebold  Hyllweg,  der  Abt  Ton  Lütsel. 

6)  Malvasier.  —  Laut  B.  Chron.  IV  96  wurde  Vs  Fuder  Wein  Tom  Abt 
.   von  Latsel  geschenkt,  und  der  Malyasier  Tom  Bischof  und  dem  Weihbischot 

7)  Vgl.  die  Rechnung  in  B.  Chron.  IV  161  ff. 

8)  Die  Gesammtkosten  beliefen  sich  auf  840  Ib.;  s.  ebend.  S.  162. 

9)  Dieses  Unglack  geschah  8  Tage  vor  Martini,  Samstags  den  4.  Not., 
am  ZttsammenfluBS  Ton  limmat  und  Atfe,  also  1  Stunde  oberhalb  Klingnto« 
8.  D.  Schilling  d.  Lusemer  S.  235  u.  237. 


1508—1511.  451 

im  gerick;  der  ander  ist  inen  entrungen  i).  Und  for  diszem 
mol  hend  sig  oüch  ein  schif  ferfert,  ist  by  den  7  jor  for 
dissem^).  Und  for  diesen  joren  eisz  ouch  ferfert,  ist  by  den 
2  joren,  und  sind  alwegen  lit  umbkomen. 

5         [318^]   Item  uf  zigtag  for  sant  Lorentzen  tag  im  1510  jor  3)  ^^jo 
sind  min  herren  gemenen  Eignoszen  uszgezogen  mit  6  tussJg 
man   zii  unszrem   helgen    fatter    dem  bost^).     Und  sind   min 
heren  von  Bassel  mit  iren  emtern  uszgelet  mit  300  man^).    Und 
het  der  bost  eim  gen  al  monet  4  gülden  ein  ort^),  und  weller 

10  ein  bigsen  het  kan,  eisz  gülden  me.  Und  ist  der  bost  mit 
unsz  Eignoszen  5  jor  in  ein  binttis  ganen,  und  git  ally  jor  eim 
ort  tussig  gülden  die  5  jor  lang^. 

Item  ich   bin  zu  hüsz  zogen  uf  winacht  im  1510  jor  inDec.2s 
das  klein  husz^).     Forhin  han  ich  lang  husz  kan,  do  ich  min 

15  frouw  sellig  han  kan. 

Item  Fetter  Gitler,  Hansz  Girtler  sun  •),  ist  uf  sant  Jerisz  *|»J^  ^ 
tag  im    1511  jor  erschogen   uf  Willer  feld*®).     Und   sind   uf 
den  selben  tag  wol  fier  wund  worden,  nit  sinentalb,  sust  die 
einander  schlagen  hend. 

Jo  [318]   Item  im    1510  jor  uf   den   balmobben    ist  Remist  J*J^  23 

gnod  gesin  zu  sant  Joder  ^i).  Und  het  die  selby  Bemist  gnod 
gewert  nit  me  den  5  wugen,  und  ist  in  den  stog  gefallen 
400  gülden,  5  s.  und  ein  Ib.  fir  den  gülden  ^2).  Dovon  ist  sant 
Joder  geworden  der  5.  pfenig,  macht  65  gülden,  5  s.  und  ein  Ib 

2s  fir  den  gülden,  und  5  s.^'). 

7.  Hb.:  sind  min  her.  18.  Es.:  stnst  die  einander  schslgen  hend. 

1)  Ueber  beide  Schiffleute,  Peter  Wunderlich  und  Infried,  s.  D.  Schilling 
d.  Luzemer  S.  237. 

2)  Bei  Wettingen.    Der  Schiffmann  hiess  Waser;  s.  ebend.  S.  235. 

3)  Statt  »for«  1.:  nach  sant  Lorentaen  tag  (13.  Aug.);  b.  Eidg.  Absch. 
III  2,  S.  497,  auch  oben  S.  31. 

4)  Julius  U. 

5)  S.  den  Anschlag  vom  31.  Juli,  in  Eidg.  Absch.  m  2,  S.  497. 

6)  Also  41/4  Gulden. 

7)  S.  oben  S.  31,  A.  2. 

8)  VermuthUch   eines   der   3  Häuser,   in  welche  die  Kilchmannische 
Liegenschaft  an  der  Rheingasse  jetzt  getheilt  ist;  s.  oben  S.  430,  A.  5. 

9)  Gürtler. 

10)  Das  Feld  hieher  dem  Dorfe  Weil,  1  St  von  Basel 

11)  Ueber  frühere  der  Pfarrkirche  St.  Theodor  yeriiehene  Ablässe  s. 
Histor.  Festbuoh  1892,  8.  279. 

12)  400  GL  zu  1  Ib  und  5  s.,  also  500  Ib. 

13)  Also  81  Ib  10  s.    Dieser  Betrag  bildet  jedoch  nicht  Vsi  sondern  an- 
nähernd Va  d^  obigen  Summe  von  500  Ib. 

29* 


452  Ludwig  Kilchmann. 

1510  Item  im  1510  jor  ist  Remist  gnod  genn  zu  saut  Lienhait, 

.  ^**Jund  het  gewert  bisz  acht  tag  noch  ostren  im  1511  jor.    Und 
ist  in  den  schog  gefallen  374  Ib;    dovon  ist   iingkost   ganen 
120  Ib.     Und   ist    diss  gelt,    das   in  schog  ist  kommen,   sant 
Lienhart  halb  worden  an  iren  bug^];  dovon  hend  sig  gen  der  ^ 
ellenherberg  20  gülden  2). 

Not.  21  Itcm  uf  frittag  for  sant  Kattrinen  tag^)  im  1511  jor  sind 

gemein  Eignoszen  ziiogen  wibber  den  king  von  Frangenrich. 
Und  hend  min  herren  von  Bassel  300  man  kan:  usz  den 
emtren  200,  und  usz  der  stat  eisz^).    Disz  lit  sind  wider  heinen^ 

Dec  31  kommen  uf  den  VIII  obben*),    wasz  6  wugen  minder  3  tag. 

Dm.  26  Dornoch  hatten  min  heren  abber  uszgeleit  uf  frittag  for  dem 
Vin  tag  120  man^);  die  setten  inen  die  schros  uftuon,  das  man 
zu  den  unszren  mechty  wonen^]  usz  und  in  mit  botten.  Die 
selben  120  man  sind  nit  uszzogen,  und  die  gemein  Eignoszen  ^ 
sind  oüch  dohemmen  blibben.  Disz  reszen  wer  w^er  fermitten. 
Und  hend  die  Eignoszen  dem  king  fil  lantz  ferbrend^);  wer 
ouch  weger  fermitten,  der  armmen  litten  halb. 

jm!*2o         Item  uf  sant  Basion  tag  •)  im  1512  jor  han  ich  sant  Basion 
bruoderschaft  ^^)  koft,  und  han  inen  gen  4  s,  und  dem  knecht .'' 
4  d.    Und  sol  ich  nunhin  inen  gen  4  s.  uf  sant  Bassion  tag  £t 
ally  ding.     Dorumb  han  ich  ein  abschrift  von  inen,  das  ich 

8.  Hs.:  sind  gemeinen  Eignen  s&eg.  11.  Hb.:  VI  wngen  mider  HI  tag. 

12.  Bm.:  min  her  »bber  in  wngeleit.  15.  Hb.:  gemein  Eignoss  sind. 

IH.  Hb.:  weger  fermii. 

1)  Ueber  den  Neubau  des  Schiffs  zu  St.  liconhard,  der  1489  begonnen 
wurde,  aber  1521  noch  nicht  vollendet  war,  s.  K.  Stehlin  in  der  Festschrirt 
von  1901,  S.  341  ff. 

2)  Ueber  die  Elendenherberge  auf  dem  St.  Petersberg  s.  B.  Chzoo 
IV  284,  A.  8. 

3)  Dieses  Datum  gilt  für  den  Aussug  der  Basler;  s.  oben  S.  33,  A.  5. 

4)  Genauer:  212  aus  den  Aemtem,  und  98  aus  der  Stadt;  s.  den  Rodel 
im  St.  A.,  Bd.  St  91  (9). 

5)  Am  Vorabend  des  8.  Tages  nach  Weihnachten,  also  am  31.  Der 
Zu  diesem  Datum  vgl.  den  Brief  der  Basler  Hauptl.  vom  28.  Dec,  iffi 
Bd.  St  91  (10). 

6)  Gemäss  einem  Beschluss  der  Tagsatsung  vom  17.  Dec.;  s.  Eidg. 
Absch.  III  2,  S.  590,  und  vgl.  den  Rodel  im  Bd.  St  91  No.  4,  BL  5  ff. 

7)  D.  h.  in  Verbindung  bleiben. 

8)  Im  Herzogthum  Mailand;  vgl.  Anshelm  III  261. 

9)  St.  Sebastian.  —  Dieser  Abschnitt  steht  hier  als  Ersatx  für  eine 
frühere,  vom  Verf.  wieder  durchgestrichene  Notii  auf  Bl.  322»»,  laut  welcher 
er  damals  allj&hrlich  dieser  Bruderschaft  2  s.  schenkte,  doch  ohne  ihr  Mit- 
glied zu  sein. 

10)  Ueber   diese    und    andre    Bruderschaften    s.   R.  Wackernagel  in 
B.  Jahrbuch  1883,  S.  220  ff. 


1510—1512.  453 

aller  dingen  ledig  bin,   wen  ich  inen  die  4  8.  gib,   und  seilen 
mich   haltten   wie  ein  ander  bruoder,    mit  folgen  ^j    und   mit 
irem  joiziten.    Diszy  bruoderschaft  bischig  zu  den  Augsteiner, 
do  sig  ii  ding  hegend. 
s  [317^]  Item  uf  winacht  im  1512  jor  han  ich  der  karier- {)"*  25 

knecht  bruoderschaft  koft,  und  gib  in  ally  jor  uf  Vity  Modesti  Juni  15 
4  8.  fir  ally   ding.     Und  wie  sig  ir  bruoderschaft  halten  mit 
allen  dingen,  seilen  sig  mich   ouch  halten,  und  bin   inen  nit 
witer  schuldig  den  die  4  s.  fir  allig  ding.    Und  noch  mim  tuog 

10  seilen  sig  mir  folgen  und  ally  fronfasten  duon  wieg  eim  an- 
dren bruoder.  Und  han  ein  kantnisz  usz  irem  buog,  wasz  sig 
mir  don  seilen;  und  bin  nit  schuldig  zii  opffer  gon  und  zu 
irem  bot. 

Item  im  1512  jor  noch  der  altten  fasnacht  ist  sant  Mattis  ^'l^^^^  ^ 

15  tag  gesin  uf  zigtag  in  der  Kleinen  Stat  zii  Bassel,  und  uf  den 
selben  ebben  hend  wir  kein  fleisz  gössen.    Und  uf  den  zigtag 
hend  die  usz  der  Groszen  Stat  ouch  kein  fleisz  gessen,   und 
in  der  eszmitwugen  hend  sig  sant  Mattis  tag  kan,  und  hend  Febr.  25 
ouch  sant  Mattis  gefirt  uf  die  eszmitwugen  >). 

20  Item  uf  sunentag  remniscere   im   1512  jor   han   ich  derM&n? 

millerknecht  bruoderschaft  3)  koft,  und  gib  inen  ally  jor  4  s., 
wieg  hie  obstot^),  fir  ally  ding.  Und  wie  sig  ir  bruoderschaft 
halten  mit  allen  dingen,  seilen  sig  mich  ouch  haltten,  und 
bin  inen  nit  witter  schuldig  den  die  4  s.  fir  alli   ding.     Und 

25  noch  mim  tuog  seilen  sig  mir  folgen  und  al  fronfasten  duon 
wieg  eim   andren  bruoder.     Und  han  ein   kantnisz    usz  irem 

6.  Statt  »Yity  Modesti«  kat  die  Hb.:  »uf  winacht«,  jedoch  dorchgeBtrichen  und  statt 
dessen  am  Rande:  remniscere  Yity  Modesti.  17.  Hs.:  nsz  der  grossen  stag. 

1)  D.  h.  mit  der  sog.  Folge,  am  8.  und  am  30.  Tag  nach  dem  Begräbniss. 

2)  Da  1512  ein  Sehaltjahr  war,  so  fiel  Matthias  (sonst  am  24.  Febr.) 
von  Hechts  wegen  auf  den  25.  Februar.  Auf  letztem  Tag  jedoch  fiel  1512 
zugleich  der  Aschermittwoch,  und  diess  war  wohl  der  Orund,  warum  im 
Bisthum  Constanz,  wozu  Klein  Basel  gehörte,  Matthias  in  diesem  Jahr  am 
vorausgehenden  Tage  gefeiert  wurde,  also  wie  gewohnt  am  24.  Februar. 
Im  Bisthum  Basel  hingegen  scheint  diese  Collision  kein  Bedenken  erregt 
zu  haben,  und  so  wurde  in  Gross  Basel  Matthias  am  25.  gefeiert.  Bald 
nachher,  1516,  erhielt  abrigens  Klein  Basel  vom  päpstlichen  Legaten  Ennius 
Filonardi  die  Erlaubniss,  in  allen  kirchlichen  Dingen  künftighin  der  Ord- 
nung des  Bisthums  Basel  zu  folgen;  s.  Histor.  Festbuch  1892,  S.  281. 

3)  Diese  Bruderschaft  hielt  ihre  Gottesdienste  im  Klingenthal,  in 
dessen  Nähe  wegen  des  Teiches  sämmtliche  Mühlen  Klein  Basels  lagen ; 
s.  B.  Jahrbuch  1883,  S.  227  u.  233. 

4)  8.  oben  S.  452,  über  die  Bruderschaften  St.  Sebastians  und  der 
Karrerknechte. 


454  Ludwig  Kilcbmann. 

buog,  wasz  sig  mir  don  seilen;  und  bin  nit  schuldig  xü  opffer 

isisgon,  noch  zii  irem  bot  —  Die  4  s.  han  ich  gen  im  1513  jor. 

Mad^e  [^^^]  ^^^^  u^  donsttag  noch  dem  meitag  im  1512  jor  sind 

min  heren  von  Bassel  abber  uszsogen  mit  4  hundert  man,  halb 

U8Z  der  etat,  die  andren  usc  iren  emtren^),  abber  wibber  den  ^ 

king  von  Frangenricht  gon  Meiland  BÜog,   und  in  dess  bost 

sold.     Und   sind  der  Eignoszen  by  den   20  tussig  oder  me^). 

und  ist  des  bost  folg  euch  by  inen,   und  die  Feneter  oüch. 

mit  grosser  macht  und  guotem  zig^).    —   Item    diszy    knecht 

Aiig!"2^^°^  uszblibben  12  wugen  und  4  tag^).  i 

1613         Item  im  1513  jor  ist  Remist  gnod  gesin  zii  sant  Joder^); 

het  min  her  von  Kostentz^]  erworen  von  unszem  helgen  fatter 

dem   bost.     Der  selb   ablost   sol  3  jor  weren,   alwen    in  der 

fasten.    Und  ist  der  ablosz  anganen  in  der  fasten;  uf  mitwugen 

Febr.  16  in  der  fasten^)  im  1513  jor  ist  der  ablosz  der  erst.  ^ 

1514  [317]  Item  8)  im  1514  jor  uf  den  zwenysten  obenn^)  ist 
der  Rin  uberfrorenn  by  der  Pfaltz  und  gegen  der  Karthüs, 
bis  herab  gegen  Klyngental;  und  ist  also  hert  gesin,  das  jung 
und  alt  darüber  ist  gangen,  ob  der  brück  und  under  der  brück; 
und  het  man  ennys  uff  dem  Rin  ein  tysch  gehebt,  und  doruff^ 
gesen  und  triinoken.  Dis  geschach  als  uff  den  zwenigisten 
obenn. 
Noy!^io  I^cm  dysse  kelte  ist  angangen  uff  sant  Martinsz  oben,  und 
Jan  ^31  ^^^^  gewert  bysz  uff  zinstag  vor  unser  frowenn  tag  der  lieeht- 
mes;   und    do   must   man    wol    200  man^^)   han,  die  das  ysi'' 

4.  Ha.:  sind  nin  her.  7.  Hs.:  XX  tussig  oder  men  nnd  ist  des  bost  föl  obcL 

1)  Zu  diesen  400,  welche  aufgeboten  wurden,  kamen  noch  gegen  200 
Freiwillige;  s.  den  Brief  der  Basler  Hauptl.  vom  13.  Mai  1512,  aus  Chur. 
im  St.  A.,  Bd.  St  91  (9).    Im  übrigen  s.  über  diesen  Feldsug  oben  S.  34  ff. 

2)  Vgl.  oben  S.  35,  A.  4. 

3]  Das  päpstliche  Heer  eroberte  im  Juni  die  Komagna,  während  die 
Venesiancr  sich  unterhalb  Verona  mit  den  Eidgenossen  Tereinigteo;  s 
Ch.  Kohler,  Les  Suisses  dans  les  guerres  dltalie,  S.  395,  femer  oben  S.  35, 
A.  4  u.  5. 

4)  Bis  zum  2.  August;  s.  oben  S.  37,  A.  6. 

5)  Vgl.  oben  S.  451,  jb.  J.  1510. 

6)  Bischof  Hugo  von  Landenberg. 

7)  D.  h.  in  den  Frühjahrsfrohnfasten;  Tgl.  oben  S.  446,  A.  1. 

8)  Dieser  und  die  folgenden  Abschnitte  über  die  Erdbeben  ron  149S, 
1499  u.  1514  sind  nicht  Ton  Kilchmanns  Hand  geschrieben;  s.  oben  S.  437. 

9)  Der  Rhein  überfror  schon  am  6.  Januar;  aber  am  12.  fand  das  hier 
erwähnte  Eisfest  statt;  s.  B.  Ghron.  I  20,  ferner  oben  S.  59. 

10)  Wohl  eher  nur  100;  s.  oben  S.  60,  A.  3. 


1498—1515.  456 

abbroohen^),    domit    das    der    brück    kein    schaden  beschenn 
mocht. 

Item  uff  sdnstag  in  der  nacht  ^j  for  sant  Martins  tag  imjj'^^^^ 
98  jor,  umb  das  ein,  was  ein  grosser  erdbiedem. 
&  Item  uff  mit wiichenn  in  der  nacht  umb  die  1 1  %  nach  dem  j^  2/3 

achisten  tag  im  99  jor,  was  aber  ein  erdbiedem. 

[316*]  Item  im  1&14  jor  ufffrytag,  uff  sant  Sebaschtyions  i*J^*  20 
tag)  zwyschen  6  und  7  in  der  nacht  ^),  was  ein  grosser  erd- 
biedem, das  es  sich  als  in  einander  erschydlef^). 

10  Item  im   1514  jor  in  der  fasten   ist  abber  Bemist   gnod  Mtn/Aprii 

gesin  zu  sant  Joder  ^].    Der  selb  ablosz  het  gewert  finf  wugen, 
und  ist  in  schog  gefallen  500  Ib.  miner  5  Ib. 

Item  im   1514  jor  uf  mentag  for  sant  Nigklausz  tag,  ini>M.  4 
der  nacht  umb  die  zweg,  ist  geschorbben  min  schuoger  Fetter 

15  Offenburg,  derzit  burgermeister ,  dem  got  barmhertzig  und 
gneddig  sin  welle  und  unsz  allen. 

Item  uf  mitwugen  noch  des  helgen  kritz  tag  im  meien^j^^P^ 
sind  min  herren  von  Basel  abber  in  kreg  zogen  mit  200  man, 
die  halbben  von  Basel,  die  andren  us  den  emter,  gon  Meiland  ' 

20  und  gon  Genow^);  und  het  man  eim  ein  monet  gen  4  gülden 
sold.  —  Und  tussig  gülden  hend  wir  gen^)  Hemman  Offen- 
burg ^<>);  sol  unsz  der  hertzig  von  Meyland  wider  schigen,  wen 
sig  zu  im  kommen. 

19.  Ha. :  nf  dem  emter. 

1)  Diese  Arbeit  begann  schon  am  25.  Januar;  s.  oben  S.  60. 

2)  In  der  Nacht  von  Dienstag  auf  Mittwoch  (6./7.  Nov.);  vgL  oben  S.  191. 

3)  In  der  Nacht  vom  2./3.  Januar;  vgl.  ebend. 

4)  Vgl  B.Chron.  1 20:  zwischen  7  und  8;  ferner  oben  S.330:  umb  die  7. 
5}  Hier  schliessen   die  Einträge  von   unbekannter  Hand;  vgl.  oben 

S.  454,  A.  8. 

6)  Vgl.  oben  S.  451  u.  454,  z.  J.  1510  u.  1513. 

7)  Nämlich  1515;  s.  oben  S.  65  ff. 

8)  Das  ursprüngliche  Ziel  dieses  Zuges  war  allerdings  Genua,  das  sich 
mit  Frankreich  verbunden  hatte.  Jedoch  wurde  dieser  Plan  bald  aufgegeben; 
s.  Eidg.  Absch.  III  2,  S.  886. 

9)  D.  h.  der  Rath  gab  dem  Hauptmann  diese  1000  Gulden  als  Vor- 
schuss,  damit  er  auf  dem  Marsche  der  Mannschaft  den  yersprochenen  Sold 
bezahle,  den  der  Hersog  von  Mailand  nach  der  Ankunft  des  Heeres  zurück- 
erstatten sollte;  s.  die  Instruction  für  den  Hauptmann  dieses  Zuges,  im 
St.  A.,  Bd.  St.  91  No.  4,  Bl.  24  ff. 

10)  H.  Offenburg,  der  spätere  Bürgermeister,  war  Hauptmann  dieses 
Zuzuges;  s.  oben  S.  66.  Er  war  ein  Neffe  von  Ludwig  Kilchmanns  Schwager 
Feter  O.,  und  zugleich  durch  seine  Schwester  Elsbeth  der  Schwager  yon 
Ludwigs  verstorbenem  Bruder  Friedrich  Kilchmann;  s.  B.  Chron.  V  309  ff., 
und  vgl.  oben  S.  427  u.  446,  A.  5. 


456  Ludwig  KUchmann. 


[320^]  Item  zu  Klineltal^)  han  ich  ligen  min  £atter  imd 
min  muotter^j,  und  4  schwesser^)  und  2  biieder^),  und  miner 
muotter  fatter  und  muotter^);  und  zu  den  Augstiner  ein,  von 
dem  wir  unszei  guot  hand^). 

Item  zu  sant  Joder  han  ich  Ludwig  Kilchman  ligen  min  ^ 
hüszfrow  sellig^)  und  min  toger  ^],   und  min   bruoger  Fridiich 
seilig  und  Elly  Kilchman,    der  unszer  diner  ist  gesin.    Hend 
ally  ir  joizit  do;  dorumb  han  ich  brief  und  sigel. 

[322^]  Item  die  zu  sant  Joder  seilen  ally  jor  mir  ein  joi- 
nach  zit  han,  mir  und  allen  min  fordren  und  nachkomen,  uf  frittag  ^ 
noch  sant  Kattrinen  tag,  mit  einer  selmesz  gesunen,  und 
9  gesprooken  meszen,  und  am  morgen  fr^  ein  gesunen  figil; 
und  ein  Ib.  armen  litten  umb  brot,  mit  einer  reffen  speng^). 
Und  seilen  sig  es  ally  jor  ferkinden  uf  dem  kantzel  am  sunen- 
tag  dorfor,  und  seilen  kertzen  uf  bedy  greber  stellen  in  irem  a 
kosten.  Dorumb  han  ich  guot  brief  und  sigel  von  den  pfleget; 
sind  for  reck  ufgericht,  und  fint  man  esz  in  irem  jondtbuoch 
ouch  ston^^).  Und  wasz  brot  wibber  blit,  sol  man  den  Bar- 
fuoszen  bringen  und  sig  bitten,  das  sig  got  fir  die  seilen  bitten. 

Item  dornoch  mornisz  seilen  sig  ouch  han  Linhart  Kilch-  ^ 
mansz^^)  jorzit  mit  10  meszen  ^^);  ist  ouch  uf  im  brief  schribben, 

1)  Klingenthal. 

2)  Ueber  Konrad  und  Agnes  Kilchmann  8.  oben  S.  425  ff. 

3)  Ueber  2  dieser  4  Schwestern  s.  oben  S.  426  u.  446,  A.  5. 

4)  Hans  und  Hans  Konrad;  über  beide  s.  ebend. 

5)  Da  wir  von  Ludwigs  Mutter  nur  den  Taufnamen  kennen,  so  lassen 
sich  deren  Eltern  nicht  ermitteln. 

6)  Vgl.  oben  S.  425. 

7)  Vgl.  oben  8.  443. 

8)  Diese  hiess  Margaretha,  nach  ihrer  Grossmutter  Zscheckenbüilim 
und  starb  vor  1484;  s.  die  Urk.  v.  4.  Dec.  d.  J.,  im  St.  A.,  Karthaus  No.  333, 
und  Tgl.  B.  Chron.  I  331,  A.  4. 

9)  VgL  unten  S.  459:  mit  einer  reffencn  speng  —  also  mit  einer 
Spende,  die  vorher  ausgerufen  wurde. 

10)  S.  die  oben  in  Anm.  8  erwähnte  Urk.  und  ihre  Copie  im  Jahrieitb. 
St  Theodor  C,  Bl.  70  ff.  Ferner  vgl.  ebend.  eine  Noti«  auf  Bl.  48,  sowie 
auch  Kilchmanns  Sehuldbuch  Bl.  44—56. 

11)  Dieser  war  vermuthlich  ein  Sohn  Hans  Konrads,  da  Letsterer,  tod 
dem  wir  sonst  nur  die  Tochter  Ursula  kennen,  laut  St&dt  Urk.  1476  Aug.  31 
jedenfalls  2  Kinder  hinterliess. 

12]  D.  h.  mit  1  gesungenen  und  9  gesprochenen  Messen;  vgl.  ohen. 


Stiftungen.  457 

fint  man  ouch  in  irem  jorzitbuoch  ^)  und  des  libbiester  buoch. 
Uf  diszy  jorzit,  wie  obstot,  sind  die  meistei  uf  dem  Bebhusz^) 
ufseger,  und  die  Kattisser^)  oüch.  —  Den  zwen  meister,  alt 
und  dem  nuigen^),  sol  man  eim  gen  2  s.,  macht  inen  beden 

ö  4  8.  sant  Joder  ^). 

[322]  Item  die  pfleger  zu  sant  Joder   seilen  ally  jor  uf 
donsttag   nechst   noch    unszy   frowen  tag  ii   empfencknis   ein  ^\ 
joTzit  han  Marty  Kilchman  und  Olrich  Kilchmansz^),  mit  einer 
gesunen  selmesz,  und  9  gesprocken  meszen  leszen.    Disz  fint 

10  man  in  irem  jorzitbuoch  geschribben  ^),  und  uf  mim  jorzitbrie£ 
Und  send  zu  dem  jorzit  kertzen  uf  das  grab  schellen  in  irem 
kosten,  und  mit  tegren  uf  das  grab.  Sellisz  jorzit  sol  ein  lip- 
prester  ally  jor  uf  sunentag  dorfor  ferkinden.  Dorumb  het  er 
3  s.,  das  amt  zu  han,  und  ein  prester  10  rappen,  der  die  mesz 

t5  list;  gen  die  pfleger.    Ouch  send  die  pfleger  zii  sant  Joder  uf 

sant  Moritzen  tag^)  und   uf  aller  seilen  tag  ouch  kertzen  ^i^^^'P 

die  grebber  stellen  in  irem  kosten ;  stot  im  minen  briefien  oüch. 

Item  ich  Ludwig  Kilchman   gib    ally  jor   in    der   fasten 

8  kertzen:    uf  die   3  altar   6  kertzen,    und  2  kertzen  uf  die 

20  2  engel  fir  unszy  frowen  altar  zu  sant  Nichlausz^),  wen  man 
das  salve  sind  ^^) ;  wegen  al  2  Ib.  wasz,  tuog  einy  ein  fierlin. 
Des  geliehen  sol  die  amblen  brenen  al  samtag  zii  nacht  und 
in  dem  salve  ouch,  und  in  der  fasten  zum  salve,  und  nit  zu 
nacht,  in  mim  kosten.     Und  ich  gib  das  elli  dar,  oder  Ion  es 

16.  Ht.:  oach  Vertun. 

1]  S.  im  Jahrzeitb.  St  Theodor  C,  Bl.  86,  die  Urk.  vom  ll.Dec.  1493. 

2)  Dieses  Haus,  jetzt  Riehenthorstrasse  Nr.  11,  war  der  Sits  der  Klein- 
basler  Gesellschaft  der  Bebleute;  s.  Histor.  Festbuch  1892,  S.  276. 

3)  Die  Karthäuser. 

4)  Wie  alle  Ehrenämter  in  Basel,  so  wechselten  auch  die  Meister 
dieser  Gesellschaften  alljährlich,  wobei  dann  der  »altec  Meister  im  nächst- 
folgenden Jahr  in  der  Begel  wieder  an  die  Stelle  des  >  neuen c  trat 

5)  Dies  ist  yermuthlich  so  zu  verstehen,  dass  die  Meister  der  Reb- 
leute diese  4  s.  von  der  Kirchenpflege  yon  St  Theodor  erhalten  sollten. 

6}  Ueber  Martin  und  Ulrich,  die  Söhne  Friedrich  Kilchmanns,  s.  oben 
S.  431  u.  447. 

7}  S.  im  Jahrzeitb.  St  Theodor  C,  Bl.  75,  die  Stiftung  vom  13.Dec.l505. 

8)  Auf  diesen  Tag  wurde  alljährlich  zu  St  Theodor  die  Jahrzeit  der 
in  Schlachten  gefallenen  Kleinbasler  begangen;  s.  das  Jahrzeitb.  von  St 
Theodor  C,  Bl.  43. 

9)  Ueber  die  St.  Niklauskapelle,  welche  dem  Kilchmannischen  Hause 
schräg  gegenüber  auf  dem  Areal  des  jetzigen  Gesellschaftshauses  an  der 
Rheingasse  lag,  s.  Histor.  Festbuch  1892,  S.  255  ff. 

10}  Ueber  das  Salve  regina,  welches  in  dieser  Kapelle  seit  1481  gesungen 
wurde,  s.  ebend.  S.  256. 


458  Ludwig  Kilohmann. 

machten  oder  koft  es.  —  Oüch  han  ich  zwen  stel  in  der 
kilchen,  dorin  send  ir  und  wier  frow  ston^);  han  ich 
bezalt. 

Item   al   nacht   sol  brenen  ein  ambbelen  in  mim  hun^; 
for  unszers  hergotz  liden  for  miner  Stubben,  got  zu  lob,  an  : 
der  sul. 

Jm.  17  Item  uf  sant  Tony  tag  gib  ich  ally  jor  zwog  kertzen, 
wegen  ein  halb  Ib.,  in  der  Kleinen  Stat^)-;  sol  man  ouch  gen. 

Juli  26  Aber  2  kertzen  uf  sant  Anen  tag  sol  man  oüch  gen  by  sant 
Blesisz  tor^),  sol  etlich  han  ein  fierlin;  ist  ouch  min  wil.         i< 

Not.  1  [321^]  Item  ich  han  ally  jor  fier  army  menster:   uf  aller 

!>•«.  25  helgen  tag  fiery,  uf  winacht  fiery,  uf  ostren  fiery  und  uf 
pfinsten  fiery,  und  fiery  uf  das  jorzit  zu  sant  Joder,  und  fiery 
uf  das  jorzit  zii  Klineltal^),  macht  zum  jor  24  mensten;  sol 
man  oüch  tuon^).  r> 

Item  zu  sant  Joder  seilen  9  amppelen  brenen:  5  im  kor 
al  firttag  und  hotzzit,  wen  man  sind  oder  list,  und  fier  herusz^l. 
Uo  sol  einy  im  kor  nacht  und  tag  brenen  for  dem  sagerment, 
und  husz  for  unszy  frowen  altar  einy  ouch  nacht  und  tag 
brenen.    Und  in  der  fasten^)  sol  man  leszen  for  unszeraz  her-> 

7.  Hs:  BUit  blMenifz  tor. 

1)  »Oüch  han  ich«  u.  8.  w.  wurde  hier  vom  Verf.  erst  nschtr&glieh 
beigefügt,  nachdem  er  bereits  auf  BL  323  die  Jahrseit  im  Klingenthal  be- 
schrieben hatte;  s.  unten  S.  459.  Dort  aber  wendet  er  sich  in  direkter 
Anrede  an  den  Meister  der  von  ihm  gestifteten  Pilgerherberge,  und  eben 
dieser  und  dessen  Frau  sind  auch  hier  gemeint 

2)  Ueber  dieses  Haus  s.  oben  S.  430,  A.  5. 

3)  Qemeint  ist  hier  vermuthlich  die  Kapelle  des  Antoniterhauses  in 
Klein  Basel,  jetxt  Obere  Rheingasse  No.  39,  41  u.  43,  zum  Unterschied  von 
dem  altern  Hause  dieses  Ordens  in  Gross  Basel,  jetzt  St  JohannTorstadt 
No.  35.  Ueber  ersteres  Haus  s.  Histor.  Festbueh  1892,  S.  266  ff.,  und  aber 
letzteres  Fechters  Top.  S.  127. 

4)  K&mlich  in  der  St  Annenkapelle  beim  St  Bl&sithor;  aber  diese  i. 
Histor.  Festbuch  1892,  S.  228. 

5)  Die  Kilohmannische  Jahrseit  wurde  lu  St  Theodor  am  Freitag  nach 
dem  25.  Nov.  begangen,  und  im  Klingenthal  am  8.  Nov.;  s.  oben  S.  456, 
und  unten  S.  459. 

6)  Dieser  Abschnitt  ist  in  der  Hs.  durchgestrichen.  Es  scheint  somit 
Kilchmann  in  seinen  letzten  Lebensjahren  diese  regelmlssigen  Spenden 
eingestellt  zu  haben. 

7)  Nämlich  Tor  4  Alt&ren  im  Schiff;  s.  Näheres  in  der  Stiftun$r^ 
Urkunde  vom  4.  Dcc.  1484,  Karthaus  No.  333,  und  vgl.  Kilchmanns  Sehuld- 
buch  Bl.  75  b,  77  bu.  80»>. 

8)  Nämlich  vom  Charfreitag  Abend  bis  zum  Ostermorgen;  a.  die 
Stiftungsurk. 


SüftuDgen.  459 

gütz  g^ab^],    wieg  man  im    minster  uf  Burg  list^);  wist  min 
brief  und  ir  joizitbuoch.     Oüch  sint  man. 

Item  ich  ban  zu  sant  Joder  3  manenstel  und  zwen  frowen- 
8tel;  han  ich  loszen  machen  in  mim  kosten,  und  sind  al  min 

&und  miner  naohkomen.  Do  sol  man  wiszen:  wen  ich  und  her 
Hansz  abgen  mit  tod,  das  den  ein  meister  in  der  ellenen  her- 
bergS)  sol  ein  manenstol  nemen,  und  die  frouw  ein  frowenstol 
nemen,  welly  sig  wend.  Die  andren  drig  stel  seilen  die 
kilohenpfleger  nemen  und  sig  ferkoffen;  doch  seilen  die  stel 

la  ungferendret  blibben  mit  allen  ding,  das  man  seg,  wesz  sig 
sind  gesin^}.     Dorumb  han  ich  brief. 

[323]  Item  die  frowen  zii  Klineltal  seilen  mir  ui^d  allen 
min  fordren  und  nochkommen  ein  jorzit  halten,  8  tag  noch  aller  not.  b 
helgen  tag,    mit   einer   selmesz  gesunen   und    12   gesprocken 

15  meszen,  und  ein  Ib.  armen  litten  umb  brot  gen  mit  einer  reffenen 
speng.  Und  wasz  wibber  blit,  sol  man  tragen  zU  den  Bar- 
fuoszen  und  sig  bitten,  das  sig  got  fir  die  seilen  bitten.  Umb 
disz  jorzit  han  ich  brief  und  sigel  von  inen,  und  stot  in  irem 
jorzitbuog  ouch;  fint  man,  wen  man  esz  bedarf  ^].    Ouch  seilen 

20  sig  am  sunentag  dorfor  esz  ferkinden,  und  uf  bedy  grebber 
kertzen  schegen  in  irem  kosten;  wiszen  die  brief.  Und  am 
obben  seilen  sig  figil  hallten.  Lieber  meistert),  han  uf  disz 
jorzit  ein  grosz  ufsegen,  do  bit  ich  wich  umb;  den  esz  tarf- 
fensz  Ludwig  Kilchman.    Han  dschrift^). 

10.  Hs.:  nngferendre.  19.  Es.:  Onoli  seilen  ng  es  am  sunentag  dorfor  esz  fer- 

kinden. 24.  Hs.:  band  sclirift. 

1]  lieber  diese  Stiftung  vgl.  unten  S.  460.  Für  die  Beleuchtung  dieses 
Hl.  Grabes  sorgte  er  noch  durch  eine  besondre  Vergabung  vom  18.  Januar 
1508;  s.  auf  der  Urk.  Karthaus  No.  333  den  Bweiten  Nachtrag  auf  der 
Kück  Seite. 

2)  S.  B.  Chron.  IV  309,  s.  J.  1452. 

3)  Nämlich  in  der  vom  Verf.  und  seinem  Sohne  schon  1502  gestifte- 
ten, jedoch  erst  nach  beider  Tod  in  ihrem  Hause  zu  errichtenden  Pilger- 
herberge; s.  oben  S.  432.  Die  Amtsordnung  für  den  Herbergmeister  und 
seine  Frau  s.  in  der  Stiftungsurkunde,  im  St  A.,  Elendenherberge  No.  100». 

4)  D.  h.  das  Kilchmannische  Wappen,  wo  et  an  diesen  Stühlen  an- 
gebracht war,  sollte  bleiben. 

5)  Im  Jahneitbuch  Klingenthal  H  finde  ich  nur  zum  13.  Not.  (St. 
Briceius)  eine  Jahrzeit  für  Ludwigs  Vater:  meister  Künrat  Kilchmann. 
Wohl  aber  ist  die  im  Text  erwähnte  Klingenthaler  Jahneit  vom  8.  Nov., 
welche  von  Ludwigs  Mutter  Agnes  gestiftet  wurde,  noch  erhalten  im  Jahr- 
seitb.  St  Theodor  C,  Bl.  45  \ 

6)  Dieser  und  die  folgenden  Abschnitte  sind  offenbar  an  den  schon 
oben  erwähnten  Herbergmeister  gerichtet;  Tgl.  oben  S.  458  u.  unten  S.  460. 

7)  D.  h.  die  urkundliche  Zusage  des  Klosters. 


460  Ludwig  Kilchmann. 

Item  zu  Klineltal  sol  die  amblen  brenen  for  mim  schüol 
alttag  zii  der  fron  mesz,  und  ally  samtag  zii  nacht  ouch,  in 
mim  kosten,  und  han  das  elly  im  mim  schuol;  Ion  ich  mach- 
ten oder  ich  koft  esz.  Doruf  bit  ich  ouch  acht  zu  han.  Ouch 
han  ich  ein  manenstol  in  der  kilchen,  und  ein  frowenstol  euch.  ^ 
Dorin  send  ir  und  wier  frouw  in  ston;  stot  ouch  im  mim  biief, 
das  er  min  ist. 

[322  ^]   Item  ich  han  ouch  ein  stol  in  der  kilchen  zii  sant 
Kloren  1];  han  ich  loszen  machen.     Dorin  send  ir  ouch  aton; 
han  ich  bezalt,   und  hend  mir  min   frowen^]   das  gent.     Und  i 
dohinden  in  der  kilchen  han  ich  ein  frowenstol;  seilen  ii  ouch 
bruogen  mit  wier  frowen. 

[318^]  Item  ich  han  angefanen  zii  sant  Joder  for  dem 
April  i6^ii!n^®^8^^  grab  zii  lessen  in  der  fasten  im  84  jor^),  und  ist  das 
erst  lessen  zu  sant  Joder.  Und  han  gen,  das  man  ally  jor  do  y^ 
list,  2  Ib.  geltz  uf  meister  Ludwig  Finisz  dem  karer,  noch  des 
brief  sag.  Sellig  2  Ib.  geltz  sind  abzulessen  mit  40  gülden  in 
gold^). 

Item  dornoch  han  ich  den  pflegen  gen  8  Ib.  bar,  das   sig 
oiich  an  disz  lessen  seilen  gen,  und  4  Ib.^)  den  Reblitten,  das^u 
sig  ein  ufsegen  send  han  an  disz  lessen  und  an  miny  jorzit 
oiich  ^);  mach  alsz  12  Ib.    Von  den  8  Ib.,  alsz  obstot,  send  sig 
gen  8  s.  an  das  lessen,  zii  den  zweg  Ib.  alsz  obstot 

sept^"!  [316^]  Item  im  1518  jor  uff  frittag  frieg  zuo  sechsen  vor 

mittag,    noch  sant  Matheus  tag,    ist   min   lieber   vatter   sellig  :& 
Ludwig  Kilchman  gestorben.    Got  helff  der  seilen  und  sy  im 
barmhertzig. 

6.  Hb.:  wieer  frotf.  11.  Hb.:  im  der  küehen.  20.  Hb.:  4  az  den  reMitteiL 

'li.  Hb.:  sao  BeBolien. 

IJ  Ueber  das  Frauenkloster  St.  Clara  s.  Histor.  Festbach  1892,  S.317ff. 

2)  Der  Convent  von  St  Clara. 

3)  Nämlich  am  Charfreitag  und  stillen  Samstag,  also  1484  am  16.  u. 
17.  April;  s.  oben  S.  458,  A.  8. 

4)  Vgl.    hiezu    Kilchmanns    Schuldbuch   Bl.  40.     Dort    wird  dieser 
L.  Finisz,  der  in  der  Aeschenvorstadt  wohnte,  als  »landfarerc  bezeichnet 

5)  Dass  es  nicht  4  s.  heissen  soll,  wie  die  Hs.  hat,  sondern  4  Ib.,  er- 
gibt sich  aus  dem  Folgenden:  mach  alsz  12  Ib. 

6J  Vgl.  oben  S.  456. 


XI. 


Heinricli  Ryhiiiers  Cliroiiik  des 

Bauernkrieges. 


1525. 


Einleitung. 


Auf  Eilchmanne  Chronik  in   seinem  Schuldbuch   lassen  h.  Ryhinsr. 
wir  als  letztes  Stück  dieses  Bandes  noch  die  Beschreibung  des 
Bauernkrieges  von   1525  folgen,  welche  wir  dem  damaligen 

5  Rathschieiber  und  späteren  Stadtschreiber  Heinrich  Ryhinez 
▼erdanken.  Wie  über  den  Bürgermeister  Adelberg  Meyer,  unter 
welchem  er  diente,  so  liegt  seit  Kurzem  auch  über  Ryhiner  eine 
eingehende  Lebensbeschreibung  vor  ^),  von  der  wir  hoffen  dürfen, 
dass  sie  in  absehbarer  Zeit  im  Druck  erscheinen  werde  ^).    Wie 

10  bei  Meyer,  so  können  und  sollen  wir  mithin  auch  hier  uns 
kurz  fassen,  indem  wir  aus  Ry hiners  Lebenslauf  nur  das  Wesent^ 
lichste  mittheilen. 

Heinrich  Ryhiner,  gebürtig  von  Brugg  im  Argau,  bezog 
1508  in  Basel  die  Universität']  und  wurde  1515  —  wenn  nicht 

15  schon  früher  —  hier  bischöflicher  Procurator*).  Vermuthlich 
war  es  in  dieser  Eigenschaft,  dass  er  der  Stadt  einen  wichtigen 
Dienst  erwies,  so  dass  am  24.  Juli  1518  ihm  vom  Rathe  »umb 
siner  getanen  dienst  willen  t  das  Bürgerrecht  geschenkt  wurde  ^). 
Als  nun  im  folgenden  Jahre  die  Rathschreiberstelle  frei  wurde, 

20 bewarb  er  sich  um  diese,  doch  ohne  Erfolg*).  Schon  1524 
jedoch  war  dieses  Amt  neuerdings  erledigt,   und  diesmal  war 


1)  Von  Dr.  August  Burokhardt;  vgl.  oben  S.  383,  A.  1. 

2)  Vorausrichtlieh  in  den  Basier  Biographien,  doch  jedenfalls  erst  im 
III.  Bande. 

3)  S.  die  Uniyersit&Umatrikel,  Bl.  120. 

4)  S.    im    St.   A.    das    Urtheilbuch    des    Stadtgerichts    z.    J.    1515 
und  1517. 

5)  S.  Oeb.  VII  171. 

6]  S.  ebend.  Bl.  174b. 


464  Heinrich  Ryhiner. 

er  der  Erwählte,  während  der  bisherige  Inhaber,  Kaspar 
Schaller,  zum  Siadtschreiber  vorrückte.  Als  sodann  Letzterer 
1534  seines  Amtes  entsetzt  wurde,  trat  Ryhiner  an  dessen 
Stelle,  die  er  fortan  bis  zu  seinem  Lebensende  bekleidete^). 
Aus  seiner  Amtsthätigkeit  heben  wir  nur  hervor,  dass  er  ^ 
schon  als  Rathschreiber  sehr  oft  mit  diplomatischen  Sen- 
dungen betraut  wurde.  Auf  der  Kanzlei  aber  schuf  er  wenig- 
stens theilweise  eine  neue  Ordnung  der  Dinge,  indem  er  z.  B. 
1524  zur  Sammlung  der  wichtigeren  Rathsbeschliisse  das  sog. 
Schwarze  Buch  anlegte,  und  ebenso  1534,  als  er  Stadtschreiber  i» 
wurde,  das  Eid-  und  Ordnungenbuch 2).  Er  starb,  von  der  ganzen 
Stadt  betrauert,  am  18.  April  1553^).  Aus  seiner  Ehe  mit 
Elsbeth  Kessler^)  hinterliess  er  mehrere  Söhne,  und  durch  diese 
wurde  er  der  Stammvater  eines  zahlreichen,  noch  jetzt  blähenden 
Geschlechts.  iv 

HanddchrifL  Die  einzige  Handschrift,  welche  Byhiners  Beschreibung 
des  Bauernkriegs  von  1525  enthält,  ist  von  seiner  Hand  ge- 
fertigt und  befindet  sich  jetzt  als  Cod.  O  9  auf  der  Vater- 
ländischen Bibliothek.  Sie  umfasst  104  Blätter  in  FoUo,  welche 
als  Wasserzeichen  theils  den  Bären,  theils  den  Baselstab  auf-;? 
weisen.  Da  die  vordersten  2  Blätter  nur  Titel  enthalten,  so  be- 
ginnt die  alte  Foliatur  mit  1  erst  auf  dem  dritten  Blatt  und 
umfasst  überhaupt  nur  14  Blätter  <^],  indem  die  übrigen,  bis  102, 
blos  eine  moderne  Foliatur  tragen.  "Wie  der  bräunliche  Ton 
des  vordersten  und  hintersten  Blattes  zeigen,  so  blieb  die  Schrift 
lange  Zeit  ungebunden,  und  der  jetzige  Einband  stammt  in 
der  That  erst  aus  dem  XVIQ  Jahrhundert.  Ein  Eintrag  auf 
der  vordem  Innenseite  bezeugt,  dass  dieses  Buch  1848  von 
Prof.  Jakob  Burckhardt  der  Vaterländischen  Bibliothek  ge- 
schenkt wurde. 

a^de^Blä.         ^le  Entstehungszeit  dieser  Schrift  steht  ausser  Zweifel,  <k 
wir  an  einer  Stelle  lesen:  >in  g^enwärtigem  jar,   dorin  man 


1)  S.  B.  Chron.  IV  140  ff. 

2)  S.  ebend.  S.  141.  —  Chronikale  Aufzeichnungen  von  RyhincTf  aas 
dem  Kl.  Weissbuch,  von  1527  bis  1548,  sowie  auch  aus  dem  Schwan- 
buch  I.  J.  1530,  8.  ebend.  S.  98  ff  u.  103  ff.,  u.  oben  S.  179.  —  Eine  Schriftprobe 
von  seiner  Hand  s.  bei  R.  Thommen,  Schriftproben  des  XIV — XVI  Jahr- 
hunderts, Taf.  20. 

3)  S.  Thomas  Platters  Briefe,  Ausg.  t.  Achilles  Burckhardt  S.  25. 

4)  S.  St&dt.  Urk.  1530  Not.  8. 

5)  Diese  enthalten  ausser  der  Widmung  nur  die  Eri&hlung  des  Auf- 
standes  in  der  Landschaft  Basel. 


t* 


Einleitung.  465 

1525  zeit«  ^].  Den  Anfang  jedoch  bildet  eine  Widmung  an  den 
Rath^),  in  welcher  dei  Veifassei  mit  »ich  Heiniich  Kyhiner« 
sich  einfühlt  und  seine  gnädigen  Heuen  bittet,  sein  Werk  als 
eine  Dankesbezeugung  für  seine  im  Jahr  zuvor  erfolgte  Er- 

5  nennung  zum  Bathschreiber  anzunehmen.  Zugleich  aber  ent- 
schuldigt er  sich,  dass  er  zum  Gegenstande  seiner  Darstellung 
gerade  »die  erschreckenliche  erpörung«  gewählt  habe,  indem 
er  versichert,  dass  er  zwar  lieber  »etwas  gütter  thäten,  dan 
ditz  verhasste  Sachen«  beschrieben  hätte,  dass  aber  schon  die 

10  Alten  geschehenes  Uebel  ebenso  fleissig  beschrieben  hätten  wie 
das  Gute,  weil,  wie  letzteres  zum  Vorbilde,  so  jenes  zur  War- 
nung dienen  müsse.  Auch  tröstet  er  sich  mit  der  Hoffnung, 
dass  bei  schlichter  Darstellung  des  Herganges  die  Wahrheit 
Niemanden  verdriessen  werde. 

15  Am  Schlüsse   dieser  Widmung   steht   keine  Unterschrift,  Bedenken 

sondern  nur  die  Worte:   »Datum  den.«     Schon  dieses  unaus-verfaMen. 
gefüllte  Datum  zeigt  wohl  deutlich  genug,  dass  dieses  Buch, 
trotz  seiner  Widmung,   dem  Bathe  niemals  übergeben  wurde. 
Auch  macht  der  jetzige  Schluss  des  Werkes  den  Eindruck  des 

20  Unfertigen,  indem  vom  Aufstand  im  Sundgau  das  Ende  nicht 
erzahlt  wird  und  auch  die  bei  Kyhiner  sonst  unvermeidliche 
Schlussbetrachtung  gänzlich  fehlt.  Vollends  undenkbar  er- 
scheint aber  diese  Uebergabe,  sobald  wir  beachten,  wie  Kyhiner 
9  Jahre  später,  in  seiner  1534  geschriebenen  Widmung  des  Eid- 

25  und  Ordnungenbuches'),  über  den  Bauernkrieg  von  1525  sich 
äussert.  Dort  nämlich  gibt  er  an,  dass  er  früher  allerdings, 
zur  Warnung  künftiger  Geschlechter,  diesen  Aufstand  habe 
beschreiben  wollen,  dass  er  jedoch  keine  Chronik  gefunden 
habe,   an  die   er  seine  Erzählung  hätte  anschliessen  können, 

30  also  keine,  die  gerade  bis  1525  gereicht  hätte,  aber  nicht  über 
dieses  Jahr  hinaus.  Weiter  jedoch  fügt  er  noch  bei:  »Und 
dann  angeregter  purenkri^  mer  dann  ein  verhasste  sach,  dessen 
hystory  nit  one  viler  Verletzung  mit  warheit  beschriben  werden 
möcht,  hab  ich  die  selbigen  tragedien  andern,  so  vilicht  bessern 

35lust  dann  ich  darzu  tragend,  ze  beschriben  sparen.«  Er  ver- 
leugnet also  förmlich  seine  frühere  Arbeit,  indem  er  sich  so 
stellt,  als  ob  er  sie  wohl  einst  beabsichtigt,  aber  niemals  aus- 
geführt hätte.     Diese  Sprache  aber  hätte  er   15M  unmöglich 

1)  8.  unten  S.  472. 

2)  S.  unten  S.  470. 

3)  Diese  Widmung  ist  abgedr.  in  Brückners  Fortsetiung  zu  Wurstisens 
Baslerchronik,  in  der  Vorrede  lum  IV  Buche,  S.  112  ff. 

BMler  Chronik«!!.    VI.  30 


466  Heinrich  Ryhiner. 

fiihien  können,  wenn  ei  dem  Rathe  sein  Werk  früher  jemals 
angeboten  hätte. 

Die  Ursache,  warum  Ky hiner  1525  sein  ursprünglich  dem 
Sath  gewidmetes  und  nahem  vollendetes  Werk  für  sich  be- 
hielt, lag  jedenfalls  nicht  in  der  Art  und  Weise  seiner  Dar-  » 
Stellung;  denn  durchweg  ist  er  sichtlich  darauf  bedacht,  den 
Standpunkt  des  Bathes  zu  vertreten.     Dessen  ungeachtet  war 
und  blieb  jedoch  der  Aufstand  der  baslerischen  Unterthanen 
schon  wegen  der  Concessionen,    die  der  Rath  hatte  machen 
müssen,  für  diesen  eine  Thatsache  höchst  verdriesslichen  An-i« 
gedenkens.     Wohl  manchem  Bathsherm  mochte  es  daher  — 
wo  nicht  geradezu  ärgerlich   —  doch  jedenfsdls  höchst  über- 
flüssig erscheinen,  wenn  durch  eine  ausführliche  Beschreibung 
auch  noch  die  Nachwelt  daran  erinnert  würde,   wie  1525  der 
weise  und  gestrenge  Rath  gegenüber  den  Forderungen  seiner» 
Unterthanen   hatte   nachgeben  müssen.     Hatte   nun  Byhinei 
seine  Arbeit   b^^nnen   in  der  Hoffiiung,    dass  die  sehlichte 
Wahrheit  Niemanden  verdriessen  werde  ^],  so  mochte  er  doch 
in  der  Folge  zur  Erkenntniss  gelangt  sein,  dass  mehr  als  Einer 
im  Bathe  sitze,  der  ihm  für  seine  Arbeit  wenig  Dank  wissen^ 
werde.     Alsdann  aber  hatte  sein  Werk  seinen  Zweck  verfehlt 
und  so  erschien  es  für  den  jungen  Bathschreiber  allerdings 
klüger,  das  unerwünschte  Geschenk  zurückzubehalten,  als  durch 
dessen  Ueberreichung  die  bisherige  Gunst  des  Bathes  sich  zu 
schmälern.     So  blieb  denn  das   nahezu  vollendete  Werk  im^s 
Besitze  des  Verfassers  und  seiner  Nachkommen,   als  ein  ver- 
borgener Schatz.    Doch  verdanken  wir  vielleicht  gerade  dieser 
Verborgenheit  seine  Erhaltung.     Denn   wäre  das  Buch   dem 
Bathe  übergeben  worden,  so  wäre  es  vermuthlich  demselben 
Schicksal    anheimgefallen    wie    später    die    Chronik    Konrad  33 
Schnitts  2).    Doch  im  Gegensatz  zu  letzterm  Werke  wäre  hier 
der  Verlust  ein  vollständiger  gewesen,  da  keinerlei  Abschrifiten 
vorhanden  waren. 
Inhalt  und         Aussor  der  schon  erwähnten  Widmung  zerfällt  Byhiners 
Werk,  das  er  selber  als  eine  »Chronik«  bezeichnet'),  in  zwei$& 
Theile,  von  welchen  der  erste  vom  Aufstande  der  baslerisdiea 
Unterthanen,  der  zweite  aber  vom  Bauernkrieg  im  Elsass  und 
von  Basels  deshalbigen  Vermittlungsversuchen  handelt.  In  jedem 
dieser  Theile  sind  verschiedene  Briefe  und  Urkunden,  die  im 

1)  S.  oben  S.  465. 

2}  S.  oben  S.  95  ff  u.  99. 

3)  S.  unten,  im  SchluBSwort  des  ersten  Theils. 


Einleitung.  467 

Archive  meistens  noch  jetzt  sich  vorfinden  i),  in  ihrem  vollen 
Wortlaut  eingeschaltet.  Doch  auch  im  erzählenden  Texte 
dienten  einzelne  solcher  Aktenstücke  als  Quellen,  welche  theil- 
weise  von  Wort  zu  Wort  ausgeschrieben  wurden.    Hierher  ge- 

shört  zunächst  der  gleichfalls  im  Archiv  noch  vorhandene  Be- 
richt des  Bürgermeisters  Meltinger  über  seiüe  Sendung  vom 
25.  Mai  nach  Ensisheim,  sowie  auch  die  Instruction  für  die 
später,  im  August,  dorthin  abgeordnete  Gesandtschaft 3}.  Zwei 
Briefe  des  Strassburgers  Peter  Butz  hingegen,  die  wir  in  der- 

10  selben  Weise  hier  verwertet  finden,  erhielt  Kyhiner  ohne  Zweifel 
vom  Stadtschreiber  Schaller,  an  den  sie  gerichtet  waren  ^j. 

Lassen  sich  somit  auch  in  den  erzählenden  Theilen  einzelne  Wftrdignng. 
Stellen  auf  noch  vorhandene  Quellen  zurückführen,  so  behält 
immerhin,  im  Grossen  und  Ganzen  betrachtet,  Kyhiners  Dar- 

i&  Stellung  des  Bauernkrieges  ihren  selbständigen  Werth.  Da  er 
in  seiner  amtlichen  Stellung  bei  mancher  Verhandlung  per- 
sönlich mitwirkte,  so  stand  er  selber  inmitten  der  Ereignisse, 
welche  er  beschreibt.  Sowohl  für  den  Aufstand  der  basleri- 
schen  ünterthanen  als  auch  für  Basels  Vermittlungsversuche 

^  in  den  Nachbarländern  erweist  sich  deshalb  sein  Werk  als  eine 
Hauptquelle.  An  die  Erzählung  der  Thatsachen  aber  knüpft 
er  gerne  seine  Betrachtungen,  in  welchen  er  übrigens  durchweg, 
als  ächter  Bathschreiber,  den  Standpunkt  des  Bathes  vertritt. 
In  ihnen  spiegelt  sich  daher  gleichsam  die  Denkweise  der  da- 

2^  maligen  Obrigkeit,  und  schon  deshalb  sind  auch  sie  für  uns 
nicht  ohne  Bedeutung.  So  schätzbar  jedoch  das  ganze  Werk 
hinsichtlich  seines  Inhalts  erscheinen  muss,  so  ist  andrerseits 
nicht  zu  leugnen,  dass  auch  Kyhiner,  gleich  den  meisten  seiner 
Berufsgenossen,   im  schwerfälligen  Kanzleistyl  jener  Zeit  sich 

30  ergeht  und  deshalb  oft  durch  einen  unsäglich  langathmigen 
Satzbau  den  Leser  ermüdet  und  ihm  das  Verständniss  seiner 
Schrift  erschwert. 

Wie  schon  bemerkt,  so  blieb  das  Werk  im  Verborgenen^), 

1)  Im  8t.  A.  nicht  su  finden  sind  einsig  die  Artikel,  welche  die  Bauern 
der  Stadt  Neuenbürg  a.  B.  vorlegten,  und  ferner  die  Hegauer  UnterwerfungB- 
artikel;  doch  letztere  8.  auch  bei  Schreiber,  Urkunden  z.  Bauernkrieg  III 3  ff. 
Die  flonatigen  Briefe  und  Urkunden,  welche  Kyhiner  mittheilt,  finden  sich 
alle  theils  im  Bd.  L  169,  1  u.  1^,  theils  in  St&dt.  Urk.  1525. 

2)  Beide  AktenstQcke  s.  im  St.  A.,  Bd  L  169,  1 ;  doch  nur  das  erstere, 
der  Bericht  Meltingers,  ist  abgedr.  bei  Schreiber,  Urkunden  z.  Bauern- 
krieg n  137  ff. 

3]  Diese  2  Briefe,  vom  17.  u.  24.  Mai,  s.  bei  Virck,  Polit.  Correspon- 
denz  d.  Stadt  Strassburg  I  167  u.  179. 
4)  a  oben  S.  466. 

30» 


468  Heinrich  Byhiner. 

und  deshalb  finden  wir  seine  Spur  weder  bei  Wurstisen  noch 
bei  Ochs,   sondern  der   einzige  Besitzer,   den  wir  kennen,  ist 
Jakob  Burckhardt,  der  es  1848  der  Vaterländischen  Bibliothek 
schenkte^).     Ueberhaupt  finden  wir  seinen  Inhalt  bis  jetzt  in 
einer  einzigen    Schrift    yerwerthet,    nämlich   in   Paul    Burck-  ^ 
hardts  Politik  der  Stadt  Basel  im  Bauernkriege,  welche  1896 
erschien  ^), 
Aufgabe.         In  der  vorliegenden  Ausgabe  lassen  wir  einige  umfang- 
reiche Aktenstücke  weg,  für  deren  Veröffentlichung  schon  ander- 
wärts genügend  gesorgt  ist.     Die  5  Freibriefe  nämlich,  welche  h^ 
der  Rath  von  Basel  zur  Beilegung  des  Aufstandes  den  ein- 
zelnen Vogteien  seines  Landgebiets  ertheilte'),  werden  in  ab- 
sehbarer Zeit  im  X  Bande  des  Basler  Urkundenbuches  in  ihrem 
vollständigen   Wortlaut   zum   Druck   gelangen.      Und    ebenso 
können  wir  für  den  Abschied  des  Tages  zu  Basel,  vom  14.  Juli  u 
auf  die  sorgfältigen  Ausgaben  sowohl  in   der  Sammlung  der 
Eidgenössischen  Abschiede  als  auch  in  Schreibers  Urkunden 
zum  Bauernkriege  verweisen  ^).  Die  sonstigen  Briefe  und  Akten- 
stücke hingegen,  welche  Ryhiners  Werk  enthält,  behalten  wir 
alle  bei,  indem  wir  für  ihre  Texte  die  Urschriften  zu  Grunde  ^ 
legen  ^),  soweit  diese  im  Archiv  sich  noch  vorfinden  ^'j. 

Wiewohl  uns  das  ganze  Werk  in  der  Urschrift  des  Ver- 
fassers erhalten  ist,  so  finden  sich  doch  im  Text  einzelne  augen- 
scheinliche Schreibfehler,  die  wir  unter  die  Varianten  ver- 
weisen. Auch  ergänzen  wir  in  Cursiv  einzelne  fehlende  Wörter,  rs 
Solche  Fehler  hingegen,  welche  aus  der  Mundart  sich  erklären, 
lassen  wir  unverändert  bestehen,  so  z.  B.  wenn  Ry hiner  hie 
und  da'  für  den  Accusativ  den  Nominativ  setzt  und  >der  adel« 
schreibt  statt  >  den  adel «.  Ebenso  behalten  wir  die  Klammem 
bei,  in  welche  er  hin  und  wieder  einzelne  Zwischensätze  fasst  ^ 
Die  Zahlen  aber,  die  er  noch  durchweg  mit  römischen  Ziffern 
schreibt,  geben  wir  auch  hier,  wie  immer,  in  arabischen  Ziffern. 
schMibun«  ^^®  eiuzigc  Vereinfachung,  die  wir  hinsichtlich  Ryhiners 

Rechtschreibung  uns  erlauben,  betrifft  die  sehr  häufige  Verdopp- 
lung von  n  vor  d,  t  und  s  —  also  in  und,  uns  u.  s.  w.  —  sowie s» 

1)  S.  oben  S.  464. 

2)  S.  dort  namentlich  S.  6. 

3)  Diese  6  Freibriefe,   vom   30.  Mai  bis  2.  Juni  1525   datirt,  s.  im 
St  Archiv,  Stadt.  Urkunden  No.  2863  ff. 

4)  Vgl.  Eidg.  Absch.  IV  1  a,  S.  735  ff.  und  Schreiber  III  32  ff. 

5)  Doch  behalten  wir  auch  für  diese  die  fortlaufenden  Blattiahlen 
von  Ryhiners  Hs.  bei. 

6)  Vgl.  oben  S.  467,  A.  1. 


Einleitimg.  469 

auch  in  der  Endsylbe  en,  indem  wir  hier  überall,  soweit  diese 
Veidopplong  nicht  durch  die  mundartliche  Aussprache  be- 
gründet ist,  nur  das  einfache  n  setzen.  In  Betreff  der  Vokale 
ist  zu  bemerken,  dass  in  den  sonst  sehr  leserlichen  Schrift- 
5  zügen  einzig  e  und  o  zuweilen  kaum  zu  unterscheiden  sind. 
Ueber  dem  u  sodann  lassen  sich  nur  zweierlei  Zeichen  deut- 
lich unterscheiden,  nämlich  zwei  Punkte  oder  Strichlein  für 
den  Umlaut  ü,  und  ein  Häkchen  oder  halbes  Ringlein  auf 
allen  übrigen  u,  soweit  sie  nicht  im  Anlaut  stehen  und  des- 
to halb  als  v  geschrieben  sind.  Das  erstere  Zeichen  aber  gilt  auch 
für  den  Diphthongen  üe,  und  ebenso  das  letztere  für  uo.  Wir 
geben  daher  im  Druck  einzig  das  Umlautzeichen  ü,  soweit  es 
in  der  Hs.  vorkommt,  und  setzen  im  übrigen  durchweg  nur  ein- 
faches u.  Dasselbe  gilt  auch  von  den  eingeschalteten  Akten- 
15  stücken,  für  deren  Rechtschreibung  wir  den  noch  vorhandenen 
Originalien  folgen. 


Baselischer   underthaiien   empörung   und  wider- 

begnadigung  anno  1525. 

Wie  sich  löblicher  statt  Basell  underthonen  der 
ämpteien  Liestall,  Waidenburg,  Varnsperg,  Homburg 
und  Munchenstein  wider  ire  herren  burgermeyster  i 
und  rath  der  statt  Basell  empört,  für  die  stat  Basel 
gezogen,  doch  ze  letst  widerumb  betragen  sind,  und 
was  sich  dorunder  verlouffen. 

Item  wie  sich  ein  statt  Basell  in  den  uffruren 
zwuschen  f.  d.  ^)  von  Osterich,  deren  regiment  zu  £n-ii 
siszheim,  adel,  rytterschafft  und  prelaten,  dorzu  dem 
hochgepornen  fursten  und  herren  Ernsten  marggraven 
zu  Baden  und  Hochperg,  herren  zu  Kotlen  und  Baden- 
wiler,  landgraven  zu  Susenburg  als  an  eynem,  sodan 
gemeyner  pursam  in  Obern  Elsas,  Sontgow,  Bryszgowis 
und  der  Obern  Marggrafschafft  gehalten,  und  was 
dancks  sy  by  allen  theylen  erholet  hatt. 


Den  edlen  strengen  frommen  vesten  fursichtigen  ersamen 
wysen  herren  burgermeyster  und  rath  der  stat  Basell,  mynen 
inn  sonders  gnedigen  herren,  wünsch  ich  Heinrich  Ryhinei» 
rathschryber  den  ewigen  fryden,  mit  undertheniger  erbietung 
myner  gutwilligen  diensten.  Ich  hab,  gnedig  min  herren,  mer 
dan  einest  begert,  das  ich  des  gnedigen  willens,  den  U.  S.  E.  W^j 
nit  alein  mit  begabung  des  rathschryberampts'),  sonder  euch 
mit  gnediger  besserung  myner  besoldung^)  so  richlich  gegen  2s 

1)  Abküriung  für:  fürstlich  durchlucht. 

2}  Abküriung  für:  uwer  streng  eren  wysiheit. 

3)  Dieses  Amt  bekleidete  Ryhiner  erst  seit  1524;  s.  6.  Chron,  IV  141. 

4)  Wann  diese  Gehaltserhöhung  erfolgt  war,  lässt  sich  nicht  mäii 
genau  ermitteln,  da  die  im  Staatsarchiv  allerdings  noch  vorhandenen  Frohn- 
fasten-  und  Jahresreohnungen  von  1524  u.  1525  in  Folge  früherer  Yer- 
wahrlosung  sich  in  so  schadhaftem  Zustande  befinden,  d&ss  sie  grossentheiis 
unlesbar  sind. 


1525.  471 

mir  enoigt,  mit  etwas  myner  aibeit  by  uwei  wyszheyt  mieh 
als  ein  danekbaren  ze  sehen  lassen  uisach  hette,  uff  das  ich 
empfangener  gutthat  nit  vergessen  haben,  sonder  vylmer,  ob 
es  glich  nit  mit  hocher  gesohicklichkeyt,  yedoch  nach  der  gab 
smjmes  Verstands  beschehen,  by  den  danekbaren  geselt  wurde. 
Und  wiewol  ich  us  dem,  das  U.  S.  E.  W.  iren  von  got 
empfolenen  gewalt  und  oberkheyt  mit  gemeyner  burgerschafft 
gehorsame  bitzhar  und  (wyl  es  gott)  furter  mit  hocher  ver- 
nunSl  wol  und  wyszlieh  geregiert,  so  ich  denocht  neben  dem 

10  so  hoch  verrumpter  stat  Basell  mit  lufft,  erdtrioh  und  wasser 
wol  temperiert  und  gezierte  gelegenheyt  mit  stillschwygen 
fnrgan,  ze  schryben  ursach  gehept,  yedoch  hat  es  mir  nit  ge- 
lieben wollen  das,  damit  uwer  wyszheit  und  ein  stat  Basell 
von  vyl  anderen  zun  offtern  malen  gelobt  (wiewol  es  billicher 

15  dann  billich  vyl  rümens  wert),  yetzt  widerumb  harfur  ze  bringen. 
Und  so  ich  mich  aber,  was  uns  zu  erzoigung  eins  danekbaren 
gemuts  die  federen  ze  pruchen  bewegen  werde,  erinneren,  be- 
gegnet mir,  gnedig  min  herren,  die  erschreckenliche  unver- 
sehene  erpörung,    in  die  sich  U.  S.  E.  W.  underthonen    der 

20  ämptern  Liestal,  Waidenburg,  Vamsperg,  Homburg  und  Mun- 
chenstein  wider  üch  ir  naturliche  ordenlich  oberkheyt,  dorzu 
die  pursame  der  landschaffben  Ober  Elsas,  Sontgow,  Bryszgouw 
und  andere  glicher  gestalt  wider  ire  herschafiEten  bewegt; 
welichs  myner  achtung,  diewyl  [1^]  sich  derglichen  fal  in  vyl 

25  hundert  jaren  nit  begeben,  zu  kunfftiger  gedechtniis  billich 
inzeschryben. 

Ich  were,  gnedig  herren,  etwas  gutter  thäten  dan  ditz 
verhasste  Sachen  ze  beschryben  begiriger  gsin.  Diewyl  es  sich 
aber  leyder  also  zutragen,   bin  ich  gutter  hoffnung,   wan   diso 

3ohandlung  lutter,  wie  die  ergangen,  (als  dann  myn  wyll  ist) 
der  schryft  bevolhen,  es  werde  der  warheyt  niemands  verdruss 
emphohen.  Es  habend  die  alten  nit  mit  minderem  vlysz  das, 
so  übel  gehandlet,  dan  die  wolthaten  beschryben.  Denen  ich 
euch  anhang.     Dan  glich  wie  wir  durch  die  gute,   fromkheyt 

35  und  dapfferkheyt  unserer  voreiteren  ire  fuszstapffen  mit  glichen 
gutthaten  zu  erreichen  belustiget,  also  euch  werden  wir  durch 
verwissenliche  geschichten  anderer  menschen,  wie  in  einem 
Spiegel  uns  dorin  ze  ersehen  und  mit  hilff  gottes  davor 
ze   verhüten,    gewarnet.      Dennenhar   wir    den    nit   unbillich 

40  glucksälig  nemend,  den  frombde  schaden  fursichtig  gemacht. 
Demnach,    gnedig   herren,    hab  ich  mir    furgefaszt,    mit    der 

26.  Hb  :  bUlicli  ingeschryben.    ■ 


472  Heinrich  Ryhiner. 

hilff  gottes  dise  uneihoite  geschiehten  sovil  möglich  also  an 
tag  ze  pringen,  das  der  lesei  wider  die  underthon^i  lu 
dheinem  wytheren  Unwillen,  dan  sovil  ir  Verhandlung  selbe  hit 
bergen  wyll,  bewegt,  euch  in  erzellung  diser  geschieht  ü.  E.  W. 
hoch  Vernunft,  guttigkheyt  und  miltigkheyt  gepryszt,  tuid  dorby  s 
gemeyner  burgerschafft  der  statt  Basell  wyllige  gehorsam,  die 
sy  U.  S.  B.  W.  in  disen  schweren  louff'en  unverdrossen  ersoigt, 
nit  verholt  werde. 

So  ich  mit  der  hilff  gottes  ditz  min  fumemen  ervolgen 
möchte,  were  ich  ungezwyveleter  hoffnung,  by  vylen  danck  zu  » 
erholen.  Harumb,  gnedig  myn  herren,  ist  an  ü.  S.  E.  W.  myn 
underthenigst  b^ern,  sy  wolle  ditz  myn  arbeyt  nit  nach  siner 
klein  fug  oder  unachtbar kheyt,  sonder  nach  der  begirlidien 
gutwilligkhey t  mynes  gemuts  zu  gnedigen  wolgefaUen  annemen 
und  [2]  mich,  iren  willigen  diener,  in  gnaden  bevolhen  haben.  i^ 
Das  begere  ich  umb  uwer  streng  ersame  wyszheyt  (die  der 
almechtig  got  alzeyt  in  hochen  eeren  ze  bewaren  geruche)  in 
aller  underthenigkheit  gutwillig  ze  verdienen. 

Datum  den^) 


1526         [2^]  Es  ist  niemandem  verborgen,   was  erschrockenlicher  se 
schwerer  ungehorter  louffen  in  gegenwurtigem  jar,  dorin  man 
nach  der  gepurt  Cristi  unser  seligmachers  tusend  funffliundert 
funff  und  zwentzig  zeit,  sich  allenthalb  in  Tutscher  nacion  be- 
geben; also  das  gemeyne  underthonen  an  vyl  enden  usz  eifern 
fumemen   sich  erhept,  zusamengehuffet,  mit  eidtspflichten  in  2^ 
ein  bruderschafft  verpunden  und  anfangs  die  closter  und  geyst- 
lichen,  demnach  den  adell,   dorzu  die  oberkheyten  angryffen, 
mengklichen  in  ir  bruderschafft  ze  pringen  mit  der  thatt  under- 
standen.     Und  wiewol  sich  befunden,  das  ir  furnemmen  eigen- 
nutzig und  deszhalb  unzimblich  gesin  —  dan  sy  allein  irs  libs  ■» 
fryheyt  und  zitlicher  beschwerden  (die  wir  doch  vylmer  nach 
dem  geheis  gottes,   wo  sy  unseren  seelen  nit  nachteylig,  se 
dulden   schuldig,   dan  mit  gewalt  von  uns  werffien  soUen)  ab- 
zekomen  und  erringeret  ze  werden,  und  nit  die  eer  gottes  und 
liebe  des  nechsten  gesucht  —  so  haben  sy  doch   ditz  ir  fui-sj 
nemen  mit  dem  helgen  gottswort  (das  doch  dhein  grossere  dan 
solche  vyandt  hatt],  als  ob  sy  dem  selbigen  anhangen  und  das 
handthaben  wölten,  beschonen  und  bedecken  wollen.     Damit 

33.  Hl.:  von  mm«  zb  werffen  loUen. 
1)  Ueber  dieses  unausgefflllte  Datum  s.  oben  S.  465. 


1525.  473 

sy  menchen  einfältigen  menschen,  der  das  verborgen  gyffb  ires 
fumemens  nit  verstanden,  inen  anhengig  gemacht  und  zu  Ver- 
lust lyb,  lebens  und  gutz  gepracht  habend. 

[3]  Ditz  erpörung  hat  dahin  gereicht,  das  vyl  cristenplutz 

&  unbarmhertzenklichen  vergossen,  wie  dan  nach  vyl  orten,  ouch 
by  unserer  landsarten  zu  Elsas-Zaberen,  Lupffstein  und  Scher  wir 
in  Elsas  —  da,  got  erbarms,  bitz  in  die  drissigtausent  puwers- 
personen  ellengklich  erschlagen  —  beschechen  ist^].  Dann 
wiewol  ein  ieder  liechtlich  bedencken  mögen,  das  denocht  der 

10  arm  gemein  man  an  vyl  orten  eben  treffenlichen  beschwert, 
und  billlch  gsin  were,  in  untreglicher  burdinen  abzehelffen  — 
yedoch,  diewyl  sich  die  underthonen  der  selbigen  us  eignem 
gewalt  selbs  entschutten  und  an  vyl  orten  die  angebottene 
gnad  der  oberkheiten  verschmacht  und  ire  fryheit   mit  dem 

15  Schwert  erholen  wollen,  ist  man  so  gar  widder  sy  ergrymt,  das 
sy  irer  beschwerden  an  merertheyls  orten  nit  alein  nit  ge- 
ringeret,  sonder,  nachdem  iren  in  allen  landen  vyl  und  vyll 
todgeschlagen,  sich  darzu  uff  der  oberkheyten  gnad  und  un- 
gnad  ergeben  und  wyttere  beschwerden  tragen  müssen. 

2i)  Hie   wyll   ich  alle  oberkheyten  in   gantzen   truwen   ge- 

warnet haben,  das  sy  ires  ampts  der  regierung,  von  gott  inen 
bevolhen,  nit  vergessen  und  gedencken,  das  sy  ouch  ein  herren 
haben,  der  sy  glich  wie  ire  underthonen  richten  wirdeth,  und 
by  dem  edlen  louwen,  der  us  natur lieber  inpflantzung  denen, 

2s  so  er  überwunden  hat,  miltigkheyt  bewyset,  iren  beherscheten 
underthonen  gnad  zu  erzeigen  ein  ebenbild  nemen,  und  nit 
böser  begird  der  räch  für  und  für  statt  geben. 

[3^]  Die  erweckung  diser  ufiruren  wirdeth  in  mencherley 
wysz  angezogen.     Etliche  vermeynen,  sy  sye  dahar  erwachsen, 

30  das  an  vyl  orten  das  gottlich  wort  pur  und  klar  ze  verkünden 
verbotten.  Die  anderen  geben  den  unfursichtigen  predigem, 
so  die  cristenliche  fryheyt  nit  uff  den  geist,  sonder  alein  uff 
die  usserliche  ding  als  des  fleiscbs  fryheyt,  daruss  dan  un- 
gehorsam   und  verachtunge   aller   oberkheyt   erwachsett,    die 

35  schuld.  So  sind  dan  andere,  die  dise  ufiruren  den  ungerechtig- 
kheyten  und  bosheyten,  damit  leyder  mereitheyls  alle  stend 
der  obern  und  der  underthonen  befleckt,  zumessen.  Und  so 
wir  ja  die  Sachen  recht  betrachten,  so  finden  wir,  das  dise  die 
houptursach,   usz  deren  jhene  zwo  fliessend,    ist.    Dan    umb 


1)  Ueber  das  Blutbad  bei  Zabern  und  im  nahen  Lupf  stein,  sowie  über 
die  Niederlage  bei  Scherweiler,  unweit  Schlettstadt ,  s.  unten  den  Anfang 
des  II  Theils. 


474  Heinrioh  Ryhiner. 

unser  sunden  willen  itt  der  som  gottes  nach  der  gerechtigkheyt 
billioh  über  uns  erweckt  und  hat  jhene,  das  sy  die  gereehtig- 
kheyt  und  guttigkeyt  gottes  nit  erkhennen  und  denhalb  sin 
heylsam  wort  verbieten,  und  dise,  das  sy  in  glicher  blindtheyt 
stecken,  die  selbigen  heylsam  ding  alein  uff  fryheyt  des  fleischs  & 
usskunden,  verplent,  und  on  iwivel  dise  erschrockenliehe  uff- 
ruren  über  uns  ergon  lassen,  uff  das  wir  unser  boeshejrt  in- 
gedenck  und  nach  der  gerechtigkheyt  und  guttigkirit  gottes 
durstig  werden. 

In  disen  schweren  louffen  hat  ein  ersamer  rath  der  statt» 
Basel  zu  hertzen  gnomen,  erwogen  und  bedacht,  das  ire  ander- 
thonen  der  ämpteren  Liestal,  Waidenburg,  Vamsperg,  Homburg 
und  Munchenstein  der  lybeigensohafit  und  anderer  dingen  sich 
vylicbt  ouch  beschweren  und  in  diser  erporung  zu  ufiuor  be- 
wegt möchten  werden,  wie  dann  ein  ersamer  rath  durch  einen  is 
iren  truwen  diener  gewarnet  worden^).    [4]  Dem  selbigen  (als 
ir  ersam  wyszheit  vermeynt)  vorzesin,  hat  ein  ersamer  rath  uff 
April  29  sampstag  den   29.  tag  aprillis   allen   iren   vögten   obgenanter 
ämptern  geschryben^)  und  den  underthonen  le  sagen  berolhen: 
das  sy  von  yedem  dorff  zwen  erbar  man  von  den  geschwomen  % 
und  iwen  von  der  gemeinde  uff  mitwochen  den  dritten  tag 
Mal  3  meyens  gon   Syssach  schicken,   so  wolt  ein  ersamer  rath  sin 
botschafft  dahin  verordnen,  inen  den  underthonen  ein  gnedige 
meynung  anzeigen  lassen  und  demnach  von  inen  den  under- 
thonen gutlich  vememen,   was  inen  darumb  angelten,   und:s 
wess  sy  sich  beschweren  mochten;  mit   dem  anhang:    so  ire 
beschwerden  gehört,  das  dan  ein  ersamer  rath  ire  underthonen 
so  gnedengklich  bedencken,  das  sy  ben\igen  solte,  und  sy  mit 
inen  zu  dheiner  widerwertigkheyt,  wie  leider  an  vyl  orten  be- 
scheohe,  komen  wurden.     Und  diewyl  ein  ersamer  rath  sich?? 
gentzlich  versehen,  es  were  ditz  ir  gnedigs  erbieten  von  den 
underthonen   zu    danck    angenommen   und    der   tag   besucht 
werden,  sind  von  eynem  ersamen  rath  die  fromen  furtiehtigen 
ersamen  wysen  her  Adelberg  Meyger,   der  zyt  alter   buiger- 
meyster,  Hanns  Graff  und  Cunrad  David']    zu  der  pursame^ 


1)  Vgl.  oben  S.  124  ff.  u.  195. 

2)  Dieses  Schreiben  an  die  Vögte  ist  in  keinem  Missivenbuch  erhalten. 

3)  Statt  Konrad  Davids,  des  Zunftmeisters  lum  Safran,  nennt  Schnitt 
den  Maler  Kaspar  Koch,  Rathsherrn  der  Zunft  sum  Himmel,  und  weiter 
noch  als  vierten  Gesandten  Hans  Bratteler,  den  Zunftmeister  der  Metsger; 
s.  oben  S.  125. 


1525.  475 

ze  ritten,  den  tag  zu  Syssach  zu  besuoohen  und,  wie  vorstat, 
ze  handien  verordnet. 

Und  als  diser  tag  zu  Syssach  uff  mitwochen  den  dritten  Mai  s 
tag    meyens   geleystet  sin  solt,    deszhalb   die   gemelten  ratz- 

5  botten  am  zinstag  den  anderen  tag   meyens  uff  den   abend  xu  2 
gon  Liestal,  in  willens  am  mitwochen  £rug  zu  Syssach  iren 
bevelch  uszzerichten,  komen,  sind  die  ämptere  obgemelt  durch 
etlich    uffwygler,    die    den    [4^]    underthonen   by   den   eiden, 
damit  sy  einer  stat  Basell  verbunden,  und  also  under  dem 

10  schein,  ab  ob  es  usz  bevelch  der  oberkh^yt  bescheohe,  mit 
gewerter  band  gon  Liestall  ze  ziehen  den  selbigen  zinstag, 
euch  die  nacht,  gemant  worden^).  Deszhalb  sy  gemeinlich  uff- 
geprochen,  habend  den  tag  zu  Syssach  ernempt  nit  besuocht, 
sonder  mit  gewerter  band  gon  Liestal  zusamen  gezogen,  den 

15  thumherren  der  styfit  Basel  iren  pfrundkeller  daselbst  uff- 
gebrochen  und  by  driizehen  soum  wyns  usq^etruncken^).  Das 
nun  die  gesandten  der  stat  Basell,  und  nit  unbillich,  zu  treffen- 
lichem misfallen  angenomen;  dann  sy  nit  wussen  möchten,  was 
daxusi  werden  wölte. 

20         Desterwenigemit  habend  sy,  die  gesandthen,  nachdem  sy 
dess  mitt  einanderen  rättig  worden,  am  mitwochen  &üg  die  ibi  3 
pursame  usz  Varnsperger  ampt,  als  deren  am  meesten  gsin,  in 
Hemman  Offenburgs  hoff^)  zu  Liestal  für  sich  berufft  und,  das 
sy  widerumb  anheimsch  zu  iren  husem  ziehen,  einen  uszschuss 

25  von  inen,  wie  sy  hievor  bescheiden,  den  tag  zu  besuochen  und 
ire  beschwerden,  ob  sy  einiche  trügend,  ze  eroffnen  verordnen 
selten,  angesucht;  so  weiten  sy,  die  gesandten,  die  selben  gut- 
lich vernemen,  und  nit  abscheiden  nach  erwinden,  bitz  sy,  die 
underthonen,  mit  iren  herren  und  oberen  deren  gutlich  geeint 

:w  werend;  mit  fruntlicher  erzellung,  wie  gnedengklich  ein  er- 
samer  rath  der  statt  Basell  sy,  die  underthonen,  bitzhar  in 
hungers-,  feuwers-  und  kriegszloiiffen  und  nötten  gehalten,  da 
man  inen  al wegen  lyb,  eer  und  gutt  truwlich  zugesetzt,  euch 
furer  ze  thun  geneigt  sye.     Dan   so  wir  glichwol  vergangner 

35gutthätten,   die  ein  stat  Basell   iren  [5]  underthonen   gthon. 


1)  Schon  Montags  den  J.  Mai  war  ein  Haufe  nach  Liestal  gekommen 
und  hatte  dort  Ausschreitungen  begangen;  s.  oben  S.  124,  A.  5. 

2)  Diess  geschah  schon  Montags  den  1.  Mai;  s.  Stefian  Störs  Ver- 
theidigungssehrift,  im  St.  A.,  Bd.L  169,  1^,  No.  10,  und  im  Ausiug  bei 
P.  Burokhardt,  Politik  Basels  im  Bauernkrieg,  S.  16. 

3)  H.  Offenburg,  der  spätere  Bürgermeister,  damals  Vogt  von  Fams- 
burg,  besass  su  liestal  den  sog.  Freihof,  auf  dessen  Areal  das  jetiige 
Regierungsgebäude  steht. 


476  HeiDrich  Ryhiner. 

geschwygen,  so  ist  doch  war,  das  ein  ersamer  lath  ixen  undei- 
thonen  eben  in  disem  jar  wyt  über  tusend  yieinsel  guti  in  irer 
hangersnot  furgestieckt  und  geliehen^).  Item  und  als  sy  su 
Gelterohingen,  JBusz^},  Frick')  und  andersohwo  veibiunnen,  hat 
ein  ersamer  rath  inen  tieffenliche  hilff,  damit  sy  pliben  und  & 
buwen  möchten,  mit  gelt,  kom,  holtz,  saltz  und  anderem  truw- 
lieh  gethon.  Es  hat  euch  ein  stat  Basell  ire  underthonen  zu 
vergangnen  kriegen,  die  ein  lobliche  Eidtgnosohafft  wider  ein 
krön  Franckreich  gehept^),  wie  die  burger  us  der  stat  ver- 
soldet,  da  aber  andere  unser  Eidtgnossen  underthonen  iedeii« 
uff  sin  eignen  seckell  und  costen  ziehen  müssen. 

Es  ist  aber  ditz  und  derglichen  fruntlich  ermanen  alles 
vergeben,  unverfengklich  gesin.  Dan  sich  die  underthonen  ge- 
meinlich von  allen  ämpteren,  sovil  deren  zu  Liestall  werend, 
für  die  stat  hienus  gethon^),  eignen  frevels  gemeinden  gehalten  » 
und  sich  mit  eydtpflicht  zusamen  verpunden.  Und  als  die  ver- 
ordneten ratsbotten  einen  zu  der  pursame  an  die  gemeind  ge- 
schickt und  für  die  gantze  gemeinde,  mit  inen  ze  handien  und 
inen  eins  ersamen  raths  bevelch  ze  enttecken,  ze  komen  be- 
gert,  hat  die  gemeine  pursame  der  bottschafll  an  ir  gemeind  2a 
ze  komen  abgeschlagen  und  sy  nit  hören  wollen.  Das  in  war- 
heit  ein  grosser  tratz,  schmach  und  hochmut  gewesen;  doch 
habend  es  die  verordneten  der  zyt  gedulden  müssen. 

Dise  gemeinde  hat  gewert  bitz  zu  mittag,  das  erst  die 
pursame  ab  der  gemeinde  komen  *).  Doch  ist  den  hotten  gantz 
dhein  antwurt  noch  bescheyd  worden,  waB  die  pursame  thun 
oder  handien  wolte.  Deszhalb  die  verordneten  herren  bede  [5^] 
schultheissen  zu  liestalP)  (so  euch  an  der  gemeinde  gsin}  be- 
schickt und  befragt,  wessz  sich  die  pursame  vereinigt  hettes. 

21.  Es.:  das  ein  warli«it  «in  grosMr  trati. 

1)  Hierüber  8.  im  Migsiyenb.  XXVIII  24  Basels  Brief  vom  11.  Jan.  152S 
an  den  Vogt  von  Farniburg. 

2)  Gelterkinden  und  Buus,  beide  in  der  Vogtei  Famsburg. 

3)  Frick  gehörte  lum  östreichisohen  Gebiet;  doch  wohnten  dort  eine 
Ansah!  Höriger  der  Vogtei  Famsburg. 

4)  In  den  Feldsügen  von  1503  u.  1510  bis  1515;  s.  oben  S.  31  ff  u.  328  ff. 

5)  Vor  das  Obere  Thor;  s.  oben  S.  126. 

6)  Ueber  diese  Volksyersanunlung  s.  die  Verhöre,  im  St  A.,  Bd.L  169, 1^ 
No.  11—14,  u.  im  Ausiug  bei  P.  Burckhardt  S.  17  ff  u.  32. 

7)  Wie  Basel  2  Bürgermeister,  so  hatte  bis  lum  Bauernkriege  tod 
1653  Liestal  2  Schultheissen,  welche  allj&hrlich  vor  Johannis  wechselten, 
so  dass  der  eine  »neue,  der  andre  »alt«  wurde.  Regierender  Schultheisi 
war  1524/25  Nikiaus  Brötlin,  der  schon  1518  dieses  Amt  bekleidet  hatte; 
8.  F.  Burckhardt  S.  18  u.  Brückner  IX  1019. 


^ 


1525.  477 

Die  habend  geantwurtet:  die  Sachen  standen  woU  und  recht; 
es  sind  die  puisame  an  der  gemeinde  eins  worden,  das  sy  von 
iedem  ampt  ein  uszschussz  verordnen,  ire  beschwerden  uff- 
schryben  und  die  inen,  den  botten,    übergeben  und   gutlich 

5  handien  wollen  ^).  Dess  sind  die  gesandten  zu  guttem  fryden 
gsin,  habend  solich  antwurt  einem  ersamen  rath  der  stat  Basel 
ilends  zugeschryben^)  und  damit  das  imbismal  nemen  und  er- 
warten wollen,  das  inen  die  underthonen  ire  beschwerden  uber- 
antwurten  solten.     Ditz  ist  gestanden  ein  halbe  stund;  da  ist 

10  einer  mit  einer  trockenen  trummen  dahar  zogen,  der  hat  umb- 
geschlagen  und  gebotten,  das  die  underthonen  by  den  eiden, 
so  sy  an  der  gemeinde  zusamen  geschworen,  ilends  dem  nidern 
thor  zu  ziehen  solten  ^j.  Das  nun  beschechen,  und  sind  ouch 
die  underthonen  demnach  mit  gewerter  band  strittslouffs  herab 

15  fuT  die  stat  Basell  gezogen.  Ob  wölchem  die  verordneten  ein 
mercklrch  miszfal  gehept,  doch  haben  sy  ire  dien  er  und  soldner, 
so  vil  sy  deren  gehept^),  ilends  der  stat  zugeschickt  und  ein 
ersamen  rath  der  stat  Basel  solchen  Überzugs  warnen  lassen. 
Die  verordneten  sind  ouch  alsbald,  wie  sy  gemögen,  der  stat 

20  Basel  zu  geylt  und  (got  sy  lob)  on  einichen  schaden  in  die 
stat  komen. 

In  disen  dingen  habend  Steffan  Störr,  [6]  der  etwan  lut- 
priester  zu  Liestall,  aber  der  zyt  der  selbigen  pfrunden  us  ur- 
sach  entsetzt^),   doch  in  diser  uffruor  widerumb  dohin  zu  der 

'iöpursame  komen  was^),  Heinrich  Soder,  Fridlin  Muller,  bede 
von  Liestal  und  des  raths  daselbst^},  ein  anschlag  gthonn.  Und 
hat  der  selb  Steffan  Stör  einen  brief  mit  eigner  band  vergryffen, 
aber  umb  willen  das  sin  schryfft  —  die  doch  nachmals  inn 
einem  barret  (so  er  nachts  uff  der  wacht  ab  sinem  kopff  ver- 

30  loren)  befunden  ^)  —  nit  erkhandt  solt  werden,  den  einen  an- 
deren, nemlich  her  Hansen  Feelix  capplanen  zu  Liestal  ^) ,  ab- 
schryben  und  demnach  den  gemelten   brieff  Peter  Wechteren 

1)  Vgl.  oben  S.  126. 

2)  Dieser  Brief  ist  nicht  mehr  vorhanden. 

3)  Auf  die  Strasse  nach  Basel. 

4)  Vgl.  oben  S.  126,  wonach  einzig  Ulrich  Wiglin  entsandt  wurde. 

5)  Ueber  seine  Absetzung  s.  P.  Burckhardt  S.  13. 

6)  Von  Basel  war  er  erst  am  1.  Mai  wieder  nach  Liestal  gekommen; 
s.  ebend.  S.  16. 

7)  Ueber  diese  Beiden  s.  ihre  Verhöre,  im  St.  A.,  Bd.  L  169,  1^, 
No.  11—14  u.  20—26. 

8)  Vgl.  oben  S.  128. 

9)  Ueber  Hans  Felix  und  diesen  Brief  s.  die  Verhöre  im  St  A., 
Bd.L  169,  Ib,  No.  11—14. 


478  Heinrieh  Ryhiner. 

von  Liestal  dem  diflchmacher  und  Wolffen  von  Busz  alhai  in 
unser  stat  Basel  ze  tragen,  und  den  unsem  gemeinden *]  sn 
uberantwurten  bevolhen  und  %\x  banden  gesteh;  alles  über  und 
wider  das  ein  ersamen  raths  bottsohafft  eben  des  tags  zu 
Liestall  in  stetter  ubung  was,  dise  erporung  in  ruw  ze  pringen.  > 

Und  diewyl  aber  die  selbige  geschryfft  dermassen  vortheylig 
b^yffen,  das  sy  under  dem  schyn  des  gotlichen  worts  (wo 
es  got,  der  die  synen  nie  verliesz,  nit  so  gnedengklich  für- 
komen)  yyl  grossen  ubels  und  blutvergiessens  anrichten  mögen, 
hat  uns  für  not  und  gut  ansehen  wollen,  die  selbige  von  wort  i» 
KU  wort  zu  inserieren,  uff  das  das  gyfit  der  boszhafflen  an  tag 
gelegt  und  demnach,  wie  wysslich  und  dapfferlich  ein  ersamer 
rath  der  loblichen  stat  Basell  dorgegen  gehandlet,  vermerckt 
werde.    Und  lutet  die  schryfft  also:^) 

[6^]   Unsem  lieben  und  getruwen  mittchristen,   den  ge-r> 
meinden  von  allen  zunfilen  der  stat  Basell. 

Unsem  lieben  imd  getruwen  brudem,  gemeinen  von  allen 
zunfflen  der  stat  Basell,  empieten  wir  gemein  imd  alle,  so  in 
unser  hern  von  Basell  allen  und  yeden  emptern,  unser  dienst 
imd  grutz  zuvor.     Geliepten  bruder  und  mitcristen,   es  iat  dier< 
zit  hie,  das  got  der  almechtig  die  synen  usz  allerley  beswerden 
und  drang  nach  seiner  unermessen  gutigkeit  erlosen  wilL    In 
seinem  geist  sind  wir  (ob  got  will)  alle  versamlet  und  uns  mit 
eyd  verpflicht  zu  einander,  entlich  ze  bliben  verbündet.     Und 
als  uns  dan  vill  und  mengerley  angelten  ist,  dorin  wir  uns» 
vermeynendt  imbillich  beswert  sein,  und  zudem  taglich   nuw 
beschwerdt  uff  uns  wachsen,  demnach  sint  wir  einhellig  rattig 
worden,    solch   unser   beswertt  und   anligen  unsem  gnedigen 
und  lieben  oberhern  uff  das  allerdemütigst  in  bittwisz  fuize- 
halten,  in   hoffhung  ein  gnedige  antwurtt,    wie  cristenlichen  3» 
hern  geburt,  zu  erlangen.     Und  so  wir  aber  mögen  gedencken, 
ja  zum  theyll  ein  gut  wussens  haut,  das  ir  in  der  statt  nit 
weniger  dan  wir  uff  dem  landt  auch  merglich  beswert  seint^}, 
haben  wir  guter  meynung,  als  unsem  geliepten  [7]  mitbaszlem, 
ze   wissen  thun,  und  ist  unser  der   gantzen  gemeinen  land-ss 
schafft  flissig  und  &untlich   beger,  uns  ze  erschinen  und  uff 

1)  D.  h.  der  B0rger8chaft,  im  Gegensats  lum  Rath. 

2)  Diesen  Brief  geben  wir  hier  nach  einer  Gopie  im  St.  A.,  Bd.  L  169, 1^ 
No.  10. 

3)  Ueber  die  theilweise  Uniufriedenhieit  unter  den  Handwerkern  in 
der  Stadt  8.  Qeering,  Handel  und  Industrie  der  Stadt  Basel,  S.  372  tt,  auch 
F.  Burckhardt  S.  23  ff. 


1525.  479 

das  erst  so  ir  mogent  kunt  ze  thum,  wes  wii  uns  su  euch  vei- 
sehen  sollent,  und  wie  und  ob  und  wo  wii  mochten  zusamen 
komen  und  uns  mit  einander  der  dingen  vereinigen.  Dan  wir 
uch  hiemit  zugesagt  haben  wollent,  unser  leben,  gutt,  lyb  und 
&  alles,  so  wir  sint  und  haut,  zu  uch  ze  setzen.  Datum  in  ill, 
uff  zinstag  den  andren  tag  may  im  25.  jor.  M»i  2 

Euwer  alzit  willigen  von  allen  gemeinden  der  empter  in 
unser  hern  von  Basell  gebieten  gelegen. 

Es  ist  dhein  wunder,  das  sich  alle  from  hertzen  ab  diser 

lovergyfiten  schryfft,  so  sich  im  anfang  mit  dem  süssen  namen 
Cristi  hören  laszt  und  aber  so  schnell  wider  das  geheisz  Cristi 
die  irdischen  ding,  mit  denen  der  geyst  gottes  (in  welichs 
namen  sy  versamlet  sin  berumend)  dhein  gemeinschafft  hat, 
begert  und  im  beschlus  zu  ervolgung  der  selbigen  lyb,  leben, 

15  gut  und  alles,  was  sy  sind,  darzestrecken  erbuttet,  mergklich 
entsetzend.  Dan  ein  ieder  liechtlich  zu  ermessen  hat,  wo  ditz 
schryben  volzogen,  was  grossen  blutvergiessens  darus  erwachsen, 
ouch  wie  gar  ubell  mit  einer  ersammen  oberkheyt,  wo  sich 
ein  gemeine  der  stat  Basel  uff  ditz  schryben  wider  sy  bewegen 

20  lassen,  gehandlet  worden;  das  doch  der  almechtig  got  gnedengk- 
lich  furkomen.  Und  wiewol  sich  ein  ersame  gemeinde  der 
stat  Basell  iren  herren  und  oberen  inn  disen  schweren  louffen 
gantz  gehorsamlieh  und  gutwillig  erzeigt  [7^]  und  gehalten,  so 
hat  doch  solichs  schryben   by  vylen  ein  grosz  miszvertruwen 

25  und  argkwon,  als  ob  das  nit  on  verstand  an  die  gemeinden  be- 
schechen,  gepracht.  Deszhalp  vermeint  und  besorgt  worden, 
es  were  etwas  vereteryen  vor  ougen  gsin;  dorum  dan  eben  vyl 
burger  der  stat  Basel  gefängklich  angenomen^).  Doch  so  ist 
diser  unwyll  (got  sy  lob)  also  hingelegt,  das  ein  ersamer  rath 

30  und  gemeinde  der  stat  Basel  inn  gutter  einigkheyt  gelept, 
truwlich  zusamen  gesetzt  und  alle  sachen  zu  guttem  end  ge- 
pracht haben. 

By  disem  schryben  ist  wol  zu   hertzen   ze   nemen,    wie 
listengklich  und  mit  was  hochem  betrug  und  velschung  got- 

35  lieber  warheyt  die  gesteh.  Es  wirdeth  dorin  gemeldet:  die  zyt 
sy  hie,  das  got  der  allmechtig  die  sinen  us  allerley  beschwerden 
und  trang,  nach  siner  unnermessenen  guttigkheyt,  erlosen  wolle. 
Das  eben  sovil  geredt  sin  gedocht  werden  möcht,  als  ob  ein 
gemeyne  stat  Basell  vonn  iren  oberkheyten,  wie  die  kinder  von 

31.  Hb.:  tnrlioh  zQMmen. 
1)  Vgl  B.  Chron.  I  50  ff  u.  393  ff.,  auch  oben  S.  128. 


480  Heinrich  Ryhiner. 

Israel  vonn  dem  Pharaone,  zu  uncristenlichen  dingen,  die  zu- 
wider der  eer  gottes  dienten,  getrengt  wurde,   vonn  welchen 
beschwerden  got  der  her  die  sinen  erlösen  solte.    Ditz  wirdeth 
einer  loblichen  stat  Basel    oberkheyt   unnbillich   Eugemessen. 
Dan  es  ein  warheit  und  niemanden  verborgen  ist,  das  ein  er- ; 
samer  rath  umb  vorderiing  der  eer  gottes  und  pflantzung  brüder- 
licher liebe  so  ein  cristenlich  mandat  uszgon  lassen  und  Abb 
heilig  gotteswort  (damit  die  cristgloubige  seil  gespysst)  pur  und 
klar  ze  verkünden  allen  dienern  des  worts  gebotten  haben  ^;. 
Dorumb  hat  es  [8]  des  bos^hafftigen  verhetzens,  als  ob  dise  uff- « 
ruren  zu  erlosung  der  kinder  gottes,  glich  were  inen  das  heylig 
wort  vorgehalten,  dienen  solte,  gantz  nutzit  bedorffen.  So  aber 
dise  schryfft  verner  ersehen,  befindet  sich,  das  von  w^en  got- 
lichen  worts  dhein  beschwerd,  aber  das  der  mangel  gsin,  das,  ' 
glich  wie  die  pursame  sich  wider  ir  ordenlich  oberkheyt  er-E 
port,  ungehorsam  worden,  zehenden,  zins,  stur,  ungelt,  zoll  und 
derglichen  ze  geben  unwillig,  also  ouch  die  gemeinde  der  stat 
Basell  umb  erlidigung  diser  beschwerden  sich  gegen  iren  ober- 
kheyten  abwerffen,  wider  die  selben  bewegen  und  us  eignem 
frevel  und  böszhafiften  furnämen  solche  ding  und  vyll  gelobtes 
gehorsame  von  inen  schütten  solten.    Dann  sich  die  pursame 
zu  erstattung  ditz  uncristenlichen  furnemens  ir  lyb  und  leben 
darzestrecken  by  end  irs  schrybens  erbuttet.     O  du   falscher 
wurm,  wie  hastu  so  gyfTtengklichen  gehandlet I    Die  schry^ 
lert  uns,  allen  creaturen  umb  gottes  willen  underthenig  siD,^ 
und  bezugt  witther,  das   wir  nit  alein  von  w^en  des  zoms. 
sonder  ouch  umb  willen  unserer  conscienntzen  den  oberkejten 
gehorsamen,  dorzu  allen  menschen,  denen  wir  schuldig,  wider- 
kerung  thun  sollen.     Es  heiszt  uns  ouch  Cristus  unser  selig- 
macher  zins,  zoll  und  tribut,  als  ding,  die  des  keysers,  das  isti 
weltlicher  oberkheyt  zugehörig,  geben.     Und  du  wilt  ein  g^ 
meinde  verhetzen  und  underm  sohyn  gotlichen  wortz  halstarig 
machen,    das  sy  wider  die  schryfft    ungehorsam   sin    und  in 
summam   die  beschwerden  zittlichen  gutz,  die  uns   doch  die 
Schrift,  als  lang  uns  die  von  got  nit  abziehen,  tragen  heiszt,] 
eignen  frevels  und  gewalts  von  inen  abwerffen!    O  herre,  [S- 
gyb  den  dinen,  das  gyfft  diser  falschen  hertzen  zu  erkhennen 
uff  das  sy  vor  solchem  schaden  verhüttet  und  nit  betrogen  werden! 

38.  Hl.:  Tor  aolehtn  Mli*d«ii. 

1)  Dieses  datumlose  Mandat  s.  B.  Chron.  I  38  ff.  Den  Nachweis,  dasi 
es  ins  Jahr  1523  gehört,  s.  bei  Burckhardt- Biedermann  im  Anxeigei  -■ 
Schweisergesoh.  1894,  S.  117  ff. 


1526.  481 

Als  nun  dise  bosshafile  schiyfit  uff  mitwochen  des  helgen  ubi  s 
crutses  erfindung,  was  der  dryt  tag  meyens,  für  klein  und  grosi 
räih,  so  man  nempt  die  sechst),  der  stat  Basel  geprooht  und 
v-erlesen,  ward  in  schneller  ill  geratten  und  vokogen,  das  bede, 

&  klein  und  gros  räth,  ein  gelerten  eyde  suw  got  und  den  beigen 
schweren  und  sich  damit  zusamen  verbinden  selten,  das  sy  in 
disen  schweren  sorgkUchen  louffen  ir  lyb,  leben,  eer  und  gutt 
truwlich  zusamen  setzen,  dheiner  den  anderen  verlassen  nach 
von  ime  wichen,  sonder  bitz  in  den  tod  by  einanderen  pliben, 

»die  stat  mit  hochem  vlysz  bewaren  und  behalten  wölten.  Es 
ward  ouoh  wyther  für  gut  angesehen,  das  uff  die  zwolffte  stund 
zu  mittagzyt  alle  bürgere  und  hindersassen  ieder  uff  siner 
zunfit  erschynen  und  glicher  gestalt,  by  einem  ersamen  rath 
in  disen  sorgklichen  louffen  ze  pliben,  den  selbigen  gewertig 

^und  gehorsam  ze  sin,  und  von  inen  bitz  in  den  tod  nit  ze 
wichen,  einem  rath  gelerte  eyd  schweren  selten  >}. 

Es  habend  euch  unsere  herren  in  schneller  ill  alle  ire 
Schlosser  mit  knechten  us  der  stat  Basell  besetzt^),  darzu  mit 
geschos,  und  was  zu  solchen  dingen  gehört,  wol  versehen,  und 

)  wyther  verordnet,  das  die  kriegsherren^)  nunme  tag  und  nacht 
uff  dem  richthus  pliben  [9]  und  alles,  was  da  furviel  und  sy 
anlangt,  nach  nutz  und  eer  der  stat  Basell  zum  truwliohisten 
abzerichten  gewalt  haben  selten;  das  alles  (got  sy  lob)  gluck- 
lich volzogen  und  von  mengklichem  gutwiUig  erstattet  worden. 

ftlnn  dem,  beschach  des  obgemelten  tags  die  erste  stund  nach 
mittag,  kham  unsem  herren  warnung^),  wie  die  pursame  us  den 
ämpteren  liestal,  Homburg,  Varnsperg,  Waidenburg  und 
Munchenstein  uffgebrochen,  verruckt  und  die  stat  Basel  zu  be- 
legeren willens  werend;  als  sich  euch  gar  bald  darnach  war 

^  sin  erfand.  Daruff  ein  ersamer  rath  die  thor  ilend  versorgt, 
etliche  gaz  beschlossen,  die  anderen^),  bitz  die  puren  zu  der 
capellen  vor  Eschamerthor  kamen  —  beschach  umb  die  drü 

tS.  Ha.:  nit  gewichan.       17.  Hf.:  untere  henen  allein  schneller  ill  alle  ire  sehloMer. 
18.  Hb.:  Basell  gesetzt 

1}  Der  Grosse  Rath  bestand  aus  den  Sechsem  der  15  Zünfte,  und 
da  jede  Zunft  6  alte  und  6  neue  Sechser  hatte,  so  zählte  er  180  Mitglieder; 
8.  Heosler  S.  382  ff. 

2)  Die  betr.  Eidforxnel  s.  im  St.  A.,  Bd.  L  169,  1^,  Nr.  1. 

3)  Vgl.  hierüber  Wochenausgabenb.  1525,  S.  569. 

4]  Dieser  Ausschuss,  früher  »die  Heimlicher«  genannt,  bestand  ur- 
sprünglich aus  5  und  später  aus  4  Rathsgliedem;  s.  Heusler  S.  384. 
5]  VgL  oben  S.  126. 
6)  Nämlich  3;  s.  oben  S.  128. 

Basler  Chroniken.    ^L  31 


4M  Heinrieh  Ryhiner. 

des  abendi  —  mit  staroker  hut  bewaren  und  demnach  glieher 
gestalt  luschlieMen  lassen.  Es  sind  ouoh  die  geordneten  uff 
die  thum  und  letainen  gehorsamlich  ieder  an  sin^n  ort  er- 
sohynen.  So  habend  sich  die  andere  purgere  an  den  Korn- 
marckt  zu  der  paner,  wie  die  Ordnung  inhalt^),  mit  wer  und  & 
hämisch  uberusi  wol  geruseht,  zusamen  gthonn  und  da  eins 
ersamen  raths  bescheids  gehorsamlioh  und  willig  erwartet 
Man  hat  ouch  schnei  etliche  ring  stuck  buchsen  us  dem  werck- 
hoff  an  den  Kommarckt  zu  der  paner  gefurt,  knecht  dorzu 
▼erordnet,  ouch  den  werckhoff  besetzt.  Und  ist  desterweniger- 1« 
nit  ein  ersamer  rath  (so  alle  mit  irem  harnisch  angethonn)  sampt 
den  kriegsherren  inn  der  rathstuben')  by  einander  gesin.  Die 
habend  die  hutten  und  wachten,  so  eben  starck,  und  das  alle 
nacht  der  vier  houpteren  eins  mitsampt  vier  rathsfreunden  und 
▼on  ieder  [9^]  zunfft  acht  man,  was  die  wacht  uff  dem  ricfathus,  u 
und  sunst  under  iedem  thor  ein  rathsfreund  mit  sehen  per- 
sonen  wachen  selten,  angesehen,  und  anders,  so  die  notdiirfit 
erhoischen  uszzerichten,  angeschafft.  Und  furwar  hat  ein  er- 
samer rath  nach  obgemelten  iren  ratzbotten,  die  im  uffbruch 
der  pursame  nach  zu  Liestall  dise  emporung  gutlichen  abweg» 
ze  thund  warend'),  ein  grosz  verlangen  gehept.  Aber  got  fugt 
es,  das  bedachte  ratzfrundth  ilends  mit  gutter  wolfiirt  an- 
heimsch  und  in  den  rath  kamend;  welichs  einem  ersamen  rath 
und  gantzer  gemeinde  ein  gantz  grosse  freud  was. 

Als  sich  nun  die  pursame  vor  der  statt  und  die  bnrgere^» 
in  der  stat  gesamlet,  und  gemeyne  burgerschafft  die  ungehor- 
samen pursame  mit  der  band  abzewysen,  sy  umb  ir  ubelthat 
ze  straffen,  gantz  begirig  und  willig  warend,  gefugt  sich,  das 
zu  allem  gluck  Peter  Heboldt  schultheisz  mit  sampt  anderen 
ratzfreunden  von  Solothorn  irer  herren  geschefften  halb  in  ein  » 
stat  Basell  komen.     Die  habend  sich  ilends  zu  den  houpteren, 
und  sovil  der  rathen  danzumal  in  Eschamer  vorstat  by  einem 
deren  versamlet^),  gthonn.     Und  demnach  sy  sich  ze  vordrist 
vernemen  lassen,  das  inen  ditz  erporung  leyd,  habend  sy  unsere 
räth  als  ir  getruw  lieb  eidtgnossen  zu  dem  fruntlichisten  an-^ 
gesuocht,  inen  ze  ver willigen,   das  sy  mit  der  ungehorsamen 
pursame  reden  möchten,  so  weiten  sy  die  selbigen  widerumb 
ab  und  anheimsch  ze  ziehen  understan  ze  bewegen.     Wo  sj 

1)  Die  Allarmordnung  bei  Feindes-  und  Fenersnoth. 

2)  Im  jetsigen  Situmgaeaal  des  Regierungsraths. 

3)  S.  oben  S.  474  ff. 

4)  In  der  AeschenToratadt,  im  Hause  lum  Hinen  ( jetst  No.  50),  wohnte 
Oberstiunftmeister  Jakob  Meyer. 


'     1525.  488 

■ 

dann  soliehs  in  der  guite  erlangen,  were  das  besser  [10]  und 
danra  dienlich,  das  plutvergiessen  und  anderer  unradth,  so 
hierus  erwachsen,  verhüttet  Wo  aber  die  pursame  uff  irem 
stanigen  furnämmen  beharren,  und  desshalb  mit  der  that  wider 

5  8y  musste  gehandlet  werden,  so  erbutten  sich  die  gesandten 
von  Solothorn,  ir  lyb  und  gut  zu  einer  stat  Basell  ze  setzen 
und  ditz  erporung  iren  herren  und  oberen  (so  deren  nach 
dhein  wussen  trügend)  ilends  ze  verkünden,  der  ungezwiveleten 
Zuversicht,   es  wurdend  ire  herren  ab  solchem  ein  grosz  misz- 

10  fallen  empfohen  und  nit  minder  dann  sy,  die  hotten,  gutwillig 
sin,  inn  denen  schweren  louffen  ir  lyb  und  gut  zu  einer  stat 
Basell  ze  setzen.  Ditz  erpieten  ward  von  einem  rath  der  stat 
Basel  zu  wolgefallen  mit  fruntlicher  dancksagung  angenomen, 
und  den  hotten  von  Solothorn  ire  furgefaszte  meynung,  doch 

isalein  für  sich  selbs  und  nit  in  namen  der  stat  Basell,  by  der 
pursame  ze  suchen  bewilligt  Doruff  die  bedachten  von  Solo* 
thorn  US  der  stat  gelassen,  zu  der  pursame  komen,  die  ussert- 
halb  dem  capellin  vor  Eschamerthor  in  ein  ring  zusamen  be- 
ruffk.     Do  nun  der  puren  ungevorlich  by  1600  erschynen  und 

20  sovil  mit  inen  gehandlet,  das  sy  nach  des  selbigen  tags  widerumb 
zurück  gönn  Mututzi)  und  von  der  stat  abzogen.     Und  ward 
verabsoheidet,  das  die  hotten  von  Solothorn  morndis  uff  donnstag  lui  4 
widerumb  by  der  pursame  erschynen  und  verner,  was  zu  hin* 
legung  diser  erporung  dienlich,  handien  selten.   [10^]  Es  habend 

2s  euch  die  puren  vor  der  stat  unsere  herren  gebetten:  diewyl 
sy  mit  liverung  nit  versehen,  das  man  inen  wyn  und  brot  zu- 
schicke, weiten  sy  es  erbarlich  bezalen.  Das  aber  durch  ein 
rath  der  stat  Basel  gantz  abgeschlagen,  und  ist  der  pursame 
weder  wyn  nach  brot  zugeschickt  worden. 

30         Als  nun  diso  handlung  bitz  donstag  trug  den  vierdten  tag  lui  4 
meyens  angestanden,  hat  ein  ersamer  rath  der  stat  Basel,  zu- 
sampt  den  sechsen,  der  pursame,   vor  und  ee  die  betten  von 
Solothorn  zu  inen  gen  Mututz  komen,  eben  ernstlich  ze  schryben 
und,   das  sy  anheimsch  ziehen,   by  iren  eyden  ze  ervorderen 

35  für  gut  angesehen.  Das  ist  nun  beschechen  und  geschryben 
worden,  wie  hienach  volgt'). 

Den  gemeinen  unsern  underthonen,  wie  die  ietzt  by  ein- 
andren versandet  sind,  sampt  und  sonders. 

17.  Hf.:  komen,  ns  die  veeerthalb. 

1)  Muttens. 

2)  Diesen   Brief    geben   wir    hier   nach   dem   Original   im   St  A., 
Bd.  L  169,  Ib,  No.  8. 

31» 


484  Heinrioh  Ryhmer. 

Wir  Heinrich  Melünger  buTgerineisier,  nuw  und  alle  lath 
zusampt  dem  giosaen  lath,  so  man  nempt  die  sechs,  und  gantze 
gemeinde  der  stat  Basel  fugend  uch  zu  wussen,  das  wir  alle 
gants  dhein  gefallen  tragend,  das  ir  uch  über  uwer  eer  und 
eide,  damit  ir  uns  gebunden  sind,  und  über  so  vil  guts,  gnad  % 
und  fruntschafit,  so  wir  uch  zu  vil  molen  mit  darstrecken 
unserer  lyben  und  guts  unverdrossen  gethon,  on  alle  not  [11] 
empören,  und  uch  also  vyandtlich  wider  und  gegen  uns  in- 
sohicken,  das  uch  nit  unpillich  von  uns  verarget  würdet,  so 
wir  doch  sollichs  umb  uch  nit  verdient.  Aber  wie  dem,  die- 1« 
wyl  wir  unser  eeren  botschafft  by  uch  gehept,  und  ir  die 
selbigen  so  schlechtlich  abgefertigt  band,  darzu  uch  über  alles 
g&tlich  ansuchen  also  wider  uns  inrichten,  do  wir  wol  füg 
hetten  gegen  uch  als  unseren  vyanden  ze  handien,  so  ist  nach- 
mals unser  gantz  ernstlich  meynung,  das  ir  uch  angesicht  dits  » 
brieffs  erheben  und  widerumb  heim  zu  uweren  husern  ziehend, 
euch  uns  und  allen  den  unseren,  weder  an  lyb  nach  g&t,  gants 
dheinen  schaden  zufügend.  Desz  wollen  wir  uch  by  uweren 
eeren  und  eiden  ervorderet  haben,  dorzü  uns  versehen,  ir  werdend 
gehorsam  sin.  Wurdend  ir  aber  das  nit  thün,  so  müssend  und  ^ 
wollend  wir  gegen  uch  als  unsern  vyanden,  wiewol  wir  des 
lieber  vertragen  sin  weiten,  handien.  Des  wussen  uch  zu 
Um  4  halten.  Datum  ilends,  donstags  nach  des  heiigen  crutses  tag 
im  meyen  anno  ec.  25. 

Neben  diser  schryfit  sind  die  hotten  von  Solothom  widtt:^ 
zu  der  pursame  gönn  Mututz  geritten;  die  habend  ein  abschryft 
von  obgemeltem  brieff*,  der  an  die  gemeinden  der  stat  Basel 
geschryben^),  gehept.     Und  nachdem  die  bemelten  hotten  von 
Solothorn  allerley  mit  der  pursame  geredt  und  inen,   wie  un- 
recht sy  gthonn,  das  sy  sich  wider  ire  herren,   die  inen  al-s» 
wegen  gnedig  inn  iren  anligenden  nöten  hilfflich  und  ratlich 
gsin,  gesetzt  und  erport,  angezeigt,  habend  sy  gemeyner  pur- 
same berurte  copien  öffentlich  [11^]  verlesen  lassen  und  sy, 
die  puren,   diser  schantli6hen  schry fiten,  dorinnen  sy  ein  ge- 
meinde wider  die  oberkeyt  verhetzen  wollen,  mit  worten  hoch  $ 
und  hart  gestraft.    Und  als  die  gemeyne  pursame  merentheyk 
solchen  brieffs  dhein  wussen  gehept  und   sich  deszhalb  ent- 
schuldiget, habend  berurt  hotten  sovil  gehandlet,  das  sidi  die 
pursame  anrucks  nach  der  tagzyt  wider  zu   hus   und  hoff  ze 

31.  Hb.:  inn  irem  anligondtn  nflt«n.  S5.  Hb.:  wider  die  oberkejt  TeiMtc««. 

1)  S.  oben  S.  478. 


1525.  486 

siehen  und  ein  uszschuss,  so  iie  beschwer  den  fuibiingen  sollen, 
Yon  allen  ämpteren  ze  veiordnen  bewilligt  und  zugesagt.  Es 
ist  aber  disem  zusagen  nit  stat  beschechen.  Dann  die  pursame 
disen  donnstag  nit  wythei  dan  gon  Liestal  gezogen,  daselbst  lui  4 
5  sy  oueh  den  frytag  bitz  nachmittag  verharret.  Deszhalb  inen  Mai  5 
durch  einen  rath  der  stat  Basel  wyter,  als  hienach  volgt, 
gschryben  worden^). 

Wir  Heinrich  Meltinger  burgermeister,  nuw  und  alt  räth 
zusampt  dem  grossen  rath,  den  man  nempt  die  sechs,  und  ein 

10  gantze  gemeinde  unser  stat  Basel  fügend  uch  den  gemeinden 
unseren  underthonen  von  allen  unseren  ämptern,  wie  ir  ietzt 
zu  Liestal  by  und  mit  eynandern  versamlet  sind,  ze  wussen, 
das  wir  uns  gentzlich  versehen  und  getrost  hetten,  ir  werend 
unserm  schriben  nach,  so  wir  uch  ufT  gesterigen  tag  gethon, 

15  widerumb  heim,  und  ieder  in  sin  husz  zogen;  das  doch,  als 
wir  bericht,  nach  nit  beschehen.  Nun  hat  uns  schulthes  Hebold 
von  Solothurn  anzeigt,  [12]  wie  er  usz  getruwer  meynung, 
nachdem  uch  unser  brieff  zukommen,  sich  z&  uch  gethon  und 
wiewol  wir  nut  darvon  gewuszt,  so  vil  mit  uch  gehandlet,  das 

»  ir  in  uwere  huser  zu  ziehen  z&gesagt,  und  wie  ir  ein  uszschutz 
machen,  den  selben  zu  Liestall  lossen  und  uff  huttigen  tag 
uwere  besohwerden  uns,  so  wir  ein  botschafft  zu  uch  verordnen, 
anzoigen  weiten.  Er  hat  uns  euch  darby  enteckt,  wie  er  uch 
die  coppy  des  brieffs,    den  ir  von  allen   gemeinden   unserer 

25  ämpteren  an  uns  die  gemeinden  aller  zunfften  hie  zu  Basel 
hinder  und  zb  rugk  uwerer  und  unserer  herren  gethon  —  das 
uns  von  den  gemeinden  zum  höchsten  beschwert,  dan  ir  nit 
die  lut  by  uns  finden  sollen  —  furgehalten  und  habe  hören 
Ion.     Doruff  sich  nun  ettliche  under  uch   entschuldiget   und, 

30  wie  sy  des  brieffs  dhein  wussen  nach  gefallens  trügen,  mercken 
lossen  —  darab  wir  alle  ein  grosz  gefallen  empfangen,  wollend 
ouch  den  selben  dessz  in  gnaden  und  guttem  niemer  vergessen  — 
und  hieruff  an  uns  begert,  das  wir  ein  bottschafft  gon  Liechtstal 
schicken  und  mit  uch  handien  lossen  weiten,     üff  sollich  sin 

35  des  schulthessen  beger,  ouch  das  ir  unserm  schriben  ungehor- 
sam gsin,  gebend  wir  uch  witter  zu  erkennen :  diewyl  wir-  usz 
uwerem  brieff,  den  uch  der  schultes  vor  hat  lesen  Ion,  ouch 
sust  gungsamlich  bericht,  das  ir  uch  mit  eidspflicht  zusamen 
yerpunden  habend,  das  uns  gar  nit  gelegen  utzit  gütlichs  mit 

1)  Dieser  Brief,  den  wir  hier  nach  dem  Original  im  StA.,  Bd.L  169, 1  ^, 
No.  5,  geben,  trftgt  keine  Adresse. 


486  Heinrich  Ryhiner. 

uoh  se  handlen.  Es  ist  abei  unser  ernstlioh  beger,  das  ir  die 
eidspflicht,  [12^]  so  ii  undei  einandem  gethon,  uff  heben  und 
uoh  deren  under  einandern  erlössen,  und  uoh  widerumb,  als 
billioh  ist,  in  die  eidspflioht,  damit  ir  uns  gebunden  sind^  und 
unser  gehorsame  on  alles  verziehen  stellen.  So  ir  das  gethon,  s 
dan  wollend  wir  bewilligen,  das  ir  von  iedem  ampt  zwen  man 
usssohiessen  und  uns  uwer  anligen  an  gelegner  molstat  und 
tag,  wie  wir  die  benommen  werden,  berichten  lossen.  Daruff 
wir  euch,  wie  sich  erberer  oberkeyt  gehurt,  alle  billicheit 
handlen  wollend  und  uch  geniessen  Ion.  Dann  uns  gar  nit  i? 
swivelt,  es  syg  nach  menger  biderman  under  uch,  dem  ditz 
uwer  unfruntlich  empörung  in  truwen  und  von  hertzen  leid 
der  vilicht  usz  torheit  oder  zwang  der  andern,  uns  allen  zu- 
wider, ufferweokt  sye.  Dem  allem  nach  ist  unser  ernstlich 
meynung,  ir  wellend  uns  by  bringen  ditz  brieffs  entlieh,  oni^ 
alles  verziehen,  mit  antwort  berichten,  was  uch  uff  dits  unser 
b^er  wolle  gelegen  sin,  uns  verner  gegen  uch  wussen  ze 
halten.  Zu  urkundt  mit  unser  furgetrucktem  secret  bewart 
ibi  ft  Geben  den  funfften  tag  meyens  anno  ec.  25. 

Nach  disem  schryben  ist  die  pursame  gar  abgezogen.  Doch  i 
habend  sy  iren  eyde,  den  sy  zusamen  geschworen,  einanderen 
nit  abgethon  nach  uffgehept,  aber  ein  uszschutz  verordnet  und 
ein  ersamen  rath  zu  dem  underthenigisten  gebetten,  [13]  iie 
beschwerden  ze  vernemen  und  demnach  sy  in  den  selben  be- 
schwerden  gnedengklioh  ze  bedencken,  wie  die  schryft,  ao  der  s 
uszschuss   an  ein  stat  Basel  gthon   und  also  lutet,  uazwyszt^. 

Den  edlen  strengen  frommen  vesten  fürsichtigen  ersammen 
wysen  burgermeister  und  radt  der  statt  Basell,  unsern  gnädigen 
lieben  herren. 

Edlen  strengen  frommen  vesten  fiirsichtigen  ersammen  ^ 
wysen  gnedigen  lieben  herren,  unser  schuldig  willig  dienst 
zevor.  Demnach  uwer  gnad  uns  verschriben,  wie  das  wir  mitt 
schulthes  HebelP)  verlossen,  und  aber  dem  mitt  heynizaechen 
nitt  nachkommen,  das  ist  nun  im  allerbesten  underlossen,  bitten 
wir*üwer  gnod  solichs  nitt  zuo  argem  messen;  denn  uss  im-s^ 
verstand  das  bescheohen.  Und  haben  haruff  solichen  usschutz 
gemacht,  inn  hoffnung  zuo  handlen  nach  üwer  gnaden  willen. 

1)  Dieser  datumlose  Brief,  den  -wir  hier  nach  dem  Original  im  St.  A., 
Bd.  L  169,  1^,  No.  15,  geben,  kann  wohl  nur  am  6.  Mai  geschrieben  sein. 

2)  Hebold;  s.  oben  S.  485. 


1525.  487 

Und  den  brieff,  so  gemacht  sin  sol  und  uns  vorgelesen,  nitt 
allen  gefellig  noch  wissen  getragen,  des  ü.  g.  gtitt  geüillen, 
dorinnen  wir  uwern  gnedigen  willen  spüren,  das  zuo  grossen 
gnoden  und  danck  empfangen;  mit  demfittiger  ernstlicher  pitt, 
&  üwer  gnod  geruche  disen  handell  und  euch  solichen  brieff 
gnedeklioh  nachlassen  und  verzychen  denen  ^  so  haiinn  ver- 
docht  oder  schuld  tragen,  nitt  stroffen,  sunder  g&tteklich  noch* 
zelossen,  [13^]  begeren  wir  mitt  aller  undertänikeit,  als  wir 
billich  schuldig  sind,  verdienen.     Der  ey dspflicht  halb,  so  wir 

10  gethon  und  zuosammen  geschworen,  dorinn  und  mitt  haben 
wir  alle  üwer  gnoden  eyd  unvergriffen  gethon  und  ü.  g.  allzyt 
vorbehalten,  und  inn  dheinen  weg  von  u.  g.  pflicht  gangen 
noch  gon  wellen;  dorumb  vermeineu  wir,  das  solicher  ü.  g. 
unnapprüchlich.    Denn  wir  allzyt  ü.  g.  für  unser  gnedig  lieb 

15  herren  erkennent  und  verjechen;  wellen  ouöh  unser  lyb,  leben, 
eer  und  gütt  zuo  ü.  g.  setzen,  und  in  ü.  g.  schütz  und  schirm 
stellen;  denn  wir  ü.  g.  undertenikeit  und  gehorssame  bewysen 
und  thun.  Haruff  ist  an  üwer  gnod  unser  demflttig  pitt,  uns, 
die  üweren  armen  ludt,  nitt  ze  verlossen;  dann  dise  ding  uss 

20  torheit  oder  verhengniss  gotts,  als  denn  an  vil  orten  sich  solichs 
begibt,  beschechen.  Deshalb  wir  begeren  gnad,  und  das  ü.  g. 
unsz  tag  ansetzen,  uns  ze  verhören;  wellen  wir  uns  als  getrüw 
fromm  underthonen  halten.  Haruff  so  warten  hie  zuo  Liestall 
die  uszgeschossenen  üwerer  gnoden,  und  begeren  demflteklich 

25  ü.  g.  antwort  unverzogen. 

Üwer  gnaden  undertänigen  usschutz  von  aller  üwer  gnaden 
empteren  und  einhäligen  gmeinden. 

Hieruff  ein  stat  Basel  vermeynen  wollen,  nutzit  mit  den 
ixen  ze  handien,  sy  betten  sich  dan  zevor  wider  in  ir  gehör- 

30  same  ergeben.  Aber  diewyl  sy  dergegen  bedacht,  wann  dhein 
theyl  dem  anderen  [14]  wichen,  das  by  disen  louffen  sich  bald 
ein  grosser  ungluck  zugetragen,  sind  sy  die  milteren  gsin, 
habend  ein  trefenliche  ratzbotschafft  gönn  Liestal  zu  der  puren 
uszschutz  verordnet.     Und  als   sy  inn  bysin  der  verordneten 

'ib  ratsbotschafitten  loblicher  Eidtgnoschaffb  orten,  Zürich,  Bern, 
liUtzern,  Fryburg  und  Solothorn,  die  alle  einer  stat  Basel  zu 
gut  und  trost.  by  solcher  tagleistung  erschy nen  i),  der  pursame 

19.  Hs.:  nitt  se  verUeasen. 

9 

1)  lieber  diese  Gesandten,  die  am  8.  Mai  zu  Liestal  tagten,  s.  Eidg. 
Absch.  IV  1»,  S.  641  ff,  auch  P.  Burekhardt  S.  40  u.  47. 


488  Ueinrioh  Ryhiner. 

besohwerden^)  gehört,  doruber  ouch  ein  beredung  uff  hiBdei- 
nohpringen  beseheohen,  doch  der  zyt  enntlioh  nüt  beflchlossen'), 
sind  demnach  zu  anderen  tagen  der  stat  Basel  Terordaeten 
betten  by  der  pursame  ussschus  wyther  ersohynen^).  Die 
habend  durch  hilff  gottes  die  spenn  und  erporung  se  letst  be-  & 
tragen,  gesänt,  gericht,  brieff  und  sigill  darumb  u%ericht,  wie 
von  wort  lu  wort  hienach  volgt,  also  lutende: 

[Folgen  Bl,  15 — 56  die  5  Urkunden  für  die  Aemter  Lie$t^, 
Waldenhurgy  Famsburg    Homburg  und  Münchemtein*]. 

[56]  In  voerlutterter  masz  ist  ein  lobliche  stat  Basel  mitto 
iren  underthonen  der  obberurten  ämpteren  vertragen.   Und  wie- 
wol    unserer   truwen    lieben   Eidtgnossen   von  Zürich,    Bern, 
Lutzern,  Fryburg  und  Solothorn  eerliche  ratzbotschaA  by  der 
ersten  tagleistung,  so  mit  der  pursame  [56  ^'J  alein  uff  hinder- 
siohbringen  gehalten,  erschynen,   so  ist  doch  die  selb  under-is 
handlung  nit  zu  wurckung  komen,   sonder  hat  sich  ein  stat 
Basel  mit  den  iren  für  sich  selbs  onn  mengklichs  zuthun,  wie 
davor  gar  eigentlich  beschryben  ist,  vertragen  >).     Es  hat  ouch 
iedes  ampt,  wie  sines  Vertrags  datum  wyset®),  sich  des  eides, 
damit  sy  einanderen  gebunden  woren,  entschlagen  und  einer» 
stat  Basel  widerumb  geschworen  und  gehorsam  gemacht. 

Es  mocht  wol  iemanden,  und  nit  unbillich,  wunder  nemen, 
worumb  ein  stat  Basel  so  milt  gegen  den  iren  gewesen,  das 
sy  die,  irem  wolverdienen  nach,  nit  alein  nit  gestrafft,  sonder 
irer  besch werden  und  furnemens  eben  vyl  geringeret  und  nach-s 
geben  hat,  so  doch  ein  stat  Basel  ire  imderthonen,  für  sich 
selbs  oder  mit  gemeiner  Eidgnossen  hilff,  mit  der  hand  wol 
straffen  mögen.    Nun   härzu,    ditz  ist   mit   hocher    vemunA, 

1)  Diese  Beschwerden  b.  bei  P.  Burckhardt  S.  41  ff. 

2)  S.  ebend.  S.  47  ff. 

3)  Ueber  die  weiteren  Unterhandlungen,  die  erst  am  29.  Mai  ihren 
AbechluBS  fanden,  s.  ebend.  8.  52  ff. 

4)  Diese  Urkunden,  vom  30.  Mai  bis  2.  Juni  datiert,  s.  im  St  A.. 
St&dt  Urk.  No.  2863  ff,  und  vgl.  oben  S.  468,  A.  3.  Ihren  Inhalt  s.  im  Aus- 
lug bei  P.  Burckhardt  S.  58  ff.  Eine  vollständige  Ausgabe  ihres  Textes 
wird  im  X.  Bande  des  Basler  Urkundenbuches  erscheinen. 

5)  Inmierhin  bildeten  die  Vermittlungsvorschlftge  der  eidgendssischen 
Gesandten  die  Grimdlage  für  die  schliesslich  vereinbarten  Yertragsbriefe; 
s.  P.  Burckhardt  S.  52  ff. 

6)  Der  Brief  fOr  Liestal  ist  vom  30.  Mai,  die  für  Waldenburg  und 
Homburg  vom  31.,  der  für  Farnsburg  tom  I.Juni,  und  fQr  Münehenstein 
vom  2,  JunL 


1525.  489 

wynheit  und  fuitregklicheit  beschechen.  Es  warend  denyt 
gainaoh  duioh  alles  Tutsch  land  die  underthonen  widei  iie 
obeikeiten  inn  ungehorsame  bewegt.  Die  haltend  sich  oueh 
inn  ein  solche  bruderschaA  zusamen  verbunden,  das  die,  wie 
5  im  anderen  teyl  diser  oronick  bescheidet,  gar  schwerlich,  ja 
mit  grossem  costen,  blutvergiessung  und  landsverhergung,  wider 
inn  gehorsame  gepracht  werden  möchten.  Das  hat  ein  er- 
samer  rath  der  stat  Basel  zu  hertzen  genomen,  wyszlich  be- 
dacht und  erwogen:  wann  ire  underthanen  nit  solten  widerumb 

10  zu  gnaden  angenomen  und  mit  irer  oberkeit  versunt  werden, 
[57]  das  die  —  wie  dann  von  der  pursame  huffen,  so  der  zyt  am 
Blouwen^),  im  Sontgouw  und  MarggraffschafFb  zu  feld  lagen, 
aiin  der  stat  Basel  underthonen  geworben  ward')  —  sich  gar  bald 
zu  benanten  huffen  verbinden,  in  ir  bruderschafft  komen  und 

15  SU  inen  verpflichten,  dorzu  andere  unser  Eidtgnossen  under- 
thonen inen  hilfflich  zu  sin  bewegen  möchten;  darusz,  wo  das 
beschechen,  vyl  unradts  erwachsen.  Dann  mit  solcher  wysz 
werend  der  statt  Basel  underthonen  nut  iren  herren  alein, 
sonder  ouch  anderer  herren  und  ober  keilen,  mit  der  under- 

ao  thonen  sy  sich  verbruderschaffl,  ungehorsam  und  vyand  worden ; 
welichs  ungestrafEt  nit  furgangen  were.  Und  so  aber  solche 
straff,  obglich  der  oberkeit  wider  die  underthonen  gelungen, 
mit  der  oberkeyt . grossem  und  schwerem  costen,  mug,  arbeit, 
Verlust  der  underthonen  und  verhergung  irs  eignen  lands  be- 

26  schechen  müssen ,  hat  ein  ersamer  rath  als  das  nutzlichist  be- 
schlossen und  erwelet,  das  sy  mit  iren  underthonen  lieber  die 
gutlicheit  an  die  band  nemen,  inn  zytiichen  dingen  miltigkeit 
bewysen,  dann  mit  ruhe  sich  selbs  und  ire  underthonen  zu 
verderben  pringen  wolle.     Ach  wolte  gott,  das  alle  oberkheiten 

30  eines  solchen  gutten  gemüts  gewesen,  so  were  vyl  blutver- 
giessens  erspart  worden!  Es  hatt  ouch  ein  statt  Basel  hoffnung 
gehept,  wann  ire  underthonen  zu  ruwen  gepracht,  das  andere 
oberkheiten  mit  den  iren  dester  basz  zu  fryden  komen  wurden. 
Deszhalb  ein  ersamer  rath  der  stat  Basell  iren  nachpuren  zu 

3:>  gut  sich  [57^]  dester  ee  mit  iren  underthonen  vertragen,  damit 
der  pursame  bruderschafit  mit  der  stat  Basel  underthonen  nit 
gemert,    und  das    ein   statt  Basel  nachmals    dester   statlicher 

3.  Hb.:  ins  gehoname  1>ewegt.  15.  Hb.:  ander«  niiBere  eidtgsosBen  nnderUionen. 

27.  Hb.:  bo  die  liAiid  i«  nemen.  29.  acht  wolte  gott. 

1)  Am   Jura -Blauen    standen   die    aufttftndisohen   Unterthanen   des 
Bischofs. 

2)  S.  hierüber  den  Brief  Henmann  Offenburgs  an  den  Bath,  vom  6.  Mai, 
im  St  A.,  Bd.  L  169,  Ib,  No.  4,  auch  P.  Burokhardt  S,  38, 


490  Heinrich  Ryhiner. 

zwusohen  den  oberkeiten  und  underthonen  bedei  landen^  Sont- 
gouws  und  Bryszgouws,  was  zu  fiiden  und  einigkeit  dienen, 
gutlich  handien  möchte. 

Dises  eerlioh  furnem^n  dei  etat  Basell,  ouch  das  By  so 
gnedengklich  mit  den  iren  gefaien,  ist  hoch  zu  loben;  aber  s 
hingegen  wol  ze  beduren,  das  die  underthonen  der  ämpteren 
Liestal,  Waidenburg,  Homburg,  Yamsperg,  Munchensiein  und 
Mututz^)   der   vilf altigen  gnaden  und  gutthatten,  die  ein  stat 
Basel  inen  in  kriegsz-,  feuwers-  und  hungersnoten  manig£altig 
erzeigt,  so  gar  vergessen,  das  sy  sich,  furwar  on  alle  not,  von  i^ 
iren  herren  abgeworfen  und  ein  stat  Basel  so  schmelich  über- 
zogen haben,  und  das  alles  eben  der  zyt,  do  ein  stat  Basel, 
wie  davor  beschryben  ist,  ir  erlich  treffenlich  rathsbottschafit 
iren  underthonen  entgegengschickt^],  die  selben  zu  verhaming 
in  gehorsame  ze  ermanen  und,  ob  inen  etwas  beschwerlich  an-  ii 
gelegen,  das  selbig  gutlich  vonn  inen  ze  vernemen. 

Wolann,  wir  wöUends  got  bevelhen  und  ergeben,  dem 
gefalt  die  barmhertzigkeyt,  und  darby  ingedenck  sin,  das  wir 
umb  der  sunde  willen  ein  solche  schmach  und  übel  wol  ver- 
dient. Der  himelsch  vatter  geb  gnad,  das  ein  lobliche  stat  21 
Basel  und  ire  underthonen  hinfur  ewigklich  in  guttem  fryden, 
einigkheyt  [58]  und  gehorsame  lebend,  und  was  durch  die 
underthonen  ietst  miszhandlet,  volgender  zyt  mit  ir  aller  un- 
verdrossenen gehorsame  wydergepracht  werde.    Amen. 


[58^]  Das  ander  theyl  ditz  buochs,  darinnen,  wie  sich  % 
ein  stat  Basell  in  den  Sontgow-  und  Prysgowischen 
uffruren  gehalten,  und  was  dancks  sy  by  allen  theylen 
erholett  hat,  begryffen. 

Es  ist  in  dem  ersten  theyl  dises  buochs,  wie  sich  die  under- 
thonen garnach  in  allem  Tutschen  land  erhept  und  wider  ires> 
oberkeyten  erport  haben,  angezeigt^).  So  ist  ouch  davor,  was 
die  grundlich  ursach  diser  erschreckenlicher  unerhörter  erporung 
sye,  zum  theil  gemeldeth,  wurdet  ouch  volgends  bas  ercleret 
werden.  Und  (Uewyl  wir  dann  bitzhar  furnemblich,  was  sich 
zwuschen  loblicher  stat  Basel  und  iren  underthonen  verlouffen,  ^ 
beschryben,  und  aben  ietzt  mit  gotlicher  hilff  ouch  die  Sont- 

1)  Muttene  bildete  kein  besonderes  Amt,  sondern  gehörte  zu  Mün- 
chenstein. 

2)  S.  oben  S.  474  ff. 

3)  S.  oben.  S.  472  C 


1525.  491 

gouwiBohe,  Pryfligouwiflche  handlungen  der  sohryfft  ze  bevelhen 
willens,  hat  uns  gelieben  wollen,  zu  einem  gemeinen  ingang 
und  verstand  eiweoktei  ufi&uien  die  artigkel  und  verein,  deren 
sich  der  gepursame  huffen  berumpt,  die  sy  (als  sy  sagten) 
s  handthaben  weiten,  hie  inzeliben  mit  den  werten,  wie  die 
pursame  (so  darinnen  reden)  uszgesohryben  hat.  Und  ist  ir 
inhaJt  also^}: 

[59]  Dem  allmechtigen  vatter  zii  lob  und  eer,  zu  erofTnung 
des  heyligen  evangeliums  und  gottlicher  warheit,  euch  «ii  by- 

10  stand  der  götlichen  gerechtigkeit,  ist  ein  oristenliche  Vereinigung 
angeüangen  und  niemandts,  er  sig  geistlich  oder  weltlich,  zu 
verdryesz  oder  nachtheyl,  sonder,  sovil  das  heylig  evangelium 
und  gottlich  recht  uszwyset,  innhalt  und  anzoygt,  zu  merung 
und  widderbringung  bruderlicher  liebe. 

15  Erstlich  erbut  sich  ein  ersame  lantschaft  diser  cristenlicher 

yereynigung:  was  man  geystlicher  oder  weltlicher  oberkeyt  vonn 

göttlichen  rechten  zu  thun  schuldig  ist,  das  selbig  alles  inn 

alle  weg  getruwlich  und  gehorsamlich  halten  und  bewysen. 

Zum  anderen  ist  einer  ersamen  lantschafft  endtlicher  will 

20  und  meynung,  das  ein  gemeiner  lands&yd  gehalten  und  nie- 
mants  dem  andern  widder  recht  thug.  Ob  sich  aber  begeben 
wurd,  das  yemands  mit  dem  andern  zu  krieg  und  uffrur  keme, 
so  soll  sich  niemants  parthyen  noch  rotten  in  deheynen  weg, 
sonder  die  nechsten  person,  inn  was  standts  die  sint,  macht 

25  haben  fryd  zii  bieten.  Der  soll  vonn  stund  an  by  dem  ersten 
frydgebietten  oder  ruffen  gehalten  werden.  Wellicher  aber 
solichen  fryden  nit  hielt,  der  soll  nach  siner  Verschuldung  ge- 
strafft werden. 

Item  was  bekändtlicher  schuld  seynn,   [59^]  oder  dorumb 

30  man  brieff  und  innsigel  oder  sunst  gloublich  urkhund  hat, 
sollen  bezalt  werden.  Ob  aber  yemands  wither  innred  zu  haben 
vermeynt,  soll  im  das  recht  offen  sin;  doch  yederman  uff  sin 
costen,  gemeyner  lantschafit  und  diser  vereynigung  unvergriffen. 
Es  sollend  ouch  hinfur  keyn  zinsz  mer  ewig  oder  unablosig  sin. 

1.  Ub.:  se  b6Tell«n  willens.  ft.  Hb.:  hi«  iiiselieb«n. 

1)  Diese  Artikel  geben  wir  hier  nach  einer  Copie  im  St.  A.,  Bd.  L 
169,  1,  YgL  damit  Schreiber,  Urkunden  z.  Bauernkrieg  II  18  ff,  dessen 
Vorlage  swsr  weniger  vollständig  ist,  dafOr  aber  die  Ueberschrift  trftgt: 
Handlung  und  feldartikel,  so  ftLrgenommen  worden  sind  uff  montag  nach 
der  alten  fassnacht  (6  März)  von  allen  hufen  und  raten,  so  sich  zusammen 
verpflicht  in  dem  namen  der  heyligen  unierteilten  dryyaltigkeit,  anno  1525. 


492  Heinrich  Kyhiner. 

Item  wo  dienstlüt  weien,  die  fursien  und  herren  dienten« 
sollen  ire  eyd  uffsagen,  und  so  sy  das  thund,  sollen  sy  inn 
dise  vereynigung  angenomen  werden.  Und  welcher  das  nit 
thun  will,  soll  wyb  und  kind  zu  im  nemen  und  ein  lantschafii 
unbetruebt  lassen.  % 

Wo  aber  ein  her,  amptman  oder  pfleger  einen,  so  in  diset 
vereynigung  ist,  erfordert,  soll  der  selbig  erschinen,  doch  zwey 
oder  dry  zu  im  nemen,  die  verhören,  was  mit  im  gehandelt 
werde,  uff  das  nit,  als  bitzhar,  der  gemeyn  man  inn  gefengk- 
nusz  geworffen  und,  so  er  will  ledig  werden,  sin  schuld,  wie-  i« 
wol  mit  unschuldt,  bekennen  und  verurfechden  musz. 

Item  wo  pfarrer  weren  (dann  der  vicarien  wollen  wir 
gar  nit),  sollen  &untlich  ersucht  und  gebetten  werden,  das 
heylig  evangelium  furohin  zä  verkünden  und  iren  irsal  be- 
kennen und  abstellen.  Welche  das  thun  wollen,  denen  sollt» 
die  selbige  pfarr  zimlioh  und  irem  ampt  gepurliche  [60]  under- 
haltung  geben,  welliche  aber  sollichs  nit  thun  wollen,  die 
selbigen  geurlobt  werden,  und  die  pfarr  durch  die  wal  der 
pfarrgenossen  mit  einem  andern  versehen  werden. 

Uff  das  euch  aller  zanck  und  hader  inn  geystlichen  Sachen  29 
abgleit  werde,  und  nit  einer  den  andern  uff  der  cantsel  für 
ein  ketzer,  wie  bitzhar  beschechen,  uszschry  und  schelte,  soll 
allein,  wie  obgemellt,  das  gottlich  wort  on  allen  menschenza- 
satz  gepredigt  werden.  Wo  sich  aber  ye  sollicher  span  be- 
gebe, sollen  die  priester  der  selben  lantschafft  und  flecken  mit  ^s 
iren  biblien  züsamen  berüfft  werden,  und  die  handlung  nach 
innhalt  der  heyligen  geschrifft,  und  nit  nach  menschlichem 
beduncken,  entscheyden  und  enntlich  uszgesprochen  werden, 
inn  bywesen  gemeyner  kirchgenossen  der  selben  enden. 

Item  ob  sich  yemant  mit  siner  oberkeyt  vertragen  wollt, » 
so  soll  er  on  wissen  gemeyner  lantschafft  diser  vereynigung 
nichts  beschlyessen.  Und  ob  schon  mit  wissen  gemeyner  ver- 
eynigung beschlossen  wurd,  nichtsdester weniger  sollen  die 
selbigen  inn  ewiger  pflicht  by  der  cristenlichen  vereynigung 
bcliben,  uff  das  nit  mit  zertrennung  inngefurt  werd,  das  die  3^ 
lotsten  inn  der  not  bestecken  müszten. 

Item  es  sollen  vonn  yedem  huffen  diser  vereynigung  ein 
oberster  und  vier  rät  geordnet  und  gesetzt  werden.  Die  sollen 
[60  ^'j  gewalt  haben  mit  sampt  andern  obersten  und  raten  zu 
handeln  und  Ordnung  mit  stürmen,   uffbietten  und  zuziehen  ^ 

21.  Beide  Be».:  abgleint  werde.         40.  Beide  Hae.:  olblkMetUa  «ad  sftsleh*Q. 


1526.  493 

fimünemen,  damit  die  gemeyndt  nit  all  züsamen  müssen,  noch 
inn  uncosten  gefurt  werden. 

Item  es  sollen  kein  roubige  gütter,  so  den  mitveiwanten 
diser  vereynigung  entweit  weren,  underhalten,  behuset,  noch 

2^  passiert  werden;  sonder,  alsbald  man  soUiohs  innen  wurt,  mit 
ylend  fusz  oder  stürm  das  volck  berüfTen  nachjagen,  uff  das 
den   beschedigten  ii  gütter  widder  zükomen.     Wo  man  aber 
die  rouber  oder  roubgütter  behuset  oder  gevorlicher  wyss  für-  ' 
schickt,  sollen  die  selben  inn  die  fuszstapffen  der  rouber  ge- 

10  stelt  werden. 

Item  weliche  hantwerckslüt  ir  arbeit  nach  usz  dem  land 
ziehen  wollten,  die  sollen  ir  pfarrhouptman  angeloben,  sich 
i^dder  dise  cristenliche  vereynigung  nit  bestellen  lassen;  sonder 
wo  einer  hört,   das   diser  lantschafft  widderwertigkeyt  ziiston 

15  wellt,  soll  er  das  diser  vereynigung  zu  wissen  thun,  und  wo 
es  Tonn  noten  wurd,  vonn  stund  an  synem  vatterland  zuziehen 
und  helfTen  retten. 

Deszglichen  sollen  die  kriegsliit  ouch  verbunden  sin;  welche 
dann  dise  vereynigung  inn  allen  iren  diensten  vorbehalten  und 

20  uszdingen  sollen. 

Item  gericht  und  recht  sollen  ouch  einen  furgang  haben, 
und  niemant,  so  umb  [61]  gerechtigkeit  angerüfit,  on  recht  ge^ 
lassen  werden.  Doch  soll  keiner  mit  frömbden  uszlendigen 
geiichten  ersucht  noch  bekumbert  werden. 

25  Item  die  oberkeyt  sollen  niemant  lassen  annemen,  thurnen 

noch  plogen^),  er  sig  dann  im  malefitz  verlumbdet. 

Item  unzimlich  spyl,  zütrincken  und  gotzlesterung  soll 
ernstlich  abgstelt  sin,  die  ubelthatter  nach  gelegenheyt  gestrafft 
werden. 

30  Item  ein  yeder  soll  den  andern  lassen  belyben  in  siner 

sprach  und  kleydung,  oder  er  soll  als  ein  ungehorsamer  ge- 
strafft werden. 

Item  2)  es  sollend  ouch  hinfur  ein  yeder  fry  sin  inn  der 
ee^  im  todfal,  im  abziehen  und  der  eygenschafik;  deszglichen 

35  soll,  umbgellt  und  andere  derglichen  gefell  an  gemeynen  nutz, 
Steg  und  weg  ec.  bewennt  werden.  Damit  wir  uns  hiemit 
vorbehalten  haben  wollen  alles  das,  so  wir  under  anderen 
unsern  beschwerden  finden,  das  zum  landsfryden  und  ruw  der 

22.  on  fehlt  in  beiden  Hss. 

1)  Byhiner  liest:  plagen;  doch  vgi  Schreiber  n  20:  blocken,  d.  h.  in 
den  Block  legen. 

2)  Alles  Folgende  bis  »davon  wysen  lassen«  fehlt  bei  Schreiber. 


494  Heinrich  Ryhiner. 

armen  dienen  und  mit  der  geschriffk  besteen  mag,  als:  der  geist- 
lichen gütter,  wohin  die  hinfur  bewennt  werden  soUen,  des- 
glichen  das  wir  den  kleynen  zehenden  gar  nit  geben  wollen, 
oueh  frontauwen,  Tischen,  voglen  und  Jagens  halber.  Darby 
erbotten  haben,  das  wir  inn  unserm  fumemmen  alles  des,  so  ^ 
uns  mit  der  geschriffk  unförmlich  oder  gar  zu  nichten  erkennt 
werden  mag,  gütlich  abston  und  darvon  wysen  lassen  wollen. 
[61^]  Darmit  solche  cristenliche  vereynigung,  durch  die 
gottlich  gnad  angefangen,  dester  furnemlicher  und  unzerbrechen- 
licher  gehalten  werd,  sollen  demnach  uff  das  allererst,  so  esis 
immer  fuglich  sin  mag,  brieff  und  sigel  von  allen  neniblicheii 
stetten,  flecken  und  landtschafften  uffgericht  werden,  mit  in- 
lybung  obgemelter  artigkel,  an  sichere  ort  gelegt  werden. 

So  sind  ditz  harnachvolgend  die  artigkel,  so  die  purachafit 
einem  rath  und  gemeinde  der  stat  Nuwenburg  am  Rhyn,  alsu 
die  zu  inen  geschworen  ^)^  uberlifert;  luttend  also: 

Der  erst  artigkell,  das  wir  nun  furohin  gewalt  haben  ein 
pfarrer  ze  setzen  von  einer  gemeind;  und  ob  er  sich  unzimb- 
lieh  und  ungeburlich  hielte,  so  mag  ein  gemeinde  inn  widenimb 
entsetzen.    Und  der  selbig  pCe^rer  sol  uns  nun  furohin  predigen  ^' 
das  evangelium  on  aller  menschenzusatz. 

Der  ander  ist,  das  wir  dhein  zehenden  geben  wollen, 
dann  alein  den  grossen  zehenden;  und  sol  man  geben  [62] 
einem  pfarher,  so  das  gotcwort  verkundt,  euch  wie  es  geburt, 
im  und  den  seinen.  Ob  aber  sach  were,  das  inn  der  selbigen  ^ 
stat  oder  dorff  arm  huszlüt  weren  und  ein  uberschuts  von  den 
zehenden  were,  soll  mann  inen  mittheilen.  Ouch  ob  es  sach 
wurde  sein,  das  mann  solt  reisen,  soll  mann  den  ubexigen 
theil  an  die  reysz  geben,  damit  dem  armen  nit  ein  sehatsong 
uffgeleit  werde.  %> 

Der  dryt,  das  wir  nun  hinfur  wend,  das  der  vogel  und 
der  visch  in  dem  fliessenden  wasser,  och  das  gewild  in  dem 
wald  frey  sey;  wann  got  hat  uns  das  erschaffen. 

Der  rierd  ist,  das  wir  den  wald  frey  ledig  wend  haben, 
damit  der  arm  und  der  rych  mann  mögen  haben  ir  nottuifft^s 
zu  brennen.    Und  wo  es  not  wurde  sein  ze  buwen,  sol  mann 

X  Beide  Hm.:  dergUcben  das  wir.  36.  Hf.:  not  wnrd«  eein  g<»b«ra. 

1)  Die  Uebergabe  dieses  Städtehens  an  die  Bauern  erfolgte  bald  nacJi 
dem  9.  Mai;  s.  Schreiber  a.  a.  0.,  II  90  u.  III  225,  auch  Hartfelder,  Zm 
Oeieh.  d.  Bauernkriegs,  S.  297. 


1525.  495 

in  dem  selbigen  ein  innsehen  haben  vor  einer  gemeind,  denen 
solches  empfolhen  ist, 

Der  funfit  ist,   das  wir  nun  hinfur   den   todfal  nit   mer 

schuldig  wollen  sin ;  wann  es  ist  ein  zusatz  der  menschen  und 

5  ein  nntöglich  ding.     Wann  sy  hand  uns  geschunden  und  ge- 

schaben,  und  hetten  sy  mer  gewalt  gehept,  so  hetten  sy  das 

gar  genomen. 

Der  sechst  ist,  das  etliche  gutter  synd,   die  zugeeignet 

sind  von  der  almend   und  nit  erkoufiEl  sind;  darinn  sol  man 

loinsehens  [62^]  hann  nach  bruderlicher  truw.     Ob   aber   sach 

wer,  das  aoker  oder  wysen  redlich  erkoufft  werend,   sol  man 

sich  zimblich  und  bruderlich  verglichen. 

Der  sibend  ist,  das  wir  dheim  herren  nichtz  schuldig  wend 
sin,  denn  wie  es  geburt.  Aber  nit,  das  wir  nit  oberkeit  wellen 
15  han;  dann  das  evangelium  lert  uns  das  nit. 

Der  achtend  ist,  das  wir  überladen  sind  gsin  bitzhar  mit 
den  diensten,  und  das  inn  der  belonung;  wann  wir  wollen, 
das  man  diene  wie  unsere  altvorderen.  Ouch  wollen  wir  der 
oberkeit  nit  dienen,  so  der  arm  man  zu  arbeyten  hat  uff  dem 
20  veld.  Wo  aber  wer,  das  er  im  wolte  dienen,  sol  er  im  be- 
lonung geben  zimblich,  wie  es  geburt ;  dann  ein  ieglicher  tag^ 
loner  ist  seins  Ions  würdig. 

Der  nündt  ist,  das  ettliche  gutter  sind  erkoufit  und  die 
selbigen  uberleit  mit  zinsen,  das  der  arm  man  gantz  oder  gar 
25  nüt  han  mag.  Desglichen,  wo  gutter  weren  also  unzimlich 
erkoufft,  sol  man  sich  bruderlich  darinn  verglichen. 

Der  zehend  ist,  das  wir  den  kleinen  zehenden  gar  nit 
geben  wollen. 

Der  einlfft  ist,  das  wir  gantz  und  gar  [63]  frey  ledig  wend 
30  sin,  wie  uns  got  der  herre  erkou£Fl  hat  mit  sinem  kostbarlichen 
Tosenfarben  bliit  und  in  der  schrifft  erfunden  ist. 

Der  beschlusz  ist,  das  wir  uns  in  denen  artigklen  wollen 
verglichen  und  halten,  wie  uns  das  evangelium  wyszt;  wie- 
viel,  khann  man  uns  des  uilderrichten  und  anzeigen  us  der 
36  geschri£Fl,  wend  wir  uns  ab  lossen  wysen.  Ouch  wither,  wurd 
es  befinden  inn  dem  evangelio  mer  artigkel,  die  götlich  weren, 
die  uns  got  anzeigt,  wennd  wir  uns  ouch  vorbehalten.  Grot  geb 
uns  £ryd  und  gnad,  amen. 

So  man  diso  handlung  mit  glichem  urthell  im  grund  er- 
40  wigt,  mag  ein  ieder  liechtlich  verstau,  das  die  jhenigen,  so 

IS.  Hfl.:  das  man  dine.  33.  Hi.:  wie  und  daa  evangelium. 


496  Hemrich  Ryhiner. 

man  geistlich  nempt,  nit  die  kleinste  ursach  gewesen  sind, 
derohalb  ein  so  ungehorte  eipörung  und  ufiur  inn  Tutseher 
nacion  erweckt  ist.  Dan  es  ist  der  gemein  arm  man  der  leer 
Cristi  unsers  heylands,  die  uns  sin  gotlich  guttigkheyt  durch 
die  fröliohe  bottschafit  des  helgen  evangelis  geoffenbart,  su  heil  ^ 
irer  seien  se  yernemen  ganti  durstig  und  beging  gsyn.  und 
furwar,  wann  die  den  oristenliohen  hertzen  truwlich  furgetragen, 
were  nut  anders  davon  erwachsen  dann  ein  rechter,  ja  gott- 
licher fryd  und  einigkeit.  Dann  wie  Cristus  [63^]  ein  kunig 
des  frydens,  also  bringt  euch  sin  heylsam  wort  (das  er  sinen  i« 
gloubigen  so  truwlich  bevolhen  und,  wann  sy  es  hörend  und 
behalten,  die  Seligkeit  verheyssen  hatt)  ein  ungeswyfelten 
Stareken  fryden,  der  so  creffbig  ist,  das  er  vonn  der  höchsten 
trubsai  und  anfechtung  (deren  die  weit  toI)  nit  verrückt  werden 
mag.  Es  habend  aber  die,  so  man  geistlich  nempt  und  doch  i^ 
mit  irer  fulkeit  dem  armen  gemeinen  man,  des  bluttigen 
schweyss  sy  inn  Üppigkeit  versert,  hoch  uberlestig  gewesen, 
die  evangelische  warheit'nit  hören  m(^en,  von  w^en  das  ir 
stadth,  leben  und  wesen  dem  bevelch  gottes  so  unglich  gsin, 
das,  so  du  den  namen,  domit  man  sy  geistlich  gescholten,  hin-  » 
fürst,  nut  wenigers  dan  geistlichs  by  inen  findest.  Nun  hat 
aber  das  gottlich  wort  die  art,  das  es  die  laster  strafft,  uffdeckt 
und  deren  erkandtnus  gyt;  und  so  die  erkandtnus  der  sund 
mit  ruwen  angenomen,  alsdann  soigt  uns  die  fröliohe  bottschafft 
des  evangelis  die  barmhertsigkeit  gottes,  uns  durch  Ciistuma 
den  gnadenstul  erworben.  Solches  erfrouwt  nun  die  eristen- 
liche  hertzen,  so  durch  die  gnad  gottes  irer  erkandten  Un- 
gerechtigkeiten abzeston  und  der  leer  Cristi  mit  unstrefflichem 
leben  anzuhangen  begirig  synd.  Die  aber  von  dem  himelischen 
vatter  nit  gezogen,  ein  solcher  fursats  und  willen  von  des» 
lästeren  abzestonn  nit  empfinden,  denen  ist  das  goUicb  wort 
nit  alein  nit  anmuttig,  sonder  sy  vervolgends,  truckens  nider, 
und  darumb,  das  sy  es  nit  annemend,  understand  sy  es  [64] 
euch  anderen  zu  entziehen  und  ze  verbieten;  das  doch  die 
höchste  ursach,  derenhalb  der  zom  gottes  erweckt  wurt.  Dwyl )» 
nun  der  genant  geistlich  stadth  nit  am  wenigisten  vom  evangeÜo 
abgetretten,  ja  das  geistlich  schwort,  welichs  nach  der  leer 
Pauli  nut  anders  ist  dann  das  gottlich  wort,  fallen  lassen  und 
an  stat  des  selbigen  ein  zytlich  schwort,  das  sy  durch  grosse 
list  mit  vyl  landen  und  lütten  gesterckt,  angenomen,  ouoh  inn  « 
irdischen  eeren  und  gutteren  so  hoch  erwachsen,  das  die  welt- 
liche gewalt  und  oberkeyt,  so  von  gott  inngesetzt,  (dann  sy 
ietz  selbs  fursten  worden)  irem  erdichten  gewalt  widien  und 


1525.  497 

gehorsame  sin  müssen,  dorzu  sich  des  nit  settigen  lassen,  sonder 
habend  sy  inen  furgenomen  die  oonscientsen  der  mensehen, 
die  doch  alein  mit  dem  gottlichen  wort  geregiert  werden  sollen, 
mit  vylen  untregliohen  Satzungen  ze  beschweren,  alles  wider 
5  die  fryheit  des  geists,  inn  welche  Cristus  sine  gloubigen  mit 
vergiessung  sines  allerhelgisten  plutz  dür  erkouffl  und  brufft 
hatt,  habend  sy  zu  bestetung  irs  furnemens,  dwyl  innen  das 
gotlich  wort  solchen  gewalt  und  pracht  nit  zugybt,  yyl  und  vyl 
satsungen  uffgericht  und  usz  eignem  won  und  gutbeduncken 

10  neben  dem  gotzwort  inngefurt,  das  sy  inn  ein  so  verkerten 
synn  komen,  das  sy  usz  dingen,  so  den  cristgloubigen  fry  sind, 
sünd  gemacht  haben.  Und  so  nun  am  vordersten  not  gewesen, 
den  genanten  geistlichen  ire  laster,  ouch  wie  ferr  sy  vonn  der 
regel  cristenlichen  lebens  abgewichen,  und  wie  [64^]  übel  sy 

15  die  gotzgaben  und  gutter  der  armen  yerzerend,  mit  gottlichem 
wort  ze  entdecken  und  anzuzeigen,  habend  sy  (wie  dann  ir 
art  bruderlicher  straff  unlydlich  ist)  sich  des  evangelis  gespert. 
Dann  sy  ietzt  wol  mercken  mochten,  wann  sy  nach  dem  wort 
gottes  leben,  das  inen  ir  angenomen  gewalt,  ouch  zittlicher 

20  pracht  und  richthumb  abgon  und  empfallen  wurden.  Dem  (als 
sy  vermeinten)  vorzusin,  habend  sy  umb  erhaltung  irs  gewalts 
und  richthumb  vyll  unrouw  erweckt,  mit  weltlichen  fursten 
und  oberkeiten  buntnis  lud  Vereinigung  gemacht,  die  sy  ouch 
nachmals  beredth:  wann  ir  angenomener  geistlicher  Stadt  und 

25  gewalt  durch  das  gotlich  wort  (des  sich  die  pursame  berumpte) 
geschmeleret,  das  es  dann  umb  die  weltliche  gewalt  und  ober- 
keit  ouch  beschechen,  und  das  die  zu  grund  gestossen  wurde. 
Sy  haben  ouch  by  vylen  fursten  und  oberkeiten  nit  alein  die 
unruwigen  puren,  sonder  ouch  das  heillig  evangelium  so  ver- 

:to  hasset  gemacht,  das  sich  des  evangelis  an  vyl  orten  die  cristen 
nit  dorffen  on  gevorligkeit  lybs  und  leben  berumen.  Sy  haben 
ouch  vyl  der  oberkeiten  bewegt  und  vermögen,  grym  und 
hertenglich  mit  unbarmhertziger  vergiesiiung  cristenlichen  bluts 
wider  die  underthonen  ze  handien.     Und  hat  aber  gantz  nit 

35  die  meynung,  das  mit  reformierung  des  geistlichen  stadts  die 
weltliche  go^alt  undergetruckt.  Dann  ir  angenomener  geist- 
licher gwalt  nit  also  vonn  got  verordnet;  deszhalb  ist  er  und 
wurt  nit  bestendig  synn.  [65]  So  ist  aber  hingegen  die  welt- 
liche gwalt  und  oberkeyt  von  got  verordnet,  also  das,  wer  der 

40  selbigen  widerstrebt,  der  widerstot  der  Ordnung  gottes.  Desz- 
halb wirt  die  weltlich  oberkeyt  als  ein  werck  gottes  unverruckt 
pliben,  von  dheinem  cristen  verachtet  nach  umbgestossen, 
sonder  geliebt   und  geeret.     Ach  got,   das  alle   oberkheyten 

Bsder  Cluroiüken.    VL  32 


498  Heinrich  Ryhiner. 

solches  bedocht  oder  nach  zu  hertzen  nemen,  so  wurde  durch 
sy,  als  ein  verordneten  werckzug  gottes,  vyll  Ungerechtigkeit 
abgestelt,  und  der  arm  gemein  man  (des  seufftsen,  gschrey  und 
eilend  in  himel  tringt)  vyl  untreglioher  burdinen  mit  gutten 
fugen  erringert.  s 

Hieby  khann  und  mag  ich  aber  die  underthonen  irs  für- 
nemens,  das  geweitig,  freven  und  eigennützig  gsin,  nit  alein 
nit  rümen,  sonder  musz  ich  sy  darumb  straffen.  Dann  wiewol 
niemand  lougnen  mag,  das  dye  yorgehorten  ire  artigkell  der- 
massen  gestalt,  das  bruderliche  lieb  und  billicheit  ein  insehen  i« 
und  milterung  darinnen  zugeben,  yedoch  widerstrebt  der  Ord- 
nung gottes,  das  die  armen  lut  mit  eignem  gewalt  und  frevel 
ire  beschwerden  (deren  sy  yyl  on  schaden  irer  seelen  tragen 
mögen)  von  inen  werffen  und  nit  alein  des  geists,  eonder  ouch 
firyheit  des  fleischs  erholen  wollen.  Es  gepurt  allen  cristen,  n 
in  gehorsame  und  in  der  gedult  ze  leben,  und  gants  nit  mit 
gewalt  sich  selbs  zu  rechen.  Dann  wo  du  ein  crist  seyn  und 
aber  dich  selbs  rechen  wilt,  was  darff  es  dann  bettens?  Gott 
ist  richter,  dem  sollend  wir  unser  [65^]  anligen  bevelchen  und 
in  bitten  uns  zu  erlösen.  Wolan,  es  wurd  zu  vil  allen  mangel  2^ 
anzuzeigen.  Aber  die  somm  ist,  das  wir  alle  gesündiget,  und 
umb  der  sünde  willen  ist  der  zorn  gottes  über  uns  erwegt, 
Der  hat  ouch  frylich  dheyner  anderen  Ursachen  willen  ein  so 
erschrockenliche  uffruren  über  uns  ergon  lassen,  uff  das  wir 
alle  unserer  boszheit  inngedenck,  deren  abstundent  und  nach  3 
der  barmhertzig-  und  guttigkeyt  gottes  on  underlasz  mit  em- 
sigem gebett  sohrüwent. 

]{«i  In  denen  zytten,  ist  gsin  inn  dem  monat  meyes  des  funff- 
undzwentzigsten  jars,  hat  sich  ein  grosse  menge  der  puren  umb 
Elsas-Zabern  versamlet^).  Die  sind  hienin  inn  das  Westerich  ^^^.v: 
ouch  die  anstossende  Lotrinschen  grense  gezogen,  habend  etr 
liehe  closter  beroubet,  zerstöret,  ouch  der  Lotringischen  puren 
eins  theils  ann  sich  ghenck').  Welichs  dem  hertzogen  inn 
Lotringen  ze  dulden  untreglich.  Deszhalb  sin  fürstlich  gnad 
iren  bruder  den  herren  von  Güsz^j,  so  mit  einem  dapferenj» 
kriegsvolok  zu  rossz  und  fusz  uff  der  Schampanyen  inn  des 
Parlaments  zu  Franckrich  dienst  gelegen,  (dan  es  was  Franciscus 

1)  Vgl.  B.  Chron.  I  49,  u.  Hartfelder,  Gesch.  d.  Bauernkriegs  S.  122  ff. 

2)  Der  aüdwestliohe  Theil  der  jetiigen  Rheinpfals. 

3)  Vgl  hierüber  Hartfelder  S.  119. 

4)  Claudius  von  Guise,  französischer  Statthalter  der  Champagne,  mird« 
Ton  Heriog  Anton  schon  Anfangs  Mai  um  Hilfe  ersucht;  a.  ebend.  S.  US. 


1525.  499 

konig  SU  Fianckiich  kurts  davor,   am  24.  tag  februaiii    des  F^br.  u 
funfiiindzwentBigsten  jars,  toi  Paphyen  ^)  inn  Lombaidi  in  offhei 
Teldflchlaoht  gefangen  worden]  ime  inn  Lotringen  susesiehen 
beschryben.    Der  ouch  sinem  bruder  gewilüiut,  mit  allem  krieg»- 

5  volgt,  Frantzo8en,  ayentnrier^),  stradiotten')  und  landknechten 
onn  Terzug  zugesogen.  [66]  Also  hat  sich  der  hertzog  usz  Lott- 
ringen mit  einem  starcken  zug  zu  rosz  und  fusz  bitz  inn  die 
zwentsigtusend  erhept,  und  eigner  person  den  huffen,  so  im 
Westerich  gelegen,  straffen,  ouch  die  abgefalnen  buren  wider 

10  inn  gehorsame  pringen  und,  so  das  beschehen,  alsdann  hat  sin 
f.  g.^)  zu  ruwen  sin  und  widerumb  inn  Lottringen  anheimsch 
ziehen  wollen.  Da  aber  der  buren  huff  im  Westerich  des 
hertzogen  anzogs  berichtet  worden,  hat  er  siner  zukunfft  nit 
toollen  erwarten,  sonder  sind  die  buren  ufijgfebrochen,  usz  dem 

IS  Weeterich  yerruckt  und  widerrumb  zurück  uff  Elsas-Zabern  zu 
gesogen.  Es  habend  die  puren  dem  bischoff  von  Straszpurg 
die  stat  Zabern  ingenomen  und  die  bürgere  zu  inen  schweren 
lassen^).  Das  hat  den  bischoff  von  Straszpurg  bewegt,  das  der 
sin  bottschafit  zu  dem  hertzogen  inn  Lotringen  geschickt,  den 

20  hertzogen  geworben  lud  bekommen  hat,  das  sin  f.  g.  eigner 
person,  sampt  dem  herren  von  Güsz  und  dem  cardinal  in  Lot- 
ringen*),  beden  sinen  bruderen,  mit  allem  zug  uffgebroohen 
und  (des  doch  sin  f.  g.  davor  nit  willens  gewesen)  für  Elsas- 
Zabern  gezogen,  die  pursame,  so  by  den  zweyundzwentzigk- 

25  tusend  starck  darin  gelegen,  yxS  mentag  nach  dem  sonntag  can-  lui  15 
täte  belegert  und  treffenlich  inn  die  stat  geschossen  hat^j. 

In  solcher  belegerung  ist  der  hertzigk  usz  Lottringen  mit 
der  pursame  in  der  stat  Zaberen  in  red  und  handlung  komen^], 

2.  Ha.:  Tor  Phaphyen. 

1)  Pavia. 

2)  So  hieBB  in  Frankreich  das  FuBBVolk,  im  Oegensati  sn  den  QenB- 
darmei  oder  Reisigen. 

3)  Leichte  Reiterei,  meist  aus  Albanesen  bestehend;  vgl.  oben  S.  80,  A. 6. 

4)  Abkflrsung  fOr:  fürstlich  gnad. 

5)  Vgl  Hartfelder  S.  122  ff. 

6)  Johann  von  Lothringen,  Bischof  von  Mets  und  Verdun,  sp&ter  auch 
Enbischof  Ton  Reims,  war  seit  1518  Cardinal  von  8t.  OnofriuB. 

7)  Vgl.  Hartfelder  S.  124  ff. 

8)  Die  Uebergabe  wurde  am  16.  Mai  Tcreinbart,  in  Folge  der  Nieder-  ' 
läge  der  lum  Entsats  herbeigeiogenen  Bauern  bei  Lupfstein;  s.  ebend. 
S.  126  ff  und  vgl.  unten  8.  501.  —  Das  Folgende,  bis  »irer  herschafft  ge- 
horsam SU  sin«,  stimmt  wörtlich  überein  mit  dem  Briefe  des  8tras8burgers 
Peter  Bats  an  seinen  8chwager,  den  Basier  8tadt8chreiber  Kaspar  Sehaller, 
vom  17.  Mai;  s.  Hans  Virck,  Politische  Correspondeni  der  Stadt  Strassburg 
im  Zeitalter  der  Reformation,  I  167. 

32* 


500  Heinrioh  Ryhiner. 

[66^]  also  das  die  puren  sich  uff  gnad^)  ergeben  und  uff  ein 
irostung,  das  sy  ir  gewer  und  hämisch  von  inen  leg^i  und 
mit  wyssen  steblin  sicher  use  der  stat  ziehen,  donu  schweren 
sollen  ir  leben  lang  dhein  gewer  nie  ztragen  und  irer  her- 
schafft gehorsam  zu  sin.  Dargegen  hat  inen  der  hertzig  fristung  & 
lybs  und  lebens,  euch  sicheren  abzug  zugesagt').  Es  ist  aber 
den  armen  lütten  ditz  zusagen  nit  gehalten,  sonder  zu  grossen 
11^  17  unstatten  erschossen.  Dann  als  sy  am  mitwoohen  nach  cantate 
£ruer  tagzyt  uff  vermelte  Sicherung  ir  gewer  und  harnasoh  inn 
der  stat  Zabem,  wie  des  hertiogen  beyelch  und  abred  was,  by  u 
der  burger  rathhus  von  inen  gelegt,  sich  des  zugesagten  ver- 
sicherten abzugs  vertröstet,  dorzu  die  bürgere  zu  Zabem  sedi- 
zigk  die  besten  bürgere  dem  hertzogen  zu  gysel  und  bürgen 
zugeschickt'),  und  die  buren  mit  iren  wyssen  steblin  on  alle 
gewer  us  der  stat  uff  den  platz,  der  inen  bescheiden  was,  da  ti 
sy  den  vermeinten  eyd  schweren  selten,  gezogen  und  by  dry- 
tusend  daruff  gewesen,  sind  des  hertzogen  Niderlendiaohe  fosi- 
knecht  in  die  buren  gefallen,  und  alle  so  hie  ussen,  oach  inn 
der  stat  gewesen,  erstochen,  alles  über  und  wider  das  der 
hertzog  und  ritterschafit  den  knechten  gesagt  und  trungenlich  2« 
angeschrüwen  haben,  der  pursame  den  glouben,  so  inen  der 
hertzigk  zugesagt,  ze  halten;  es  ist  aber  alles  vergeben  gzin, 
hat  nut  gehulffen.  Und  sind  der  puren,  under  denen  —  die 
radlfurer,  uffwygler  und  [67]  houptsecher  hindangesetzt  —  vyl 
fromer  junger  und  alter  luten  gewesen,  ob  den  zwentsigtusend^)  ^ 
also  ellengklich  und  werlosz  erschlagen  und  erwürgt  worden. 
Das  fiuwar  hoch  ze  erbarmen  und  wol  zu  gedencken,  das  gott 
solchen  jamer,  an  disen  puren  über  beschehen  zusagen  be- 
gangen, nit  werde  ungestrafft  lassen.  Wiewol  der  bischoff  von 
Straszpurg  und  sine  edelliit,  deren  ein  gutter  theil  by  demie 
hertzogen  vor  der  stat  gewesen,  inn  diser  handlung  durch  die 
Lottringischen  (die  sy  doch  als  ire  frund  in  das  land  gebracht] 
an  zittlichem  gut  hoch  gestrafft.     Dann  da  die  pursame   er- 

1)  Statt  »uff  gnad«,  wie  Ryhiner  sclueibt,  aagt  Buta  im  schon  er- 
wähnten Briefe:  on  gnad;  s.  Virok  a.  &.  O. 

2)  Von  diesen  angeblichen  Zusagen  weiss  Buti  in  jenem  Briefe  nichts. 
VgL  Hartfelder  S.  129,  wonach  der  Heriog  hlos  milde  Behandlung  in  Aus- 
sicht stellte. 

3)  Das  Folgende,  bis  »ryl  fromer  junger  und  alter  luten  gewesene, 
stammt  nahem  wOrtlieh  mit  Buti  überein;  s.  Virek  a.  a.  O. 

4)  Diese  runde  Sehfttiung  gibt  auch  ein  Brief  Ton  Buta  an  SehaDer 
Tom  24.  Mai;  s.  Virek  I  179.  Dass  sie  die  wirkliehe  Zahl  der  Oe&Uenes 
jedenfalls  nur  um  Weniges  übersteigt,  ergibt  sich  aus  den  genaueren  An- 
gaben bei  Hartfelder  S.  131. 


1525.  501 

achlagen,  habend  die  Welflchen  die  8tat  Zabem,  inn  deren  mer 
dann  vyll  gute  gewesen,  geplündert  und  glich  den  biflohoffi- 
sehen,  so  inn  des  hertzogen  leger  warend,  als  den  bürgeren 
und  bnren,   was  sy  inn  der  stat  (als  sy  yyl  darinnen)  gehept, 

s  genomen;  ndem  das  dem  bischoff  sine  bürgere  in  der  stat 
Zabem  merertheils  erstochen  worden,  das  nit  ein  kleine  straff 
▼on  frnnden  ist. 

Es  hat  ouoh  der  hertzog  us  Lottringen  bj  drytusend  buren, 
die  den  belegerten  zu  Zabern  zuziehen  und  retten  wollen,  mit 

lo  nnem  kriegkszvolck  zu  Lupffstein  überfallen  i),  das  dorff  umb- 
geben  und,  was  darin  gewesen,  buren,  wyb  und  kind,  sampt 
dem  dorff  verbrent  und  zu  eschen  geleyt.  Uff  solches  habend 
die  Welschen  yyl  hochmutz  getryben,  yyl  junge  knaben,  acht- 
oder  [67^]  zehenjärig,  erstochen  ^j,  frouwen  und  jungk&ouwen 

15  gesohwecht,    yyl  dorffer  allenthalb  angestossen  und  yerbrent, 

das    ein   semlichs  jamerlichs   brennen   und    würgen   inn   der 

selben  landart  gewesen,  derglichen  nit  yyl  mer  erhört  worden  ist. 

Nach  solchem  ist  der  hertz(^  zu  Zabem  yerruckt,  durch 

das  Elsässer  gebirg  haruff  gezogen,  als  man  sagt  des  willens, 

20  den  hocken  durch  das  LeberthaJ,  Lothringen  zu,  ze  schlahen'). 
Als  er  aber  haruff  bitz  gon  Stotzen^)  komen,  hat  sich  ein  huff 
puren  us  dem  Elsas,  ungeyorUch  uff  die  achttusend  starck*), 
susamen  gthon.  Die  habend  das  übel,  an  irn  mitbruderen  zu 
Zaberen  begangen,  rechen  wollen,    sind  dem  hertzogen  (der 

25  inen  doch  mit  sinem  reissigen  und  fusz-zug,  euch  treffenlichen 
geschutz,  yyl  zu  schwer  und  überlegen  was)  froidengklich  ent^ 
gegen  gezogen.  Und  wiewol  sy  mit  irem  nutz  und  yortheil 
den  landgraben  innemen  mögen*),  so  habend  sy  doch  allen 
vortheil  yerachtet  und  sich  uff  alle  wytte  und  ebne  enet  dem 

30  wasser,  das  by  Kestenholtz  luz  dem  thal  harusz  fleuszt,  gegen 

6.  Hb.:  in  der  lUt  Buell  (Btatt:  Zabtrn.).  30.  Hb.:  Ktutanholte. 

1)  Lupf  stein,  2  St.  ösÜ.  t.  Zabern.  Ueber  diese  Niederlage  Tgl. 
Hartfelder  S.  127  ff. 

2)  Dieses  berichtet  auch  Buts  in  seinem  Briefe  vom  17.  Mai;  s. 
Virck  I  167. 

3)  D.  h.  Ton  Zabem  sog  er  zuerst  südwärts  bis  Kestenholz  bei  Schlett- 
Stadt,  in  der  Absieht,  Ton  dort  westwärts  durch  das  Leberthal  nach  Loth- 
ringen zurückzukehren;  vgL  Hartfelder  S.  135  ff. 

4)  Stotzheim,  3  St.  nördl.  ▼.  Schlettstadt 

5)  Ueber  diese  Zahl  ygl.  Hartfelder  S.  138,  A.  3. 

6)  Der  Landgraben  längs  dem  Eckenbach,  1  St.  südl.  von  Schlett- 
stadt, bildete  die  Grenze  zw.  Ober-  und  Unter-Elsass,  und  hier  hatten  die 
Bauern  sich  anfänglich  gesammelt;  s.  ebend.  S.  137. 


502  Heinrich  Ryhiner. 

Scherwyi  zu  gesielt  und  daselbst  gelegeret^}.  Do  nun  der 
heitiog  uss  Lotringen  iren  gewar  worden,  ouoh  mit  etüieken 
ringen  pferden  ir  leger  besichtigen  und  iren  huffen  über- 
schlagen lassen,  und  wol  bedencken  mögen,  so  die  puren  nadi 
des  naohtz  nit  angryffen,  sonder  byts  uff  den  volgenden  tag  * 
rüwig  gelassen,  das  bj  sich  hefftig  stercken  und  nachmals 
kummerlich  geschlagen  werden  möchten,  [68]  ist  sin  f.  g.  ilend 
rettig  worden,  die  puren  nach  des  abends,  wiewol  es  gantz 
spett  im  tag  was'],  amsegryffen.  Das  euch  volsogen,  und  ist 
lui  20.  von  beden  parthyen  uff  sampstag  nach  cantate  ein  froideger  u 
angryff  und  schlagen  beschechen;  das  hat  als  lang  gewert, 
bita  die  nacht  den  fryden  gepracht.  Doch  hat  der  hertsigk, 
aber  nit  on  schaden,  das  veld  behalten,  die  Schlacht  eroberet. 
Und  sind  by  vier  tusend  der  puren,  ouch  des  hertiogen  zugs 
ein  gut  theU,  darunder  ein  her  vonn  Ysenburg,  des  hertiogen  u 
oberster  houptman  über  die  reysigen,  dorzu  ein  Welscher  edel- 
man  und  by  den  500  Niderlandischen  knechten  erstodien  und 
umbkomen');  got  wolle  sich  ir  aUer  erbarmen.  Die  armen  lui 
habend  zu  fast  geylt;  hetten  sy  iren  vortheil  des  obends  inn- 
behept  und  irer  mitverwanten  bitz  an  den  morgen  erwartet^],  2^< 
es  were  der  hertzig  usz  Lotringen  nit  ungestrafft  usz  Tutschem 
land  komen.  Wiewol  diso  puren  so  mannlich  under  ougen  ge- 
zogen, das  der  hertzig  usz  Lothringen  glich  momdrisz  am  sontag 
exaudi^)  sich  von  stund  an  umbgewendeth  und  durch  das 
Wylerthal  annheimsch  inn  Lothringen  gezogen,  unangesehen 2:^ 
das  die  regenten  in  Ober-Elsäs  sinen  gnaden  zu  dem  tningen- 
lichisten  angehangen,  das  er  inn  das  Sontgouw  rucken  und 
die  selbigen  puren  ouch  straffen  solte*). 

Li  denen  dingen,  als  sich  die  ietzgehorten  [68^]  saohen 
verlouffen,  hat  sich  ein  grosser  huff  der  Sontgouwischen  puren  se 

13.  Es.:  die  selüftdit  eroberet  biU  d  und  nnd.        16.  Hb.:  de«  bertsegBB  obcnien. 

1)  D.  h.  sie  übersohritten  den  (HeBsen,  der  bei  Kettenholi  das  Leber- 
thal TerläsBt,  und  belogen  auf  seinem  nördlichen  Ufer  bei  Scherweila, 
1  St  T.  Schlettstadt,  eine  neue  Stellung;  Ygl.  Hartfelder  S.  138  ff. 

2)  Es  war  gegen  6  Uhr  Abends;  s.  ebend.  S.  139. 

8)  Dieselben  Angaben  aber  die  Gefallenen  s.  in  Butlern  Brief  Tom 
24.  Mai,  bei  Virck  I  179. 

4)  D.h.  wenn  sie  am  Landgraben  geblieben  wftren;  vgl.  oben  8. $01,  A.6. 

5)  Das  Folgende,  bis  »ouch  straffen  solte«,  stimmt  wörtlich  mit 
Butiens  Brief  Tom  24.  Mai;  s.  Virck  I  179. 

6)  Ueber  diese  Gesandtschaft  s.  Hartfelder  S.  142. 


1525.  503 

versamlet  ^).  Die  habend  nun  anfangs  die  dosier  ubeifEillen, 
geplundeiet,  zenyssen,  und  glich  darnach  die  weltlichen  priester 
ouch  geschediget,  der  adel  und  oberkeyt  euch  angryffen  und 
inn  ii  bruderschafit  ze  tringen  understanden.     Des  sich  aber 

5  der  adel  gewideret,  sich  gon  Ensisssheim  in  f.  d.^)  vonn  Oster- 
rieh  stat  gthonn,  vilicht  des  willens,  gegen  der  ungehorsamen 
pursame  thätlioh  ze  handien.  Es  hatten  aber  die  puren  den 
adel  und  oberkeyt  so  schnell  und  unfursehenlich  überfallen, 
das  der  adel  zu  dheiner  stattlichen  gegenwer  komen  möcht. 

10  Deezhalb  der  adell  zu  Ennsiszheim  gantz  ingethann  und  der- 
massen  geenstiget  was,  das  er  sich  darin  nit  lang  enthalten 
mögen.  Das  hat  nun  der  pursame  zu  irem  furnemen  ein 
grossen  halszstarch  geben,  das  sy  inn  ubermut  so  gar  erhoben, 
das  sy  nun  dhein  gutliche  Unterhandlung  vonn  den  stetten 

t5  Schietstat,  Colmar,  Brysach  ec.  hören,  sonder  alle  stett,  schlosz 
und  gebiet  inn  ir  bruderschaffl;  ze  zwingen  vermeinten. 

Als  aber  diser  huff  der  purschafft  berioht  empfangen,  wie 
es  Iren  mitbruderen  zu  Zabem,  Lupfiistein  und  Scherwir  er- 
gangen, und  aber  nit  gewuszt,  das  der  hertzog  usz  Lothringen 

20  wider  hindersich  zogen,  sonder  grosse  fursorg  gehept,  das  sin 
f.  g.  yylicht  ouch  des  willens  sin  mocht,  sy  (die  solcher  zit 
zu  Battenheim^)  lagen)  ouch  ze  besuchen,  ist  ein  grosser  schreck 
in  sy  komen,  ja  sy  sind  so  gar  erhaset  worden,  das  sy  vom 
gemeinen  helen  huffien  uff  donstag  den  uffarttag  [69]  JhesuMaiss 

asCristi  fruer  ratzyt^)  ein  schryft^)  und  bottschafft  zu  einem  er- 
samen  rath  der  stat  Basell  geschickt  und  zu  dem  trungenlichisten 
gebetten  haben,  das  ein  statt  Basell  sich  in  disen  handel  legen, 
verhelffen  und  schaffen  wolte,  das  der  hertzig  usz  Lotringen 
wider  inn  sin  land  zuge  und  sy,  die  pursame,   mit  f  d.  von 

30  Osterrioh  irem  gnedigsten  landszfursten,  ouch  iren  herren  und 
dem  adel  zu  gnaden  komen  und  vertragen  werden  möchten, 
damit  das  land  (so  einer  stat  Basell  kornkasten)  nit  verherg^t, 
darzu  wither  plutvergiessens  erspart  wurde. 

Uff  disen  tag  habend  das   regiment   zu  Ensiszheim,    ge- 

35  meiner  adel,  ritterschafft  und  prelaten  im  Sontgouw  und  Elsas, 
als  die  wol  gewuszt,  das  der  hertzig  usz  Lotringen  (uff  den  sy 

IJ  Ueber  diesen  Aufstand,  der  Mitte  April  begann,  b.  Hans  Stolts, 
Chronik  v.  Gebweiler,  Ausg.  t.  J.  See,  S.  25  ff,  auch  Hartfelder  S.  24  ff. 

2)  Abkürzung  für:  fürstlich  durchlucht 

3)  Battenheim,  ssw.  Ensisheim  u.  Mülhausen. 

4]  Morgens  frühe,  bei  Beginn  der  Rathsitzung. 
5)  Diesen  Brief,  v.  25.  Mai,  s.  bei  Schreiber,  Urk.  i.  Bauernkrieg  II  139, 
auch  Eidg.  Absch.  IV  1  a,  S.  666. 


504  Heinrich  Ryhiner. 

allen  trost  gehept)  iie  puien  nit  straffen,  sonder  wider  an- 
heimsch  ziehen  wollen  i),  ir  treffenlich  bottschaffi,  glich  wie 
die  pursame,  wyderumb  (dan  sy  dayoi  ein  stat  Basel  umb  ein 
truw  nffsehen  und  hilff  ouoh  einmal  angerufii)^)  su  einem  er- 
samen  rath  der  stat  Basell  geschickt,  die  nun  frager  tagsyt  & 
vor  gesessenem  rath  erschynen').  Und  glich  wie  sy  Torhin 
ouoh  gthonn,  also  habend  sy  in  namen  f.  d.  von  Osteridi  irs 
gnedi^sten  herren^),  darzu  gemeinen  adels,  ritterschafft  und 
prelaten,  ein  ersamen  rath  nit  alein  umb  ein  truw  uflbehen, 
sonder  vylmer  umb  hilff  angesucht  und  gebetten,  das  ein  stat  i# 
Basel  sich  f.  d.,  gemeinem  adel  und  pursame  zu  dienstlichem 
gefallen  und  gut  diser  schweren  uffrurischen  handlung  [69**] 
undernemen,  helffen  und  ratthen  weiten,  damit  die  erporung  der 
pursame  abgestelt,  die  irnmg  vertragen,  das  land  vor  Terhergung 
und  sy  zu  beden  theilen,  die  oberkeiten  und  underthonen,  vor  u 
vemerem  blutvergiessen  verhüttet  wiuden.  Darby  sy  ouoh  ein 
stat  Basell  der  erbeinung,  so  das  husz  Osterich  mit  gemeiner 
EÜdtgnoschafft  hette^),  zu  dem  ernstliohisten  ermanten.  Glioher 
gestalt  habend  der  bischoff  von  Straszpurg*),  abt  von  Murbach '), 
her  Hanns  von  Morsperg®)  und  andere  mer  ein  ersamen  rath  2» 
der  stat  Basell  umb  underhandlung  und  hilff  angesuocht,  wie 
dann  ir  aller  missieven,  einer  stat  Basel  zugeschickt,  besugend 
Hieruff  ein  ersamer  rath  loblicher  stat  Basel  retig  worden: 
dwyll  bede  theil,  die  oberkeit  und  underthonen,  des  fridens 
begerten,  wiewol  das  regiment  zu  Ennsiszheim,  gemeiner  adel,  s 
ritterschafft  und  prelaten  sich  hievor  der  spönnen,  so  ein  statt 
Basell  mit  den  iren  gehept,  nutzit  angenomen,  sondei  durch 
die  finger  und  zugesehen,  dorzu  die  Sontgowischen  puren  lieber 

11.  Es.:  gtafliiitii  »del.  16.  Hs.:  Duby  sich  onek. 

1)  Vgl  oben  S.  502. 

2)  Ueber  diese  frühere  Gesandtschaft,  welche  Mitte  Mai  in  Basel  er- 
sehienen  war,  s.  Woohenausgabenb.  1525,  S.  544,  auch  unten  S.  516,  femer 
H.  Meltingen  Bericht  aber  seine  Sendung  vom  25.  Mai,  abg^edr.  in  £idg. 
AbscL  IV  1  a,  S.  664  ff,  u.  bei  Schreiber  H  137  ff. 

3)  Diese  Gesandten,  die  am  25.  Mai  vor  dem  Rath  erschienen,  waren 
Hans  Bexthold  von  Reinach  und  Hans  Jakob  Waldner;  s.  unten  S.  516. 

4)  Enhenog  Ferdinand,  der  sp&tere  Kaiser. 

5)  Die  Erbeinung  vom  7.  Febr.  1511  8.  Eidg.  Absch.  UI  2,  S.  1343  0. 

6)  S.  den  Brief  seines  Kanslers  Dr.  Itelhans  Rechburger,  Tom  10.  Mai| 
bei  Schreiber  II  91. 

7)  Georg  Ton  Masmünster. 

8)  Den  Brief  Hans  Christoffs  von  Mdrsberg,  Tom  18.  Mai,  s.  im  St.  A« 
Bd.  L.  169,  1,  auch  bei  F.  Burckhardt  S.  76. 


1525.  505 

mer  unfridens  zwuschen  dei  stat  Basell  und  Iren  undeithonen, 
denn  das  sy  also  gütlich  geeint  wiuden,  gesehen  —  jedoch 
weiten  sy  als  liebhabei  fridens  und  einigkheyt  sich  nunmer 
dei  Sachen  annemen,  ii  treffenlich  botsohaffit  zu  beden  theilen 

5  schicken,  ein  anstand  machen  und  versuchen,  den  hertaogen 
usi  Lothringen  toIs  usz  dem  land  ze  pringen. 

Es  ist  euch  darby  geratten  und  erstattet  worden,  das  ein 
stat  Basel  nunme  ir  lieb  Eidgnossen  von  den  ortten  Zürich, 
Bemn,  Solothom  [70]  und  Schaffhusen,  ir  bottschafit  abhar  zu 

10  schicken  1),  beschryben  und  bitten  solle:  diewyl  die  louff  sich 
eben  schwer  und  sorgklich  zutrugen,  und  ze  besorgen,  das 
Elsas  und  Sontgouw  (so  gemeiner  Eidtgnoschafft  wynnkeller 
und  komkasten  weren)  verborgt  werden  möchten,  das  sy  dann 
ii    bottschafften   ilend  gen  Basel   schicken   und   rathschlagen 

15  verhelffen,  das  dise  lender  nit  verderbt,  und  furer  blutvergiessen 
erspart  wurde.     Das  nun  disen  orten  ilends  zugeschryben. 

Nach  solchem  sind  von  stund  an  inn  schneller  ill  an  ge- 
melte  end  ze  ritten  verordnet  worden  her  Heinrich  Meltinger 
buTgeimeister,    Wol%ang  Hutschin,    Hans  Stoltz   und   Joder 

20  Brand,  alle  des  raths'].  Und  als  zu  allem  gluck  unser  truw 
lieb  eidtgnossen  von  Zürich  meister  Clauws  Setzstaben,  und 
unser  eidtgnossen  vonn  Solothornn  irn  seckelmeister  Ochsen- 
bein') anderer  Sachen  halb  zu  einer  stat  Basell  geschickt,  hat 
sych  ein  ersamer  rath  der  selben  beden  hotten  gemechtiget  und 

25  vexm<^n ,  das  sy ,  damit  dester  fruchtbarer  mit  merer  dapfer- 
keit  gehandelt,  sampt  den  obgenanten  eins  raths  verordneten 
verritten.  Und  sind  dise  verordneten  alle  nach  ditz  tags  gönn 
Battenhin  zu  der  pursame  inn  das  veld  und  demnach  gönn 
Ensissheim  geritten ,  und  dise  donstagsnacht  daselbst  gelegen,  Mai  25 

30  von  dem  r^iment  und  adel  eerUch  empüangen,  tractiert  und 
gehalten. 

Momdrisz  am  firitag^)  habend  die  verordnete  ein  abscheid  lui  26 
und  anstand  zwuschen  f.  d.  von  Osterich   unsers   gnedigsten 
herren  regiment  zu  Ensiszheim,    als  in  irer  durchlucht,   des 

35regiments,  gemeinen  adels  und  [70^]  ritterschafft,   darzu  aller 

3^  Hfl.:  als  Uflbehabflr.  10.  Hi.:  besehxyben  und  bitte  solle. 

1)  £b  wurde  ein  Tag  angesetit  anf  den  30.  Mai;  b.  Eidg.  Absoh.  IV  1  a, 
S.  677  ff. 

2)  Ihre  Instruction  s.  im  St.  A.,  Bd.  L  169,  1,  s.  Th.  abgedr.  bei 
P.  Buxekhardt  S.  80,  A.  1. 

3)  Niklaug  Oobsenbein. 

4)  Ueber  die  Verhandlungen  dieses  Tages  s.  Meltingers  Berieht,  bei 
Schreiber  n  138  ff. 


506  Heinrieh  Ryhiner. 

deren  namen,  die  f.  d.  regierung  inn  Obei  Elaas  und  Sontgouw 
undeithon  sind,  die  syend  glich  geistlich  oder  weltlich,  den- 
glichen  dem  bischoff  vonn  Straaibuig  und  heiren  abt  von  Mui- 
bach  an  einem,    sodan   gemeynei  pursame   inn  Ober  Ebaas, 
Sontgouw,  Montat^},  BeflPeit,  RosenfelBertalP)  und  allen  anderen  » 
inen  anhengig,  als  den  huffen  im  Prjssgouw,  am  anderen  theill 
dergestalten  gemacht,  das  ietigemelte  paithjen  verwilget  haben 
den  dryen  orten  Zürich,  Basel  und  Solothomn,  und  wer  sieh 
von  Eidtgnossen  diser  Sachen  mit  inen,  als  man  dan  etlidier 
warten  was,  beladen  wölte,  swuschen  inen  allen  obvermelten  i« 
theilen  umb  ire  spenn,   erporung  und  ansprachen  gutlich  se 
handien  und,  wo  aber  die  gutlicheit  nit  verfahen  möchte,  sj 
deren  mit  recht  se   entscheiden.     Dits  hat  das  regiment  xu 
Ensissheim,  gemeiner  adel  und  ritterschafit  in  namen  f.  A.  und 
iro  selbs  vertruwt  und  sugesagt,  wiewol  sy  anfangs  vermeinten,  u 
das  recht')  alein  für  ire  personen  und  nit  von   ires    fursten 
wegen  ze  bewilligen^).    Aber  da  her  Heinrich  Meltinger  burger- 
meister  zu  inen  sagt:   »wo  ist  ietzt  uwer  fürst,  wer  hilfil  uch 
ietst?  wollend  ir  es  nit  thun,  sagends,  damit  wir  es  den  puren 
anzeigen,  dann  wir  sy  nit  verkurtzen  wollen«  —  stiessend  der  2n 
landvogt*)  samt  etlichen  vom  r^ment  die  kopff  zusamen,  und 
bald  sagten  sy:  »nit  also,  lieben  herren!  wie  ir  (der  dryer  orten 
gesandten  vermeinende)  das  begerend,  also  wollend  wir  es  an- 
nemenc.    Hieruff  ist  nun  der  anstand  gemacht*). 

Diso  pursame  ist  [71]  uff  des  adels  gehört  verwilligen  ab-s 
gezogen  7),  und  haben  alle  theyl,  nemblich  die  oberkeiten  den 
underthonen,  und  hinwider  die  underthonen  den  oberkheyten^ 
fry  sicher  verschryben  gleit,  wie  die  hinder  ein  stat   Baseli 

6^  Hb.:  an  uid«r«ii  UitiUen.  11.  Es.:  eipomng  nad  ■pnchm. 

24.  Hb.:  HiBraiT  ir  niia  der  UBtud  gemBclit. 

1)  Die  obere  Mundat,  das  bisohöflich  StrASsborgische  Gebiet  von 
Rufach. 

2)  Das  ndrdL  von  Beifort  gelegene  Thal  Ton  Rougemont,  auch  Rosen- 
matthal  genannt 

3)  D.  h.  die  BehiedBrichterliche  Entscheidung,  im  Gegensati  zur  güt- 
lichen Vermittlung. 

4)  Das  Folgende,  bis  >  anstand  gemacht  c,  stimmt  naheiu  wGrÜidi  mit 
Meltingers  Berieht;  b.  Schreiber  II  139. 

5)  Wilhelm  von  Rappoltstein;  8.  nnten  S.  509. 

6)  D.  h.  auf  Grund  dieser  Verhandlungen  vom  26.  Mai  wurden  auf 
dem  Tage  su  Basel,  der  vom  30.  Mai  bis  5.  Juni  währte,  die  niheren  Be- 
dingungen des  Waffenstülatandes  Tereinbart;  s.  Eidg.  Absch.rV  la,  S.  677  ff. 

7)  Zunftchst  sogen  sie  nur  von  Battenheim  sich  nach  Habaheim  lu« 
rück,  also  südwfirts,  weiter  weg  Ton  Ensisheim;  s.  P.Burokhardt  S.  80. 


1525.  507 

eilegt,  übergeben,  und  usz  sorgen  gelassen  ^j.  Und  ist  da  ob- 
vermelten  parthyen  ein  tag,  uff  Udalrioi  bald  darnaoh  kunfitig  JiUi  4 
in  der  stat  Basell  ze  ersehenen  und  lut  irs  yerwilligens  ze 
handlen,  zugeschryben,  ernempt  und  verkundeth  worden  2).  Es 
5  sind  euch  von  stund  an  der  dryer  orten  loblicher  Eidtgnoschafft 
gesandten^)  zu  dem  hertzigen  inn  Lottringen  geritten^),  sin 
f.  g.  gegen  den  puren  abzestan  und  nit  wither  wider  sy  ze 
handien  angesucht  und  vermögen. 

ELie  kann  ich  mit  dheinen  fugen  unangezoigt  lassen,  das 

10  f.  d«  von  Osterich  landvogt,  regenten  und  rath  inn  Obern  Elsas 
xnitler  zytty  als  der  dryer  orten  Zürich,  Basell  und  Solothornn 
gsandthen  by  dem  hertzogen  inn  Lottringen  gsinn,  der  Eidt- 
gnossen  raths-  und  sandbotten,  die  solcher  zyt  zu  Basell  by 
einanderen  waren,  ein  schryfft  zugeschickt,    darinn  sy  gantz 

15  heitter  erkhennen,  das  sy  in  namen  der  f.  d.  von  Osterich, 
ouch  für  sy  selbs,  den  Eidtgnossen  zu  eeren  und  gefallen  den 
obgenanten  von  Zürich,  Basel  und  Solothornn  gesandten  uff  ir 
underhandlung  den  anstand,  und  was  zu  &iden,  ruw  und  hin- 
legung irer  und  der  pursame  spenn  und  erborung  dient,   ze 

20  handien  verwilligt  haben.     Und  darumb   ich   solches  anzoig, 
verursacht  mich,  das  die  regenten  nachmals  uff  [7 1  ^]  dem  tag, 
zwuschen  inen  und  der  pursame  uff  Udalrici  gehalten,  (vilicht  Jnu  4 
von  wegen  das  die  buren  allenthalb  niderlagen,  grossen  unfal, 
und  der  adel  den  fall  und  gluck  inn  siner  hand  hat)  heSteng- 

25  klich  verneint  und  gantz  nit  bekandthlich  sin  wollen,  das  sy 
von  f.  d.  wegen  utzit  bewilliget,  sonder  alein  für  ire  personen 
die  Sachen  hinzelegen  und  mit  recht  ze  entscheiden  zugeben 
haben  ^).  Da  aber  usz  diser  missiven  gar  heitter  verstanden, 
was  sy   zugesagt,  das  das  inn  f.  d.  und  ir  selbs  namen  be- 

30  schechen,  und  dwyll  dann  dises  zusagens  halb  nachmals  ein 
grosser  miszverstand  und  Unwillen  erwachsen,  hat  uns  ge- 
lieben wollen  solche  missiven  hie  zu  inserieren.  Der  Inhalt 
ist  also^): 

1)  Gem&SB  dem  Vertrage  vom  5.  Juni;  b.  Eidg.  Absch.  a.  a.  O. 

2)  S.  ebend.  S.  678. 

3)  Nämlich  die  Gesandten  von  Zürich,  Solothum  u.  Basel,  die  lu 
Ensisbeim  unterhandelt  hatten;  b.  oben  S.  505. 

4)  Für  diese  GesandtBchaft  zum  Hersog  von  Lothringen  b.  die  In- 
Btruction  im  St.  A.,  Bd.  L  169, 1,  u.  vgl.  unten  S.  509,  sowie  auch  Meltingers 
Bericht  bei  Schreiber  n  139. 

5)  S.  die  Verhandlungen  vom  4. — 14.  Juli  im  Eidg.  Absch.  IV  la, 
S.  735  ff. 

6]  Diesen  Brief  geben  wir  hier  nach  dem  Original  im  StA.,  Bd.  L 169, 1. 


506  Heinrich  Ryhiner. 

Den  funichtigen  eisamen  und  wjsen,  gemeyner  Gidt- 
gnossohafft  latha-  und  sandbotten,  60  yetst  by  einanderea 
lu  Baael  >yn^),  unsem  besonderen  lieben  und  guten 
freunden. 

ünsei  frunüich  wyUig  dienst  sigen  uch  alsit  butot.    Für-  s 
siohtigen  ersamen  wysen,  besonderen  lieben  und  guten  frnndt 
Wiewol  diser  tagen  ewer  ersam  trelSenlich  ratsbotschafü  von 
Zürich,  Basell  und  Solothuren   vor   uns   ersohinen   und   Ton 
ewem  wegen  uff  ein  anstandt  iwuschen  uns  an  stat  der  £  d. 
unsers  gnedigisten  hern,  gemeynem  adel  und  den  nadi  be-i» 
stendigen  des  lobUohen   haus  Osterriohs,    euch   anderer    [72] 
oberkeyten  underthonen  an  eynem,  sodann  den  uffirurigen  under- 
thonen,  die  zu  yeld  zogen  und  an  dryen  huffen,  su  Batten- 
heym  und  daselbst  umb,  im  Bryssgow,  und  im  Rosenfelaser 
thal  oder  euch  daselbst  umbiigen  sollen,  gehandelt,  also  dasts 
alle  theyl,  bys  das  die  obgemelt  ewer  bottschaffl  wyderumben 
von  unserm  gnedigen  hem  von  Lothringen,  zu  dem  ey  Ton 
uoh  gefertiget,  sygen  komen,  das,  so  die  selb  by  ime  erlangt, 
uoh  berichten,  und  ir  furer  inn  der  Sachen,  was  zu  fryde,  ruw 
und  hynlegung  der  selben  dient,  handien  mögen,  mitt  tbatth-» 
licher  handlung  styl  ston  und  nichts  verrer  fumemen  noch  zn 
thun  gestatten  sollen,  und  wir  als  die,  so  zu  fryde  und  eyn^ 
keyt  geneygt,  des  in  namen  der  obgemelten  f.  d.,  ouoh  für  uns 
selbst,  uch  zu  eren  und  gefallen  bewylligt,  und  uns  die  ob- 
gemelt ewer  bottsohafft  dorgegen  als  für  gewysz  vertroet  und» 
zugesagt,   das  solhs  von  den  berurten  dryen  huffen  ouch  be- 
scheen  und  gehalten  werden  solle  —  so  gelangt  doch  an  uns, 
das  der  huff  im  Bryszgow  das  selbig  nit  thun,  besonder  sidi 
gegen  Brysach  annemen  und  arbeiten,    wie   sy  das  euch  su 
irem  wyllen  bewegen  mochten'].    Wo  nun,  wann  das  also  seinsd 
solt,  von  inen  nit  glouben  gehalten   und  uch,   wie  uns  nit 
zwyvelt,  als  liebhaber  gloubens  fryde  und  eynigkeit,  byUicher 
zuwyder  und  zu  gestatten  nit  gemeint  were,  das  ir  und  ewerer 
gesandten  handlung  dermassen  veracht  und  [72^]  zurück  gestelt 
werden  solt,  so  begeren  wir  an  stat  f.  d.  mit  aUem  emet  an  35 
uch,  und  für  uns  selbst  vlysdg  und  &untlich  bitten,  ir  woH 
zu  stundt  gestragks  und  on  verziehen   ewer  treffenlich   boti- 
schafft  zu  dem  huffen  inn  das  Bryszgow  schicken  und,  so  ir 

•.  Beid^  Hi.:  iwueliM  uitr. 

1)  Auf  dem  lum  SO.  Mai  angesagten  Tage;  s.  oben  S.  506,  A.  6. 

2)  Die  Regierung  lu  Ensisheim  'wusste  also  noeh  nicht,  dass  Bieisaeb 
am  26.  Mai  mit  den  Bauern  kapituliert  hatte;  b.  Hartfelder  S.  917. 


1525.  600 

die  Sachen  dennaasen,  wie  wir  bericht  syn,  gestalt  fynden,  by 
dem  dazob  sin,  den  daztsu  halten  und  vermögen,  den  ab- 
geredten  anstandt  zu  halten,  wythei  fumemens  Stil  su  ston  und 
ewer  undeihandlung  zu  erwarten,  und  uch  und  ewerer   ge- 

s  sandten  inn  irer  handlung  nit  also  zu  yerachten  und  zurück 
zu  stellen,  darmit  ir  nit  anderer  gestalten  inn  die  Sachen  zu 
griffen  und  zu  handien  yerursaohet  So  haben  wir  gentzlichen 
dofur,  ir  werdet  sy  vermögen,  still  zu  ston  und  glouben  zu 
halten.    Das  wollen  wir,  zusambt  dem  das  wir  des  von  ewern 

10  gesandten  vertrost  seyn  und  uns  donnit  zu  dem  anstandt  euch 
vermögen  lassen  haben,  umb  uch  gantz  fruntlich  und  gutwyUig 
verdienen.    Datum  Enszheim,  den  28.  tag  may  anno  ec.  25.  luias 

Fürstlicher  d.  ec.  unsers  gnedigisten  hern  landtvogt, 
regenten  und  rathe  inn  Obern  Elsas. 

i&  Wilhelm  her  zu  Roppoltzstein, 

lantvogt  1}, 

N.  Babst,  cantzler. 

[73]  Als  nun  vilgenante  gesandten  usz  Lothringen  komen^), 
wider  gon  Basel  und  anheimsch  komen,  sind  der  obgenanten 

20  vier  orten,  nemblich  Zürich,  Bernn,  Solothorn  und  Schaffhusen 
treffenlich  ratzbotschafften  uff  einer  stat  Basell  schryben  er- 
schinen');  das  nun  ein  stat  Basell  zu  hochem  danck  und  wol- 
gefallen  angenomen.  Disen  botten  ist  anzeigt,  was  durch  der 
dryer  orten  gesandten  by  dem  adel,  pursame  und  hertzogen 

25  usz  Lothringen  gehandlet,  und  darüber  abgescheiden^),  das  die 
genanten  vier  ort  uff  üdalrici  widerumb  ir  bottschafften  gon  jqu  4 
Basel  schicken  und,  wie  vorgemelt,  handien  verhelffen  selten. 

In   denen  wylen,   als   sich  vorerzelte  Sachen   verlouffen, 

habend  sich  die  pursame   der  Obern   und  Nideren  Marggra- 

30  schafit  euch  nit  gesumpt,  sonder  irem  herren  marggraff  Ernsten 

ditz  bede  land^)   sampt  den   schlössen  Bottlen,    Badenwyler, 

1)  Im  Brief  folgt  hier  noch  eine  zweite,  für  mich  unlesbare  Unter- 
schrift, die  in  Ryhiners  Abschrift  fehlt 

2)  Vgl  oben  &  507. 

3)  Auf  den  30.  Mai;  TgL  oben  S.  505,  A.  1. 

4)  Den  Abschied  dieses  Tages,  Tom  5.  Juni,  s.  Eidg.  Absch.  IV  la, 
S.  677  fL 

5)  Ernst  regierte  nur  in  der  Obern  Markgrafsohaft,  wo  der  Aufstand 
Anfangs  liai  ausbrach.  In  der  Untern  Markgrafschaft,  wo  seine  Brüder 
Bernhard  und  Philipp  regierten,  wShrte  die  Empörung  Ton  Mitte  April 
nur  bis  Ende  Mai;  s.  Hartfelder  S.  208  ff  u.  284 ff. 


510  Heinrich  Ryhiner. 

Hochperg^)  und  anderen  ingenomen,  zu  iien  handen  gepracht, 
und  henen  marggrayen  daiuas  yeitriben^).  Deaihalb  sich  die 
stett  Straflzpuig,  Biysach  und  Offenburg  inn  solche  spenn  ge- 
legt') und,  das  ein  ersame  stat  Basell  inen  ietatgehorte  hand- 
lung  abstellen  und  yerthedingen  behulffe,  begert  und  gebetten.  & 
Es  haben  oueh  bede,  maiggraff  Philips  und  marggraff  Ernst 
[73*']  yon  Baden  gebrudere,  ein  stat  Basel  sich  diser  sachen 
ze  undernemen  sohryfftlichen  angesuocht^).  Darinn  ein  satt 
Basell  hern  marggrayen,  euch  'sinen  underthonen,  zu  gutem 
nachpurlichem  wolgefallen  gewilfort.  Und  als  her  marggraff  i^ 
Ernst  zu  Offenburg,  und  siner  gnaden  underthonen  yor  Offen- 
burg zu  yeld  lagen  ^),  hat  ein  stat  Basell  sich  diser  saoh  under- 
nomen,  yon  stund  an  ir  treffenlich  ratzbotschafft  gon  Offenbuig 
zu  der  yorbenanten  stetten  Straszpurg,  Brysach  und  Offenburg 
gesandten  geschickt*].  Die  habend  zwuschen  herren  marg-is 
graff  Ernsten  und  siner  fürstlichen  gnaden  underthonen  und 
yerwandten  ein  abscheid  gemacht  ^j,  die  parthien  inn  ein  uss- 
jaii  (18)  treglich  recht  yeranlaszt,  tag  uff  Margarethe^),  zu  Basell  se 
erschinen,  gutlich  und  rechtlich  ze  handien,  ernempt  und  an- 
gesetzt. ^ 
J«u  4  Dem  allem  nach  ist  der  angesetzt  tag  uff  Udalrici')  von 
f.  d.  yon  Osterich  regiment  zu  Ensiszheim,    gemeynem  adel, 

7.  Hs.:  Entt  tob  bedeii  g«bnid«r«ii.  14.  Hs.:  sn  den  Torb«Baat«n  atotteiL 

17.  Hb.:  dl«  putlü«  inii  «in. 

1)  D.  h.  für  Röteln  erzwangen  sie  die  Aufnahme  einer  bftnerlichen 
Besatsung.  Dasselbe  gesohah  TieUeioht  aueh  mit  Badenweiler,  mit  Hodi- 
berg  aber  sicher  nicht;  s.  Schreiber,  Urk.  s.  Bauernkrieg  II  110  u.  185. 

2)  Schon  am  5.  Mai  hatte  er  sich  yon  Hochberg  nach  Freiburg  be- 
geben, spftter  Ton  dort  nach  Breisaoh  und  schliesslich  nach  Strassbmg; 
8.  Hartfelder  S.  286  u.  333. 

3)  Ueber  diese  3  St&dte  und  über  den  ersten  Tag  lu  Offenbuig,  Tom 
5.  Juni,  s.  ebend.  S.  333  ff. 

4)  S.  ihre  Briefe  vom  7.  u.  13.  Mai,  im  St  A.,  Bd.  L  169,  1. 

5)  Ueber  den  beabsichtigten  Zug  der  Bauern  in  die  Nahe  Ton  Offen- 
burg, der  allerdings  nur  theilweise  ausgeführt  wurde,  s.  Hartfelder  8.  336. 

6)  Ueber  diese  Gesandtschaft  s.  ebend.  S.  337  ff,  auch  Schreiber,  Urk. 
2.  Bauernkrieg  n  180  ff. 

7)  Diesen  TorlSufigen  Vertrag,  Tom  13.  Juni,  s.  im  Aussug  bei  Hsit* 
felder  S.  338  ff. 

8)  Genauer  Dienstags  nach  Margaretha  (18.  Juli).  Denn  erst  an  diesem 
Tage  sollte  die  rechtliche  Verhandlung  beginnen,  falls  bis  dorthin  swisehen 
Markgraf  Ernst  und  seinen  Unterthanen  keine  endgiltige  Verständigung  er^ 
folgt  war;  s.  ebend.  S.  341. 

9)  Ueber  dieten  Tag  zu  Basel,  der  bis  14.  Juli  wfthrte,  s«  Eidg. 
Absch.  IV  la,  S.  735  ff,  ferner  Schreiber  III  13  ff,  auch  unten  8.  517. 


1525.  511 

ritterschafft  und  prelaten,  ouch  henn  abbt  yon  Murbaoh  an 
einem,  sodann  gemeynei  puisame  in  Ober  Elsas,  Sontgouw, 
Montat,  Rosenfelsesthal,  Beffort,  iren  mitverwanten  am  anderen 
besuocht,  und  durch  loblicher  Eidtgnosohafil  funff  orten  Zürich, 
5  Bern,  Basel,  Solothorn  und  Schaff husen  z wuschen  den  [74] 
parthyen  gehandlet,  wie  der  abscheid,  desdialber  yergryffen 
und  allen  theilen  zu  banden  gestelt  worden,  den  wir  hie  inn- 
zelyben  verursacht,  gar  eigentlichen  uszwiszt.    Und  lutet  also  ^}« 

(Folgt  Bl.  74 — 90^  der  Abschied  dieses  TagesJ. 

10  [90^]  Diewyll  nun  der  obgemelt  abscheyd  under  anderem 
des  inhalts,  das  sich  die  funff  ort  loblicher  EidgnoschafEt  uff 
der  pursame  ansuochen  ein  bottschafft  zu  f.  d.  von  Oesterich 
zu  schicken  yerwilligt^),  sind  demnach  zu  irer  d.  ze  ritten  ver- 
ordnet worden  von  Basel  die  fromen  ersamen  wysen  her  Jacob 

15  Meyger  der  zyt  alt  oberster  zunStmeister ')  und  Heinrich  Bihiner 
rattschryber  der  statt  Basel,  und  von  Schaffhusen  der  from  und 
wys  her  Hanns  Jacob  Muorbach  zunfftmeister.    Die  sind  den 
17.  tag  Julii  yerritten^),  und  wiewol  sy  f.  d.  im  Etschland,  jniicis?) 
[91]  Algouw  und  Beyerland  gesuocht,  habend  sy  doch  ir  d. 

30  erst  inn  Schwaben  zu  Ougspurg  den    ersten  tag  augusti  er-  Avg.  i 
gryffen,  by  irer  d.  sich  von  stund  angesagt  und  bescheid  em- 
pfangen, momdrisz  den  anderen  tag   augusti  uff  die  sibende  Avg.  2 
stund  vor  irer  d.  zu  erschynen  und  ir  anligen  anzuzoigen. 
Als   nun   die   gesandten    der   funff  orten  loblicher  Eidtr 

25  gnoschaffb  uff  die  bestimpte  stund  gon  hove  komen,  hat  die 
f.  d.  von  Osterich  sy  gantz  gnedengklich  empfangen  und  sampt 
irer  d.  räthen  gnedige  audientz  gegeben.  Also  habend  die 
gesandthen  iren  bevelch  furtragen  und  irer  d.  alle  handlung, 
wie  sich  die  zwuschen  irer  d.  adel  und  purschafft  zugetragen, 

30  wie  ouch  und  was  bede  theyl  den  funff  orten  der  gutlichen 
underhandlung  und  rechtsprechens  verwilget,    was    der   funff 
orten  gesandten  uff  üdalrici  verschynen  zwuschen  allen  par-  Jnii  4 
thyen  gehandlet  und  für  mittel  uff  irer  d.  gnedigs   gefallen 
abgeredth^),  mit  den  geschicktesten  fugen  anzeigt,  und  ir  f.  d. 

26.  Hb.:  gnedengldich  angafangen. 

1)  Den  Wortlaut  diesefl  Abschieds  s.  bei  Schreiber  III  32  ff;  fenier 
8.  Eidg.  Absch  a.  a.  O. 

2)  S.  Schreiber  ÜI  48. 

3)  Jakob  Meyer  zum  Hirzen,  der  spfttere  Bürgermeister. 

4)  Ihr  Beglaubigungsschreiben  ist  yom  18.  Juli  datiert  und  nennt  nur 
die  swei  Basler,  nicht  aber  den  Schaff hauser;  s.  Schreiber  III  52. 

5)  Diese  YermittlungSTorschlftge  s.  bei  Schreiber  III  35  ff. 


512  Heinrieh  Ryhiner. 

lum  underiheiiigiBten  gebetten,  das  sy  ab  besehehener  under- 
handlang  ein  gnedigs  gefallen  haben,  oueh  in  ansehen  der 
▼ilüaltigen  mug,  arbeyt  und  costen,  so  diae  fnnff  ort  irer  d. 
zu  gants  guttem  nachpuilioben  gfallen  umb  erhaltung  fryden«, 
damit  daa  land  nit  yerhörgt  und  blutveigiessen  [91^]  erspart  ^ 
wurde,  inn  solcher  erporung  uff  des  adels  beger  unyadionen 
gthon,  oueh  furer  ze  thun  gneigt  weren,  iren  gnedigen  willen, 
dise  spenn  gutlich  und  entlich  zu  entscheyden,  dorzu  die  stnff 
der  pursame  zu  der  funff  orten  banden  ze  stellen  und  gnedigk- 
lich  ze  vertruwen;  so  weiten  die  Eidtgnossen  sich  mit  ent-f« 
Scheidung  der  spenn,  oueh  der  straff  gegen  den  underthonen^ 
so  geburlich  halten,  das  ir  f.  d.  sonders  zwivel  ein  gnedigs 
gefallen  darab  haben  sollte. 

Daruff  ir  f.  d.  den  gesandten  mit  antwurt  beg^net:  wie 
sy  ab   der  frundtliohen  underhandlung,   deren  sidi  die  taaSü 
ort  inn  disen  erporungen  geupt,  ein  sonder  guedigs  wolgefallen 
hette;  wolle  oueh  soUohs,  wo  es  sich  zu  beschulden  zutrüge, 
nit  yergessen.    Aber  iren  willen  zu  gutlichem  und  entUehem 
usztrag  ze  geben,  wiewol  sy  den  funff  orten  ze  wilfkm  gneigt, 
iedoch  were  es  iren  der   Ursachen   schwer,    das   iier   d.  die 31 
artigkel,  so  durch  die  funff  ort  in  mittlungswyse  zu  hinl^:aBg 
der  Sachen  für  gut  angesehen,   von   dem   adel   hieyor  über- 
schickt,  die  werend  dermassen  hochwichtig,  das  sy  yerneren 
bedachts,  dann  ir  f.  d.  bitzhar  geschefften  halb  gehept,  oudi 
erkundung  der  landsarten  bedurfftig.    Deszhalb  ir  d.  in  willen,  s 
sich  furderlich  in  ire  vordere  erbland  ze  thun,  gelegenhejt 
allerdingen  selbe  ze  erkunden  unil,  so  das  beschehen,  akdann 
den  funff  orten  obgemelter  beger  ein  so  geburliohe  [92]  ant- 
wurt geben,  das  die  dem  fursten  unverwiszlich  und  den  funff 
orten  gefellig  sin  solte.   Es  hat  euch  ir  f.  d.  den  anstand,  inoji 
Aug.  20.  obberürtem  abscheyd  yergryffen,  yerner  bitz  den  20.  tag  augusti 
erstreckt^)  und  solches  irer  d.  regiment  zu  Ensiszheim  sampt 
irer  d.  antwurt,  den  gesandten  wie  yorgemelt  gegeben,  eigent- 
lich zugeschryben^)«     Es  hat  oueh  ir  f.  d.  der  funff  orten  ge- 
sandten zu  Ougspurg  funff  tag  an  der  herberig  eerlich  und^^ 
cost&y  gehalten  und  so  gnedengklich  abscheiden  Ion,  das  sich 
die  gesandten  dbeins  anderen  yersehen,  daxm  ir  d.  hette  den 
funff  orten  irer  beger  gnedengklich  gewillfort 

26.  Hf.:  in  wüIm  tich, 

1)  Im  Abschied  Tom  14.  Juli  war  als  letstes  Ziel  der  10.  August  be- 
stimmt worden;  s.  Schreiber  HI  47. 

2)  Diesen  Brief,  yom  2.  August,  s.  ebend.  S.  72. 


1525.  513 

Als  sich  aber  mitlei  sitt  zugetragen,  das  der  Schwäbisch 
pund  (darinnen  vyl  fursten,  bischoff,  appt  und  Schwebische 
stett  vergryffen)  sich  wider  die  puren,  so  sich  garnach  durch 
alles  Tutsch  land  erport,  die  selbigen  zu  straffen  und  in  ge- 

s  horsam  se  pringen  mit  einem  wolgerusten  kriegsvolgk  su  rossi 
und  fiiosz  erhept,  euch  die  puren  an  vyl  orten,  als  under 
anderem  im  Würtembergischen  land^]  zu  Herrenberg  ^],  item 
und  zwuschen  Sindelfingen  und  Bäblingen'),  sodan  in  Schwaben 
by    Gimtzenhusen^),   deszglichen   im   Allgow^)   und   vyl  mer 

10  anderen  orten  mit  öffentlichen  veldstritten  und  [92^]  schlachten 
überwunden,  ja  der  puren  inn  Tutschem  land  so  vil  erwürgt 
und  umbbracht,  das  mann  gewuszlich  aeitj  die  zall  der  ent- 
libien  were  ob  den  hunderttusend  mannen,  und  demnach,  was 
der  pursame  uberpliben,  nit  anders  dann  uff  der  herren  gnad 

15  und  ungnad  ufi^enomen,  ouch  hertengklich  an  lyb  und  gut 
gestrafft  worden  —  hat  solcher  der  pursame  unfal  den  Sont- 
gouweren  ein  grossen  schrecken,  aber  hinwiderumb  dem  adel 
ein  grosz  hertz,  halsstarch  und  lust,  ire  puren,  glich  wie  an- 
deren beschehen,  mit  der  that  ze  straffen,  geben.    Dann  es 

20  hat  sich  der  adel  und  ritterschafft  inn  Ober- Elsas  und  Sont- 
gouw,   nachdem  der  anstand  zwischen  inen  und  der  pursame 
ixS  fntag  nach   dem   uffarttag   gemacht*),   und  sy  der  puren  lu  26 
unfal  und  niderlag,  so  inen  allenthalb  begegnet,  vemomen, 
treffenlich  gerust^},   mit  kriegksknechten  beworben,   die  stat 

26  Ennsiszheim  und  ire  schlosz  besetzt,  sich  mit  proband,  muni- 
cion,  tmd  was  zu  der  artallary  und  kriegszubung  not  ist,  zu 
dem  besten  sy  gemogen  versehen.  Aber  dorgegen  sind  die 
Sontgouwischen  puren  (vylicht  des  unnfals  halb,  der  iren  mit- 
bruderen  allenthalb  begegnet)   under  inen  selbs  geteylt   und 

30  Bweyspeltig  worden,    also  das   ein   theyl   der   puren  nit   me 

1)  Dieses  Heisogthum  stund  damals  unter  östreichischer  Verwaltung; 
8.  oben  8.  62. 

2)  Heirenberg,  nordw.  von  Tübingen,  wurde  von  den  Bauern  am 
8.  Mai  eingenommen,  aber  beim  Anrücken  des  schwftbischen  Bundesheeres 
schon  am  10.  wieder  aufgegeben;  s.  St&lin,  Wirtemberg.  Oeseh.  IV  299 ff. 

3)  Zwiseben  Sindelfingen  und  Böblingen,  südw.  von  Stuttgart,  erlitten 
sie  eine  seh  were  Niederlage  am  12.  Mai;  s.  ebend. 

4)  Ghmsenhausen  liegt  nicht  in  Sehwaben,  sondern  in  Franken.  Viel- 
leicht aber  ist  Güniburg  gemeint,  in  dessen  Nähe,  bei  Leipheim,  die 
Bauern  am  4.  April  eine  Niederlage  erlitten;  s.  ebend.  S.  277. 

5)  Im  Allgan  wurde  der  Aufstand  erst  im  Juli  unterdrückt;  s.  ebend. 
S.  306£ 

6)  VgL  oben  S.  505  ff. 

7)  Vgl.  Basels  Brief  Tom  20.  August  an  die  Ostreich.  Regierung  in 
Ensisheim,  bei  Schreiber,  III  91  ff,  auch  Hartfelder  S.  44  ff. 

Bul«r  Chroniken.    VI.  33 


514  Heinrieh  Ryhiner. 

kriegen  toöüenj  aber  an  iiei  henen,  adels  und  rittendiafit, 
gnad  sich  ergeben.  Die  [93]  anderen  haben  solichs  nit  thun, 
sonder  f.  d.  antwurt,  uff  der  funff  orten  beger  se  geben  su- 
gesagt^),  erwarten  und,  obglich  ir  d.  rieh  gnediger  antwoit  nit 
entsdiliessen,  ir  fumemen  mit  der  band  und  gewalt  eroberen  s 
wollen.  Darun  gevolgt,  das  der  puren  rieh  eben  vyl  by  iren 
herren  und  junokhem  widerumb  zug^than  und  von  dem  ge- 
meinen huffen  abzogen  sind. 

Es  hat  ouoh  dem  Sontgouwisohen  huffen  schaden  bracht, 
das  die  MarggräTcr  mit  irem  herren,  wie  da  oben  gehört,  inn  i« 
ein  usitreglioh  yeranlasst  recht  komen  und  irer  spennen  uff 

jvii  (18)  sant  Maxgrethen  tag^}  inn  der  statt  Basell  durch  die  gesandten 
ratsbotten  der  stetten  Straszpurg,  Basell,  Offenbiirg  und  Bry- 
sach  guttlich  und  rechtlich  entscheiden  und  befridiget  worden 
sind.  Dann  der  Sontgouwisch  huff  mit  etlich  Brysigouweren,  n 
so  f .  d.  Yon  Osterich  angehorig  gewesen,  alein  inn  sorgen  9md 
irer  Sachen  unvertragen  pliben  sind. 

▲ug.  20  Und  ab  nun  der  iwentsigist  tag  augusti')  dergestalten 
Terschynen,  das  f.  d.  den  funff  orten,  wie  sy  su  Ougspurg  unn- 
Terwussenliche  antwurt  ze  geben  zugesagt,  khein  bescheyd  zu- » 
geschryben,  und  der  Eidtgnossen  Werbung  weder  yerwilliget 
nach  abgeschlagen,  sonder,  als  die  red  was,  in  das  Wurten- 
bergisch  land  geruckt^),  (daselbst  [93^]  bewarb  sich  ir  d.  mit 
einem  zug,  vilicht  der  meynung  die  Sontgou wischen  mit  der 
Aug.  (23)  band  ze  straffen)  ist  der  adel  und  ritterschafft  glich  den  21.  tag  ^ 
augusti^)  des  morgens,  etwan  ein  oder  zwo  stund  vor  tag,  zu 
Ennsiszheim  harusz  geruckt,  hat  das  dorff  Battenhin  uberÜBillen 
und  geplündert,  der  pursame  etlich  erwürgt,  die  anderen  ge- 
fangen und  wider  sy  gehandlet,  wie  man  dann  inn  kriegks- 
fallen  ze  thun  pflicht*}.  s» 

1)  Vgl.  oben  S  512. 

2)  Ueber  dieses  Datum  Tgl.  oben  S.  510,  A.  8. 

3)  Der  Tag,  bis  wohin  der  Vertrag  yom  14.  Juli  war  yerlingert  worden; 
B.  oben  S.  512. 

4)  Von  Augsburg  sog  Ferdinand  Mitte  August  nach  TClbingen,  wo 
er  3  Monate  lang  blieb;  s.  St&lin  IV  309. 

5)  Vom  21.  August  ist  ein  Brief  der  Bauern  datiert,  worin  diese  über 
allerlei  bisherige  Verletsungen  des  Waffenstillstandes  sieh  beklagen;  si 
Schreiber,  Urk.  i.  Bauernkrieg  III  95  ff«  Den  hier  eriihlten  Ueberfidl 
jedoch  datiert  Hans  Stohi  in  seiner  Gtebweilerohronik  8.  30  erst  auf 
»St  Bartolome  abent«  (23.  Aug.),  und  dieses  Datum  Terdient  wohl  den 
VoTing  Tor  dem  21.  August,  wie  Ryhiner  hat  Denn  auch  die  absehligige 
Antwort  der  Ensisheimer  Kegierung  auf  Basels  Einladung  tu  dem  auf  den 
21.  angesetaten  Reehtstag  erfolgte  erst  am  22.  Aug.;  s.  Schreiber  lU  100. 

6)  Ueber  die  Flucht  nach  Basel,  welche  hierauf  erfolgte,  s.  B.  Chionl  53. 


1525.  516 

Darab  sich  die  pursame  hoch  beschwert.  Deszhalb  sy  ir 
tieffenlich  bottschaffi;  gon  Basel  fui  ein  ersamen  lath  geschickt^)) 
des  uberfials  und  besohedigung  von  dem  adel  ernstlich  beclagt, 
angerufft  und  gebetten:  Diewill  sich  der  adel  anfangs,  als  die 

5  pursame  ir  furnemen  wol  wider  sy  schaffen  mögen,  diser  er- 
porung  und  spönnen  uff  die  Eidtgnossen  zu  gutlichem  und 
rechtlichem  usitrag  bewilliget,  daruff  die  puren  uss  dem  Teld 
gesogen  und  inen  das  recht  hierumb  wol  und  wee  thun  lassen 
nach  gutwillig  weren,    das   dann  ein   statt  Basell  dem  land 

10  und  den  armen  lütten  zu  gut  nochmals  so  wol  thun  und  den 
adel  und  ritterschafit  dem  verwilligten  rechten  nachzekomen 
und  irer  dhatlichen  handlung  abzeston  yermogen  wolten.  Dann 
wo  das  nit  beschechen,  so  kondthen  sich  die  armen  lut  nit 
also  erwürgen  und  fahen  lonn,  sonder  muszten  sy  widerumb 

i&zusamen  [94]  ziehen,  sich  in  ein  gegenwer  schicken.  Wan 
dann  das  selbig  an  die  band  genomen,  were  sich  gewussers 
nut  ze  versehen,  denn  das  zu  grossem  blutvergiessen  und  yer- 
hergung  des  lands  dienen  wurde. 

Uff  solich  ansuochen  hat  ein  ersamer  rath  der  statt  Basell 

20  ditz  anbringen  ilends  iren  gemeinden,  so  man  nempt  die 
sechst),  furgehalten,  und  mit  inen  ein  bottschafft  gon  Ensisz- 
heim  zu  dem  regiment  und  adel  ze  schickien  und  ernstlich  irs 
tätlichen  fumemens  abzeston  ze  vermanen  erkhandth  und  be- 
schlossen.  Es  ist  euch  hieby  geratten:  diewyl  sich  dise  hand- 

i5  lung  also  erzoige,  das  ze  besorgen,  es  mochten  das  Elsas  und 
Sontgouw  verderbt  und  inn  eschen  glegt  werden,  das  aber 
einer  stat  Basel,  euch  gemeiner  Eidtgnoschafft  (der  kornkast 
und  winkeller  sy  weren)  nit  lidenlich,  das  dann  ein  stat  Basell 
nunme  schnei  und   on  Verzug  gemein  Eidtgnossen  alhar   uff 

10  den  ersten  tag  septembris  ze  beschryben'),  inen  dise  handlung,  8«pt.  i 
und  was  einer  stat  Basel  an  verenderung  diser  landen  gelegen, 
anzeigen  und  mit  irem  rath  und  hilff  insehens  thun  selten, 
damit  blutvergiessen  erspart  und  die  lender  nit  verderbt  wurden. 
Das  alles  ist  beschechen,  die  Eidgnossen  [94^]  gemeinlich  sind 

(5  von  ort  zu  ort  beschryben  % 

17.  Hb.:  su  g;roMem  blntreigiessnng  und  ferhergiing. 

1)  Sie  hatten  in  Basel  ibre  Gesandten  schon  seit  dem  21.  Augast, 
wegen  des  angesetzten  Rechtstages;  s.  F.  Burckhardt  8. 102. 

2)  Der  aus  den  Sechsern  der  Zünfte  bestehende  Grosse  Rath. 

3]  Ueber  diesen  Tag  zu  Basel,  der  bis  9.  Sept.  wfihrte,  s.  Eidg. 
Abflch.  IV  1  a,  S.  767  ff. 

4)  Diese  Briefe  sind  yom  24.  Aug.;  s.  ebend.  S.  761. 

33* 


516  Heinrich  Ryhiner. 

E8  sind  oueh  gon  Ensiszheiin  ze  ritten  verordnet  worden 
von  kleinen  und  grossen  rathen  der  stat  Basell,  namblich  die 
fromen  Testen  fursiohtigen  ersamen  und  wysen  her  Heinrich 
Meltinger  burgermeyster,  Wolfl^angHutschin  und  Joder  Brand  ^), 
aUe  des  raths,  und  von  den  seohsen  Bemhart  Meiger^)^  Jacob  i 
von  Eylchen')  und  BudolfF  Supper  ^).  Die  habend  sich  des 
obgemelten  tags^)  erhept,  gönn  Rnsisghein  geritten  und  mom- 
Aug.  (24)  diss  den  21.  tag  augusti<^)  mit  dem  regiment,  adel  und  ritter- 
schafft  gehandlety  wie  naohvolgt^). 

Anfangs  habend  gemelte  verordneten  dem  rq^ent,  adeli» 
und  ritterschafft  eins  ersamen  raths  der  statt  Basell,  von  dem 
sy  zu  inen  volgender  Sachen  halben  gesandt,  fruntÜchen  und 
willigen  dienst  anzeigt,  und  darby  wyther  enteokt:  Ein  er- 
samer  rath  der  statt  Basell  sye  zwyvels  on,  sy  die  herren  vom 
regiment,  adel  und  ritterschafi  hottend  nach  in  frischer  ge-  ^ 
dechtnüs,  das  sy  anfangs,  do  sich  die  erporung  zwuschen  inen 
dem   adel   und  pursame  zugetragen,  ir  treffenliche  [95]  bot- 
schafit  zu  dem  zweyten  mal,  nemlich  des  ersten  her  Hannsen 
Tmber  von  Gylgenburg  rittern  statthalteren^)  und  Hana  Jacoben 
Waldner,  und  zu  dem  anderen  mal  Hansen  Bechtolden.  von^i 
Bynach   und   Hans  Jacoben  Waldneren,    für'  einen    ersamei 
rath   loblicher   stat  Basell   geschickt*)  und  zu  dem  trungen- 
lichisten  angerufft  und  gebetten  betten,  in  den  selben  schweren 
louffen  ein  truw  uffsehen  uff  sy  ze  haben,  inen  rathlich  und 
hilfflich  ze  sin,  damit  vermelte  erporung  zu  ruwen  geprachti» 
Darby  sy  ouch  ein  stat  Basell  der  erbeinung  zu  dem  höchsten 
vermant  und  damit  ein  stat  Basell  bewegt  hetteuj  das  sy  zu- 

19.  Hb.:  Oylgengboig. 

1)  Theodor  Brand,  der  sp&tere  BOrgermeister. 

2)  Ueber  B.  Meyer  tum  Pfeil,  den  spftteren  BOrgermeister,  e.  oben  S.  386. 

3)  Vermuthlioh  ein  Sohn  des  1503  yerttorbenen  Rathahezm  d.  N^ 
der  zum  Schlatsel  sflnftig  war;  8.  B.  Chron.  IV  404,  A.  5. 

4)  Dieser  wurde  1526  Zunftmeister  der  Brodbeeken. 

5)  Also  nach  Ryhiner  am  21.  August,  oder  richtiger  am  23.;  a.  oben 
S.  57,  A.  1. 

6)  Dieses  Datum  stimmt  nicht  einmal  lu  Ryhiners  Bericht.  Wohl 
richtiger  wäre  der  24.  August;  s.  die  yorige  Anm. 

7)  Die  nachfolgenden  Eröffnungen  der  Basler  Gesandtschaft  atimmea 
s.  Th.  wörtlich  mit  ihrer  noch  erhaltenen  Instruction  im  St.  A.,  Bd.  L  169  1. 

8)  Ueber  Hans  Imer  von  Gilgenberg,  Basels  froheren  Bürgexmeister, 
der  jetit  Statthalter  des  östr eichischen  Landvogts  war,  Tgl.  oben  &  13,  A.  4. 

9)  Ueber  diese  zwei  Gesandtschaften,  von  welchen  die  erste  Anfangs 
Mai,  und  die  iweite  am  25.  vor  Rath  erschien;  vgl.  oben  8.  44,  femer 
Meltingers  Bericht,  bei  Schreiber  II  137  ff. 


1525.  617 

Yordrist  £  d.  von  Osterich  zu  undeithenigem  geÜEtUen,  gemeinem 
adel  und  rittei8cha£ft  (die  selbiger  zytt  nit  in  kleiner  vorcht 
und  sorgen,  diewyl  sy  von  niemandem  dhein  hil£f  hatten, 
stunden)  zu  gut  und  trost  gutwillig  undemomen,  die  pursame 
s  der  selbigen  zyt^  do  sy  iren  willen  gegen  dem  adel  schaffen 
mögen,  irs  furnemens  abgestelt  und  uff  das  zusagen,  so  sy  zu 
beden  syten,  der  adel  in  f.  d.,  ouch  sin  selbs  namen,  und  die 
pursame  dergestalten  gthon,  das  sy  den  dryen  orten  Zürich, 
Basel  und  Solothornn,  ouch  andern  Eidtgnossen,   so  sich  mit 

10  bemelten  [95^]  dryen  orten  diser  Sachen  beladen,  gutlich  inn 
iien  speimen  zu  handien  und,  wo  die  gutlicheit  nit  yerfahen 
wurde,  alsdann  die  selbigen  mit  recht  ze  entscheiden,  an- 
heimsch  us  dem  yeld  ze  ziehen,  bethediget  hette  ^).  Und  wie- 
wol  der  schryffUioh  anstall,  der  inen  den  funfiten  tag  junii  Juki  5 

15  anno  25  zugeschickt^)  —  Ton  wegen  das  der  schryber,  wie  sich 
der  adel  nit  inn  die  gute  alein,  sonder  ouch  zu  dem  rechten 
verwilliget,  dhein  wussen  gehept  —  des  rechtlichen  üstragk 
nit  meidung  thette*),  so  were  doch  die  warheyt,  das  sy  die 
harren  vom  regiment,  adel  und  ritterschafit  von  wegen  f.  d. 

70  Ton  Osterich,  dorzu  ir  selbs,  zu  gutlicher  und  rechtlicher  hand- 
lang fry,  on  Torbehaltung,  bewilligt  betten^).   Wiewol,  ab  der 
tag  uf  Udalrici  zu  Basel!  geleistet  worden  5),  hetten  sich  dieJQU4 
harren  vom   regiment   und  adel  im  artigkel   des   selben  ab- 
scheids,  anfohende   »Als  aber  f.  d.  regimentsherren«^'),  lutter 

35  entschlossen  und  begeben:  was  sy  für  ire  personen  berurte  und 
sy  zu  berechtigen  hetten,  das  sy  darumb  gutlicher  underhand- 
lung  und,  so  aber  die  gutlicheit  nit  verfahen  wurde,  alsdann 
der  Eidtgnossen  rechtlichen  entscheids  darüber  zu  erwarten; 
doch  f.  d.  weitend  sy  nutzit  hingeben,  nach  [96]  verthedinget 

30  hetten.  Daruff  nun  der  spann  des  rechtsprechens  im  selben 
abscheid,  beden  theilen  an  irem  rechten  und  beschehenen  ab- 
scheid und  zusagen  unabbruchig,  nebendsich  gesteh.  Und  als 
dar  Sachen  zu  gut  und  umb  fridens  willen  die  gesandten  der 
funff  orten  7),  nit  mit  kleiner  müg,  arbeit  und  oosten,  etliche 

32.  Hl.:  absdieid  and  «mahgiii. 

1)  Ueber  Basels  Yennittlung,  Tom  25.  u.  26.  Mai,  vgL  oben  8.  505  ff. 

2)  Den  Abschied  Tom  5.  Juni  s.  Eidg.  Absoh.  IV  1  a,  S.  677  ff. 

3)  Ueber  die  Ursache  dieses  Versehens  s.  Basels  Brief  yom  19.  Juni 
an  die  Begierung  lu  Ensisheim,  in  Eidg.  Abseh.  IV  la,  6.  737. 

4)  VgL  oben  S.  506  die  Verhandlungen  yom  26.  Mai. 

5)  V^.  oben  S.  510. 

6)  Diesen  Artikel  des  Abschieds  Tom  14.  Juli  s.  bei  Schreiber  III  34. 
7]  Die  Namen  dieser  5  Orte  b.  oben  8.  511. 


518  Heinrieh  Ryhiner. 

• 
mittel,  80  8y  SU  hinlegung  irer  und  der  pursame  spannen  far 
gut  und  fruchtbar  sin  bedunckt,  beratschlagt^),  und  umb  willen, 
das  es  des  rechtsprechens  dheiner  witeren  erörterung  bedorffte, 
ein  bottsobaffl;  su  f.  d.,  die  selbige  umb  bewilligping  enntlichei 
handlung  umb  ergebung  der  pursame  straff  ansesuochen,  ver-  i 
ordnet.    Da  die  f.  d.  die  selben  hotten  gnedengklich  empfiemgen, 
ouch  sich  yememen  lassen,  wie  sy  ab  der  funff  orten  undei- 
handlung  ein  gnedigs  gefallen  trüge,  hette  ouch  die  artigkel, 
inn  mitlungswyse  für  gut  angesehen,  behendigt     Diewil  abei 
die  selbigen  hochwichtig,   und  irei  d.  der  vorderen  eiblaadeni^ 
arten   sich    withei   ze   erkunden  not,   were  ir  d.  wiUens  sich 
fuiderlich  inn  ire  vordere  land  se  thun,  withem  bericht  ze 
empfohen  und,  wo  not,  den  ougenschin  erlernen,  und  demnadi 
den  funff  orten  antwurt  geben  wolte,  die  irer  d.  unverwissen- 
lieh  und  den  funff  orten  gefellig  sin  solt>).    Diewyll  [96^]  nunu 
die  f.  d.  von  Osterich  dits  unverwissenliche  antwurt  den  funff 
orten  nach  nit  geben,  sonder  man  deren  inn  kunffUgem  warten 
were,  darsu  der  spann  des  verwilligten  rechtens  im  gemelten 
abscheid  iedem  theill  an  sinem  rechten  unverletzlich  nebend- 
sich  gesteh  3),  und  dann  das  gleyt,  so  sy  die  herren  vomr^-% 
ment,  adel  und  ritterschafft  der  pursame  mit  iren  furgetruckten 
siglen  bewart  von  wegen  f.  d.  und  für  sich  selbs  gegeben^), 
sich  bitz  zu  end   der  Eidtgnossen   underhandlung    erstrackte 
—  welich  gleyt  im  lotsten  abscheid,  daa  es  by  krefflen  pliben 
solle,  im  artigkel  » Nemblich  das  diser  anstand  <  ec.  lutter  toi-  r 
behalten^},   und   aber    der   Eidtgnossen    underhandlung,  von 
wegen  das  f.  d.  ir  unverwissenlich  antwurt  nach   nit  geben, 
ouch    der   span   des   rechtlichen  entscheids  nach  unerörieret, 
nach  nit  zu  end  gloffen  —  darumb  das  vermelt  ir  gegeben  gleit 
nach  by  krefften,  also  das  inen  vom  adel  und  ritterschafit  nit%) 
gebure   nach   zur   zit  utzit   thattlichs   wider   die  pursame  xe 
handien.     So  sy  dem  allem  nach  in  namen  eins  ersamen  raths 
der  stat  Basel  ire  der  gesandten  gantz  fruntlich  bitt  und  beger, 
das   sy   die  herren  vom  r^ment,    adel   und  ritterschafft  zu 
hertzen  nemen,  erwegen  und  bedencken,  wie  sy  mit  irem  zwi-  35 
fiachen  ansuochen  ein  statt  Basell  inn  dise  handlung  gepraeht, 

8.  Hb.:  «in  gnedigi  gefUleu.  18.  Es.:  dM  Tenrillgten  reokiens. 

J)  Diese  Vorsohl&ge  8.  bei  Sehreiberlll  35  ff. 

2)  Vgl  oben  8.  512  ff. 

3)  8.  Schreiber  m  34. 

4)  Vgl.  oben  8.  506. 

5}  S.  Schreiber  III  47. 


1525.  519 

und  was  verwiBsens  einei  stat  Basel  [97]  usz  dem,  das  sy  doch 
alein  uff  ir  ansuochen,  begem  und  yerwilligen  mit  der  pui- 
same  gehandlet,  diewyll  der  pursame  das  selbig  yom  adeÜ  nit 
erstattet,  begegnen  wolle;  ouch  den  schweren  costen,  mug  und 
5  arbeit,  so  ein  stat  Basell  inen  zu  gut  diser  erporung  halb  er- 
litten und  gehept.  Und  wollend  im  thätliehen  handlung,  so 
sy  gegen  der  pursame  ietzt  angefengt  und  furgenomen,  abston 
und  nachmals  ein  witteren  tag,  zwuschen  inen  und  der  pur- 
same ze  handien,  den  funff  orten  yerwilligen.     So  wollend  sy 

10  mit  hilff  gottes  sich  so  truwlich  und  ernstlich  bearbeiten,  das 
sy  gentzlich  yerhoffen,  alle  spenn  und  irrung  mit  gutten  fugen 
hin  und  ab  weg  ze  thun,  damit  yerhörg^ung  des  lands  (so  einer 
Eidtgnoschafft  und  in  sonders  der  stat  Basell,  darzu  inen  selbs 
unlidlich)  underlassen  und  yerner  blutyergiessen  erspart  und 

15  foikomen.  Wann  dann  einer  stat  Basell  diser  beger  gewilfort, 
wollend  sy  dester  gneigter  sin,  f.  d.,  dem  regiment,  adel  und 
ritterschafit  auch  hienach,  ob  sich  glich  das  gluck,  so  ietzt  inn 
des  adels  banden  stunde,  yon  inen  (als  möglich)  zu  der  pur- 
same wenden  solt,  dienstlichen  willen  ze  bewysen,  mit  mer 

20  fxuntlichen  werten. 

Dorgegen  die  regenten,  adel  und  [97^]  ritterschafil  den 
gesandten  der  stat  Basell  in  namen  irer  herren  und  obem  zu 
dem  firuntlichesten  ghapter  mug,  arbeyt  und  costens  bedanokt, 
und  habend  sich  solches  umb  ein  stat  Basel  ze  beschulden  er- 

25  betten,  ouch  wither  darby  gemeldet:  Diewyll  die  puren  den 
adel  und  ritterschaffb  yon  irem  yatterlichen  erbgut  eignen  ge- 
walts,  freyeis  und  mutwillens,  on  eryolgung  alles  rechten  yer- 
jagt  und  yertriben,  dorzu  dhein  anstand  nie  gehalten,  ouch 
f.  d.   stat  Ensiszheym  uffgeyorderet^),    geistlich   und   weltlich 

30  wider  alle  billicheit  beschedigt,  so  were  f.  d.  wyll  und  meinung, 
die  pursame  ires  mutwilligen  bösen  furnemens  ze  straffen.    Und 
so  dann  der  anstal,  den  f.  d.  bitz  den  zwentzigisten  tag  augusti  Aug.  20 
volstreckt^),  uszgangen  und  yerschinen,  so  geburt  inen  gantz 
und  gar  nit,    einichen  withern  anstand  oder  tagsatzung  an- 

35  zenemen,  sonder  muszten  sy  f.  d.  beyelch  nach  mit  straff  g^en 
den  puren  furfaren.  Deszhalb  ir  bitt,  das  ein  stat  Basell 
solichs  nit  yerargen,  sonder  im  besten  annemen  weiten. 

Daruff  die  gesandten  der  stat  Basell  wither  geantwurtet: 
Diso  antwort  sy  der  regenten  und  adell  zusagen,  hieyor,  wie 

11.  Hs.:  spenn  nnd  ixtnng.  18.  Hb.:  und  rittenehaift  nnd  hitnMb. 

1)  Vor  Ensisheim  waren  sie  am  4.  Mai  ersehienen;  8.  Hartfelder  S.  35. 

2)  Vgl  oben  S.  512  u.  514.     n 


520  Heinrieh  Ryhiner. 

gehört  ist,  inn  irem  erBien  furtrag  beschechen,  [98]  ouoh  dem 
gegebnen  gleyt  unglich.  Und  so  sy  Tom  adel  des  willens  ge- 
wesen, were  einer  stat  Basell  am  liebsten  gsin,  das  sy  ein  er- 
samen  rath,  sich  diser  handlung  ze  undendehen,  anfengklieh 
iinersuocht  und  zu  ruwen  gelassen,  damit  ire  herren  die  pur-  s 
same  nit  uss  dem  veld  belediget  ^),  sonder  in  irem  fumemen 
furCaren  lassen,  damit  ein  ersame  stat  Basell  yetxunder  von 
den  puren  dhein  yerwysens  haben  dorfft  Zu  dem  kondten 
die  verordneten  nit  gedencken,  das  die  f.  d.  inen  die  iren  se 
straffen  und  also  thattlich  gegen  inen  ze  handien  bevelch  su-  t% 
geschryben,  in  ansehen  das  sy  den  Eidtgnossen  ir  unverwissen- 
liche  antwurt  nach  nit  geben  und  also  nach  nutzit  abgeschlagen 
hette.  Deszhalb  einer  stat  Basell  verordneten  beger:  es  wolte 
der  adell  nach  hutbytag  das  harkomen  diser  sacken,  ir  gthon 
zusagen,  gegeben  gleit  und  anders,  wie  obstat,  euch  bedeneken,  u 
so  die  buren  inen  glich  vill  schaden  zugefugt,  das  der  add 
des  aUen  im  rechten  woU  wider  ergetzt  werden  möcht,  und 
den  Eidtgnossen  wither,  wie  vor  begert,  ze  handien  verwilligen, 
oder  inen  den  gesandten  f.  d.  bevelch,  dermassen  mit  den  armen 
lütten  ze  handien,  erzoigen  wölten.  > 

Hiewidei  die  regenten  imd  adel  [98^]  geantwuitet:  Sy 
habend  ietzt  eben  vylmal  verstanden,  wie  sy  für  die  f.  d.  und 
sich  selbs  zu  rechtlichem  usztrag  verwilliget  imd  zugesagt 
haben  sollen;  dessz  sy  doch  gantz  nit  gestanden.  Es  syend 
euch  iren  vil  da,  die  eyd  schweren  dörften,  das  solichs  nie  ir  s 
wyll  nach  meynung  ze  thund  gsin  sye;  habends  oueh  nit 
gthon.  Das  reden  sy  als  &om  lut,  die  euch  gern  die  warheyt 
bruchen,  wollend  doch  hiemit  niemanden  gescholten  han.  Es 
redt  euch  der  von  Gylgenberg  hieby:  »Ist  es  geredth  und  ver- 
willigt, so  ist  es  doch  nit  in  unserm  gemüt  nach  hertaen  gdn  <. » 
Und  als  dann  die  gesandten  der  stat  Basell  inen  f.  d.  bevdch 
zu  erzoigen  begerten,  were  von  unnöten;  dan  als  wenig  sy  vom 
adel  ein  stat  Basel  solcher  dingen  ze  ersuoehen  ketten.  Der 
fürst  straffe  die  sinen  und  handle  gegen  inen,  wie  sy  woll 
verschuldet  und  sin  d.  ze  thun  gut  fug  habe.  Und  wiewol  sy  ss 
die  legenten  und  adel  gut  fug  und  ursach  haben,  gegen  der 
ufi&urigen  pursame  mit  straff,  wie  angefengt,  die  f.  d.  furae&ren 
Ion  tmd  nit  ze  verhindern,  iedoch  einer  stat  Basell  su  ge- 
fallen habend  sy  sich  entschlossen:  sover  sich  die  puren  uff 
gnad  und  ungnad  nach  inhalt  des  Heugou wischen  vertragksi« 

84.  Hl.:  vad  kandlm  gegwn  inen. 
1)  Vgl  oben  8.  506. 


1526.  521 

ergeben^),  das  sy  die  also,  und  sunst  zu  dheinei  withein  tag- 
leistung,  annemen  wollen. 

Daiuff  der  stat  Basell  gesandten  [99]  wither  geredt:  Das 
sy  ein  gross  befrömbden  hetten,  das  die  regenten  und  adel 
sires  gethonen  zusagen  dhein  wussen  haben  wolten,  »so  doch 
ein  warheit,  das  ich  (sagt  her  Heinrich  Meltinger  burgermeyster) 
am  fritag  nach  dem  ufEuttag,  hie  in  diser  Stuben,  als  ir  alein  mu  26 
für  uwer  personen  und  nit  von  wegen  f.  d.  zu  usztreglichen 
rechten  yerwilligen  weiten,  zu  uch  öffentlich  redet:  wo  ist  nun 

10  uwer  fürst,  wer  hilfft  uch  ietzt?  wond  irs  nit  thun  (verstand, 
inn  das  rechtsprechen  yerwilligen)  so  sagends,  das  wirs  den 
puren  anzeigen;  dann  wir  nieman  yerkurtzen  wollen.  Daruff 
uwer  vier  oder  funff  die  kopff  zusamen  stiessend  und  redten 
glich:  lieben  herren,  es  hat  nit  den  verstand;  wie  irs  begeren, 

15  also  wollend  wir  es  annemen'].  Das  haben  ir  also  verwilligt; 
das  red  ich  (sagt  genanter  her  burgermeister]  und  wenn  ich 
iets  von  diser  zyt  scheiden  solt!  Zu  dem  sind  ir  doch  uff  dem 
gehaltenea  tag  zu  Basell  anred  und  bekandthlich  gsin,  das 
ir  uch,  umb  sovil  und  uwere  personen  treff  und  ir  ze  berechten 

20  haben,  zu  gutlicher  und  rechtlicher  underhandlung  uff  die 
Eidtgnossen  verwilget^}.  Nun  sagend  ir  witter,  die  f.  d.  straff 
die  iren,  das  ir  nit  verhinderen  können.  Das  ist  uns  ein 
seltzams;  dann  aUes,  was  wider  die  puren  gehandlet,  thund  ir 
selbs  und  die  uwern,  und  nit  [99^)  der  fürst.    Dann  die  f.  d. 

25  hat  den  Eidtgnossen  nach  nit  geantwurtet  und  deszhalb  nutzit 
abgeschlagen.  So  ist  niemands  frömbder  im  land;  aber  ir 
handien  wider  die  armen  lut,  wider  uwer  gegeben  gleyt  er- 
würgend ir  sy.  Ir  hencken  sy,  fahend  und  erwürgend  sy,  das 
woU  zu  erbarmen  ist.    Und  diewyl  ir  dann  unsem  herren  nit 

30  wilforn,  euch  die  buren  nit  anders  dann  lut  des  Hegouwyschen 
vertragks  uff  gnad  und  ungnad  annemen,  wollend  wir  solichs 
unsem  herren  der  stat  Basel  anbringen,  euch  den  buren  uwer 
gemut  anziehen,  und  was  gfallens  unsere  herren  ob  beschehener 
handlung  empfohen,  inen  heimsetzen!«     Damit  die  gesandten 

35  der  statt  Basell  abgescheiden. 

Das  regiment,  adell  und  ritterschafft  habend  der  stat  Basel 
so  eerlich  treffenlich  bottschafit  ditzmals  gantz  unfruntlich  ge- 
halten, inen  weder  den  wyn  geschenckt,  nach  geselschafft  in 

• 

1)  Die  harten  Friedenibedingungen,  welehe  im  Juli  der  Sehwftbisehe 
Bund  den  besiegten  Bauern  des  Hegau  stellte,  s.  unten  8.  523. 

2)  Vgl  oben  S.  506. 

3)  S.  den  Absehied  vom  14.  Juli  bei  Schreiber  III  34,  und  oben  S.  517. 


522  Heinrioh  Ryhiner. 

der  herbeig  geleistet,  wie  sy  dann  davor,  als  dei  schieck  inn 
inen  was,  gants  fruntlioh  und  vilfaltig  gthonn  hatten.  Welichs 
ein  ersamen  rath  dei  stat  Basell  grosslich  yerdxossen.  Den- 
halb  ir  streng  ersam  wyssheit,  nachdem  dise  hotten  wider  an- 
heimsch  komen,  wassE  sy  mit  dem  r^;iment  [100]  und  litter-  % 
schafft,  wie  da  vorstat,  gehandlet,  beden  kleinen  und  grossen 
räthen  erzalt j  erkhandt  haben:  das  ein  stat  Basell  dem  legi- 
ment  Ton  Enssheim  nun  hinfur  su  ewigen  litten  den  wjn,  so 
sy  harkomen,  niemergmer  schencken  nach  yereren,  sonder  aller 
^ser  handlung  und  schmach,  so  einer  stat  BaseU  yon  demi« 
adel  ietst  begegnet,  solte  man  ingedenck  sin  und  sich  kixnff- 
tiger  litt,  so  das  regiment  und  adel  utiit  ann  ein  stat  Basell 
begem,  des  adels  nit  me  beladen,  aber  iren  mussig  gonn^). 

Es  ward  euch  von  den  gesandten  anzeigt,  wie  der  adell 
des  tags,  als  dise  hotten  Tonn  Ensissheim  Mulhusen  sn  ritten  i& 
wollen,  dry  puren  an  einen  boum  an  der  strasE,  da  dise  ge- 
sandten yerritten  müssten,  hencken  lassen.  Ob  das  den  Ter- 
ordneten  von  Basell  su  lieb  oder  trats  beschechen,  mocht  man 
nit  wussen. 

Es  ist  euch  der  pursame  im  Sontgouw,  die  iren  treffen- 2b 
liehen  usssschuts  und  bottschaffl;  inn  der  stat  Basel  gehept^), 
was  by   dem  adel  gehandlet  und  wie  nunme   dhein  anders 
vorhanden  sye,  denn  das  sy  sich  uff  f.  d.  und  des  adels  gnad 
und   ungnad  ergeben,    den  Heugouwischen  yertrag  annemen, 
oder  sich  selbs  mit  der  gegenwer  des  adels  entschütten  mussten,  s 
anzeigt  worden.     [100^]  Daruff  die  pursame  einer  stat  Basel 
aller  gehapten  mug,   arbeit  und  costen  zu  dem  fhmtliohisten 
gdanckt  und  gebetten:  diewyl  der  adell  sin  zusagen,  des  reoht- 
sprechen  halb  gthon,  lougne  und  nit  halte,  und  sy  aber,  was 
sy  zugesagt,   gern  halten,  euch  inen  recht  wol  und  we  thunsi 
lassen  weiten,  doch  solichs  ir  ubergnugsam  erbieten  nit  wolle 
von  inen  angenomen  werden,  deszhalb  sy  getrengt  sieh  wider 
ze  huffen  und  zu  veld  geschlagen  —  das  dan  ein  stat  Basell 
sy  nit  verlassen,  sonder  alweg  für  bevolhen  haben  und  nach- 
mals verhelffen  wolle,  damit  die  sach  zu  friden  gepracht;  dann» 
schlecht  so  wollend  sy  die  schantliche  Hegouwische  rielitnng 
nit  annemen,  sonder  ee  alle  den  tod  darüber  liden. 

Es  was  ein  schwere  richtung,  so  die  armen  lut  im  Hegouw 
angenomen;  und  diewyl  solche  nit  mer  erhört,  hat  uns  gelieben 
wollen,  deb  inhalt  selbiger  inzeschryben.  m 

1)  Dieser  Rathsbesohluss  findet  sieh  nicht  hn  Erkanntnissbaeh. 

2)  Vgl.  oben  8.  615. 


1525.  523 

Aitigkel,    80  der  pundt^]   gegen  der   puisame  brudei- 

schafft  straf fBwjBe  furgenomen^}. 

Anfangs  sollend  sich  die  puren  [101]  an  irer  herren  gnad 
und  ungnad  ergeben,  alle  gewer,  hämisch  und  buchsen  den 
5  oberkeyten  zu  banden  stellen,  und  niemermer  keyne  haben 
nach  tragen  on  wissen  der  oberkeyt. 

Zu  dem  andern  sollend  sy  globen  und  schweren  iren 
herren  und  oberkeiten  alles  das  ze  thun,  wie  von  alterhar  Ton 
inen  beschechen  ist,  und  niemer  inn  dhein  bruderschafft  oder 
10  geselschafit  zu  komen ,  oder  einiche  puntnis  wider  ir  ober- 
keyten zu  ewigen  zytten  furnemen  oder  machen,  und  dheinen 
anderen  vertrag  bewillgen  oder  annemen. 

Zum  dritten  sollend  sy  sich  umb  den  uberzug  und  schaden 
mit  iren  oberkeiten  on  alles  uszziehen  yertragen,  und  on  alle 
15  entgeltnus  wider  insetzen. 

Zum  yierdten  sollend  sy  dem  fursten  usz  Osterich  umb 
den  uberzug,  den  sy  im  haben  zugefugt,  von  einem  yegklichen 
husz  insonderheyt  sechsz  gülden  geben  on  alles  verziehen,  damit 
die  herschaflEten  mit  brand  und  nam  nit  verbergt  werden. 
20  Zum  funAen  sollend  sy  die  jhenen,  so  principal,  und  die 
mutwilligen,  so  dise  erborung  uffgericht  und  gefurdert  haben, 
dem  pund  uberantwurten  und  zu  banden  stellen. 

[101^]   Zu  dem  sechsten,  welcher   abtrinnig  und  uszwyt 
sich  fluchtig  macht  und  in  die  straff  nit  ergeben  wül,  dem 
25  selben  soll  man  wyb  und  kindt  nachschicken,    sin  hus   ab- 
brechen, verbrennen,  und  niemergmer  zu  gnaden  uffhemen. 

Zum    sibenden   so   wirdeth   man  liit  verordnen,    die  die 
glocken  usz  den  kylchen  thun,  die  kylchthurn  und  kylchhoff 
abbrechen. 
30         Zu  dem  achten  soll  man  das  entwert  gut,  so  den  kylchen 
genomen,  widerumb  uberantwurten. 

Ditz  obgemelt  artigkell  sollend  die  puren  globen  und 
schweren  zu  eewigen  zitten  zu  halten  und  niemerg  darwider 
ze  thun. 

35         Und   als  nun   die    Sontgouwischen   puren   dise  artigkell 
nit  annemen  wollen,  habend  sy  sich  von  stund  an  erhept  und 

8.  Es,:  wie  Ton  alUr  hur. 

1)  Der  Sohwftbisohe  Bund,  dessen  Heer  gegen  die  Bauern  zu  Felde 
gesogen  war;  Tgl.  oben  S.  521,  A.  1. 

2)  Vgl.  bei  Sehreiber,  Urk.  s.  Bauernkrieg  HI  3  ff,  den  Unterwerf ungs- 
vertrag  der  Qrafsehaft  Fürstenberg,  der  die  hier  folgenden  8  Artikel  eben- 
falls enthftlt. 


524  Heinrich  Ryhiner. 

sind,  uff  das  best  sy  gemogen  geiust,  gon  Habsdieim  *)  su- 
samen  geiogen^). 

Und  wie  davor  gesagt,  das  die  Sontgouwischen  puien 
inn  syt  des  anstands  under  inen  [102]  selbs  sweyspeltig  und 
getheUt  worden'),  das  hat  inen  selbs  grossen  schaden  und  nach-  s 
teil  gebracht.  Sy  habend  ouoh  ir  selbs  trennung  erst  diser  litt 
befunden,  da  sich  die  handlung  su  einem  ernst  geschickt. 
Dann  als  sy  sich  ietst  su  der  wer  insohicken  und  yermeint, 
sy  wurden  alle,  wie  sy  Busamen  geschworen,  inn  lieb  und  leid 
by  einanderen  pliben,  sind  die  stet  Thann,  Altkylch,  Watrt» 
wyler  und  Sennhin  von  den  puren  abgetretten,  den  eide,  so 
sy  davor  susamen  gthon,  ufl^^esagt  und  sich  zu  dem  adel  ge- 
henckt.  Es  habend  euch  des  bischofi  von  Strasipurgs  under- 
thonen  der  Obern  Montat,  desglichen  die  pursame  lu  Beffert, 
Rosenfelserthal  und  vyl  andere  sich  an  ire  herren  ergeben,  u 
also  das  alein  das  landvolck  im  Sontgouw  (von  denen  denocht 
euch  vill  abgeCallen  und  lu  dem  adel  kernen  waren)  by 
einanderen  pliben^). 

1)  1  St  Ö8tl.  Ton  Malhauisn. 

2)  Ueber  ihre  weiteren  Unternehmungen  s.  Hartfelder  8.  47  ff. 

3)  Vgl.  oben  8.  513. 

4)  Ueber  den  Auegang  dieses  neuen  Aufstandes  s.  P.  Burekhardt 
S.  116  ff.  —  Die  Ursaohe,  warum  derselbe  hier  fehlt,  s.  oben  8.  455  ff. 


Allgemeine  Beilage. 

Die  Bathsb es atznngen 

der  Jahre  1482  —  1532. 


Die  RathsbesatBungen  des  XIY  Jahihunderts,  soweit  sie 
noch  erhalten  sind,  wurden  im  yoiigen  Bande  yeiöffentlioht^)), 
und  diejenigen  des  XY,  bis  1481,  finden  sich  bei  Sehönbeig^). 
Da  nun  dei  Inhalt  des  yoiliegenden  Bandes  yorzugsweise  den 

5  Ausgang  dieses  und  den  Anfang  des  XYI  Jahrhunderts  berührt, 
so  wird  es  nicht  unpassend  erscheinen,  wenn  wir  hier  als  all- 
gemeine Beilage  einen  weiteren  Theil  dieser  Rathsbesatzungen 
folgen  lassen,  nämlich  yon  1482  an  bis  sur  Reformation.  Den 
Sieg   dieser   letzteren  Bewegung   bezeichnet   der   Bildersturm 

10  Tom  Februar  1529,  der  auch  eine  eingreifende  Aenderung  des 
Raths  zur  Folge  hatte ^j.  Vier  Jahre  sjMlter  jedoch,  im 
Februar  1533,  folgte  eine  neue  Verfassungsänderung^},  und 
diese,  die  durch  den  im  Juni  1532  gewählten  Rath  beschlossen 
wurde,  blieb  fortan  für  lange  Zeit  die  letzte.  Dem  entsprechend 

15  führen  wir  die  Rathsbesatzungen  hier  noch  über  1529  hinaus 
bis  1532,  d.  h.  bis  zum  Verzeichnisse  derer,  durch  welche  die 
Verfassungsänderung  yom  Februar  1533  ins  Werk  gesetzt  wurde. 
Auf  eine  weitere  Fortsetzung  hingegen  müssen  wir  schon  aus 
räumlichen  Gründen  durchaus  yerzichten. 

20  Von  1490  bis  1522  sind  uns  die  Rathsbesatzungen  im 
Oeffiiungsbuche  VQ  erhalten,  mit  einziger  Ausnahme  der  Jahre 
1493  und  1507,  welche  dort  fehlen.  Ihre  Fortsetzung  hin- 
g^en,  yon  1523  an,  findet  sich  lückenlos  im  Schwarzen  Buche. 
Zugleich  aber  wurde  alljährlich  vor  der  Rathswahl  das  Namens- 

25  yerzeichniss  des  bisherigen  Rathes  auf  ein  Blatt  geschrieben, 
d.  h.  sowohl  dasjenige  des  » alten c  Rathes,  der  jetzt  wieder 
wählbar  war,  als  auch  das  des  bisherigen  »neuen«,  der  nim 
zum  alten  wurde.  Diesen  zwei  Listen  wurde  sodann  nach  er- 
folgter Wahl  noch  als  dritte  die  des  neugewählten  Rathes  bei- 

30  gefügt.    Von  diesen  Wahlblättern  sind  nun  diejenigen  von  1487 

1)  S.  B.  Chron.  V  548  ff. 

2)  Sohönberg  S.  772  iL 

3)  S.  oben  S.  118  ff. 

4)  S.  Heusler  S.  444  ff. 


528  Allgem.  Beilage. 

bis  1494  und  Yon  1502  bis  1519  noch  erhalten,  und  da  jedes  der- 
selben auch  die  Rathslisten  dei  zwei  yorausgehenden  Amtsjahie 
enthält,  so  lassen  sich  hieraus  nicht  allein  die  schon  erwähnten 
Lacken  z.  J.  1493  und  1507  ergänzen,  sondern  ebenso  die  im  Oeff- 
nungsbuche  gänzlich  fehlenden  Rathsbesatzungen  von  1485  bis  & 
1489.  Es  fehlen  somit  nur  noch  die  Jahre  1482  bis  1484,  und  für 
diese  sind  wir  einzig  auf  die  in  den  sog.  Kerbbüchlein  er- 
haltenen Listen  der  Siebener  angewiesen.  Da  dieser  Ausschuss 
für  das  Finanzwesen  jedes  Vierteljahr  neu  bestellt  wurde,  so 
umfassen  diese  Verzeichnisse  für  jedes  Jahr  mindestens  dien 
Hälfte  des  ganzen  Käthes^).  Von  den  übrigen  Namen  aber 
lassen  sich  manche  —  dank  der  regelmässigen  Wiederwahl  der 
meisten  Rathsglieder  —  mit  ziemlicher  Sicherheit  aus  den 
Rathsbesatzungen  der  yorausgehenden  und  nachfolgenden  Jahre 
er^Lnzen.  Denn  wenn  wir  z.  B.  für  1480  und  1486  an  der-is 
selben  Stelle  denselben  Namen  linden,  so  lässt  sich  kaum  be- 
zweifeln, dass  der  Betreffende  diese  Stelle  auch  1482  und  1484 
bekleidet  habe.  Lnmerhin  unterscheiden  wir  diese  Ergänzungen, 
welche  nicht  durch  die  Siebenerlisten  gesichert  sind,  im  Drucke 
durch  Cursiyschrift^).  An  solchen  Stellen  aber,  wo  z.  B.  1480» 
und  1484  yerschiedene  Namen  aufweisen,  yersuchen  wir 
keinerlei  Erg^änzung,  sondern  setzen  nur  ein  Frageseichen. 

Vergleichen  wir  diese  Rathsbesatzungen  mit  den  früheren, 
wie  sie  theils  im  yorigen  Bande,   theils  bei  Schönberg   yor- 
liegen,  so  ist  yor  Allem  daran  zu  erinnern,  wie  der  Bath  1382  s 
durch  die  bleibende  Zuziehung  der  15  Zunftmeister  belrachi- 
lieh  yerstärkt  wurde').    Andrerseits  aber  nahm  die  Vertretung 
der  Hohen  Stube  im  letzten  Drittel  des  XV  Jahrhunderts  durch 
Aussterben  und  Wegzug  zusehends  ab,  so  dass  yon  den  sog. 
Achtbürgem  nur  noch   zur  Seltenheit   wirklich   8   vorhanden » 
waren ^}.    Von  den  Rittern  aber  fanden  sich  seit  1480  meistens 
nur  noch  2,  und  da  an  ihren  Stand  durch  die  Verfassung  das 
Bürgermeisteramt  gebunden  war,  so  tauschten  diese  alljährlich 
nur  die  Stellen  des  » alten «  und  des  » neuen «  Bürgermeisters. 
Als  Ritter  waren  sie  beide  höheren  Standes  als  der  Oberst-» 
Zunftmeister,   der  nach  altem  Herkommen  das  eine  Jahr  aus 

1)  Diese  Siebenerlisten,  jedoch  nur  bis  1482,  s.  bei  SehOnberg  S.  804  ff. 
—  Zwei  vereinselte  Ergänsungen  aus  dem  Zunftbuoh  der  Gftrtner  s.  unten 
in  Anm.  7  u.  8  su  S.  534. 

2)  Dem  entsprechend  setsen  wir  in  solchen  Fällen  bei  der  Batht- 
besatiung  von  1484  das  Wiederholungsieiohen  in  Klammem;  a.  unten  S.  S34. 

3)  Vgl.  B.  Chron.  V  544. 

4)  S.  SehOnberg  S.  792  ff. 


Rathsbeiatzungen.  529 

den  Aohtbüigem  und  das  andere  aus  den  Zünften  genommen 
wurde,  und  dieser  Umstand  mochte  der  Grund  sein,  weshalb 
die  Rathsbesatzungen  yon  1490  an  gleich  nach  dem  Bürger- 
meister den  Altbürgermeister  und  dann  erst  den  Oberstzunft- 
&  meister  aufführen. 

Diese  den  Standesunterschied  berücksichtigende  Reihen- 
folge fiel  jedoch  dahin,  als  im  Jahre  1500  die  beiden  bisherigen 
Bürgermeister  die  Stadt  verliessen  und  in  Folge  dessen  ein 
Achtbürger,    Ludwig  Kilchmann,    das  Bürgermeisterthum    als 

:u  »Statthalter«  versehen  musste^).  Denn  als  nun  1501  in  diesem 
Amte  ihm  ein  anderer  Achtbürger  folgte,  nämlich  der  bisherige 
Oberstzunftmeister  Peter  Offenburg,  da  wurde  in  der  Raths- 
besatzung  allerdings  Kilchmann  als  »alter  Statthalter«  auf- 
geführt, jedoch  nicht  mehr  yor  dem  neuen  Oberstzunftmeister, 

15  sondern  erst  nach  diesem  2).  Bei  dieser  neuen  Rangordnung 
aber  blieb  es  auch  in  der  Folge,  wiewohl  inzwischen  zwei 
Achtbürger  die  Ritterwürde  erlangt  hatten  und  deshalb  von 
1502  an  das  oberste  Amt  nicht  mehr  als  »Statthalter«,  sondern 
als  regelrechte  Bürgermeister  ritterlichen  Standes  yersahen. 

211  Wie  der  Altbürgermeister,  so  wurde  fortan  auch  der  Alt- 

Oberstzunftmeister,  sofern  er  Achtbürger  war,  in  den  Raths- 
besatzungen als  viertes  Haupt  der  Stadtgemeinde  aufgeführt. 
Diejenigen  Träger  dieses  Amts  hingegen,  welche  einer  Zunft 
angehörten,  erscheinen  in  den  Rathsbesatzungen  nach  wie  vor 

25  nur  als  Rathsherren  ihrer  Zünfte.  Nachdem  aber  die  Ver- 
fassungsänderung vom  März  1515  alle  bisherigen  Vorrechte  der 
Hohen  Stube  vollends  aufgehoben  hatte '),  wurden  die  zünftigen 
Oberstzunftmeister  ihren  achtbürgerlichen  Amtsgenossen  auch 
hierin  gleichgestellt,   so  dass  in  den  Rathsbesatzungen  hinter 

30  dem  Altbürgermeister  fortan  regelmässig  als  viertes  Haupt  der 
Alt-Oberstzunftmeister  erscheint,  gleichviel  ob  er  der  Hohen 
Stube  oder  nur  einer  Zunft  angehörte. 

Die  zünft%en  Rathsglieder,  welche  'Häupterstellen  be- 
kleideten, wurden  für  diejenigen  Amtsjahre,  in  welchen  sie 

35  nur  Altbürgermeister  oder  Alt- Oberstzunftmeister  waren,  in 
ihren  Zünften  als  Rathsherren  nicht  ersetzt.  Sobald  nun  in 
den  Rathsbesatzungen  ihre  Namen  bei  den  Häuptern  ein- 
getragen wurden,  so  musste  selbstverständlich  die  Rathsherren- 
stelle  ihrer  Zunft  leer  bleiben,  und  daraus  erklären  sich  die 

1)  S.  oben  S.  13  u.  431,  auoh  Heusler  S.  417. 

2)  8.  unten  S.  540. 

3)  8.  HeuBler  8.  423  ff. 

BMltr  Chroniken.    YI.  34 


530  Allgem.  Beflagg. 

Lücken,  die  wir  von  1517  an  unter  den  Rathsherren  einzelner 
Zünfte  bemerken.  Die  einzige  Lücke  aber,  welche  die  Reihe 
der  »neuen«  Oberstzunftmeister  aufweist,  betrifft  das  Jahr  1483, 
wo  der  von  Bischof  Kasper  ze  Rin  für  dieses  Amt  ernannte 
Adam  Walch  vom  Rathe  zurückgewiesen  wurde  ^).  & 

In  der  Anordnung  dieser  Rathsbesatzungen  zum  Drucke 
folgen  wir  in  ähnlicher  Weise,  wie  schon  im  Y  Bande,  dem 
Vorgänge  Schönbergs,  indem  wir  je  auf  2  Seiten  6  Jahrgänge 
neben  einander  stellen  und  die  jedes  zweite  Jahr  sich  wieder- 
holenden Namen  durch  einfaches  »  ersetzen ').  Da  Ton  1500  i«* 
an  durchweg  auf  den  Bürgermeister  der  Oberstzunftmeister 
folgt,  und  erst  nach  diesem  die  beiden  »alten«  Bäupter,  so 
befolgen  wir  diese  Rangordnung  auch  für  die  vorausgehenden 
Jahre,  obschon  in  den  betreffenden  Rathsbesatzungen  der  Alt- 
bürgermeister, wie  wir  sahen,  dem  Oberstzunfbmeister  TorauB-  u 
geht.  Es  nennt  also  zu  jedem  Jahre  die  erste  Zeile  den 
Bürgermeister,  die  zweite  den  Oberstzunftmeister,  die  dritte 
den  Altbürgermeister  und  die  vierte  den  Alt-Oberstzunftmeifiter. 
Ausserdem  jedoch  enthält  diese  vierte  Zeile  auch  die  wenigen 
Ritter,  welche  nicht  Bürgermeister  waren,  die  sieh  aber  von  2^ 
den  Oberstzunftmeistern  durch  das  beigefugte  r.  (Ritter)  schon 
genugsam  unterscheiden.  Weiter  folgen  sodann  die  übrigen 
Vertreter  der  Hohen  Stube,  nämlich  die  Achtbürger.  Die  Grioss- 
zahl  der  Rathsglieder  jedoch  bilden  zunächst  die  15  Raths- 
herren der  Zünfte  sammt  den  15  Zunftmeistern.  Die  Zünfte» 
selbst  aber  bezeichnen  wir  nur  nach  ihrer  herkömmlichen,  in 
den  Rathsbesatzungen  genau  befolgten  Rangordnung  durch  die 
Zahlen  1  bis  1 5,  die  wir  vor  die  Namen  ihrer  Vertreter  setzen. 
Von  diesen  Zahlen  nun  bedeutet: 

1.  kouff lütte').  9.  schnider,  kursener.              jo 

2.  huszgenossen.  10.  gartner. 

3.  winlütte.  11.  metzger. 

4.  crämer.  12.  zimerlüt,  murer. 

5.  reblütte.  13.  scherer,  moler,  sattler. 

6.  brotpecken.  14.  weber.                                     ss 

7.  schmid.  15.  schifflüt,  visoher. 

8.  sohfünaoher,  gerwer. 


1)  S.  im  8t  A.,  Erkanntnissbuoh  I  22,  auch  Heualer  S.  404. 

2)  Vgl  B.  CbroD.  V  545. 

3)  Die  Namen  der  15  Zünfte  geben  wir  hier  naoh  einem  um  1490  ge- 
flohriebenen  Verieichniss  im  Oeffnungsb.  VII  2. 


RathsbeBatiiiDgeD . 


631 


Vor  den  Namen  der  4  Häupter  sowohl  als  der  Ritter  steht 
immer  der  Titel  »her«,  den  wir  im  Druck  weglassen;  die 
übrigen  Rathsglieder  hingegen  sind  überhaupt  nicht  titulirt. 
Die  Bezeichnung  »ritter«,  welche  stets  hinter  dem  Namen  des 

5  Betreffenden  steht,  behalten  wir  wenigstens  in  der  Abkürzung 
bei,  und  ebenso  auch  »alter  zunfftmeister«  hinter  solchen  Namen 
▼on  Alt-Oberstzunftmeistern,  welche  im  betreffenden  Jahre  nicht 
unter  den  4  Häuptern,  sondern  unter  den  Achtbürgern  oder 
unter  den  Rathsherren  der  Zünfte  stehen.     Ueberhaupt  aber 

10  gebrauchen  wir  zum  Zwecke  der  Raumersparniss  folgende  Ab- 

n: 


IS 


20 


25 


30 


35 


40 


r.  für  rittei 

•                                                             • 

> . 

a.  z.   > 

St.     1 

d.  e.   ] 

alter  zimfilmeister  (d.  h.  Oberstzunftmeister). 

>  Statthalter  des  burgermeisterthumbs. 

>  der  elter. 

d.  j.   ^ 
dr.    : 

>     der  junger. 
»     doctor. 

▼.   j 

>     von. 

sen.   3 

>     senior. 

rec.   1 

>     recessit. 

ren.   : 

»     renunciayit. 

Sodann  bei  den  Taufnamen: 

Anth.  fi 
Balth.    1 

ir  Anthenge,  Anthenig  oder  Anthoni. 
»    Balthasar. 

Barthol.    ^ 

»    Bartholomeus  oder  Bartlome. 

Beruh.    = 

»    Bemhart. 

Burckh. 

»    Burckhart. 

Christoff. 

»    Christoffel. 

Crisoste. 

>    Crisostimus  oder  Crisostotnus. 

Euchar.    i 

»    Eucharius. 

Hans    ] 

>    Hanns  oder  Hans. 

Heinr.    > 

>    Heinrich. 

Lienh.    i 

*    Lienhart. 

Ludw.    3 
Mart.    > 

*    Ludwig. 
Martin. 

Onof.    » 

Onoffrius. 

R&d.    1 

>    Rüdolff. 

Sebast.    i 

>    Sebastean. 

Theod.    1 

>    Theodor. 

Thieb.    i 

►    Thiebold. 

Thom.    1 

>    Thoman. 

Wilh.    1 

>    Wilhelm. 

34* 

532  Allgem.  Beilage. 

Einselne  Namen  sind  in  der  Hs.  durchgestrichen,  meist  mit 
dem  Zusatz  »renunciavit«  oder  »lecessit«,  und  diese  setxen 
wir  im  Druck  in  Klammern.  Bei  solchen  Rathsgliedern  aber, 
die  während  ihrer  Amtsdauer  starben,  steht  suweilen  ein  f 
oder  »obiit«)  wofür  wir  ebenfalls  ein  f  setien.  Ausserdem  h 
noch  bezeichnen  wir  in  den  Rathsbesatzungen  yon  1527  u.  1528 
mit  einem  '*'  jene  12  Rathsglieder,  welche  als  Anhanger  des 
alten  Glaubens  im  Februar  1529  ausgeschlossen  wurden^),  und 
ebenso  auch  in  der  Rathsbesatzung  von  1530  alle  diejenigen, 
welche  schon  im  Februar  1 529  als  Ersatz  für  die  Ausgeschlossenen  i  > 
in  den  Rath  des  Amtsjahres  1528/29  waren  gewählt  worden'}. 
Vor  jede  Rathsbesatzung  setzen  wir  zudem  die  Blattzahl  des 
betreffenden  Rathsbuches.  wobei  wir  das  Oeffhungsbuch  VlI 
mit  Ob.,  das  Schwarze  Buch  mit  Sb.,  die  Kerbbüchlein  mit 
K  und  die  blosen  Wahlblätter  mit  W  bezeichnen.  Im  übrigen  \i 
verweisen  wir  noch  auf  die  Anmerkungen,  welche  aus  raum- 
lichen Gründen  hier  den  Verzeichnissen  vorausgehen. 

1)  S.  oben  S.  118  ff. 

2)  Der  ebenfalls  im  Februar  1529  gewählte  Ooldschmied  JörgSchweiKer, 
der  in  der  Rathsbeeatiung  von  1530  fehlt,  starb  Termuthlich  noch  vor  der 
Neuwahl;  s.  oben  S.  120,  A.  4. 


Anmerkungen  zu  S.  534 — 560. 

S.  534  1)  M.  Meyer  von  Baldersdorf;  8.  oben  S.  326,  A.  6. 
2}  H.  Rieher  der  ältere;  Tgl.  S.  536,  s.  J.  1488. 

3)  Ueber  den  fehlenden  Oberstsunftmeister  d.  J.  8.  oben  S.  530. 

4)  Wie  sich  aus  den  Siebenerüsten  d.  J.  ergibt,  so  hiess  einer  der 

Meister  der  4  letzten  Zünfte  Jose  Seyler.  Doch  bleibt  es  frag- 
lich, welcher  von  diesen  4  Zünften  er  angehörte. 

5)  L.  Qrieb  der  ältere;  vgl.  S.  538,  i.  J.  1495. 

6)  Dieser  H.  Meyer,  »der  gremper«  (d.  h.  Obst-  und  Gemüsehändler), 

war  der  Vater  des  nachmaligen  Bürgermeisters  Jakob  Meyer, 
gen.  lum  Hirien;  s.  das  Meyerische  Geschlechtsbüchlein,  El.  7, 
dessen  Urschrift  sich  jetst  in  Mühlhausen  im  Privatbesiti  be- 
findet, und  wovon  eine  Copie  im  Basler  St.  Archiv. 

7)  Dieser  Name  ist  ergänzt  aus  dem  Protokollbuch  I  der  Gartnersunft. 

8)  Ebenso  H.  BÜlung. 

>  535  1)  H.  Rieher  der  ältere;  vgl.  Anm.  2  zu  S.  534. 

>  540  1)  Der  Altbürgermeister  d.  J.  fehlt,  weil  H.  t.  Andlo  die  Stadt  ver- 

lassen hatte;  s.  oben  S.  529. 

2)  Die  Ritter  würde  hatte  P.  Offenburg  erst  1501  erlangt;  s.  Heusler 

S.  417. 

>  541  1}  L.  Grieb  der  jüngere;  vgL  S.  538,  z.  J.  1494. 
»  543  1)  J.  Meyer  zum  Hasen. 

»  544  1)  M.  M.  von  Baldersdorf;  vgl.  A.  1  zu  S.  534. 
2]  H.  B.  M.  von  Baldersdorf;  s.  B.  Cliron.  I  82. 

3)  H.  Murer,  gen.  zum  Silberberg;  s.  oben  S.  67. 

4)  Vermuthl.  Job.  von  Tunsei,   gen.  Silberberg;  s.  unten  S.  554  des 

Naohtr.  zu  IV  140,  6. 

5)  A.  Meyer  zum  Pfeil. 

»  545  1)  Der  Altbürgermeister  d.  J.  fehlt,  weil  P.  Offenburg  schon   im 
Deo.  1514  gestorben  war;  s.  B.  Chron.  V  309,  A.  2. 

2)  H.  Richart)  gen.  Maser;  s.  oben  S.  67,  A.  9. 

3)  J.  M.  zum  Hasen;  vgl.  oben  A.  1  zu  S.  543. 

4)  In  der  Hs.  ist  L.  Kilchmanns  Todestag  beigefügt:  anno  18,  veneria 

post  Mathei;  vgL  oben  S.  460. 

5)  J.  M.  zum  Hirsen. 

6)  In  der  Hs.  ist  sein  Todestag  beigefügt:  anno  18,  jovis  post 

Frandsci  (7.  Oct). 

>  546  1}  Ebenso:  anno  19,  uff  zinstag  nach  Dorothee  (8.  Febr.). 

2)  Ebenso :  anno  19,  umb  Paulus  bekerungtag  (25.  Jan.). 

>  547  1)  A.  Meyer  zum  Pfeil;  vgl.  A.  4  zu  S.  544. 

2)  J.  M.  zum  Hirzen;   vgL  A.  5  zu  S.  545.  —  Die  alten  Häupter 
d.  J.  sind  nicht  aufgeführt,  weil  der  eine,  Oberstzunftmeister 
Falkner,  wegen  seiner  Umtriebe  damals  im  Gefängniss   sass; 
s.  seine  Urfehde,  in  Stadt.  Urk.  1525  Juli  7. 
»  548  1)  H.  Seh.  gen.  von  Brunn;  s.  B.  Chron.  I  83. 

>  549  ])  Ueber  die  *  z.  J.  1527,  1528  u.  1530  s.  oben  S.  532. 

2)  Der  Altbürgermeister  fehlt,   weil  H.  Meltinger   zu    den   Aus- 
geschlossenen vom  Februar  d.  J.  gehörte. 

>  550  1)  J.  M.  zum  Hirzen;  vgl.  A.  5  zu  S.  645. 

2)  B.  M.  zum  Pfeil;  s.  oben  S.  386. 


534 


AUgem.  Beilage. 


[K] 


1482. 


[K]  1483. 

Hans  T.  Berenfels  r.^. 


Peter  Rot  r. 

Bemh.  Schilling.  — 

Hans  T.  Berenfels  r.  Peter  Rot  r. 


[K] 


1484. 


Peter  Rot  r. 
Lienhait  Orieb. 
Hans  ▼.  Berenfeb  r. 


Völmy  T.  Uetingen. 
Jacob  Isenlin. 
Jörg  Schönkint. 
Hans  Zeigler. 
Hans  Heinr.  Qrieb. 
R&dolf  Schlierbach. 


Lienhart  Grieb^^). 
Heinr.  Isenlin. 
Semh.  V,  Louffen, 
Thoman  Surlin. 
FBter  SehönkwU. 
Claus  Murer. 


Laurents  SurUn. 


> 


1.  Heinr.  t.  Brunnen. 

Josi  HugUn. 

2.  Michel  Meigert). 

Heinr.  Zchach. 

3.   Uolrieh  mm  iMfft. 

Hans  Ton  ThunseL 

4.  Ludw.Zschakepurlin. 

Heinr.  y.  Sennhein. 

i*/ 

5.               ? 

Heinr,  Sehriber. 

Martin  Flach. 

6.  Clau9  ü.  OeUpüt, 

Heinr.  Werdenberg. 

(>) 

7.  Uolrieh  Zschap. 

? 

8.  Hans  Bratteler. 

Heinr.  Galdenknopf. 

9.               ? 

Hans  Plarer. 

Hans  Ton  BaseL 

10.  Heinr.  Rieher >). 

Heinr.  Meiger«). 

11.               ? 

Lienh,  SinfaUig. 

12.  Hans  Amberg. 

Hans  Brieffer. 

13.  Ham  v.  Asminlun. 

T 

(») 

14.               ? 

? 

? 

15.  Oswald  Holtsach. 

Heinr.  Meder. 

(») 

1.               ? 

Uolr.  Meltinger. 

Mathis  Eberler. 

2.  Hans  v.  Geringen. 

Ludw.  Peyger. 

Ham  Hütprand. 

3.  PeUr  Sans  Wecker. 

Peter  Brieffer. 

» 

4.  Hans  Isenlin. 

Hans  Irmy. 

» 

5.               ? 

Mathis  Blauumer. 

9 

6.  Hans  ThAmpringer. 

? 

? 

7.  Hans  Hurling. 

Hans  T.  Olttngen. 

Hans  Yischer. 

8.  Heinr.  Clingenberg. 

P 

» 

9.  Güg  Adel 

Haas  T.  Handel. 

Claus  Gebhart. 

10.  Heinr.  Billung. 

Heinr.  Spiti^. 

»8 

11.  Uolr.  wum  WaUL 

Lienk.  Mamaeh, 

> 

12.               ?«) 

P 

9 

« 

13.               ? 

Harn  lUfwIy. 

? 

14.               ? 

? 

? 

15.                ? 

Hans  Grindely. 

? 

RathsbesatsaageD. 


535 


[W] 


1485. 


[W] 


1486. 


Hans  T.  Berenfels  r.  Peter  Rot  r. 
Heinr.  Rieher^).         Lienh.  Grieb. 
Peter  Rot  r.  Hans  t.  Berenfeh  r. 


[W] 


1487. 


Hans  Y.  Berenfels  r. 
Heinr.  Rieher. 
Peter  Rot  r. 
Härtung  t.  Andlo  r. 


Wilh.  Zeigler. 


» 


lienh.  Iselin. 

> 

Haxu  Surün. 

— 

» 

1. 

2.  Heinr.  Rieher  d.  j. 

> 
» 

> 

3.               > 

» 

Hans  Jungerman. 

4.  Hanf  Irmj. 
5                > 

» 

Balthasar  Irmy. 

6. 

> 
•  + 

9 

Hans  Th&mbringer. 

7.  Hans  t.  Küchen. 

» 

> 

8. 

> 

> 

9. 

> 

9 

10. 

> 

» 

11. 

Walther  Hämischer. 

Lienh.  Da^id. 

12.               » 

> 

> 

13.  Barthol  Ruteniwig. 

> 

> 

14.  Wetiel  Sutter. 

Heinr.  Sutter. 

» 

16. 

» 

> 

1. 

> 

> 

2. 

3                  > 

» 

Hans  T.  Geringen. 

4.  Hans  Bftr. 

> 
Heinr.  v.  Sennhen. 

> 

5.               > 

Erhart  Renninger. 

Hans  Sigenant. 

6.  Cunradt  Wisihoupt. 

Symon  Sumer. 

Heinr.  Werdenberg. 

7.  Hans  Ritterisen. 

» 

> 

8.  Jacob  Joner. 

» 

>  + 

9.               > 

> 

Paulus  Löwenstein. 

10.  Hans  Grassi. 

> 

» 

11.               < 

» 

» 

12.  Claus  Bymiinger. 

Heinr.  Waleh. 

» 

13.               > 

Hans  Ballouff. 

> 

14.  Burokh.  Raterstorf. 

Jeorgius  Lejderer. 

> 

16.               > 

Michel  Möry. 

Heim.  Merstein. 

536 


Allgem.  Beilage. 


[W] 


1488. 


[W] 


1489. 


Härtung  y.  Andlo  r.    Hans  v.  Berenfels  r. 
Thoman  Sürlin.  Heinr.  Rieher. 

« 

.  Hans  Y.  BerenfeU  r.    Härtung  y.  Andlo  r. 


[Ob.  VIII]  1490, 

Härtung  y.  Andlo  r. 
Thoman  Sürlin. 
Hans  Y.  Berenfels  r. 


Jacob  Ysenlin. 
Jörg  Schönkint 
Lorenti  Sürlin. 
Hans  Heinr.  Qrieb. 
Rud.  Slierbach. 


Thomman  SOrlin. 
Heinr.  Yselin. 
Fetter  Sohönkind. 
Clauws  Murer. 
Lienhart  Grieb. 
Wilhelm  Zeigler« 


Hans  Kilehman. 


1.  Heinr.  y.  Brunn. 

Jobs  Hüglin. 

« 

2.  Michel  Meyger. 

Heinr.  Rieher  d.j. 

» 

3.  Peterhans  Wecker. 

Hans  Jungerman. 

» 

4.  Ludw.Zsohakepurlin 

.  Mathis  Yselin. 

» 

5.  Martin  Flach. 

Clauws  Sigenant. 

» 

6.  Hans  Buman. 

Hans  Thftmbringer.  f 

V 

7.  Hans  Vischer. 

Hans  Y.  Kilchen. 

» 

8.  Hans  Brattier. 

Heinr.  Ghildenknopf. 

»t 

9.  Hans  y.  Kandel. 

Hans  Plarer. 

> 

10.  Heinr.  Rieher  sen. 

Heinr.  Meiger. 

-  a.  1. 

11.  Walther  Harnisch. 

Lienh.  DaYid. 

» 

12.  Hans  Amberg  f. 

Hans  Briefer. 

Jacob  Labahurlin.  f 

13.  Hans  y.  Armssen. 

Barthol.  Ruttenswig. 

» 

14.  Heinr.  Sutter. 

Wetiel  Sutter. 

» 

15.  Oswald  Holtiach. 

Heinr.  Meder. 

> 

1.  Mathis  Eberler. 

Uolrich  Meltinger. 

Friderich  Hartman. 

2.  Hans  Hiltprand. 

Hans  Y.  Oeringen. 

3.  Hans  Vollrot. 

Peter  Brieffer. 

4.  Heinr.  y.  Senhen. 

Hans  Bftr. 

5.  Erhart  Renninger. 

Mathis  Bloüner. 

6.  Symon  Somer. 

Heinr.  Werdenberg. 

7.  Claus  Spetty. 

Hans  Ritterisen. 

^ 

8.  Hans  Steinsulti. 

Claus  Herr. 

9.  Claus  Oebhart. 

Paulus  Löwenstein. 

10.  Heinr.  Billung. 

Hans  Grassi. 

11.  UolriohiAm  Wald. 

Lienh.  Momach. 

12.  Heinr.  Walch. 

Claus  Bynninger. 

13.  Hans  Balloff. 

Hans  Röwly 

« 

4 

14.  Jeorgius  Lederer. 

Burokh.  Raterstorf. 

Heinr.  Eglin. 

15.  Michel  Möry. 

Heinr.  Merstein. 

» 

Rathsbesatiungen. 


537 


[Ob.  8]      1491. 


[Ob.  14^]   1492. 


[W] 


1493. 


Hans  T.  BarenfeU  r. 
Heinr.  Rieher. 
Härtung  ▼.  Andlo. 

Härtung  y.  Andlo  r. 
Jaeob  Yselin. 
Hans  y.  Berenfels 

Hans  y.  Berenfels  r. 
Heinr.  Rieher  sen. 
Härtung  y.  Andlo. 

Ludwig  Kilchman. 

» 

WUh.  Zeigler. 

> 

» 
> 

» 

» 
> 

> 
Veltin  Murer. 

— 

» 

Lux  Zeigler. 
Jaoob  Yselin. 

1. 
2. 
3. 
4. 

5.  » 

6.  Uolrich  Bumhart. 
7. 

8. 

9                   » 

Mathifl  Eberler. 

» 

> 
Clauws  Houwenstein. 
Heinr.  y.  Sennhen. 

> 

» 
1 

» 
Petter  Ringysen. 
Ludwig  Strub. 

Heinr.  Werdenberg. 

> 
» 

10.                 »f 

11. 

12. 

13. 

14. 

15. 

1. 

>  7 

> 

» 

Symon  Glaser. 
Hans  y.  Armflhen. 

> 

Hans  Stosikorb. 

> 

9 

\ 

Ludwig  Vinis. 

> 

> 

2. 

3. 
4. 
5. 
6. 
7. 
8. 

9.  Martin  Säger. 
10.               > 
11. 

1 2.  Roman  Väsoh,  rec. 

13. 

14. 

15.               > 

» 

> 
Ludw.  Zschakepürly.  f 
Hans  Hirt. 

> 

» 

> 
Heinr.  Z&szly. 
Hanf  Toppenrtein. 
Hani  Valkner. 

> 

Peter  Kösy. 

• 

» 
> 

Oswalt  Holtiaoh. 
Hans  Lampreeht 
Hans  Böoklin. 
Hans  Vischer.  f 
Jacob  Bratteler. 
> 

» 

Heinr.  Walch. 
Hans  Röuwlin. 
Hans  Zschan. 
Clauws  Hagast. 

538 


Allgem.  BeiUge. 


[Ob.  38]     1494. 


[35b] 


1495. 


[41b] 


1496. 


Härtung  y.  Andlo  r.  Härtung  v.  Audio  r.,  st  HansImerT.Gügenbergr. 

Jacob  Yfenlin.  Hans  Jungerman.  Fetter  Offenburg. 

Hans  T.  Berenfels  r.  —  — 

—  Hans  Imery.  Gilgenberg  r.  Härtung  ▼.  Andlo  r. 


Jörg  Schönkind. 
Lorenti  Sürlin. 
Hans  Heinr.  Qrieb. 
Liexdi.  Grieb  d.  j. 
Wilhelm  Zeigler. 
Hans  Kijohman. 


Peter  Offenburg. 
Peter  Sohönkindt. 
Veitin  Murer. 
Lienh.  Grieb  d.  e. 
Lux  Zeigler. 
Ludwig  Kilohman. 


1.  Jacob  T.  Küchen. 

2.  Michel  Meiger. 

3.  ClauwsHöuwenstein. 

4.  Heinr.  y.  Sennhen. 

5.  Martin  Flach. 

6.  Hans  Buwman. 

7.  Petter  Ringysen. 

8.  Ludwig  Strub. 

9.  Jacob  Rysi. 

1 0.  Heinr.Rieher  d.e.,  a.  i. 

11.  Walther  Hamesch. 

12.  Symmon  Glaser. 

13.  Hans  t.  Armsshen. 

14.  Heinr.  Eglin. 

15.  Hans  Stosikorb. 


Thom.  Zschakepurlin. 
Hans  Murer. 
Hans  Stolti. 
Mathis  Isenlin. 
Hans  Lampreoht. 
Heinr.  Werdenberg. 
Hans  y.  Kilohen 
Heinr.  Guldenknopf. 
Hans  Plarer. 
Ludwig  Yynis. 
Cunradt  Dayid. 
Hans  Brieffer. 
Caspar  Koch  d.  moler. 
Wetsel  Sutter. 
Peter  Kösy. 


Heinr.  Einfaltig. 

> 

Hans  Jungermann, 


a.  z. 


> 


Symon  Sununer. 


Uolr.  Ysenflam. 


Bemh.  Brand. 

» 


1.  Heinr.  Einfaltig. 

2.  Hans  HUtprand. 

3.  Hans  Volliot 

4.  Baltsasar  Yrmy. 
5  Hans  Hirt 

6.  Symon  Somer. 

7.  Cunradt  Wftsily. 

8.  Hans  Steinsults. 

9.  Claus  Gebhart. 

10.  Heinr.  BiUung. 

11.  Heinr.  ZAsily. 

12.  Hans  Toppenstein. 

13.  Heinrich  Valkner. 

14.  Burckh.  RAtterstorf. 
}5.  Hans  Besserer. 


Friderioh  Hartman. 
Hans  y.  Geringen. 
Peter  Brieffer. 
Hans  Breitschwert. 
Hans  Byenti. 
Hans  Böckly. 
Antheny  Scherman. 
Jacob  BratÜer. 
Martin  Seger. 
Hans  Grassi. 
Uolzich  lem  Wald. 
Heinr.  Walch. 
Hans  Röwly. 
Wilhelm  Dietrich. 
Claus  Hagast 


Niclaufl  Kesilar. 

» 


Bemh.  Blowner. 
C&nradt  Lieber. 
Martin  Beringer. 


Mart  Dachaifelder. 

» 
» 


Rathsbesatnmgen. 


539 


[49b] 


1497. 


[58] 


1498. 


[65  b] 


1499. 


Härtung  t.  Andlo  r.   HanBlmery.Gilgenbergr.  Härtung  v.  Andlo  r. 
NidauB  RüBch.  Peter  Offenburg.  Nielaus  Rüseh. 

H.Imery.Gügenbergr.  Härtung  y.  Andlo  r.         Hans Imery.  Gilgenberg  r. 
—  Hans  Kilehman.  — 


»  a.  8.                                   > 

—                                          » 
(Wilh.  Grieb). 

»  a.  8. 
Henman  Offenburg 
Heinr.  Hugly. 

9                                                                                                      9 

Zeiffler),  ren.                     > 

9 

Morand  y.  Brunn. 

1.  Jacob  y. 
2. 

Kilehen. 

> 
> 

> 
> 

3. 
4. 

> 
NiclauB  Rusch,  a.  z. 

> 
> 

5. 
6. 
7. 

Bemh.  Blowner. 

> 
» 

Benedict  Hirtl^r. 

> 
» 

8. 

9. 

10. 

> 
> 
Martin  Dachsfeld. 

» 
> 
» 

11. 

» 

> 

12. 

> 

> 

13. 

> 

» 

14. 
15. 

» 
> 

Jacob  Wissenburg 
Heinr.  Meder. 

I.  Thom.Z8chakepurlin 
2. 

> 

> 

> 
» 

3. 

» 

» 

4.                 > 

Heinr.  y.  Senhen. 

> 

5.  Benedict  Hirtlin. 

Beruh.  Ytelheinrich. 

Lienh.  BientB. 

6. 

7.               >• 

> 

Fridly  Veltpacb. 

» 

8.  Theny  Spengler. 

9.  AndressB  Hüber. 

Mathis  Suracher. 

> 

» 
» 

10.               > 

Uolr.  Ysenflam. 

> 

11. 

12.  Peter  Beringer. 

13.  » 

> 
> 
> 

Ciewe  Einfaltig. 

» 
> 

14.  WUhelm  Gerwer. 

> 

Claus  Heydelly. 

15 

» 

Bernh.  Näwer. 

640 

Allgem.  Beilage. 

[Ob.  7S]     1 500. 

[82]           1501. 

[87]            1502. 

Ludw.Küchmann,  st. 

Peter  Offenburg,  st 

Peter  Offenburg  r.': 

Peter  Offenburg. 

Friderich  Hartman. 

Lorenti  Surlin. 

— 

Ludwig  Kilchman. 

— 

Hani  Kilchman  r.<). 

— 

Hans  Küchman  r. 

Lienb.  Isenlin. 

Jacob  Yselin. 

> 

Jörg  Sohönkindt 

Henman  Offenburg. 

Lorenti  Sarlin. 

Heinr.  Huglin. 

Hans  Heinr.  Grieb. 

Veltin  Murer. 

Morand  t.  Brun. 

> 

läeiÜL  Grieb  cLj. 

— 

» 

WUbelm  Zeigler. 

— 

» 

1.  Heinr.  Einfaltig. 

Jacob  T.  Küchen,  f 

2.  Michel  Mejger. 

Hans  ▼.  Oeringen.  -}- 

> 

3.  Hans  Jungerman. 

Hans  Stolts. 

» 

4.  Niolaua  Rusch. 

Mathis  Yseli. 

> 

5.  Bemh.  Blouner. 

Benedict  HirtU. 

Bemh.  Ytelheinrieh 

6.  Symon  Somer. 

Heinr.  Werdenberg. 

Hans  BöchlL 

7.  Peter  Ringysen. 

Hans  T.  Kilchen. 

» 

8.  Ludwig  Strub. 

Peter  Krieg. 

> 

9.  Jacob  RysM. 

Hans  Plorer.  f 

» 

10.  Mart  Daohflf eider. 

Ludwig  Vinis. 

» 

11.  Walther  Harnisch. 

Cunrat  Davit 

» 

12.  Symon  Glaser. 

Hans  Brieffer. 

» 

13.  Bemh.  Brand. 

Caspar  Koch. 

» 

14.  Heinr.  Eglin. 

Jacob  y.  Wissenburg. 

> 

15.  Hans  Stosikorb. 

Heinr.  M&der. 

» 

1.  Friderich  Hartman. 

Thom.  Zseheckenbürli.  -f  Heinr.  Einfaltig. 

2.  Hans  Hiltprand. 

Hans  Murer. 

» 

3.  Heinr.  Symon. 

Peter  Brieffer. 

» 

4.  Heinr.  y.  Sennhen. 

Hans  Breitswert 

> 

5.  Bemh.  Ittelheinricb 

i.  Lienh.  Bienti. 

Lienh.  Blouwner. 

6.  Conradt  Lieber. 

FridU  Veltpach. 

Clauai  Bomhart 

7.  Martin  Beringer. 

Anthony  Scherman.  f 

» 

8.  Mathis  Suracher. 

Jacob  Stech. 

> 

9.  Claus  Qebhart. 

Fridli  Belti. 

» 

10.  Uolr.  Isenflamm. 

Hans  Grassi. 

» 

11.  Heinr.  Zäsily. 

Clausi  Einfaltig. 

» 

12.  Hans  Toppenstein. 

Peter  Beringer. 

» 

13.  Heinr.  Valkner. 

Jörg  Tüll. 

» 

14.  Burokh.  R&tterstorf.   Claus  Heideli. 

Gorius  Leiderer. 

15.  Ludy  Zwilchbart 

Heinr.  Mersteiner. 

» 

Rathsbesatiungen. 


541 


[95;  1503. 

Wüh.  Zeigler  r. 
Nidaas  RuBch. 
Peter  Offenbuig  r. 
Lorants  Surli. 


[102] 


1504. 


Peter  Offenburg  r. 
Lienb.  Grieb^). 
Wilh.  Zeigler  r. 
Hans  Kilchman  r. 


[109] 


1505. 


Wüb.  Zeigler  r. 
Niclaug  Riuch  f. 
Peter  Offenburg  r. 
Lienh.  Ghrieb. 


Lux  Zeigler. 
Ludw.  Kilohman. 


FrantB  Offenburg. 
Veitin  Murer. 


Lorentf  Surlin. 


» 
» 
» 


1.  Hans  Trutman. 

» 

2.  Lorentz  Halbysen, 

» 

3.               > 

»  + 

> 

4.                * 

>  a.  E. 

» 

5.  Lienh.  Bienti. 

> 

6. 

> 

7.                 » 

Jon  Ysenflamm. 

8.                 » 

> 

9.  Asinius  Vorburger. 

> 

10.               » 

Ludw.  Kop. 

11. 

> 

12.  BarthoL  Brieffer. 

> 

13. 

» 

14. 

Heinr.  Herli. 

Mang  Snitier. 

15.                > 

Ulrich  Kösy. 

1.  NüdauBf  Resiler. 

»  + 

> 

2. 

» 

3. 

Hans  Graff. 

4. 

Heinr.  Tremer. 

5. 

Bemh.  Blowner. 

Benedict  Hirtlin. 

6. 

> 

7.  Jacob  Hurling. 

» 

8. 

> 

9. 

Hans  Heilman. 

10.                » 

» 

11.  Marti  Tampfrion. 

> 

12.  Claun  Einiger. 

Hans  V.  Musibac 

13.               » 

Bl&sy  Zyper. 

> 

14.  Mang  Schnitier. 

Heinr.  Sutter. 

15. 

Hans  Bondorf. 

542 


Allgem.  Beilage. 


[Ob.  117]    1506. 

Peter  Offenburg  r. 
Lienh.  Orieb. 
Wilh.  Zeigler  r. 
Hans  Kilehman  r. 


m 


1507. 


Wilh.  Zeigler  r. 
Hans  Truttman. 
Peter  Offenburg  r. 
Lienh.  Orieb. 


[Ob.  127  b]  1508. 

Peter  Offenburg  r. 
Lienh.  Grieb. 
Wilh.  Zeigler  r. 


Franti  Offenburg. 
Veitin  Murer. 


Lorentz  Surlin. 
Lux  Zeigler. 
Ludw.  Küehman. 
Morand  y.  Brunn. 


Hans  Offenburg. 


1.  Friderich  Hartman. 

2.  Michel  Meyer. 

3.  Heinr.  Symon. 

4.  Balthasar  Yrmy. 

5.  Bemh.  Ytelheinrioh. 

6.  Hang  Bucklin. 

7.  Peter  Ringysen. 

8.  Ludwig  Strub. 

9.  Jacob  BisB. 

10.  Mart.  ▼.  Taehsfelden. 

11.  Walther  Harnesch. 

12.  Symon  Glaser. 

13.  Bemh.  Brand. 

14.  Heinr.  Herlin. 

15.  Hans  Stoszkorb. 


Niclaus  Kessler. 
Euehar.  Holtxach. 
Hans  StoltB. 
Mathias  Yselin. 
Lienh.  Bients. 
Heinr.  Werdenberg. 
Joss  Ysenflam. 
Peter  Krieg. 
Asinius  Vorburger. 
Lienh.  Billing. 
Martin  Dampfrion. 
Barthol.  Briefer. 
Caspar  Koch. 
Mang  Schnitser. 
Uolrieh  Kesy. 


Hans  Trutman,  a.  s. 

» 

Balthasar  Juget. 


1.  Hans  Lumpart. 

2.  Hans  Hiltprand. 

3.  Bemh.  sum  Gleygen. 

4.  Heinr.  y.  Senhein. 

5.  Bemh.  Blouwner. 

6.  Clauss  Bomhart. 

7.  Martin  Beringer. 

8.  Mathis  Suracher. 

9.  Clauss  Qebhart 

10.  Ulr.  Ysenflam. 

11.  Heinr.  Zessli. 

12.  Hans  Toppenstein. 

13.  Bl&sy  Zyper. 

14.  Gorius  Leiderer. 

15.  Ludy  Zwilohenbart 


Hans  Murer. 
Hans  Graf. 
Heinr.  Turmer.  f 
Benedict  Hirtlin. 
Fridlin  Veltpaoh. 
Jacob  Hurling. 
Jacob  Steh. 
Hans  Heylman. 
Hans  Grass. 

Thom.  Herttenstein. 
Jerg  Füll. 
Heinr.  Suter. 
Hans  Bondorf. 


Fridrich  Hartman. 


Uolrieh  Valkner. 


Hans  Heinr 


Gebhart 


Rathsbesatfungen. 


543 


[133b]        1509. 

Wüh.  Zeigler  r. 
Hans  Truttman. 
Peter  Offenburg  r. 
Lienh.  Grieb. 


[138) 


IMO. 


Feter  Offenburg  r. 
Lienh.  Qrieb. 
Wüh.  Zeigler  r. 


[141] 


1511. 


Wüh.  Zeigler  r. 
Hans  Truttman. 
Peter  Offenburg  r. 
Lienh.  Grieb. 


Frants  Offenburg. 


Henman  Offenburg. 


1.  Hans  Lumbart. 

>  a.  z. 

2. 

» 

3. 

> 

4. 

> 

5. 

> 

6.                > 

> 

7.                     : 

» 

8. 

►  + 

> 

9. 

> 

10. 

> 

11. 

»  -h 

12. 

> 

13. 

» 

14.                 > 

Gorius 

Leyderer. 

15. 

> 

1.  Melchior  HutiBchi. 

> 

2. 

Jacob 

Mcygeri). 

3. 

> 

4.  Conrat  Dayid. 

'  + 

5. 

> 

6. 

»  + 

7.  Mattern  Swyngysen. 

» 

8. 

•  -h 

9. 

> 

10. 

» 

11.  Hrns  Bratler. 

Hanf  Vischer. 

12. 

> 

13. 

» 

14. 

Thieb. 

Rodersidorf. 

15. 

» 

Onofr. 

Jungermann. 

Lienh.  Aiynius 


Allgem.  Beilage. 


[Ob.  146]  1512. 

Peter  Offenburg  r. 
Lienh.  Grieb. 
Wüh.  Zeigler  r. 


[150] 


1513. 


Wilh.  Zeigler  r. 
Hans  Truttman. 
Peter  Offenburg  r. 
Lienh.  Orieb. 


1164] 


1514. 


Peter  Offenbarg  r. 
Lienh.  Orieb. 
Wah.  Zeigler  r. 


Hans  Offenburg. 
Veitin  Murer. 
Michel  Meyger^). 
Heinr.  Meltinger. 


Laurenti  Surlin. 
Lux  Zeigler. 
Ludwig  Kilchman. 
Morant  v.  Brunn,  f 
HanB  Bemh.  Meyger^. 


(Hans  Silberberg  dr.« 


1.  Hans  Truttman,  a  i. 
>.  Andres  Bischoff 

3.  Balthasar  Juget 

4.  Balthasar  Yrmi. 

5.  Bernh.  Blowner. 

6.  Hans  Böcklin. 

7.  Peter  Kingysen. 

8.  Ludwig  Strub. 

9.  Martin  y.  Seltz. 

10.  Mart  T.  Tachsfelden. 

11.  Hans  Vischer. 

12.  Symon  Glaser 

13.  Bernh.  Brand. 

14.  Gorius  Leiderer. 

15.  Hans  Stosskorb. 


Hans  Lombart. 
Euchar.  Holtsaoh. 
Hans  Stolts. 
Hans  Obenryet. 
Benedict  Hirtlin. 
Heinr.  Werdenberg. 
Joss  Ysenflam. 
Lienh.  Aiynius. 
Asynius  Vorburger.  f 
Lienhart  Billing. 
Martin  Dampffrion. 
BarthoL  Brieffer. 
Caspar  Koch. 
Mang  Schnytier.  f 
Symon  Zwilohenbart. 


»  a.  z. 


Adelberg  Meyger^ 


» 
» 


Hans  Summer3r8en. 


> 
» 


1.  Friderich  Hartmann. 

2.  Jacob  Meyger. 

3.  Ulrich  Valckner. 

4.  Hans  Ghillicion. 

5.  Hans  t.  Hertten. 

6.  Hans  Varnower. 

7.  Martin  Beringer. 

8.  Jaeob  Suracher. 

9.  Hans  Heinr.  Gebhart. 

10.  Ulr.  Ysenflam. 

11.  Heinr.  Zesilin. 

12.  Hans  Toppenstein. 

13.  Blasius  Zypper. 

14.  Thieb.  Redersidorf. 

15.  Onoffr.  Jungermann. 


Melchior  Hutisohy. 
Hans  Murer'). 
Hans  Graff. 
Conrat  David. 
Hans  Fryeg. 
Fridlin  Velpach. 
Mattem  Spryngysen. 
Hans  Zschudy. 
Hans  Heilmann. 
Hans  Grass. 
Hans  Bratler. 
Them.  Herttenstein. 
Olaus  Kugelin. 
Heinr.  Suter. 
Hans  Bondorff. 


Bartholome  Selimid. 


Bernh.  Ytelheinrich. 


> 


Hans  Lutielmum. 


Hans  Zymerling. 


Rathsbesatsungen. 


545 


[159b]        1515. 

WUh.  Zeigler  r. 
Hans  Truttman. 


Lienh.  Orieb^). 


[162b]        1516. 

Jacob  Meyger^). 
Heinr.  Meltinger. 
Wilh.  Zeigler  r. 


[165b]        1517. 

Wilh.  Zeigler  r. 
Hant  Truttman. 
Jacob  Meyger. 
Heinr.  Meltinger. 


> 
» 


i3) 


» 

Hans  Thuring  Hug. 

— 

» 
» 

1. 

> 

.1.. 

2. 

» 

Jacob  Meyger^). 

3. 

Ulrich  Vaickner. 

Hans  Grak 

4. 

» 

> 

5.  Hana  Frye. 

> 

» 

6. 

> 

» f») 

7. 

> 

> 

8. 

Balthasar  Strub. 

» 

9.  Cristan  Behem. 

» 

> 

10.                > 

» 

> 

11. 

» 

> 

12. 

Hana  Toppenatein. 

» 

13. 

> 

» 

14.  Anth.  Qhronenwald  f. 

» 

Jacob  V.  Wissenbi 

15. 

» 

» 

1. 

Franti  Her. 

> 

2.                » 

Mauritz  y.  Geringen. 

Euchar.  Holtiach 

3.  Uans  Riohart  f  2). 

Balthasar  Jugent. 

Hans  Stolts. 

4. 

» 

5.  Euchar.  Winlemlin. 

» 

6.               > 

» 

7.  Anthenge  Dichtler. 

» 

8. 

Urban  v.  Brun. 

9. 

Ulrich  Hertsog. 

10. 

> 

11. 

^ 

> 

12. 

Hans  Ruly. 

» 

13. 

» 

14.  Jacob  V.  Wissenburg. 

Marx  Heydelin. 

15.                > 

Theodor  Zymerlinff. 

» 

Bftal«r  Cbroniken.    YL 


35 


546 

Allgem.  Beilage. 

[Ob.  171]   1518. 

[175b]        1519. 

[181  bl       1520. 

Jacob  Meyger. 

Wylh.  Zeigler  r. 

Jacob  Meyger. 

Heinr.  Meltinger. 

Ulrich  Valckner. 

Heinr.  Meltinger. 

Wilh.  Zeiglei  r. 

Jacob  Meiger. 

Wüh.  Zeigler  r.                * 

— 

Heinr.  Meltinger. 

Ulrich  Valckner. 

Laurenti  Burlin. 

Hans  Bernh.  Meiger. 

» 

Wolff  YgeUn. 

Hans  Thüring  Hug. 

■ 

Michel  Meyger. 

^— 

1.  Hans  Trattmann. 

» 

» 

2.  Andres  Bisohoff. 

Jacob  Meiger. 

EUns  Murer. 

3.  Ulrich  Valokner. 

Hans  Qraff. 

— 

4.  Adelberg  Meyger 

Hans  Oberriet. 

» 

5.  Bernh.  Blowner. 

Hans  Frig. 

» 

6.  Conrat  Bomhart 

Fridly  Veltpaoh. 

» 

7.  Hans  Sommerysen. 

Anthengi  Dichtler. 

» 

8.  Balthasar  Strub. 

Lienh.  Atxynius. 

» 

9.  Martin  v.  Beltz. 

Cristan  Behem. 

> 

10.  Mart.  y.  Taohsfelden. 

Lienh.  Billung. 

Ulrich  Ysenflam. 

11.  Hans  Visoher. 

Martin  Dunpfrion. 

» 

12.  Hans  Ruly. 

Bartlome  Brieffer. 

> 

13.  Bernh.  Brand. 

Caspar  Koch. 

Theodor  Brand. 

14.  QoriusLeyderer  fi). 

Jacob  y.  Wyssembuig. 

Mang  Schnitaer. 

15.  HansStosikorbf^. 

Symon  Zwylchenbart 

Hans  Bonndorff. 

1.  Frantf  Ber. 

Jacob  Breytsohwert. 

> 

2.  Hans  Murer. 

Euchar.  Holtiaeh. 

Wolff  Oeder. 

3.  Balthasar  Jugent. 

Ludwig  Zt    -'her. 

> 

4.  Hans  Qallicion. 

Conrat  Da 

> 

5.  Burekart  Blowner. 

Euchar.  Wysslemly. 

> 

6.  Hans  Hunner. 

Marx  Werdenberg. 

» 

7.  Martin  Beringer. 

Jacob  Hurling. 

» 

8.  Jacob  Suracher. 

Urban  y.  Brunn. 

» 

9.  Hans  Heinr.  Qebhart. 

Ulrich  Hertiog. 

» 

10.  Ulrich  Ysenflamm. 

Hans  Grasi. 

Hans  Qemler. 

11.  Wolfgang  Harnest. 

Hans  Bratteller. 

» 

12.  Hans  Ougst 

Thom.  Herttenstein. 

» 

13.  Blasius  Zypper. 

Claus  Kugely. 

» 

14.  Anth.  Qronenwald. 

Marx  Heidely. 

» 

15.  Theod.  Zymmerling. 

Hans  Veldner. 

y 


1 


KathBbesatzungen. 


547 


187] 


1521. 


[191] 


1522. 


Adelberg  Meygeri).  Heim.  Meltinger. 

Ulrich  Valekner.  Jacob  Mejger'}. 
Jacob  Meyger.  — 

Heim.  Meltinger.  — 


[8b.  1]       1523. 

Adelberg  Mejger. 
Lux  Zeigler. 
Heim.  Meltinger. 
Jacob  Meyger. 


Hans  Bernh.  Meyger. 


1.           > 

Franti  Ber. 

> 

2. 

» 

Andres  Bischoff. 

3.                > 

Urbann  Schwarte. 

» 

4. 

»  a.  b. 

» 

5.  Eokar.  Wyulembly. 

» 

» 

6.               > 

> 

»  • 

7.                » 

» 

Jacob  Hurling. 

8. 

»  •» 

Melchior  Rysi. 

9. 

Adam  Hechele. 

» 

10.  Hans  Qrass. 

> 

Hans  Oemler. 

11. 

» 

> 

12. 

> 

> 

13.                > 

> 

» 

14. 

Anthoni  Orienwald. 

» 

15. 

> 

» 

1.                » 

Hans  Schaffner. 

Wolffgang  Hutsehy, 

2. 

> 

1 

Balth.  Angelrott. 

3. 

Heim.  A|n;^ein. 

4. 

Crisoflt.  C    v^enbach. 

5.  Jacob  Besserer. 

6. 

r          » 

7. 

Caspar  Turnysen. 

Bartholeme  Zinck. 

8. 

Hans  Nager. 

9. 

Clans  Gebhart. 

10.  Matheus  Qebhart. 

Burekart  Meiger. 

11. 

> 

12. 

» 

13.  Jacob  Linder. 

» 

14.                > 

Peter  Ryff. 

15. 

> 

35* 


548 


Allgem.  Beilage. 


[Sb.  2]       1524. 

Heinr.  Meltinger. 
Jaoob  Meyger. 
Adelberg  Meyger. 
Lux  Zeigler. 


m 


1626. 


1526. 


Adelberg  Mejger. 
Lux  Zeigler. 
Ueinrioh  Meltinger. 
Jacob  Meyger. 


[12] 


Heinr.  Mehinger. 
Jacob  Meyger. 
Adelb.  Meyger. 
Lux  Zeigler. 


Hans  Bemh.  Meyger.  Eglin  Offenburg. 


Hani  Berah.  Meyger. 


1.  Frantg  Ber. 

2.  Hans  Murer. 

3.  Hans  Stolts. 

4.  — 

5.  Bemh.  Blowner. 

6.  Cunradt  Bomhart. 

7.  Caspar  Tumysen. 

8.  Baltasar  Strub. 

9.  Adam  Hugkele. 

10.  Ulrich  Isenflam. 

11.  Hans  Viseher. 

12.  Jaoob  Ghigker. 

13.  Joder  Brand. 

14.  Anth.  Grunenwald. 

15.  Anthoni  GSbele. 

1.  Hans  Schaffner^). 

2.  Wolfgang  Oeder. 

3.  Heinr.  Am  Reyn. 

4.  ChrisostGengenbach. 

5.  Burekh.  Blouwner. 

6.  Hans  Huoner. 

7.  Dieboldt  Wyssach. 

8.  Hans  Nager. 
%.  Claus  Gebhart. 

10.  Burekhart  Meyger. 

11.  Wolfgang  Hamasch. 

12.  Jörg  Spörlin. 

13.  Blesin  Zypper. 

14.  Peter  Ryff. 

15.  Joder  Ziemeriing. 


Andres  Bischoff. 

Hans  Graff. 

» 

Hans  Obeiriedt 

— 

Jacob  Besserer. 

» 

Fridlin  Veltpach« 

» 

Bartl.  Sehönenberg. 

> 

Melchior  Ryss. 

Hans  Steck. 

Christan  Behem. 

» 

Hans  Gemler. 

> 

Martin  Dampfrion. 

» 

Caspar  Zeu. 

> 

Caspar  Koch. 

» 

Jacob  y.  Wissenburg. 

» 

Simon  Zwilhenbart 

> 

Wolfgang  Hutschy. 

» 

Balth.  Angelrot 

» 

Ludwig  Züricher. 

Nidaus  Lengfeld. 

Cunrad  David. 

» 

Hans  Bients. 

> 

Marx  Werdenberg. 

Rudolf  Supper. 

Basohion  Krug. 

> 

Urban  y.  Brunn. 

» 

Ulrich  Henog. 

Jacob  Lutenbaeh. 

Matheus  Gebhart 

» 

Hans  Brateier. 

> 

Thom.  HertensteiiL 

» 

Jacob  Linder. 

» 

Marx  fieidelin. 

» 

Hans  Veldner. 

> 

RathsbeMtsungen. 


549 


[14]  1527. 

Adelb.  Meyger. 
Lux  Zeigler  *  i}. 
Heiiir.  Meltinger. 
Jaeob  Meyger. 


[16] 


1528. 


[18] 


1529. 


Heinr.  Meltinger.  *  Adelb.  Meyger. 

Jacob  Meyger.  Marx  Heydelin. 
Adelb.  Meyger.  — 

Lux  Zeigler.  Jaeob  Meyger^. 


Eglin  Offenburg.  *  Hans  Bemh.  Meyger.* 


1.           — 

»  * 

— 

2.                 .  * 

^  • 

Baltb.  Angelrot. 

3.                 » 

»  « 

Jaeob  Gots. 

4.                >  * 

Jeronim.  v.  Kylcben. 

5.               — 

Hans  Byenti. 

6. 

Batb  Summer. 

7.  Hans  Oltinger.                               > 

»  * 

» 

8. 

> 

9. 

Hans  Heinr.  Qebhart 

10. 

Alban  Gemler. 

11. 

» 

12.  Jacob  Steyner.                              ' 

» 

13.  Hans  Schölly.                                > 

» 

14. 

» 

15. 

» 

1.               > 

^  « 

» 

2. 

Ludwig  Beoherer. 

3.  Jacob  Oöts.                                    1 

Urban  Schwarti. 

4.               >                       Lux  Iselin. 

* 

Simon  Albrecbt. 

5.                > 

Peter  Zulle. 

6.  Bath  Summer.                               ' 

Ullin  Hunlin. 

7.               » 

» 

8.  Anthoni  Sohmid.                            < 

» 

9.  Wolffgang  Krafit.                          > 

» 

10.  FridHn  Grasi. 

Heinr.  Ghreble. 

11. 

> 

12.  Heinr.  Zeller.                                i 

» 

13. 

» 

14. 

Peter  Ryeher. 

15.                    »                                                    a 

» 

550 

Allgem.  Beilage. 

[Sb.  21]     1530. 

[22]            1531. 

[26]           1532. 

Jftoob  Meiger^). 

Adelb.  Meyger. 

Jaoob  Meyger. 

Balth.  Hiltprand.  * 

Marx  Heydelin. 

Balth  Hiltprand. 

Adelberg  Meiger. 

Jacob  Meyger. 

Adelb.  Meyger. 

Marx  Heidelin. 

Balth.  Hiltprand. 

^^ 

Cristoff  Offenburg. 

— 

Christ  Offenburg. 

1.  Bemh.  Meiger  *<;. 

— . 

> 

2.  Hans  SpoL 

Balth.  Angelrot. 

> 

3.  Ludwig  Züricher.  * 

Jacob  Oöts. 

» 

4.              — 

Jeronim.  v.  Kylohen. 

— 

5.  Bemh.  Blowner. 

Hans  Bienti. 

» 

6.  Connt  Bomhart. 

Bath  Summer. 

Rud.  Supper. 

7.  Rudolf  Schenck.  * 

Hans  Oltinger. 

» 

8.  Hans  Steek. 

Melchior  Ryss. 

» 

9.  Adam  Huckele. 

Hans  Heinr.  Qebhart 

» 

10.  Buiokhart  Meiger. 

Alban  Gernler. 

> 

11.  Hans  Viseher. 

Hans  Bratteler. 

Hans  Burckhart. 

12.  Sebast  Hertenstein. 

Jacob  8te3mer. 

» 

13.  Jod  er  Brand. 

Hans  Scholle. 

> 

14.             — 

Jaoob  V.  Wissenburg. 

Anth.  Grunenwald. 

15.  Anthoni  Göbele. 

Simon  Zwilohenbart. 

> 

1.  Rudolf  Frig.  * 

Wolfgang  Hutsche. 

> 

2.  Heinr.  David. 

Hans  Schaler. 

» 

3.  Niclaus  Lengfeld. 

Hans  BotsehOoh. 

— 

4.  Hans  Irmi.  * 

Simon  Albrecht. 

> 

5.  BuTckart  Blouwner. 

Peter  ZuUe. 

» 

6.  Rudolf  Supper. 

Mathis  Muller. 

UUe  Hunle. 

7.  Lienh.  Grunnagel. 

Basehion  Krug. 

» 

8.  Hans  NageL 

Anthoni  Schmid. 

» 

9.  Jacob  Lutenbach. 

Jacob  Bart 

> 

10.  Oonrat  Ritter. 

Heinrich  Gröble. 

Jaoob  Lumbart. 

11.  Hans  Burekart. 

Lienh.  Pfirter. 

Heinr.  Hamasch. 

12.  Hans  Luxenhoffer. 

Lux  Tynum. 

> 

13.  Conrat  Schnitt 

Cunrat  Grebel. 

» 

14.  Fridli  Riff.  * 

Balth.  Soheltner. 

» 

15.  Joder  Ziemerling. 

Hans  Veldner. 

» 

Berichtigungen  und  Nachträge. 


Zu  Band  I. 

S.  21,  31  bis  S.  22,  24.  Sowohl  die  Stärke  der  einselnen  Zusage  Ton 
1515  als  auch  die  Namen  ihrer  Hauptleute  und  Lieferherren  sind  hier 
ungenau;  Tgl.  im  St  A.,  Bd.  St  91  No.  4,  Bl.  11^27,  auch  B.  Chron.  VI  66ff. 

S.  37,  Anm.  ($.  lieber  dieses  Reformationsmandat  s.  B.  Chron.  VI 
480,  A.  1. 

8.  159,  25.  Statt  Dazelstein  lies  Doppelstein  oder  Doppenstein;  s. 
Brückner  XIII  1454.    Dieser  Sebastian  D.  wurde  1564  Bürgermeister. 

Zu  Band  II. 

S.  118,  |33.  Von  Lusem  sogen  gegen  H6rioourt  nicht  400,  sondern 
1400  Mann;  s.  Zürichs  Brief  vom  2.  Juni  1475,  im  St  A.,  Bd.  St  91  (5). 

S.  217,  1.  lieber  den  hier  erwähnten  Streif sug  s.  einen  Brief  vom 
2.  Mai  1475,  im  Missivenb.  XIV  103. 

S.  275,  A.  3.  Das  irrige  Datum  bei  Knebel  entspricht  dem  ursprüng- 
lichen Feldsugsplan,  wonach  das  Heer  schon  8.  Juli  bei  Dammerkirch  sich 
hatte  Tersammdn  sollen;  s.  Missivenb.  XIV  138. 

S.  287,  A.  5.  Gemeint  ist  das  Haus  sum  Bothen  Stern,  jetst  >sum 
Xorb«  genannt,  an  der  Sehwanengasse  No.  2.  lieber  dieses  Haus,  sowie 
über  die  damidigen  Wirthshäuser  sum  Blumen  und  sum  Rosengarten  s. 
B.  Chron.  VI  444,  A.  1—3. 

8.  362,  27.  Statt  80  Gehenkter  lies  180,  da  mit  Einsohluss  von  über 
200  Ertränkten  im  Gänsen  412  umkamen;  s.  S.  362,  A.  3. 

Zu  Band  III. 

S.  4,  A.  6.  Das  Verhältniss  der  2  Venner  ist  so  lu  verstehen,  dass 
der  sünftige  J.  v.  Sennheim  das  Panner  des  Fussvolks  trug,  der  Aeht- 
bürger  Sürlin  hingegen  das  Fähnlein  der  Reisigen. 

S.  26,  15.  Die  Sohwyser  ftthrte  bei  Murten  ihr  Alt- Landammann 
Dietrich  In  der  Halden;  s.  G.  Tobler  im  Anseiger  f.  Schweisergesoh.  1898. 
S.  95  ff. 

S.  26,  A.  5.  Das  hier  Bemerkte  ist  unhaltbar  geworden  durch  die 
seither  erschienene  Forschung  von  Hans  Watteiet  in  den  Freiburger  Ge- 
schichtsblättem  L  Dort  wird  in  Anm.  146*  nachgewiesen,  dass  der  sog. 
Ghrünhag  nicht  bei  der  Kapelle  oberhalb  Cressier  su  suchen  ist,  sondern 
weit  näher,  bei  Salvenaoh,  wo  noch  jetst  der  Flurname  »unteren  Käppeli« 
vom  einstigen  Dasein  einer  Kapelle  leugt.  Da  übrigens  die  Schwyser  sur 
Vorhut  gehörten,  die  den  rechten  Flügel  bildete,  so  ist  der  »deolivus 
montis€,  durch  welchen  In  der  Halden  sie  führte,  wohl  nichts  anderes  als 


552  Berichtigungen  und  Nachtrüge. 

die  steile  Schlucht  des  sog.  Barggrabens,  welche  die  linke  Flanke  der 
feindlichen  Stellung  deckte.    Es  handelte  sich  somit  um  eine  Umgebung. 

S.  83,  A.  1.  Den  Söldner  Ulrich  Mellinger  nennt  SLnebel  niemals 
Meltinger;  sondern  wo  letiterer  Name  steht,  ist  stets  der  Zunftmeister 
zum  Schlüssel  gemeint,  und  dieser  ist  es  auch,  den  das  Oeb.  V  170^  erwihnt. 

S.  86,  27.  Die  Zahl  500  ist  richtig  für  Basels  gesammten  Zuzug,  wosu 
jedoch  die  Landschaft  nur  die  Hfilfte  stellte;  s.  den  Aussugsrodel  im  StA., 
Bd.  A.  0.  8,  S.  113. 

S.  102,  3.  Dieser  »Heir  von  Schansinonc  ist  Hugo  von  ChAlon,  Herr 
Ton  Ch^lteau-Quyon;  ygL  B.  Chron.  V  526,  A.  8. 

S.  117,  10.  »Agathe«  (5.  Febr.)  scheint  yerschrieben  lu  sein  aus: 
Agnetis  (21.  Jan.).  Denn  bei  der  Eroberung  von  Maiche  wirkte  jedenfalls 
auch  die  dem  Bischof  von  der  Stadt  Basel  geliehene  Hauptbüchae  mit,  die 
»Rennerin«,  und  diese  war  schon  am  1.  Februar  wieder  in  Basel;  s.  Woefaen- 
ausgabenb.  XI  177. 

S.  281,  14.  RQsobs  erste  Frau  hiess  Ottilie,  und  sein  Sohn  Johannes 
starb  schon  1482,  doch  mit  Hinterlassung  eines  Knaben  Beat;  s.  im  Ge- 
richtsarohiy,  Fertigungsbuoh  B  11.  Ein  anderer  Sohn,  Adolf,  erscheint  1488 
als  Chorherr  su  St  Peter;  s.  Wurstisens  Analekten  S.  241. 

S.  315,  27.    Vallant  ist  dieselbe  Burg  wie  Fallon. 

S.  324,  17.  Statt  »buehssen,  pulver«  lies:  buchssenpulver;  denn  die 
erbeuteten  Büchsen  werden  schon  vorher  S.  323  erw&hnt 

S.  649  (Register).    Ch&lon,  Hugo  von.    Erg.:  lu  102,  3  (Schansinon;. 

S.653.  Fallon.  Ergfinse:  Vallant,  Vallung  III  315,  27.  426,  31;  a, 
oben  su  S.  315. 

S.  665.  Mellinger.  Statt  »s.  Meltinger«  ergftnse:  Ulrich,  SdldnerÜ  151,9. 
367, 4.  ni  83, 1.  —  Diese  3  Stellen  sind  bei  Meltinger,  Ulrich,  su  streichen. 

S.  676.  Sehansinon  ist  Ch4teau-Qugon  und  gehört  daher  su  Chilon, 
Hugo  von;  s.  oben  die  Naehtr.  su  S.  102  u.  649. 

S.  682.    Vallant  ist  Fallon;  s.  oben  d.  Nachtrag  zu  S.  653. 

Zu  Band  IV. 

S.  34,  A.  3.  Mathias  Eberler  gen.  Schlosser,  der  Sohn  Eberlins 
des  Juden,  erwarb  1393  auf  dem  Zuge  nach  Muttens  das  Bürgerrecht  und 
wurde  1414  Rathsherr;  s.  Rothb.  S.  305  und  SohOnberg  S.  777. 

S.  52,  A.  6.  Ueber  Friedriehs  HI.  Besueh  in  Basel  vgL  auch  daa  von 
Seemflller  edierte  Itinerar  in  den  Mittheilungen  d.  Instituts  für  Oestreich. 
GeschiehUforschung  XVII  653. 

S.  59,  A.  1.  Hans  Münch  v.  Landskron  reiste  nach  Jerusalem,  Da- 
masous  und  Alexandrien,  starb  jedoch  1454  auf  der  Rückfahrt  von  letiterer 
Stadt  naeh  Oypem;  s.  Georgs  v.  Ehingen  Reise  naeh  der  Ritteridiaft, 
i.  d.  Bibliothek  d.  litterar.  Vereins  I  13  ff. 

S.  79,  A.  2.  Ueber  H^ricourts  Lehensverh&ltniss  lu  Oestreich  s. 
B.  Chron.  V  58,  A.  12. 

8.  98,  1.  Dieselbe  Nachricht  vom  Einzüge  Bischof  Philipps,  wie  im 
Oeffnungsbuohe,  findet  sich  auch  im  Schwarzen  Buch  BL  15^. 

S.  132,  14.  Des  Stadtschreibers  Schüler  wird  schon  1339  erwähnt; 
8.  B.  Urkundenb.  IV  136. 

S.  134,  3.  Job.  Vamower  ist  vermuthlich  identisch  mit  jenem 
»Johannes  genant  von  Egra«,  welcher  i.  J.  1377  als  »unser  diener«  und  seit 


Berichtigungen  und  Nachträge.  553 

Ende  Juni  1382  neben  JFoh.  yon  Altdorf  als  »subnotarius«  erscheint;  8. 
B.  Urkb.  IV  405  u.  421,  u.  V  7  u.  10.    VgL  auch  oben  S.  268,  A.  6. 

S.  134,  20.  Als  Unterschreiber  folgte  auf  Job.  Varnowcr  Henselin 
Hüninger,  welcher  1383  »unser  diener«  genannt  wird  und  vor  August  1389 
als  Unterschreiber  starb;  s.  B.  Urkb.  V  26  u.  126.  Konrad  Wyenhart  hin- 
gegen, der  in  letzterem  Amte  nur  i.  J.  1390  erscheint  und  schon  1391  durch 
Konrad  Kilwart  ersetit  wurde,  erwarb  1393  das  Bürgerrecht  auf  dem  Zuge 
nach  Muttenz ;  s.  Rothb.  S.  309.  Die  Ursache  seines  Bücktritts  als  Unter- 
Schreiber  ist  undekannt. 

S.  135,  3.  Konrad  Kilwart  blieb  nicht  bis  zu  seinem  Tod  im  Amte. 
Denn  »der  alt  stattschriber« ,  der  auf  einer  Liste  von  1409/11  erscheint, 
kann  kein  anderer  sein  als  er;  s.  im  St  A.,  Bd.  St  91  No.  2,  Bl.  21,  abgedr. 
in  Vischer- Merlans  Henmann  Seevogel  S.  82.  Auch  hatte  Steinegker,  der 
auf  ihn  als  Stadtschreiber  folgte,  als  Unterschreiber  einen  Nachfolger  schon 
im  Januar  1411;  s.  B.  Urkb.  VI  42. 

S.  135,  6.  Konrad  Steinegker  erscheint  als  Stadtschreiber  noch  im 
Mai  1428;  s.  B.  Urkb.  VI  257.  Er  hinterliess  eine  Wittwe  Agnes,  und 
zwei  Söhne  Heinrich  und  Konrad;  s.  Wurstisens  Analekten  S.  492. 

S.  135,  10.  Als  Unterschreiber  folgte  auf  Steinegker  zuerst  Konrad 
Currifex,  der  in  diesem  Amte  im  Januar  1411  erscheint  und  später,  1432, 
als  verstorbener  »Stadtschreiber«  erwähnt  wird;  s.  B.  Urkb.  VI  42  u.  306. 
Diese  Bezeichnung  als  Stadtschreiber  jedoch  ist  umso  eher  als  ein  Irrthum 
aufzufassen,  als  die  betr.  Urkunde  von  einem  Auswärtigen  ausgestellt  ist 

S.  135,  1 3.  Job.  von  Bingen  hiess  eigentlich  Job.  Zegk ;  s.  B.  Urkb.  VI  257. 
Seine  Heimat  war  vermuthlich  nicht  Bingen  a.  Rhein ,  sondern  das  Dorf 
Biengen,  südwestl.  v.  Freiburg  i.  B. 

S.  137,  8.    Buchholz  in  Westphalen  ist  das  jetzige  Bocholt 

S.  138,  23.  Nikiaus  Rüsch  stand  im  Dienste  Basels  schon  1458;  s. 
B.  Urkb.  VIH  55.  Er  mag  daher  schon  1456  dem  Substituten  Nikiaus  Meyer 
im  Amte  gefolgt  und  hier  geblieben  sein,  bis  er  1459  Stadtschreiber  von 
Mülhausen  wurde;  vgl.  B.  Chron.  III  276  u.  IV  141. 

8.  139,  10.  Auf  W.  Baumgarter  folgte  als  Unterschreiber  nur  für 
kurze  Zeit  Andreas  Helmut,  der  im  Mai  1481  in  diesem  Apit  erseheint, 
und  erst  auf  diesen  1482  N.  Meyer,  der  Vater  des  spätem  Bürgermeisters 
Adelberg  Meyer;  s,  B.  Urkb.  VTII  477  u.  B.  Chron.  VI  384,  A.  8  u.  10. 

S.  139,  20.  Jener  ältere  Nikiaus  Meyer,  welcher  1453  als  Substitut 
erscheint,  war  ein  Neffe  Henmanns,  des  Stammvaters  der  Meyer  zum  Pfeil, 
lt.  gef.  Mittheilung  von  Dr.  Aug.  Burckhardt. 

S.  139,  25.  Neue  und  wichtige  Aufschlüsse  über  Job.  Qerster  und 
seine  Familie  gibt  R.  Wackemagel  i.  d.  Zeitschr.  f.  Gesch.  des  Oberrheins, 
N.  F.  XI  444  ff.  Ueber  seine  Verdienste  um  die  Neuordnung  des  Archivs 
s.  ebenfalls  Wackemagel,  i.  d.  Inventaren  Schweizerischer  Archive  I  8. 

S.  140,  1.  Oerster  wurde  im  Dec.  1523  pensioniert  und  starb  erst  im 
August  1531;  s.  Erkanntnissb.  III  208  b  u.  Wochenausgabenb.  1531,  8.  211 
u.  213.  Sein  Sohn  Wolf  gang  studierte  in  Basel  schon  1511  und  erhielt 
1516  den  einen  der  2  von  Franz  I  für  Basel  gewährten  Freiplätze  an  der 
Pariser  Universität;  s.  die  B.  Universitätsmatrikel  Bl.  129ii,  u.  Oeb.  VII 
164^.  Ein  andrer  Sohn  hingegen,  Paulus,  wurde  in  Folge  eines  Rauf- 
handels  1519  für  ein  Jahr  verbannt;  s.  im  St.  A.  das  Todbueh  S.  33. 

S.  140,  6.  Burkhard  Baltheimer  studierte  in  Basel  schon  1490,  ver- 
ehelichte sieh  später  mit  Apollonia,  der  Tochter  von  Dr.  Job.  von  Thuniiel 
gen.  Silberberg,  und  lebte  noch  1508;  s.  Matrikel  Bl.  82  b  u.  Urtheilbücher 


554  BeiichtiguDgen  und  Nachtrftge. 

i.  J.  1506  und  1508.  AU  Rathsohreiber  folgte  ihm  sohon  1505  der  Iris- 
herige  Substitut  Marquart  Müller,  weleher  1508  Geriehtiehreiber  wurde; 
8.  im  St.  A.  das  Handbuch  I  der  Oelteniunft  8.  223  und  243.  sowie  auch 
die  Urtheilbacher  von  1508  bis  1513.  Dureh  seine  Gemahlin  Veronika  war 
Joh.  Maller  Oersters  Schwiegersohn;  s.  St&dt.  Urk.  1512,  Min  27. 

S.  140,  10.  N.  Malier  starb  1519  im  Februar  oder  Mftn;  s.  Erkannt- 
nissb.  m  190  und  Oeb.  VII  174  b.  Als  Notar  der  UniTcrsitftt  erscheint  er 
schon  1507.  und  in  diesem  Jahr  wurde  sein  Sohn  Bernhard  immatrikuliert; 
8.  Matrikel  Bl.  118. 

S.  141 ,  9.  H.  Falkner,  geb.  1506,  bezog  die  Universittt  schon  1520 
und  Term&hlte  sich  sp&ter  mit  Ursula,  der  Tochter  des  Ritters  Sebastian 
vom  Stein,  die  jedoch  schon  1539  starb;  s.  Matrikel  Bl.  150^,  auch  Gross, 
Kl.  Basler  Chronik  8.  137,  und  Tonjola  S.  299. 

S.  141,  15.  Die  späteren  Stadtschreiber  und  Rathsehreiber  bis  um 
1600  s.  bei  Ochs  VI  357. 

S  141,  23.  Z.  J.  1465  erseheint  in  der  UniversiUtsmatrikel  als  »&• 
mulus  prothonotarii«  Mathias  Hörn  von  £ltingen,  der  in  Heidelberg  Baeea- 
laureus  geworden  war. 

8. 141,  25.    Joh.  Harnesch  studierte  in  Basel  schon  1469;  s.  Matrikel 

S.  142,  1.    G.  Ertsberg  war  Substitut  von  1488  bis  1494;  s.  oben  8.  314. 

8.  142,  3.  Hans  Baumann  von  Sehaff hausen  war  luerst  Substitut  des 
Gerichtschreibers,  dann  seit  1506  des  Stadtsohreibers,  worauf  er  im  Juli  1515 
Gerichtschreiber  wurde.  Nachdem  er  letzteres  Amt  bis  1542  verseheo, 
wurde  er  pensioniert  Als  Substitut  folgte  1515  auf  ihn  Joaehim  Sehenck; 
8.  die  Urtheilbacher  des  Stadtgerichts,  femer  Geb.  VII  159b  und  StAdt. 
Urk.  1542  Mai  3  t  und  Juni  3. 

S.  142,  5.  Hans  Jakob  Wild,  geb.  1504  und  Substitut  seit  1524, 
wurde  im  Juni  1530  Oeriehtschreiber  und  starb  1573;  s.  Tonjola  8.  223. 

8.  169,  15.  Noch  1516  lebte  Martin  Sperrer  gen.  BrQglinger;  s.  das 
Urtheilb.  d.  Stadtgeriehts. 

8.  258,  A.  4.  Die  Tradition,  dass  Holbein  das  Haus  »zum  Tans«  an 
der  Eisengasse  (jetzt  Nr.  20)  bemalt  habe,  ist  durch  neuere  Fonehongen 
als  irrig  erwiesen.  Vielmehr  war  es  das  am  Fischmarkt  gelegene  Haus  d. 
N.,  welches  die  fraglichen,  jetzt  nur  noch  in  Copien  erhaltenen  Male- 
reien trug. 

S.  292,  A.  2.    Statt  8.  83  lies:  8.  56. 

8.  309,  19.  Ueber  diese  Stiftung  s.  das  Jahneitb.  des  Müngters 
BL  16  ii  (jetzt  im  Landesarehiv  in  Karlsruhe. 

S.  369,  11.  In  Schnitts  compilierter  Weltchronik  BL  248  lautet  diese 
Stelle:  und  im  underen  teil  gel  und  rott  über  ort,  und  uff  dem  heim  ein 
guldin  merkatzen  uff  einnem  bkuwen  hAt.  —  Diese  Aenderung  des  Textes 
stützt  sich  offenbar  auf  die  Abbildung  dieses  Wappens  in  Schnitte  Wappen- 
buch BL  123  b. 

8.  369,  A.  1.  Die  Angabe  der  Annales  Basilienses,  dass  Basels  Be- 
lagerung durch  Rudolf  von  Habsburg  1273  »oirea  festum  s.  Margarethae« 
erfolgte,  wird  bestätigt  durch  die  von  Lemmens  in  der  RAm.  Quartal- 
Schrift  1900  8.  241  edierte  und  um  1325  in  Basel  verfasste  Chronik  eines 
BarfQssers:  tempore  messium,  scilioet  in  vigilia  beatae  Margarethae,  5vcl 
6  diebus  (also  vom  14.  Juli  an).  Die  Datierung  Wurstisens  (S.  132)  »um 
des  hl.  Kreuzes  tag  zu  herbst«  (14.  Sept)  ist  somit  irrig.  Auoh  beseht 
sich  die  Angabe  einer  Zorioher  Chronik  (Ausg.  von  Dierener  8.  29 ,  L  d. 


Berichtigungen  und  Nachtrftge.  5ÖÖ 

Anm.)  »und  lagend  da  6  wuehen  tot  der  statt«  nicht  auf  die  eigentliche 
Belagerung,  sondern  auf  die  Dauer  des  Feldsuges  überhaupt. 

S.  398,  25.  Hans  Wiler  der  Vater  reiste  mit  Jakob  Ton  Kilehen  und 
dem  Buchdrucker  Michael  Wensler  schon  1489  nach  England  mit  einer 
Sendung  von  Büchern;  s.  Histor.  Festschrift  1901,  8.  269.  Der  Sohn  aber 
muss  den  Vater  frühe  Terloren  haben,  da  er  bis  1513  unter  Vormundschaft 
stand;  s.  Stadt.  Urk.  1513  Mai  25. 

8.  398,  36.  Hans  Wiler  starb  im  Mai  1541,  und  da  seine  Toohter 
Helena  schon  Tor  ihm  gestorben  war,  so  fiel  sein  hinterlassenes  Vermögen 
als  erbloses  Gut  der  Stadt  anheim;  s.  Stadt  Urk.  1541  Mai  31,  sowie  auch 
unter  den  Akten  der  Elendenherberge  (10*)  den  undatierten  Brief  Ton  Ur- 
sula Nagel  Ton  der  Alten  Schönstein  an  den  Rath. 

S.  405,  1.  Götterscherberg  hiess  ein  Bergwerk  bei  Planeher-les-Mines, 
nach  einem  seiner  früheren  Besitier,  Hans  Götterscher,  der  um  1477  lebte; 
8.  L.  Kilchmanns  Schuldbuch,  im  St-A.,  Karthaus  B,  Bl.  102. 

S.  405,  10.  Statt  >Michel  Vender  mit  Bucherer«  lies:  Michel  Wensler 
mit  bucheren;  s.  oben  d.  Nachtr.  zu  S.  398,  25. 

8.  490  (Kegister}  > Bucherer«  ist  zu  streichen. 

Zu  Band  V. 

8.  136,  A.  3.  Gemeint  ist  hier  der  Winter  von  1431/32 ;  Tcrgl.  Zürcher- 
chronik  8.  192,  wonach  im  Januar  1432  sowohl  Menschen  als  Vögel  erfroren. 
Die  eingeklammerte  Jahnahl  1430  am  Rande  ist  mithin  zu  streichen. 

8.  136,  A.  5.  Julian  Cesarini,  Kardinal  Ton  St.  Angeli,  kam  naöh 
Basel  am  9.  September  1431  und  prftsidierte  die  erste  allgemeine  Sitzung 
des  Concils  am  14.  Deeember;  s.  Haller,  Concüium  Basiliense  ü  13  und  19. 

8.  136,  A.  6.  >Und  begunde  das  wetter  suber  abegAn«  ist  wohl  so 
zu  yerstehen,  dass  bald  nach  dem  14.  Deeember,  wo  die  erste  Concils- 
sitzung  stattfand,  das  Wetter  aufhellte,  worauf  dann  >Tor  wihennachten« 
die  strenge  Kälte  eintrat 

8.  193,  A.  6.  Das  Landgericht  im  Leimenthal  gehörte  den  Grafen  Ton 
Würtemberg,  die  es  1324  sammt  den  Herrschaften  Horburg  und  Reiohen- 
weiler  von  den  Freiherren  von  Horburg  gekauft  hatten ;  s.  Stalin,  Wirtem- 
berg.  Gesch.  III  178. 

8.  204,  A.  9.  Anna,  Henmann  Offenburgs  Schwester,  starb  1454  in 
SLlingenthal  als  Nonne;  s.  die  Klingenthaler  Urk.  Nr.  2118. 

8.  206,  A.  4.  Schon  1417  stellte  Sigismund  für  H.  Offenburg  auch 
einen  Wappenbrief  aus;  s.  Altmann,  Regesten  Sigismunds  Nr.  2104,  u.  vgL 
abend.  Nr.  2340  u.  2665. 

8.  209,  16.  Am  7.  September  1433  war  H.  Offenburg  wieder  in  Basel 
und  erschien  vor  dem  Concil;  s.  Haller,  Ooncilium  Basiliense  U  477. 

8.  235,  A.  3 — 5.  Konrad  Marti ,  Chorherr  des  St.  Mauritiusstiftes  in 
Zofingen,  starb  1426;  s.  Anzeiger  f.  Schweizergesch.  1897,  8.  498.  Die 
Jahrsahl  14 . .  ist  mitliin  zu  ergftnien  in  1426  oder  1427. 

8.  249,  A.  2.  Sicher  ist  Oberlin  zu  lesen;  vgl.  B.  Chron.  11  229,  14: 
Studenoberlin  von  Waidenburg. 

8. 303  A. 6.  Hans  Schlierbach  wurde  1494  ermordet;  s.  oben  S. 235,  AI. 

8.  305,  A.  1.  H.  Offenburgs  Vater  hiess  Albreeht,  sein  Gross vater 
Heinrich,  und  beide  waren  Apotheker;  lt.  gef.  Mittheilung  von  Dr.  August 
Burckhardt 


556  Beriohtigaogen  und  Naehtrtge. 

S.  306,  A.  20.  Anna,  Henmann  Offenburgs  Tochter,  starb  1493  alt 
Nonne  im  Steinenkloater ;  s.  d.  Jahrieitb.  dieses  Klosters  in  WuntUens 
Analekten,  S.  334. 

S.  30S,  A.  4.  Dieser  Kardinal  Ton  St.  Potentiana  and  Bischof  Ton 
Tortosa  hiess  Otto  Ton  Moncada,  was  hier  entstellt  ist  in  »Manthonw«. 

S.  310,  A.  1.    Statt  IV  lies:  V  116. 

S.  310,  A.  10.  Konrad  Tuttelin  der  Karrer  wurde  am  29.  April  1494 
in  contumaciam  verurtheilt,  weil  er  Hans  Schlierbaeh  auf  offener  Land- 
Strasse  ermordet  hatte;  s.  St&dt.  Urk.  Nr.  2411.  Yermuthlich  war  es  der> 
selbe  K.T.,  der  schon  1475  wegen  eines  Mordes  TerortheUt  worden  war;  s. 
Wochenausgabenb.  XI  70. 

S.  316,  7.  Ueber  die  hier  erwähnte  Chronik  s.  Anieiger  f.  Schweiser- 
gesch.  1899,  S.  235. 

S.  344,  10.  Der  alte  Name  der  Kapelle  »tum  elenden  ELreus«  war 
schon  um  1517  verdrängt  durch  den  neuen  »sam  heiligen  Kreus«;  s. 
Oeb.  VII  167 :  >die  pfrund  tum  heiligen  eruti  enet  Rinc.  Vor  »heiligenc 
steht  dort  noch  »eilenden«,  jedoch  durchgestrichen. 

S.  361 ,  A.  3.  Dieser  Kardinal  von  St  Calixtus  war  nieht  Joh.  tod 
Torquemada,  sondern  Joh.  Alfonsi  von  Segovia,  Enbischof  von  Caesarea; 
Ober  ihn  s.  Haller,  Concilium  Bas.  I  20  ff. 

S.  407,  A.  3.  »Bischof«  ist  lu  streichen;  s.  den  vorigen  Nachtr. 
SU  S.  361. 

S.  442,  A.  1.  Die  sog.  Beinheimische  Hs.  trägt  jetst  die  Signatar  HI  1. 

S.449,  1.    Statt  1491  Ues:  1489. 

S.  453,  15.  Diese  35  Blätter,  welche  jetst  den  vordersten  Thöl  der 
Hs.  bilden,  waren  ursprünglich  dem  Sohluss  beigeheftet ;  s.  oben  S.  381,  A.  1 

S.  454,  22.    Statt  1548  lies:  1547. 

S.  455,  24.  Bernhard  M.,  der  1610  verstorbene  Enkel  des  Bürger- 
meisters  Adelberg,  hatte  mehrere  Sohne,  und  deshalb  ist  die  hi«r  geftusserte 
Vermuthung  betr.  die  Vererbung  der  Hs.  lu  streichen;  s.  oben  8.  381,  A  3, 
und  S.  420,  8. 

S.  493,  A.  2.  Das  Benediktinerpriorat  Ayton,  wohin  Johann  Alfonsi 
von  Segovia  sich  surücksog,  liegt  nicht  in  Spanien,  sondern  bei  AiguebeUe 
in  Savoyen. 

S.  494.  Zwei  weitere  Aktenstücke  tum  Einiug  Papst  Feliz  V.,  aus 
dem  St.  A.  mitgetheilt  von  R.  Thommen,  s.  im  Anseiger  f.  Sehweiser- 
gesck  1895,  S.  218  ff. 

S.  512,  A.  8.  Die  Rückkunft  nach  Basel  erfolgte  schon  Dienstags 
vor  St  Magdalenentag,  also  nicht  am  22.,  sondern  am  18.  Juli;  a  MissiTen- 
buch  KIV  155. 

S.  514,  A.  4.  Orbe  wurde  nieht  am  2.  Mai  erstürmt,  sondern  Diens- 
tags den  3.;  s.  im  St.  A.  Bd.  St.  91  (5)  den  Brief  Berns  an  Basel,  vom 
4.  Mai,  wonach  der  Sturm  »gestern«  geschah. 

S.  515,  A.  3.  Auf  seinen  Antheil  an  Orandson,  Orbe  und  Jongne 
versiohtete  Basel  schon  im  Juli  1475;  s.  Missivenb.  XIV  157. 

S.  523,  A.  2.    SUtt  S.  29  lies:  S.  20. 

S.  523,  A.  7.  Da  alle  sonstigen  Berichte  nur  von  30  Reisigen  wissea, 
so  dürfte  die  Zahl  78  enUtellt  sein  aus  28  (LXXVIH  aus  XXVIII). 


Berichtigungen  und  Nachträge.  557 

8.  524 ,  A.  5.  Der  Sold  von  4  OL,  wie  der  Text  hat,  wird  bestätigt 
durch  Eidg.  Absch.  11  632,  und  demnach  ist  Etterlin  im  Inthum. 

8.  525,  12.     Statt  200  lies:  2000. 

8.  545,  10.  Das  hier  in  Aussicht  gestellte  Verieichniss  der  Bürger- 
meister kann  erst  im  Schlussband  erscheinen. 

8.  560,  Nachtrag  lu  Bd.  IV  140.    Statt  Erkanntnissb.  II  lies:  III. 

8.  592  (Register)  Segovia.  Statt  »Eribischof  Joh,  Ton  Torrequemada« 
lies:  Johann  Alfonsi  Ton,  Ersbischof  von  Caesarea. 

Zu  Band  VL 

8.  16,  A.  6.  Der  hier  erwähnte  Lienhard  Qrieb  d.  jüngere  war  der 
Sohn  des  gleichnamigen  Oberstiunftmeisters  von  1484  und  bekleidete  1504 
gleichfalls  dieses  Amt;  s.  B.  Chron,  IV  89,  A.  2. 

8.  49,  A.  7.  Andreas  Bischoffs  Vater  hiess  Nikiaus,  und  dieser  war 
ein  Sohn  jenes  Andreas  d.  altem;  s.  oben  8.  392,  19. 

S.  15,  18.  Ueber  dieses  Panner,  jetit  im  Landesmuseum,  s.  Zeller- 
WerdmflUer  im  Anieiger  f.  Schweif.  Alterthumskunde  1901,  S.  183  ff. 

S.  92,  A.  6.  Ueber  Th.  Brand,  den  späteren  Bürgermeister,  s.  Joh. 
Rudolf  Burckhardt  im  B.  Taschenb.  1858,  S.  71ff. 

^  8.  127,  3  u.  A.  3.    Peter  Wächter  von  Liestal  hiess  »Tischmacher« 
nach  seinem  Beruf;  s.  oben  S.  477. 

8.  128,  A.  4.    Dieses  Schriftstück  s.  oben  S.  478. 

8.  162,  A.  1.  Ueber  Christoff  Baumgarter  Tgl.  auch  Anshelm  VI  163, 
wodurch  die  Basler  Berichte  vielfach  ergänst  werden. 

8. 180,  A.  6.    Masi  (spaniseh:  mazas)  sind  Amtstäbe  lum  Vortragen. 

8.  201 ,  20.  >Alfurt  hj  Haltprun«  ist  vermuthlieh  Adolf  fürt,  4  St. 
öatL  Ton  Heilbronn. 

S.  203,  A.  8.  Mit  »80  tag«  stimmt  auch  Anshelm  VI  165,  laut  welchem 
dieser  Comet  vom  August  bis  October  gesehen  wurde. 

8.  205,  4,  A.  1.  Das  richtige  Datum  dieses  Brandes  ist  Sonntag  Jubi- 
late  (18.  April);  vgl.  B.  Chron.  IV  99  und  den  ausführlichen  Bericht  bei 
Anshelm  VI  228  ff. 

8.  220,  A.  3.  »Menger«  bedeutet  nicht  nur  Unruhestifter,  sondern 
aueh  Trödler  and  Hausierer. 

8.  229,  A.  11.    Zu  »vesser«  vgl.  helmvas,  s.  B.  in  den  Nibelungen. 

8.  250,  A.  6.    Hierzu  s.  oben  den  Nachtrag  lu  Bd.  V  545. 

8.254,  A.  3.  »Angster«  ist  möglicherweise  entstanden  aus:  nummus 
angustus;  s.  Dueange:  Angusti. 

S.  277,  13.  Der  Basler  Bischof  Lfltold  oder  Lupoid,  welcher  um  1197 
regierte,  war  kein  Freiherr  von  Röteln,  wie  früher  allgemein  angenommen 
wurde,  sondern  von  Aarburg;  s.  R.  Wackernagel,  im  Anseiger  f.  Schweiser- 
gesch.  1889,  8.  357. 

8.  326,  A.  6.    Hans  Bernhard  M.  v.  B.  war  Michaels  Bruder. 

8.  359,  A.  5.  A.  v.  Rotberg  hatte  1476  als  Ritter  dem  fiath  angehört; 
«.  Schönbeig,  8.  797: 

S.  383,  25.  Henmann  Meyer  der  Weber,  der  Stammvater  der  M.  sum 
Pfeil,  war  von  Wolfswiler,  erwarb  1372  das  Bürgerrecht  auf  dem  Zuge 
gegen  Istein  und  sass  später  im  Rathe  bis  1412;  s.  Leistungsb.  1 127  und 
Schönberg  8.  474  ff.    Sein  Vater  Nikiaus  erscheint  1367—1381   als  Meier 


568  Berichtigungen  und  Nachtrfige. 

des  Klosteri  Ottmanheim  lu  Oetlingen ;  laut  gef .  Mitiheilung  t.  Dr.  Aug. 
Burekhardt. 

S.  392,  A.  9.  Diese  ganie  Anm.  ist  tu  streiehen.  Denn  Nlklauf 
Bischoffs  Frau  war  nicht  Anna  Orüneniwig,  sondern  Verena  Zangenberg, 
die  ihn  aberlebte;  s.  im  St.  A.  die  UrtheilbQcher  i.  J.  1521  u.  1541.  Immeihiii 
war  Anna  GrOnenswig,  als  Gemahlin  Hans  Bars  d.  ftlteren,  der  Kathaxina 
Bischoff  Grossmutter  mütterlicherseits ;  s.  B.  Biographien  I  65.  Hingegen 
war  sie  nicht  Nikiaus  Grünem wig^  Tochter,  sondern  dessen  Schwester;  i. 
im  St  A.  das  Urkundenb.  V  126,  s.  J.  1511,  das  Urtheilb. «.  J.  1512  und  das 
Zinsbuch  s.  J.  1484. 

S.  395,  A.  6.  Hans  Rudolf  war  der  Sohn  des  Bürgermeiaters  Jakob 
Meyer  zum  Hirsen ;  s.  Meyerisohes  Gesehlechtsbüchlein,  Copie  im  St.  Arehir. 

S.  416,  21.  Hier  folgt  in  der  Hs.  die  oben  S.  381,  A.  2  angefühlte 
Verweisung  auf  Bl.  295. 

S.  416,  A.  3.  Anna  Magdalena  Eberler  gen.  Grüneniwig,  Tcrm.  mit 
Ulrich  sum  Luft,  war  die  Tochter  Mathias  Eberlers,  des  Rathaherm  der 
Weinleuteniunft  (i*  1454),  also  die  Schwester  des  gleichnamigen  Ratha- 
herm, der  sum  Agstein  wohnte  (i*  1485),  und  eine  Enkelin  des  Rathsherro 
Mathias  Eberler  gen.  Schlosser;  laut  Mittheilung  von  Dr.  Aug.  Burekhardt 

S.  416,  A.  4.  Katharina  Roseggs  Gemahl  war  yermuthiieh  Heinrich, 
ein  Sohn  Mathias  Eberlers  gen.  Schlosser.  Denn  die  einsige  Frau  einei 
Eberler,  deren  Name  noch  unbekannt  wftre,  ist  die  erste  Frau  dieses  Hein- 
rich, welcher  nachweisbar  sweimal  sich  Tcrehelichte. 

S.  416,  A.  6.  Diese  Anm.  ist  su  streichen;  s.  oben  den  NaehUag  sa 
S.  392. 

S.  416,  A.  7.  Statt  »Nikiaus«  lies:  Biathiaa;  s.  den  Nachtrag  su 
S.  392.  —  Die  Mutter  Annas,  also  die  Ehefrau  Mathias  Eberlera  sum 
Agstein,  hiess  nieht  Lucia,  sondern  Anna  Peyer;  s.  Welti,  Die  Urkunden 
des  Stadtarchirs  su  Baden,  8.  881  ff.,  a.  J.  1483. 


Personen-  nnd  Ortsyerzelchniss. 


NB.  In  di«Mm  TeneiduÜM  ist  die  Allgemeine  Beilage  mit  den  BatliabeMtznngen  (8.  525  ff.) 
niclit  berftcloiehtigtt  nnd  ebeneo  sind  Tom  Qeechleclite  Meyer  som  Pfeü  alle  diejenigen  Glieder 
weggelassen,  welcne  nnr  in  der  Meyerisohen  Familieneliromk  (8.  391—407)  oder  m  der  Wappen- 
tafef  (B.  415 — IS)  Torkommen.  Ton  allen  Xhepaaren,  welche  letztere  QneUe  anffUirt^  enwUt 
es  somit  stets  nnr  den  angeheirateten  Theil ,  der  kein  geborener  Meyer  ist.  Im  ftbngen  gilt 
fbr  dieses  Yeruiehniss  dasselbe,  was  sdlion  im  Bd.  IV,  8. 483  bemerkt  wnrde. 


Aachen,  Auch,   Ocht  153,  29  A.  4. 

228  A.  4.    432,  19.    443,  21. 
Aarau  129,  12.    139  A  6.    159  A.  3. 

160  A.  1. 
Aare  229,  8.    265,  U.    450  A.  9. 
Aargau,   Ergeuw  7   A.  7.    266,   1. 

272  A.  1. 
AaTwangen  265,  13. 
Abyberff,   Fridolin,    der   Sohwyzer 

129   l2. 
Adda'35'A.  10.   36,  3  A.  1. 
Adolsfart,  Alfurt  201,  20.  557  Nach- 
trag Bu  201. 
Africa  205,  11. 
Agstein,  Peter  lum,  d.  R.  260,  11, 

A.  6.   261,  14  A.  6. 
Aiguesmortee  217,  5. 
Albis  141,  6—16.  142  A.9.  143  A.  2. 

199,  9.   201,  4. 
AlbuU,  Elbling  34  A.  9. 
Alen^on,  Herzog  Franz  von  397  A.  5. 
Alessandria  30  A.  4.   36  A.  10.  37, 

5  A.  5.  44,  8.  47  A.  12.  446  A.  11. 
Alezandrien  552  Nacbtrag  tu  IV  59. 
Alfonzi,  Johann,  s.  Born,  A.ardinäle. 
Allgau  511,  19.   513,  9. 
AlUchwil  376,  9. 
Altdorf  38  A.  6.   40  A.  6.   433 ,  3. 

448  A.  7,  8. 
—  Johann  Ton,  Stadtsehr.  268,    14 

A.  6,  7.  553  Nachtrag  zu  IV  134,  3. 
Altkireh  8,  2.    257,  4  A.  3.  280,  6. 

361,  13.    524,  10. 
Altreu  265,  13. 
Amboise,  Karl  von  433,  5. 
Amerbach,  Bonifaoius  91,  22. 
Ammersweiler  216,  10. 
AmmianuB  Marcellinus  354,  1  A.  3, 4. 
Ampringen,  Konrad  Ton  8,  20. 
Anaelfingen,  Angelingen  52,  3. 


Andlau,  Andlo  265,  1. 

—  Edle  Ton  213  A.  2. 
Hartmann,  Bgrmr  13,  10,  14.    80, 

4,  11.    325,  10. 

Barbara,  s.  Gilgenberg. 
Angelrot,  Balthasar,  d.  K.,  u.  Gem. 

Dorothea  391,  9  A.  1. 
Angelus,    Bischof  y.  Sessa,  päpstl. 

Legat  304  A.  16. 
Angenstein  428,  2—11. 
St.  Angiolo,  Angalm  36,  10. 
Anhalt,  Fürst  Wolfgang  Ton  150,  18. 

200,  3. 
Anjou  s.  M^zi^res. 
Anna,  Magd  396,  21. 
d^Annone,  Daun,  Christoff,  u.  Tochter 

Helena  396,  12. 
Antigorio  s.  Eschenthal. 
Antwerpen,  Antorf  432,  21,  443,  21. 
Anwil,  Friedrich  Yon  111,   1. 
Appenzell,   27,  23.   39,  7.   54,  21. 

65  A.  2.  72,  1.   137,  21.    138,  27. 

146,  19. 
Aragon,  Könige: 

Jacob II.  249, 14.—  Tochter:  Elisa- 
beth, s.  Deutschland,  König 
Friedrieh  d.  Schöne. 

Ferdinand  d.  Katholische  65  A.  1, 

6,  7.  —  Tochter:  Katharina  s. 

England,  König  Heinrich  VIII. 

Archa  s.  Elgg. 

Argent,  Arsent,  Wilhehn  212—213. 

115,  7  A.  7.   369—370.   371  A.  7. 

373—374. 

—  Jakob,  Bastard  212,  5.    370—372. 
Armagnacken,  Jacken,  Delfinische, 

Schinder  171,  27.   224,  24.  229,  15 
A.    10.    230,    1  A.  2,  3.    281,  4. 
282,  12.    362—364. 
von  Arx,  Diebold,  Basler  34  A.  4. 


56Ü 


Personen-  und  OrtsTerzeiehnias. 


von   Ars,    Heinrieh,    Solothurner 

206    21 
Asü  36,  19.   37,  4  A.  1.  43,  18.  44,  7. 

47  A.   12.    55,  18.    58  A.  1.    66, 

12  A.  10. 
Auer,  Ouwer,  Daniel  281,  2  A.  1. 
Augsburg  100,  22  A.  1.   150,  12  A.  1. 

3.  153,  13.   194,4.  197,4.  199,24. 

252,  11.    277,  21--36.     511,   20. 

512,  35.    514.  19. 
Äugst  126  A.  3.    267,  11. 
Ayton,  Kloster  in  SaToyen  556  Nach- 
trag lu  V  493. 

Baar  137,  17.  141  A.  2.  143  A.  5,  6. 

—  Baarer  Boden  143,  15   A.  8. 
144  A.  4    7. 

Babst,  N.,  Kanzler  d.  östreich.  Land- 

TOgts  509,  17. 
Baden  im  Aargau,  Oberes  Baden  7 

A.  7.  9,  7.  13,  5.  38  A.  3.  50,  16. 

136,21.  137  A.  5.  139  A.  2.  147,9. 

175,  32  A.  2.    196,  4.  207,  11.  253, 

7,  9  A.  5.    272,  6  A.  4.  385.  23. 

—  Schultheiss  s.  Eberler,  Nikiaus. 
Baden  s.  Markgrafschaft 

—  Markgrafen: 
Karl  426,  25. 

Qeorg  s.  Mets,  Bischof. 
Christoff  179,  28.   231,  16.  434,9. 
Ernst  123,  11  A.  5.    146,  18.   470, 
13.  509,  30  A.  5.  510,  2—16  A.  8. 
514,  10. 
Bernhard  509  A.  5. 
Philipp  509  A.  5.    510,  6. 
Baden,  von,  Qötsmann  267,  3. 

—  Hans  Heinrich  359,  8. 
Badenweiler,  Schloss  und  Herrschaft 

123  A.  4.  256,  14.  274,  9.  509,  31. 
510  A.  1. 
B&r,  Ber,  Hans  d.  ältere,  d.  K.  392, 
15,  18.  420, 13.  430,  21.  558  Nach- 
trag zu  392.  —  Gem. :  Anna  Eberler 
gen.  Orünenzwig  392, 19.  558  Nach- 
trag zu  392. 

—  Frans,  d.  R.  118,  18.    120  A.  2. 
416,  10. 

—  Hans  d.  jQngere  67,  2,   69,   19. 
118  A.  10.  331,  13. 

—  Barbara  s.  Bischof,  Andreas. 

—  Helena  s.  Meyer  z.  Pfeil,  Bern- 
hard. 

B&renfels,  Berenfels,  Edlevon  308, 10. 

—  Arnold  d.  jüngere,   Bgimr  299 
A.  5. 

—  Adelberir  299,  8. 

—  Hans,  Bgrmr  80,  3,  6.    325,  9. 

—  Dessen  Tochter  325,  12. 

—  Hannibal  405,  14. 


Baiem  511,  19. 

Baldegg,  von,  Marquard  300.  3. 

^  Hans  9,  5.    300  A.  3. 

Baldersdorf  s.  Meyer  von  B. 

Balm,  Palm,  Ulrich  von  249,  11. 

Balstal  156—157. 

Baltheimer,  Hans,  Oberstrathsknecht, 

45,  1  A.  3. 
—  Burkhard,  Rathsehreiber,  n.  Gem. 
Apolionia  von  Tunsel  553  Nach- 
trag zu  IV  140,  6. 
BamMrg,  Bischof:  Weigand  t.  Bed- 

witz  197,  9  A.  3. 
Barbarossa,  Haireddin,  Corsa  r  205, 1 1. 
Bartenheim  10,  17. 
Basel,  Sudt: 
Aeschenthor,   Esehenmarthor  84, 
15.   126,  24.    331,  26.   358,  11. 
Aesohenvorstftdt  85,  1.    482,  32. 
St.  Alban,  Kloster  und  Kirchge- 
meinde 202,  30.  262, 8.  —  Propst: 
Simon  248,  1. 
St.  Albanthor  84,  15.  262,  18  A.  6. 

331,  26. 

St  Alban vorstodt  84,   21.   85,  3. 

219,   16,    23.    332,   1.    354,  14. 

368,  22. 

St  Andreaskapelle  281,   11  A.  6. 

St  Annakapeue  beim  8t.   BUsi- 

thor  458,  10  A.  4. 
Antoniterhaus    in    Kl.    Basel    ^ 

Ziegelhof. 
Augustinerkloster  90, 10.  11 1  A.  4. 
112,  5,  10.  122,  3.  328,  1.  453,  3. 
456,  3.  —  St  Sebastians  Bruder- 
schaft daselbst  452,  19. 
B&ren,  zum,  Zunft  d.  Hauagenomen 

133  A.  3.    178,  2.    386,  31. 
Bärenfelserhof  zu  St.  Martin  404 

A.  1. 
Barfasserkloster  10,    10.     112,  7. 
114,  5.    115  A.  4.   132,  7.    261. 
3.  283,  5.  296,  12.  357  A.  3.  456, 
18.  459,  16. 
BarfUsserplatz  177,  28.    357,  4. 
Bischofshof  308,  2.    309,  7.    310. 

20  A.  1.    392,  14. 
St  Bl&serhof  405  A.  3. 
St  BUsithor  274  A.  1.     372,  11. 

458,  10. 
Blumen,  Gasthaus  zum  132,    10. 

444,  3. 
Bock,  zum  Rothen  93,  22,  26. 
Bollwerk  an  Spalen,   Waaenboll- 

werk,  u.  zu  ot  Clara  85,  25. 
St  BrandolfskapeUe  132  A.  7.  444 

A.  3. 
Brodbeckenzunft  133,  4. 
Brodlaube  133,  7  A.  7. 


FeTsonen-  nnd  OrtsTeneiohniBS. 


561 


Brunnen,  Stube  zum,  Obere  Stube 
18,  28.   450,  8. 

Burg,  auf,  Atrium  ecclesiae  Basi- 
Uensis,  Mansterplats  5,  7.  116, 
7,  10  A.  4,  7.    121,  4.    122,  10, 

202,  28.  203,  8.  247,  1.  252. 
18.  267,2.  268,  11,  13.  283,  5. 
309,  17,  23.  357,  6.  ~  Brunnen 
daielbst  268,  13. 

BurgergMse ,    jetst    Greifengasse 

430,  6. 
St  Clara,  Kloster  387 ,  24.    433, 

22.   460,  9. 
St.  Clarabollwerk  s.  Bollwerk. 
CoUegium,    Unteres,    Zibolerhof, 

UmVersitfttsgebäude  60,  17.  111, 

19  A.  4. 
Deutscbordenshans  85,  4. 
Dolder,  Tolden,  Haus  tum,  am 

Spalenberg  217,  22.   252  A.  12. 
—  iimi  Hohen  D.,  Haus  d.  Vor- 

stadtgesellscbaft  lu  St.  Alban, 

auch  i^en.  sum  Esel  219,  17  A.  7. 
Eberstein,  Haus  tum  162,  13,  19. 

203,  6.   337,  11.     . 
Blendenherberge  435,  6.    452,  6. 
St  Elsbethen  261,  10. 
Eptingerhof  bei  St.  Martin  74  A.  4. 
Esel  s.  Dolder.     . 
Eselthurm  132,  6,  12.    177,   28. 

336,  15. 
Falken,   Falkeoberg,   Haus   sum 

395,  19  A.  6. 
Falkensteinerhof  302  A.  7. 
Fanen,  tum  Koten  34  A.  7. 
Fischersunft  60,  6,  13  A.  3. 
FiBcbmarktl32— 133.  134  A.l.  178, 

4,  11  A.  8.  199,18.  259,16.  279, 

17.  280,  1.  299,  15.  301  A.  1. 
324,  12.  447,  13.  •—  Brunnen 
daselbst  133,  10.   279  A.  8. 

Freie  Strasse  116  A.  1.    132  A.  9. 

133  A.  3.    178,  2  A.  1,  8. 
Fröwler,  Haus  der,  s.  Gunaoh. 
Galgen  auf  dem  Geliert  261,  2.  262. 

10.    337,  26. 
Oartneriunfr  113,  3,  12. 
Geliert  s.  Galgen. 
Gelten,  sur,  Zunft  der  Weinleute 

18,  12. 

Gens,  Haus  sur  447,  12  A.  5. 

Gerbergasse  116  A.  1.  132,  7. 
177    29. 

Gerbenunft  315,  14. 

Gieren,  Klayen,  Haus  zum  301,  1. 

Greifen,  sum,  Kleinbasler  Gesell- 
schaft 429,  7. 

Greifengasse  i.  Burgergasse. 

Gunach,  Hof,  der  Fröwler  Haus, 

BMltT  duronUten     VI. 


jetit  ium  Tiöweniom  326  A.  6. 

360,  3. 
Hftren,  sur,   Kleinbasler  Gesell- 
schaft 449,  28. 
Hasen,  Haus  sum  18,  13.  268,  15 

A.  7.   S.  auch  Mejer  s.  Hasen. 
Hausgenosseniunft  s.  Bären. 
Heisser  Stein  s.  Kommarkt. 
Helm,  sum  Grünen  360,  3. 
Heuberg  326,  23.   360,  2. 
Himmel,  sum,  Zunft  d.  Maler  90, 

1,  27.    93,  11,  30.    134,  10. 
Hirsen,  Gasthaus  lum  66.  5  A.  3. 

482  A.  4.    S.  auch  BilUng  und 

Meyer  s.  Hirsen. 
Hohe  Stube  119  A.  10.    120  A.  1. 

355,  9.    356,  2—19.    430,  11,  14. 

529. 27.  8.  auch  Brunnen,  Mücke 
u.  Seufsen. 

Hutgasse  49,  20.    116  A.  1. 

Imbergässlein  132,  9. 

St  Jakobsbrunnen  in  der  Aeschen- 

Torstadt  358,  10  A.  6. 
St  Johanns,  Johanniterhaus  273, 18. 
St  Johannsthor  279,  18.   368,  19. 

370,  11.   371,  1. 
St  JohannsTor Stadt,    sum  Crütze 

219,  21.    262,  19. 
Kapitelhaus  beim  Münster  202,  28. 
Karrerknechte,  Bruderschaft  der 

453,  5. 
KarthauB  121  A.  5.  219, 19.  284,  6. 

332,  1.  341,  11.  368,  15,  27.  429, 

26.  435,  20,  25.  438,  15,  22.  454, 

17.  457,3.  —  Prior  s.  Zsohecken- 

pürlin,  Hieronymus. 
St   Katharinenkapelle    vor    dem 

Aesohenthor   84,   20.    126,   23. 

331.28.  363  A.5.  481,32.  483, 18. 
Kaufhaus  133,  5.   134,  11.   203,  6. 

336,  8—14.   337,  12. 

Kaufleutensunft  s.  Schlüssel. 

Kilchmann,  Hans  sum  430,  7. 
432,  6.  433,  25.  435,  2,  9  A.  2. 
448  A.  2.    451,  14.   458,  4. 

Klagen  s.  Gleyen. 

Klein  Basel,  Kleine  Stadt,  Min- 
der Basel,  über  Bin,  59, 1 2.  113 
2—18.  114,  15.  250,5.  253,11' 
259,  10.  268,  1.  274,  1.  280,  1. 
297,  7.  301,  5.  304  A.  2.  324, 
12.  332,  1.  368,  14—27.  375 
A.  1.  377,  12.  425,  9.  432,  10. 
434,  20,  31.  453,  15  A.  2.  457 
A.  8.  458,  8.  —  Die  drei  Gesell- 
schaften 432, 11.  S.  auch  Greifen. 
B[ären  u.  Rebhaus. 

Kleinbasier  Richthaus  113,  6.  375 


A.  1. 


36 


662 


Personen-  and  OiUreneicliniM. 


Klingenthal  121  A.  5.  284,  14. 
286,  13.  301—302.  334,  14.  429, 
20.  434,  28.  453  A.  3.  454,  18. 
456,  1.  458,  14.  459,  12  A.  5. 
460 ,  1 .  555  Nachtrag  su  V  204. 
—  Bruderschaft  der  Müller- 
kneehte  daselbst  453,  21. 

Kohlenberg  261  A.  7.    300,  18. 

Korb,  B.  Sternen,  zum  RoÜien. 

Kornmarkt,  jetzt  Marktplatz   18, 

11,  13.  115,  22.  116,  1—15,  132 
—134.    149,  10.     162,  22.     178, 

1.  199,  18.  259,  17.  266,  12,  15. 
267  A.  4.  268,  16.  269  A.  1. 
301,  1.  334,  27.  336  A.  1.  357,  4. 
362,  19.  377,  13.  446,  14.  447, 
5,  14.  482,  4,  9.  —  Brunnen  da- 
selbst 132,  8  A.  4,  5.  133,  3  A.  2. 
135  A.  1.    259,  18.   267,  5.    336, 

12.  —  Heisser  Stein  281,  17. 
Krähe,  Kreigen,  lur,  Vorstadtge- 
sellschaft 113,  13  A.  6. 

Krämergasse,  jetzt  Schneidergasse 

132  A.  6.    178,  3. 
Krämer  zun  ft  s.  Safran. 
KreuB,  zum  Elenden,  Kapelle  274, 

1  A.  2.   315,  1.  556  Nachtrag  zu 

V  344. 
Krone,  Gasthaus  zur  50,  1.  132, 11. 

448,  4. 
Lachs,  zum,  Emmerichs  Haus  133, 

12  A.  10. 
St.  Leonhard,  Lienhard  112,  7,  11. 

122, 10.  171, 15.  246,  5.  247  A.  9. 

248,  4.    276,  11.   452,  1,  5  A.  1. 
linde,  Haus  zur  446  A.  6. 
Löwonzom  s.  Gunach. 
Lützelhof  a.  d.  Freien  Strasse  133, 

4  A.  4. 
Luft,  Haus  zum  209,  15. 
Malsgasse  84,  20. 
St.  Martin  111,  22  A.  3,  6.  112,  10. 

202,  29.  359  A.  2.  392,  1,  8.  394, 

3.  397,  2,  6)  18.  400,  22.  406, 16, 

20,  29.   407,  6.   421,  11. 
St.MartinsBergll2,5.  134,9.  403, 

23.    404  A.  1. 
Macke,  Stube  zur  270,  1.    272,  12. 

355,  7  A.  4.    358,  7. 
Müllerknechte ,    Bruderschaft ,    s. 

KlingenthaL 
Münster,  Hohe  Stift  auf  Burg  5,  7. 

42,7.  91,  15.   114,14.  116—117. 

202, 28  A.  6.   203, 8.  209, 16.  246, 

2.  247,  1  A.  1,3.  252,4.  258,  5. 
262  A.  5.  270,  11.  271,  1.  283, 
17  A.  10,  11.  303,  19.  305,  1. 
309  A.  4.  334,  3.  336  A.  1. 
357,  6.    393,  7,  23.    398,  4.   401, 


6,  12.  402,  21.  403,  9,  14.  404 
7—17.  450,  12.  459,  1.  —  Chor. 
116,  11.  305,  4.  —  Lettner  116. 
13.  —  Galluspf orte  296,  UA.6. 

—  Papstglocke  281,  12  A.  7. 
339,  9.  340,  15.  —  Kreuzgang 
201,  12.  392,  13.  409,  25.  413 
A.  3.   417,  19. 

Münsterplatz  s.  Burg. 

Nadelberg  261,  15  A.  7. 

St  Niklauskapelle  in  KL  Basel  264. 

13.  324,  13.   457,  20.    4^8,  2. 
Oberes  Thor  s.  Ridienthor. 
Offenbnrgerhof  358,  9. 

St  Oswafdskapelle  247  A.  9.  24S, 
4  A.  4. 

Pantier,  Haus  zum  384,  28. 

St  Peter  114,  14.  121,10.  122,11. 
262,  23.  281  A.  6.  315,  11.  39S, 
11.  404, 1  A.  1.  405,  7.  552  Nach- 
trag zu  III  281. 

St  Peters  Berg  435,  7. 

St  Peters  Platz  196,  9.  279,  18  A. 
6.   310,  10. 

Pfalz  59,  %.  252,3.  284,6.  340,  S. 
368,  17,  18.   454,  17. 

Platz  s.  St  Peters  Plats. 

Predigerkloster  60,  8.  114,  4  A.  3. 
301,  6.  302,  7. 11  A.  5.   303  A.  1. 

PuWerthurm,  Zeugthuim,  Schnei* 
derthurm  84.  16  A  6.     331,  25. 

Bathaus,  lUchthaus  113  A.  5.  115, 
18,  20.  133,  6.  134  A.  4.  304  A 
2.  308,  12.  309,  1,  5.  310  A  L 
327,  4.  337,  21.  481,  21,  482. 
15.  —  Oberes  Gewölbe  176,  10. 

—  Rathstube  482,  12. 
Rebhaus,  Kleinbasler  Qoiellaehaft 

d.  Rebleute  457,  2.    460,  20. 
Rheinbrücke  33,   12  A.  4.     59,  9. 

14.  60,  15,  21.  255,  3.  259,  13 
A.  5.  280,  15.  284,  6.  314,  11. 
341, 11.  368, 15.  444,  7.  447,  13. 
454, 19.  455,  1.  —  Kapelle  da- 
rauf 59 ,  18.   368,  14,  19. 

Rheingasse  280,  1.  324,  13.  430,  7. 
432,  6. 

Rheinsprung,  Sprung  279,  17  A  6. 

Riehenthor,  Oberes  Thor  274,  1. 
315,  1.    425  A  2. 

Rosengarten,  Haus  zum  444,  3. 

Safran,  zum,  Zunft  d.  Krämer  281 
A.  6.  385,15.  387,  15.  399,11. 
450,  9. 

Salzhaus,  Salzthurm  33,  8.  286, 10. 
444,  18. 

Schalen  s.  SchoL 

Schererzunft  s.  Stern,  warn  Golde- 
nen. 


Penonen-  und  Ortrreneiohniss. 


563 


Sehiffleuteniunft  33,  13  A.  4l   60, 

6  A.  3.    368,  26.    387    18. 
Schiassel,  Eum,  Zunft  der  Kauf- 

leute  386,  35. 
Schmiedensunft  387,  25.   450,  9. 
Schnabel,  Gasthaus  sum  132,  8. 
Schneidergasse  s.  BLrämergasse. 
Schneiderthurm  s.  FulTerthurm. 
Schneidersunft  84  A.  6. 
Schol,  Schalen,  die  132— 134. 178,4. 
Schürhof  268,  11. 
Schützenhaus  der  Stachelschütsen 

310  A.  2. 
St«   Sebastians   Braderschaft    s. 

Augustiner  kloster. 
Seufsen,  Stube  sum  355,  8. 
Silberberg,  Haus  zum  67,  3  A.  4. 
Spalen,  an  den,  jetzt  Spalenberg 

217,  22.   266,  16  A.  7.   447,  12. 
Spalenthor,  inneres  130,  29.  304, 3. 
Spalenyorstadt  113,  13. 
Spital  112,  6,  10.    131  A.  1.  435, 

6.   447,  14. 
Sprung  B.  Rheinsprung. 
Steinenkloster   132,  5.     172,    17. 

261,  13.   279,  11  A.  3.   335,  22. 

383,  24.    393,  3,  13.   408—413. 

415,  23.    430,  2.    556  Nachtrag 

zu  V  306.  —  Priorin:  Ita  Frey 

409,  28. 
Steinenthor  133,  15  A.  11.  134,  25. 

135,  9,  14.   136,  4—6.    323,  20. 

328,  1.    335,  12. 
Steinen,    Steinenyorstadt   132,    3 

A.  2.  177,  25.  199,  20.  335  A.  8. 
Sternen,  Gasthaus  z.,  i.  d.  Aesohen- 

Yorstadt  49,  17  A.  8. 

—  sum  Goldenen,  Zunft  d.  Scherer 
313  A.  5.  314,  11.   333,  16. 

—  zum  Reihen,  jetst  zum  Korb 

444,  2.    551  Nachtrag  zu  II  287. 

—  zum  Schwarzen,  GhMthaus  in 
der  Hutgasse  49,  20  A.  9. 

Stiftshaus  am  Münsterplats,  jetzt 
Lesegesellschaft  309, 11,  20  A  2. 

Storchen,  Gasthaus  sum  301,   16. 

Tanz,  Haus  zum,  an  der  Eisen- 
gasse 391 ,  9  A.  1.  554  Nach- 
trag zu  IV  258. 

—  zum  Yordem,  am  Fischmarkt 
554  Nachtrag  zu  IV  258. 

St  Theodor,  St.  Joder  85,  6.  114, 
15.  122,  11.  401,  19.  405,  2—17. 
406,4.  407,1.  429,24.  431,13, 
29.    432,  12.    434,  26.    435,  10. 

445,  18.     447,   2.    451,   21,  24. 
454—460. 

St  Thomasthurm  219,  21  A.  9. 
Uetingens  Badstube  59,  9. 


8t  Ulrich  202,  30.   261  A.  4. 
UnlYersitätsgebäude  s.  Collegium. 
St.  Urbansbrunnen  358,  11. 
Wasenbollwerk  s.  Bollwerk. 
Webersunft  315,  13. 
Weinleutenzunft  s.  Gelten. 
Weisse  Gasse  177,  29. 
Werkhaus  auf  Burg   262   A.    11. 

309  A    2 
Werkhof  60,  24.  373,  7.  482,  8,  10. 
Wildeck  im  Leinenthal,  jetzt  Lohn- 
hof 246,  9. 
Zeugthurm  s.  Pulyerthurm. 
Zibolerhof  s.  Collegium. 
Ziegelhof,  Oberer,  das  spätere  An- 

toniterhaus  in  Kl.  Basel  324,  14. 

458,  8  A.  3. 
Zimmerleute  u.  Maurer,  Zunft  der 

260,  12. 
Basel,  Bischöfe  11,  11.   123,  19. 
Fantalus  245,  3  A.  5. 
Haito  276,  10. 

Rudolf  (+  Yor  895)  277,  1,  10. 
Rudolf,  Graf  y.  Froburg  246 ,   7 

A.  5. 
Heinrich  y.  Horburg  277,  4,  11. 
Lütold  Y.  Aarburg  277,  7,  13.  557 

Nachtrag  zu  VI  277. 
Peter  y.  Aspelt  248.  9,  A.  6,  7. 
Johann  y.  Vienne,  Veiand  257,  8 

A.  1,  4,  5.   259  A.  3.    260  A.  2. 

263  A.   10.     264  A.  2,  5.    265 

A.  10.   267  A.  10. 
Imer  y.  Ramstein  272,  13. 
Friedrich  y.  Blankenheim,  Pfleger 

des  Bistums  272,  11,  15. 
Konrad  Münch  y.  Landskron  267 

A.  3.    273     1. 
Friedrich  ze  Rin  283,  8.    357,  9. 

358,  2. 
Johann  y.  Venningen  364,  24  A.  6. 

365, 17.  552  Nachtrag  zu  HI  1 1 7. 
Kaspar  ze  Rin  427,  18. 
Christoff  Y.  Utenheim  123  A.  10. 

450,  11,  13  A.  6. 
Philipp  YOD  Gundelsheim  387,   1. 

552  Nachtrag  zu  IV  98. 
Basel,  die  Aemter,  das  Landgebiet 
18,  17.  44,  1.  47,  13:  75,  16.  91, 
26.  92,  15,  23.  100,  2.  124—129. 
136,  1.  156  A.  2.  374,  29,  376— 
378.  385,  26.  452,  10  A.  4.  454, 
5.  455,  19.  476—490.  552  Nach- 
trag zu  III  86.  S.  auch  Fams- 
burg, Homburg,  Liestal,  München- 
stein, Waldenourg. 
Battenheim  5,  2.   503,  22.    505,  28. 

508,  13,  514,  27. 
Battier,  Ursula  420,  9. 

36» 


664 


Pertonen-  und  OrtsreneidiniM. 


Bauhin,  Bohinus,  Kaspar  n.  Oem. 
Maria  Brüggler  399,  16. 

Baumann,  Hans,  Substitut  171,  16. 
554  Nachtrag  lu  IV  142,  3. 

Baume-les-Dames,  Barn  76,  10. 

Baumgarter,  Christoff  162— 163.  203, 
2.  337—338.  557  Naehtr.  zu  VI  162. 
—  Gem.:  Elsbeth  Dayid  162—163. 
203,  3.  337,  13.  —  Tochter:  Els- 
beth 162—163.    203,  4.   337,  15. 

Bechburg,  HenmannTon,  auf  Falken- 
stein 257  A.  4.    263,  2  A.  2,  5,  7. 

Beinheim,  Heinrich  Ton  384,  4,  30. 

Beitan  (?),  Johann,  400,  15. 

Beifort,  Beffert  264,  1.  280,  6  A.  4. 
506,  5.    511,  3.    524,  14. 

Bellikon  s.  Krieg. 

BeUingen  371, 14.  372, 13.  —  Schult- 
heiss:  Kreoklin,  Ambrosius  213 — 
215.  370,9—12. 372,6—21.  373  A.  1. 

Belliniona,  BeUenti,  Beltienti  19, 
9.  31,  11  A.  4,  10.  33,  20  A.  6. 
35,  6.  82  A.  5.  192,  14.  329,  1. 
446,  2,  10. 

Benken  396,  8,  13  A.  4. 

Berlinger,  Magister  23,  5,  25.  28,  34. 
103,  13.    106,  14. 

Bern  6  A.  4.  7,  11,  19.  10,  6  A.  4 
—7.  11,  12—28  A.  3.  12  A.  2. 
31,  9  A.  3.  43  A.  6.  44  A.  5. 
48,  14  A.  7,  9.    57,  20  A.  8.    58, 

15.  63  A.  5.  68,  5.  71,  20.  77,  2 
—12.  81  A.  4.  82,  7.  91,  9.  100 
A.  1.   113,  21  A.  1,8.   117,5.   127, 

16.  131,  14—24  A.  4.  136—146. 
153,  17,  20.  154—159.  196,  7.  198, 
16.    199,  3  A.  1,  2.   201,  14.    205, 

5.  208,  2  A.  2—4.  218,  8.  256 
A.  8.  257,  1.  266,  3,  8.  267,  7. 
272  A.  4.  285,  20.  286  A.  1.  296, 
2.    298,  5,  11  A.  6.   325  A.  9.  332, 

6.  357,  7.   399  A.  8.   433,  15.  449, 

19.  487,35.    488,12.   505,9.   509, 

20.  511,  5.  557  Naehtr.  zu  VI  205. 
Berona  (Beromünster?)  340,  11  A.  3. 
Bertsehi,  Bersy,  Marcus  112,  4. 
Besanfon,  Bisants  48,  19  A.  9.    49, 

14.   76—77. 

Bettingen,  Betticken  376, 25.  377, 11. 

Bettken  s.  Bockten. 

Beuggen,  Bütken,  Deutschordens- 
haus 123,  14.  —  Comthur:  Lud- 
wig Yon  Reischaoh  123,  14  A.  8. 

Biberach  149,  10.   150,  22. 

Biel63A.  5.  137,  13.  156,  18.  157, 
20.    158  A.  1.  199,  4. 

Biengen  s.' Bingen. 

Billens,  Humbert  Ton,  Dompropst 
267  A.  1. 


Billing  Lienhard,  gen.  zum  Hinen, 

d.  K.  66.  5  A.  3. 
Bingen,   Biengen,  Joh.  Zegk  yon, 

Stadtschr.    553    Nachtrag    zu  IV 

135,  13. 
Binningen  135,  10.    136,  4,  8. 
Bipperfin,  Fuperlin,  Thomann  305, 21 . 
Birs,  8,  25.  10,  4.  12,  13.    154  A  5. 

155,  6.    368,  17.   —   Birsrein  s. 

St.  Jakob. 
Birdg,  Birseck  101, 18.   102,  1.  109, 

33.    132—136.  161,28—33.    176-^ 

178.  199,  17.  202,24.  246,  13.  251, 

10.    259,  15.    299,  14.    301  A.  1. 

324  A.  7.    335,  8.   336,  5,  19  A.  h. 
Bischoff,  Andreas  d.  altere  (f  1482.) 

49  A.  7.  557  Naehtr.  zu  VI  49. 

—  Nikiaus  392,  19.  557  Naehtr.  zu 
VI  49.  —  Gem.:  Verena  Zangen- 
berg 558  Naehtr.  tu  VI  392. 

—  Andreas  d.  Wechsler,  d.  R.,  Herr 
zu  Hiltalingen  49,  16.  118  A.  4. 
386,  25.  392,  17.  393,  18.  416,  IS 
417,  18.  557  Naehtr.  zu  VI  49.  — 
Gem. :  Barbara  B&r  392,  18.  416, 
9  A.  6.  417,  18. 

—  Katharina  s.  Meyer  z.  Pfeil,  Adel- 
berg. 

—  Chrischona  417,  9. 

—  Eusebius,  Buchdrucker  417,  11. 
Bitsch,  Graf  Eckrich  von  12,  8. 
Blamont,  Blaumont  253,  4.   254  A.  6. 

286,  8  A.  4. 
Blauen,  Kette  d.  Jura  354,  11  A.  7. 

489,  12. 
Blauenstein  257,  9  A.  5. 

—  Rutsehmann  von  257  A.  5. 
Blaurock,  Georg  129,  11. 
Blochmont  326,  1.  S.  auch  Eptingen. 
Blodelsheim  370  A.  3. 

Blost.  Kunzmann  284,  19. 

Blotsneim,  Blattheim,  Flotten  S,  6. 
10,  15.   361,  5. 

Blöwer,  Bluwer,  Konrad  206,  22. 

Blndent,  Pluditi  6,  18  A.  7. 

Blumfelden,  jettt  Blumegg  9  A.  6. 

Boche.  Ulrich,  Schifimann  255, 2  A.  1. 

Bocholt,  Buchholi  553  Nachtrag  zu 
IV  137. 

Bodensee  6  A.  1,  8.   27,  29.   258,  10. 

Böblingen,  Bähungen  513,  8. 

Bockten,  Bettken,  234,  11. 

Böhmen,  KönigFerdinand  s.I>eut8ch- 
land,  Kaiser. 

Böttberg  267,  9. 

Bolli,  PoUe,  der  alte,  u.  Qem.  Bar- 
bara 394,  24. 

Bologna,  Bononia  103,  20.  109,  3S. 
150,  9  A.  1.   180—184. 


Fenonen-  und  OrtsTeneiehniss. 


565 


Bonboillon,  Bolonin  76,  20,  22  A.  12. 
Bondorf,  Hans,  d.  R.  44,  2.  45  A.  4. 
BothanuB,  HieronYmus  91 ,  30. 145, 15. 
Bottmingen,  Botuingen  403,  7. 
Bourbon,  riünz  von,  Heriog  Yon 

Ch&telleraud  69,  3  A.  1. 
Brabant  194,  15.   200,  12. 
Brand,  Theodor,  Bgrmr  92,  15  A.  6. 

375,  30.   505, 20.  516, 4.  557  Naeh- 

trae  zu  VI  92. 
Branaenburg,  Markgrafen: 

Joachim  ü.  179,  29.   180,  9  A.  4. 

Albreoht  s.  Mainz,  Eribischöfe. 

Georgy.  Ansbaoh  150,  18.  200,  1. 
Brandis,  Ludwig  yon  6,  7,  9  A.  4. 
Brandmüller,  Jakob  d.  filtere,  Pfarrer 

405   3,  10. 

—  Jakob  d^üngere,  Pfarrer  405,  17. 
Bratteler,  Hans,  ;d.  R.  34,  1   A.  2. 

125,  4.  474  A.  3. 
BraunBohweig-Lüneburg,  Hersöge: 

Heinrich  d.  mittlere  150  A.  7. 

Ernst  der  Bekenner  150,  18  A.  7. 

200,  1. 

Franz  200,  2. 
Braunschweie-Wolfenbüttel,  Herzog 

Heinrich  d.  jüngere  197,  13  A.  7. 

209,  4,  7. 
Bregenz  6,  19  A.  8.  7,  2. 
Breisach  256,  2,  7.  265  A.  5.  280,  5. 

284,  22.    285  A.  4.    287,  11,   38. 

288,  3,  5.  [323,  13.    365,  16  A.  9. 

366,  8.   503,  15.  508,  29  A.  2.  510, 

3,  14  A.  2.   514,  13. 
Breisgau  26,  23.  80,  14.   220,  3.  285, 

20.   298,  16.  305,  7.    323,  12.  470, 

15.    471,  22.    490,  2,  26.     491,  1. 

506,  6.   508,  14—38.   514,  15. 
Bremen  150,  21. 

Bremenstein,  Hans,  Obzftmr.  298  A.  5. 
Bremgarten  136,  21.    139  A.  6.   140 

A.  2,  4.    143  A.  2,  5,  6.    145,  23 

A.  7,   146,  7  A.  4—6. 
Bresoia,  Presz  35,  3  A  3.  421,  4. 
Bres6,  Robert  yon,  s.  Johanniter. 
Briefer,  Peter,  d.  R.  446,  7. 

—  Bartholomäus,  d.  R.  34  A.  4. 

—  Nikiaus  94,  13. 

Brittanier,  Bretonisohe  Söldner  255, 
10.  264,  15. 

Brötlin,  Nikiaus,  SohuUheiss  y.  Lies- 
tal 476  A.  7. 

Bruderholz,  bei  Basel  8  A.  1.  328, 
10.   445,  5  A.  2. 

Brügge,  Brück  in  Flandern  324,  17 
A.  8. 

Brüggler,  Anna  s.  Baubin. 

Brüglinger,  Martin  Sperrer  gen.  B. 
554  Nachtrag  zu  lY  169. 


Brüstlin,  Martin  49,  10. 
BruggimAargau  7,  19.   229,8.  249, 

7.    282,  13.   297,  14.  463,  13. 
yon  Brunn,  Jakob  447,  6  A.  5. 

—  Franz  447,  5—15. 

—  Heinrich,  d.  R.  447  A.  5. 

—  Morand,  d.  R,  u.  Gem.  Maria 
Zscheckenbürlin  447  A.  5. 

—  Bonayentura,  Bgrmr,  und  Gem. 
Anna  Folybia  G&ynäus  398,  23 
A.  12. 

—  Susanna  s.  Schulthess. 

—  Hieronymus  404,  12. 

—  Hans  B.  Scha£fher. 
Brunnendrut  s.  Porrentruy. 
Buchegg,  Burkhard  yon  263,  7  A.  2. 
Buehsgau,  Göw  63,  2  A.  3.  263  A.  2. 
Budapest  s.  Ofen. 

Büren  a.  d.  Aare  207,  6.    266,  7. 

—  bei  Domach  154,  9.  155  A.  4.  383, 
29.   411,  1.  412,  4. 

—  bei  Sursee  53  A.  3. 
Burchard,     Franz,     kursftchsischer 

Kanzler  222,  19. 
Burckhardt,  ChristofF  d.  Stammyater 
400  A.  6. 

—  Samuel  400, 16.  —  Tochter:  Gert- 
rud s.  Lieohtenhan. 

—  Samuel,  dessen  Sohn  403,  12. 

—  Theodor  399  A.  11.  421,  14  A.  4. 

—  Hans  Ulrich  404,  6  A.  4.  421.  9. 

—  Andreas,  Bgrmr.,  u.  Gem.  Magda- 
lena Spörlin  405,  15  A.  7. 

—  Christoff  d.  jüngere  420,  7. 

—  Rudolf  420,  13. 

Burgund,  Herzogthum  48, 5.  55  A.  2. 
56,  14. 

—  Freigrafsohaft  76,  18  A.  11.  289, 
1.  361,  9. 

—  Klein  Burgund,  Landgfsch.  266, 1. 

—  Herzöge: 

PhiHpp  d.  Gute  283,  14. 
Karl  d.  Kühne  230,  12,  15.  231, 
11.   285,  10  Au  8.  286,  12.  289, 

2,  7.   314,  1.   323,  12.   324,  2,  7. 
339,  23.   340,  2.  365—366.  445, 

3.  —  Tochter:  Maria  s.  Deutsch- 
land, Kaiser  Maximilian  L 

Butz,  Peter  467,  9. 
Butzer,  Martin  222,  10. 
Buus  127,  10.  476,  4.  478,  1. 

Cajetanus  s.  Rom,  Kardinal  Thomas 

de  Vio. 
Castelwart  s.  K. 
Cellarius,  Karl,  u.  Gem.  Judith  Je- 

stetter  400^  4. 
Cesarini,  Julian,  s.  Rom,  Kardinftle. 
Chilon,  Ludwig  yon  280  Ai  3,  4. 


566 


Personen"  nnd  Ortareneiehm«. 


Ch&loD,  Hugo  Ton  552  Nachtrag  lu 
UI  102. 

Ohamb^ry,  Camaraoh  208,  5  A.  4. 

Champagne,  Schampanyen  498.  36. 

Charomellis,  Han«,  gen.  Apotneker 
66,  7  A.  5. 

Chitülon,  Schatelloun  57,  16  A.  7. 

Cherler,  Kerler,  Heinrich,  Amt,  nnd 
Toehter  Kieopha  400,  3. 

Chmieleekf,  Sohmilatigie ,  Martin, 
Professor  399,  18.  402,  18. 

Christliches  Bnrgreoht,  Bund  der  Re- 
formierten 141,  9  A.  4.  147,  2  A.2. 
158,  25.   199,  7  A  1. 

Chur  34,  14  A.  9.  54,  12. 

—  Bischof:  Heinrieh  ▼.  Höwen  5, 
14  A.  7. 

Clerval  76,  7. 
Clus  s.  Veroneser  Klause. 
Cöln    153,    27  A.  4.     277,    37.  324 
A.  8. 

—  Enbisehöfe: 
Reinold  ▼.  Dassel  288,  1. 
Hermann  t.  Wied  222,  15. 

a  CoUibus,  Hippolvt,  Stadtschr.  398, 

17.   402,  4. 
Colmar  229,  19  A.  13.  255,  12  A.  5. 

265,  3.    357,  19.   365,  16  A.  5,  8. 

503,  15. 
Como,  Kum  14,  7.  31,  13  A.  7.  37,  5. 
Constantinopel  211,  20. 
Constans  8,  27.  9,  3.   23,  24.  50,  6. 

89,  19  A.  5.    129  A.  9.    150,  20. 

157,  20  A.  7.    199,  4.    200,  9.   226, 

6,  9.   275,  5,  9.   328,  12. 

—  Bischof:  Hugo  t.  Landenberg  35, 

I  A.  1.   50,29.  110  A.  5.   111,  2. 
454,  12. 

Couey,    Kussin,   Ingelram  ron  257 

A.  3.  258  A.  2.  264,  18. 
Cranmer,  Erzbischof  v.  Caaterbury 

205,  21  A.  9. 
Cremona  35,  10  A.  8,  10.  37, 4.  43, 

II  A.  3.    55,  14. 
Croix-auz-Mines,  aum  Crüti  in  Lot- 
ringen 215,  8  A.  6. 

Crütser  s.  Krütier. 

Currifez,    Konrad,   Rathsehr.    553 

Nachtrag  su  IV  135,  10. 
Cypern  552  Nachtrsg  lu  IV  59. 

Dachsfelden  s.  Taohsfelden. 
Dänemark,  König:  Christian  II.,  u. 

Qem.  Isabella   y.  Oestreieh    194, 

16,  19. 
Damasous  552  Nachtrag  lu  IV  59. 
Dammerkireh  281,  4.   551  Nachtrag 

lu  U  275. 
Dampfrion,  Martin,  d.  B.  90,  5,  12. 


Dattenried,  Tattenriet,  Delle  75,  5, 

19.  285,  9  A.  9. 
Daufin,  Delfin,  s.  Frankreich,  Kdnig 

Ludwig  XL 
Dann  s.  d*Annone. 
Dayid,  Konrad,  d.  R.  34,  12.  474, 35. 

—  Heinrich,  d.  R.  162,  4 ,  13  A.  2. 
337,  14.  --  Toehter:  Elsbetfa  s. 
Baomgarter. 

Delsberg,  Telsperg,  Deldmont  273, 
11.  416,  25. 

Denck,  Johann  129,  14. 

D4sal,  Sara  399,  4. 

Deutschland,  Römisches  Reich  deut- 
scher Nation  41,  3.  100,  21  A.  1. 
110,  8.  123,  9.  124,  5.  150,5,11. 
151,  7.  152,  38.  180,  9.  182,  3, 
10.  191,  2.  195,  6.  204,  14,  19. 
208,  19.  220,  9.  223,  5.  227,  16. 
251,  5.  268,  4.  277,  35.  279,  13. 
304  A.  3.  324,  18.  328,  12.  354. 
4.  358,  19.  361,  10.  472,  23.  489, 
2.  490,  30.  496^.  502, 21.  513,4,11. 

—  Kaiser  und  Könige: 

Karl  d.  Grosse  167,  28.   168,  10. 

Heinrich  H.  246,  1. 

Heinrich  IV  168,  3. 

Lothar  r.  Sachsen  168,  8. 

Friedrich  L  277,  2,  12. 

Friedrich  11,  König  ▼.  Sicilien  364 
A.  6.   365.  4  A.  2.   372  A.  3. 

Rudolf  T.  BLabsburg  172,  18.  28S, 
7.  554  Nachtrag  su  IV  369.  — 
Gem.  Anna  v.  Hohenberg  246 
A.  10.  247, 1  A.  1,  3.  ~  Söhne: 
Hartmann  u.  Karl  247  A.  3,  4. 

Albrecht  I  168,  18.  249,  6  A.  2. 
288,  6.  346,  9.  350,  27.  —  Gem. 
Elisabeth  t.  Kfimten  288,  8.  — 
Tochter:  Agnes  s.  Ungarn,  Kö- 
nige. 

Friedrich  d.  Schöne  249,  12.  — 
Gem.  ElisabethT.  Aragon  349, 14. 

Ludwig  d.  Baier  252  A.  3.    288,  3. 

Karl  IV  252,  5  A.  3.  254,  6.  260 
A.  9. 

Sigismund  275,  7  A.  4.  555  Nach- 
trag zu  V  206. 

Friedrich  IH  171,  25.  228,  11  A.  4. 
281,  14.  303,  lOr-23  A.  3,  6. 
304  A.  3.  305  A.  5.  306,  1.  313, 
23.  323,  7.  324,  18.  327  A.  1 
426,  2.  443,  23.  552  Naehtrag 
SU  IV  52. 

Maximilian  I  5,  8.  13,  1.  15,  17, 
27.  32,  13.  38,  10,  48,  4.  49,  1. 
54,  27.  56,  12—28.  58, 4.  62, 12. 
64,  31.  65,  8  A.  7.  69,  24.  75, 
20.    76  A.  11.    82,  11.    S3,  15. 


Pertonen-  und  Ortsrerieiehniis. 


567 


169,3.  172,15.  191,12.  231,12. 
286,  14  A.  8.  323,  8.  324,  16 
A.  8.  325  A.  6.  327  A.  7.  328, 
12.  360,  20  A.  13.  —  Gem.: 
Maria  y.  Burgund  231,  14.  Bi- 
anca Maria  Siorsa  5,  9  A.  5.  — 
Tochter:  Margaretha  s.  Savoyen. 
Karl  V,  König  Ton  Spanien  27,  10. 

^  '  62  A.  9.  103,  20.  150—153.  180 
—184.  191,  17.  194,  11—22. 
197,  15.  199,  25.  200,  11  A.  5. 
205,  10.  208,  18.  209,  3.  211, 
13  A.  2,  4.  216—217.  218,  11. 
220—221.  222,  25.  373, 12.  374, 
3,  25.  —  Gem.:  Elisabeth  v. 
Portugal  218,  12. 
Ferdinand  I,  König  t.  Ungarn  u. 
Böhmen  27,  10.  62,  16.  100 
A.  1.  153,  26.  154  A.  2.  167, 
12,  30.  204,  11.  211,  15.  220, 
27.  223,  10,  14  A.  1.  470,  10. 
503,  30.  504,  7  A.  4.  505,  34. 
506,  14—18.  507,  15—29.  508, 
10,  35.  511—512.  514,  3—23 
A.4.  517—521.  522,23.   523,16. 

Diegten,  Dietken  234,  10  A.  5. 

Diessbach,  Nikiaus  von,  bischöfl. 
Coadjutor  310  A.  8. 

Diessenhofen  52,  16,  20.    258  A.  11. 

Dietrich,  Johann  Itudolf,  Pfarrer, 
406,  30. 

Dietrichsbern  s.  Verona. 

Dijon  24,  1.  25,  23.  29,  10.  48,  12. 
64_69.  74,  5.  77,  10  A.  7.  171, 
31.    330,  12.    331,  6. 

Dörfer,  die  fünf,  s.  Fünf  Dörfer. 

DQrmenach  254,  2. 

Domo  d'Ossola,  Thum  44  A.  5.  225, 
26.   226,  3.    330  A.  1. 

Doppenstein,  Hans,  gen.  Siebmaeher, 
d.  R.  34,  2  A.  3,  4. 

—  Sebastian,  Bgrmr  551  Nachtrag 
zu  I  159. 

Domach,  Dorneok,  Schloss  u.  Herr- 
schaft 7—8.  10—12.  154,  9  A.  5. 
155,  9.   328,  15.    359,  1.   445,  7. 

Doubs  77,  4  A.  5.         •> 

Draye  211,  17  A.  9. 

Dynesi  (?),  Markgraf  von  75,  21. 

Eberler,  Mathias  gen.  Schlosser,  d.  R. 
552  Nachtrag  lu  IV  34. 

—  Heinrich  u.  Gem.  Katharina  Ros- 
egff  558  Nachtrag  su  VI  416. 

—  Mathias  gen.  Grüneniwig,  d.  R. 
(f  1454)  558  Nachtrag  zu  VI  416. 
—  Tochter:  Anna  Magdalena  (Els- 
beth?)  s.  Luft,  Ulrich  sum. 

— Mathias,  lum  Agstein,  d.  R.  392 


A.  10.  426,  17.  558  Nachtrag  zu 
VI  416.  —  Gem.:  Anna  Peyer  416, 
11.  558  Nachtrag  zu  VI  416.  — 
Tochter:  Anna  s.  Bär,  Hans  d.  ä. 

—  Nikiaus,  Schuitheiss  y.  Ober- 
Baden  392,  20.  416  A.  7.  558 
Nachtrag  zu  VI  416. 

Eberlin  der  Jude,  Stammyater  der 
Eberler  552  Nachtrag  zu  IV  34. 

Ebersheimmünster  265, 1.  282  A.  11. 

Ehingen  89  A.  5. 

Eck,  Dr.  Johann  Meyer  yon  196,  5. 
222,  5. 

Eckenbach  s.  Landgraben. 

Eckenstein,  Hans  Georg,  u.  Gem.  Eis- 
beth  Speyrer  397,  27.  419,  15.  — 
Tochter :  Salome  s.  Meyer  z.  Pfeil, 
Nikiaus.  —  Enkelin:  Anna  404, 18. 

—  ApoUinaris,  d.  R.  402,  24. 
Eger,   Egra,    Johann  yon,    s.   Var- 

nauer. 
Egglin  s.  Oeuglin. 
E{;Bsau  51,  40. 
Eidgenossen,  Schwitzer  5, 19.   26,  39. 

27,  24,  33.    30—48.    50  A.  5.    54 

—59.    62  A.  6.    64—73.     76,    16, 

19.  81—83.    113,  20.    114,  7  A.  5. 

117,  5,  12.     118,  15  A.  7.     128,  8 

A.  8.    138,  23.    146,  9.    147,   10. 

156—159.     171,   26.     172,    1—14. 

191,12.  192,7—12.  193,2.   195,3. 

196,  10,  207,  8.    214,  8.   215  A.  1. 

226  A.  4.   229,  15.   232.  3.   258,  2. 

272,  6,   10.    282,    14—22.    283,   3. 

265—286.    297,  23.    298,  16.    302, 

4,   13   A.  5,   8.    323,  17.    324,  4. 

325,   21.    328—331.    336,   2  A.  1. 

340,  18.  359,  1.   360,  13.  361-364. 

369,  13—18.   373—374.    399  A.  9. 

418,  12.    432—434.  446,  12  A.  12. 

448,  14.   449,  14  A.  2.   451,  6—11. 

462,  7—17.    454,   7  A.  3.    476,  8. 

487—488.    489,  15.    504,  18.    505 

—507.     508,  1.     511—512.   514— 

515.   517—521.   S.  auch  Oberland. 
Einsiedebi  27,  31.  38,5.   272,  7  A.  6. 

297,  10.   385,  23.  —  Abt:  Rudolf 

y.  Hohensax  297,  16  A.  7. 
Elbling  s.  Albula. 
Elbs,  Angelica  420,  12. 
Elgg,  Archa  (?)  52,  7  A.  2. 
Elsass  124  A.  2.    127  A.  9.    148,  8. 

195,  9.    216,  6—10.    255,  9  A.  9. 

258,  9.   264,  3.   265  A.  3.    267,  9. 

271  A.  2.   285,  1,  19.   297,  4.    305 

A.  7.   323,  12.   334,  28.   361.  A.  10. 

365,  10,  19.    367,  15,  17.    368,   5. 

426,  3.    470,  15,  471,  22.    473,  7. 

501,  22   A.   6.    502,   26.    505,  12. 


568 


Fenonen-  und  Orttyeneiehniss. 


606,  1,  4.   507,  10.   509,  14.   511,  2. 

513,  20.   515,  25. 
Els&SBer  Oebiig,  Vogesen  501,  19. 
Eltingen  554  Nachtrag  lu  IV  141,  23. 
Empsei,  Matth&u8  127,  11. 
Endingen  256,  7. 

Engadin  5,  13  A.  6.  34,  14  A.  9. 
Engel,  Knecht  Chr.  Baumgarters  162 

7  A.  3. 
England  58  A.  3.  205—206.  427,10. 

555  Nachtoag  lu  IV  398,   25.  — 

Engländer  als  Söldner  255,  10, 18. 

264—266. 

—  König:  Heinrich  VIII  58,  5  A.  3. 
65,  1,  8  A.  1.  205—206.—  Gem.: 
Katharina  y.  Aragon  u.  Anna  Bo- 
leyn  205—206.  —  Tochter:  Maria 
205  A.  7. 

Ensiaheim,  Enstheim  5, 1.  12,  5,  10. 
13  A.  4.  273  A.  3.  302,  3.  326, 
17.  365,  18.  503,  5,  10.  505,  29. 
509,12.  513,25.  514,27.  515,21. 
516,  1,  7.   519,  29.   522,  15. 

—  Regiment  tu,  t.  Oestreioh,  Re- 
gierung der  yordem  Lande. 

Ents,  Urs  206,  21. 
Eptingen,  Ruch  Eptingen  234,  10 
A.  5. 

—  Edle  Yon:  234,  9  A.  5.  308,  10. 
Gottfried,  von  Pratteln  269  A.  6. 
Ludwig,  von  Pratteln  444  A.  7. 
Hans  Friedrich,  von  Pratteln  195 

A.  10. 
Peter  gen.  Huaer  269  A.  6. 
GöU  Heinrich,  von  Bigsaoh  359, 12. 
Jacob,  dessen  Sohn  359,  12. 
Hermann    d.  ältere,   von   Bloch- 

mont  326,  3.  359  A.  2. 
Hermann,  dessen  Sohn  359,  4. 
Jakob,  Hermanns  d.  altem  Neffe 

74  A.  4. 
Petermann,  dessen  Sohn  74,  24. 

—  Gem.  75,  3. 
Cordula  398,  12. 
Erasmus  t.  Rotterdam  209  14  A.  5. 
Erenfels  s.  Fröwler. 
Erlaoh  300,  6. 
Erlacher,  Margreth  399,  4. 
Ertsberg,  Heinrich,  Scherer  313,  16. 
314,  12.    333,  4,  15.   334,  1. 

—  Cosmas  24,  21.  94,  4.  104,  32. 
174,  6.  189,  20.  190,  16.  313  ff. 
333,  6—15.  334,  2.  339,  5.  554 
Nachtrag  lu  IV  142,  1. 

—  Heinrich,  dessen  Bruder  314,  9. 
316,  7. 

—  Gregor,  Cosmas  Sohn  314,  25,  31. 

—  Sererin,  Professor  31 5,  3.  319,23. 
339y  15. 


Ertsberg,  Heinrich,  Severins  Soha, 
Pfarrer  315.  9.   319,  28. 

—  Christoff,  d.  R.  315,  12. 

—  Cosmas,  d.  R.  315,  13. 

—  Hans,  d.  R.  315,  14. 
Eschenbaeh,  Walther  Ton  249,  11. 
Eschenthal,  Val  d^Antigorio  225  A.  4. 

226,  1  A.  4.  330,  2. 
Esseg  211,  17. 
Essig,  Ulrich  396,  6. 
Etschland,  SfldL  Tirol  32,   14.    82, 

13.  329,  15.  511,  18. 
EttenheimmOnster  288,  15  A.  8. 
Ettingen  376,  10. 
St  Exsuperantius  245,  7. 

Faber,  Dr.  Johann  110,  20  A.  5. 
Falkenstein,  Neu-  263,  1—9. 

—  Freiherren  von  218,  24. 
Thomas  229,  9.  234, 1.  300,  1  A.  3. 
Hans  299,  16  A.  9.  300  A.  1. 

Falkner,  Uhrioh,  Obsftmr  44,  X  533 
A.  2  zu  S.  547. 

—  Heinrich,  Stadtschreiber,  u.  Oem. 
Ursula  vom  Stein  554  Naehtrag  su 
IV  141,  9. 

—  Sebastian  u.  Tochter  Magdsl«ia 
402,  20. 

—  Margreth  391,  22. 

—  Bertschin,  Bauer  259,  6. 
Fallen  552  Nachtrag  lu  HI  315. 
Famaner  s.  Vamauer. 
Famsburg,   Varsperg,   Sdiloas  und 

Herrschaft  154  A.   5,  6.     156,  4. 

190,  24,  29.   195,  21.    218,  19,  23. 

225,  10.    232—235.    282,  15.    299, 

17.    300,  3.   361,  21.  362,  2  A.  1. 

364  A.  1.    376,  24.    377,  11.    470. 

4.   471,  20.   474,  12.    475,  32  A.  3. 

476  A.  3.    481,  27.    488,  9  A.  6. 

490,  7. 
Felber,  Leonhard,  u.  Gem.  Magda- 
lena Scherb  403,  1. 
Feldkireh   im  Vorarlberg  6,  3,   17 

A.  1.  283,  20. 
St.  Felix  245,  6. 
FeUx,  Hans,  Kaplan  177,  31. 
Fickler,  Martin  391,  8. 

—  Anna  394,  29. 
Fillser,  Hans  394,  18. 
Finis,  Ludwig,  d.  R.  460,  16. 
Flachsland,  Pantaleon  von  359,  11. 
Flandern  200,  13.  324,  17.  397,  9. 
Floreni  65,  6. 

Flae,  Nikiaus  von  der  305,  6. 
Folgensburg,  Volckensperg  280,  8. 
Frankfurt  a.  M.  150,  20.  268,  6. 
Frankreich,  Franiosen  13 — 15.   25— 
27.    31^  15  A.  3.    33,  24.    34,  9 


Penonen*  und  Ortoveneiohniu. 


569 


A.  12.  ae-'dS.  39  A.  6.  43,  20 
A.  3.  4S-48.  49  A.  11.  55—59. 
81  A  4.   82  A.  12.    171,  25.  172, 

I.  191,  2.  192,  6.  197  A  7.  205 
A.  4.  212,  11.  217  A.  1.  220,  20, 
22.  283,  1.  300,  9.  330,  12,  16. 
358, 16.  369—370.  386,  34.  476,  9. 
498,  37.  499,  5  A.  2. 

Frankreieh,  Könige: 

Ludwig  XI,  der  Delfin  229,   15. 

286  A.  8.  361,  9.   363  A  8. 
Kall  YIU  191  A.  1. 
Ludwig  XII,  vorher  Heriog  yon 
Orl&ms  13—15.  30,  9,  12.  33.  20. 
37,  17.  38—39.  43—44.  48,  5.  55 
A.  3.  5^—58.   64,  30.  65,  12.  75, 
8.  77,  14.  81—82.  191, 14.  193,  2. 
329—330.  360,  14.  432,   25,  35. 
448—449.    452,  8—17.   454,  6. 
Fran«  I  65—66.  68—72.   195,  1,  4. 
196  A.  7.    204,  12.   208,  11,  20. 
209  A.  2.    211,   8,  14.    212,  9. 
215,10.  216—217.   220,19.  331, 
5.    369,   12—15.    374,   19.     455 
A  8.   499,  1.    553  Nachtrag  tu 
IV  140,  1. 
Karl  IX  289,  21. 
Fraubrunnen  266,  2. 
Frauenfeld  52,  16. 
Fregoso  8.  Genua,  Doge. 
Freiamt  53,  19. 
Freiberge  im  Jura  149,  18. 
Freiburg  i.  B.  12,  5.    121,  6.    194,  5, 
8.    256,  4—14.    386,  26.    393,  19. 
510  A.  2. 

—  Graf:  Egon  VII  256,  2—14. 

—  i.  S.,  im  UechtlaDd  7,  11.    10,  6. 

II,  29.  12  A.  ].  31,  9  A.  3.  44 
A.  5.  48,  16  A  6.  63  A.  5.  68, 
5.  71,  20.  75,  22.  77,  5.  81  A  4. 
137,21.  138,26.  146,19.  156,18. 
157,20.  196,11.  201,14.  208,10. 
212,  5,  7.  218,  6.  286  A  1.  369, 
11.  433,  15.  449,  20.  487,  36. 
488,  13. 

Frey,  Fry,  Hans  Rudolf,  d.  R.  120, 3. 
143,  3.   205,  7. 

—  Emanuel  n.  Tochter  Chrischona 
400,  9. 

—  Blsbeth  422,  10. 

—  Nidaus,  Wiedertäufer,  129,  14. 
Friek  476,  4. 

Frickthal  123,  13.    195,  9.   272,  6. 
Fridingen,  Hans  Benedikt  von  40  A.  2. 
Friedau  265,  13. 

Fries,  Hans  Kaspar,  d.  R.  403,  22. 
Frits,  Joss  193,  7. 
Frits,   Fritschin,    Strohpuppe   450, 
6—19. 


Froben,  HieronTmus  209,  15.  354 
A.  4.  393,  22.  394,  9.  418,  12 
A.  8.  —  Gem.:  Anna  Laohner  418 
A.  7.  —  Tochter:  Anna  s.  Meyer 
z.  Pfeil,  Hans  Ludwig. 

Froburg,  Grafen  218  A.  8.  —  Ru- 
dolf 8.  Basel,  Bischöfe. 

Fröwler  yon  Erenfels,  Hartmann, 
Obaftmr  260,  8  A  4. 

—  Konrad,  d.  R.  360  A  3. 

—  Ton  Hirsbach,  Johann,  Domherr 
269  A.  2. 

Frundsberg,  Georg  von  103,  19. 

Fülinsdorf  126,  19. 

Fünf  Dörfer,  die  (Reinach,  Oberwil, 

AUschwil,  Terwil  u.  Ettingen)  376 

—378. 
Fünf  Orte,  die  (Luiem,  Uri,  Schwys, 

Unterwaiden,  Zug)  136—147.    198, 

17.   201,  2. 
Fürstenberg,  Grafschaft  523  A.  2. 

—  Grafen: 
Konrad  256  A.  8. 

Heinrich  d.  jüngere  12,  7.  75  A.  7. 
305,  19. 

Wilhelm  75,  20  A.  9. 
Fürstenstein  249,  4  A.  2.  425,  7. 
Funek,  Hans  218,  8. 

St.  Gallen,  Stadt  13,  4.  39,6.  51,12. 
71  A.  8.  73,  3.  137,  13.  144,  5. 
146,  21.  157,  20  A  7.  198,  16.  199, 
4.    201,  15.  421,  15,  17. 

—  Abtei  39,  7.  62,  13.  72,  2.  136 
A  4.   143,  5.   153,  21. 

Gallerate,  Galleran,  jetst  Galliate  68 
A  7.    70    8    17 

GaUizian,  Öans,  d.  R.  67,  1.  196,  15 
A.  7.  413,  2  A.  2.  —  Gem.:  He- 
lena Meyer  413,  2  A.  2.  Maria 
JuDgermann  196,  15  A.  7.  197  A.  2. 

—  Hans  Jakob  197  A.  2. 
Gascogne  212.  12. 

Gast,  Hans,  Pfarrer  91,  30.  392,  8. 
Gaster,  Castel  136,  20  A  5.  139  A.  2. 
Gebelin,  Anton,  d.  R.  66, 7  A  4. 137, 12. 
Gebhart,  Hans  Heinrich,  d.  R.  34, 
11.  83,  9. 

—  Lucas,  Bgrmr  418,  5. 

—  Helena  395,  18. 

—  Margreth  398,  5. 

—  Lucas  d.  jüngere  421,  13. 
Gebweiler  368,  23.  434,  30. 
Geierfalk  s.  Geyerfalk. 
Gelterkinden  130,  31.  476,  4. 
Geltner,  Hans  49,  10. 
Gemar  357,  19. 

Gemmingen,  Wirioh  Ton  213  A.  4. 
214,  18  A  10.    371  A.  7.  374,  1. 


670 


Penonen-  und  OitiTerieiclmiM. 


Qempen  8,  11.   154,  9.   155,  23.   160, 

1—10. 
Genf,  Jenf  57  A.  8.    70,  6.    71,   11 

A.  2—8,  72  A.  2.    118  A.  7.   207 

—208. 

—  Bisehof:  Feter  v.  Baume  207,  17 
A.  10. 

—  Ofaf:  8.  Savoyen,  Philipp. 
Gent,  Jent  192,  1.    194,  21.   220,  23, 

25.    231,  14.    374,  26. 
Genua,  Jannoa,  Jenouw  30,  11.   43, 

11  A.  3.    65,  15—20.    184,  12.  216, 

27.    239,   6.    432,  31.    448—449. 

455,  20.  —  Doge:  OetaTian  Fre- 

g080  65,  15— 20,  8. 
Gernler,  Peter,  d.  B.  376,  22. 

—  Albau,  d.  K.  40  A.  7. 

—  Frans  420,  25. 

Geroldseek,  Burg  bei  Zabem  225, 
A.  3. 

—  Hans  Ton  225,  13.  21. 
Gerster.  Johann,  Staatschr.  314,  13. 

553  Nachtrag  su  IV  139,  25  u.  140, 
1.  —  Sohne:  Wolfgang  und  Paul 
553  Nachtrag  au  IV  140 ,  1.  — 
Tochter:  Veronika  s.  Maller,  Mar- 
quard. 

St.  Gerrasitts  287,  38. 

Geyerfalk,  Thomas  112,  5  A.  1. 

Giessen  s.  Leberthal. 

Gilgenberg,  Hans  Imer  von,  erst 
Bgrmr  ▼.  Basel,  dann  Ostreich.  Rath 
13,  11.  516,  19.  520,  29.  —  Gem.: 
Barbara  y.  Andlau  13  A.  3. 

Gilley  s.  Mamold. 

Glarus  53,  30.  71,  20.  136  A.  5.  137, 
20.  138,  26.  146,  18.  158,  14.  225, 
25.   228,  9,  16.   272,  2.   449,  27. 

Glaser,  Simon,  d.  R.  49,  18. 

Götterseher,  Hans  555  Nachtrag  su 
IV  405,  1.  8.  auch  Plancher-les- 
Mines. 

GOts,  Hans  Jakob,  Magister  406,  2. 

Grab,  Heiliges,  s.  Jerusalem. 

Graff,  Hans,  d.  R.  125,  3.  449,  22. 
474.  35. 

Grandson,  Granse  231,  1.  324,  3. 
384,  9.   556  Nachtrag  lu  V  515. 

Grandvelle,  Nikiaus  Perrenot,  Herr 
▼on  221,  1. 

Grass,  Hans,  d.  R.  49,  20. 

—  Fridolin,  d.  R.  119  A.  10. 

Grauer  Bund,  Graubüoden  5,  13  A  6. 
13,  3.  54,  11,  15  A.  3.  71,  15. 
137,  21.    201.  15. 

Grebel,  Konrad  129.  11. 

Grebli,  Heinrich,  d.  R.  119  A.  10. 
120,  8. 

Greifensee  50,  25.   229,  5. 


(Jrensach,  Krensaeh  405,  14. 

Grensaeher  Hom  364  A.  1. 

Grieb,  Hans  Heinrich,  d.  R.  426,  23. 

—  Lienhard  d.  ftltere,  Obzfbnr  550 
Nachtrag  lu  VI  16. 

—  Lienhard  d.  jüngere,  Obiftmr  16. 
23  A.  6.  40,  18.  41,  12  A  5—6. 
43,  3.  49,  15.  74,  10.  449,  17. 
557  Nachtrag  lu  VI  16. 

Griesheim,  Grissen  80,  7.    267,  11. 

—  Rudolf  von,  Waldvogt  9,  6  A.  4. 
Gropper,  Dr.  Johann  222,  6. 
Grünenswig  s.  Eberler. 
Ghraningen  51,  27. 

Grynau  251,  1. 

Grjnftus,  Jakob,  Antiste«  398,  23.  — 

Töchter:  Maria  402,  13.    Annas. 

▼on  Brunn,  Bonayentura. 
Gubel  90,  25.    144  A.  9. 
Günsburg  513  A.  4. 
GflrÜer,   Qirtler,  Hans   und   Peter 

451,  16. 
Guise,  Gdsi,  Claudius  von  498,  35. 

499,  21. 
Guman,  Hans  Jakob  u.  Gem.  396«  7. 
Gundoldingen  362  A.  7.    363  A.  6. 

383,  30.   408,  17.  411,  1.  412  A.  1. 
Gunsenhausen  513,  9. 
Gutenberg  6,  2,  13  A.  1,  6. 
Gysin,  Anna  130,  31  A.  3.    131  A.  1. 

Habsberg,  Hans  Wolf  Ton,  Wald- 

TOfft  217,  32. 
HabsbuTff,  Grafen:  94,  14. 

Rudolf   s.   Deutschland,    Kaiser, 
u.  Tgl.  Oestreieh. 

Johann  I  t.  Laufenburg  251, 1  A.1 
Habsheim,  Hapgesen  10,   18.    357, 

15  A.  8.    506  A.  7.   524,  1. 
Hadstadt  334,  28. 
Häl,  Helius,  Johann  Beat,  Rector 

399,  10. 
H&singen  s.  Hesingen. 
Hagen,  Heinsmann  268,  1. 
Hagenau  220,  27  A.  6.  361,  14. 
Hagenbach,  Anton  Ton  299  A.  10. 

—  reter,  burgund.  LandTogt  288, 16. 
299  A.  10.  323,  11.  366,  3  A.  1 
429,  4 

—  eine  Ton  299,  19. 
Hall  in  Schwaben  150,  21. 
Haller,  Nikiaus,  Rathschr.,  u.  Sohn 

Bernhard    554   Nachtrag    sa   IV 

140,  10. 
Hallwü,  Thüring  d.  ftltere  Ton  22S, 

14  A.  5. 
Haltingen  391,  14. 
Haltmeyer,  Matthftus,  Pfarrer  421, 15. 
Hard  im  Vorarlberg  6  A.  8.  7  A.  1« 


Personen-  und  Ortoveneichniss. 


671 


Hardt,d.Untere5,2.213, 12.371--372. 
Harlem  289,  15. 

Harnesch,  Harnisoher,  Johann,  Sub- 
stitut 554  Nachtrag  su  IV  141,  25. 

—  Walter,  d.  R.  16,  23  A.  6.  17,  14. 
449.  23. 

Hartlieb,  Gotthard  305,  20. 
Uartmann,  Friedrich,  gen.  Bur  Linden, 

Obsftmr  19,  6.  81,  11.  446,  5  A.  6. 

449,  26. 
Hasenburg.  Asnel  260,  6. 

—  Hans  Ulrich  Ton  271,  6  A.  2. 
Hass,  Heinrich  222,  15. 
Hauenstein,  Oberer  263  A.  2.   265,  9. 

—  Nikiaus,  Salimeister  327  A.  7. 
Hauser,  Ohiistoff,  t.  E.aufbeuren  40 

A.  2. 

—  Jakob,  y.  Lehen  193  A.  6. 
Hebold,  Peter,  Schulth.  y.  Solothurn 

482,  29.  485,  16—35.   486,  33. 
Hechtmeyer,  Jakob  396,  20. 
Hegau,  Heugouw,  7,   10  A.  3.    10, 

6  A.  4,  7.   40,  5.    520,  40.   521,  30 

A.  1.   522,  24—40. 
Heidelberg  209^210.  554  Nachtrag 

su  IV  141,  23. 
Heidelin,  Marcus,  Obsftmr  375,  32. 

376,  21. 
Heilbronn,  Haltprunn,  1 30, 2 1 .  201 ,  20. 
Heinrich, Niki.  Meyers  Knecht  411,1. 

412,  4,  18. 
Heitersheim,  Johanniterhaus  80,  8 — 

18.  298,  18.    325,  3.  —  Comthur 

s.  Johanniter. 
Helmut,    Andreas,    Rathschr.    553 

Nachtrag  su  IV  139,  10. 
Her,  Hans  44,  3  A.  4. 
Hercken,  Konrad  oder  Jakob  yon  8, 

23  A.  7. 
H6ricourt,  Ellekurt  285,  15.  289,  1. 

323,  15.   551  Nachtrag  su  II  118. 
Herrenberg  513,  7. 
Herrschaft,  die,  s.  Oestreich. 
Hertenstein,  Thomann,  d.  R.  49,  19. 

—  Melchior,  d.  R.  400^  5. 
Herzog,  Nikiaus,  Magister  406,  4. 

—  Agnes  391,  14. 

Hesingen,  Häsingen  8, 6.  9,  17  A.  10. 

Hessen,  Landgraf  Philipp  yon  147, 
4,  6.  150,  17.  197,  8,  11.  199,  3 
A.  1.  200,  2.  204,  13.  222,  21. 

Hetser,  Ludwig  129,  14. 

Hiltalingen  s.  Bischoff,  Andreas. 

Hiltbrand,  Hans,  d.  R.  16,  23  A.  6. 
17,  14.  80,  18. 

—  Balthasar  Obsftmr  120,  1  A.  7. 
Hochberg  123  A.  4,  5.  510,  1  A.  2. 

—  Markgrafen  von,  und  Herren  zu 
Röteln  und  Sausenberg: 


Rudolf  n  250,  10,  12.   358,  3. 

Wilhelm  228,  13  A.  5. 

Rudolf,  dessen  Sohn  302,  3. 
Hochrdtner,  Lorens  129,  11. 
Hochwald  154,  9. 
Hoffmann,  Jakob  d.  alte,  d.  R.  396,  1. 

—  Heinrich,  d.  R,  u.  Tochter  Ka- 
tharina 405,  8. 

—  Melchior,  Wiedertäufer  129,  15. 
Hohenkdnigsburg    213   A.   4.     371 

A.  7. 

Hohenkr&hen  40,  5. 

Holbein,  Hans  554  Nachtrag  zu  IV 
258. 

Holland  200,  13.  289,  14.  S.  auch 
Niederlande. 

Homburg,  Schloss  u.  Herrschaft  91, 
31.  156,  5.  195,  21.  218,  20.  376, 
24.  377,  11.  470,  4.  471,  20.  474, 
12.   481,  27.    488,  9  A.  6.  490,  7. 

—  Grafen: 

Wemher  I  246,  7  A.  5. 
Hermann  248,  9  A.  6. 
Rudolf  248  A.  6. 
Ita  s.  Toggenburg,  Graf  Friedrich. 
Holsach,  Oswald,  Obsftmr  445  A.  6. 

—  Eucharius,  d.  R.  431, 15.  445,  13. 

—  Gem.:  Ursula  Kilohmann  427, 
1.   431,  14.   445,  12,  16. 

—  Eucharius  der  jüngere,  Arzt  445 
A.  6. 

Horburg  555  Nachtrag  su  V  193. 

—  Heinrich  yon,  s.  Basel,  Bischöfe. 
Horgen  146,  2  A.  6. 

Hom,  Mathias,  Substitut  554  Nach- 
trag SU  IV  141,  23. 
Hort,  Magdalena,  Hebamme  391,  14. 
Huber,  Hans  Jakob,  d.  R.  399,  11. 

—  Johann  Rudolf,  Bgrmr.  417,  14. 

—  Margreth  417,  9. 
Hubler,  Hans  206,  21. 
Hubmaier.  Balthasar  129.  12  A.  7. 
Hügli,    Sebastian,     Ratnskneoht 

391    13. 

Haningen  212,  19.  213,  4.  360,  18. 
370—371.  376,  25.  427,  8.  —  Ka- 
pelle am  St  Nikiausrain  213, 1  A.  1. 

Klein  Hüningen  427,  11.  S.  auch 
Neues  Haus. 

HüDinger,Han8,Unter8chr.  553  Nach- 
trag SU  IV  134,  20. 

Hütsohin,  Melchior,  d.  R.  34,  11. 
83  A.  2. 

—  Balthasar,  d.  R.  3862  22.   416,  14. 

—  Tochter:    Kathanna  s.  Meyer 
z.  Pfeil,  Adelberg. 

—  Wolfgang,  d.  R.  505,  19.  516,  4. 
Hug,  Burkhard,  Schulth.  zu  Liestal 

155,  27. 


572 


Penonen*  und  OrtSTerseiehxiiis. 


Hunnen  245,   12  A.  5.   —  König: 

Attila  277,  18,  34. 
Hunus,  Mauiitg  58  A.  3. 
Huse ,  Hans  Ulrich  vom  268  A/  4. 
Huttwil  209,  22. 

mfart  254,  7  A.  6. 

8t.  Immerthal,  Timerstal  48,  18  A.  9. 

In  der  Gassen,  Konrad  130,  21.   201, 

20  A.  8. 
In  der  Halden,  Dietrich,  Landamman 

y.  Schwyi  551  Nachtrag  su  III  26. 
Infried,  Schiffinann  450  A.  1. 
Innsbruck  5,  11. 
Interlacken,  Hinderlappen  und  Se- 

wen  131,  18—23  A.  4. 
Irmi,  Hans  d.  Altere,  d.  R.  66  A.  6. 

120  A.  6. 

—  Balthasar  66  A.  6.  120  A.  6. 

—  Damian  66,  8  A.  6. 

--  Hans  Fridolin,  d.  R.  120,  6. 

—  Nikiaus,  Oberst  232  A.  7. 

—  Hans    Heinrich,    Hauptmann 
397,  10. 

Iselin  (Aohtbürger)  Jakob,  Obiftmr 
235,  1,  3. 

—  (längeres  Geschlecht),  Mathias, 
d.  R.  449,  24. 

—  Hans  Lucas,  am  Kommarkt,  d.  R. 
119,  3.    120  A.  6.    336.  12  A.  4. 

—  Nikiaus  u.  Gem.  Walburg  Ober- 
meyer 398,  6.   A.  3. 

—  Maus  Lucas  d.  &ltere,  bei  8t  Peter, 
d.  R.  404  A.  1.   406,  1. 

—  Hans  Lucas  d.  jQngere,  bei  St 
Martin,  d.  R.,  u.  Tochter  Elsbeth 
403,  23. 

—  Bonifacius  u.  Gem.  Sara  Meyer 
420,  4. 

—  Angelica  404,  7. 
Isenburg,  ein  Herr  von  502,  15. 

Is  enflamm,  Ulrich,  d.  R.  34,  3  A.  4. 

Llsle-sur-Doubs,  Lil  76,  6.  254,  7 
A.  6. 

Isny  150,  22. 

Istein  257,  6  A.  4.  274,  13  A.  9.  557 
Nachtrag  zu  VI  383. 

Italien  37,  8.  81,  17.  S.  auch  Lom- 
bardei u.  Welschland. 

Ittingen,  Uottingen  234,  11. 

J&ckUn,  Margreth  421,  24  A.  7. 

St.  Jago  de  Gompostella  40  A.  7. 
432.  17.   443,  15. 

St  Jakob  a.  d.  Birs  8,  25.  10,  7,  14. 
12,  13.  224,  24.  229,  14.  282,  21 
A.  11.  325,  24.  352,  9.  362  A.  7. 
376,28.  377,3.  378,7.  435,7.— 
Birsrein  daselbst  362,  10. 


St  Jacob  a.  d.  Sil,  Sflfeld  228,  18. 
229,  3. 

Jacob.  Henker  116,  8. 

Jeckeimann,  Magdalena,  s.  Platter, 
Felix. 

Jerusalem,  Heiliges  Grab  356,  11. 
430,  23.  432,  16.  443, 10,  12.  552 
Nachtrag  su  IV  59. 

Jeust,  Justy  Heinrich,  Pfarrer  396, 11. 

Johanniter,Orden8meister  in  Deutsch- 
land u.  Oomthur  m  Heiteraheim: 
Graf  Rudolf  v .  Werdenberg-Troch- 
telfingen  80,  8  A.  6.   325,  7. 

—  Ordensmeister  in  Frankreich: 
Robert  t.  Bres6  283,  1  A.  1. 

Jougne  556  Nachtrag  su  V  515. 
Juden  171,  19.    183,  13.  247,  5.   250, 

7.  252,  7.  262,  1—23.   480,  1.   552 

Nachtrag  su  IV  34. 
Jugent,  Balthasar,  lum  Roten  Fanen. 

d.  R.  34,  12  A.  7. 
Juneermann,  Maria,  s.  Gallisian. 
Jundt,  Hans  403,  6. 

Kftmten,  Hersog  Meinrad  von  2SS 
A.  5.  —  Tochter:  Elisabeth,  a. 
Deutschland,  König  Albrecht  I. 

Käser,  Kesser.  Jakob  217,  22. 

Ka^eneck,  Aroogast  ron  12,  9  A.  7. 

Kaiserisehe  s.  Oestreich« 

Kaisersberg  268  A.  6. 

Kaiserstuhl,  Stidtchen  301,  2. 

—  Gebirge  220,  3. 

Kappel  100,  32.  137,  14,  17.  141— 
142.  143,  7  A.  3,  5,  6.  171,  7. 
198, 17.  —  Buchwäldlein  u.  Senn- 
hof daselbst  141,  17  A.  9, —  SLap- 
pelerkriege  90,  19.  100,  3.  101, 
28.    105,  23.    107,  13.   332,  4. 

Kastei  wart  Mathias  von  12,  8  A.  5. 

St  Kathanna  245,  4. 

Katsianner,  Hans,  Ton  Katianstein 
u.  Fledeneok  212,  2. 

Kaufbeuren  40^  7  A.  2. 

Keller,  Hans  Jakob,  und  Gem.  Bar- 
bara Meyer  418,  7. 

—  Fridolin,  ▼.  Seckingen  218,  2. 
Kembs  8  A.  1.  213,  13,  17. 
Kempten  150,  22. 

Kessler,  Samuel,  Magister,  n.  Gem. 

Elsbeth  Wolleb  406,  2. 
Kestenholi  501,  30  A«  3. 
Kibuig  51,  35. 
von  Kilchen,  Jakob,  d.  R.  (f  1503) 

516A.3. 555  Nachtrag  lu  IV  398, 25. 

—  Jakob  d.  jüngere  516,  6. 

—  Hieronymus,  d.  R.  391,  25.  393. 
27.  419.  1. 

—  Anna  403^  8. 


Personen-  und  Ortsyerseiohnise. 


573 


EJlehmann,  Rudolf  425,  6. 

—  Henalin,  Bäcker^  u.  Hans,  dessen 
Enkel  425  A.  2. 

—  Konrad,  d.  R.  425—426.  428,  18. 
429,  19,  23.  430,  8.  456,  1.  459 
A.  5.  —  Gem.:  Agnes  426,  10. 
428,  28.  456,  2.  459  A.  5.  —  Toch- 
ter: Ursula  s.  Schlierbach. 

—  Hans,  Sohn  Konrads  426,  15. 
456  A.  4. 

—  Hans  Konrad  426,  20—30,  445, 
12.  456  A.  4,  11.  —  Tochter:  Ur- 
sula s.  Hollach. 

—  Lienhard  427,  1.  431,  12.  456,20. 

—  Friedrich  427—428.  429,  24.  434, 
25.  447,  3.  456,  6.  —  Gem.:  Ka- 
tharina y.  Neuhausen  u.  Elsbeth 
Offenburg  427,  22.  —  Tochter: 
Ottilia  s.  Lichtenfels  und  Loch- 
mann. 

—  Martin  427,  27.  431,  20, 27.  457, 8. 

—  Ulrich  427,  28.  431,  25.  447,  I. 
456,  7.    457,  8. 

—  Ludwig,  d.  R.  425,  2.  428  ff.  443 
-^60.  529,  9.  — -  Gem. :  Elsbeth 
ZscheokenpOrlin  428,  27.  430,  2. 
432,  1.  443,  2—7.  451,  15.  456, 
6.  —  Tochter:  Margreth  429,  1. 
456,  6. 

—  Hans,  d.  R.  30,  5.  356  A.  2.  428, 
29.  429,  23.  430—435.  436,  5. 
437,  24.  443,  5—20.  446,  4.  448, 
10.  449,8— 19.— Gem.:  Anastasia 
Sürlin  430,  4.   434,  21—32. 

Kilwart,  Konrad,  Stadtschr.  553  Nach- 
trag SU  lY  135,  3. 

Kirehberg  340,  12. 

Kirchen  257  A.  4. 

Kirchhöfen  298,  21.  299, 1.  —  Rein- 
berg daselbst  299,  1. 

Klettgau  195  A.  4.   403,  20. 

Klingnau  450,  22. 

Kluber,  Klauber,  Geschlecht  418 
A.  10. 

Kl^beck,  Klüben  368,  16. 

Knipperdolling,  Bernhard  205,  1. 

Knoll,  Hans  193  A.  6. 

Koch,  Kaspar,  d.  R.  125, 4.  474,  A.  3. 

Königische  s.  Oestreich. 

Königsfelden  249,  7. 

Konrad,  Werkmeister  263,  4  A.  3. 

Konrad,  der  arme  62,  2,  5.    193,  11. 

Kossman.  Schreiner  394,  23. 

Krain,  Bischof:  Andreas  303—304. 

Krechting,  Krafit,  Bernhard  204,  25 
A.  8. 

Krenklin  s.  Bellingen,  Schultheiss* 

Krensach  s.  Grensaoh. 

Krieg,  Margreth  391,  23. 


Krieg  von  Bellikon  s.  Meiel. 
Krotsingen  298,  19  A.  8. 
Krütser,  Johann,  Domherr  283,  16. 
Krug,  Sebastian,  d.  R.  91,  6,  29. 

—  Kaspar,  Bgrmr  417  A.  6. 

—  Sebastian  o.  Jüngere,  d.  R.  417, 12. 
Kuder,  Rudolf,  u.  Gem.  Sara  von 

Speyr  404,  12  A.  6. 

—  Elsbeth  403,  13. 
Käfer,  Ludwig  206,  21. 
KOssenberg  9,  10. 
Kum  s.  Gomo. 

Kutz,  Jakob  129,  13. 

Länder,  die  drei  Waldst&dte  31  A.  4. 
33,  23  A.  8.  84  A.  2.  332,  7.  446 
A.  4.  —  S.  auch  Uri,  Schys,  Unter- 
waiden u.  Fünf  Orte. 

Lamparten,  Lombardy  15  A.  1.   150, 
8.    225,  26.   284,  21.   323,  18.   365 
11.  499,  2.    S.   auch  Italien  und 
Welsche. 

Landenberg,  Hohenlandenberg  251, 
16  A.  8. 

—  Edle  von:  Beringer  252,  16. 
Hugo  s.  Constanz,  Bischöfe. 

Landeron  300,  6. 

Landgraben,  der,  beim  Eckenbach 

501,  28  A.  6. 
Landser  213  A.  7. 
Landskron  284,  18.  354.  9,  11  A.  6. 

359  A.  8.    S.  auch  Münch. 
Languedoc  217,  4. 
Laufen,  Stadt  u.  Thal  123,  19.  195, 

10.    219,  2.  376—378. 
Laufen  a.  Neckar  204,  12. 
Laufenburg,  8,  4.  218,  1,  4.   229,  12. 

253,  1.   269,  7.   278,  19  A.  4.   282, 

5.   298,  10.   300,  23.   357,  8.    365, 

20.  —  Rheinbrücke  218,  2.  301,  2. 

—   Römer  (?)  281,  8.    282,  7  — 

Kirche  218,  3  A.  2. 
Laupen  251,  8. 
Leberthal  501, 20, 30  A.  3.  —  Giessen, 

Bach  daselbst  502  A.  1. 
Lehen  193.  6  A.  6. 
Leimenthai  336,  7,  19.  555  Nachtrag 

zu  y  193.    S.  auch  Basel,  Wildeck. 
Leiva,  Anton  von  183,  1.  209,  2. 
Leyden,  Johann  von  204,  17 — 25. 
Lichtenfels,  Wolfg^ng  von,  u.  Gem. 

Ottilia  Kilchmann  427,   28  A.  9. 

428,  1—16. 
Liechtenhan,  Lucas  404,  5.  —  Gem.: 

Gertrud  Burckhardt  400,  16.   404 

A.  3. 
Liestal,    Stadt   und    Amt    75,    12. 

124  A.  5.   125—127.    128,  4  A.  5. 

154,  21.     156,  5.     196,  1.    204,  7. 


574 


Personenr  und  Ortsverseiehniss. 


216,  7.  218—219.  248,  8  A.  6. 
254,  9.  265  A.  10.  267,  15  A.  IG. 
282,  22  A.  10.  313,  15.  362,  1 
A.  1.  362,  1  A.  1,  2.  376—378. 
385,  25.  386,  17.  398  A.  10.  418, 
2.  470,  4.  471,  20.  474,  12.  475 
—478.  481,  27.  482,  20.  485, 
4_33.  4S7,  23,  33  A.  1.  488,  8 
A.  6.  490,  7.  —  Oberes  Thor  126, 
4—18.  —  Unteres  Thor  126,  15. 
477,  13.  —  Freihof  475,  23  A.  3. 
—  Schultheissen  s.  Brötlin  u.  Hug. 
Liestal,  Martin  von  49,  17.    69,  21. 

—  Bartholom&us  sum  Sternen,  dessen 
Sohn  49.  17.  69,  21. 

Lil  8.  L'Isle. 

Limpurger,  Telamonius,  Weihbischof, 

auch  Bischof  ▼.  Tripolis  334,  10 

A.  3.   450,  11  A.  6. 
Lindau  150,  22.  200,  10. 
Linder,  Georg,  Tuehscherer  447,  7. 
Linser,  Georg  206,  22. 
Locarno,  Luggarus  19,  3  A.  4.  81,  2. 

329,  1.   360,  13.  432,  23.  446,  9. 
Lochmann,  Hans,  Geriehtschr.  t.  Kl. 

Basel,  u.  Gem.  Ottilia  Rilehmann 

428,  13. 
Lodi,  Loden  37,  4.   197,  17.   198,  3. 
Löffel,  Alexander,  d.  R.  395,  5. 

—  Jakob  421,  18. 
LOwenber^  s.  Manch. 
Lombardei  s.  Lamparten. 
London,  der  Tower  su  206,  16. 
Loredan,  s.  Venedig,  Doge. 
Lowerts  s.  Lugano. 

Lothringen  215,  22.  289,  8.  365  A.  4. 
374,  18.    498—502.   509,  18. 

—  Henöge: 
Johann  I  264,  2. 

R^n6,  Reinhardus289, 6, 9.  444, 16. 
Anton  124,  6.    215,  9.    498—502. 
503,  19—36.   505,  5.  506,  6.  507, 
12.  518,  17.  509,  25.  —  Brüder: 
Claudius   s.  Guise.     Johann  s. 
Rom,  Kardinftle. 
Labeck  150,  21. 
Lüneburg  s.  Braunschweig. 
Lüttich  274,  7. 
Lütiel,  Abt:  Diebold  Hyllweg  450, 

12,  15  A.  6. 
Lütselmann,  Hans,  d.  R.  66,  4.    69 

A.  10.  331,  9. 
Luft,  Ulrich  sum,  d.  R.  384,  7.  416 
A.  3.  —  Gem. :  Elsbeth  (Magda- 
lena?) Eber] er  gen.  Grünenzwig 
416, 7  A.  3.  558  Nachtr.  lu  VI  416. 
•^  Tochter:  Barbara  s«  Meyer  s. 
PfeU,  Nikiaus. 

—  Arnold,  Domherr  411  A.  6. 


Luggarus  s.  Locarno. 

Lugano,  Lowerts  31,   12  A.   7.    81 

A.  4. 
Lupfen,  Graf  Sigismund  ron  195,  8. 
Lupfstein  473,  6.  499  A.  8.  501,  10. 

503,  18. 
Lure,  Lnder  365,  12  A.  5. 
Luterburger,  Heinrich,  d.  IL  395,  iS. 
—  ein  sp&terer  d.N.  (lebte  noch  1623 

287,  27. 
Luther,  Martin  100,  7.   110,  3  A.  1. 

150,  16.   194,  3,  12  A.  7.   195,  16. 
Lusem  6  A.  4.    7,  11  A.  4.    11,  28 

A.  6.   12  A.  3.   17,  8,  12,  27  A.  2. 

27,  34.   42,  23.   52,  31.   53,  1—18. 

71,  20.   77,  12.   113,  21.    137  A.  5, 

140  A.  2,  3.   145,  10.   157,  19  A.  6. 

158,  14.  196,  10.  198, 17  A.  3.  20t 

7.    202,   27.    225,  25.    228,   8,  16. 

285,  15.  330  A.  2.   332  A.  1.  385, 

23.  433,  16.  449,  21.  450,  4,  7  A.  4. 
487,  36.  488,  13.  551  Nachtrag 
SU  II  118.  —  Stift  St.  Leodegar 
171,  36.  —  Propst:  Heinrich  Vogt 
334,  1. 

St.  Lusiensteig,  die  Steig  6,   2,  3 

A.  1,  2. 
Lyon  15,  13  A.  4.  217,  19. 

Magdeburg  150,  21. 

Maüand,  Sudt  5,  10,  13  A.  8.   14,  6. 

24,  8.  30,  6  A.  4.  33,  22  A.  8. 
37,  5.  38,  17  A.  3.  39,  4,  16  A.  1. 
42,  18.  44,  8.  68  A.  9.  69,  17. 
83,  5  A.  2.  195,  1,  3.  287,  37. 
329, 16.  432, 29.  455, 19.  —  Schloss 
13,  24.  14,  9  A.  4.  39  A.  6.  43, 
2,  11  A.  3.  55,  13.  —  Dom  5,  10. 
—  Palast  39,  21.  —  St  Eustorgius 
39   5  A.  1. 

—  Hersogthum  13,  19.    14,  12.   19, 

10.  31  A.  5.  38  A.  3.   43,  14.  44, 

11.  55,  15.  66—67.  70,  20.  81 
—82.  191,  16.  208,  14,  18.  211, 
13.  329—331.  448,  13  A.  8.  452 
A.  8.   454,  6. 

—  Hen6ge: 

Johann  Maria  Visoonti  226,   1,  4. 

Philipp  Maria  Visconti  66  A.  10. 
—  Schwester:  Valentina  a.  Or- 
leans, Hersog. 

Ludwig  Sforza,  gen.  Moro  13 — 15. 
192   3.  193    1, 

Maximilian  38—39.  42, 18.  43,  19. 
45  A.  4.  46  A.  5.  65,  9  A  7. 
83,  16.  146,  17.  192,  23.  205, 
13  A.  4.  314,  26.  331,  4.  455, 
22  A.  9. 

Frans  Maria  205  A.  4. 


Penonen-  und  Ortareneiehnka. 


676 


Bianca  Maria  s.^  Deutsehland,  Kai- 
ser Maximilian. 
Maini  277,  21,  24.  444,  10  A.  7. 

—  Ersbischöfe: 
Sonderold  276,  25. 

Peter  y.  Aspelt  s.  Basel,  Bisehöfe. 
Albrecht  ▼.  Brandenburg  222,  13. 

Maiser  Heide  34,  14. 

Mander8oheid,Qraf  Dietrichy.222, 14. 

ManseUa,  Benedict,  p&pstl.  Legat 
304.  12  A.  5.  305,  3. 

Mansfeld,  Grafen: 
Albrecht  150,  19. 
Ernst  290,  4. 

Mantua  35,  2  A.  3. 

MantB,  Felix  129,  11. 

Mariastein  284,  10. 

Marignano  28,  12.   68  A.  8. 

Marksrafsohaft,  die  Obere,  Mark- 
grafenland, das  Gebiet  d.  Mark- 
grafen V.  Hochberg,  später  v.  Ba- 
den 12,  16.  123,  11.  195,  9.  216, 
6.  217,  26.  301, 11.  368,  23.  470, 
16.  489,  12.   509,  29  A.  5. 

—  die  Niedere,  das  Gebiet  d.  Mark- 
grafen y.  Baden509, 29  A.  5. 514, 10. 

Markolsheim  64,  22. 

Mamold,  Nikiaus  y.  Gilley,  Herr  zu 
214,  14  A.  7.  373,  12. 

Marquart,  Paul  305,  21. 

Marschalk,  Hugo,  Unteryogt  261,  5 
A.  2. 

Marseiile  208,  22  A.  11. 

Marti,  Konrad,  Chorherr  555  Nach- 
trag 2u  Y  235. 

Martui,  Schreiber  y.  KL  Basel 426, 17. 

Maser  s.  Richart. 

Masmanster  264  A.  8.  415,  26. 
429,  19. 

—  Georg  yon,  s.  Murbaeh,  Abt. 
Mattis,  f'rau  396,  7. 
Maulburg  s.  Mulburg. 
Mecklenburg  95.  12. 

Meiel,  Migel,  Balthasar,  u.  Gem.Mar- 
garetha  Krieg  y.  Bellikon  396,  3. 

Meiger  s.  Meyer. 

Melanehthon,  Philipp  195, 17.  222,  9. 

Melibach,  Mölinbach  123,  13.  195,  9. 

MeUingen  50,  21.  136,  21.  145,  22. 
425,  5. 

Mellinger,  Ubdch,  Söldner  552  Nach- 
trag zu  III  83. 

Meltinger,  Ulrich,  d.  R.  552  Nachtrag 
zu  m  83. 

—  Heinrich,  Bgrmr  38,  27.  44,  12 
A.  8.  67,  10.  69,  22  A.  11.  118, 
12  A.  5.  120  A.  1.  331,  17.  386, 
2.   467,  6.   484,  1.   485,  8.   505, 18. 

.    506,  17.  516,  4.  521,  6,  16. 


Menuningen  149,  9.   150,  22.   200,  9. 

Mentelin,  Ursula,  s.  Meyer  s.  Pfeil, 
Adelberg  d^. 

Mentsinger,  Hans  Friedrich,  Stadt- 
schreiber 395,  23. 

Meran  34,  15. 

Merckler,  Jost,  Schreiner  392,  9. 

Merede,  Jakob,  Kaufhaussehr.  396, 2. 

Merian,  Bartholomftus,  d«  B.  398,  22. 

Mettely,  Mötteli,  Pancratius  212,  6 
A.  5.   370,  16.   371,  3,  6. 

Metsch,  Gaudens  yon,  Graf  lu  Kirch- 
berg 305.  17. 

Mets,  Bischöfe: 
Georg  y.  Baden  231,  15  A.  14. 
Johann  yon  Lothringen  s.  Rom, 
Kardinäle. 

Meyer  yon  Baldersdorf,  Heinrich, 
d.  R.  326  A.  6. 

—  Michael,  d.  R.  326,  22  A.  7.  359 
A.  3.  360,  2. 

—  ILbub  Berabard,  d.  R.  32  A.  1. 
67,. 2.  118,  17.  557  Nachtrag  zu 
VI  326. 

Meyer  zum  Hasen,  Jakob,  Bgrmr  30, 
5.  31,  18  A.  8.  32,  15.  34,  10.  38, 

26.  49,   15.    77,   1   A,  2.    83,   10. 
356  A.  4. 

Meyer  zum  Hirzen,  Jacob,  Bgrmr  66, 
A.  3.  120  A.  1.  209,  19  A.  8.  375 
31.  385,  33.  386,  9,  13.  482  A.  4. 
511,  15.  558  Nachtrag  zu  VI  395. 

—  Heinrich,  d.  R.  533  A.  6. 

—  Hans  Rudolf  395  A.  6.  558  Nach- 
trag zu  VI  395.  —  Tochter:  Anna 
395,  19. 

^  Ursula  Judith  421,  23. 

Meyer  yon  Hüningen,  Hans  Ulrich 

8,  22.  A.  6. 

Meyer  zum  Pfeil,  Geschlecht  383 ff. 
409^413. 

—  Nikiaus,  Meier  zu  Oettingen  557 
Nachtrag  zu  VI  383. 

—  Henmann  383,  25.  393,  3—15. 
410,  31.  412,  16.  415,  25.  553  u. 
557  Nachtrag  zu  IV  139.  20  u.  VI 
383.  —  Gem.:  Anna  Alexin  410, 
31.  415,  25. 

—  Nikiaus,  Substitut '553  Nachtrag 
zu  IV  139  20. 

—  Nikiaus  gen.  yon  Büren  382,  2. 
383,  26—35.  408,  15.  410.  32.  411 
A.  1.  412,4,18.  415,  27. —  Gem.: 
Anna  Stör  411,  2.    412,  20.   415, 

27.  —  Tochter:  Margreth  412,  21. 

—  Hans  Ludwig  d.  ältere  382,  12. 
384,1.  411,  3  A.  4.  412,  20.  415, 
29.  —  Gem.:  Katharina  y.  Muti- 
wiler  411,  4.    415,  29. 


676 


Fenonen-  und  OrtiyeneiehnisB. 


Meyer  zum  PfeU,  Nikiaus,  Rathtehr. 
32,  1.  350,  18.  382,  14.  384—385. 
411,  5  A.  4.  412,  22.  413  A.  2. 
416,  1.  553  Nachtrag  su  IV  139, 
10.  —  Gem.:  Barbara  sum  Luft 
384,  6.   385,  6.   411,  5.   416,  1,  6. 

—  Tochter:  Helena  fl.  QaUinan. 

—  Jakob  u.  Gem.  Anna  y.  Luters- 
dorf  411,  6.   416,  24. 

—  Ludwig  411,  6.  412,  23. 

—  Adelberg,  Bgrmr  26, 1,  4.  93, 17. 
102—104.  106,14.  125,3.  174,5. 
310,  11.  345  ff.  375,  30.  376,  21. 
381,3.  383,5—14.  385—386.  391 
—393.  410,  2.  413—416.  418, 8. 
474,  34.  —  Gem. :  Katharina  Hut- 
schin  und  Margreth  Trutman  386, 
21.  416,14,16.  Katharina  Biichoff 

386,  24.  391—392.  416,  4,  16.  — 
Töchter:  Claudia  413,  18  A.  5. 
Barbara  s.  Riespach.  MazimiUa 
t.  Ton  Küchen. 

—  Bernhard,  Bgrmr  32,  1  A.  1.  120, 
2.  214  A.  4.  373,  14  A.  3.  382, 
38.  383,  11.  386—387.  393,  4,  10. 
410.  2. 1417—418.  516,  5.  —  Gem.: 
Helena  B&r  120  A.  2.  413,  12  A.  3, 
4.  417, 1,  5.  Maria  Wölflin  417, 2,  7. 

—  Jakob,  Sohn  Adelbergs  93,  18. 
391    7. 

—  Hans  Ludwig,  d.  R.  3S2,  40.  387, 
15.  392,  7.  393  A.  7.  394—397. 
418,  10.  419,  3.  —  Gem.:  Anna 
Frohen  394-397.  418,  10. 

—  Adelberg  d.  jüngere,  d.  R.  387, 
1.7.   394,  17.    401,  17.    419,   5,  21. 

-  r.  Gem. :  Ursula  Mentelin  u.  £l8- 
.th  von  Speyr,  419,  5. 

—  Nikiaus,  Hans  Ludwigs  Sohn  387, 
21.  395,  t,  397—401.  419.  12. 
420,  15.  -^  Gem.:  Salome  Ecken- 
stein 397-r400.    419,  12.  420,  15. 

—  Bernhard  d.  jüngere  381  A.  3. 
5%,  4.  401,  4.  13  A.  2.  419,  7.  — 
C  '>m.:  Cordula  Truchsess  von  Rhein- 
feiden;  401,  3,  15  A.  2.  419,  7. 

—  Hans  Konrad,   d.  R.   381—383. 

387,  23.  398,  15.  402—409.  413 
—415.  42a.  19,  22.  421,  19.  — 
Gem.:  JudiUi  Schönauer  402—406. 
420,  19.   421,  19. 

Meyer,  Hans,  s.  Pfister. 

—  Dr.  Johann,  s.  Eck. 

—  Kilian,  y.  Lehen  193  A.  6. 
Mesiäres,  Maseyr  194,  22. 

^   R6n6  y.  Anjou,  Herr|  yon  56  A.  4. 

j7,  13  A.  5.  58  A.  6. 
St.  Michel  s.  Mont  St.  Michel. 
Mincio  35,  7  A.  6. 


Mölln  s.  Melibach. 

Mörsberg,  Hans  Christoff  yon  504, 20. 

Moncada,  Otto  yon,  s.  Rom,  Kazdi- 

näle. 
Mötteli  s.  Mettely. 
Montb^liard,  Mümpelgart  75,  13.  76, 

9  A.  1.   255,  17.   258,  1.   361,   12. 

—  Grafen: 
Heinrich  253  A.  2. 
Steffan  258,  2. 

Montcenis,  Montaniss  37  A.  1.  43, 
17.  66,  11  A.  8. 

Monte  Cenere,  Montkenel  31,  12  A.  5. 
33,  21. 

Montferrat,  Markgraf  Bonifacina  II 
yon  182,  12. 

Montfort,  Graf  Hugo  yon  272  A.  1. 

Montgommery  282,  24  A.  11. 

Mont  St.  Michel  300,  10  A.  5. 

Moore,  Thomas  206,  6. 

Mülburg,  Müiberg  280,  3,  11  A.  6. 
425,  11. 

Mülhausen  25,  2,  5.  27,  5,  20.  47 
A.  10.  49,  9  A.  2.  67,  5  A.  6. 
72—73.  75,16.  114  A.  2.  137,  12. 
143,  5.  144,  5.  146,  21.  153,  21. 
156,  18.  157,  20.  158  A.  1.  198, 
16.  199,  4.  201,  15.  301,  13.  346, 
6.  350,  16.  384,  7.  522,  15.  553 
Nachtrag  lu  IV  138.  —  Rathans 
289,  18. 

Mülinen,  Amelia  yon  284,  14. 

Müller,  Marquard,  Rathsehr.,  und 
Gem.  Veronika  Gerster  553  Nach- 
trag su  IV  140,  6. 

—  Matth&us,  bisehöil.  Offtiial  340, 
7  A.  2. 

—  Fridolin  477,  25. 

Münch  yon  Landskron,  Geschlecht 
u.  Wappen  554  Nachtraff  lu  IV  369. 

—  Burkhard  d.  filtere,  Ritt^  260, 
13.   261  A.  2. 

—  Konrad  s.  Basel,  Bisehöfe. 

—  Burkhardd.jüngeie,Ritter(fl431) 
270,  1. 

—  Burkhard  d.  letite,  Ritter  283,  2. 

—  Hans,  Ritter  252  Nachtrag  in 
IV  59. 

Münch  yon  Löwenberg  od.  München- 
stein,  Konrad  234,  13.    359  A.  4. 

—  Hans,  dessen  Bruder  359  A.  4. 

—  Hans  Friedrich  359,  6. 
Münchenstein,  Schloss  u.  Herrachaft 

156,  5.  195,  21  A.  10.  218,  20. 
220,  6.  376,  25.  377,  11.  470,  5. 
471,  20.  474,  13.  481,  28.  488,  9 
A.  6.  490,  7  A.  1. 
Münster  in  Granfelden,  im  Granwald, 
MoatierGrandyalll,llA.3.  257,1. 


FerBonen-  imd  Ortsverzeiehniss. 


577 


Manster  i.  Westfalen  204, 16,  20  A.  5. 

—  Bischof:  Franz  yon  Waldeck  204 
A.  5. 

Mauser,  Thomas  129,  10. 
Mulburg,  Maulburg,  Hans  Ton  259 
A.  4.   296,  8. 

—  der  Schuster  259,  9. 
Mundat,   diö  Obere,  64,  2.    506,  5. 

511,  3.   524,  14. 
Mundbrott  9,  3. 
Murbach,  Abt:  Georg  v.  Masmünster 

504,  19.    506,  3.  511,  1. 
Murbach,  Hans  Jakob  51 J,  17. 
Murer,  Hans,  gen.  Silberberg,  d.  R. 

67,  3.   119,  1.    120  A.  4. 

—  GalluB,  ▼.  Liestal  75,  12. 
Murten  231,  9.   300,  5.   324,  5.   429, 

9.    445,  9.   551  Nachtrag  su  III  26. 

Musso,  Myss  189,  26.  —  Herr  da- 
selbst: Johann  Jakob  Medigino 
201,  16. 

Muttern,  Mututz  10,  13.   75,  13.  126, 

25.  127,  19.  129  A.  1.  220,  6. 
362,  4,  6.  483,  21,  33.  484,  26. 
490,  8.    553  Nachtrag  zu  IV  134. 

Myconius,  Oswald,  Antistes  202,  26. 
393,  7. 

Kadler  gen.  Spengler,  Hans  433,  20. 
Nancy,  Nanse  231,  11.   286,  12.   289, 

8.   324,  8.  340,  3.   445,  1. 
Nassau,  Graf  Heinrich  von  180,  18. 

208,  23.   209,  12. 

—  Ottilia  s.  Tierstein,  Graf  Oswald. 
Neapel  191  A.  1.  197  A.  7,  9.  208, 18. 
Neuenburg  in  Burgund,  Neuch&tel, 

Graf  Diebold  V  von  253  A.  2. 
Neuenbürg  am  Rhein  256,   7.    298, 

17.   302  A.  4.  494,  15  A  1. 
Neuenburg  am  See,  Neuchdtel  300, 

6.  396,  23. 
Neues  Haus,    bei   Klein  Hüningen 

433,  19.  434,  8. 
Nidau,  Grafen: 

Rudolf  m  251,  8. 

Rudolf  IV  233  A.  8.    263,  2  A.  2, 

6,  7.  266, 8, 10  A.  4.— Schwester : 

Verena  s.  Tierstein,  Sigmund  U. 

Niederland,    Niederländer  153,   30. 

180,  8.   182,  2,  11.   183,6.   192,1. 

200  A.  9.    211  A.  5.   220,  22.   374, 

26.  397,  IIA.  5.  500,17.  502,17. 
—  Generalstaaten  405,  22. 

Nizza,  Niss  216,  16.    217  A.  1. 

Nonnandie,  Normannen  276,  25. 
300,  10. 

Novara,  Nawerren  13—15.  37,  5. 
43—  46.  55,  16.  66,  3.  67,  15.  74, 
20.    77,  11.    192,4.    330,  7  A.  5. 

Basler  Chroniken.    VI. 


Nürnberg  150,  20.  151,  16.  200,  4. 
268,  5. 

Oberland,  das  Gebiet  d.  Eidgenossen 

153,  20.   265,  5. 
Oberli,  Tischmacher  555  Nachtrag  zu 

V  249. 
Obermeyer  s.  Iselixi,  Nikiaus. 
Oberriedt,  Hans,  d.R.  83  A.  2.  119, 2. 

—  Hans  Heinrich,  d.  R.,  u.  Tochter 
Maria  403,  1. 

Oberwesel  247  A.  6. 

Oberwü  376,  9. 

Ochsenbein,  Nikiaus  505,  22. 

Ochsenfeld  366,  2. 

Ochsenstein,  Johann  von  271,  5  A.  2. 

Oechlin,  Anton  44,  3. 

Oekolampad,  Johannes  99,  37.  11], 
18  A.  2,  3,  6.    196,  5.   201,  11. 

Oesi,  Clara,  s.  Schnitt,  Konrad. 

Oestreich,  »die  Herrschaft«,  d.  h.  das 
Fürstenhaus  und  seine  vordem 
Lande  16,  2,  17.  228  A.  4.  234, 
A.  1.  253,  5.  258  A.  2.  265  A.  10. 
272,  1  A.  1.  288,  4.  300  A.  2.  302, 
13.  325,  15  A.  6.  357,  10.  361 
A.  10.  364  A.  2.  476  A.  3.  503, 
5.  504',  17.  508,  11.  513  A.  1. 
514,  16.  —  Oestreicher  »Königi- 
sche«, >Kaiserische«  6,  1.  7,  10. 
55—56.   75—76.   325,  14. 

—  die  Regierung  der  vorderen  Lande, 
»das  Regiment  zu  Ensisheim«  123. 
17.  193  A.  6.  214,  9.  360,  18.  373, 
9  A.  5.  465,  7.  470,  10.  502,  26. 
503,  34.  504,  25.  505,  34.  50^  14. 
507—509.  510,22.  512,  32^514 
A.  5,    515,  22.   516—522. 

—  das  Herzogthum,  Inneröstreich 
288,  8. 

—  Herzöge  u.  Erzherzöge: 
Albrecht  I  s.  Deutschland,  Kösige. 
Johann  Parricida  249,  8. 
Friedrich  I  d.  Schöne  s.  De«  "^ch- 

land,  Könige.  i*V 

Albrecht  II  d.  Lahme  253,  6  A.  3. 
Leopold  m  257  A.  3.    258  A.  2. 

260  A.  9.    264  A.  2,  5.    267,  15 

A.  10.  271,  5.     ' 
Leopold  rV  273,  4  A.  3. 
Friedrich  V  s.  Deutschland,  Kaiser 

Friedrich  IIl. 
Albrecht  VI  d.  Verschwender  298, 

21.   299,  17.    300  A.  2.    358,  1. 
Sigismund  171,  25.    231,  15.  Wb, 

6,  18.   300,2.   301,  18.   302 /-l, 

5,  8.   305,  16.   325  A.  6.       . 
Maximilian    I    s.   Deutschland, 

Kaiser. 

37 


678 


Pertonen-  und  OrtsreneiehniM. 


Philipp  d.  Sehöne  191, 17.  ~  Toch- 
ter: Isabella  s.  D&nemark. 
Ferdinand  I.  b.  Deutsehland,  Kaiser. 
Leopold  y.  290,  4. 
Oetlingen,  Oetliken,  Schloss  299,  7. 

—  Dorf  558  Nachtrag  su  VI  383. 
OeugUn,  Egglin,  Hans  Ulridi  417,  7. 
Ofen,  Budapest  223,  11  A.  1. 
Offenburg,  dtadt  510,  3^14.  514,  13. 

—  Heinnch  555  Naohtr.  bu  V  305. 

—  Albreoht  555  Naehtraar  su  V  305. 

—  Henman  d.  Altere,  Obsftmr  358 
A.  5.  387  A.  3.  555  Nachtrag  lu 
V  206  u.  209.  —  Schwester:  Anna 
555  Nachtrag  lu  V  204.  —  Tochter: 
Anna  556  Nachtrag  au  V  306. 

—  Peter  d.  &Itere,  Landyogt  234,  2 
A.  3,  4,  7. 

—  Peter  d.  jQngere,  Bgnnr  17,  13. 
18,  23.  19,  3  A.  3.  81,  3.  234,  3, 
12  A.  3,  4.  235  A.  2.  325, 1.  356 
A.  3.  446.  5.  455,  15.  529,  12.  — 
Gem.:  Juliana  v.  Sohönenberg  446 
A.  5. 

—  Hans  Philipp  427,  24.  —  Tochter: 
Elsbeth  s.  J^ilchmann,  Friedrich, 
u.  Wessenberg. 

—  Henmann,  Bgnnr  34,  1.  66,  4. 
69,  22  A.  11.  118  A.  8.  155  A.  6. 
157  A.  8.  232,  14—23.  235,  3,  4. 
331,  8.   427,  25.  455,  21.  475,  23. 

—  Hans  Egloff,  d.  R.  1 18, 16  A.  5,  8. 
232  A.  6. 

—  Maria  (Margaretha?)  398,  18. 
402,  5. 

--  Beatrix  402,  13. 

Oglio  35,  15  A.  9. 

Orbe  556  Nachtrag  su  V  514  u.  515. 

OrUans,  Hersöge: 

Ludwig   von   (f    1407),   u.   Gem. 
Valentine  Visconti  66  A.  10. 

Ludwig  XII  s.  Frankreich,  KOnige. 
Ortenberg,  Graf  Hans  von  10,  9. 
Ottmarsheim  371,  4.    558  Nachtrag 

su  VI  383. 
Ouwer  8.  Auer. 

Palm  s.  Balm. 

Pamiers,  Apamiensis  dioecesis  212, 

12  A.  7. 
Paris  208,  24.  215,  22.   220,  19.  314, 

30.   406,  24.  553  Nachtrag  su  IV 

140,  1.  —  Parlament  43,  12  A.  4. 

498,  37. 
Parma  37,  4. 
Paria,  Paiy  36,  11  A.  6.     37  A.  5. 

83  A.  2.   103,  18.  314,  27.   329,  20. 

499    2. 
Pellikan,  Konrad  112,  6  A.  3. 


Peter,  BriefMger  267,  2  A.  1. 
Pftfftkon  s.  Sjieicher. 
Pfaligrafen  bei  Rhein: 

Otto  n  ▼.  Mosbach  231,  16. 

Friedrich  I  427,  5. 

Ludwig  V  62,  8  A.  4.  182  A.  4.  210, 
14  A.  2.   222,  16. 

Friedrich  U  222,  2. 

Otto  Heinrich  182  A.  4. 

Philipp  182,  13. 
Pferingen  10,  4.    118  A.  8.    194,  9. 

246,  3.  260,  5.   274,  5.  427,  14. 
Pfirt  263,  10. 

—  Sigmund  yon.  Dompropst  121,  5. 
Pfister  Merer,  Hans  129,  12. 
Pflug,  Julius,  Bischof  t.  Zeiti  oder 

Naumburg  222,  7. 
Pharao  480,  1. 
Piacenia,  Placenti  37,  4. 
Picardie,  Bichhardey  208,  22.    209. 

11.  211,  7.  —  Pieaider  264,  15. 
Piemont,  Bemont  68,  1. 
Pistorius,  Johann  222,  11. 
Piisighetone  35,  16. 
Pianoher -les-Mines,    429,     18.   — 

Götterscherberg  daselbst  555  Nach- 

trag  SU  IV  405,  1. 
Platter,  Plattner,  Felix   395  A.  10. 

398,  5,  10.  —  Gem.:   Magdaleca 

Jeckelmann  395,  24. 
St.  Pol,  Sampal  211,  9. 
Polen  899,  18. 
Pontecorvo  304,  13. 
Ponteyico,  Pantowiga  35, 13  A.  9,  10. 
Prag  268,  4. 

—  Hieronymus  yon  275,  9  A.  5. 
Pratteln,  Brattelen  195,  21  A.  10.  220, 

6.   269,   12.   358,  4.   362,  3,  5. 
Predigerorden  301,  9.   303.  3. 

—  Proyinsiale  in  Deutschland: 
Giselbrecht  v.  Utrecht  279,  12. 
Jakob  y.  Stubach  301  A.  4. 

St  Prothasius  287,  38. 

Pruntrut,  Brunn endrut,  PorrentruT 
76,  1  A.  1.   264,  10. 

Püntiner,  Bflntner,  Hans,  Landam- 
mann y.  Uri  39,  12. 

Puer,  Heinrich  271  A.  6. 

Puperlin  s.  Bipperlin. 

RagatB  52,  24  A.  4. 

Bauen,  Retsen  1 4, 23,  34  A.  6.    15, 9. 

Ramspeck,  Sebastian  405,  6. 

—  Marg^eth  405,  14. 
Ramstein,   Schloss  und  Herrschaft 

156,  7.   196,  2  A.  2.   248,  6  A.  5. 
376,  24. 

—  Freiherren  von: 
ThOring  248  A.  5. 


Persoaen-  und  Ortsveneiehnits. 


579 


Imer  s.  Basel,  Biichöfe. 

Kudolf  357^  10.   358,  3. 
Harnstein,    Edler    von:    Burkhard 

W»nlier,  Bgrmr  250  A.  6. 
Randeck,  Burckhardt  und  Heinrich 

Ton  9,  2  A.  2. 
Kapp,  Kaspar  47,  9. 
Kapperswii  6  A.  4.  52,  28. 
Kappolstein,  Wilhelm  Ton,  Ostreich. 

iLandvogt  302  A.  2.   506,  21.  507, 

10.  509,  15. 

üatberg  s.  Rotherg. 

Hathsamhausen,  Botzenhusen,  Hein- 
rich von,  Domherr,  u.  dessenMutter 
262,  13  A.  5. 

Rechberg,  von  der  Hohen  Rechberg, 
Hans  Yon  229,  9.    364,  2  A.  1. 

Regensberg  51,  24. 

Regensburg  154  A.  1.  221 ,  10—38. 
223,  15. 

St.  Rc^la  245,  6. 

Reich  von  Reichenstein,  Rieh,  Ritter- 
geschleeht  308,  10. 

—  Hans,  Bgrmr  279,  14. 

—  Peter  359  A.  8. 

—  Marcus  359,  10. 

Reichenau,  Augia  Major,  Abt :  Eddo 

8.  Strassburg,  Bischöfe. 
Reiohenweiler  216,  10.   555  Nachtrag 

SU  V  193. 
Beinach  i.  Birsthai  376,  9. 

—  Edle  von: 
Melchior  57,  10  A.  7. 

Hans  Berthold  504  A.  3.    516,  20. 

Reinberg  s.  Kirchhöfen. 

Reinhart  gen.  Streoknot,  Hans  433. 
21.   434,  23  A.  7. 

Reischach,  Egon  yon  211,  4. 

Remsthal  193,  10. 

Respinger,  Lienhard,  und  Tochter 
Maria  404,  12. 

Retzen  s.  Raisen. 

Reublin,  Wilhelm  111  A.  2. 

Reutlingen  62  A.  7.   150,  22.  200,  4. 

Rhein  6,  12  A.  1.  7,  18,  22.  12,  16. 
33,  5—16.  59—60.  85,  9.  132,  11, 
13.  135—136.  161,28.  163,  22. 
193,  16.  194,  7.  215,  21.  219,  16 
—21.  228,  6.  232,  1.  246,  13.  247, 
2  A.  3.  251,  8.  252,  4.  259,  12. 
260,  3  A.  1.  265,  4.  269,  9.   271, 

11.  279,20.  280,  14.  284,5.  286, 
10.  288,  2.  300,  25.  304,  7.  324, 
10.  334,  14  A.  4.  335,  19.  338,  3. 
341,  10.  364,  3.  368,  13—26.  370 
—372.  405,  21.  427,  8,  13.  444,  6. 
448,  1— i.  450,  22.  454.  16,  20. 

Rhein  eck  im  Rheinthal  52,  25. 

—  bei  Landskron  s.  Rineck. 


Rheinfelden,  Stein  oder  Sohloss  282, 
18.    299,  10.    325,  20. 

—  Stadt  8,  3.  16,  7—16.  273,  9.  365, 
20.  368.  22.  —  Rheinbraoke  301,  3. 

Rheinthal,  Vogtei,  52,  24.  136,  21. 

Rieh  8.  Reich. 

Richart,  Hans,  gen.  Maser,  d.  R.  67, 

11  A.  9.  331,  17. 
Riedin  s.  Ruedin. 

Riehen,  Riechein  196,  1  A.  2.  218, 
20.  376,  25  A.  5.   377,  12. 

Rieher,  Heinrich  d.  ftltere,  Obsftmr 
327  A.  7. 

—  Heinrich  d.  jüngere,  d.  R.  327, 
18.  328  A.  1. 

—  Lienhard  327  A.  7.   328  A.  1. 

—  Katharina  395,  14. 
Riesinger  s.  Russin ger. 
Riespach,  Ryspach,  Hans  391,   17. 

418,  19. 
Rin,    ze   (bu  Rhein)    Friedrich,    s. 
Basel,  Bischöfe. 

—  Jakob,  Bgrmr  427,  4. 

—  Kaspar,  s.  Basel,  Bischöfe. 

—  Friedrich,  Kaspars  Bruder  9  A.  10. 

—  Bernhard  9  A.  10. 

Rineck,  Rheineck,  bei  Landskron 

354  A.  6. 
Ringler,  Hans  Ludwig,  Salsschreiber 

420,  14. 

—  Frau  ▼.  Andreas  Meyer  418,  3. 
Ritter,  Valentin  66,  8. 

Robur  354,  5—11. 

Rocester,  Kuffach,  Bischof:   Johann 

Fisher  206,  9  A.  2. 
Rochefort,  Frans  von  212— 213.  214, 

13.    369—372. 

—  Sanctius,  gen.  yon  Viviers  212, 

12  A  8,  9.    214,  16.    215,  1  A.  2. 
369—371.  373,  18  A.  11. 

Röist,  Röscb,  Heinrich,  Bgrmr  yon 

Zflrioh  18,  21. 
Röteln  123,   12  A.  4,  5.    217,  29. 

250,  9.    346,  8.    350,  25.    398,  16. 

509,  31.   510  A.  1. 

—  Freiherren  yon  250  A.  5. 

—  Markgrafen  yon,  s.  Hochberg. 
Röteler,  Hannemann  260,  10  A.  5. 
Röwlin,  Hans,  d.  R.  333.  18 
Roggenback,  Hans  u.  Rudolf  206,  20. 
Regier,  Marcus  212,  13  A.  9.    214, 

12  A.  6.  369  A.  10.  371,  13  A.  3. 
373  A.  11. 
Rom,  Stadt  24,  8.  41—42.   182,  11. 
283,  11.  303  A.  3.    356,  11.    432, 
18.  443,  18. 

—  Stuhl  SU,  Römische  Curie  37, 
15.  56,5.  151,5.  451,20.  452,  1. 
454,  11.  455,  10. 

37* 


580 


Personen-  und  OrtsTerseichnisfl. 


Rom,  P&pste: 
NiUaus  IV  247  A.  9. 
Bonifaciui  IX  272  A.  5. 
Felix  V  5  A.  3.   281,  13.  340,  17. 

556  Nachtrag  lu  V  494.  —  S. 

auch    Sayoyen,    Henog    Ama- 

deuB  Vm. 
Sixtus  IV  301  A.  4.    303 ,  5—27. 

304  A.  1—3  u.  7. 
Innocens  VUI  304,  11  A.  7. 
Julius  II  26,  7.   30,  17.  32,  2  A.  5. 

37,  11.   38,  7,  18  A.  3.    41—42. 

81—83.   329,  9,  17.    461,  7—10. 

454,  6. 
Leo  X  49  A.  11.    50  A.  5.  65,   6 

A    5.   331    21. 
Clemens  Vni50,'9. 151,6. 180—184. 
Paul  III  167,    12.    216,  26  A.  6. 

217  A.  1. 

—  Kardinäle: 

von  St.  Angeli,  Julian  Gesarini  555 

Nachtrag  su  V  136. 
Yon  St.  Calixtus,  Johann  Alfonsi, 
y.  Segoyia  556  Nachtrag  su  V 
361  u.  493. 
yon  St.  OnofriuB,  Johann  y.  Loth- 
ringen, Bischof  y.  Mets  u.  Ver- 
dun  499,  21  A.  6. 
von  St.  Potentiana,  Otto  y.  Moncada, 
Bischof  y.  Tortosa  556  Nachtrag 
SU  V  308. 
—  Matthäus  Sehinner,  Bisehof  y. 
Sitten  31,  1.  37,    11  A.  7.    38, 
18.   329,  9,  15. 
yon  St  Sixtus,  Thomas  de  Vio,  y. 
Gaeta  194,  5  A.  4. 
E6mer,  alte  354,  1  A.  6. 
Komische  Kaiser: 
Julius  Caesar  167,  11,  26.  276,  9. 
Philipp  d.  Araber  167,  17.  168,  37. 
Julian  354,  3. 
Valentinian  I  245,  9.  277,  33.   354 

A.  2   3. 
Theodosius  167,  26. 
Justinian  I  168,  8. 
Römisches  Reich  s.  Deutschland. 
Rosegg,  Heinrich,  Ammeister,  und 

Tochter  Katharina  416,  8. 
Rosenblatt,  Hans  8,  24. 
Roseneck,    der  Freiherr  yon   9,  9 

A.  6. 
Rosenfelserthal  s.  Rougemont. 
Rot,  Hartmann,  Bgrmr  260,  7.    356 
A.  2. 

—  Hans,  Bgrmr  356  A.  2.  363  A.  4. 

—  Peter,  B^mr  301,  7.  302,  10  A.  7. 
356  A.  2. 

Rotberg,  Ratberg,  Schloss  354,  6. 

—  Bernhard  yon,  Bgrmr  283,  10. 


Rotberg,  Arnold  yon,  d.  R.  359,  7. 

557  Nachtrag  su  359. 
Rotenburg  bei  Lusem  53,  1. 
Rotengatter,  Lienhard  50,  5  A.  2. 
Rotweil  72,  2. 

Royeredo,  Ruferiet  34,  15.   38,  9. 
Rougemont,  Rosenfelserthal  506,  5. 

508,  14.  511,  3.   524  15. 
Ruch  Eptingen  s.  Eptingen. 
Rad,  Ryd,  Eberhard  222,  13. 
Ruedin,  Riedin,  Jakob,  Obsftmr  401 

A.  5. 

—  Jakob,   dessen  Sohn  401,  8 — 12. 

419,  20. 

—  Hans  Jakob ,  Dompropsteisehaff- 
ner  405,  7  A.  4. 

—  Hans  Michael  422,  8. 

—  Katharina  417,  5. 

Rüsch,  Ryss,  Nikiaus,  Stadtschr,  dann 
Obsftmr  17,  13  A.  2.  333,  11.  553 
Nachtrag  zu  IV  138.  —  Gem.: 
Ottilia,  u.  Söhne  Johann  u.  Adolf 
552  Nachtrag  su  III  281. 

Ruffach  26,  22.  64,  2—23  A.  1.  506 
A.  1.  —  Schloss  Isenbui^  64,  4, 
6.  —  S.  auch  Rocester. 

Russinger,  Riesinger,  Marcus,  d.  R. 
396,  11. 

—  Theodor,  d.  R.  420,  1.  —  Gem.: 
Anna  Wagner  396,  20.  419  A.  15. 

420,  1.  —  Tochter:  Anna  419,  22 
A.  1. 

Riisswil  53,  15. 

Ryff,  Reiff,  FridoHn,  d.  R  92,  23. 
119  A.  7,  10.  120,  9. 

—  Peter,  d.  R.  119  A.  7,  10, 

—  Andreas,  d.  R.  399,  5.  —  Gem.: 
Margreth  Brunner  420,  26. 

Ryhiner,  Heinrich,  Stadtschr.  177,  8. 
179,  11.  354  A.  7.  373,15.  463  ff. 
470,  20  A.  3.  511,  15.  —  Gem.: 
Elsbeth  Ressler  464,  13. 

—  Friedrich,  d.  R.,  u.  Tochter  Els- 
beth 399,  16. 

—  Johann  Friedrich,  Bgrmr  400,  15. 

—  Veronika  418,  3. 
Ryspach  s.  Riespach. 

Sachsen  129,  10.   150,  21. 

—  Kurfürsten: 

Johann  d.  Beständige  150, 16.  151. 
4.   199,  28. 

Johann  Friedrieh  200,  3.   222,  19. 
Säckingen  s.  Seekingen. 
Salein,  Salland  oder  Seeland?   200, 

13. 
Saler,  Wemher  10,  11. 
Salland  s.  Salein. 
Sargans  52  A.  4. 


Personen-  und  Ortaverieichniss. 


681 


Sausenberg  123   A.  4.  —   S.    auch 

Hochberg,  Markgrafen. 
Savoren  58  A.  1.    182,  11. 

—  Herzöge: 

AmadeuB  VIII  226  A.  4.  —  S.  auch 
Rom,  Papst  Felix  V. 

Philibert  II,  u.  Gem.  Margaretha 
V.  Oestreich  200,  23  A.  9. 

Karl  III  118,   15  A.  7.    146,  17. 
182,  14.    207—208. 

Philipp,  Graf  y.  Genevois  208,  16 
A.  7. 

Jakob,  dessen  Sohn  208  A.  7. 
Sax,  ULnch  yon  39,  11. 
Schaffhausen  7  A.  4.    13,  4.    50,  14. 

71,  15  A.  3.    114,  1.    117,  6.    127, 

17  A.  9.    137,  20.    143—146.   149, 

10.    153,  21.   157,  20  A.  6.  192,  12. 

196,  8.    198,  16.    199,  3.    201,   14. 

258,  10.    259,  1.    332,  6.    448  A.  9. 

449,  18.    505,  9.    509,   20.    511,  5, 

16   A.    4.     654   NachUag   zu    IV 

142,  3. 
Schaffner,  gen.  von  Bronn,  d.  B.  118, 

19.    120  A.  3. 
Schaler,  Wernher,  Erzpriester  und 

GeKenbisohof  257,  7  A.  4. 
SchaUer,  Kaspar,  Stadtschr.  464,  2. 

467,  11. 
Schauenberg,  bei  Winterthur  251,  16 

A.  8.    252  A.  1. 
Schauenburgerberg,  bei  Liestal  155, 

2    23. 
Schenck,  Rudolf,  (1529)  d.  R.  120,  7. 

—  Rudolf  (1561)  394,  23. 
Scherb  s.  Felber. 

Scher  oder  Scherer,  Peter,  v.  Strass- 

bürg  214,  18.    374,  2. 
Scherer,  Jakob  402,  12. 

—  Salome  399,  9. 

Scherer  y.  Strubhard,  Katharina  420, 

10. 
Scherweiler  473,  6.    502,  1.    503,  18. 
Schilling     (Achtbürger) ,     Bernhard 

Obzftnu-  234,  14. 
Schilling  (jüngeres  Geschlecht),  Isak 

422,  8  A.  1. 
Schinner,  Matthäus,  s.  Rom,  Kardi- 
näle. 
Schlettstadt  225,  12,  21.    265,  3.  327, 

11, 14.    503,  15.  —  Stettmeister  s. 

Ulmann. 
Schliengen  80,  14.  214,  15.    217,  24. 

325  A.  8.    373,  11. 
Schlierbach,  Dorf  10,  18. 

—  Heinrich,  d.  R.  426,  14. 

—  Lorenz  und  Gem.  Ursula  Kileh- 
mann  426,  13. 

—  Rudolf,  d.  R.  80,  12.    426,  17. 


Sehlierbaoh,  Hans,   Ritter  80  A.  7. 

135,  1  A.  4.    555  Nachtrag  zu  V 

303  u.  310. 
Sehmid,  Bartholomäus,  d.  R.  67,  11. 

69,  20. 

—  Hans,  Landvogt  234,  13. 

—  Felix,  Bgrmr  y.  Zürich  39,  12. 

—  Joh,,  s.  Faber. 

Schnitt,  Konrad,  d.  R.  23—25.  27, 
27.  89—95.  97—105.  108-109. 
165—176.  188,  3—25.  189,  34. 
391,  8.  —  Gem.:  Clara  Oesy  90,  5. 
93.  20,  25. 

—  Augustin  93,  26,  28.  95,  21.  98 
—99.    175—176. 

—  Susanna  s.  Warinschlager. 

—  Hieronymus  92,  29. 
Schnitzer,  Mang,  d.  R.  44,  12. 
Schönau,  Hans  Ottmar  yon  211,  5. 
Schönauer,  Theobald  420,  21. 

—  Daniel,  u.  Gem.  Maria  Iselin  402, 
8.  420,  20,  23.  —  Tochter:  Judith 
s.  Meyer  z.  Pfeil,  Hans  Konrad. 

—  Emanuel,  d.  R.  404,  24. 

—  Margreth  402.  19. 
Schönenberg,  Edle  yon  308,  10. 
Schönkind,  Thüring,  gen.  Moyses,  d. 

R.  260,  11  A.  6. 

—  Peter,  d.  R.  234,  14. 
Schönthal,  Kloster  93,  6. 
Schorndorf  62  A.  2,  3,  5.    193,  9  A.  7. 
Schott,  Bartholomäus  44,  2. 
Schotten  13  A.  9.    282,  24. 
Schüelin,  Gregor  67,  12. 
Sehüpfer,  Heinrich  250,  16. 
SchulthesB,  Ulrich,  Bgrmr  395,  23. 

—  Hans  Ulrich,  d.  R.,  u.  Gem.  Ka- 
tharina Wonlich  400,  10  A.  4. 

—  Jakob,  u.  Gem.  Susanna  yonBrunn 
403,  14  A.  7. 

—  Margreth  420,  3. 

Schwaben  127,  12.   511,  20.   513,  8. 

—  Schwäbischer  Bund  6,  1.  7,  9. 

8,  26.   11,  19.   40,  7  A.  4.   62,  14. 

197,  10.   513,  1  A.  2.   523,  1. 
Schwartz,  Hans,  Schultheiss  395,  13. 

—  Marcus,  u.  Tochter  Maria  405,  1 . 
Sohwarzenburg  i.  Elsass  213,  5.  214, 

11,  20  A.  3,  5.   371,  16.   373,  5,9 

A.  5. 
Schwarzer  Haufe  68,  13. 
Sohwarzmurer,  Hans,  Landammann 

y.  Zug  39,  13  A.  4. 
Schwarzwald,  >der  Walde  195,   13. 

284,  22.    365,  20.  —  Waldyögte  s. 

Griesheim  u.  Habsberg. 
Schweiger,  Georg,  d.  R.  120,  4. 
Schwyz,  Switz  12,   1.   17  A.  2.    33 

A.  6.    54,  5.    71,  4,    14   A.  1,  3. 


582 


Personen*  und  Ortflreneiehniss. 


73  A.  1.   81,  12  A.  4.   82  A.  5—7. 

113,  21.    129  A.  5.    136  A.  5.    145, 

11.   157,  19  A.  6.    192,  15.   196,  10. 

198,  17.   201,  7.  225,  25.  228—229. 

297,  21  A.  9.    298  A.  1.    449,  23. 

450,   5.    551  Nachtrag  su  III  26. 

—  Landammann  8.  In  der  Halden. 
Schwyser,  der,  8.  Abvber^ir- 
Seckingen  8,  4.   16,  13.   218,  2.   297, 

13.  299,  19.   364  A.  1.   365,  20.— 
Rheinbrücke  30  t,  2.    448,  7. 

Seeland,  Seelen  397,  9.  —  S.  auch 
Salein. 

Seelbach  e.  Sempach. 

Secwen  154,  9. 

Segovia,  Jonann  von,  s.  Rom,  Kar- 
dinäle. 

Seiler,  Jobs,  d.  R.  533  A.  4  su  534. 

Seibach,  Lucas,  Stadtschr.  384,  24. 

Selts,  Martin  von,  d.  R.  66,  6. 

Sempach,  Seelbach  (?)  53,  9  A.  3. 
95,  6.  262  A.  5.  263  A.  5.  267 
A.  2.   271,  4  A.  3. 

Sennheim  524,  11. 

—  von,  Jakob,  d.  R.  551  Nachtrag 
zu  III  4. 

—  Heinrieb,  d.  R.  80,  17. 

Sessa,  Suessa,  Bischof  von,  s.  Angelus. 
Setzstab,  Nikiaus  505,  21. 
Sevilla,  Hispalis  218,  14  A.  4. 
Sc  wen  8.  Seewen,  auch  Interlacken. 
Seyler  s.  Seiler. 
Sibmacher  8.  Doppenstein. 
Sicilien,  König  von,  s.  Deutsehland, 

Kaiser  Friedrich  U. 
Sickingen,  Edle  von: 

Schweiehard  215,  3.    373,  13. 

Franz  Konrad  373,  13. 
Siena  184,  13. 
Sierenz  10,  18. 

Silberberg  s.  Murer  u.  Tunsei. 
Silfeld  s.  St.  Jakob  a.  d.  Sil. 
Siadelfingen  513,  8. 
Sisgau  154,  7  A.  5,  6.   155,  4.    171, 

14.  233,  6. 

Sissach  125  A.  1.  130  A.  3.  234,  11. 
474—475. 

Sitten  31,  10  A.  3.  —  Bischof:  Mat- 
thäus Schinner  s.  Rom,  Kardinäle. 

Sitzenkirch  301,  11. 

Socin,  Hans  Jakob  402,  18. 

Soder,  Heinrich  477,  25. 

Solothurn  7—12.  26,  22.  44  A.  5. 
48,  15  A.  6.  63,  1.  68,  5.  71,  20. 
77,  5,  12.  91,  6.  100,  5.  113,  21. 
117,  6.  127,  17  A.  9.  137,  21.  138, 
26.  145,  21.  146,  19  A.  9.  154— 
160.  201, 14.  204,  4  A.  2.  206—207. 
219,  10.   275  A.  4.   281  A.  1.    284, 


20.   296,  2.    296,  5,  11  A.  6.    325 

A.  9.   357,  7.   361,  22.  428,  8.  433, 

15.  449,  19.  482—483.  484,  25,  29. 

485,  17.  487,  36.  488,  13.    505,  9, 

22.    506,  8.    507,  II,  17.    508,  8. 

509,20.   511,5.    517,  9.  —  Schuh- 

heisB  8.  Hebold. 
Sonnen,  Konrad  zur,  Bgrmr  356  A.  2. 
Spanien,  Hispanien,  30,  9.   150  A.  1. 

180,  8,  12.    182— J83.    194  A.  11. 

216,  27.  217,  18.  427,  9.  —  S.  auch 

Aragon. 

—  Könige: 

Karl  8.  Deutschland,  Kaiser. 

Philipp  IV  405,  23. 
Speicher,  jetzt  Pfäffikon,  am  Züreher^ 

See  297,  22. 
Speier  151,  16.  220  A.  6. 
Spengler,  s.  Nadler. 
Speyrer,  von  Speyr,  Johann  419,  19. 

—  Elsbeth,  dessen  Tochter,  s.  Ecken- 
stein. 

—  Elsbeth,  deren  Nichte,  8.  Meyer 
z.  Pfeil,  Adelberg  d.  jQngere. 

—  Sara  s.  Kuder. 
Sperrer  s.  Brüglinger. 
Spiess,  Anna  305,  21. 

Spörlin,  Sperlin,  Sebastian,  Bgrmr 
404,  24.  —  Tochter:  Magdalena  s. 
Burckhardt,  Andreas. 

Stähelin,  Stehelin,  Hieronjmus  69, 
20.   76,  14. 

—  Eucharius  212,  6  A.  4,  5. 
Steig,  8.  Luziensteig. 

Stein  a.  Rhein  51,  29.  58  A.  3.  197 
A.  1.   258,  10  A.  11. 

Stein,  Unser  Frau  zum,  s.  Mariastein. 

Stein,  Sebastian  vom,  Ritter  554 
Nachtrag  zu  IV  141,  9.  —  Toch- 
ter:  Ursula  s.  Falkner,  Heinrieh. 

Steinegker,  Konrad,  Stadtschr.,  und 
Gem.  Agnes,  u.  Söhne  Konrad  u. 
Heinrich  553  Nachtrag  zu  lY  135, 

3  u.  6. 

Sternen,  Mathias  zum,  u.  Frau  444, 

4  A.  4. 

Stöoklin,  Peter  396,  13  A.  8. 

Stör,  Steffen  127,  1  A.  2,  3.    128,5. 

11.    177,  22. 
Stoffeln,  Ursula  von,  Nonne  408,  27. 
Stoltz,  Hans,  d.  R.  38,  16.    44,  1  A  4. 

45   A.   5.    58   A.  3.    119,    5.    120 

A.  5.    446,  7.    449,  27.    505,  19. 
Stotzheim  327  A.  5.  501,  21. 
Strassburg,  Argentina  12,  9   A.  T. 

114  A.  2.    129,  14.    137,  20.    138. 

27.   147,  4,  7.  160,  20.  189,  2.  191, 

4.    193,  18.    194,  6.    199,  3  A.  1. 

200,  9.    203,  21.    224,  21.    227,  1. 


«^ 


Personen-  und  Ortsveneiehnisfl. 


583 


230,  9  A.  2.  255,  12  A.  5.  260 
A.  2.  268,6,9.  275  A.  4.  277,36. 
285,  19.  287,  13.  288,  16.  289,  3. 
328,  5.  374,  2.  384,  12.  467,  9. 
510,  3,  14  A.  2.  514, 13.  —  Mün- 
ster 203,  22.  269,  3.  288,  12.  — 
Spannbett,  Oastnaus  sum  191,  5. 
328,  5.  —  Stettmeister  s.  Sturm. 

Strassburg,  Bisehöfe: 
Witgem  288  A.  8. 
Eddo,  Abt  von  Keichenau  288,  14 

A.  8. 
Wilhelm  v.  Hohnstein  64,  15,  22 
A.  4.    123,  18.    124,'  5,  8.    499, 
16,  18.    500,30.    501,5.  504,19. 
506,  3.   524^  13. 

Strecknot  s.  Heinhart. 

Stredein  (?),  Freiherr  von  400,  11. 

Stritt,  Jakob  305,  21. 

Strub,  Ludwig,  d.  R.  449,  25. 

Stühlingen  9,  8. 

Stumpf,  Johann  94,  30.  95,  16.  105, 1. 

Sturm,  Jakob,  Stettmeister  ▼.  Strass- 
burg 222,  18. 

Stuttgart  62,  6. 

Sürlin,  Thomann,  Obzftmr  430,  5,  10. 
551  Nachtrag  zu  III  4.  —  Toehter: 
Anastasia  s.  Kilchmann,  Hans. 

Suessa  s.  Sessa. 

Sulz  bei  Laufenburg  269  A.  5. 

—  in  Schwaben ,  Graf  Rudolf  von 
403,  19. 

Sulzer,  Simon,  Antistes  394,  18. 

Summer,  Beat,  d.  R.,  u.  Gem.  Anna 
392,  10. 

Sundgau,  Sontgouw  8,  3.  10  A.  3. 
11,  10,  17  A.  5.  12,  16.  123,  16. 
195,  8.  230  A.  2.  285  A.  7,  289, 
3.  365,  10,  19.  436,  7.  470,  15. 
471,  22.  489,  12.  490,  1—36.  502, 
27,  30.  504,  28.  505,  12.  506,  1, 
5.  511,2.  513,16—28.  514,9— 
24.  515,  26.  522,  20.  523,  35.  524, 
3,  16. 

Supper,  Rudolf,  d.  R.  516,  6. 

Suracher,  Jakob,  d.  R.  67,  13. 

Sursee  53,  7.    189,  24.   330,  3. 

Sutter,  Kiklaus  206,  22. 

Tachsfelden,  Edle  von  75,  6. 

—  Martin  yon,  Wirth  zum  Schwarzen 
Stern,  d.  R.  49,  19  A.  9.   77,  2. 

Tann  11,  5.   426,  3.   524,  10. 
Tenniken  234,  11. 
Terwil  376,  9.  396,  13. 
Teufel  s.  Tüfel. 
Tiengen,  Tüngen  9,  4. 
Tierstein,    Schloss    und  Herrschaft 
.  284,  19. 


Tierstein,  Grafen  218,  23  A.  7. 
Sigmund  oder  Simon  I  und  Gem. 

Agnes  T.  Weissenburg  233,  21 

A.  6,  7. 
Otto  I  u.  Gem.  dementia  ▼.  Utzna- 

berg  233  A.  6,  7. 
Sigmund  II  233,  20.  265,  10  A.  10, 

11.  267  A.  10.  —  Gem.:  Verena 

y.  Midan  233,  22. 
Sigmund  IH  265  A.  10. 
Otto  n  234  A.  1.   265  A.  10.    267, 

4  A.  3.   —   Tochter:    Claranna 

234  A.  1. 
Walraff  d.  ältere  260  A.  2.     269 

A.  7. 
Walraff  d.  jüngere  263  A.  5.    269, 

13.    271,  6  A.  2. 
Hans,  dessen  Bruder  263,  6  A.  2. 

271,  6  A.  2. 
Bernhard  274,  4. 
Hans,  dessen  Bruder  274,  4.    411 

A.  1. 
Oswald  10  A.  2.   302,  2  A.  2.    305, 

18.  427—428.  —  Gem.:  Ottilia  v. 

Nassau  428  A.  1. 
Heinrich  10  A.  2. 
Todtmoos  297,  6,  8. 
Todtnau  429,  19. 

Toggenburg,  Landschaft  54,  6.   136, 
20.     137,  10.   143,  5.    144,  6. 

—  Grafen: 

Friedrich  u.  Gem.  Ita  v.  Homburir 

248  A.  6. 
Diethelm  251,  2  A.  2. 
Tolden,  Johann  zum  252,  18  A.  12. 

—  Peter  252  A.  12. 
Torberg,  Peter  von  272  A.  1. 
Toulouse  212  A.  7. 

Tours  212,  14. 

Träutenberg,  Truttenberg,  Sigmund 

von  213,  10.   214,  17.   374,  2. 
Tr^mouiUe,  Louis  de  la  55  A.  2,  3,  4. 
Tresa  31  A.  7,  9. 
Trient  34,  15. 
Trier  313,  21. 

Tripolis,  Bischof  von,  s.  Limpurger. 
Truchsess  von  Rheinfelden,  Jakob 
.   Sigismund,  und  Gem.  Salome  v. 

Andlau419,  11.  —  Tochter:  Cor- 

dula  s.  Meyer  z.  Pfeil,  Bernhard. 
Truchsess  von  Wolhusen,  Hans  213, 

9.   214,  17.   370  A.  3.   374,  1. 
Trübelmann,  Georg  47  A.  5. 
Trutenberg  s.  Trautenberg. 
Trutmann,  Hans,  Obzftmr  64,  19.  66, 

16.   331,  12.   386,23.   416,  16,  20. 

—  Tochter:  Margaretha  s.  Meyer 

z.  Pfeil,  Adelberg. 
Tschudi  8.  Zschudi. 


584 


Personen-  und  Ortsverxeichniss. 


Tübingen  61  A.  2.    62,  7  A.  2,  4. 

514  A.  4. 
Tüfel,  Johann  zem,  d.  ältere,  u.  Joh. 

d.  jüngere  247,  10  A.  9.   248  A.  4. 
Thüringen,  Döringen  129,  10. 
Türken  100  A.  1.   154,  1.    205,   12. 

211,  17,  19.   223,  16. 
Tunis  205,  11. 
Tunsei,  von,  gen.  Silberbere,  Dr.  Jo-  I 

hann  553  Naohtras  su  IV  140,  6. 

—   Tochter:    Apollonia   s.    Halt-   , 

heimer. 
Turgau  136,  20.   137,  9.   143,  4.   144, 

5.   212,  6.   272  A.  1.  1 

Turin  208,  13,  21.  1 

Turmann,  Hans  192,  5,  7  A.  1. 
Thumisen,  Kaspar,  d.  K.  119,  4.  120 

A.  7.  ' 

Tuttelin,  E.onrad  556  Nachtrag  su 

V  310. 

üebelin,  Samuel,  Geriehtschr.,  dann 

d.  R.  398,  22. 
Ueberlinsen  7  A.  5.   250,  7. 
Ueohtland,  Oechtland  205,  5.  S.  auch 

Freiburg  i.  S. 
Uettingen  s.  Ittingen. 
Ulm  150,  20. 

—  Hans  Ronrad  von  398,  16.  402,  3. 
Ulmann,  Hans,  Stettmeister  ▼.  Schlett- 

Stadt  327,  13. 
Ungarn  154  A.  2.    211,  16.    223,  11 
Ä.  1.   245,  10  A.  5.    247,  1.    276, 
11.   341,  2. 

—  Könige: 
Agnes  247  A.  1. 
Ludwig  II  u.  Oem.  Maria  v.  Oest- 

reich  211,  10  A.  4. 

Ferdinand  I  s.  Deutschland,  Kaiser. 

Johann  v.  Zapolya,  Gegenkönig  154 
A.  2.   223  A.  1. 
Ungersberg  327,  12. 
Unterwaiden  11,  29  A.  1.  71,20.  157, 

19  A.  6.    192,  15.   196,  10.  198,  18. 

201,   7.    225,  25.    228,  8,  16.    298 

A.  1.   305,  6.    449,  24  A.  3.    450, 

4,  7  A.  4. 
Urbino,  Orbin,  Heriog  von:  Franz 

Maria  della  Rovere  182,  3. 
Uri  12,  1.    13,  2.   53,27.   71,  14.    73 

A.  1.   113,  21.   157,  19  A.  6.    192, 

15  A.  1.    196,  10.   198,  17.   201,  7. 

225,  25.   228,  8,  16.   298  A.  1.  449, 

22.  450, 5.  —  Landammann  s.  Fun- 

tiner. 
St.  UrsuUi  245,  2  A.  5. 
Ursula,  Hebamme  394,  19. 
Utenheim,  ChristofT  von,   s.  Basel, 

Bischöfe. 


Utenheim,  Konrad  von  12,  8. 

—  Nikiaus  12  A.  6. 

Utsnaberg,  dementia  von,  s.  Tier- 
stein,  Graf  Otto  I. 

Tadui,  Fudutz  6,  2,  7  A.  4,  6,  7. 
52,  24  A.  4. 

Valeggio,  Valesa  35,  6—10. 

Vamauer,  Johann,  von  Eger,  Unter- 
schreiber 268,  15  A.  6.  553  Nach- 
trag zu  IV  134,  3. 

Vaumarcus,  Fammerkü,  Claudius  u. 
Aim6  von  359,  5  A.  3. 

Vehingen,  Hans  von  305,  20. 

Venedig  24,  7.  32—33.  35  A.  5.  36. 
11  A.  5,  10.  38,  7.  82,  16  A-  13. 
182  A.  1.  197,  16  A.  7,  9.  329. 
16.  420,  18.  421,  1.  454,  8  A.  3. 
—  Doge:  Leonhard  Loredan  32, 
11  A.  4. 

Vergy,  Warse,  Peter  von  76, 1 7  A.  1 1. 

Verona,  Dietriehsbem  34,  16  A.  12. 
35  A.  2,  5. 

Veroneser  Klause,  Glus  34,  16. 

Vey,  Dr.  Johann,  hessischer  Kanzler 
222   21. 

ViUafrancMEi  35,  2  A.  2—6.  36  A.  5. 
82  A.  13. 

Villeneuve,  Humbert  von  57,  19  A.  8. 
58,  14  A.  7. 

Vio,  Thomas  de,  s.  Rom,  Kardinäle. 

Viviers,  Fifys»  s.  Rochefort 

Vogesen  s.  Elsfissergebirg. 

Vogt,  Heinrich,  s.  Luzem,  Stifts- 
propst. 

Wächter,  Peter,  Tischmaeher  127.  3 

A.  3.  477, 32.  557  Nachtr.zu  VI  127. 
Wäglingen  s.  Weggis. 
Wagger,  Hans  75,  12. 
Wagner,  Anna,  s.  Russinger. 
Walch,  Adam  530,  5. 
Wald,  Waldvögte  s.  Schwarswald. 
Waidenburg,  Wallenburg,  Schloss  u. 

Herrschaft  154  A.  7.    156,  5.    195. 

21.   218,20,25.   265,  10  A.  10,  12. 

281  A.  1.   283,  23.    361,  22.    376, 

24.   377,  11.  470.4.   471,  20.   474. 

12.   481,  27.   488,  9  A.  6.   490,  7. 
Waldmann,  Hans,  Bgrmr  v.  Zürich 

302,  4  A.  4.   326,  12. 
Waldner,   Hans  Jakob    504   A.   3. 

516,  20. 
Waldshut  7,  17,  22.    129,  13.    361, 

14.   365,  20. 
Waldstädte,  die  3,  s.  Länder. 

—  die  4  am  Rhein  217,  32.  —  Vgl 
Laufenburg.  Rheinfelden,  Seekin- 
gen,  Waldsnut. 


Personen-  und  Ortsyeneichniss. 


585 


Walgau  6,  17.   9,  12. 

Warnen  s.  Welsche. 

Wallis,  31,  10.  44  A.  5.  48,  19.    66 

A.  11.   68,  5.   71,  15  A.  8.    72,  1. 

137,  16.  208, 6.  —  Bischof  s.  Sitten. 
Waltenheim,  Hans  d.  j.,  d.  B.  283, 15. 
Walter,  Mathias,  Krämer  444  A.  5. 
Waltighofen  74,  24.  75  A.  2.  76,  15. 
Wamrode  247  A.  6. 
Warinschlager,  Vergilius,  und  Gem. 

Susanna  Schnitt  93,  26,  28.  98,  41. 

99,  1—20.   174,  14. 
—  Margaretha  93  A.  10. 
Warse  s.  Vergy. 
Wart,  Rudolf  von  249,  10. 
Wartenberg  245,  11. 
Waser,  Schiffmann  450  A.  2. 
Wasserhun,  Franz  Ulrich  394,  28. 
Wattwüer  524,  10. 
Weggis,  Wäglingen  (?)  53,  11  A.  4,  5. 
Wehr  301,  12. 
Weil,   bei  Basel  357,    14  A.  8.  — 

Weiler  Feld  451,  17. 
Weilerthal  365,  15  A.  8.   502,  25. 
Weissenburg,  Agnes  von,  s.  Tierstein, 

Graf  Simon  I. 
Weissenburger,  Wolfgang  112  A.  2. 
Welsche,  Walhen,  Welschland  180— 

183.    197,  16.   208,  19.  220,  8.  257, 

4.   284,21.   303,  4.  •  399,  4.    501— 

502.  S.  auch  Italien  u.  Lamparten. 
Welsche  Garde  11,  5—19.  14-15. 
Wendelsdorf,  Nikiaus  von  395,  13. 
Wensler,  Michael  555  Nachträge  su 

IV  398,  25  u.  405,  10. 
Wenu,  Mathäus  45,  2  A.  3.  47  A.  8. 
Werdenberg-Sargans,  Grafen  80  A.  6. 

Georg  305,  17. 

Kudolf  von  Trochtelfingen,  s.  Jo- 
hanniter. 
Werenfels,  Aegidius  395,  5. 
Wernher,  Knabe  aus  Wamrode  247, 

6  A.  6. 
Wesen,  136,  21.  272,  3. 
Wessenberg,  Egloff  von  359,  9.  427, 

27.  —   Gem.:   Elsbeth  Offenburg 

427,  27. 
Westerich  498,  30.  499,  9—15. 
Wiedertäufer,  Täufer  91,  26,  31.  100, 

2.   129—131.   204,  18. 
Wiedikon  259,  4. 
Wien  154,  1,  3.   247  A.  3.   253  A.  3. 

341,  2. 
Wienhart,  Konrad,   Unterschr.  553 

Nachtrag  zu  IV  134,  20. 
Wiese  368,  13. 

Wiglin,  Ulrich  126,  17.  391,  21. 
Wild,   Hans  Jakob,   Substitut  554 

Nachtrag  zu  IV  142,  5. 


Wildenstein  327  A.  7. 

Wiler,  Hans,  Ammeister  274,  10. 

—  Hans,  Kaufmann  555  Nachtrag  zu 
IV  398,  25. 

—  Hans  d.  jüngere  u.  dessen  Tochter 
Helena  555  Nachtrag  zu  IV  398, 
25  und  36. 

Willisau  53,  5  A.  2. 
Wind,  der  zem  284,  9. 

—  Peter  284  A.  3. 
Winkler,  Christian  305,  20. 
Winterthur  51,  3.  273  A.  3. 
Wirtenberg  26,  22.  27,  10.    61—62. 

76,  3.   513,  7.   514,  22. 

—  Grafen  555  Nachtrag  zu  V  193. 

—  Herzöge: 

Eberhard  im  Bart  231,  17. 

Ulrich  66  A.  6.  61—62.  76,  3  A.  11. 
193,  10.   204,  10. 
Wittenberg  HO,  3  A.  1. 
Wittenheim  268,  9. 
Wolff,  von  Buus  478.  1. 
Wolfsweiler  557  Nachtr,  zu  VI  383. 
Wolhusen  s.  Truchsess. 
Wolleb  s.  Kessler. 
Wonlich,  Wonlein  s.  Schulthess,  Hans 

Ulrich. 
Worms,   Wurmbs  129,  13.    151,  14. 

194,  11  A.  7,  8.    220,  33.    221,  6. 

247,  6  A.  6.   277,  37. 
Würzburg,    Bischof:    Konrad    von 

Thüngen  197,  9  A.  3. 
Wunderlich,  Peter,  Sehiffmann  451 

A.  1. 
Wurzgarter,  Emmerich,  Scherer  133, 

12  A.  10. 

Y  s.  J. 

Zabem  i.  Elsass  124,  7  A.  3.  255,  11. 

264,   18  A.  8.    473,  6.    498—501. 

503,  18. 
Zäringen,  Herzoge  von  168,  35. 
Zäsiin,  Nikiaus,  d.  B.  143,  4  A.  4. 
Zapolya,  Joh.,  s.  Ungarn,  Könige. 
Zegk  s.  Bingen,  Joh.  von. 
Zeigler,  Wilhelm,  Bgrmr  64,  19.    118 

A.  6.  446,  6. 

—  Lucas,  Obzftmr  118,  13.    386,  2. 
Zenoini,  Michael  402,  25. 

Zibol,  Jakob,  Bgrmr.  356  A.  2. 

Ziegler,  Nikiaus  327,  15. 

Zimmern,  Hans  Wernher  von  305, 19. 

Zofingen  45  A.  3.  273,  7.  555  Nach- 
trag zu  V  235. 

Zorn,  der  Herr  von  76,  2. 

Zscheckenpürlin,  Hans,  Obzftmr  428, 
28.  429,  10.  —  Gem.:  Margreth 
von  Basel  429,    16.   —  Töchter: 


586 


Penonen-  und  OrtSTerseiohniss. 


Elflbetli    B.   Kilohmann,   Ludwig. 
Maria  s.  von  Brunn,  Morand. 
Zcheokenpürlin ,  Uieronymus,  Prior 
429,  26.    435,  19. 

—  Ludwig,  d.  R.  429,  13.   430,  19. 

—  Hans  d.  jüngere  429,  13.  430, 
19  A.  7. 

Zschudi,  Hans,  d.  R.  67,  13. 

—  Aegidius,  y.  Glarua  94,  29. 
Züohle,  Georg  394,  28. 

Züger,  Jobann,  Substitut  177,  13. 

—  Barbara  395,  6. 

—  Katharina  420,  26. 

Zürich  6,  9  A.  4.  7,  tl.  11,  28.  12 
A.  2.  16,  21  A.  5.  27,  31.  34,  13. 
37,  23.  44  A.  6.  46,  6  A.  4.  60, 
27.  61—52.  57  A.  5.  65  A.  3,  5. 
71,  14  A.  3.  72,27.  77,  12.  91,9. 
100,  8,  33.  101,  2.  105  A.  6.  110 
—111.  113,  21  A.  1.  117,  5.  127, 
16.  129,  10  A.  11.  136—146.  153, 
16,20.  156,  17.  157,  19.  158  A.  3. 
196,  7.  198,  16  A.  3,  7.  199,  3 
A.  1,  2.  201,  3,  14.  207,  13.  225, 
24.    228—229.    249,  1.    250—251. 


252,  1—15.  253,  7  A.  3.  254,  4. 
255  A.  1.  259,  5.  272,  5  A.  4.  282, 
14  A.  7.  285,  16.  297—298.  326, 
13.  332,  6.  361,  6.  385,  20.  433, 
33.  448  A.  9.  449,  17  A.  3.  450, 
5—24.  487,  35.  488, 12.  505—509. 
511,  4.  517,  8.  557  Nachtrag  n 
VI  51.  —  Bürffermeister  s.  Röiat, 
Schmid  u.  Waldmann. 

Zürchersee  52,  29.  142,  7.  146,  3 
A.  6. 

Züricher,  Ludwig,  d.  R.  120,  5. 

Zug  11,  28.  12  A.  3.  53,24.  71,20. 
113,  21.  138,  8.  141  A.  2.  145,  10. 
157,  19  A.  6.  196,  11.  198,  18. 
201,  7.  225,  25.  228,  9,  16.  258, 
2.  332,  7.  449,  26.  —  Landam- 
mann  s.  Schwanmurer. 

Zugerberg  143,  9  A.  7.  144,  8  A.  4, 
9.    199,  10.   201,  6. 

Zugersee  143,  10. 

Zunzgen  234,  11. 

Zurzach  149,  13  A.  5. 

Zwingli,  CingliuB,  Ulrich  110  A.  2. 
111,  1.    142,  13.    199,  12.  201,  4. 


Glossar. 

Zusammengestellt  von  Dr.  Wilhelm  Brückner. 


KB.  Dieses  Veneicliniss  soll  nur  dem  praktischen  Bedftrfiusse  dienen;  es  nmfksBt  die  heute 
tmgebr&nchlich  gewordenen  oder  nur  noch  in  anderer  Bedentnnff  gebrauchten  Wörter  und 
Wendnnsen,  femer  idterthümliche  Yerbalformen ,  sofern  sie  nicht  leicnt  erkenntlich  sind,  nnd 
endlich  di<genigen  mnndartlichen  Wörter  nnd  Formen,  die  ausserhalb  des  idemannischen  Dialect- 
gebietes  nicht  ohne  weiteres  yerstftndlieh  sein  dürften.  Dagegen  wurde  dayon  abgesehen,  alle 
orthographisch  abweichenden  oder  mundartlichen  Formen  aufsufUuren.  VollstlAdiffkeii  der 
Belege  ist  nirgends  erstrebt.  —  In  Hinsicht  auf  die  sich  Tielfkch  an  den  Dialect  anscUiessende 
Schreibweise  sei  hier  hauptsächlich  an  Folgendes  erinnert:  o  steht  oft  ffir  nhd.  a;  e  Ar  k 
und  ö;  i,  woftr  oft  y  gebraucht  wird  (im  Begister  stets  unter  i  eingereiht),  entspricht  oft 
einem  nhd.  ei;  u  oft  einem  nhd.  au;  ft^  auch  geschrieben  ü,  u  und  seltener  i,  einem  eu  oder 
&u;  uo  gelegentlich  einem  uj  ch  zwischen  vocalen  entspricht  h&ufig  einem  einfachen  nhd. 
h;  anlautendes  d  nicht  selten  einem  t.  —  Anlautendes  f  siene  unter  r. 


aber  42,  12  ferner ,  wiederum. 

abhar  505,  9  herab, 

absagen  207,  3  Fehde  ankündigen. 

abthon  129,  5  Part,  Perf.  ahgetnan, 
beseitifft. 

abston  111,  13  abetehn,  ablassen. 

alhar  515,  29  verstärktes  her. 

allweg  43,  1  forttßährend ,  immer; 
allwegen  451,  4;  alwen  454,  13 
immer,  jedesmal;  inalwegllS,  8 
in  jeder  Hinsicht 

als  45,  9  so. 

alterhar:  von  a.  301,17  von  Alters- 
her. 

angeleyt  144,  22  Part.  Perf.  ge- 
rüstet, gepanzert. 

anckhel  419,  18  Enkel. 

anbei msch  210,  15  ö.  zu,  nach 
Hause. 

ankerung  150,  5  Bemühung. 

anlas z  157,  8  schiedsrichterlicher 
Vertrag. 

annemen  493,  25  festnehmen. 

anrucks  484,  39  auf  der  Stelle,  so- 
gleich. 

anschlag  39,  1  Plan^  Absicht. 

anschlagen  48,  11  einen  Plan 
fassen,  besehliessen, 

anse ehelich  407,  7  angesehen. 

ansechen  136,  11  ins  Auge  fassen. 

ansprach  212,  8  Anspruch. 


anstall  517,  14   Waffenstiüetand, 

anstand  211,  11  IvaffensUllstandj 
auch  in  Religionssachen  220,  31. 

anstossen  501,  15  anzünden, 

antworten  374,  5  ausliefern. 

anfachen  221,  7  anfangen, 

an  weg  359,  3  hinweg. 

ansiehen  155,  4  als  Beweis  an- 
führen; 521,  33  einem  etwas  bei- 
bringen, darüber  Klage  führen. 


b. 


bachens  377,  25  Gebackenes,  Back- 
werk. 

banckart  370,  2  Bastard. 

bannfa8t335,  3  gebotener  Fasttag. 

b&rlin  83,  7  Perlen. 

begeben  [reß.]  65,  17  auf  etwas  ein- 
gehen. 

begrebt  247,  4  Begräbnis. 

begrifen372,  14  ergreifen;  478,7 
verfassen. 

behart  148,  23  PaH.  Perf.  v.  be- 
herten  aushalten,  bestehen  lassen, 
durchführen. 

beheben,  Praet.  behüben  229,  1 
behauen,  behaupten. 

behendigen  518,  9  zu  Händen 
nehmen. 

behussen  306,  3  in  sein  Haus  auf- 
nehmen. 

beyten  37,  1  warten. 


688. 


Glossar. 


bekändtlich491,  29  wat  man  su-, 
eingesteht. 

bekerd  445,  14  Bekehrung. 

belegern  belagern. 

beleytung  215,  2  Geleit 

beleytten  216,  26  geleiten. 

benf^gen  15,  27  Genügen,  Befrie- 
digung. 

berechtigen  517,  26;  berechten 
521,  19  vor  Gericht  anmrechen, 

beriohtbrieff  19,  10  Vertragsur- 
kunde. 

beriht  147,  9  gütliche  Beilegung, 
Vertrag. 

besohegen  444,  1  /tf»*  beschehen 
geschehen,  sich  ereignen;  3  Sing. 
Praes.  bisohig  453,  3;  Praet.  be- 
schag  445,  5. 

besehonen  472,  38  beschönigen, 
rechtfertigen. 

beschriben,  Praet.  beschreib 
150,  13  durch  Ausschreiben  ein- 
berufen. 

besohulden  519,  24  vergelten. 

bestecken  492,  36  stecken  bleiben. 

bestellen  212,  10;  213  3  zur  Stelle 
bringen,  gewinnen. 

bet&digen  357,  9;  bethedigen 
517,  13  unierhandeln,  vertrags- 
mässig  feststellen. 

betragen  16,  10  beilegen;  reßex. 
470,  7  sich  vertragen. 

bewenden  Part,  bewennt  493, 
36  an-,  verwenden. 

bewilgen  128,  8  einwilligen, 

bewisen  410,  7  überweisen,  be- 
zahlen. 

belügen  {reßex.)  72,  9  von  sich 
zeugen;  sich  besügenundpro- 
testieren4],  15  hoch  und  neilig 
versichern 

by  140,  7  zusammen  mit;  127,  3 
durch. 

bieten:  Sing.  Praes.  ich  butt  308, 
15;   Plur.  Praet.  butten  126,  3! 

bigsen  451,  10  Büchse. 

bisehig  s.  beschegen. 

bysin:  inb.  209,  19  in  Gegenwart; 
by  Wesen:  in  b.  298,   7  dasselbe. 

bom  Baum;  Plur.  b6m  und  bömen 
282;  bom  261,  10  Totenbaum, 
Sarg. 

br&tis  377,  23  Braten. 

brufft  497,  6  Part.  Perf.  wn  be- 
rufen. 

brüge  18,  12;  brugk  181,  20 
hölzernes  Gerüst,   Tribüne. 

b  r  u  g  g  e  n  1 78, 1 2  überbrücken,  mittelst 
einer  Brücke  gangbar  machen. 


br&lin  377,  23  Brühe. 

brüny  83,  20  Bräune  (Diphthertits). 

bülschaff  299,  19  Liebschaß,  Ge- 
liebte. 

bug  452,  5  s.  V,  a.  buw  254,  11 
Bofi. 

burdy,  Plur.  burdinen  498,  4 
Bürde,  Last. 

butte40,  10  Hagebutte:  nit  einer 
butten  wert  sin  gar  nichts  teert 
sein. 

butt,  butten  s.  bieten. 

0«  s.  k. 

daffel  116,  9  Tafel,   Gemälde. 

dan  denn,  weil. 

danok  41,  16:  für  ein  grossen 
danok  annemen  einen  Beweis 
grosser  Geneigtheit,  in  etwas  er- 
blicken. 

dapffer  149,  14  tüchtig,  bedeutend, 

dapferkeit  505,  25  Gewichtigkeit 

dar  80,  16  dahin,  hin, 

dar z wuschet  137,  20  dazwischen. 

denn  das  50,  11  ausser  dass, 

dennenhar  471,  39  daher. 

destminder  ^6,  26  nit  d.  nichts 
destoweniger;  d esterminder  75, 
22  dasseAe, 

dhein  472,  3  kein, 

dh einest  178,  18  irgend  einmal. 

dick  oft:  zuo  dem  dickeren  mal 
125,  21  öfter. 

dispendieren  222,  4  disputieren. 

dodannen  365,  18  von  dort. 

donderschutz  84,  14  Donner- 
schlag, 

d5rste,  dSrsten40,  6;  56,  16  ConJ. 
Praet,  von  turren  wagen, 

dristen:  under  dri8ten449,  1  zu 
drei  Malen. 

dugentlich  307,  25  tüchtig. 

dunst  85,  1  Dampf. 

dussen  67,  9  draussen, 

dusch  220,  8  deutsch;  vgl.   tusch. 

dwyL  15,  20  weil. 

e. 

eben  gleich;  ebben  450,  23. 
ee  63,  8  eher,  vorher;  lieber. 
eerlich  s.  erlich. 
ehegemftcht  391,  25  Ehegatte, 
eygensohaft     63,     13    Jueibeigen- 
Schaft. 


Glossar. 


589 


eigentlich   413,    10   ausdrücklich^ 

speeieÜ. 
eigcr  326,  9  Plur.  Eier. 

eigig  446,  12  eioiq, 
eisz  451,  Z  für  eines. 

elli  457,  24  Od, 

empfeleh  56,  13  Auftrag. 

emphohen  471,  32  empfangen» 

emj^utten  362,  2  Praet.  v,  ent- 
bieten sagen  lassen, 

enbdrn  (sicn)  177,  24  sich  erheben, 
empöret, 

end:  an  end  46,  3  an  Ort  und  Stelle. 

enet  368,  18;  ennet  364,  Sienseits, 

ennys  454,  20  einst,  einmal, 

entooT  133,  9  empor. 

enthalten  213,  5  zurückhalten,  ge- 
fangen halten',  150,  17  Aufenthalt 
und  Schutz  gewähren;  reflex,  153, 
30.  502,  11  sich  aufhalten,  sich 
behaupten. 

entlich  153,  18  endailtig,  definitiv; 
Adv,  124,  24  durmaus,  sicherlich. 

entsohliessen  517,  25  erklären. 

entschutten  473,  13  befreien. 

entsohuttung  208,  3  JSntsatz. 

entwern  493,  4  berauben,  nehmen. 

eppery  227,  7  Erdheere. 

erbidmen  5,  4  erbeben, 

erbitten  58,  12  durch  Bitten  be- 
wegen. 

ertbidem  5,  4  Erdbeben, 

ergetsnng  205,  8  ^50^2,  Ver- 
gütung. 

er  ha  8  et  503,  23  furchtsam,  zaghaft, 

erkantnus  232,  4  Verordnung,  Be- 
schluss. 

erki essen  119,  9  erwählen:  Part, 
eiko 8 en  355,10;  Prae^.erkie8Z- 
ten  309,  11. 

erkosen  272,  16  erwählen. 

erlegen  507,  1  hinterlegen. 

erlernen,  Part,  erlern  od  358,  17 
seiner  Kraft  berauhen, 

erlich  215,  2  ehrenvoll,  181,  7 
prunkvoll;  Adv.  eerlichen  39, 
16  mit  Ehren, 

ermorden:  Praet.  ermurte  162, 
29;  Part,  ermurt  203, 10;  ermirt 
444,  3. 

ern  148,  18  Ernte, 

erschall  44,  6  Praet,  von  er- 
sehe 11  en  erschallen,  kund  werden, 

ertodent  251,  2  Ph^r,  Praet.  von 
ertoeten  töten, 

erfarnng  205,  16  Erforschung, 
Nachfrage, 

erYolgen  472,  9  erreichen. 

ervolgung  479,  14  Erlangung. 


erwerben  an  einem,  I^aet,  er- 
würben 260,  12  von  jemand  er- 
langen, 

erwerffen266,  9  durch  ein  Wurf- 
geschoss  töten. 

erwinden  475,  28  ablassen,  ruhen. 

erwis  271,  12  Erbse. 

etwan  477,  22  vormals. 

et  wo  33,  23  ziemlich. 

f«  s.  T« 

IT- 

gallen  217,  7  Galeere, 

gan  114,  17  gehen;  ganen  450,  19 
Part,  für  gangen;  ähnl,  gen, 
genen  444  /.  für  gieng  etc.; 
vgl,  gon. 

gar  nach  115,  7  beinahe, 

gebr&ti 8  377,24  Gebratenes,  Braten, 

gechy  161,  27  Schnelligkeit,  Unge- 
stüm, 

gehept  371,  25  Part,  Perf  von 
gehaben  reflex,  sich  befinden, 

gejigt  149,  26  Jagd. 

gelegenheyt  471,  11  Lage. 

gelert:  §lerter  eyd  481,  5  der 
nach  einer  vorgesagten  Formel  ge- 
sprochen wird, 

gelten  262,  8  Gefäss  für  Flüssig- 
keiten. 

gemechte  Plur,  262,  16  genitalia, 

gemelt  43,  13  Part,  Perf,  von  mel- 
den; obgenannt. 

gemut  521,  33  Gesinnung, 

gen  417,  15  geben;  auch  Part,  Perf 
gen  445,  12. 

genempt  137,  25  Part,  Perf,  von 
nennen. 

gerecht igkeyt  136,  32  Gerecht- 
same. 

geschoren  446,  12/tSr  geschwo- 
ren. 

geschrift  17,  6  Schriftwechsel 

geschruyen  184,  9,  geschruwen 
298,  20  Part.  Perf  von  schreien. 

gestracks  140,  23  -stracks. 

gefiert  54,  22  tVi  vier  Felder  ge- 
teüt. 

gCTorlieh  493,  8  hinterlistig, 

gefrust  59,  6  Frost, 

gewaltig  der  die  Gewalt  hat:  einen 
lu  gewaltigem  setzen  288,  8 
in  die  Herrschaft  einsetzen,  be- 
lehnen, 

gewantman  203,  2  Tuehhändler, 

geweit  8.  wellen. 

gewerf  124,  26  Abgabe,  Steuer; 
263,  8  Wurfmaschine, 


590 


Glossar. 


gewyoht  181,  27  geweiht. 

gezüg  8.  sag. 

glene  65,  20  Beiter,  der  eine  Lanze 
führte  samnU  Oefolge, 

gfouben  500,  21  Treue, 

gnXde:  su  gnUden  gJLn  68,  11  zur 
Ruhe  gehen^  eich  verabschieden, 

gnedigelioh  9,  11  gnädiglieh. 

gnod  451,  21   Gnade,  Ahlaee. 

gookler  226,  16  Gaukler. 

goUer  183,  12  Koller,  Haleheklei- 
düng. 

gon  ^ehen;  des  gonds  59,  21. 

gotti,  g5tti,  gSttin,  getti,  get- 
tin  391  ff.  Taufpate, 

gotten,  g6ttenen  391ff.  Pätim, 

gremper  120,  8  Kleinhändler,  Ge- 
müse' und  Obsthändler. 

grien  135,  8  Kies,  Geschiebe;  219 
aus  solchem  Geschiebe  gebildete 
Flussbank. 

grublen  262.  17  grübeln,  klauben. 

grundtrür  199,  19  Berührung  des 
Bodens  in  einem  Gewässer, 

gthon  8,  18  Pari.  J^f-  von  tun. 

gudsohyman  341,  3  Kutscher, 

guffe  262,  17  Stecknadel. 

g&tliohkeit  154,  17  gütiiche  Ver- 
ständigung. 

haby  448,  3  für  halbe. 

halssstaroh  503,  13  Halsstarrig- 
keit, Widersetzlichkeit. 

handel  221,  7,  handlung  221,  9 
Verhandlung. 

handthaben  56,  12;  136,  25  unter- 
stützen, schützen. 

har  her;  auch  in  harab  u.  o. 

heydenseh  iferck309,  XTinorien- 
taliseher  Art  gewobene  oder  ge- 
stickte Tücher  und  Teppiche  {von 
ächten  Erzeugnissen  une  von  den 
im  Lande  verfertigten  Nachahmun- 
gen gebraucht), 

heiltumb  269,  2,  heylthfim  297, 
17  Reliquien. 

heimsetzen  521,  34  anheimstellen. 

hevmf&rete  325,  12  HeimfÜhrung 
der  Braut. 

h einer  452,  10  heimwärts,  heim, 

heitter  507,  15  klar,  deutlich. 

hellig  69,  8  ermüdet,  abgemattet. 

hemly  145,  1  Hemd. 

herligkeyt:  in  irer  herligkeyt- 
ten  213,  20  im  Gebiet  ihrer  Ge- 
rechtsame. 

hert  37,  2  hart,  sehr. 


hertiy  445,  3  Herzog. 

himelse  39,  20  Baldaehin. 

himelgfrist  367,  10  FrasL 

hindernocher  12,  1  hinterher, 
nachher. 

hindersioh  301,  1  5.  rückwärts. 

hindersiohbringen:  uff  h.  488, 
1  um  nach  Hause  (an  den  Rat, 
Beriet  zu  erstatten, 

hinnSch  11,  16  hinterdrein. 

hinffkrer  17,  19  hinfort 

hinfuren  496,  21  wegführen,  weg- 
nehmen. 

hocken  47,  6  Hackenbüehee. 

h5ffen  306,  3  in  seinen  Hof  auf - 
nehmen,  b^erbergen. 

hogzit  450,  16  grosses  Feti;  auch 
von  hohen  kircküchen  Festen:  h  o  t  s- 
lit  458,  17. 

holtzsy  263,  8  hölzern. 

h8r  10,  14  Heer,  Kriegshaufe. 

hdrssoraf  ft  48,  12  Heeresmaeht. 

ho upt secher  220, 15  Urheber,  An- 
stifter, HaubtbetheiUgter. 

ho  upt  stuck  9,  1  grosses,  schweres 
Geschütz, 

houptwee  83,  24  Kopfweh, 

howen  60  hauen;  IVaet.  huwent 

hurv  122,  14  Hurerei. 

hutbytag  520,  14  heuU, 

If  ff  h 

yelich  112,  ^2  jU^ich. 

jevkei  jederzeit,  immer, 

yemerdar  286,  1  immerdar. 

yewelten  158,  32  von  jeher. 

yngeben  65,  17  Vergehen. 

mgelipt  310,  6  einverleibt,  ent- 
halten, 

ynlegen  einlegen,  auch  ins  Ge- 
fängnis legen:  3  IVom.  ynleit 
61,  13;  Part.  Ferf.  yngeleit 
372,  19. 

yn sprechung  153,  3  Hingebung. 

irrung  176,  8  Streä,  ZwtsUgkeä. 

irsal  492,  14  Irrtum, 

ysi Schemel  60,  10  Eieeehoüe, 

jftrzit  409,  26  die  kirchli^ie  Jahres- 
feier zum  Andenken  Vereterbener. 

jooh  337,  6  und  auch,  und  noch. 

junckfrow  162,  20  Magd^ 


kabeskopff  323,  2  m  JCbp/ IFew«- 
koM. 

kan  448,  11  für  geh&n  gehabt. 

kantniss  453,  11  SrkezuUnis,  ge- 
naue Mitteilung. 


Glossar. 


591 


karten  6,  16  Praei.  von  keren. 

carthone  11,  21  Kartaune  [Grosses 
Geschütz). 

kästen  194,  1  Komhaus. 

kegelrisi  59,  20  Keaelspiel. 

kein  356,  10 ff.  irgend  einer. 

keissen  447,  T  fUr  geheissen. 

kemmy  296,  10  Kamin. 

kieser,  kiesser  309  Wähler,  Wahl- 
mann. 

kilchengepreng  112,  11  kirch- 
liehes  Gepränge. 

kilehenpruch  118,  1  kirehl.  Ge- 
brauch. 

kilchwy  218,  16;  kilchwichung 
410,  17  Kirchweih. 

clagen  {iransit.)  205,  8  beklagen. 

cleynltZI,  19  Kleinod:  I^ur.  klei- 
netter 231,  4. 

klyenbrott  149,  18  Kleienbrot. 

kom  210,  26  kaum. 

comenthür  80,  7  Comthur. 

completlH,  8  die  letzte  kanonische 
Hora  des  Tages,  der  letzte  Hora- 
gesang. 

kong  204,  16  König. 

oonscientze  480,  27  Gewissen, 

kornsohlag  179,  2  der  ofßeieU 
festgesetzte  Kornpreis. 

corpel  201,  18  Körper,  Leichnam. 

kranohet  213,  14  Schwäche. 

kranck  262,  20  schwach. 

kriesy  217,  28  Kirschen',  in  die 
kriesy  gan  Kirschen  lesen  gehen. 

krntiganf?  226,  19  Procession. 

külohe  406,  16  «  kilohe  Kirche. 

kum  73,  2  mit  Mühe. 

kummerlich  501,  7  mit  Mühe. 

enmnne  303,  10  Gemeinde. 

küngisch  6,  1  königlich. 

kQpflein  290,  1  kleiner  Becher. 

chur  307,  21    Wahl. 

kar isser  46,  13  Harinsdireiter, 

eusterey  412,  15  Amt  und  Ver- 
waltung eines  Küsters  (d.  h.  des- 
jenigen  Geistlichen,  der  die  Auf^ 
sieht  über  die  Pfarrgeschäfte,  die 
kirehl.  Geräte  und  aal.  hat). 

kutshüt  283,  17  PeMut. 

L 

landartSOl,  17;  landsavt  473,  6 
Landschc^t. 

landsesse  373,  2  im  Lande  ange- 
sessen. 

landvesti  136,  9  Uferbefestigung 
zum  Schutz  gegen  Hochwasser. 

1  e ch  368, 2  Praet.  von  lieh e n  leihen. 


eger  77,  2  Lager. 

egern  (sich)  12,  13  sich  lagern. 

erman  211,  1  Auflauf,  AUarm. 

est  letzt. 

etie,   letzy  Ringmauer  zwischen 

zwei  Thürmen,  Thalsperre:  letze 

407,  7  Abschied,  Abschiedsgeschenk. 
ibbrester  457,    1    lippriester 

127,  1  Leutpriester. 
ibding  121,  25  Leibgedinge,  LAb- 

rente. 

i die  57,  18  ledig,  frei:  370,  2  un- 
ehelich geboren. 
ifern   (einen):    Part.   Perf   ge- 

liffet  446,  3    mit  Lebensmitteln 

versehen,  verpflegen. 
ifferher  446,  6  der  für  die  Ver- 
pflegung der  Truppen  sorgt. 
it  449,   5;   litten  445,   10  Plur. 

Leute,  s.  lut. 

ogen  357,  8  Praet.  für  lagen, 
on  411,  16  ö.  für  lan  lassen. 
08 lern  76,  20  logieren. 
OBit  33,  3  Praet.  von  loeaen frei 

halten  (von  der  herberg). 
onf  472,    21    Vorgang,   Ereignis; 

Plur.  auch  Zeitläufte  474,  10. 
oufen:  Praet  lüff  84,  4,   Plur. 

luffent  113,  1;  Part.  Perf.  ge- 

lüffen  124,  21,  laufen. 
ouwe  473,  24  Löwe. 
ugen  370,  5;  371,  18  sehen. 
ustlich  19,  14  anmutig. 
ut  Laut:  noch  lut  19,  10  6.  nach 

dem    Wortlaut,    auch    bloss    lut 

329   7. 
ut  325, 16,  lutt  210, 28  iYtir.  Leute; 

Gen.  lütten  129,  17. 
at  393,  3  s.  v.a.  Ut  liegt. 
ütener  44,  2  ö.  Leutenant. 
flter  355,  2,  lutter  517,  24  klar, 

deutlich. 

uterung  160,  8  Erläuterung. 
utten  308,  18  läuten:  Praet.  lutt 

18,  27  ö. 
lütten  139,  8  Part.  Praes.  v.  lauten 

m« 

m  ä  oh  ti  gen  und  me  cht  igen  (sich 
mit  Genit.)  505,  24  Gewalt  oder 
Befugnis  Über  etw.  an  sich  nehmen; 
auch  eigenmächtig  für  einen  ab- 
wesenden handeln  (mit  Hoffnung 
auf  dessen  Genehmigung)  iSl,  18. 

marataller  391,  21  StaUmeister. 

megedftcht  39,  4  mehrerwähnt. 

menger  220,  17  herumziehender 
Händler,  Trödler,  Hausierer. 


592 


Glosiar. 


menster  458,  11  Plur.  Menachen, 

mer  261,  13  Kunde,  Nachrieht. 

mercklioh  11,  22  beträchtlich. 

meren  41,  5  abstimmen;  mit  Ace. 
Ober  etioaa  77,  15. 

miBshelung  137,  38  Misshelligkeit. 

mol statt  486,  7  Ortj  wo  Gesandte 
zur  Beratung  zusammen  kommen. 

morndesi  75,  13;  morndis  410, 
17;  mornist  116,  5  Morgens,  fol- 
genden Tages. 

m&g  114,  2  Mühe. 

m&  ge n299, 5  beschweren,  verdritssen. 

mussiggan  {mit  Oenit)  376, 16  etwas 
meiden,  sich  einer  Sache  enthalten. 

m&ssigen  (sich)  376,  4  dasselbe. 


nach,  nSoh  b.noch\  naohhütby 
tag  158,  33  noch  heute, 

nam  523,  19   Wegnahme,  Raub. 

nebendsioh  517,  32  bei  Seite. 

neohate  der  nächste:  den  neoh- 
sten  («ci7.  weg)  115,  18  auf  dem 
nächsten  Wege. 

neien  nähen;  Part.  Perf.  gen  ei  t 
407,  9. 

nestler  44,  3  Nestelmacher. 

niderlegy  124,  12  Niederlage. 

nidertrucken  259, 3  niederdrücken. 

niderwerfen  57,  20  gewaltsam  auf- 
halten und  in  Verhaft  nehmen. 

nidersünden  Praet.  nidersunt 
267,  12  zu  Bette  leuchten. 

nienan  152,  37,  nienen  nirgends", 
nienenmer  16,  2  nirgends  mehr. 

nochlassen  16,  9  Nachsicht  Üben, 
nachgeben,  ungeahndet  lassen. 

noch  367,  26  nochmals. 

nochich  450,  18  nachher. 

nomen  298,  17  Plur.  Praet  ^  nah- 
men. 

not  schlänge  47,  5  ein  Feldgeschütz 
mit  lanpem  Bohr, 

notye8tikeit272,15  Unerschrocken" 
heit,  Tüchtigkeit. 

notiogen  2d5,  16  notzüchtigen. 

nut,  nüt,  nüts,  nutsit  nuMs. 


0. 

ob  11,  20;  13,    2   über,   mehr  als: 

418,  15  ehe,  bevor. 
obemelt  356,  1  oben  genannt 
oben  Abend;  Gen.  obensi  76,  12; 

auch   Vorabend  410,  16. 
obli^en  369,  14  (mit  Dat.)  siegen, 

besiegen. 


dlfaruw  360,  10  Ölfarbe. 

on  13,  2;  33,  20  ohne,  ausser. 

on gejagt  282,  16  unterfolgt. 

onwissen:  ynen  onwi88en46,Il 
ohne  ihr  Wissen. 

ort  135,  16  Bnde,  Ecke;  327,  7  da- 
tierte Teil  einer  ^Münze,  eines 
Masses,  bes'.  eines  Gulden*. 


passieren  493,  5  mitasunehmen  er- 
lauben, durchlassen. 

pasE  35,  5  Durch',  Übergang  [au^ 
über  einen  Fluss). 

pen,  peen  152,  10  Strafe. 

pf  au  wen  Schwan  ti  273,  14  Komet. 

pfetsen:  Part  Perf  gepfets  337, 
24  zwicken. 

pintbrieff  446,  13  Bundbrief. 

pintiBS  446,  13  Bündnis. 

poBt  69,  5  Nachricht. 

pro  band  513,  25  Proviant. 

protestieren  s.  besügen. 


qualleohtig  177,  28  nach  Art  einer 
Quelle  oder  eines  Wasserfalls. 

r« 

rachtung  55,  3  Vertrag. 

rantsianen  146,  22  eine  Cfeldent- 
Schädigung  auferlegen. 

recht  506,  13  geriaMliches  Verfah- 
ren; uff  recht  57,  20  mit  AhsidU 
einer  gerichtlichen  Erledigung^  fir 
recht  stellen  447,  5  vor  Ge- 
rieht stellen ;  sich  eins  rechtens 
erbieten  140,  14  sieh  su  einer 
gerichtlichen  Verhandlung  bereit  «r- 
klären;  reck  456,  17. 

rechtlich  517,  17  gericktUch. 

rechtvertigen  374,  25  einem  ae- 
riehtlichen  Entscheid  untereteuen. 

rechtvertignng  369,  13  gericht- 
liche Entscheidung. 

reichen  60,  13  erreichen,  holen. 

reisen  494,  28  einen  KHegsxug  unter- 
nehmen. 

reit,  reyt  IVaet.  von  riten  reUen. 

remist  451,  20  r&misch^  päbstUch. 

rennfänly  280,  9  Reiterfähnlein. 

reszen  452,  16  «s  reisen. 

ret  450,  10  Plur.  von  rot  Bat, 
Ratsherr. 

richten  13,  8;  298,  2  in  Ordnung 
bringen j  schlichten;  192,  8  ^- 
riehten:  Part.  Perf.  gericht  ö.; 
gerick  447,  8. 


Okitgar. 


598 


rieh  tun  g  48,  9  AuHtag,  Fr<$deM^ 

rjrffen  867  j  10  Reif, 

rinjjf:  ke  iing  84,   22  itn  Kreise^ 

ring  482,  8  leicht. 

rott  roi:  der  rott  aehaden  208, 

25  roU  Bukr. 
rotten  448,  Ö  RuU. 
roubig  493,  S  gerauht, 
ruchlen  63,  7  im  Geheimen  reden^ 

munkeln, 
rüd  54,  8  Bnde,  Meithund. 
rugk   Rücken:    hinder   und    8u 

rugV  485,  26  hint^  dem  Rücken. 
ruhe  489,  28  Härte,  Strenge. 
rumen  räumen ,  wegräumen;  Part. 

Per/,  gerümbt  118,  5. 
runs  60,  17  Strömung. 
rüsten:   Praet.  ruat  367,  5;  Part. 

Per/,  gerust  113,  4. 
rüwigen  176,  3  beruhigen,  tufrieden 

aielfen, 
rüwung  177,  18  Reue, 

8. 

samen:  als  samen  117,  4  a/^su- 
eammem. 

eehachsabel  54,  16  Schachbrett, 

scbanck  209,  9.  358,  5  Praet.  wm 
schenken. 

sohati  265,  S  für  sehatst  Praet. 
von  sehfttzen. 

schencky  i^tfr.  schenokinen  39, 
25  Odbe,  Oeäehenk, 

I  Chi  er  32.  17  bald;  43,  22  beinahe. 

sehimnfi  218,  27  Scherz,  Kurzweil. 

ach  in  374,  16  Schein,  Urkunde. 

schlaohen  42,  10  schlagen;  61,  17 
schlachten, 

schlagen  5,  3  Hammer. 

8chlange7,8<.  o^^notschlange. 

sehlangenbuehsse  231,  1  dass, 

8  0  hl  echt  522,  36  (Adverb.)  schlech- 
terdings, 

sohlen  gl  y  115,  21  ein  kleines  Oe- 
schütz, 

sehlissen  245,  11  reissen,  spalten, 
zerstören:  Praet.  schleysz  60, 20. 

schmarald  18t,  32  Smaragd. 

schmeehen  137,  iO  schmlS^en, 

schmeeher  139,  20  der  Schmäh- 
reden  ßlhrt. 

schmutzen  137,  30  beschimpfen. 

seh  mutz  wort  138,  7  SehimpfuDort. 

sehog  s.  stog. 

dchrepffh8rnUn259, 11  Schröpf- 
kopf, 

Bailtr  CliroiiikaiL    YL 


80hrawent498,  27  Conj.  B-act.  v, 
schreien. 

sohuoger  455,  14  Schwager, 

achutz  135,  9  eine  Auf  Stauung  des 
Wkisers,  über  die  es  in  einem  Fall 
herabstürzt. 

8chiralt301,  1  iVa«^.«<m  schwel- 
len reflex.  sich  stauen. 

schweeher  418,  11:  schwiher 
393,  18  Schwiegervater. 

aeytten  207,  3  JPlur.  Praet.  von 
sagen. 

seilen,  send,   setten  s.  sollen. 

semlich  16,  12  solch, 

svdhar  151,  14  seit. 

sig  493,  26  Conj.  er  seu  —  444 ff.  sie. 

sod  252,  9  Sod-,  Ziehbrunnm. 

solemniteit  309,  23  Feierlichkeit. 

iollen:  3  Phr,  Praes.  send  457,  ], 
seilen  449,  15  ö.;  Praet.  sott, 
sotten;  Cof|;.  iVo^.  setten  452, 
13  sie  häUen  sollen. 

som  61,  14  5.  Saum. 

somlich  142,  15  solch. 

sorge:  usz  sorgen  lassen  214, 
19  nicht  zur  Rechenschaft  ziehen, 

sossen  357,  1  Plur,  Aaet,  für 
Sassen. 

sott,  sotten  s.  sollen. 

span,  spann  517,  30  Spannung, 
Zerwürfnis;  Plur,  spenne  154,  6. 

spanbett  328,  5  Bett,  dessen  Pfühl 
auf  untergespannten  Bändern  liegt. 

sparre  60,  9  Balken. 

spisaen,  spysen  10,  3;  43,  3  mit 
Proviant  versehen, 

sporen  Sporn;  under  dsporen 
nemen  162)  9  einem  zusetzen,  um 
ihn  »um  Geständnis  zu  bringen, 

Spruch  374,  13  Anspruch, 

s tackt  156,  7  Praet.  von  stecken. 

stadth  (ma«tf.) 496, 19  Stand,  Lebens- 
weise» 

stalte  56,  15  Ih-aet,  von  stellen. 

fltat,  statt:  stat  thfin  (mit  Dat.) 
303,  22  ausführen,  auerichten, 

stittigs,  stettigs  72,  12.  143,  7 
beständig, 

statsecrett  115,  5  städtisches  Se- 
kretsiegel, 

Steinbuchsse  231,  2  Geschütz,  wo- 
raus Steinkugeln  geschossen  werden, 

steynhdrt  163,  ^steinhart. 

Btenny  258,  5  steinern. 

sterbet  252,  13  das  Sterben,  Pest, 

sticken  147,  16  mit  Stecken  ver- 
sehen (die  Reben). 

stillen  357,  9  zu  Ruhe  bringen, 
beilegen. 

38 


694 


GloMMur« 


fltog  46t,  22;  Bchog  452,  3  Stock, 
Opferstock. 

Bton  8tehn.  3  Sgl,  Praes,  stott  249, 
8;  Praei.  Bioü  448,  5;  ston  von 
etwas  131,  20  abaiehen,  turüek" 
gUhsn. 

stüg8ag47,  7  Steigzeug ,  Sturm- 
gerät, 

stülen  337,  22  Sitze  bereiten. 

8ul  458,  6  Säule, 

8U8t  451,  13  Bonet, 

t. 

tHding  157,  7   Verhandlung, 
t&dingen  80,   15,  tedingen  302, 

7  ufUerhandeln. 
tagen  57,  11  unterhandeln, 
tagleystung  81,  17   Verhandlung. 
tarffenss  459,  24  «  tarff  ensz 

bedarf  dessen» 
tauff:   der  Jungst  tauff  262,  20 

die  letzte  Ölung. 
tegren  s.  tuog. 
thon,  thug  8.  tun. 
thümbher  121,  4  Domherr. 
thury,  thüry,  thüre   Teuerung; 

Plur,  in  t  hur  inen  125,  23. 
thurnen   493,    25   in    den    Thurm 

legen. 
tile  337,  27  Diele,  BreU, 
tottenbom  261,  1  Sarg, 
trats  476,  22   Widersetzlichkeit. 
treffenlich   134,    27    wichtig,   be- 

<2eu^en(i;treffenLich  botschafft 

505,    4    bevolltnächtigte    Oesahdt- 

schaß. 
trem  234,  5  Plur.  von  tram  Balken. 
triplen  372,  6  anstiften ,  abkarten. 
trostung  500,  2  SichersteUung. 
trubel    227,    10,    trübel  323,  5 

Traube. 
trungenlich  500,  20  dringend. 
tun:  tuog  457,  21  für  tuot;   Con- 
junet.  IVaes.  thug  491,  21;  Part. 

Pers.    gethon;    gthon    8,    18; 

thon  72,  18. 
tuog  453,  9  8.  y.  a.  tod. 
tuog  Tueh'.in  tuogscherer 447,8; 

dazu  Plur.  teger  457,  12. 
tusch  77,  3;  tutsch  76,  10  deutsch. 

aber  16,   12,    155,   18  gegen,  trotz; 

über   und   wider    das   478,  3 

trotzdetn. 
abeikomen  (Part,  Perf,)    152,    8 

übereinkommen. 


Überzug  523,  13  Überfall,  f Eid- 
licher Angriff, 

Über8werchmuren282,ll  Scheidt- 
mauern  der  Grundstücke  vor  der 
Stadt,  die  in  verschiedenen  Rich- 
tungen laufen, 

ubun  g  478,  5  Ausübung,  ThätigkeU. 

uff  9,  6  bis  auf,  gegen. 

uffflötsen  133,  10  aufreiesen  und 
fortspülen  (vom   Wasser), 

uff  geben  6,  7,  40,  13  über-,  er- 
a3>en, 

uffgelSuff  110,  18  Au/lauf,  Auf 
rtihr. 

uffheben  310,  18  erheben,  ein- 
fordern. 

uffsati  229,  8  List,  Hinterlist. 

uffsechen  136,  7;  ufsegen  459. 
23  Aufsehen,  Aufsicht,  vorsorgliekt 
Beachtung. 

uff  setzen  63,  3  auferlegen,  ver- 
ordnen. 

uffwaekt  113,  17  PraH.  von  uff- 
wecken. 

uffwisen:  Part.  Perf.  uff  gewis- 
sen 212,    10  antceisen,  aufsüßen. 

umbewerffen,  sich  14,  12  sich 
rasch  umwenden,  abfallen. 

umbleyt  37,  7  Praet.  von  umb- 
iegen umzingeln. 

umbschlaohen  156,  15.  -schla- 
gen 477,  11  austrommeln. 

underbringen361,ll  unterteerfen. 

underdediger  138,  26  Unterhänd- 
ler,  VermiUler. 

undernemen,  reflex.  mit  Genit 
sieh  einer  Sache  annehmen. 

understan:  Praet.  underztund 
62,  13  unternehmen. 

underwylen  33,  16  von  Zeit  sti 
Zeit 

underwinden,  reflex.  mit  Gen. 
136,  18  es  über  sieh  nehmen,  für 
etwas  zu  sorgen. 

und  er  siechen,  reßex.  mit  Gen., 
Praet.  underzoeb  138,  15  dass. 

unerkantlich  177,  18  unerkennbar. 

ungelt   Verbrauchssteuer, 

ungestimmy  134, 18;  uneestim- 
migkeit85,  5;  ungestumikeit 
336,  20  ünpesiüm. 

ungevorlicn  11,  4;  -liehen  13, 
16  ungefähr. 

ungewarnet  335,  12  unvermutet; 
unge  warnet  siner  eeren  80,  9 
ohne  Fehde  angesagt  zu  hüben. 

ungkost  452,  3  Unkosten, 

unrhadt  176,  13  Schaden^  Unheil 

unrouw  497,  22  Unrtihe. 


QloaMur. 


595 


anstatt 6  500,  8  Schaden, 

untöglioh  495,  5  untauglich. 

untreglich  497,  4  unerträglich, 

unförmlich  494,  6  nicht  überein- 
stimmend. 

unfur  366,  4  rohe  Art,  Unfug. 

unTerwisilich  512,  29;  unver- 
wissenlich  518,  14  was  keinen 
Verweis  verdient. 

unti,  untzs  263,  5  bis. 

untrungen  121 ,  6  nicht  gedrängt^ 
freiwillig. 

unvergriffen  491,  33  unbeschadet. 

urber  {Plur.)  124,  3   Urbar, 

urlob  13,  13  urUb  209,  4  Ab- 
schied. 

url oben  492,  18  verabschieden,  ent- 
lassen. 

Ursachen  31,  1  vsranlassenj  nötigen. 

ürthe  19,  2;  ürti  377,  27  Wtrts- 
hausrechnung,  Zeche;  282,  4  auch 
Schmaus,  Oelage. 

urttel  447,  9   UrteiL 

usser  64,  7  draussen,  heraus. 

ustragk  517,  17  Austrag,  Entschei- 
dung, 

usz gedingt  15,  20  ausbedungen, 
ausdrücklich, 

usigen  450,  20  Part,  Perf.  von  aus- 
geben, 

uiilegen  ausheben  zu  einem  Feld- 
9uge:  Praet.  leyten  usz  65,  22; 
Par/.  u 81  geleit  43,  25;  uszge- 
let  451,  8. 

usxmachen  45,  11  zu  JBnde bringen; 

10,  11  ausplündern  {v.  Gefallenen), 

uflSBohuts  221,  17  Ausscnuss, 

usztreglich  510^  18:  ein  usztr. 

recht  ein   Gerichtsverfahren,  bei 

dem  eine  Streitfrage  zur  JEntschei- 

dunp  kommt.   ^    ' 

usz  ziehen  523,   14   in  die  Länge 

siehen, 
utiit  485,  39  irgend  etwas. 

fachen  223,  8  vochen  361,  16  ge- 
fangen nehmen. 

fakünlin  49,  3  Falkonett,  kleines 
Geschütz. 

faren  176,  6  verfahren,  handeln, 

fassen  145,  3  rüsten, 

▼  ast  7,  15  ö.  sehr. 

vech  283,  17  gefleckt,  bunt  [bes.  von 
Pelzwerk), 

Yeche  219,  5   Vieh. 

y echten  [transit.)  138,  3,  20  an- 
fechten^ angreifen* 


▼  enn'er  331,  8  ö.  Fähndrich. 

▼  eranloszen  154,  W  einem  Schieds- 

gericht zur  Entscheidung  übergebett, 

verbauen  63,  18  unter  Strafan- 
drohung verbieten. 

yerdechtnuBzbalb374, 4  des  Ver- 
dachtes wegen, 

Tcrdutzen  155,  26  hintergehen, 

f  ere  443,  15  weit  entfernt;  vgl,  ferr. 

verein, vereyn32,  6;  vereynung 
32,  12  Übereinkommen,  Eündmss. 

vereinen  {reflex.)  ühereihkommen. 

fergebben  447,  6  s.v.a.  vergeben 
vergiften. 

verglichen  222,  24  sich  verstän- 
digen. 

vergryffen  477,  27  schriftlich  ab- 
fassen. 

verhafft  214,  6  Part.  Perf,  ver- 
strickt, verwickelt. 

verhalten  59, 1  zurückbehalten,  ver- 
heimlichen. 

verbergen  503,  32;  verborgen 
bOb,  \3  verheeren.  DazuYeihör- 
gung  519,  12. 

verhütten  262,  7  Praet.  von  ver- 
hüeten  bewachen. 

V  e r j  e h en  gestehen :  Praet.  ve rj  a ch 
162,  11;  verjachen  220,  13;  Part. 
Perf.  verjeohen  267,  13;  ver- 
jegen  447,  6. 

verkomen  82,  4  übereinkommen: 
63,  21  sorgend  verhüten. 

verlassen  217,  23  hinterhssen;  vgl. 
verlon. 

verleit  31,  16  Part,  Perf.  t?o»  ver- 
legen verzerren. 

verlon  69,  15  verlassen;  verlosscD 
486,  33  vereinbaren. 

verlouf  en  {reflex.)  160,  21  sieh  er- 
eignen, 

verlühen  393,  24  s.  v.  a.  verlihen 
verleihen. 

verlumbden  493,  26  verleumden. 

verlutten  306,  2  durch  Glocken- 
geläute die  Verbannung  Jemandes 
bekannt  machen. 

fermitten  452,  16  Part.  Perf.  von 
vermiden  unterlassen. 

vernüti  gen  361, 1 1  zunichtemachen. 

verpensinierenl2],9j?en«ionferen. 

teil  fem;  so  ferr  16,  29  insofern. 

verpient  474,  6  Part.  Perf.  von 
verblenden. 

verriten  125,  7  ausreiten. 

verrücken  156,  16  ausrücken. 

verrumpt  471,  10  berühmt, 

verschaffen  303,  24  zum  Ver- 
derben schaffen,  ausriMen. 

38» 


696 


QkMMT« 


verflobietsen  306,  3  preügekeft, 
sieh  von  wiem  o^end«»« 

veriohinen  57,  5;  519,  33  ver- 
gehen, ablaufen. 

y  er  schmSoh  en  112,  i6o«rM&mäA«fi, 
gerina  schätzen^ 

versonriben  [rejhx.)  2H,  20  eich 
80hrifU%dk  verpfliehien, 

Tersenen  (reJUx.)  474,  31  erwoHen^ 
rechnen  auf, 

Terstan:  Praet,  verstanden  58, 
10  {von  einem  ^ande)  verfallen. 

verstand  479,  25  VerMmdigung^ 
Einveretändnisa, 

verstelen:  Fißri.  Perf  verstolUn 
257,  4  heimlich  wegnehmen. 

vertbedingen  510,  5  vor  Oerieht 
verhandeln ^  zum  Ausgleich  bringen. 

vertragen:  vertragen  sin  {mü 
Genit.)  mit  etw€u  ver$4)hoM,  einer 
Sache  iiberhaben  sein;  mit  einem 
vertragen  werden  488^  11  sich 
mU  einem  aussöhnen. 

vertruwen  506,  15  versprechen, 

verungelten  61,  12  dae  UnaeUy 
die  VerbrasKhssteuerfüretWttahlen. 

verurfecbden  492,  11  Urfehde 
schwären. 

verfang[enl58,7  (unperslfni.)  helfen^ 
zum  ^el  fuhren. 

ferferen  450  24  irreführen. 

verwant  141,  10  ö.  verbündet  y  sv- 
gehörig. 

verw&nen367,  1  hoffen,  erwarten: 
auch  transit  einen  glauben  machen 
(Pari.  Perf  varwent)  127,  6. 

verwissen,  verwysen519,'l;  520, 
8  Tadel,  Vorwurf. 

verwisxgen  118.  4  überUindken. 

veriie6n«n(8ion):  Prae<.v er loeh 
221,  9  sich  hinziehen. 

veriyoben  [refiex.  mdt  Oenii.)  55, 
19  verziehten:  Part.  Perf.  ver- 
sigen 147,  8. 

veriiohnusi  306,  2  Verzeihung. 

vestenklieh  152,  Z^  feet. 

vetterlioh  204,  14  väterlich. 

fvejid,  fygand  ö*  Feind. 

figil  459,  22  r^,  GoUesdienst 
am  Vorabend  emee  Festea. 

villicbt  17,  1  selar  leiohA,  wahr- 
scheinlich. 

virne  149,  5  oft,  vortähria. 

fluobent  35,  8  Bur.  Praet.  von 
flieken. 

vooben  s.  faoben. 

vol  40^  8  vöOig,  vollends. 

valge,  Plur.  volgenen  111,  8  0. 
Leichenfeier  mü  Messe. 


volfieren  159,  22  durchfahret^^  zu 
Ende  bringen* 

vor  43,  10;  82,  4  vorher^  fiiAer. 

vorernampt  222,  23  vorgamasmt. 

vorhuffen  142,  5  Vorhui. 

vor  sin  497,  21  vorbeugest. 

vortbeylig  478,  6  tikisckend. 

vor  lüg  142,  1   Vorhut. 

freuw  307,  23;  freg  456,  \2  fiüh. 

frevel  480,  20   Vermessenkeü. 

fr i Beb  40,  6  kühn. 

from  283,  15  brav. 

frontauwen494,  4  FrohtHurheä  von 
einem  Tage. 

vronvastengelt  136,  6  GMt, 
das  viert^iÜirUch  [an  dan  vier 
FroknfesUn)  bezahlt  wurde. 

frant8chafft82,  4  Verwantaehafi. 

furderliob  512^  26  aMaid,  sofort 

fürerl78.26;  fuver475,34/Elri2er^ 
hin;  363,  12  weiter. 

furffang  223,  2  FertsiAriU,  Er- 
folg. 

füreeben  158, 19  9orya5ei^  im  Vor- 
sMag  bringen. 

furkomen  479,  21  verhüten. 

fürsieb  13,  21  ö.  vorwärts. 

f  Qruff  284,  6  hina^f. 


valdf  er 1 112,  4  f  «»  vallfert  HO, 

6  Wallfahrt. 
wand  250,  11;  wann  45, 13,  &ifei2, 

denn. 
wart  371,  10  Praet.  vass  u^cItm. 
wasserrunai  368, 27  Strömung  ist 

Flusses, 
wasi  457,  21   Wachs. 
wegen  60,  10  bewegen^  in  Bewegung 

setzen;  411,  13  ö.  lotf^Mi. 
wegenlit  446,  8  Pkrr.  FkArleute. 
weger  452,  16  besser. 
weiob  13,  20  Praet  von  wiebea 

weichen. 
weydner   162,,  28;    203,   9  Jagdr 

messer,  HirsAßtnger. 
weisaen  148,  11;  179,  4  Weizen. 
weld  219,  12  Plur.  von  wald. 
wellen  131,  4  wollen^  Praet.  Plitr. 

wolten  und  wottent  139,   19; 

Cas^.  Ptaei.  wet,  wett  125,  21; 

116,3;  wetty42,  1);  JPfMr.  wei- 
ten 115,  3;  AH.  Ptf/l  geweit 

T&  14. 
weller  451,  9  welcher;  Pbsr*  welly. 
wendig  280,  7  rüekgStsgig. 
werben:  i^^<.  wuvbentt^  2  «^ 

bemühen,  bewerben. 


GloMar. 


597 


w  erschafft  327,  7  völltoerthig, 
wideren  {reßex,)  48,  7  ;  310,  19  sieh 

weigern, 
widerkerung    480,     29    Bücker- 

Stauung, 
wider  ladete    325,    11    Oegenein- 

iadung, 
widerm&t  304,  5  Sehwermutf  Ver- 

togiheit, 
wiTle:  330,  2  Wüle,  Aheieht. 
wynwdlffeili  369,  1  WMfeilkeit 

des  Weins. 
wirdikeit  297,  17  ^r^,  Auszeich- 
nung. 
w  i  8  8  e  n  t  h  a  f  f  t  i  g  157, 7  ^^'SmAtHMi^. 
wyssgen  111,  10  toeiss  tünchen. 
wont   264,   8   Praet,   von    wftaen 

glauben, 
Wortzeichen  39,  17   Wahrzeichen, 
wotten  8.  wellen/ 
wuge  443,  12  Woche. 
wurm  300,  20  Schlange^  Drache. 
wusser  214,  3  Wisser,  Mitwisser . 

J  8.  U 

z« 

leenwee  59,  19  2jahnweh. 
zergan   219,    1   ein  Ende  nehmen^ 
verlaufen. 


z  er  ho  wen  376  geschlUzt  {von  Klei- 
dern), 

zerriten  153,  18  auseinanderreiten. 

zertrennen  69,  14  auseinander- 
treffen. 

zerfallen  158,  11  ö.  sich  nicht 
einigen  können. 

zewegen  bringen  14,  5  zuwege-, 
zusammenbringen, 

zig  454,  9  8.  zag. 

zirck  134,  6  Bezirk,  Gegend. 

zittig  227,  reif,  ausgewachsen. 

zolltrog  336,  9  Zollkasse. 

zag  7,  1;  11,  2;  gezüg  365,  15 
Stre^aeht ,  kriegerische  Aus- 
rüstung. 

za|[feB8terl62,  31  Aufzug  am  Est- 
rich eines  Mauses. 

znht  17,  5  Höflichkeü. 

z&reden:  Par^.  zu gerett  209,  12; 
übel  zureden  Vonoürfe machen, 
sehimpfen, 

aurOsten:  ^raet.  znrust  147,  15. 

ZQsammenstossen  197,  6  ü«r- 
AfiMatt. 

zweyling  204,  2  Zwülusg. 

zweyung  UO,  8  Entzweiung,  Spal- 
tung. 

z  we  n  y  8 1 1  z  w  en  igi8t454  zwanzigst, 

zwerchmure  133,  12  Quermauer. 

9 wuschet  117,  7  zwischen. 


Druckfeliler. 


S.    14,  20.    8taU  «)  lies:  ^). 

16,  A.  6.    Statt  Obentiunftner  lies:  OberitiunftmeiBter. 

17,  19.    Das  ,  naeh  »hinfOrer«  gehört  hinter  »möcht«. 
45,  A.  2.    Statt  1471  lies:  1473. 
77,  21.    Statt  meugklich  lies:  mengklieh. 

116,  A.  6.    Sutt  Stots  lies:  Stolts. 

123,  A.  6.    Stott  241  Ues:  Nr.  241. 

127,  A.  5.    Statt  sadöstlioh  lies:  nordöstlich. 

137,  12.     >>)<  ist  lu  streichen. 

155,  A.  6.    Statt  Herrmann  lies:  Henmann. 

189,  12.    Statt  richtige  lies:  richtiger. 

198,  13.    Statt  bopistisohen  lies:  bepistischen 

205,  A.  9.    Statt  Cauterburg  lies:  Canterburj. 

213,  A.  7.    Statt  Laudser  lies:  Landser. 

231,  11.    Sutt  Nansse  lies:  Nansie. 

249,  17.    Sutt  7)  lies:  «). 

255,  A.  3.    SUU  Farnacht  lies:  Fasnaoht. 

259,  3.    Sutt  niderstruckt  lies:  nidertruckt 

263,  A.  9.    Sutt  Geworf  lies:  Qewerf. 

271,  A.  2.    Sutt  Walroff  lies:  Walraff. 

280,  22.    Sutt  mOndt  lies:  nOndt. 

299,  A.  7.    sutt  Allwende  lies:  Allmende. 

364,  A.  1.    Sutt  Qreniecherhorn  lies:  Greniacherhorn. 

382,  1.    Sutt  nun  lies:  um. 

392,  A.  7.    Vor  ftltem  erg.:  des. 

395,  A.  6.    Sutt  jodooh  Ues:  jedoch. 

398,  A.  12.    Sutt  ObersUunftmelster  lies:  Bürgermeister. 

403,  A.  11  u.  12.    Sutt  11)  lies:  12,  und  sUtt  12)  lies:  11). 

417,  6.    sutt  Riedein  lies:  Riedin. 

427,  5.    Sutt  Friedrichs  V.  lies :  Friedrichs  L 

433,  20.    Sutt  Sprengler  lies:  Spengler. 

438,  18.    Sutt  derselben  lies:  desselben. 

490,  36.    Sutt  aben  lies:  aber. 

496,  30.    Sutt  solcher  lies :  solchen. 

510,  8.    Statt  satt  lies:  statt 

556.  Sutt  S.  306,  A.  20  lies:  S.  306,  20. 

557.  Sutt  S.  15,  18  lies:  S.  51,  18. 


eiie 


Drnek  tob  finitkopf  4  Hiiiel  in  L«ipnf . 


1^txla$  ttün  S.  1|ir{el  in  XBtpitg. 


kl  Wplen  ^Mt 


iiimt  14»  W»  tu«  16»  Jal|V(|unirBrt. 

Stuf  SBcranfaffung 

l)craußi]Cöcbcn  burcf)  bic  Ijiftürifctic  (Jommiffion  bei  bev  ilöuiglicfieu  ^(fobcniic  ber 

..    ÄMffeiiic^Qften  in  2Rün(^en. 

Örrfter  bis  ricb£nunö|iDan|ig(itr  ßani). 


X'ic  bißf)cr  crfi^ieucncu  Säiibc  bcr  ,,Dcuti^cn  Stdbtcci^ronifciT*' 

enthalten: 

T)ic  ß^roiüfen  ber  fräutifd^cii  <2täbtc:  ^iürnbcrg.  .5  S55nbc.   SDJit 

1  gacfimile,  Slartc  unb  ^Inn  üon  9iMimbcrg.    1862/74. 

>|3rci§:  ufir  46.- 

Xie  61)1  onif eil  ber  frfitoätifc^cu  ©täbte:  JlugSbürg.    o.Sönbc.   fflht 
einem  5ßlan.     1865/96.  ^:|}rciö:  .#  62.— 

T^ic    6f)ronifen     ber    tttcberfail^ftfc^cn    ©tobte:     St  au  nfcfttocig. 

2  SBänbc.     1868/80.  ^rci^.:  Jf  24.- 

2)ie  Sdronifen  ber  ittcbcrfäd^ftfc^en  (Stabtc:  aWagbcburg.    2  ©anbc. 
a«it  1  Pan.     1869  99.  ?ßm^:  •#  18.- 

2^ie  efironifcn  ber  uicbcrfÄc^ftfr^ctt  ©täbte:  Cübcrf.    1.  unb  2.  »anb. 
1884  99.  '     •        ^reiS:  uT  30.- 

T^ie  (5:f)l*omfcn  ber  obcrtl^ctntfc^en  ©tSbtc:  ©trogbürg.    2  ©onbc. 
mt  1  Sorte  unb  1  ?pIon.     1870^71.    .  ^reu3:  Jf  20.— 

2^ic    ef)roni!en    ber   tticbcrt^ciiiifc^cn    ©tobte:    SBItt.      3   955nbc. 
•1875/77.  '  >$reiö:  uT  44.— 

2^ic.Sf)vonifen  ber  tticftfältfd^eu  mib  ttteberrl^cinif^en  ©tobte.  3S3anbe. 
1887  95.    2)ovtmunb..©ocft.  35uiS6urg.     $rctö:  Jf  40.— 

Sie  (Jfjromfen  ber  baicrifc^cu  ©tobte:  SfJegenöburg.  Conb^^ut 
SÜHif/fborf.   aKünd)eu.  ..1878.  ^xtiä:  jM  lo.— 

2^ie  ei)ronifen   ber  imttdr^cinifi^ctt  ©tobte:   a»oinj.     2  Sanbc 
188i;82.^       .  ^retö:  Jl  21.— 


l|e{;el,  Xiarl)  Die  entllcliuug  bes  bentf^en  <ä^täbtenieren0.   1898. 

^retö:  .4  4.—. 


Irud  Don  iBreittopf  unb  ^arttt  in  ^eip|ig. 


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